Verbesserung Mk/Verderben

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Peter Fischer 2021-11-06 16:00:18 +01:00
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li
| Dem gegenüber steht als Einwirkung des oberen Endes der konzentrischen Gliederung der Ruf, sich in den Dienst Gottes zu stellen.
li
| Wieder wird also letzlich das Gegenüber Gott ↔ Satan inszeniert und darin die Dämonenaustreibung verortet.
| Wieder wird also letztlich das Gegenüber Gott ↔ Satan inszeniert und darin die Dämonenaustreibung verortet.
li
| Insofern der Aufruf „Bereitet den Weg des Herrn“ bei (Deutero-)Jesaja wie bei Markus eine klar ethische Ausrichtung hat,
br
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li
| Das einzige Gegenüber im Dialog mit Jesus ist der unreine Geist (mit dem Geheilten wechselt Jesus kein Wort!).
li
| Dieser fragt Jesus auch, ob er gekommen sei, Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen womit auf die Sendung Jesu Bezug genommen wird,
| die sich (auch) mit dem Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 in Mk 1,2b verbinden lässt;
br
span.small
| in der vorangehenden Erzählung, der Berufung der ersten Jünger, war jedenfalls klar Jesus der Bote Gottes nach Mal 3,1; Ex 23,20.
| Dieser fragt Jesus auch, ob er gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen; damit wird die Sendung Jesu hinterfragt.
ul.card-text
li
| Diese Sendung Jesu wird am oberen Ende der konzentrischen Gliederung durch den Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“
| ausgedrückt (s. o.).
br
| Aber auch das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 in Mk 1,2b hat die Sendung Jesu im Blick;
br
| in der vorangehenden Erzählung, der Berufung der ersten Jünger, war jedenfalls klar Jesus der Bote Gottes nach Mal 3,1; Ex 23,20.
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung treibt der gute Geist Gottes Jesus in die „Wüste“;
| das Treiben durch den Geist verdeutlicht, dass dieser Gang Jesu in die „Wüste“ seiner Sendung durch Gott entspricht,
| und damit auch das, was sich dort ereignet:
br
| In der „Wüste“ wird eine Auseinandersetzung Jesu („Versuchung“) mit Satan verortet, und Jesus erschafft
| inmitten der „Wüste der Gottferne“ die „Insel des Lebens“.
li
| Das Wirken des guten Geistes Gottes, der Jesus als dessen Sendung in die „Wüste“ treibt (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
| und das Gekommensein Jesu,
| um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung), verbinden sich,
br
| wobei der Geist (Gottes) und der „unreine Geist“ sich als Gegensätze gegenüberstehen, „Wüste“ und „Verderben“ aber parallel
| für das Gleiche.
br
| Schlüssel zum Verständnis ist die Einsicht, dass die „Wüste“ als Ort der Gottferne eine Analogie zum Tod am Kreuz hat,
| das auch als Ort der Gottferne verstanden werden kann; der Tod Jesu am Kreuz wird jedenfalls
| von Markus sehr deutlich als Sterben in Gottferne bebildert wird (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“).
li
| Man wird also sagen können: Der Geist Gottes treibt Jesus in die „Wüste“ im Sinne des „Verderbens“ im Tod am Kreuz,
| um den unreinen Geist und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen.
li
| Wissend, dass Jesus tatsächlich selber ins „Verderben“ (→ Kreuz) gegangen ist, um Sünde und Satan zu vernichten, lässt sich sagen:
| Überträgt man nun diese Gedanken auf das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wird man sagen dürfen:
br
i
| Das Mischzitat Mal 3,1; Ex 23,20 ist hier auf Jesus im Hinblick auf den unreinen Geist zu beziehen:
br
| Jesus geht als göttlicher Bote dem unreinen Geist ins Verderben voraus, um diesem und Seinesgleichen den Weg ins Verderben zu bahnen,
| Jesus geht als göttlicher Bote dem unreinen Geist ins Verderben voraus, um diesem und Seinesgleichen den Weg ins Verderben zu bahnen,
| sie also ins Verderben zu stürzen.
br
| Das ist seine göttliche Sendung.
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h5.card-title
q Du bist der Heilige Gottes uns ins Verderben zu stürzen
br
q Evangelium von Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes
hr
ul.card-text
li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntnis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
li Analog wird „Evangelium“ damit gefüllt, dass Jesus offensichtlich gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
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h5.card-title
q er lehrte wie einer, der Vollmacht hat
br
q Du bist der Heilige Gottes uns ins Verderben zu stürzen Schweig!
br
q Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht ...
hr
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.card-body
h5.card-title
| Jesus dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
hr
ul.card-text
li
| Der Hinweis auf die Vollmacht der Lehre Jesu rahmt die Erzählung.
li
| In der Mitte der Erzählung wird die Vollmacht Jesu durch die Austreibung eines unreinen Geistes bestätigt.
br
| Dieser betitelt Jesus als „Heiligen Gottes“: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
br
| Darin spiegelt sich die Betitelung Jesu mit „Sohn (eines) Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung.
