Verbesserung Mk/Reinigen

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Peter Fischer 2021-10-22 22:29:03 +02:00
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h5.card-title h5.card-title
| „Platztausch“ | „Austausch“
h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“ h6.card-subtitle.text-muted „Er hat unsere Krankheit getragen“
hr hr
ul.card-text ul.card-text
@ -365,7 +365,7 @@ block content
| das wird in der Erzählung schön bebildert , dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich | das wird in der Erzählung schön bebildert , dass er sich „in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich
| nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45). | nur noch an einsamen Orten auf“ (Mk 1,45).
li li
| Es findet ein „Austausch“, ein „Platztausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum Aussätzigen; | Es findet ein „Austausch“ statt: der Mann wird seinen Aussatz los, Jesus wird zum Aussätzigen;
br br
| Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit | Dabei setzen die Erzählung und das Evangelium insgesamt voraus, dass sich Jesus nicht an der (realen) Krankheit
| Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist. | Aussatz angesteckt hat; dennoch ist es für die Erzählung und das, was sie ausdrücken will, unbedingt notwendig, dass Jesus nun ein „Aussätziger“ ist.
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| Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein. | Er hob die Sünden von Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein.
span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12 span.bibelstelle Jes 53,2-6.8.11-12
li li
| Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Platztausches“ bzw. „Austausches“, | Der in der Heilung des „Aussätzigen“ tragende Gedanke das „Austausches“,
| der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch das Vierte Gottesknechtslied des Jesaja (Jes 52,13-53,12). | der den einen belastet, um den anderen zu befreien, prägt auch das Vierte Gottesknechtslied des Jesaja (Jes 52,13-53,12).
br br
| Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung | Und die Beschreibung dessen, der die Krankheit des Volkes getragen hat bzw. die damit zusammenhängende Beschreibung
@ -433,12 +433,16 @@ block content
| und entsprechend bebildert; | und entsprechend bebildert;
br br
| damit dies „funktioniert“ <i>muss</i> Jesus den Aussätzigen berühren. | damit dies „funktioniert“ <i>muss</i> Jesus den Aussätzigen berühren.
li
| Wichtig ist, dass auch bei Deuterojesaja von „Krankheit“ in einem übertragenen Sinne die Rede ist;
br
| dies zu verstehen und auf die Krankenheilungen im Markus-Evangelium zu übertragen ist der zentrale Schlüssel zur Deutung derselben.
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h5.card-title h5.card-title
| „Einsame Orte“ | „Einsame Orte“
h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne und damit „Ort des Platztausches“ h6.card-subtitle.text-muted Der Tod am Kreuz als Übernahme der Gottferne und damit „Ort des Austausches“
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
@ -515,7 +519,11 @@ block content
li li
| Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits: | Das Bild, das sich im Kopf ausprägt, kennen wir bereits:
br br
| mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“. | mitten in der „Wüste“ entsteht um Jesus herum eine „Insel des Lebens“,
li
| Der Evangelist macht auch deutlich:
br
| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
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@ -578,10 +586,10 @@ block content
| damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen. | damit wird Jesu Tod eine bestimmte soteriologische Bedeutung zugemessen.
li li
| Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar | Auch in der Heilung des „Aussätzigen“ wird der Tod Jesu am Kreuz gedeutet, und zwar
| im Sinne des „Platztausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen | im Sinne des „Austausches“ zur Befreiung der von Satan/den Dämonen
| Besessenen: Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten. | Besessenen: Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten.
li li
i „Platztausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung) i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung)
ul.card-text ul.card-text
li li
| Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“ | Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“
@ -589,9 +597,9 @@ block content
| im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus , | im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus ,
| die alle ohne sich auf das Wunder beziehende Schweigegebot erzählt werden, | die alle ohne sich auf das Wunder beziehende Schweigegebot erzählt werden,
br br
| sondern um den Platztausch“ Jesu mit dem Kranken, der anschaulich bebildert wird. | sondern um den „Austausch“ Jesu, der er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird.
li li
| Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Platztausch“ mit dem „Aussätzigen“ | Gemeinsam ist den Dämonenaustreibungen und dem „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
| die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz: | die Verbindung des Wunders nicht mit der Auferstehung, sondern mit dem Tod Jesu am Kreuz:
br br
| den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus; | den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus;
@ -602,10 +610,10 @@ block content
ol.card-text ol.card-text
li li
| in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend | in die in Mk 1,21-28 mit dem Schweigegebot korrelierende inhaltlich nicht direkt bestimmte „Lehre Jesu“ ergänzend
| diese Deutung des Todes Jesu als „Platztausch“ einzutragen; | diese Deutung des Todes Jesu als „Austausch“ einzutragen;
li li
| kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu) | kommende Erzählungen mit Schweigegeboten im Hinblick auf Wunder (im Unterschied zu Schweigegeboten im Hinblick auf die Person Jesu)
| auf die Thematik „Platztausch“ hin auszulegen; | auf die Thematik „Austausch“ hin auszulegen;
br br
| diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden. | diese Wunder werden durch die Schweigegebote in besonderer Weise hervorgehoben und verbunden.
