Verbesserung Mk/Reinigen
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7b0956669f
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aaf8b3fdd3
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| „Platztausch“
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| „Austausch“
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h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“
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| das wird in der Erzählung schön bebildert –, dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich
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| nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45).
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li
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| Es findet ein „Austausch“, ein „Platztausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum ‚Aussätzigen‘;
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| Es findet ein „Austausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum ‚Aussätzigen‘;
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br
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| Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit
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| Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist.
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| Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein.
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span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12
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| Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Platztausches“ bzw. „Austausches“,
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| Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Austausches“,
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| der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch das Vierte Gottesknechtslied des Jesaja (Jes 52,13-53,12).
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br
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| Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung
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| und entsprechend bebildert;
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br
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| damit dies „funktioniert“ <i>muss</i> Jesus den Aussätzigen berühren.
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| Wichtig ist, dass auch bei Deuterojesaja von „Krankheit“ in einem übertragenen Sinne die Rede ist;
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| dies zu verstehen und auf die Krankenheilungen im Markus-Evangelium zu übertragen ist der zentrale Schlüssel zur Deutung derselben.
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| „Einsame Orte“
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h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne – und damit „Ort des Platztausches“
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h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne – und damit „Ort des Austausches“
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| Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits:
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| mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“.
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| mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“,
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li
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| Der Evangelist macht auch deutlich:
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br
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| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
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@ -578,10 +586,10 @@ block content
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| damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen.
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| Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar
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| im Sinne des „Platztausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen
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| im Sinne des „Austausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen
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| Besessenen: Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten.
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i „Platztausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung)
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i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung)
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ul.card-text
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| Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“
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| im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –,
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| die alle ohne sich auf das Wunder beziehende Schweigegebot erzählt werden,
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br
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| sondern um den Platztausch“ Jesu mit dem Kranken, der anschaulich bebildert wird.
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| sondern um den „Austausch“ Jesu, der er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird.
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li
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| Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Platztausch“ mit dem „Aussätzigen“
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| Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
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| die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz:
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br
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| den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus;
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ol.card-text
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| in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend
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| diese Deutung des Todes Jesu als „Platztausch“ einzutragen;
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| diese Deutung des Todes Jesu als „Austausch“ einzutragen;
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| kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu)
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| auf die Thematik „Platztausch“ hin auszulegen;
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| auf die Thematik „Austausch“ hin auszulegen;
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br
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| diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden.
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@ -619,6 +627,9 @@ block content
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li
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| Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich auch künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden,
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| wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen.
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li
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| Formal entspricht die Verkündigungstätigkeit des Geheilten dem „Austausch“ mit Jesus: von dessen Verkündigungstätigkeit
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| war gerade noch erzählt worden; als „Aussätziger“ kann Jesus nicht verkündigen – dafür übernimmt der Geheilte.
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li
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| Was die Einheitsübersetzung mit
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br
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@ -647,7 +658,7 @@ block content
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| Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird,
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| könnte dies ein Signal sein:
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br
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i Diese Botschaft vom „Platztausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden!
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i Diese Botschaft vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden!
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q Bereitet den Weg des Herrn
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h6.card-subtitle.text-muted Der „Platztausch“ Jesu im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen
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h6.card-subtitle.text-muted Der von Jesus vollzogene „Austausch“ im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen
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li
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| So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen.
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| Mit dem vollzogenen „Platztausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
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| Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
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| die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig!
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li
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| Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“
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| wird hier die Bestimmung der Jünger deutlich, als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu
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| Menschen „rein zu machen“:
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| wird hier das einstige Reinigen des Fischernetzes auf das „Reinigen“ von Menschen übertragen
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| als soteriologisches Wirken in der Nachfolge Jesu:
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br
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| sie in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind,
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| vom „Aussatz“ der Gottferne zu heilen.
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| in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind,
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| sollen sie Menschen vom „Aussatz“ der Gottferne heilen, sie „rein machen“ – von Christus her,
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| in welchem durch den „Austausch“ die neue Reinheit geschenkt ist.
