Mk/Mir nach
parent
238bb3e759
commit
d00d6b9fd6
|
|
@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins
|
|||
|
||||
block content
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title
|
||||
| Inhaltsangabe/Überschrift
|
||||
|
|
@ -11,59 +11,388 @@ block content
|
|||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste I: Johannes und seine Umkehrpredigt und Taufe; die Scharen kommen
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,6-8
|
||||
p.card-text
|
||||
| Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
|
||||
br
|
||||
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich.
|
||||
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Die Taufe Jesu
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,12-13
|
||||
p.card-text
|
||||
| Der Geist treibt Jesus in die Wüste.
|
||||
br
|
||||
| Jesus in Auseinandersetzung mit Satan [= der Starke].
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-4
|
||||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
|
||||
|
||||
|
||||
.slide.mb-3
|
||||
hr
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
|
||||
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
|
||||
br
|
||||
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
|
||||
br
|
||||
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
|
||||
br
|
||||
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
|
||||
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zu Vergebung der Sünden.
|
||||
br
|
||||
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
|
||||
br
|
||||
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
|
||||
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
|
||||
br
|
||||
| und er lebte von wildem Honig.
|
||||
br
|
||||
| 7 Er verkündete:
|
||||
q
|
||||
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
|
||||
br
|
||||
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
|
||||
br
|
||||
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
|
||||
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
|
||||
br
|
||||
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
|
||||
br
|
||||
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
|
||||
br
|
||||
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
|
||||
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
|
||||
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
|
||||
br
|
||||
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Saten in Versuchung geführt.
|
||||
br
|
||||
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
|
||||
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
|
||||
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
|
||||
br
|
||||
| er verkündete das Evangelium Gottes
|
||||
br
|
||||
| 15 und sprach:
|
||||
q
|
||||
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
|
||||
br
|
||||
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
|
||||
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
|
||||
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er simon und Andreas, den Bruder des Simon,
|
||||
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
|
||||
br
|
||||
| 17 Da sagte er zu ihnen:
|
||||
q
|
||||
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
|
||||
br
|
||||
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
|
||||
br
|
||||
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
|
||||
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
|
||||
br
|
||||
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
|
||||
|
||||
p
|
||||
| <q>Als Jesus aus dem Wasser stieg ...</q> korrespondiert dem Auftrag an die Jünger,
|
||||
| Menschenfischer zu werden: die ziehen auch aus dem Wasser!
|
||||
|
||||
p
|
||||
| Jakobus und Johannes werden als Söhne des Zebedäus eingeführt; sie verlassen ihren Vater.
|
||||
br
|
||||
| Sie werden – auf dem Weg der Nachfolge – zu Söhnen Gottes.
|
||||
br
|
||||
| Angespielt ist – als Hintergrundfolie – sicher auch darauf, dass Jesus seinen Vater <q>verlassen</q> hatte, um Mensch zu werden
|
||||
| und sein Leben hinzugeben: Frucht seines Todes und seiner Auferstehung ist für ihn selber, nun <q>Sohn Gottes in Macht seit der Aufestehung von den Toten</q> (→ Röm!) zu sein,
|
||||
| aber eben auch, dass Menschen zu Söhnen Gottes werden.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Anfang
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Jesus beruft die ersten vier Jünger.
|
||||
li Im Laufe des Evangeliums werden viele dazu kommen.
|
||||
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
|
||||
li
|
||||
| In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen:
|
||||
br
|
||||
| → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus – mit Hilfe seiner Jünger – Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte.
|
||||
li
|
||||
| Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen:
|
||||
br
|
||||
| Christlich-jüdischer Glaube war und ist nicht nur Privatsache oder Sache einer einzelnen Familie,
|
||||
| sondern ein „Gemeinschaftsprojekt“, ein Netzwerk, das die Menschen untereinander und mit Gott/Christus verbindet,
|
||||
| gerade auch im Alltag und im (nicht nur gottesdienstlichen) gemeinsamen Feiern.
|
||||
li
|
||||
| Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen.
|
||||
li
|
||||
| Dass es immer zwei sind korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird; dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
|
||||
| wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
|
||||
br
|
||||
q Bereitet den Weg des Herrn
|
||||
br
|
||||
| →
|
||||
q Kommt her, mir nach!
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf.
|
||||
br
|
||||
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, die die Existenz der ihm Nachfolgenden bestimmt, indem er ihnen „den Weg bahnen“ wird.
|
||||
li
|
||||
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Kommt her, mir nach!“ im Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn“.
|
||||
br
|
||||
| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
|
||||
li
|
||||
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
|
||||
li
|
||||
| Nachfolge meint letztlich:
|
||||
br
|
||||
i
|
||||
| Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen.
|
||||
br
|
||||
| Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-secondary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Blick in die Zukunft
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Die berufenen Jünger stehen am Anfang ihres Weges mit Jesus;
|
||||
br
|
||||
| gleiches gilt für den „unbedarften“ Leser.
|
||||
li
|
||||
| Für sie ist vor allem der Blick in die Zukunft bedeutsam:
|
||||
br
|
||||
| sie werden bei Jesus „in die Schule gehen“ und lernen, was „Nachfolge“ heißt und heißen muss.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-secondary
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Blick nach hinten
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“ ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
|
||||
li
|
||||
| Dadurch, dass die Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“ zusammen mit der Erzählung von der Versuchung Jesu
|
||||
| die konzentrische Mitte der Gliederung bildet, ist diese durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet.
