Überarbeitung Mk/Familie
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| 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
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q ... sie blieben draußen
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| Draußen und Drinnen sind bei Markus hier und öfter nicht nur Orts-Angaben sondern auch Verhältnis-Angaben:
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| es geht um das innerliche Verhältnis zu Jesus.
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| Dass die Familie Jesu zu ihm auf Konfrontationskurs steht, zeigte schon Mk 3,20-21: die Familie macht sich auf,
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| um Jesus mit Gewalt zurückzuholen, weil sie ihn für von Sinnen hält.
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| Nun heißt es, dass die Familie „draußen“ vor dem Haus stehen bleibt; dies zeigt auch ihre innerliche Stellung zu Jesus an.
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| Die Familie lässt Jesus herausrufen zu sich, und dieser Ruf wird auch an Jesus herangetragen;
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| doch statt sich auf den Weg nach draußen zu machen, gibt Jesus eine einer Abfuhr gleichkommende Antwort;
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| er bleibt drinnen – bei den Seinen, die auch drinnen sind –, die Familie bleibt draußen.
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q Wer den Willen <i>Gottes</i> tut!
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| Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht;
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| dabei bildet die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12) die Mitte der konzentrischen Gliederung.
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| Mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, im Dienste Beelzebuls bzw. der Sünde zu stehen.
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| mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, von Beelzebul besessen zu sein
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| bzw. im Dienste der Sünde zu stehen.
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| Während bei der Verteidigungsrede Jesu die Heilung des Gelähmten insgesamt (Mk 2,1-12) die Mitte
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| der konzentrischen Gliederung bildete, so nun die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12);
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| immer noch hat sie (unter anderem) die Tauftheologie nach Röm 6 im Schlepptau.
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| Während bei der Verteidigungsrede im Hinblick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung und Röm 6
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| der Fokus vor allem auf Jesus selbst lag, liegt nur der Fokus besonders auf dem ehedem Gelähmten,
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| der sich zu einem neuen Leben erhoben hat.
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| Dabei wird der in der Verteidigungsrede wichtige Satz
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| Gleichzeitig macht er deutlich, dass es nicht nur darum geht, Sünde nicht zu tun, sondern aktiv den Willen Gottes umzusetzen.
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q.bibeltext
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| Denn durch sein Sterben ist er [= Jesus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
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| Dies ist in einem engen Sinn zu verstehen, wie bei der Betrachtung der vorausgehenden Erzählung aufgezeigt: man ist entweder
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| Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein – ganz im Sinne von Röm 6.
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| sein Leben aber lebt er für Gott.
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span.bibelstelle Röm 6,10
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| fortgeführt mit
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q.bibeltext
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| 11 So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
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| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, so dass ihr seinen Begierden gehorcht.
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| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
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| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
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span.bibelstelle Röm 6,11-13
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| Ferner sei hingewiesen auf folgende Aussagen:
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q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben?
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span.bibelstelle Röm 6,2
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q.bibeltext
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| Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib
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| vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
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| Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
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span.bibelstelle Röm 6,6-7
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| Das ganze Kapitel Röm 6 ist von einer scharfen Trennlinie geprägt:
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| man ist entweder
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| Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein.
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| So ist auch die Aussage Jesu in Mk 3,35 hinsichtlich des Tuns des Willens Gottes in einem engen Sinn zu verstehen,
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| auch in Absetzung von den Vorwürfen in der vorausgehenden Erzählung.
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| Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung:
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| Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen;
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| sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist.
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| Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), worauf er den Gelähmten „heilt“.
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| Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), woraufhin er den Gelähmten „heilt“.
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| Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen
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| die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln),
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| Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln;
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| dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen.
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| Das <i>Tun</i> des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit
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| dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben.
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| Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand,
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| wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung –
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| ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt.
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| Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten;
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| Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung
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| zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6);
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| er ist nie nur Bekenntnisglaube.
