Überarbeitung Mk/Andrang

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Peter Fischer 2022-10-08 11:17:10 +02:00
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h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergstellt</q> h5.card-title Die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand: <q>wiederhergestellt</q>
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 3,1-6 h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 3,1-6
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@ -180,23 +187,24 @@ block content
| Der ehedem Aussätzige verkündet (seine Heilung) | Der ehedem Aussätzige verkündet (seine Heilung)
br br
| Leute kommen „von überallher“ zu Jesus (Herkommen) | Leute kommen „von überallher“ zu Jesus (Herkommen)
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr div.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
br | 7 Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
| Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
br | Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach.
| Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon br
| kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat. | Auch aus Judäa, 8 aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
br | kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
| 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. p.card-text.konzentr-1.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
br | 9 Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
| 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern.mb-0
br | 10 Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
| 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: br
br | 11 Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien:
q Du bist der Sohn Gottes! br
br q Du bist der Sohn Gottes!
| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten. p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr.abschnitt_intern
| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
@ -230,17 +238,17 @@ block content
li li
| Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies. | Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies.
li li
| Dann aber ist die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“! | Dann aber wäre die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
p.card-text p.card-text
| Man könnte als Ausweg geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen. | Man könnte als Ausweg geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen.
br br
| Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang für sich | Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang der Aussätzigenerzählung für sich
| nimmt und nicht das Ende , wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten | nimmt und nicht das Ende , wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten
| deutlich wird: | deutlich wird:
br br
| Der erste Teil der Aussätzigenerzählung <i>muss</i> quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein. | Der erste Teil der Aussätzigenerzählung <i>muss</i> quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein.
p.card-text.mb-0 p.card-text.mb-0
| Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf sich mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden: | Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
ul.card-text ul.card-text
li li
| Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“. | Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“.
@ -253,7 +261,7 @@ block content
li li
| Hinzu kommt, als Stütze: | Hinzu kommt, als Stütze:
br br
| Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete. | Die Aussätzigenerzählung bildete das untere Ende jener konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
p.card-text p.card-text
| Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten, | Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten,
| dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet, | dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet,
@ -273,6 +281,211 @@ block content
br br
| Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist). | Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist).
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h5.card-title
q Jesus zog sich ... zurück
hr
ul.card-text
li
| Der Rückzug Jesu erscheint als Folge des unmittelbar vorausgehenden Tötungsbeschlusses durch die Pharisäer und Anhänger des Herodes.
li
| Gleichzeitig ist er Kontrast zur Verkündigungstätigkeit in „ganz Galiläa“ (Mk 1,39) sowie Parallele zum Rückzug nach der Heilung
| des Aussätzigen und aufgrund dessen Verkündigungstätigkeit (Mk 1,45);
br
| der Rückzug Jesu steht also auch in besonderem Bezug zu den beiden gegenüberliegenden Teilen der erweiterten Mitte.
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h5.card-title
q
| Jesus zog sich
i mit seinen Jüngern an den See
| zurück
hr
ul.card-text
li
| Der See war Ort der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20) sowie von Verkündigung (Mk 2,13) und wieder Berufung (MK 2,14),
br
| ist also neben anderem ein besonderer Ort für das Jüngersein;
br
| die Überfahrten der Jünger über den See mit ihren Schwierigkeiten und die diesbezüglichen Dialoge werden dies bestätigen.
li
| Auch die Gleichnisrede <i>auf dem See</i> (Mk 4,1-34) mit eingeschobener Jüngerbelehrung wird dies unterstreichen.
li
| Der Rückzug Jesu <i>mit den Jüngern</i> ist ein Motiv, das ab hier noch öfter begegnet und immer einer besonderen Unterweisung der Jünger dient,
| die zu Insidern der Lehre Jesu werden sollen, während andere „draußen“ sind (und bleiben wegen ihrer Ablehnung Jesu).
li
| Hierzu passt auch das Schweigegebot am Ende der Erzählung angesichts des „Bekenntnisses“ der Dämonen, das auch die Person Jesu (noch)
| mit dem Charakter des Geheimnisvollen umgibt.
li
| Wichtig ist aber festzuhalten, dass der Rückzug Jesu allein oder mit den Jüngern meist gar nicht funktioniert
| und grundsätzlich immer nur temporär ist, nie absolut, weil das Evangelium weiter geht mit weiteren Episoden und Jesu Dasein für die Vielen.
