Klärungen und Ergänzungen "Anfang" konzentrisch

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Peter Fischer 2020-01-06 19:01:45 +01:00
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| Von daher rahmt zwar der Gedanke <q>Anfang</q> 1,1-15, aber ohne das im Evangelium Erzählte ist
| nicht klar, was genau hier eigentlich den Anfang nimmt. Von daher kann sich das Wort <q>Anfang</q> nur
| auf das ganze Evangelium beziehen, nicht nur auf 1,1-15 hat man aber die wichtigen Zusammenhänge
| verstanden, ist in diesen 15 Versen tatsächlich der ganze <1>Anfang</q> präsent.
| verstanden, ist in diesen 15 Versen tatsächlich der ganze <q>Anfang</q> präsent.
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| In der Mitte steht die Taufe Jesu, im Brennpunkt von <q>Evangelium</q> und <q>Anfang</q>.
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| Die Taufe jedes Christen markiert den Anfang seiner christlichen Existenz.
br
| In Röm 6 unterstreicht Paulus, dass der Getaufte auf den Tod Jesu getauft ist und
| Anteil am Leben des Auferstandenen hat und daher in der <q>Neuheit des Lebens wandeln</q> soll,
| konkret: der Sünde widersagt und ganz für Gott lebt.
| insofern Anteil am Leben des Auferstandenen hat, als dass er in der <q>Neuheit des Lebens wandeln</q> kann und soll,
| konkret: der Sünde widersagt und ganz für Gott lebt; also: den Neuanfang nutzt und nicht wie (der erste) Adam in Gen 3 der Sünde verfällt.
br
| Bei Markus scheint genau dieser Gedankengang zugrunde zu liegen.
| Es ist ja davon auszugehen, dass Markus von der Taufe Jesu einerseits im Horizont von Tod und Auferstehung Jesu
| erzählt, andererseits doch aber auch im Horizont der Taufe als christlichem Initiationssakrament.
| Von Röm 6 her betrachtet schließt die Erzählung von der Versuchung Jesu sehr sinnvoll an die Erzählung von
| der Taufe an: Einerseits ist dies von Röm 6 her <q>gefordert</q>, wo es darum geht,
| der Taufe an; ja es scheint von Röm 6 her bzw. dem Gedanken Neuschöpfung her <q>gefordert</q>, wo es darum geht,
| als Getaufte der Sünde/dem Satan zu wiederstehen; Markus drückt das so aus:
| ein Leben zu führen, das die Umkehr vollzieht und von Glaube (an das Evangelium) geprägt ist
| bzw. den <q>Weg des Herrn</q> bereitet, was wie das Evangelium noch entfalten wird
| unter verschiedenerlei Anfeindungen und Anfechtungen geschieht.
| Andererseits nimmt Markus damit den entscheidenden Punkt am Ende des irdischen Wirkens Jesu den Tod am Kreuz vorweg,
br
| Gleichzeitig nimmt Markus damit den entscheidenden Punkt am Ende des irdischen Wirkens Jesu den Tod am Kreuz vorweg,
| womit sich <i>die</i> Versuchung Jesu schlechthin verbindet: Messias nach Menschenart zu sein, statt <q>zu dienen
| und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.</q>
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 1,1-3
q.card-text.small Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn eines Gottes.
br
q.card-text.small Vor dir her deinen Weg herrichten.
br
q.card-text.small Bereitet den Weg des Herrn!
.card.mb-3.konzentr-3
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| kehrt um (= ändert euch) und glaubt an das Evangelium!
p.card-text.small
| In dieser Gliederung sind die Taufe Jesu und der Eröffnungsruf der Verkündigung Jesu aufeinander bezogen!
| (Ganz im Sinne der Deutung oben.):
| In dieser Gliederung sind die Taufe Jesu und der Eröffnungsruf der Verkündigung Jesu aufeinander bezogen,
| ganz im Sinne der Deutung oben:
br
| Im Schicksal des Täufers ist der Tod Jesu präsent [wie ja auch das vorausgesetzte Bestehen der Versuchung letztlich mit dem Tod Jesu am Kreuz identisch ist], im Ruf Jesu die Auferstehung.
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.card.mb-3.konzentr-4
.card-body.gliederung
h5.card-title Die neue Lehre in der Synagoge
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,21-28
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 1,21-28
p.card-text.small
| <i>Erste</i> Dämonenaustreibung.
p.card-text.small
| Jesus, der <q>Heilige Gottes</q>.
p.card-text.small
| Im Geschick des Vorläufers (1,2 mit 1,14) ist das Geschick Jesu angedeutet
| und damit die Weise, wie Jesus die Dämonen ins Verderben stürzen wird:
br
i
| Vom Schicksal des Vorläufers her wird die <q>Lehre in Vollmacht</q>
| im Hinblick auf seinen eigenen Weg inhaltlich gefüllt.
p.card-text.small
| Wie Johannes rief: <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> und damit auf Jesus bzw. sein Kommen aufmerksam machte,
| so verbreiten die Menschen den Ruf Jesu in der ganzen Gegend (und bereiten damit den Weg der Menschen zu Jesus, die das hören und zu Jesus kommen).