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li
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| Während bei Petrus und Andreas das Netzeauswerfen bei ihrer Berufung unmittelbar aufgegriffen wird
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| und auf „Menschenfischer“ übertragen wird,
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br
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| fehlt dort eine solche unmittelbare Übertragung der Tätigkeit der Zebedäussöhne auf die spätere Tätigkeit im Dienste Jesu und des Evangeliums;
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br
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| hier wird sie nachgeholt.
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h5.card-title
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@ -729,9 +748,11 @@ block content
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h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung
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hr
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p.card-text
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“;
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“.
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br
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| In der (längeren) Hinführung zum Philipperhymnus schreibt Paulus:
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| Und die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater verlassen, macht – wie mehrfach erwähnt – den Philipperhymnus präsent;
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br
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| in dessen (längerer) Hinführung schreibt Paulus:
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br
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q.bibeltext
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| Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ...
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@ -743,7 +764,7 @@ block content
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br
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i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt.
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p.card-text
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| Von diesem Bezug angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
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||||
| Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
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||||
| die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen.
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p.card-text
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@ -776,31 +797,44 @@ block content
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| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
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br
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| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich ...
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h6.card-subtitle.text-muted Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück
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h6.card-subtitle.text-muted
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||||
| Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater mit den Tagelöhnern zurücklassen,
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| steht als Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung in einem besonderen Fokus,
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| da sich dort das „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ vom oberen Rand der konzentrischen Gliederung spiegelt.
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| Nicht nur durch das – auf der soteriologischen Ebene anzusiedelnde – Stichwort „reinigen“ (→ Taufe; siehe oben)
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| sind die Söhne des Zebedäus und ihr Handeln mit Jesus und seinem Handeln verbunden, sondern auch
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| durch das Stichwort „Sohn“/„Söhne“:
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br
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| In der Betitelung „Söhne des Zebedäus“ spiegelt sich das „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ vom oberen Rand der konzentrischen Gliederung.
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br
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| Dabei wird mittels des in der Berufung der Söhne des Zebedäus „gegenwärtigen“ Philipperhymnus eine Parallele
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| zwischen diesen und dem Gottessohn auf ethischer Ebene konstruiert, nämlich Verzicht und Dienst:
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br
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| Die „Söhne des Zebedäus“, die ihren Vater und ihre Stellung im väterlichen Betrieb verlassen,
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| sind mit dem Gottessohn parallelisiert, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen hat.
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li
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| Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für sie, aus einer Welt des Habens auszubrechen:
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br
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| sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der – so legen es die Tagelöhner nahe – nicht zu klein gewesen sein kann.
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li
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br
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| Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen,
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| sich entäußert hat.
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li
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| Wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde,
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| Und wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
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br
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| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen.
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| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen – angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus,
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| von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen.
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h5.card-title
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q
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| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
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h6.card-subtitle.text-muted Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
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br
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| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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ul.card-text
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li
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| um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“);
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br
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| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft.
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| In diese Analogie ist die Parallele im Handeln Jesu und der Söhne des Zebedäus einzubinden:
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br
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| Auf der soteriologischen Ebene gilt:
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br
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i Der Gesunde – Jesus – wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
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br
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| Diese Reihung ist auf das zu übertragen,
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| was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird;
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| dabei ist vom „Austausch“ Jesu her ein „Austausch“ zu ergänzen:
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br
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i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben.
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br
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i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden.
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li
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| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
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| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
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br
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| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
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| himmlischen Lohnes willen,
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br
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i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise auch zu einem „Austausch“ kommt.
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br
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| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
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| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
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li
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| In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
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||||
| von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein:
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ul.card-text
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li
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| Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat,
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| ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen.
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li
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||||
| Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität,
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||||
| insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden;
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br
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||||
| dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger,
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||||
| nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi.