@ -619,6 +627,9 @@ block content
li li
| Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich auch künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden, | Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich auch künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden,
| wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen. | wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen.
li
| Formal entspricht die Verkündigungstätigkeit des Geheilten dem „Austausch“ mit Jesus: von dessen Verkündigungstätigkeit
| war gerade noch erzählt worden; als „Aussätziger“ kann Jesus nicht verkündigen dafür übernimmt der Geheilte.
li li
| Was die Einheitsübersetzung mit | Was die Einheitsübersetzung mit
br br
@ -647,7 +658,7 @@ block content
| Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird, | Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird,
| könnte dies ein Signal sein: | könnte dies ein Signal sein:
br br
i Diese Botschaft vom „Platztausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden! i Diese Botschaft vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden!
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@ -687,7 +698,7 @@ block content
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h5.card-title h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Der „Platztausch“ Jesu im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen h6.card-subtitle.text-muted Der von Jesus vollzogene „Austausch“ im Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
@ -696,7 +707,7 @@ block content
li li
| So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen. | So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen.
li li
| Mit dem vollzogenen „Platztausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt. | Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
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@ -716,12 +727,20 @@ block content
| die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig! | die sprachliche Ähnlichkeit im Griechischen ist sicher nicht zufällig!
li li
| Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“ | Im Sinne des „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahen wird“
| wird hier die Bestimmung der Jünger deutlich, als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu | wird hier das einstige Reinigen des Fischernetzes auf das „Reinigen“ von Menschen übertragen
| Menschen „rein zu machen“: | als soteriologisches Wirken in der Nachfolge Jesu:
br br
| sie in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind, | in der Taufe, in der Jesu Tod und Auferstehung gegenwärtig sind,
| vom „Aussatz“ der Gottferne zu heilen. | sollen sie Menschen vom „Aussatz“ der Gottferne heilen, sie „rein machen“ von Christus her,
| in welchem durch den „Austausch“ die neue Reinheit geschenkt ist.
li
| Während bei Petrus und Andreas das Netzeauswerfen bei ihrer Berufung unmittelbar aufgegriffen wird
| und auf „Menschenfischer“ übertragen wird,
br
| fehlt dort eine solche unmittelbare Übertragung der Tätigkeit der Zebedäussöhne auf die spätere Tätigkeit im Dienste Jesu und des Evangeliums;
br
| hier wird sie nachgeholt.
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h5.card-title h5.card-title
@ -729,9 +748,11 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung
hr hr
p.card-text p.card-text
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“; | In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“.
br br
| In der (längeren) Hinführung zum Philipperhymnus schreibt Paulus: | Und die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater verlassen, macht wie mehrfach erwähnt den Philipperhymnus präsent;
br
| in dessen (längerer) Hinführung schreibt Paulus:
br br
q.bibeltext q.bibeltext
| Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ... | Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ...
@ -743,7 +764,7 @@ block content
br br
i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt. i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt.
p.card-text p.card-text
| Von diesem Bezug angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge, | Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
| die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen. | die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen.
p.card-text p.card-text
@ -776,31 +797,44 @@ block content
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, | Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br br
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich ... | sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich ...
h6.card-subtitle.text-muted Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück h6.card-subtitle.text-muted
| Mitte der konzentrischen Gliederung: die Söhne des Zebedäus lassen ihren Vater mit den Tagelöhnern zurück
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Die Berufung der Söhne des Zebedäus, die ihren Vater mit den Tagelöhnern zurücklassen, | Nicht nur durch das auf der soteriologischen Ebene anzusiedelnde Stichwort „reinigen“ (→ Taufe; siehe oben)
| steht als Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung in einem besonderen Fokus, | sind die Söhne des Zebedäus und ihr Handeln mit Jesus und seinem Handeln verbunden, sondern auch
| da sich dort das „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ vom oberen Rand der konzentrischen Gliederung spiegelt. | durch das Stichwort „Sohn“/„Söhne“:
br
| In der Betitelung „Söhne des Zebedäus“ spiegelt sich das „Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes“ vom oberen Rand der konzentrischen Gliederung.
