Verbesserung Mk/Mir nach

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Peter Fischer 2021-10-17 22:19:14 +02:00
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li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
br
span.small In besonderer Weise verbindet sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
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br
| Als Sprachspiel:
br
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesus) (nach-)geht.
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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@ -202,7 +202,7 @@ block content
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
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li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sofort“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
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li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
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| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
br
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
br
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br
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
| (→ Röm 6,11).
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
li.small
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
br
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
br
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
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h5.card-title
| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
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| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
| dadurch
| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
br
| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
br
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
li
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
br
| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu fast anachronistisch auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
li
| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
ul.card-text
li
| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine in Mk 1,9-11 auch angedeutete Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
li
| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
li
| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
li
| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor also nicht auf die Auferstehung,
| sondern seine „Herkunft“ , stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
li
| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
| auf den sog. „Philipperhymnus“
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
br
span.small
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
li
| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seine „persönliche Komfortzone“ verlassen hat,
| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
li
| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert das macht sein Kontext deutlich , um den Christen zu veranschaulichen,
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
br
span.small
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
| gegenüberliegen.
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h5.card-title
| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
h6.card-subtitle.text-muted
| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
hr
ul.card-text
li
| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
br
| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
br
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
br
| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
li
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
br
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge, durch ihr Sohn-Gottes-Werden aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
br
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
br
| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
| und treten in den Dienst Jesu.
li
| Nun muss auffallen, dass Markus erwähnt, dass auch Jesus, um sich von Johannes „taufen“ zu lassen, seine Heimat (Nazaret in Galiläa)
| verlassen hat. Doch muss man hier noch tiefer sehen!
| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
br
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
br
| Im darin enthalteten „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seinen Vater verlassen hat, um Mensch zu werden: auch er hat auf „Haben“ verzichtet
| und ist ein Diener, ein Sklave geworden;
br
| dieser Hymnus wird von Paulus überliefert, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
br
i So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt.
| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
li
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
br
i
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
br
span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
br
| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
br
| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer beispielhafter! Weise Jesus nach.
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h5.card-title
| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
h6.card-subtitle.text-muted
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
hr
ul.card-text
li
| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
br
| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
li
| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
br
i
| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
@ -402,6 +511,84 @@ block content
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
p.card-text.slide
i
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
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h5.card-title
| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 6 als Vorbild
hr
p.card-text
| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
ul.card-text
li
| Als Fortsetzung des Satzes
br
q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
br
q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
li
| Doch es heißt:
br
q
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
li.small
| Erst später wird es heißen:
br
q
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
br
| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
li
| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
br
q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
li
| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
li
| Dagegen betont Paulus durchaus mit einem mahnenden Ton :
br
| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
br
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
br
| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde für Gott leben“.
li
| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
br
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
| in der Nachfolge Jesu.
li.small
| Bei beiden begegnet aus diesem Grund der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene der ja wirklich schon am Ziel ist
| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
br
| für sie wäre
| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg auf dem er schon
| die Versuchung bestanden hat zum Vorbild geworden ist.
br
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
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@ -519,12 +706,30 @@ block content
hr
ul.card-text
li
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
li
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
ul.card-text
li
| Damit ist von der Mitte der konzentrischen Gliederung her ein Sinneswandel gemeint,
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
li
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
br
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
li
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
br
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
br
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
span.bibelstelle Röm 6,3
li
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
br
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| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr.
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.