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Peter Fischer 6dec9267b9 Tippfehler korrigiert 2022-09-08 17:22:25 +02:00
Peter Fischer 7dee09d218 Bearbeitung Mk/Zwölf 2022-09-08 16:09:42 +02:00
Peter Fischer 7a3b90343c Bearbeitung Mk/Andrang 2022-09-08 10:18:31 +02:00
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@ -196,4 +196,149 @@ block content
br
q Du bist der Sohn Gottes!
br
| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
| 12 Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.
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.card-body
h5.card-title Anmerkungen zu dieser eigenwilligen konzentrischen Gliederung
h6.card-subtitle.text-muted Warum nicht mit der ganzen Erzählung von der Heilung des Aussätzigen verbinden?
hr
p.card-text.mb-0
| Es scheint auf den ersten Blick nahezuliegen, die vorliegende Erzählung vom Andrang der Menschen mit
| der ganzen Erzählung von der Heilung des Aussätzigen zu verbinden und nicht nur mit der oberen Hälfte:
ul.card-text
li
| Das Kommen der vielen Menschen aus den vielen Gegenden ließe sich verbinden mit dem Kommen der Leute
| „von überallher“ am Ende der Aussätzigenerzählung.
li
| Die vielen Menschen aus den vielen Gegenden kommen, weil sie gehört haben, was Jesus tut
| dies ließe sich verbinden mit der Verkündigungstätigkeit des ehedem Aussätzigen.
li
| Der (misslungene) Rückzug Jesu mit den Jüngern an den See kann in Beziehung gesetzt werden zum
| (durchbrochenen) Rückzug Jesu in „einsame Gegenden“.
p.card-text.mb-0
| Gleichzeitig muss allerdings gesehen werden, dass diese vollständige Verbindung schlicht nicht machbar ist:
ul.card-text
li
| Die nächste Mitte einer konzentrischen Gliederung wäre dann die Einleitung der Heilung des Gelähmten in Mk 2,1-2;
br
| doch diese <i>muss</i> mit der Episode „Jesus und seine Angehörigen“ in Mk 3,20-21 verbunden werden,
br
| weil die Formulierungen einfach sehr klar analog sind.
li
| Auch der weitere Fortschritt der fortschreitenden Konzentrik stützt dies.
li
| Dann aber ist die Erzählung von der Auswahl der Zwölf „zu viel“!
p.card-text
| Man könnte als Ausweg geneigt sein, die Auswahlerzählung mit dem hinteren Teil der Aussätzigenerzählung zu verknüpfen.
br
| Doch steht dem entgegen, dass die sinnvollere konzentrische Gliederung entsteht, wenn man den Anfang für sich
| nimmt und nicht das Ende , wie oben als Anmerkungen am Text durch die aufgezeigten Gegensätzlichkeiten
| deutlich wird:
br
| Der erste Teil der Aussätzigenerzählung <i>muss</i> quasi Mitte einer konzentrischen Gliederung sein.
p.card-text.mb-0
| Ferner lässt sich die Erzählung von der Auswahl der Zwölf sich mit der ganzen Aussätzigenerzählung recht gut verbinden:
ul.card-text
li
| Jesus beruft seine Apostel, damit er sie aussende „zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben“.
br
| Verkündigen ist (am Ende) die Tätigkeit des ehedem Aussätzigen, und die Heilung des Aussätzigen davor kann als
| Dämonenaustreibung verstanden werden.
br
| Kurzum: Die Apostel sollen <i>beide</i> Dimensionen als Tätigkeit übernehmen, von denen in der Aussätzigenerzählung
| erzählt wird, nicht nur die Tätigkeit aus einer der beiden Hälften.
li
| Hinzu kommt, als Stütze:
br
| Die Aussätzigenerzählung bildete das Ende einer konzentrischen Gliederung, als die Berufung der ersten Jünger die Mitte bildete.
p.card-text
| Als weiterer Hinweis auf die Richtigkeit der gewählten konzentrischen Gliederung kann gelten,
| dass die Andrangserzählung mit einem Schweigegebot endet,
br
| und die Aussätzigenerzählung am sinnvollsten da geteilt wird, wo das Schweigegebot ausgesprochen wurde,
| dieses selbst zum ersten Teil rechnend.
p.card-text
| Auffallen muss auch, dass die Andrangserzählung zu Beginn jene Menschen erwähnt, die Jesus aus Galiläa folgen;
br
| man kann die Mitte der konzentrischen Gliederung nach oben erweiternd (Mk 1,39) darin jene sehen,
| die Jesus bei seinem Ziehen durch ganz Galiläa quasi eingesammelt hat.
p.card-text
| Damit gibt es in der Andrangserzählung Bezüge nicht nur zur (ganzen) Aussätzigenerzählung, sondern auch zur Episode davor.
br
| Gleichzeitig macht das Gegenüber von Mk 1,39 und Mk 1,45 deutlich, dass diese beiden Episoden sich
| in der konzentrischen Gliederung gegenüber stehen wollen und nicht selber als (direkter) Teil der Mitte gedacht sind.
br
| Man wird von einer erweiterten Mitte sprechen müssen/dürfen (wie sie ähnlich auch schon zuvor begegnet ist).