br
| Erst der Tod Jesu wird einen „Rückzug“ Jesu ganz eigener Art bedeuten, durch den er dann aber wirklich universell als Auferstandener
| da sein kann durch seine Jünger;
br
| dazu zieht er sich vor seinem Tod mit ihnen zurück, belehrt sie und beauftragt sie schließlich zum Stellvertreterdienst
| (→ nächste Erzählung: Berufung der Zwölf und deren perspektivische Aufgabe!).
li
| Für die Lehre Jesu die bisher verschwiegen wurde, vielmehr nur indirekt für den „sehenden Leser“ erschließbar ist
| und zu der auch das „Geheimnis um die Person Jesu“ gehört , gilt schließlich, dass sie grundsätzlich keine „Geheimlehre“ ist,
| dass sie vielmehr öffentlich verkündigt werden soll (vgl. auch Mk 4,22);
br
| darin unterscheidet sich das Christentum von anderen religiösen Gruppierungen (Qumran, Mysterienkulte).
br
| Dennoch wird es immer! solche geben, die „drinnen“ sind (verstehend nachfolgen), und solche, die „draußen“ sind
| (Jesus ungläubig und ihn nicht verstehend ablehnen).
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h5.card-title
| Von einem Neuansatz, der über sich hinaus verweist
hr
ul.card-text
li
| Bisher war das Zusammenkommen Vieler bei Jesus immer positiv und quasi Einleitung zu Verkündigung, Berufung und/oder Heilung.
li
| Dieses Moment fehlt hier, obwohl doch gerade hier besonders viele Menschen zusammenkommen, „aus allen Landen“ könnte man sogar sagen.
li
| Mehr noch: Der Wunsch Jesu, sich mittels eines Bootes vor dem Andrang und den Berührungen zu retten, steht in eigenwilligem Kontrast
| zum bisherigen Dasein Jesu für die Vielen einerseits und im Speziellen zur Berührung des Aussätzigen und später auch der blutflüssigen Frau
| in Mk 5,25-35 andererseits, wobei diese Berührungen in gewissem Gegensatz zu hier stets positiv konnotiert sind.
li
| Auch hier können die Berührungen an sich daher nicht wirklich negativ belegt sein;
br
| es scheint einfach die schiere Menge zu sein,
| die hier ein Problem ist.
li
| Die Erzählung bricht gerade im Vergleich mit anderen auch irgendwie ab und lässt die Menge letztlich unbefriedigt zurück.
br
| Die nächste Erzählung geht dann auch mit einem impliziten wie radikalen Ortswechsel einher: Jesus ist nun nicht mehr am See, sondern
| steigt auf einen Berg.
li
| Zu beachten ist aber, dass diese unmittelbar folgende Erzählung
| jene ist, in der Jesus die Zwölf bestellt, damit diese später genau wie er
| verkünden und Dämonen austreiben:
br
| Jesus setzt Multiplikatoren ein!
li
| Die Erzählung vom Andrang der überaus Vielen scheint genau dazu die Vorbereitung zu sein,
br
| die Einsetzung der Multiplikatoren die Antwort auf den großen, von Jesus allein nicht zu bewältigenden Andrang.
li
| Zu sehen ist auch, dass Jesus während der ganzen Andrangserzählung nur defensiv reagiert (Bootbereitstellung, Schweigegebot),
br
| während die Berufung der Zwölf zwar im genannten Sinne auch eine Reaktion Jesu auf den Andrang ist,
| aber eine offensive, die Zukunft in den Blick nehmende.
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h5.card-title
q
| Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan
| und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Die ganze Welt sucht das in Jesus gekommene Heil
hr
ul.card-text
li
| Der Andrang übertrifft den Andrang bei Johannes dem Täufer um Längen
br
| und verbindet sich mit der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung:
ul.card-text
li
| Die Menschen aus Galiläa sind mit dem Ziehen Jesu durch ganz Galiläa in Mk 1,39 zu verbinden hier als „Einsammlungsbewegung“ vorgestellt;
br
| die Berufung der ersten Jünger <i>am See</i> zu <i>„Menschenfischern“</i> wird präsent.