|
||||
li
|
||||
| Das Gegenüber Gott – Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethische Bedeutung findet sich auch im Röm 6:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext
|
||||
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
|
||||
br
|
||||
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
|
||||
| von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
|
||||
br
|
||||
| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
|
||||
br
|
||||
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
|
||||
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
|
||||
br
|
||||
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
|
||||
br
|
||||
| 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
|
||||
br
|
||||
| 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
|
||||
br
|
||||
i 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
|
||||
br
|
||||
i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
|
||||
br
|
||||
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblihcen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
|
||||
br
|
||||
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
|
||||
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
|
||||
span.bibelstelle Röm 6,3-13
|
||||
li
|
||||
| Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Die Taufe – ganz im Sinne von Röm 6,3-5 – „vergegenwärtigt“ den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
|
||||
li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b).
|
||||
li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c).
|
||||
li
|
||||
| Die folgende Jüngerberufung mit „Kommt her, mir nach!“ schließt sich daran absolut konsequent an, im Sinne des
|
||||
br
|
||||
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
|
||||
| (→ Röm 6,11).
|
||||
li
|
||||
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
|
||||
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
|
||||
li.small
|
||||
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
|
||||
br
|
||||
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
|
||||
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
|
||||
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Wasser
|
||||
| –
|
||||
q Wüste
|
||||
| –
|
||||
q Geist
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
|
||||
hr
|
||||
ul
|
||||
li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander.
|
||||
li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“.
|
||||
li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut.
|
||||
li
|
||||
i
|
||||
| Gerade im Hinblick auf die Taufe – Hinabsteigen, Untertauchen – symbolisiert das Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
|
||||
| sondern ein Sterben gegenüber dem alten Leben und ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
|
||||
li
|
||||
| In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben.
|
||||
li
|
||||
| Bestimmend ist für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
|
||||
br
|
||||
| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Menschenfischer
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? – Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes!
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
|
||||
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
|
||||
br
|
||||
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
|
||||
li.small
|
||||
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
|
||||
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
|
||||
li
|
||||
| Indem die Erzählung von der Taufe eine der beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte ist, verdeutlicht Markus, wie er „Menschenfischer“ hier besonders verstanden wissen will:
|
||||
br
|
||||
| Als Spendung des Sakramentes der Taufe!
|
||||
li
|
||||
| Dieses ist das Sakrament der Christwerdung, das in die Gemeinschaft der Christen hineinstellt; gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
|
||||
li
|
||||
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
|
||||
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ – ganz im Sinne von Röm 6 –
|
||||
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
|
||||
li
|
||||
| Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst;
|
||||
br
|
||||
| in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Söhne
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Eintreten in die Sohnschaft gegenüber Gott
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
|
||||
li
|
||||
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
|
||||
br
|
||||
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
|
||||
li
|
||||
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
|
||||
br
|
||||
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten werden sie zu Söhnen Gottes.
|
||||
li
|
||||
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Es wird erwähnt, dass Zebedäus auch Tagelöhner hat.
|
||||
li Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
|
||||
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
|
||||
li
|
||||
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
|
||||
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
|
||||
br
|
||||
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer Gesellschaft des Habens aus
|
||||
br
|
||||
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
|
||||
li
|
||||
| Gerade darin folgen sie Jesus nach, wenn man vom „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) her denkt,
|
||||
| der besingt, wie Christus seine himmlische Herrlichkeit – seinen Vater – verlassen hat, um Mensch und Diener zu werden,
|
||||
| und der von Paulus überliefert wird, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
|
||||
li
|
||||
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
|
||||
br
|
||||
i
|
||||
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung
|
||||
| menschlicher Gesellschaft, um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
|
||||
br
|
||||
span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
|
||||
|
||||
hr
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Alles verlassen?
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten.
|
||||
li Auch wird von den vier erstberufenen Jüngern erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
|
||||
li
|
||||
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt dies sehr ähnlich:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext
|
||||
| ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats.
|
||||
br
|
||||
| Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften.
|
||||
br
|
||||
| Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ...
|
||||
span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Wie die Erstberufenen gearde ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
|
||||
li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa.
|
||||
li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend.
|
||||
li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne.
|
||||
li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach.
|
||||
li Während Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
|
||||
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
|
||||
li Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
|
||||
li
|
||||
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und – eigens erwähnt – auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
|
||||
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
|
||||
li
|
||||
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
|
||||
li
|
||||
| Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten.
|
||||
li
|
||||
| Das schließt sicher manches aus – wie das Evangelium noch verdeutlichen wird –, familiäre Bindungen aber nicht.
|
||||
li
|
||||
| Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge.
|
||||
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Jesus, der Johannes „Nachfolgende“
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
|
||||
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
|
||||
li
|
||||
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser – Jesus – tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
|
||||
li
|
||||
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
|
||||
li
|
||||
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“ –
|
||||
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Die Taufe ist Folge der geforderten Umkehr.
|
||||
li Gleichzeitig setzt die Taufe den Glauben an das Evangelium voraus.
|
||||
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
|
||||
|
||||
//-
|
||||
.small
|
||||
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante
|
||||
p
|
||||
|
|
|
|||
Loading…
Reference in New Issue