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| Doppelt wichtig ist der Bezug zu 1,2-3: Der <q>Weg des Herrn</q> wird in Beziehung gesetzt zur (hier nicht näher spezifizierten) Lehre Jesu, die eine Dämonenaustreibung rahmt.
ul.mb-0.small
li
q Ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg herrichten wird.
ul
li
| Dieser Bote, der mit Johannes dem Täufer zu identifizieren ist, ist das weiß der Leser (spätestens) seit 1,14
| <q>ausgliefert</q> worden, also einen gewaltsamen Tod gestorben.
li
| Das <q>vor dir her</q> impliziert den Tod Jesu.
li
| Damit wird die Dämonenaustreibung und der Tod Jesu in Beziehung gesetzt.
br
span.small [Wie ja auch die bestandene Versuchung mit dem Tod Jesu identisch ist.]
li
| Aufgrund der Bezüge von 1,1-3 und 1,21-28 ist also angedeutet, dass es bei der Lehre Jesu (auch) um den
| im Dienste des Verderbens der Dämonen stehenden Tod Jesu geht.
li
q Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Straßen!
ul
li
| Von 1,4 als Erfüllung von 1,3 her ist klar: Der Ruf <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> hat etwas mit Umkehr, mit Sinneswandel zu tun.
br
span.small
| So versteht es schon Jesaja (Jes 40,3(-4)): Es geht um eine Neuorientierung am Heilswillen Gottes,
| nicht zuletzt in einem ethischen Sinne; als Folge wird die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit für
| alle Menschen verheißen: die ethische Neuausrichtung auf den Willen Gottes hin ist also tatsächlich der <q>Weg des Herrn</q>,
| der quasi darauf mit seinem Heil kommt.
br
| Dienst also die Dämonenaustreibung diesem Sinneswandel?
br
span.small
| In 8,32b-33 wird Petrus, der sich dem <q>Weg</q> Jesu entgegen stellt, behandelt wie ein Dämon
| und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, auf die Seite Satans gerutscht zu sein.
br
| Diese Stelle dürfte auch mit der Erzählung von der Versuchung Jesu zusammen hängen,
| ist es doch seine Versuchung, Messias nach Erwartung der Menschen und nicht nach der Sendung
| Gottes zu sein.
br
| So verstanden entspricht die Dämonenaustreibung hier den Blindenheilungen, die den Meta-Teil <q>Auf dem Weg</q> rahmen:
| jeweils ein Heilungswunder im Zusammenhang mit dem Weg Jesu und dem Nachfolgeweg der Jünger, die ein Umdenken
| erfordern.
li
| Jedenfalls ist durch den Bezug von 1,1-3 und 1,21-28 angedeutet, dass es bei der Lehre Jesu auch um
| eine nähere Spezifizierung des Rufes <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> gehen wird!
br
span.small
| Bei der <q>Lehre auf dem Weg</q> wird dann deutlich werden: Es gilt, auf dem Weg der Nachfolge Jesu
| den (eigenen) Dämon, groß sein zu wollen
| im Sinne menschlicher Macht- und Reichtumgsgelüste, zu überwinden und den Menschen zu dienen,
| so wie Jesus mit seinem Tod der Menschheit gedient hat (Mk 10,45).
br
| Auf diese Weise wird <q>der Weg des Herrn</q> beschritten; es ist gleichzeitig der Weg, auf dem Jesus (mit seiner rettenden Nähe) bei den Menschen ankommt;
| in diesem Sinne ist <q>der Weg des Herrn bereitet</q>.
br
| Die Analogie zum Verständnis des Rufes bei Jesaja ist frappierend!
li
| Der <q>Weg des Herrn</q> so wird es hier offensichtlich hat mit dem Ende der Dämonenherrschaft zu tun;
| der Satan als Chef der Dämonen und die Versuchung, die er an Jesus richtet, sind in dieser Gliederungsvariante
| in die Mitte gestellt.
li
| Das kann nur bedeuten, dass <q>den Weg des Herrn bereiten</q> in die gleiche Richtung gehen muss: Dämonen überwinden, vernichten bzw. Mitwirkung dabei.
li
| Später (Mk 6,6b-13) wird Jesus seine Jünger mit dem Ruf zur Umkehr und der Vollmacht zur Dämonenaustreibung aussenden;
| hier (1,28) verbreitet sich der Ruf Jesu in ganz Galiläa.
li
| Ein weiterer Zugang: <q>Den Weg des Herrn bereiten</q> ist das Gegenteil des Verhaltens eines Menschen, der <q>von einem unreinen Geist besessen</q> ist.
br
| Wer der Versuchung (Mitte!) erliegt, ist (dann) von einem unreinen Geist besessen; statt dessen gilt es, <q>den Weg des Herrn zu bereiten</q>.
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