Mk/Mitbegraben: Kleine Verbesserungen

master
Peter Fischer 2022-02-12 17:52:31 +01:00
parent cbc51a4735
commit 544798c257
1 changed files with 67 additions and 58 deletions

View File

@ -828,6 +828,19 @@ block content
| im Sinne der letzten Heimat:
br
| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
li
| Es geht also nicht darum, dass der Geheilte nun ins das „eigene Haus“ auf Erden geht,
| vielmehr den Weg in die letzte Heimat beschreitet;
br
| die stellt auch
span.bibelstelle Röm 6,5
| in Aussicht:
br
q.bibeltext
| Wenn wir nämlich Christus gleich geworden sind in seinem Tod,
| dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.
br
| Ein Blick in die Zukunft; davor liegt der Weg der Nachfolge: „der Weg nach Hause“.
li.small
| Einige spätere Erzählungen, bei denen es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
li
@ -1266,12 +1279,47 @@ block content
br
| Andererseits wird als Folge davon bebildert, wie sich dies in einem ethischen Sinne im neuen,
| geheilten Miteinander der Menschen untereinander heilvoll auswirkt.
br
| So bringen die Vier auf der einen Ebene jemanden zur Taufe, der durch Tod und Auferstehung Jesu erlöst wird
| und nun in der Neuheit des Lebens wandeln kann und soll;
br
| auf der anderen Ebene helfen die Vier einem „Gelähmten“ ( auch als Bild mit vielfältigen Übertragungsmöglichkeiten );
br
| dabei schließt sich ein Kreis, wie dies hier auch im Mitnehmen der Liege angedeutet ist.
br
| Beide Ebenen gehören unlöslich zusammen, wie dies in der Erzählung bebildert ist.
li
| Letztlich geht es hier verbindend um alle Situationen, in denen es jemand nicht gut geht,
| jemand der Zuwendung und Hilfe bedarf, aufgerichtet werden will, ganzheitlich, soteriologisch-ethisch.
br
| Für die Jünger geht es so oder so um einen Liebesdienst an einem Menschen, der Hilfe braucht.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Der Einsatz der Vier für den, der sich selbst nicht helfen kann
h6.card-subtitle.text-muted
| Nachfolge im Dienst am Menschen
hr
ul.card-text
li
| In der Erzählung spielen die vier Männer, die den Gelähmten tragen, eine besondere
| Rolle. Die vier konnten den Gelähmten zwar nicht selbst heilen, aber sie konnten ihm
| durch ihr Handeln den Kontakt mit Jesus ermöglichen und ihm so zu einem neuen Leben verhelfen.
li
| Sie tun alles, um den Gelähmten zu Jesus zu bringen. Man muss sich ihr Handeln wirklich mal mit allem, was dazugehört,
| vor Augen stellen, um ihren Einsatz zu begreifen.
li
| Wie sich noch zeigen wird, setzten die Vier quasi in vorauseilendem Gehorsam von
| sich aus etwas um, was Jesus später über Nachfolge lehren wird: Mit ihrem unbeirrbaren,
| von Glauben erfüllten Einsatz machen sie sich zum Diener einer Existenz am Rande der Gesellschaft
| und rücken sie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit;
br
i sie helfen dem, der sich nicht selbst helfen kann.
li
| Nicht nur die Episode zuvor (→ 1,40-45), sondern das ganze Evangelium zeigt,
| wie verwandt dieses Handeln dem Handeln Jesu ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@ -1315,11 +1363,29 @@ block content
| Damit wird es aber noch schwieriger, zu sagen, was der „historische Jesus“ selbst getan hat und wollte.
br
| Dennoch können einige Hinweise, auf die wir noch stoßen werden, eine Hilfe und Leitplanke sein.
li
| Was die Erzählung von der Heilung des Auferstandenen anbelangt, werden wir uns damit anfreunden müssen,
| dass hinter ihr nicht die Erinnerung an ein wundersam-wunderbares Ereignis zu der Zeit steht,
| als Jesus vor Tod und Auferstehung auf der Erde lebte.
br
| Vielmehr ist Röm 6 hier Erzähltradition bildend wirksam geworden:
| was Taufe (nach Röm 6) bedeutet, ist hier in einer Erzählung bebildert.
