Verbesserungen Mk/Reinigen
parent
11705be376
commit
db70a4e4ca
|
|
@ -814,7 +814,7 @@ block content
|
|||
| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
|
||||
li
|
||||
| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
|
||||
| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
|
||||
| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Entäußerung und Erniedrigung des Gottgleichen zugunsten eines anderen geschieht, also um jemand anderen zu beschenken bzw. aufzurichten;
|
||||
br
|
||||
| der Hymnus geht vielmehr zur Erhöhung des sich selbst erniedrigt habenden durch Gott über.
|
||||
li
|
||||
|
|
@ -828,7 +828,7 @@ block content
|
|||
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
|
||||
span.bibelstelle Phil 2,3a.4
|
||||
li
|
||||
| Mit „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
|
||||
| Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
|
||||
|
|
@ -838,6 +838,20 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
|
||||
span.bibelstelle Röm 5,19
|
||||
li
|
||||
| Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in
|
||||
span.bibelstelle 2 Kor 8,9
|
||||
| im Sinne eines „Austausches“:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext
|
||||
| Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
|
||||
br
|
||||
| Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.
|
||||
br
|
||||
| Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren.
|
||||
br
|
||||
span.small
|
||||
| Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21!
|
||||
li
|
||||
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“.
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -867,13 +881,13 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
|
||||
br
|
||||
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – in diesem Sinne zu Gott zu erheben –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen.
|
||||
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen.
|
||||
li
|
||||
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
|
||||
br
|
||||
| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
|
||||
| Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
|
||||
br
|
||||
| und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
|
||||
| und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
|
||||
|
||||
li
|
||||
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
|
||||
|
|
@ -942,7 +956,7 @@ block content
|
|||
li
|
||||
| Weil das Thema „Austausch“ für die Erzählung von der Heilung des „Aussätzigen“ konstitutiv ist und
|
||||
| das Handeln Jesu mit dem der Zebedäussöhne verknüpft ist,
|
||||
| ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhne des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
|
||||
| ist nahegelegt, dass das Thema „Austausch“ auch bei den Söhnen des Zebedäus eine Rolle spielen muss.
|
||||
li
|
||||
| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -1051,19 +1065,30 @@ block content
|
|||
li
|
||||
| So sollen – auf die ethische Ebene übertragen – auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen:
|
||||
br
|
||||
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
|
||||
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
|
||||
span.small (Vgl. Mk 10,21)
|
||||
br
|
||||
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die „Letzte“ sind, bedient werden.
|
||||
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren.
|
||||
span.small (Vgl. Mk 10,42-44)
|
||||
br
|
||||
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
|
||||
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
|
||||
span.small (Vgl. Mk 10,45)
|
||||
br
|
||||
span.small
|
||||
| Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran,
|
||||
| dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll,
|
||||
| in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben;
|
||||
br
|
||||
| wer sich aber zum Diener dieser „Letzten“ macht, der stellt sich auf die Stufe noch darunter, wird in diesem Sinne zum „Letzten der Letzten“,
|
||||
| so dass die „Letzten“ eine Stufe nach oben erhöht werden.
|
||||
li
|
||||
| So erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein Gegenüber, wie das soteriologische
|
||||
| Durch das Eintragen des „Austausches“ erhält das ethische Handeln der Zebedäus-Söhne bei ihrer Berufung ein menschliches Gegenüber, wie das soteriologische
|
||||
| Handeln Jesu und der Jünger schon immer ein Gegenüber hatte:
|
||||
br
|
||||
| Ihr Verzicht und ihr Gehorsam Jesus gegenüber geschieht nicht in ein „Nichts“ hinein, auch nicht primär um eines
|
||||
| himmlischen Lohnes willen,
|
||||
| himmlischen Lohnes willen, ihr Dienst in der Nachfolge Jesu ist kein (rein) spirituell-liturgischer Dienst;
|
||||
br
|
||||
i sondern geschieht zugunsten eines menschlichen Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
|
||||
i ihr Verzicht und ihr Dienst geschehen zugunsten eines </i>menschlichen<i> Gegenübers, mit dem es in gewisser Weise zu einem „Austausch“ kommt.
|
||||
br
|
||||
| Damit zielt Nachfolge auf die umfassende Verwandlung der Lebensumstände im Hier und Heute: der eigenen zugunten der von anderen
|
||||
| im Sinne einer Teilhabe an der „Neuheit des Lebens“ und des „Aufrichtens von Menschen“.
|
||||
|
|
|
|||
Loading…
Reference in New Issue