br
| Dabei wird mittels des in der Berufung der Söhne des Zebedäus „gegenwärtigen“ Philipperhymnus eine Parallele
| zwischen diesen und dem Gottessohn auf ethischer Ebene konstruiert, nämlich Verzicht und Dienst:
br
| Die „Söhne des Zebedäus“, die ihren Vater und ihre Stellung im väterlichen Betrieb verlassen,
| sind mit dem Gottessohn parallelisiert, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen hat.
li li
| Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für sie, aus einer Welt des Habens auszubrechen: | Der Eintritt in die Nachfolge Jesu bedeutet für sie, aus einer Welt des Habens auszubrechen:
br br
| sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der so legen es die Tagelöhner nahe nicht zu klein gewesen sein kann. | sie verlassen mit ihrem Vater auch den irdischen Besitz der Familie, der so legen es die Tagelöhner nahe nicht zu klein gewesen sein kann.
li br
| Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen, | Hier ist eine Analogie zum Gottessohn zu sehen, der seine himmlische Herrlichkeit verlassen,
| sich entäußert hat. | sich entäußert hat.
li li
| Wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde, | Und wie der Gottessohn durch seine Entäußerung zum Diener, zum Sklaven wurde, gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
br br
| so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen. | so lassen sich die Jünger für die Sache Jesu in Dienst nehmen angedeutet nicht zuletzt im Gehorsam gegenüber Jesus,
| von dem sie sich ohne Umschweife in die Nachfolge rufen lassen.
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h5.card-title h5.card-title
q q
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz | er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ h6.card-subtitle.text-muted
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
br
| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
@ -817,6 +851,46 @@ block content
| um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“); | um den Kranken gesund zu machen (→ „er hat unsere Krankheit getragen“);
br br
| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft. | durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft.
li
| In diese Analogie ist die Parallele im Handeln Jesu und der Söhne des Zebedäus einzubinden:
br
| Auf der soteriologischen Ebene gilt:
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
br
| Diese Reihung ist auf das zu übertragen,
| was von den Söhnen des Zebedäus neben dem Netzreinigen (→ Ausgangspunkt für ihr späteres soteriologisches Handeln) noch erzählt wird;
| dabei ist vom „Austausch“ Jesu her ein „Austausch“ zu ergänzen:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, etwas haben.
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die Diener sind, bedient werden.
li
| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
br
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
| himmlischen Lohnes willen,
br
i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise auch zu einem „Austausch“ kommt.
br
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
li
| In diesem Sinn bilden das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer/-reiniger“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
| von Nachfolge nicht nur eine unlösliche Einheit, es kann sogar von einem doppelten „soteriologischen Handeln“ der Jünger die Rede sein:
ul.card-text
li
| Dass Jesus durch den „Austausch“ (= Tod am Kreuz) den „Aussätzigen“ rein gemacht hat,
| ermächtigt und ruft sie, Menschen im Bad der Taufe rein zu machen.
li
| Aber auch ihr ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu hat soteriologische Qualität,
| insofern Menschen aus ihren schwierigen Lebensumständen befreit oder diese zumindest gelindert werden;
br
| dies aber in Analogie, nicht Identität, als indirekte Auswirkung durch analoges Handeln der Jünger,
| nicht als Mitwirkung an der einmaligen Erlösertat Christi.
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
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.card-body .card-body
@ -840,6 +914,7 @@ block content
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung). | dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4); | In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“. | entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist. | Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
@ -872,7 +947,7 @@ block content
q q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu | damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung | Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen | in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr hr
@ -902,7 +977,7 @@ block content
br br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ... | damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die neue Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung | Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
@ -917,11 +992,11 @@ block content
br br
| Dieses Evangelium ruft zum Glauben daran und nötigt zur Umkehr: eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“. | Dieses Evangelium ruft zum Glauben daran und nötigt zur Umkehr: eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
li li
| Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung; | Der Gang dessen, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , ins Verderben zur Rettung der Menschen ist Erniedrigung.
li
| Der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt,
br br
| gleichzeitig ist der Titel „Heiliger Gottes“, der auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ anspielt, | ist der Name Jesu, vor dem der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht.
br
| der Name Jesu, vor dem der Dämon die Knie beugt, indem er schweigt und weicht.