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li
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||||
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
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||||
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.card.slide.border-secondary.mb-2
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||||
.card-body
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@ -840,6 +914,7 @@ block content
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|||
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
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li
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| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
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br
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||||
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
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br
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||||
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
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||||
|
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@ -872,7 +947,7 @@ block content
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|||
q
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||||
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
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||||
h6.card-subtitle.text-muted
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||||
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
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||||
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
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||||
br
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||||
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
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hr
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@ -902,7 +977,7 @@ block content
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|||
br
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||||
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
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||||
h6.card-subtitle.text-muted
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||||
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die neue Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
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||||
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
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||||
hr
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||||
ul.card-text
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||||
li
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@ -917,11 +992,11 @@ block content
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br
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| Dieses Evangelium ruft zum Glauben daran und nötigt zur Umkehr: eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
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||||
li
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||||
| Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung;
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||||
| Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet – eine Ehrbezeichnung! –, ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung.
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li
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||||
| Der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt,
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br
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||||
| gleichzeitig ist der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt,
|
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br
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||||
| der Name Jesu, vor dem der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht.
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||||
| ist der Name Jesu, vor dem der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht.
|
||||
|
||||
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||||
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|
@ -949,6 +1024,8 @@ block content
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br
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||||
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die – als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende – „Wüste der Gottferne“,
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||||
| die der Ort seines irdischen Wirkens war und die ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin erfüllt.
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li
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| Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen:
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ul.card-text
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li
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||||
| Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen,
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@ -989,11 +1066,7 @@ block content
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br
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||||
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
|
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| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
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li
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| Es fällt auf, wie das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
|
||||
| von Nachfolge als unlösliche Einheit zusammenstehen.
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li
|
||||
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
|
||||
|
||||
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.card.slide.border-secondary.mb-2
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||||
.card-body
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||||
|
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@ -1002,24 +1075,32 @@ block content
|
|||
| in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
|
||||
span.bibelstelle Phil 2,3
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted
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||||
| Jesu „Platztausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma
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||||
| Der von Jesus vollzogene „Austausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma
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ul.card-text
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| Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen:
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| ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Platztausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt,
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| ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Austausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt,
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| (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt.
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| Dies hat aber unlöslich auch eine ethische Note, da die Gottferne mit der Sünde zusammenhängt und
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| die neue Gemeinschaft mit Gott sich notwendig in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel auswirken muss.
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| Schon die Erlösung durch Jesu Tod hat eine bestimmte ethische Qualität:
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| sie geschieht ja dadurch, dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
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| Gerade deswegen kann das Erlöserhandeln Jesu auch als generelles Beispiel für eigenes ethisches Handeln dienen,
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| wie es bei den Söhnen des Zebedäus bebildert werden kann.
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| In einem dreifachen Sinne kommt hier aber eine bestimmte Ethik ins Spiel:
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ul.card-text
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| Zur Erlösung in Christus – zum „Austausch“ – gehört essentiell,
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| dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
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| Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension.
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| Der „Aussatz“ des „Aussätzigen“ ist die Gottferne und die Entfremdung von den Mitmenschen
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| aufgrund seines ethischen Verhaltens im Dienste der Sünde.
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| Die Heilung beudetet für ihn neue Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen,
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| die sich in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel zeigt und zeigen muss.
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| Dabei ist die ethische Dimension des Erlöserhandelns des Gottessohnes selber verbindliches Beispiel
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| für das eigene Handeln in der Nachfolge Jesu,
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| wie dies bei der Berufung der Söhne des Zebedäus bebildert werden kann.
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| Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus
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| wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen:
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| Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden:
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q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
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span.bibelstelle Phil 2,3
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span.bibelstelle Phil 2,3
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| Hier beginnt auch der „Aussätzige“ nochmal zu schillern:
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| da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick)
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| oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), letztlich alles, durch das jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird.
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| Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ den „Platz getauscht“ und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden.
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| Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzogen und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden.
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| Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, sich selber zu erniedrigen,
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| selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in
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| die geheilte – von allen trennenden und belastenden Dingen befreite – Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
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| Bei den Söhnen des Zebedäus ist diese Dimension zumindest angedeutet, indem sie auf ihr Erbe verzichten und in den Dienst Jesu treten.
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| die geheilte – von allen trennenden und belastenden Dingen befreite – Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben,
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| letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
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