Verbesserung Mk/Mir nach
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li
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| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
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| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
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| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
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span.small In besonderer Weise verbindet sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
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| Als Sprachspiel:
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i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesus) (nach-)geht.
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i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich – und über das „sofort“ in Mk 1,12 engstens verbunden –:
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich – und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden –:
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li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
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li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
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| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
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| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
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| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
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| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
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| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
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q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
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| (→ Röm 6,11).
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li
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| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
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| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
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| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
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| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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li.small
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| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
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| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
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| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
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| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
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li
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| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
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| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
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li
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| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
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| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
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span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
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span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
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| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
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br
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| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
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| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
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| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
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| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
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| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
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hr
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
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| dadurch
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| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
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| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
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| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
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| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
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li
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| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
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| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
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| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
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br
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| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu – fast anachronistisch – auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
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li
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| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
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ul.card-text
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li
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| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine – in Mk 1,9-11 auch angedeutete – Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
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| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
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li
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| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
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li
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| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
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| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
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li
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| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor – also nicht auf die Auferstehung,
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| sondern seine „Herkunft“ –, stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
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| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
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li
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| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
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| auf den sog. „Philipperhymnus“
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| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
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br
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span.small
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| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
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| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
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li
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| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
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| sondern seine himmlische Herrlichkeit – seine „persönliche Komfortzone“ – verlassen hat,
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| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
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br
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q.bibeltext
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| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
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br
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| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
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br
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| Sein Leben war das eines Menschen;
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br
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| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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br
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| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
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br
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| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
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br
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| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
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span.bibelstelle Phil 2,6-11
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li
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| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert – das macht sein Kontext deutlich –, um den Christen zu veranschaulichen,
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| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
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li
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| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
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br
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span.small
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| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
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| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
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| gegenüberliegen.
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| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
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| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
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| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
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br
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| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
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br
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| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
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li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
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br
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| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
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li
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| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
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| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
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| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
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br
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i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge, durch ihr Sohn-Gottes-Werden aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
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| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
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br
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| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
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| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
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br
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| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
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| und treten in den Dienst Jesu.
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li
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| Nun muss auffallen, dass Markus erwähnt, dass auch Jesus, um sich von Johannes „taufen“ zu lassen, seine Heimat (Nazaret in Galiläa)
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| verlassen hat. Doch muss man hier noch tiefer sehen!
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| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
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br
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||||
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird zeigen, dass Markus mit höchster
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| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
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br
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| Im darin enthalteten „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
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| sondern seine himmlische Herrlichkeit – seinen Vater – verlassen hat, um Mensch zu werden: auch er hat auf „Haben“ verzichtet
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| und ist ein Diener, ein Sklave geworden;
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br
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||||
| dieser Hymnus wird von Paulus überliefert, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
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br
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i So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt.
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| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
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li
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| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
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| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
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br
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i
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| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung
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| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
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br
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span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
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br
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| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
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br
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| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer – beispielhafter! – Weise Jesus nach.
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| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
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| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
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hr
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ul.card-text
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| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
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| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
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br
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| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
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| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
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li
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| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
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br
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i
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| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung
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| menschlicher Gesellschaft,
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br
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| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
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| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
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br
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| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
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| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
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| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
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| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
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| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
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| Röm 6 als Vorbild
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p.card-text
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| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
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ul.card-text
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li
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| Als Fortsetzung des Satzes
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br
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q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
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br
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| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
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br
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q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
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li
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| Doch es heißt:
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br
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q
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| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
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br
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i in der Neuheit des Lebens wandeln.
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li.small
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| Erst später wird es heißen:
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br
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q
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| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
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br
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| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
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br
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| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
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li
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| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
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br
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q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
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li
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| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
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| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
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li
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| Dagegen betont Paulus – durchaus mit einem mahnenden Ton –:
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br
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| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
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| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein – aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
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br
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||||
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
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| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
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br
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| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
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||||
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde – für Gott leben“.
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li
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| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
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br
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||||
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
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| in der Nachfolge Jesu.
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li.small
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| Bei beiden begegnet – aus diesem Grund – der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene – der ja wirklich schon am Ziel ist –
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| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
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br
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| für sie wäre
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| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg – auf dem er schon
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||||
| die Versuchung bestanden hat – zum Vorbild geworden ist.
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br
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||||
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
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||||
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
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||||
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hr
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ul.card-text
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li
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||||
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
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| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
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| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
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li
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| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser – Jesus – tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
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li
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||||
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
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ul.card-text
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li
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| Damit ist – von der Mitte der konzentrischen Gliederung her – ein Sinneswandel gemeint,
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||||
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
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||||
li
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||||
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
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br
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||||
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
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||||
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
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| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
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||||
li
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||||
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
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||||
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
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||||
br
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||||
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
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br
|
||||
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
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||||
span.bibelstelle Röm 6,3
|
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li
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||||
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
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||||
br
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||||
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@ -533,7 +738,7 @@ block content
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|||
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“ –
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||||
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
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ul.card-text
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||||
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr.
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||||
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
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||||
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
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li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
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