Update Mk/Leben
Adam-Christus-Parallele Gesetzesproblematik Rolle Mk 1,14-15 im Evmaster
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| Nicht nur hat Jesus die Versuchung bestanden,
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| auch die Vielen kehren um, wenden sich also vom Satan ab, und lassen sich taufen.
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| Insofern in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu dessen Gehorsam (gegenüber dem Geist – mit dem er später taufen wird: Umkehrung der Verhältnisse → Erniedrigung)
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| in einem soteriologischen Sinne
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| gemäß Phil 2,8 („erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“) vergegenwärtigt wird,
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| ist im Hinblick auf die Vielen, die in der Taufe ein neues Leben beginnen,
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| besonders an
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span.bibelstelle Röm 5,12-21
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| zu denken (→ Adam-Christus-Parallele):
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| 12 Wie durch <i>einen einzigen Menschen</i> die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu <i>allen Menschen</i> gelangte, weil <i>alle sündigten</i> –
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| 14 ... gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.
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| 15 Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade;
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| sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen,
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| so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden.
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| 16 Und anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe:
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| Denn das Gericht führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung.
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| 17 Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,
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| so werden erst recht diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
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| 18 Wie es also durch die Übertretung <i>eines Einzigen für alle Menschen</i> zur Verurteilung kam,
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| so kommt es auch durch die gerechte <i>Tat eines Einzigen für alle Menschen</i> zur Gerechtsprechung, die Leben schenkt.
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| 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
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| so werden auch <b><i>durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht</i></b> werden.
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| Wie aber im Erzählzusammenhang Jesus <i>nach</i> seiner Taufe versucht wurde,
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| Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“)
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| und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde,
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| spiegelt sich im Dienst der Engel.
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| spiegelt sich im Dienst der Engel,
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| erzählerisch im Sinne von Phil 2,8-10 stimmig <i>nach</i> Erniedrigung/Gehorsam (Bestehen der Versuchung) erzählt.
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| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt,
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| damit der die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen.
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| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen.
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| Das „Freikaufen“ (Gal 4,5) von Unterdrückung ist auch in Jes 52,3 thematisiert;
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| Die Aussagen zum jüdischen Gesetz, die sich bei Paulus finden und die Markus nun beginnt aufzunehmen,
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| müssen im größeren Kontext der Rechtfertigungslehre verstanden werden;
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| knapp gesagt geht es um die Frage, die ein Mensch gültig in den Bund mit Gott einritt:
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| durch den Glauben an Jesus Christus (der durch seinen Tod am Kreuz zum Gottesknecht nach Jes 52,13-53-12 geworden ist) oder durch
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| das Tun der Vorschriften des jüdischen Gesetzes.
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| knapp gesagt geht es um die Frage, worauf der Bund zwischen Gott den Menschen gründet:
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| auf dem Glauben an Jesus Christus (der durch seinen Tod am Kreuz zum Gottesknecht nach Jes 52,13-53-12 geworden ist) oder auf der Verpflichtung
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| auf das jüdischen Gesetzes und damit einhergehend das Tun aller darin enthaltenen Vorschriften.
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| Warum sich beide Möglichkeiten ausschließen, wird noch zu zeigen sein (dazu geben andere Stellen im Markus-Evangelium eine bessere Gelegenheit).
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| Dass sich beide Möglichkeiten ausschließen und warum sie dies tun, ist ein Spezifikum der paulinischen Sichtweise der Kreuzigung Jesu.
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| Grundlegend äußert sich Paulus in
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span.bibelstelle Gal 2,10-14
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| dazu; durch das Sichtwort „freikaufen“ ist diese Stelle mit Gal 4,4-5 verbunden – Gal 2,10-14 ist notwendig zu assoziieren,
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| zumal in Mk 1,12-13 („Wüstensendung“), wo der Freikauf erzählt wird, das Kreuz angespielt wird („gehorsam bis zum Tod am Kreuz“):
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q.bibeltext
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| 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch.
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| Denn geschrieben steht:
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q Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt.
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| (Dtn 27,26).
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| 11 Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig, denn:
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q Der aus Glauben Gerechte wird leben.
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| (Hab 2,4)
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| 12 Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt:
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q Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben.
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| (Lev 18,5)
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| 13
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i Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
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| denn es steht geschrieben:
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q
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i Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.
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| (Dtn 21,23 – Zur Zeit Jesu auch auf die Kreuzigung bezogen)
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| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird,
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| damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben.
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| Die Zurückweisung des jüdischen Gesetzes durch Paulus machte es notwendig, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des jüdischen Gesetzes zu geben;
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| So erklärt sich auch, warum Markus in Mk 1,14-15 – mit der Taufe als Mitte der konzentrischen Gliederung –
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| zum <i>Glauben an das Evangelium</i> (von Jesu Tod und Auferstehung) aufruft.
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| Mk 1,14-15 und seine Rolle im Markus-Evangelium
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h6.card-subtitle.text-muted Beginn des Zeitalters des Glaubens – Ende des Zeitalters des Gesetzes – Trigger für den Freikauf
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li Mk 1,14-15 markiert den Beginn eines neuen Zeitalters: „die Zeit ist erfüllt“.
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li Dies ist wird in Mk 1,14-15 mit dem Nahegekommensein der Königsherrschaft Gottes inhaltlich näher bestimmt.
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| Aber auch der Aufruf zum Glauben spielt aufgrund der Bezüge zum Galaterbrief wesenhaft eine Rolle (mehr als sonst angenommen):
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| Mk 1,14-15 markiert – vor dem Hintergrund der Ausführungen des Paulus zur Rechtfertigung (vor allem) im Galaterbrief –
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| den <i>Beginn des Zeitalters des Glaubens</i>.
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| Dies bedeutet – nach Gal notwendig – gleichzeitig das <i>Ende des Zeitalters des Gesetzes</i>.
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| Insofern triggert Mk 1,14-15 rückwärtig in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu (Mk 1,12-13)
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| den Freikauf vom jüdischen Gesetz bzw. vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5(-6); 3,13(-14) im Kreuzestod Jesu,
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| was dann auch das Gegenüber von Mk 1,12-13 inhaltlich bestimmt, sowie alle Erzählungen
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| am unteren Ende der jeweiligen konzentrischen Gliederung, bei denen Mk 1,12-13 bzw. Mk 1,14-15 (Teil der) Mitte der konzentrischen Gliederung ist.
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| Ist Mk 1,14-15 (allein) Mitte der konzentrischen Gliederung, ist Mk 1,12-13 die eine Flanke, Mk 1,16-20 – die Berufung der ersten Jünger –
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| die andere Flanke; dass in Mk 1,12-13 der Freikauf getrigggert ist, ist in Mk 1,16-20 zu berücksichtigen.
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| Weiterhin wird der Freikauf vom Gesetz in allen Erzählungen getriggert – sofern inhaltich möglich (Kreuz!) –,
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| die Mk 1,14-15 in einer konzentrischen Gliederung gegenüber stehen.
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| Es geht vielmehr um die Anfälligkeit des Menschen – auch das erlösten Menschen – für die Sünde;
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| sachgerecht mit also „Begehren des Fleiches“ das „Versuchtwerden durch Satan/die Sünde“ in einem allgemeinen und umfassenden Sinn.
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| sachgerecht meint also „Begehren des Fleiches“ das „Versuchtwerden durch Satan/die Sünde“ in einem allgemeinen und umfassenden Sinn.
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| Man kann sich Gal 5,17 sehr gut wie in Zeichentrickfilmen dargestellt vorstellen:
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