Bearbeitung Mk/Andrang

master
Peter Fischer 2022-09-08 10:18:31 +02:00
parent 85ccd471e2
commit 7a3b90343c
1 changed files with 146 additions and 1 deletions

View File

@ -197,3 +197,148 @@ block content
q Du bist der Sohn Gottes!
br
| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Anmerkungen zu dieser eigenwilligen konzentrischen Gliederung
h6.card-subtitle.text-muted Warum nicht mit der ganzen Erzählung von der Heilung des Aussätzigen verbinden?
hr
p.card-text.mb-0
| Es scheint auf den ersten Blick nahezuliegen, die vorliegende Erzählung vom Andrang der Menschen mit
| der ganzen Erzählung von der Heilung des Aussätzigen zu verbinden und nicht nur mit der oberen Hälfte:
ul.card-text
li
| Das Kommen der vielen Menschen aus den vielen Gegenden ließe sich verbinden mit dem Kommen der Leute
| „von überallher“ am Ende der Aussätzigenerzählung.
li
| Die vielen Menschen aus den vielen Gegenden kommen, weil sie gehört haben, was Jesus tut
| dies ließe sich verbinden mit der Verkündigungstätigkeit des ehedem Aussätzigen.
li
| Der (misslungene) Rückzug Jesu mit den Jüngern an den See kann in Beziehung gesetzt werden zum
| (durchbrochenen) Rückzug Jesu in „einsame Gegenden“.
p.card-text.mb-0
| Gleichzeitig muss allerdings gesehen werden, dass diese vollständige Verbindung schlicht nicht machbar ist:
ul.card-text
li
| Die nächste Mitte einer konzentrischen Gliederung wäre dann die Einleitung der Heilung des Gelähmten in Mk 2,1-2;
br
| doch diese <i>muss</i> mit der Episode „Jesus und seine Angehörigen“ in Mk 3,20-21 verbunden werden,
br
| weil die Formulierungen einfach sehr klar analog sind.
li
| Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies.
li
| Dann aber ist die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
p.card-text
| Man könnte als Ausweg geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen.
br
| Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang für sich
| nimmt und nicht das Ende , wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten
| deutlich wird:
br
| Der erste Teil der Aussätzigenerzählung <i>muss</i> quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein.
p.card-text.mb-0
| Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf sich mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
ul.card-text
li
| Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“.
br
| Verkündigen ist (am Ende) die Tätigkeit des ehedem Aussätzigen, und die Heilung des Aussätzigen davor kann als
| Dämonenaustreibung verstanden werden.
br
| Kurzum: Die Apostel sollen <i>beide</i> Dimensionen als Tätigkeit übernehmen, von denen in der Aussätzigenerzählung
| erzählt wird, nicht nur die Tätigkeit aus einer der beiden Hälften.
li
| Hinzu kommt, als Stütze:
br
| Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
p.card-text
| Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten,
| dass die Andrangerzählung mit einem Schweigegebot endet,
br
| und die Aussätzigenerzählung am sinnvollsten da geteilt wird, wo das Schweigegebot ausgesprochen wurde,
| dieses selbst zum ersten Teil rechnend.
p.card-text
| Auffallen muss auch, dass die Andrangerzählung zu Beginn jene Menschen erwähnt, die Jesus aus Galiläa folgen;
br
| man kann die Mitte der konzentrischen Gliederung nach oben erweiternd (Mk 1,39) darin jene sehen,
| die Jesus bei seinem Ziehen durch ganz Galiläa quasi eingesammelt hat.
p.card-text
| Damit gibt es in der Andrangerzählung Bezüge nicht nur zur (ganzen) Aussätzigenerzählung, sondern auch zur Episode davor.
br
| Gleichzeitig macht das Gegenüber von Mk 1,39 und Mk 1,45 deutlich, dass diese beiden Episoden sich
| in der konzentrischen Gliederung gegenüber stehen wollen und nicht selber als (direkter) Teil der Mitte gedacht sind.
br
| Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q ... an ihn herandrängten, um ihn zu berühren
h6.card-subtitle.text-muted Berühren als Besonderheit
hr
ul.card-text
li
| Dieser Erzählzug verbindet sich klar mit der heilenden Berührung des Aussätzigen durch Jesus.
br
| Was dort dazu geschrieben wurde, ist hier mitzubedenken.
li
| Deutlich soll also werden: Jesus bleibt das Leid der Menschen nicht fern,
br
| er berührt sie aber auch nicht einfach nur (symbolisch),
br
| vielmehr kommt es zu einem heildenden Austausch:
br
| Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q ... und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
h6.card-subtitle.text-muted Andrang auch aus den heidnischen Gebieten
hr
ul.card-text
li
| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her;
br
| es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn:
br
| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
li
| Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Themaik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik);
br
| hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden
| diese Thematik explizit aufgegrifen;
br
| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
h6.card-subtitle.text-muted Vorbereitung der Wahl der Zwölf
hr
ul.card-text
li
| Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht,
| ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen.
li
| Deutlich soll wohl werden: einer allein schafft das nicht;
br
| damit ist die Bestellung der Zwölf und ihrer perspektivischen Sendung in der nächsten Erzählung vorbereitet.
li
| Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden;
br
| den Jesus wird ja tatsächlich dann am Kreuz sein Leben für die Vielen lassen;
br
| darauf soll hier sicher angespielt werden,
br
| nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt.
li
| In diesem Sinne wird es dann den Dienst der in der nächten Erzählung bestellten Zwölf
| (und weiterer) nach Ostern dann auch <i>notwendig</i> brauchen.