| Johannes der Täufer erscheint als jener, der mit der Umkehrpredigt und seiner
| Rede vom Kommenden auf Jesus hinweist, so seinen Weg bereitet;
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| Jesu Tod und Auferstehung – <q>gegenwärtig</q> in der Taufe – als Ursache der Vollmacht, dass Jesus Sünden vergeben kann.
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| In der Mitte steht das Aufgerichtetwerden, hier erhebt sich ein Gelähmter:
| In der Mitte steht das Aufgereichtetwerden, hier erhebt sich ein Gelähmter:
| beides kann in Beziehung zur Auferstehung gesetzt werden.
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| Das Aufgraben des Daches und das Hinunterlassen eines – zumindest äußerlich – leblosen Körpers
| erinnert an eine Beerdigung.
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| Vom Gegenüber <q>Taufe Jesu</q> in der Gliederung her kommt einem Röm 6(,4.13) in den Sinn:
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| Wir wurden ja <i>mit ihm [= Jesus] begraben durch die Taufe auf den Tod</i>, damit auch wir,
| so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
| <i>in der Neuheit des Lebens wandeln</i>.
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| Stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die <i>aus Toten zu Lebenden geworden</i> sind.
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| Dies alles ist von Markus hier wunderbar tiefsinnig ins Bild gebracht und als Heilung erzählt.
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| Markus betont auch, dass das Dach genau dort geöffnet wurde,
| wo Jesus war: der Gelähmte ist <q>mit Jesus <q>begraben</q></q> in diesem Haus – und geht als Geheilt-Lebendiger weg:
| ihm ist ein neues Leben geschenkt.
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| Diese Bezüge erklären die Verquickung von Heilung und Sündenvergebung: vordergründig eine Heilung,
| hintergründig eine Bebilderung von Röm 6,4.13.
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| Auffällig ist die Analogie <q>Himmelaufreißen</q> – <q>Dachaufreißen</q>:
| <q>Folge</q> der Auferstehung Jesu ist das Aufgerichtetwerden des (kranken) Menschen
| zu einem befreiten, dienenden Leben – nicht nur die Aussicht auf die eigene Auferstehung.
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i Auffällig ist die Analogie <q>Himmelaufreißen</q> – <q>Dachaufreißen</q>:
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| Wie Gott zur Rettung des Menschen den Himmel aufreißt und seinen Geist herabsendet,
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| so reißen die 4 das Dach auf und lassen den Gelähmten hinab, um ihn zu retten.
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i Sie vollziehen das soteriologische Handeln Gottes auf der Ebene der Ethik nach.
| Sie bahnen dem Gelähmten den Weg zum Herrn und bereiten so gleichzeitig den Weg des Herrn zu ihm.
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| Damit haben sich die Vier in den Dienst Gottes gestellt (vgl. Röm 6,13!).
| <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> kann von dieser Erzählung her wie folgt verstanden werden:
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| Imperativische und soteriologische Komponente:
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| Bahnt den Weg für Notleidende zum Herrn (bzw. des Herrn zu Notleidenden, indem ihr euch ihnen zuwendet) – es ist gleichzeitig euer Weg zum Herrn (Jesus sieht sie bzw. ihren Glauben) (vgl. Mk 9,36-37!)
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| [= Bereitet den Weg, auf dem der Herr zu den Menschen kommt!]
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| Inhaltliche Komponente (Wie? des Weges):
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| Dieser Weg [zu was man sich bekehren soll] ist der gleiche Weg, wie ihn der Herr selbst beschreitet.
| [und nicht ein mit den Handeln Gottes selbst nicht verbundener, nur von ihm auferlegter Weg]
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| [= Bekehrt euch zu dem Weg/geht den Weg, den Gott/Jesus selbst geht!]
//- Macht es wie Gott [= geht den gleichen Weg, den Gott/Jesus geht]! [= Bereitet den gleichen Weg, wie ihn der Herr geht, und geht ihn selber [auf diesem Weg kommt gleichzeitig auch der Herr an].]