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Geist Gottes die treibende Kraft des Wirkens Jesu.
li
| „Vollmacht“ als Rahmen der Erzählung und „Heiliger Gottes“ in der Mitte der Erzählung,
| sowie „Sohn Gottes“ am oberen Ende der konzentrischen Gliederung und „Geist (Gottes)“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| gehen eine Verbindung ein und machen gemeinsam
span.bibelstelle Röm 1,4
| gegenwärtig:
br
| Jesus ist
q.bibeltext
| dem <i>Geist</i> der <i>Heilig</i>keit nach eingesetzt als <i>Sohn Gottes in Macht</i> seit der Auferstehung von den Toten.
li
| Damit ist die Quelle der Vollmacht Jesu deutlich: seine Auferstehung von den Toten.
br
| Dabei liegt angesichts dessen, dass die Erzählung im Kontext der konzentrischen Gliederung darauf abhebt,
| dass Jesus zum Verderben der unreinen Geister diesen ins Verderben vorausgeht (→ Tod am Kreuz),
| ein besonderer Akzent auf „von den <i>Toten</i>“.
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h5.card-title
| Die machtvolle, aber verschwiegene Lehre Jesu und das Schweigegebot an den unreinen Geist
hr
ul.card-text
li
| Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu.
li
| Inhaltlich bleibt die Lehre Jesu in der Erzählung selber unbestimmt;
| gemäß den Gesetzen der Konzentrik muss die Lehre Jesu aber in der Mitte der Erzählung gefunden werden können,
| wie auch die Quelle seiner Vollmacht die in Verbindung mit der Lehre die Erzählung rahmt in der Mitte gefunden werden konnte.
li
| Dem Verschweigen der Lehre im Rahmen der Erzählung eigentümlich parallel ist das Schweigegebot an den unreinen Geist
| in der Mitte der Erzählung;
br
| dies legt nahe, dass beides zusdammengesehen werden muss.
li
| Das Schweiggebot folgt unmittelbar auf die Betitelung Jesu als „Heiliger Gottes“;
br
| davor hatte der unreine Geist die Frage nach dem Ziel der Sendung Jesu gestellt.
li
| Was der unreine Geist verschweigt, ist der Weg zu diesem Ziel und damit auch die Ursache für den Titel „Heiliger Gottes“;
br
| dieser Weg, der mit der Frage des unreinen Geistes wesenhaft zusammenhängt,
| kann aber und soll auch durch das Dreieck „oberes Ende Mitte unteres Ende der konzentrischen Gliederung“ in der Mitte
| der Erzählung eingetragen werden:
br
| Jesus geht getrieben von Gottes Geist vor dem unreinen Geist und Seinesgleichen her
| <i>selber den Weg ins Verderben</i> (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen
| und sie so ins Verderben zu stürzen.
br
| Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
li
| Durch diesen Weg in den Tod am Kreuz, der von Gott mit der Auferstehung beantwortet wurde,
| hat Jesus die Dämonen ins Verderben gestürzt und hat Jesus den Titel „Heiliger Gottes“ erhalten.
br
i Weil der unreine Geist diesen Weg Jesu verschweigt, wird er zum Schweigen verpflichtet.
li
| Für die verschwiegene <i>Lehre Jesu</i> gilt im Sinne der Analogie zum Schweigegebot,
| dass sie als wesentlichen Inhalt den verschwiegenen Weg Jesu ans Kreuz,
| mit dem er seine Sendung ausführt, enthält.
br
span.small Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
li
| Gerade dadurch, dass der Weg Jesu nur indirekt in der Erzählung gegenwärtig ist,
| liegt ein besonderer Akzent darauf;
| er ist notwendiger Verstehenshintergrund für diese Erzählung.
br
| In diesem Sinne kann das Schweigegebot auch invertierter Impuls sein:
br
i Dieser Weg Jesu in den Tod am Kreuz ist es, was verkündet werden soll!