br
| Für die Menschen aus Galiläa wird explizit von „Nachfolge“ gesprochen:
br
| sie hat Jesus von Mk 1,39 her offenbar nicht nur im Schlepptau im Sinne des Nachlaufens, sie sind so ist angedeutet direkt
| in die Nachfolge im Sinne des Jüngerseins eingetreten.
li
| Die anderen genannten Menschen und Gegenden verbinden sich mit den „Leuten von überallher“ in Mk 1,45.
li
| Insgesamt ist festzuhalten:
br
| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her:
br
| es sind <i>„die Vielen“</i> in einem ganz umfassenden Sinn;
br
| und dies ist in Beziehung zu setzen mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
br
| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) <i>Vielen</i> Anteil haben.
li
| Mit der Erwähnung von Tyrus und Sidon also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden
| als Herkunftsorte der zu Jesus strömenden Massen wird die Heiden-Thematik,
| die schon in vorherigen Erzählungen präsent gewesen ist (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik),
| explizit aufgegriffen.
li
| Markus suggeriert damit:
br
i Die ganze Welt sucht die Erlösung, das durch Jesus in die Welt gekommen ist;
br
| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die nach Anteilhabe an der Erlösung in Christus streben.
br
| Offenbar ist jene Heilung, die Jesus ermöglicht, so wird implizit ausgedrückt in niemandem anderem als Jesus zu finden.
li
| Zu erinnern ist an dieser Stelle, dass die Heilung des „Aussätzigen“ mit der erzählerischen „Befolgung“ des jüdischen Gesetzes
| durch Jesus
span.bibelstelle Gal 4,4-5
| vergegenwärtigt:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau
br
i und dem Gesetz unterstellt,
br
i damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.
br
| Damit ist zum einen die Befreiung vom tödlichen Fluch des Gesetzes im Kreuzestod Jesu ausgedrückt,
br
| zum anderen aber insgesamt das Ende des Zeitalters des jüdischen Gesetzes,
| was gesetzesfreie Heidenmission ermöglicht:
br
i in Christus steht </i>allen<i> das Tor zur Gottes-Sohnschaft offen!
br
| Und es strömen die Massen herbei, auch aus dem Heidentum.
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h5.card-title
q ... als sie hörten, was er tat
hr
ul.card-text
li
| Mit diesem Teilsatz werden die Taten Jesu bisher rekapituliert, besonders von
span.bibelstelle Mk 1,21-28
| an,
| hatte es dort nach der ersten Dämonenaustreibung doch explizit geheißen:
br
q.bibeltext
| Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.
br
| Eine weitere wichtige Station im Evangelium ist die Verkündigung des ehedem Aussätzigen „bei jeder Gelegenheit“ (Mk 1,44),
| was schon in der dortigen Erzählung das Kommen der „Leute von überallher“ mit sich brachte, ohne Einschränkung auf Galiläa
| diese Episode steht jetzt in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung.
li
| Von den in der aktuellen Erzählung hervorgehobenen Berührungen zur Heilung her fällt natürlich bei dem, was die vielen hörten
| und was sie zum Kommen veranlassten,
| der Blick in besonderer Weise
| auf die heilende Berührung des Aussätzigen durch Jesus.
li
| Bemerkenswert ist, dass die Verkündigung der Taten Jesu bisher durch unautorisierte Personen geschah,
br
| die Auswahl der Zwölf findet erst in der nächsten Erzählung statt, deren Aussendung sogar noch später.
br
| Dahinter könnte eine gewisse Relativierung der Zwölf bzw. der explizit autorisierten Verkündiger insgesamt stehen,
br
| wird doch erfolgreiche Verkündigung erzählt, <i>genau bevor</i> die amtliche Beauftragung dazu in Blick kommt.
p.small
| Eine gewisse Parallele dazu findet sich in Mk 9,38-40, als die Jünger Jesus auf einen fremden Wundertäter hinweisen,
| der im Namen Jesu Dämonen austreibt, und Jesus explizit Reglementierung verbietet.
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h5.card-title h5.card-title
@ -291,54 +504,128 @@ block content
br br
| vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch: | vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch:
br br
| Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben. | Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich (→ Tod am Kreuz) und gibt ihnen dafür sein Leben.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q ... und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
h6.card-subtitle.text-muted Andrang auch aus den heidnischen Gebieten
hr
ul.card-text
li li
| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her; | Dies wird auch für Heiden in gewisser Weise, nämlich aus jüdischer Perspektive, auch „Aussätzige gelten.
br
| es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn:
br
| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
li
| Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Thematik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik);
br
| hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden
| diese Thematik explizit aufgegriffen;
br
| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben.