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| In den Paulus-Briefen ist der Geist Lebendigmacher; vgl. die Auferstehung Jesu und der Gläubigen,
| aber auch das geistgeführte und -gestärkte Leben der Gläubigen.
| Die 4 haben alles, was den Jüngern (immer wieder) fehlt: sie kennen effektiv den Weg des Herrn,
| gehen bzw. bereiten ihn; sie haben Glauben.
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| Von daher ist seine Erwähnung bei der Taufe zu übertragen auf die Heilung des Gelähmten/Sünders.
| (Man beachte Mk 1,8!) (Vgl. auch Mk 3,22-30.)
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| Die Erzählung erhebt den Anspruch, zu belegen, <q>dass de ,rMenschensohn die Vollmacht hat,
| auf der Erde Sünden zu vergeben</q>; äußerer Beleg ist das Sich-Erheben und Weggehen des Gelähmten.
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| Ist dies aber als Bebilderung von Röm 6,4.13 verstanden, stellt sich die Frage, was Markus dann damit realiter meint.
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| Es kann sich nicht um die Auferstehung Jesu handeln – denn es geht hier nicht um ein Erkennen an Jesus,
| sondern an einem anderen. Es kann aber auch nicht die (zukünftige, von Röm 6,5 her aber im Gedanken-Kontext präsente)
| Auferstehung des Geheilten sein – denn die ist auf Erden nicht <q>sichtbar</q>, weil ein Geschehen in die Wirklichkeit Gottes hinein.
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| Damit kann nur eine sichtbare Veränderung am Verhalten des ehedem von der Sünde befallenen im Blick sein.
| Und tatsächlich schließt sich eine Erzählung an, die von einer Verhaltensänderung eines <q>Sünders</q> erzählt:
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.card-body.gliederung
h6.card-title Die Berufung des Zöllners Levi
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3 Mk 2,13-14
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| Jesus lehrt die Menschen; dabei geht es sicher auch um seinen Weg → Mk 1,2-3.
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| Wie Johannes der Täufer Jesus vorausging, so soll Levi Jesus nachfolgen.
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| Das <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> spiegelt sich im Ruf zur Nachfolge;
| bei beiden Rufen geht es – das zeigt sich für Letzteren gerade auch in Mk 2,1-12! – um ein Wirken im Dienst des heilvollen Kommens Gottes/Jesu zu den Menschen.
| (Vgl. auch Mk 9,33-37!)
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span.small Man beachte, wie Nachfolge und Wegbereitung in der Erzählung vom Einzug in Jerusalem zusammengebunden sind.
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| Levi steht auf und folgt Jesus nach. Unmittelbar nach der Symbolheilung des Gelähmten/Sünders erzählt,
| fällt die Parallelität der Vorgänge auf: aufstehen, gehen [mit besonderer Konnotation: nach Hause; in der Nachfolge]: das Sich-in-die-Nachfolge-Rufen-Lassen des Zöllners Levi
| eignet sich ganz gut als <q>Beleg</q> dafür, dass Jesus Sünden vergeben kann:
| das Geschehen seines Tod und seiner Auferstehung – gegenwärtig in seiner Lehre (und in der Taufe)! – <q>wandelt</q> Menschen;
| sie treten ein in die Jesus-Nachfolge, was ein entsprechendes Verhalten mit sich bringt.
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| Den Gelähmten/Sünder hatte Jesus <q>nach Hause</q> geschickt, Levi soll Jesus nachfolgen.
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| Den ersten Blinden in Mk 8,22-26 wird Jesus auch <q>nach Hause</q> schicken, vom zweiten (Bartimäus)
| wird es heißen, dass er Jesus nachfolgt. Beide Blindenheilungen sind durch die Gliederung des Meta-Teiles <q>Auf dem Weg</q>
| aufeinander bezogen, wie auch die Heilung des Gelähmten/Sünders und die Berufung des Levi eine Einheit bilden (vgl. die Gliederung und die Gedanken oben).
