Überarbeitung Mk/Aufbruch

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Peter Fischer 2021-10-17 22:18:49 +02:00
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li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
li
| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und sich nun auf „ganz Galiläa“ ausdehnt.
| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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| eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach.
li
| Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert.
li
| Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.).
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h5.card-title
q ... ging an einen einsamen Ort
q ... und ging an einen einsamen Ort
h6.card-subtitle.text-muted Wüste!
hr
ul.card-text
li
| Im Griechischen ist der „einsame Ort“ nicht von der Wüste (wie in Mk 1,12: Auseinandersetzung mit Satan!) zu unterscheiden;
| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
li
| Wie in der Versuchungserzählung ist damit ein Widerspruch inszeniert: Wüste als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit,
| sondern auch der Gottferne, doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott.
li
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens,
| daran weiterzubauen ist der Weg der Jünger als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu.
li
| Für Jesus als Auferstandenen als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) geht die
| Auseinandersetzung mit Satan auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist weiter: er steht seinen Jüngern bei;
| Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ wie in der Versuchungserzählung im übertragenen Sinne,
| ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene analog zur Versuchungserzählung :
br
| er geht ihnen gerade als Auferstandener immer wieder in die „Wüste“ voraus,
| um so ihr „Menschenfischersein“ zu tragen.
| „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne,
br
| doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“.
li
| Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet;
| man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten.
br
| Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt,
| wie die weitere Betrachung noch zeigen wird.
br
span.small
| Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung
| durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist.
br
| Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten:
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li Jesu Wirken als Auferstandener vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger.
li Jesu Weg ans Kreuz.
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| Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren,
| die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen.
li
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit.
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit,
| die er mit seiner Sendung begründet.
li
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
| aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt ( das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten )
| und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen.
li
| Ein Signal für die Zeit nach Ostern:
br
| das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels),
| sondern die Nachfolge im Dienst des Evangleliums zum Heil der Menschen;
| sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung);
br
| es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung!
li
| Hier ist die „Wüste“ auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung;
br
| sie ist der Wirkort Jesu,
| in den die Jünger immer neu nachfolgen müssen.
| So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um
| zu einer Sendungschristologie:
ul.card-text
li
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens.
br
| Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront,
| wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung.
li
| Aus dem Bezug zur Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent:
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
br
| Besonders in der Zeit nach Ostern ist <i>diese</i> Erinnerung an den Gottessohn wichtig,
br
| der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist:
br
| der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen
| und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden.
li
| In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach;
| dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind:
br
| Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Dass Jesus wie es diese Erzählung bebildert nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht,
| um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich:
ul.card-text
li Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen.
li
| Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“.
br
| So geht auch für Jesus als Auferstandenen als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) die
| Auseinandersetzung mit Satan auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist weiter,
| bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort.
li
| Zusammenfassend lässt sich sagen:
br
| Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um
| dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren.
li
| Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung.
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li
| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
br
| sie können wie in Mk 1,21-28 als Auswirkung der Lehre Jesu also seiner Verkündigung gelesen werden:
| sie können wie in Mk 1,21-28 als Auswirkung der Lehre Jesu also seiner Verkündigung gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
br
| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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h5.card-title
| Das Wirken Johannes des Täufers und die die Massenheilungen und dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus, der Stärkere, in Aktion
hr
@ -452,24 +518,26 @@ block content
li
| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu „als er aus dem Wasser stieg“ und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
br
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter im übertragenen Sinne.
| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
br
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
li
| Die Taufe erscheint als Ort der <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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| Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
br
| so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz
| handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern:
br
| dies ist die adäquate Reaktion auf die Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
| dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
li
| Dieser Dienst im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“ in der Nachfolge Jesu
| bedeutet <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus.
| Dieser Dienst aneinander im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“ in der Nachfolge Jesu
| ist <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf.
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| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
hr
@ -479,8 +547,14 @@ block content
| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
li
| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus gekommen ist, die Dämonen mitsammt ihrem Anführer Satan ins Verderben zu stürzen;
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer Satan ins Verderben zu stürzen,
| sondern dies auch tatsächlich tut;
br
| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
li
| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich beides sind „Orte“, an die Jesus geht:
br
| Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.