br
| Diesen Gedanken muss man vielleicht erst einmal verdauen.
| Man kann das aber auch als genialen Geniestreich des Evangelisten verstehen.
| (Und es gibt noch mehr im Evangelium, aber das ist eine andere Geschichte …)
br
| Die „Wahrheit“ der Erzählung von der Heilung des Gelähmten liegt also in dem,
| wovon Röm 6 handelt:
br
| in Tod und Auferstehung Jesu einerseits, sowie darauf aufbauend in der neuen Wirklichkeit,
| die in der Taufe geschaffen ist; will weißen:
| darin, dass die Getauften dem sich nach Röm 6 mit der Taufe verbindenden Imperativ folgen: „Steh auf!“ „Richte auf!“
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die vier Erstberufenen wirken mit, dass die Schwiegermutter des Petrus ausgerichtet wird zum Dienst
| Die vier Erstberufenen wirken mit, dass die Schwiegermutter des Petrus aufgerichtet wird zum Dienst
h6.card-subtitle.text-muted
| Die Berufung der ersten Jünger und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
@ -2058,63 +2124,6 @@ block content
//-
Zur Identität der christlichen Gemeinde gehört daher: Sündenvergebung geschieht nicht
(mehr) im Tempel (der zur Zeit des Markus schon zerstört ist), sondern von Jesus her!
In der Erzählung spielen die vier Männer, die den Gelähmten tragen, eine besondere
Rolle. Die vier konnten den Gelähmten zwar nicht selbst heilen, aber sie konnten ihm
durch ihr Handeln den Kontakt mit Jesus ermöglichen und ihm so zu einem neuen Le-
ben verhelfen.
18Sie tun alles, um den Gelähmten zu Jesus zu bringen. Man muss sich ihr Handeln wirk-
lich mal mit allem, was dazugehört, vor Augen stellen, um ihren Einsatz zu begreifen.
Wie sich noch zeigen wird, setzten die vier quasi in vorauseilendem Gehorsam von
sich aus etwas um, was Jesus später über Nachfolge lehren wird: Mit ihrem unbeirrbaren,
von Glauben erfüllten Einsatz machen sie sich zum Diener einer Existenz am Rande der Gesell-
schaft und rücken sie in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit; sie helfen dem, der sich nicht selbst
helfen kann. Nicht nur die Episode zuvor (→ 1,40-45), sondern auch der weitere Verlauf der
zweiten „Woche“ zeigen, wie verwandt dieses Handeln dem Handeln Jesu ist. Zur Identi-
tät der Gemeinde soll dieses Verhalten ganz wesentlich gehören.
Auffällig ist, dass das Dach des Hauses doppelt geöffnet wird.
Bei dieser Erzählung wird immer wieder die Verbindung zwischen Krankheit und Sünde proble-
matisiert. Wenn Sündenvergebung und Heilung zusammenhängen, dann liegt doch auch ein Zu-
sammenhang von Sünde und Krankheit äußerst nahe. Ein Ausweg ist, die Lähmung ähnlich wie
auch spätere Heilungen Blinder, Tauber, Stummer symbolisch zu verstehen: Schuld kann läh-
men und ausgrenzen; wo aber Schuld vergehen ist, da komme ich wieder auf die Beine und erlan-
ge neue Bewegungsfreiheit.
//-
Erklärt sich hier nicht auch die etwas eigenwillige Sache, dass Jesus zum Gelähmten zunächst sagt: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“ denn in der Taufe geht es ja (u. a.) um Sündenvergebung.
Schließlich folgt doch noch das erwartete: „Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geht nach Hause!“ Und der Mann steht sofort auf und geht tatsächlich mit seiner Bahre weg!
Ist das ist (neben anderem, s. u.) das, was Röm 6,4b aussagt: „und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln.“ Und Röm 6,13 wird auch lebendig: Ihr seid vermittelt durch die Taufe quasi „Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind.“
Blicken wir nun auf das Handeln der vier Männer. Muss hier nicht auffallen, dass ihr Handeln doch sehr ähnlich geschildert wird wie das Handeln Gottes bei der Taufe Jesu?:
Zur Auferweckung seines Sohnes reißt Gott den Himmel auf und lässt den Geist herab, in Jesus hinein.