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h5.card-title h5.card-title
q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde. q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
h6.card-subtitle.text-muted Vorbereitung der Wahl der Zwölf h6.card-subtitle.text-muted Anspielung auf Jesu Tod zum Heil der Vielen Vorbereitung der Wahl der Zwölf
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht, | Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht,
| ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen. | ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen.
li
| Deutlich soll wohl werden: einer allein schafft das nicht;
br br
| damit ist die Bestellung der Zwölf und ihrer perspektivischen Sendung in der nächsten Erzählung vorbereitet. | Der Andrang als solcher, der Wunsch, an die durch Jesus vermittelte Heilung zu kommen, ist allerdings als legitim zu betrachten (s. o.).
li
| Was die Einheitsübersetzung mit „an ihn herandrängten“ übersetzt, heißt eigentlich „auf ihn stürzten“ eine recht drastische Formulierung (Mk 3,10);
br
| im Gegenzug ist das „Erdrücktwerden“ eigentlich ein „Bedrängtwerden“ (Mk 3,9);
br
| der Andrang bringt Jesus also in Bedrängnis, weil man sich regelrecht auf ihn stürzt: das „Erdrücktwerden“ steht durchaus im Raum.
li
| Es scheint dieser brachiale Andrang zu sein, der Jesus zu einem Ausweichmanöver zwingt,
| will er nicht (schon) hier sein Leben lassen.
li li
| Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden; | Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden;
br br
| den Jesus wird ja tatsächlich dann am Kreuz sein Leben für die Vielen lassen; | denn Jesus wird ja tatsächlich dann am Kreuz sein Leben für die Vielen lassen;
br br
| darauf soll hier sicher angespielt werden, | darauf soll hier sicher angespielt werden,
br br
| nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt. | nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt erzählerisch wird es aber angedeutet.
li li
| In diesem Sinne wird es dann den Dienst der in der nächten Erzählung bestellten Zwölf | Hier passt auf eigenwillige Weise auch die Szenerie „am See“,
| (und weiterer) nach Ostern dann auch <i>notwendig</i> brauchen. | ist das Wasser doch durchaus „Ort des Todes“, wie dann auch die Überfahrten über den See zeigen;
br
| vgl. auch die Taufsymbolik (→ Hineinsteigen in das Wasser: Tod; Heraussteigen → (Anteil an) Auferstehung).
br
| Jesus steht hier quasi mit dem Rücken zum See, und es fehlt nicht mehr viel, dass man ihn im Eifer des Gefechts hineindrängt und er dabei umkommt.
li
| Das hier bereitgestellte Boot wird Jesus erst in Mk 4 zur Gleichnisrede nutzen;
br
| er nutzt es, um vom See aus für die vielen Menschen da sein zu können, die alle ihn hören wollen.
br
| Hier gibt es eine bemerkenswerte Parallele zu Tod und Auferstehung Jesu,
| denn erst dadurch wird Jesus dann in einem umfassenden Sinn für <i>alle</i> Menschen da sein können,
br
| erst sein Tod und seine Auferstehung eröffnen den Weg auch in die Heidenwelt, die hier bereits „anklopft“.
br
| Zu bedenken ist hier auch: Das Boot ermöglicht ein Überleben auf dem Wasser; ohne dieses versinkt man in den Fluten und stirbt.
br
| Vielleicht ist also das Boot auf dem See, das hier bereitgestellt und später genutzt werden wird,
| unter Berücksichtigung der Verbindung See → Wasser → Tod von tiefer Symbolik und zeigt mit seiner unmittelbaren Todesnähe an,
| dass Jesus sterben und auferstehen muss, um dann tatsächlich für alle Menschen da sein zu können.
li
| In diese Betrachtung passen auch andere Beobachtungen am Text:
ul.card-text
li
| In der vorausgehenden Erzählung ist der Todesbeschluss der Pharisäer und Herodesanhänger ausgesprochen.
