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| Inhaltsangabe/Überschrift
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste I: Johannes und seine Umkehrpredigt und Taufe; die Scharen kommen
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,6-8
p.card-text
| Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
br
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich.
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,12-13
p.card-text
| Der Geist treibt Jesus in die Wüste.
br
| Jesus in Auseinandersetzung mit Satan [= der Starke].
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
.card.mb-3.konzentr-3
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zu Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Saten in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 14 Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa;
br
| er verkündete das Evangelium Gottes
br
| 15 und sprach:
q
| Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
br
| Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 16 Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er simon und Andreas, den Bruder des Simon,
| die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer.
br
| 17 Da sagte er zu ihnen:
q
| Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
br
| 18 Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.
br
| 19 Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
| sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
br
| 20 Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.
p
| <q>Als Jesus aus dem Wasser stieg ...</q> korrespondiert dem Auftrag an die Jünger,
| Menschenfischer zu werden: die ziehen auch aus dem Wasser!
p
| Jakobus und Johannes werden als Söhne des Zebedäus eingeführt; sie verlassen ihren Vater.
br
| Sie werden auf dem Weg der Nachfolge zu Söhnen Gottes.
br
| Angespielt ist als Hintergrundfolie sicher auch darauf, dass Jesus seinen Vater <q>verlassen</q> hatte, um Mensch zu werden
| und sein Leben hinzugeben: Frucht seines Todes und seiner Auferstehung ist für ihn selber, nun <q>Sohn Gottes in Macht seit der Aufestehung von den Toten</q> (→ Röm!) zu sein,
| aber eben auch, dass Menschen zu Söhnen Gottes werden.
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h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung
hr
ul.card-text
li Jesus beruft die ersten vier Jünger.
li Im Laufe des Evangeliums werden viele dazu kommen.
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
li
| In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen:
br
| → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus mit Hilfe seiner Jünger Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte.
li
| Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen:
br
| Christlich-jüdischer Glaube war und ist nicht nur Privatsache oder Sache einer einzelnen Familie,
| sondern ein „Gemeinschaftsprojekt“, ein Netzwerk, das die Menschen untereinander und mit Gott/Christus verbindet,
| gerade auch im Alltag und im (nicht nur gottesdienstlichen) gemeinsamen Feiern.
li
| Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen.
li
| Dass es immer zwei sind korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird; dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
| wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
br
q Bereitet den Weg des Herrn
br
| →
q Kommt her, mir nach!
hr
ul.card-text
li
| Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf.
br
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, die die Existenz der ihm Nachfolgenden bestimmt, indem er ihnen „den Weg bahnen“ wird.
li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Kommt her, mir nach!“ im Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn“.
br
| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
| Nachfolge meint letztlich:
br
i
| Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen.
br
| Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln.
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h5.card-title Blick in die Zukunft
hr
ul.card-text
li
| Die berufenen Jünger stehen am Anfang ihres Weges mit Jesus;
br
| gleiches gilt für den „unbedarften“ Leser.
li
| Für sie ist vor allem der Blick in die Zukunft bedeutsam:
br
| sie werden bei Jesus „in die Schule gehen“ und lernen, was „Nachfolge“ heißt und heißen muss.
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h5.card-title Blick nach hinten
hr
ul.card-text
li
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“ ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
li
| Dadurch, dass die Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“ zusammen mit der Erzählung von der Versuchung Jesu
| die konzentrische Mitte der Gliederung bildet, ist diese durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet.
li
| Das Gegenüber Gott Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethische Bedeutung findet sich auch im Röm 6:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
| von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
br
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
br
| 8 Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
br
| 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
br
i 10 Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
br
i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
br
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblihcen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
br
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
span.bibelstelle Röm 6,3-13
li
| Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht:
ul.card-text
li Die Taufe ganz im Sinne von Röm 6,3-5 „vergegenwärtigt“ den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b).
li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c).
li
| Die folgende Jüngerberufung mit „Kommt her, mir nach!“ schließt sich daran absolut konsequent an, im Sinne des
br
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
| (→ Röm 6,11).
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li.small
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
br
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
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h5.card-title
q Wasser
|
q Wüste
|
q Geist
h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
hr
ul
li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander.
li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“.
li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut.
li
i
| Gerade im Hinblick auf die Taufe Hinabsteigen, Untertauchen symbolisiert das Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
| sondern ein Sterben gegenüber dem alten Leben und ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
li
| In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben.
li
| Bestimmend ist für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
br
| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
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h5.card-title
q Menschenfischer
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes!
hr
ul.card-text
li
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
li.small
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
li
| Indem die Erzählung von der Taufe eine der beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte ist, verdeutlicht Markus, wie er „Menschenfischer“ hier besonders verstanden wissen will:
br
| Als Spendung des Sakramentes der Taufe!
li
| Dieses ist das Sakrament der Christwerdung, das in die Gemeinschaft der Christen hineinstellt; gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
li
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ ganz im Sinne von Röm 6
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
li
| Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst;
br
| in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen.
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.card-body
h5.card-title
q Söhne
h6.card-subtitle.text-muted Eintreten in die Sohnschaft gegenüber Gott
hr
ul.card-text
li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
br
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
ul.card-text
li Es wird erwähnt, dass Zebedäus auch Tagelöhner hat.
li Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
li
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
br
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer Gesellschaft des Habens aus
br
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
li
| Gerade darin folgen sie Jesus nach, wenn man vom „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) her denkt,
| der besingt, wie Christus seine himmlische Herrlichkeit seinen Vater verlassen hat, um Mensch und Diener zu werden,
| und der von Paulus überliefert wird, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
br
i
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft, um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
br
span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
hr
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Alles verlassen?
h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge
hr
ul.card-text
li Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten.
li Auch wird von den vier erstberufenen Jüngern erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
li
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt dies sehr ähnlich:
br
q.bibeltext
| ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats.
br
| Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen und er selbst pflügte mit dem zwölften.
br
| Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ...
span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20
ul.card-text
li Wie die Erstberufenen gearde ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa.
li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend.
li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne.
li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach.
li Während Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
li Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
li
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
li
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
li
| Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten.
li
| Das schließt sicher manches aus wie das Evangelium noch verdeutlichen wird , familiäre Bindungen aber nicht.
li
| Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge.
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.card-body
h5.card-title Jesus, der Johannes „Nachfolgende“
hr
ul.card-text
li
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
li
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
li
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Folge der geforderten Umkehr.
li Gleichzeitig setzt die Taufe den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
//-
.small
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante
p