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| Im Rückblick auf die vorausgehenden Erzählungen, bei denen Jesu Handeln – gerade auch von „jüdischen“ Autoritäten –
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| problematisiert wurde, wird die Verpflichtung zum Tun des Willens Gottes im Munde Jesu
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| auch zu einer Verpflichtung, <i>seiner</i> Interpretation des Willens Gottes zu folgen, durchaus in Absetzung
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| der Traditionen der „Schriftgelehrten“.
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q ... der ist für mich ‚Familie‘!
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h6.card-subtitle.text-muted Eine neue, ethische Definition von Familie
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| Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie
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| Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte;
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| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zur ‚Gemeinde‘
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| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zu ‚Gemeinde‘
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| mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter:
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| Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will,
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| – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, –
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| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
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| Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende
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| Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
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| und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt:
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| sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
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| und um den sie sich versammelt,
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| wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt.
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| Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen,
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| man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung;
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| es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht.
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| Gleichzeitig findet eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| Gleichzeitig findet zweitens eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| perspektivisch enthalten ist, durch
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| die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird:
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| eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich;
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| die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk.
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| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| wird hier
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| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes;
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q ...der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter
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h6.card-subtitle.text-muted Vater!?
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| In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater;
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| sicher ganz bewusst.
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| Denn der <i>eine</i> Vater ist Gott selbst!
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| Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus
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| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern.
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| Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt).
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| Der implizite Vorwurf an die „Familie“ Jesu, den Willen Gottes <i>nicht</i> zu tun
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| Aus der Abfuhr „Jesu“ an seine „Familie“ und dem Verweis Jesu auf den Willen Gottes
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| lässt sich der latente Vorwurf heraushören, die „Familie“ Jesu würde den Willen Gottes nicht tun.
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| Das verbindet sich sehr gut – quasi als Gegenanklage (analog zur Spießumkehr bei der Verteidigungsrede) –
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| mit der negativen Meinung der „Familie Jesu“ über Jesus,
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| die in der vorvorausgegangenen Erzählung deutlich geworden war.
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| Es ist von einer <i>nachösterlichen</i> Problematik auszugehen;
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| jedenfalls fügt sich dieser implizite Vorwurf gut ein in das Gegenüber zum Herrenbruder „Jakobus“ („gegenwärtig“ in der Apostelliste)
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| und den „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ – also judaisierenden Christen –,
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| die Paulus bzw. seinen Gemeinden das Leben schwer machen.
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| Gleichzeitig lässt sich auch die abfällige Meinung der „Familie Jesu“ über „Jesus“ am ehesten hier einordnen, zumindest in der Aussageabsicht des Markus.
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| Es entsteht jedenfalls ein gutes nachösterliches Gesamtbild, das die Interpretation der einzelnen Episoden auf diese Zeit hin stützt,
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| vor allem auch die Deutung der „Schriftgelehrten, die aus Jerusalem herabkamen“ auf den Kreis um Jakobus und
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| des Gegenübers „Schriftgelehrte ↔ Jesus“ auf das dahinter stehende Gegenüber „Jakobus ↔ Paulus“ (in Sachen Rechtfertigungslehre).
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| In diesem Kontext nicht irrelevant ist, dass Paulus in
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span.bibelstelle Gal 6,12-13
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| wohl genau dem Kreis um Jakobus (bzw. damit zusammenhängenden Kreisen im Judenchristentum)
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| vorwirft, den Willen Gottes – wie er im jüdischen Gesetz formuliert ist – nicht zu tun:
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q.bibeltext
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| Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben [was nach Paulus Sünde ist → Ruhmsucht],
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| nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung [und damit zur Übernahme des Gesetzes]
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| damit sie wegen des Kreuzes Christi nicht verfolgt werden.
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i Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie selbst das Gesetz nicht;
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| dennoch dringen sie auf eure Beschneidung, damit sie sich eures Fleisches rühmen können.
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| Dies könnte hier im Hintergrund stehen.
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| Verwandt damit ist sicher
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span.bibelstelle Phil 3,18-19:
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q.bibeltext
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| 18 ... viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche –
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| leben als Feinde des Kreuzes Christi.
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| 19 Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch und ihre Ehre besteht in ihrer Schande;
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i Irdisches haben sie im Sinn.
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