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| Somit wird man das <q>nach-Hause</q>-Gehen und die Nachfolge aufeinander beziehen müssen: der Weg nach Hause ist der Weg der Nachfolge Jesu,
| das Haus, um das es hier eigentlich geht, ist nicht ein irdisches Wohnhaus, sondern das Haus Gottes, der Himmel, das dem offen steht,
| der Jesus nachfolgt.
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| Man beachte, dass durch die Beziehung von Mk 8,22-26 und 9,41-50 praktisch verbürgt ist, dass <q>Haus</q> (in diesem Zusammenhang)
| und <q>Reich Gottes</q> effektiv identisch sind.
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| In der Mitte steht die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus zum Dienst,
| hier der Ruf in die Nachfolge Jesu; und was <q>Nachfolge</q> heißt, das bebildern die 4 Männer,
| die sich des Gelähmten angenommen haben und durch ihr Handeln auf der zwischenmenschlichen Ebene nachvollziehen,
| was Gott auf soteriologischer Ebene tut: Dienst am Menschen, an den <q>Letzten</q>.
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| Dabei sit <q>Nachvollziehen</q> deutlich abzuheben von Nachahmen und Nachspielen (→
| Fußwaschung am Gründonnerstag)
| Im Gegensatz dazu fehlt es den Jüngern immer wieder an Glauben, und sie stellen sich dem <q>Weg des Herrn</q> (bzw. dem Weg zum Herrn) immer wieder
| in den Weg, z. B. bei den Kindern, bei Bartimäus.
| Die 4 Männer bereiten dem Gelähmten den Weg (zu Jesus),
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| wie Johannes den Weg Jesu <q>hergerichtet</q> hat.
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| Das visuelle Geschehen, dass einer <q>wie tot</q> (eben gelähmt) (auf einer Trage liegend) <q>begraben</q> wird
| und sich dann erhebt, kann als Hinweis auf die Auferstehung Jesu verstanden werden.
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| Das unterstreicht die <q>Schicksalsgemeinschaft</q> mit Jesus in der Taufe, die gegenüberliegend
| thematisiert wurde mit Rückgriff auf Röm 6.
| Das visuelle Geschehen, dass einer <q>wie tot</q> (eben gelähmt) auf einer Trage liegt
| und sich erhebt, kann als Hinweis auf die Auferstehung Jesu verstanden werden.
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| Die 4 haben alles, was den Jüngern (immer wieder) fehlt: sie dienen beispielhaft dem Gelähmten,
| einer Randgestalt in der Gesellschaft – sie wissen damit, worauf es in der Jesus-Nachfolge ankommt –; sie haben Glauben.
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| Im Gegensatz dazu fehlt es den Jüngern immer wieder an Glauben, und sie stellen sich dem <q>Weg des Herrn</q> (bzw. dem Weg zum Herrn) immer wieder
| in den Weg, z. B. bei den Kindern, bei Bartimäus.
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| Sie bahnen dem Gelähmten den Weg zum Herrn und bereiten so gleichzeitig den Weg des Herrn zu ihm.
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| <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> kann also wie folgt verstanden werden:
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| Imperativische und soteriologische Komponente:
br
| Bahnt den Weg für Notleidende zum Herrn (bzw. des Herrn zu Notleidenden, indem ihr euch ihnen zuwendet) – es ist gleichzeitig euer Weg zum Herrn (Jesus sieht sie bzw. ihren Glauben) (vgl. Mk 9,36-37!)
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| [= Bereitet den Weg, auf dem der Herr zu den Menschen kommt!]
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| Inhaltliche Komponente (Wie? des Weges: Nachfolge [siehe gegenüberliegend]):
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| Dieser Weg [zu was man sich bekehren soll] ist der gleiche Weg, wie ihn der Herr selbst beschreitet.
| [und nicht ein mit den Handeln Gottes selbst nicht verbundener, von ihm nur auferlegter Weg]
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| [= Bekehrt euch zu dem Weg/geht den Weg, den Gott/Jesus selbst geht!]
//- Macht es wie Gott [= geht den gleichen Weg, den Gott/Jesus geht]! [= Bereitet den gleichen Weg, wie ihn der Herr geht, und geht ihn selber [auf diesem Weg kommt gleichzeitig auch der Herr an].]