Zur Heilung („Rettung“!) des Gelähmten buddeln die Vier das Dach auf und lassen den Gelähmten zu Jesus hinab.
Setzen sie damit nicht auch Röm 6,4b um: „und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln.“ ( Als inhaltliche Entfaltung dessen, was das „Wandeln in der Neuheit des Lebens“ effektiv bedeutet ) Denn dieser Imperativ „so sollen auch wir …“ wird später näher spezifiziert: „Stellt eure Glieder“ sind das nicht vier? „… Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt [euch] … in den Dienst Gottes!“ (Röm 6,13)
Was aber Gott will, das wird im Evangelium insgesamt überdeutlich, so auch hier im Kontext: Dienst am Menschen, gerade an den Armen und Bedrängten, an den Kranken (wörtlich und übertragen)!
Und ist das nicht aus der Perspektive dessen, dem da geholfen wird, ein aufrichtender Dienst?
Dann aber lässt sich Röm 6,4b griffig so verstehen: Wie Gott Christus in der Auferweckung aufgerichtet hat, so sollen auch wir unsere Mitmenschen aufrichten bzw. dabei mithelfen. Genau das machen die vier: Sie vollziehen an einem Mitmenschen der als Gelähmter bzw. als Sünder am Rande der Gesellschaft lebt nach, was Gott in der Auferweckung Christi getan hat.
Damit können wir sagen: Die Aufrichtung Jesu in der Auferstehung zielt von Gott her darauf ab, dass der Mensch in einem ganz vielschichtigen Sinne aufgerichtet wird, und wir uns als solche, die an der Auferstehung Jesu durch die Taufe Anteil haben an diesem Dienst beteiligen!
Was die Erzählung von der Heilung des Auferstandenen anbelangt, werden wir uns damit anfreunden müssen, dass hinter ihr nicht die Erinnerung an ein wundersam-wunderbares Ereignis zu der Zeit steht, als Jesus vor Tod und Auferstehung auf der Erde lebte. Vielmehr ist Röm 6 hier Erzähltradition bildend wirksam geworden: was Taufe (nach Röm 6) bedeutet, ist hier in einer Erzählung bebildert.
Diesen Gedanken muss man vielleicht erst einmal verdauen. Man kann das aber auch als genialen Geniestreich des Evangelisten verstehen. (Und es gibt noch mehr im Evangelium, aber das ist eine andere Geschichte …)
Die „Wahrheit“ der Erzählung von der Heilung des Gelähmten liegt also in dem, wovon Röm 6 handelt: in Tod und Auferstehung Jesu einerseits, sowie darauf aufbauend in der neuen Wirklichkeit, die in der Taufe geschaffen ist; will weißen: darin, dass die Getauften dem sich nach Röm 6 mit der Taufe verbindenden Imperativ folgen: „Steh auf!“ „Richte auf!“
Anzumerken ist, dass das „Geh nach Hause!“ auch symbolisch gemeint ist und nicht das eigene Haus auf Erden meint, vielmehr auch wenn ich die genauere Begründung hier schuldig bleiben muss den Himmel, das Reich Gottes meint, analog wie könnte es anders sein zu Röm 6: „Wenn wir nämlich Christus gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.“ ein Blick in die Zukunft; davor liegt der Weg der Nachfolge: „der Weg nach Hause“.
Wenn nun hinter der Wahrheit der Heilung des Gelähmten Röm 6 steht, dann können wir auch verstehen, wieso das Sich-Erheben des Gelähmten Beleg dafür sein soll, „dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“ (Mk 2,10): Gedacht ist daran, dass vor allem dann nach Ostern Menschen tatsächlich in dem Sinne auf-er-standen sind, dass sie ein anderes, neues Leben führen: Menschen, für die die Taufe tatsächlich die Schwelle in ein neues Leben war: ein Leben im Dienst Gottes, der in Christus Jesus gekommen ist, den Menschen aufzurichten.
//-
.card.mb-1.konzentr-7
.card-body.gliederung