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h5.card-title
q Schweig!
h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus
hr
ul.card-text
li Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
| Das Schweigegebot an den unreinen Geist in dieser Erzählung ist in einen größeren Kontext einzuordnen,
| denn in allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
ul.card-text
li
i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist
br
| Mk 1,21-28; Mk 1,32-34; Mk 3,7-12; 8,27-30 („Messiasbekenntnis des Petrus“); 9,2-13 (Verklärung Jesu).
li
i Im Hinblick auf Wunder, die nicht weitererzählt werden dürfen
br
| Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen).
li
| Die gelungene Dämonenaustreibung bestätigt jedenfalls die Vollmacht Jesu und die
| Gültigkeit seiner Lehre.
li Inhaltlich bleibt die Lehre Jesu unbestimmt eine Lücke!
li.small
| Aus dem bisherigen Geschehen und besonders der inhaltlich stark geladenen „fortschreitenden Konzentrik“ bis zu dieser Erzählung mag man hier einiges ergänzen.
| In der vorliegenden Erzählung wird das „Bekenntnis“ des unreinen Geistes mit dem Schweigegebot belegt;
| dass das Wunder als solches weitererzählt wird, ist damit völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!).
li
| Das Schweigegebot angesichts des „Bekenntnisses“ hier wurde ausgesprochen, weil der Weg Jesu in den Tod am Kreuz verschwiegen wurde.
br
| Ohne diesen Blick des „sehenden Lesers“ bzw. ohne das Wissen, was im Evangelium noch kommen wird,
| bleibt die Lücke aber bestehen. Das will beachtet sein.
| Ohne das Miteinbeziehen dieses Weges können Vollmacht und Hoheitstitel Jesu irreführend und missverständlich sein.
li
| Man wird verallgemeindernd sagen können:
br
i
| Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie,
| dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu vor allem seines Todes, aber auch seiner Auferstehung von den Toten einzubinden sind.
li
| Gerade angesichts dessen, dass man sich besonders als „unbedarfter Leser“ sich einiges zusammenreimen kann nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ ,
| ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild:
br
| Denn aus den Hoheitstiteln allein die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
br
| Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden!
li.small
| Hier muss uns bewusst werden, was der „unbedarfte Leser“ bisher erzählt bekommen hat:
ul.card-text
@ -336,7 +464,55 @@ block content
| Es sind also wunderbare und zugleich wundersame Dinge, die der Leser bisher erfahren hat;
br
| wie aber das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich und die „Lehre Jesu“ inhaltlich zu füllen sind das ist bisher offen!
li
| Was der Dämon bekennt, ist wahr; und doch ist es wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt
| für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig.
li
| Für den „sehenden Leser“ war dieser Weg Jesu bisher schon omnipräsent;
br
| doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin.
br
| Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen.
br
span.small
| Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren,
| weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann;
| sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele.
br
| Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen.
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h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi
h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich besonders mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden.
li
| Auch die Auferstehung Jesu im Sinne der Einsetzung als „Sohn Gottes in Macht“ ist in der Erzählung präsent und wenn auch hier untergeordnet
| als Teil der Lehre Jesu zu verstehen.
li
| Beides Tod und Aufestehung sind das „Evangelium Jesu Christi“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wobei hier ein besonderer Akzent auf Jesu Tod liegt.
li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen.
li
| Als Bedeutung von Jesu Tod als Inhalt von Jesu Sendung gehört zu diesem „Evangelium“ wesentlich,
| dass Jesus gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
li
| Dies erklärt sich die Identität von „Lehre Jesu“ und „Evangelium Jesus Christi“ bedenkend
| durch
span.bibelstelle Röm 1,16
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt.
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h5.card-title
@ -352,7 +528,7 @@ block content
li
| Durch die Betonung der offensichtlichen Vollmacht Jesu gerade auch gegenüber den Dämonen und das diesbezügliche Abheben Jesu von den Schriftgelehrten bzw. den Heiligen Schriften Israels
| wird eine Insuffizienz der Tora genau in diesem Punkt angedeutet.
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h5.card-title
@ -391,123 +567,22 @@ block content
br
| Wenn auch verwirrt, werden die Menschen zu Boten Jesu, was sich in der übernächsten Erzählung positiv auswirken wird.
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h5.card-title
q Schweig!
h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus
| Jesus, der Sohn Gottes, dem die Engel dienen
hr
ul.card-text
li In allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
ul.card-text
li
i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist
br
| Mk 1,21-28; Mk 1,32-34; Mk 3,7-12; 8,27-30 („Messiasbekenntnis des Petrus“); 9,2-13 (Verklärung Jesu).
li
i Im Hinblick auf Wunder, die nicht weitererzählt werden dürfen
br
| Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen).
li
| Die Aufforderung Jesu an den Dämon, zu schweigen, ist hier unmittelbar nach dessen Bekenntnis gesprochen und bezieht sich also darauf.