li
| In der Erzählung selbst wird der Tod Jesu nicht nur durch die von Jesus erlebte Bedrängnis gegenwärtig,
| sondern auch im Schweigegebot an die Dämonen,
ul.card-text
li
| das daran erinnert, dass Jesus den Dämonen voraus ins Verderben gegangen ist,
| um diese ins Verderben zu stürzen,
li
| und daran anknüpft, dass Jesus auch dem geheilten „Aussätzigen“, mit dem
| Jesus einen (für ihn tödlichen) Austausch vollzogen hat, ein Schweigegebot auferlegt hat.
li
| Die Erzählung ist konzentrisch gegliedert um die Bootbereitstellung aufgrund der Befürchtung Jesu, erdrückt zu werden.
br
| Wie sich die inneren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen es ist jeweils vom starken Andrang bis hin zur Bedrängnis die Rede ,
| müssen sich den Gesetzen der Konzentrik folgend auch die äußeren Elemente um die Mitte inhaltlich entsprechen.
br
| Beiden Rückzug wie Schweigegebot wohnt ein Moment des Geheimnishaften inne, insofern beides ein Gegengeschehen
| zu einer breiten Öffentlichkeit ist.
br
| Wie aber das Schweigegebot wie gerade in Erinnerung gerufen den Tod Jesu am Kreuz in der Erzählung präsent macht,
| so legt es sich auch beim Rückzug Jesu nahe, diesen mit dem Tod Jesu im Horizont zu verbinden:
ul.card-text
li
| Der Rückzug Jesu kann als Reaktion auf den Todesbeschluss interpretiert werden;
li
| dass er an den See (→ Wasser → Tod) geschieht, könnte die Todesbezogenheit des Rückzugs unterstreichen;
li
| gleichzeitig kann mit Blick auf die Mitte der konzentrischen Gliederung der Rückzug in Verbindung gebracht werden mit
| dem „Aussätzig“-Gewordensein durch die heilende Berührung des „Aussätzigen“ und damit (auch) von daher den Tod Jesu im Horizont haben,
br
| verstärkt noch dadurch, dass ein analoges Handeln Jesu in der erweiterten Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt wird.
| Jedenfalls ist wahrscheinlich, dass der Rückzug Jesu an den See mit dessen Tod in Verbindung zu sehen ist,
| wird der Rückzugsort doch zum Ort der von Jesus erlebten Todesbedrängnis.
li
| Als Rahmung der Erzählung ergeben sich (also) mit Rückzug Jesu am Anfang und Schweigegebot an die Dämonen am Ende Verweise
| auf den Tod Jesu;
br
| die Mitte der Erzählung stellt die Todesangst Jesu vor Augen, die ihn ein Boot ein Überleben auf dem Wasser des Todes für sich bereitstellen lässt.
li
| Auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Tod Jesu gegenwärtig im „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“,
| der auf all jene, die hier Jesus berühren, zu applizieren ist.
li.small
| Schließlich passt auch die Symbolik des Auf-den-Berg-Steigens zu Beginn der nächsten Erzählung gut dazu,
| kann man darin doch die Auferstehung Jesu angedeutet sehen; siehe dort.
li
| Von hieraus fällt ein interessanter Blick auf die nachfolgende Bestellung der Zwölf, die später die Tätigkeit Jesu als eigene Tätigkeit übernehmen sollen:
ul.card-text
li
| Zum einen ist es der große Ansturm, der von Jesus allein nicht zu bewältigen ist,
| der zur Berufung der Zwölf und ihrer perspektivischen Aussendung führt.
li
| Zum anderen ist gleichzeitig aber vom See des Todes und vom Berg der Auferstehung her die Zeit nach Ostern im Blick,
| in der Jesus als Auferstandener <i>durch seine Gesandten</i> in der Welt verkündigend und heilend gegenwärtig ist und bleibt.
li
| <i>Beides</i> liegt im Fokus des Evangelisten.
li
| Eine gewisse Analogie zum Zurückschrecken Jesu vor dem Tod aufgrund/zugunsten der Vielen in der vorliegenden Erzählung
| findet sich in der Getsemani-Erzählung, in der Jesus angesichts des nun unmittelbar vor ihm liegenden Weges ans Kreuz
| etwas zurückschreckt, sich aber doch ganz in den Willen Gottes fügt.
br
| Wie es in der Getsemani-Erzählung die sich auflösende Gegenüberstellung „mein Wille dein Wille“ gibt,
| so wird in Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung der Wille Jesu zur Heilung des „Aussätzigen“ explizit herausgestellt.