.card.slide.border-secondary.mb-2 .card.slide.border-secondary.mb-2
@ -949,6 +1024,8 @@ block content
br br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“, | der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war und die ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin erfüllt. | die der Ort seines irdischen Wirkens war und die ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin erfüllt.
li
| Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen:
ul.card-text ul.card-text
li li
| Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen, | Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen,
@ -989,11 +1066,7 @@ block content
br br
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner) | Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen. | verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
li
| Es fällt auf, wie das „soteriologische Element“ (→ „Menschenfischer“) und das „ethische Element“ (→ Verzicht, Sich-in-Dienst-nehmen-Lassen)
| von Nachfolge als unlösliche Einheit zusammenstehen.
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
.card.slide.border-secondary.mb-2 .card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body .card-body
@ -1002,24 +1075,32 @@ block content
| in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst | in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
span.bibelstelle Phil 2,3 span.bibelstelle Phil 2,3
h6.card-subtitle.text-muted h6.card-subtitle.text-muted
| Jesu „Platztausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma | Der von Jesus vollzogene „Austausch“ als soteriologisch-ethisches Paradigma
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen: | Jesu „Reinmachung“ des „Aussätzigen“ ist hier soteriologisch zu verstehen, was schon die Bezüge zum Vierten Gottesknechtslied belegen:
br br
| ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Platztausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt, | ein Mensch in der Gottferne wird durch den „Austausch“, den Jesus am Kreuz vollzieht, indem er in die Gottferne hinein stirbt,
| (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt. | (neu) in die geheilte Gemeinschaft mit Gott hineingeholt.
li li
| Dies hat aber unlöslich auch eine ethische Note, da die Gottferne mit der Sünde zusammenhängt und | In einem dreifachen Sinne kommt hier aber eine bestimmte Ethik ins Spiel:
| die neue Gemeinschaft mit Gott sich notwendig in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel auswirken muss. ul.card-text
li li
| Schon die Erlösung durch Jesu Tod hat eine bestimmte ethische Qualität: | Zur Erlösung in Christus zum „Austausch“ gehört essentiell,
br | dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
| sie geschieht ja dadurch, dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. br
br | Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension.
| Gerade deswegen kann das Erlöserhandeln Jesu auch als generelles Beispiel für eigenes ethisches Handeln dienen, li
| wie es bei den Söhnen des Zebedäus bebildert werden kann. | Der „Aussatz“ des „Aussätzigen“ ist die Gottferne und die Entfremdung von den Mitmenschen
| aufgrund seines ethischen Verhaltens im Dienste der Sünde.
br
| Die Heilung beudetet für ihn neue Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen,
| die sich in einem geänderten, gottgefälligen Lebenswandel zeigt und zeigen muss.
li
| Dabei ist die ethische Dimension des Erlöserhandelns des Gottessohnes selber verbindliches Beispiel
| für das eigene Handeln in der Nachfolge Jesu,
| wie dies bei der Berufung der Söhne des Zebedäus bebildert werden kann.
li li
| Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus | Das rückblickende „Darum“ in Verbindung mit der folgenden Erhöhung im Philipperhymnus ist Paulus
| wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen: | wie Markus Motivation zum Aufruf, sich selber zu erniedrigen:
@ -1030,7 +1111,7 @@ block content
| Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden: | Dies kann als radikalisierte Fassung des Aufrufes des Paulus im Kontext des Philipperhymnus gelesen werden:
br br
q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst q.bibeltext in Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst
span.bibelstelle Phil 2,3 span.bibelstelle Phil 2,3
li li
| Hier beginnt auch der „Aussätzige“ nochmal zu schillern: | Hier beginnt auch der „Aussätzige“ nochmal zu schillern:
br br
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| da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick) | da mag Schuld eine Rolle spielen, Krankheit (→ Krankenheilungen [→ Mehrdeutigkeit der Krankheiten]), die Zugehörigkeit zu einem Volk (→ „Heidenmission“) oder einer Bevölkerungsgruppe (schon in Mk 2,13-17 kommen die Zöllner in Blick)
| oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), letztlich alles, durch das jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird. | oder der soziale Status (→ blinder Bettler Bartimäus in Mk 10,36-52), letztlich alles, durch das jemand zu einem „Ausgegrenzten“, zu einem „Letzten“ wird.
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| Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ den „Platz getauscht“ und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden. | Jesus hat mit dem „Aussätzigen“ einen „Austausch“ vollzogen und ist selbst zu einem „Letzten“ geworden.
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| Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, sich selber zu erniedrigen, | Im „Mir nach!“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) steckt der Aufruf, sich selber zu erniedrigen,
| selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in | selber zum Diener der „Letzten“ zu werden und so selber „Letzter“, um diese „Letzten“ in
| die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten. | die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben,
li | letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
| Bei den Söhnen des Zebedäus ist diese Dimension zumindest angedeutet, indem sie auf ihr Erbe verzichten und in den Dienst Jesu treten.