| Durch den Weg in den Tod am Kreuz ist Jesus zu dem geworden, dem die Hoheitstitel gebühren (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung):
br
span.small Das Wunder selbst wird nicht mit einem Schweigegebot belegt dass es weitererzählt wird, ist damit völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!).
li Der Aufforderung zum Schweigen korrespondiert hier geheimnisvoll, dass die Lehre Jesu durch den Evangelisten verschwiegen wird.
i Der, dem die Engel dienen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), ist der, der selber als Diener in die „Wüste“ gegangen ist.
li
| Dies legt nahe, dass beides zusammengesehen werden muss:
| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung)
| erwarten würde:
br
i
| Jesu hier noch verschwiegene Lehre enthält offenbar
| Aussagen, die das Wissen darum, wer er ist, notwendig ergänzen;
br
| daher wird dieses Wissen bzw. die diesbezüglichen Bekenntnisse
| mit einem Schweigegebot versehen.
li
| Gerade angesichts dessen, dass man sich besonders als „unbedarfter Leser“ sich einiges zusammenreimen kann nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ ,
| ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild:
br
i
| Aus den Hoheitstiteln allein die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
br
| Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden!
li
| Man wird also sagen können:
br
i
| Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie,
| dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu einzubinden sind.
li
| Der „sehende Leser“ kann hier aber schon weitergehende Bezüge herstellen:
ul.card-text
li
| Indem das Staunen über die Lehre Jesu die Erzähung rahmt und man als „sehener Leser gelernt hat,
| sich bei der Auslegung auch durch die Konzentrik leiten zu lassen,
br
| wird man so interpretieren dürfen, dass die Mitte der Erzählung einen Hinweis enthält, was die Lehre Jesu beinhaltet.
li
| Just in der Mitte der Erzählung geht es um die Sendung Jesu:
br
| der Dämon fragt Jesus, ob dieser gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen.
li
| Unterstützend ist daran zu erinnern, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
| der deinen <i>Weg</i> bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den <i>Weg</i> des Herrn!“ (→ je oberes Ende der konzentrischen Gliederung!)
| auf die <i>Sendung Jesu</i> bezogen werden kann (s. o.).
li
| Die Frage des Dämon kann schon aus der Erzählung selbst mit einem Ja beantwortet werden,
br
| der „sehende Leser“ weiß aber bereits darum, dass Jesus vor
| dem Dämon und Seinesgleichen her selber den Weg ins Verderben geht (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen
| und sie so ins Verderben zu stürzen.
br
| Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
li
| So wird klar, dass die Lehre Jesu sich auf den <i>Weg</i> beziehen muss,
| den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt: den Weg ans Kreuz!
br
| Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
li
i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren:
br
i Der, dem die Engel dienen, ist der, der selber als Diener in die Wüste gegangen ist.
br
| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ erwarten würde:
br
| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
li
| Was der Dämon bekennt, ist wahr; und doch ist es wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt
| für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig.
li
| Für den „sehenden Leser“ war dieser Weg Jesu bisher schon omnipräsent;
br
| doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin.
br
| Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen.
br
span.small
| Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren,
| weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann;
| sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele.
br
| Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen.
| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi
h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden.
li Dieser Weg ans Kreuz ist zusammen mit der Auferstehung das „Evangelium Jesu Christi“.
li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen.
li
| Dies erklärt mit Rückgriff auf
span.bibelstelle Röm 1,16
| auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu:
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -516,10 +591,20 @@ block content
hr
ul.card-text
li Beide Erzählungen waren schon als Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung verbunden.
li
| Jesus, der Sohn Gottes, verkündet das Evangelium Gottes.
li
| Inhalt des „Evangelium Gottes“ und Anbruch des Gottesreiches ist das in der Taufe Jesu „gegenwärtige“
| christologisch-soterialogische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
| darauf bezieht sich der Glaube.
li
| Insofern im Rahmen des Beginns der Verkündigung Jesu darauf hingewiesen wird, dass schon der Vorläufer
| „ausgeliefert“ wurde, wird bei der Taufe Jesu im Gegenüber der Tod Jesu in den Fokus gerückt.
br
| In der Tauferzählung selbst wird zwar besonders der Aspekt der Auferstehung durch die reiche Schilderung der Begleitumstände
| des Aus-dem-Wasser-Steigens betont, im Gegenüber durch den Hinweis auf die „Auslieferung“ Johannes des Täufers
| aber die „Auslieferung“ Jesu vergegenwärtigt; dies scheint ganz im Sinne des Schweigegebotes an den unreinen Geist
| ein bewusster und deutlicher Kontrakpunkt zur Auferstehungsherrlichkeit zu sein.
li
| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott (→ „Wohlgefallen“!) verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
| um das künftige Sein bei Jesus zu erlangen.