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h5.card-title
q ... an ihn herandrängten, um ihn zu berühren
h6.card-subtitle.text-muted Berühren als Besonderheit
hr
ul.card-text
li
| Dieser Erzählzug verbindet sich klar mit der heilenden Berührung des Aussätzigen durch Jesus.
br
| Was dort dazu geschrieben wurde, ist hier mitzubedenken.
li
| Deutlich soll also werden: Jesus bleibt das Leid der Menschen nicht fern,
br
| er berührt sie aber auch nicht einfach nur (symbolisch),
br
| vielmehr kommt es zu einem heilenden Austausch:
br
| Jesus lädt die Krankheit der Menschen auf sich und gibt ihnen dafür sein Leben.
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h5.card-title
q ... und aus der Gegend von Tyrus und Sidon
h6.card-subtitle.text-muted Andrang auch aus den heidnischen Gebieten
hr
ul.card-text
li
| Der Kreis der vielen Menschen, die zu Jesus kommen, weitet sich von deren Herkunft her;
br
| es sind „die Vielen“ in einem ganz umfassenden Sinn:
br
| was in der Mitte an <i>einem</i> erzählt wird, daran wollen (sollen) die (umfassenden) Vielen Anteil haben.
li
| Schon in vorherigen Erzählung ist die Heiden-Thematik präsent gewesen (Apostelnamen, doppeltes Dachöffnen; Gesetzesthematik);
br
| hier nun wird mit der Herkunft von Menschen aus Tyrus und Sidon also Städten, die mehrheitlich von Heiden bewohnt werden
| diese Thematik explizit aufgegriffen;
br
| auch die Heiden gehören zu den „Vielen“ dazu, die an der Erlösung in Christus Anteil haben.
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h5.card-title
q Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
h6.card-subtitle.text-muted Vorbereitung der Wahl der Zwölf
hr
ul.card-text
li
| Während die Aussätzigenerzählung den Willen Jesu zur Heilung des Aussätzigen und sein Mitleid unterstreicht,
| ergreift Jesus hier quasi die Flucht angesichts der unheimlichen Massen, die zu ihm kommen.
li
| Deutlich soll wohl werden: einer allein schafft das nicht;
br
| damit ist die Bestellung der Zwölf und ihrer perspektivischen Sendung in der nächsten Erzählung vorbereitet.
li
| Die Angst, im Dienst an den Vielen sein Leben zu lassen, muss aber auch tiefer verstanden werden;
br
| den Jesus wird ja tatsächlich dann am Kreuz sein Leben für die Vielen lassen;
br
| darauf soll hier sicher angespielt werden,
br
| nur ist es dafür jetzt noch nicht der Zeitpunkt.
li
| In diesem Sinne wird es dann den Dienst der in der nächten Erzählung bestellten Zwölf
| (und weiterer) nach Ostern dann auch <i>notwendig</i> brauchen.

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@ -200,7 +200,7 @@ block content
span.bibelstelle Jes 53,11
hr
p.card-text.mb-0
| Das Gegenüber von Johannespredgit und Taufe Jesu einerseits sowie Mahl mit den Zöllnern und Sündern samt
| Das Gegenüber von Johannespredigt und Taufe Jesu einerseits sowie Mahl mit den Zöllnern und Sündern samt
| Streitgespräch andererseits vergegenwärtigt den zitierten Vers aus dem Vierten Gottesknechtslied des Jesaja:
ul.card-text
li

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@ -175,8 +175,8 @@ block content
| des Schöpfers am 7. Tag) und erinnert an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten.
| Daher ist dieser Tag in besonderer Weise Gott geweiht.
p.card-text
| Doch interessant ist, wozu Gott diesen Tag einsetzt. Bei einer Betrachtung des Sabbat-
| gebotes fällt ja auf, dass an diesem Tag nicht nur jene ruhen sollen, die es sich leisten
| Doch interessant ist, wozu Gott diesen Tag einsetzt. Bei einer Betrachtung des Sabbatgebotes
| fällt ja auf, dass an diesem Tag nicht nur jene ruhen sollen, die es sich leisten
| könnten weil andere für sie arbeiten , sondern dass auch Sklaven, Tiere und sogar
| Fremde ruhen sollen. Ein Tag umfassender Ruhe, an dem Gleichheit vor Gott und vor-
| einander herrschen soll in der gemeinsamen, Regeneration fördernden Ruhe unabhängig von sozialem Stand
@ -309,10 +309,10 @@ block content
| Das Mahl mit den Zöllnern und Sündern das auffälligerweise in Mk 2,16-17 nochmal wiederholt erzählt wird (!)
| ist Vorwegnahme und schon Vollzug dessen, dass Jesus sich „unter die Abtrünnigen rechnen ließ“.
li
| Bezüglich des Ährenraufens verteidgt Jesus seine Jünger wieder, wie schon in der Fastenfrage;
| Bezüglich des Ährenraufens verteidigt Jesus seine Jünger wieder, wie schon in der Fastenfrage;
| doch er tut es auf andere Weise!:
br
| Während er dort die Schuldfrage auf sich zieht, argumentiert er hier mit der Prozexistenz des Sabbats:
| Während er dort die Schuldfrage auf sich zieht, argumentiert er hier mit der Proexistenz des Sabbats:
| der Sabbat ist für den Menschen da; selbst der hochsakrale Charakter des Tempels in Jerusalem wird menschlichem Bedürfnis untergeordnet;
| Jesus tritt also pointiert für seine Jünger ein.
br
@ -336,7 +336,7 @@ block content
| Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich dienen zu lassen,
| sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
br
| Andererseits mit seinem Geschick, wie es der Philipperhymnus besingt; Entäußerung, Erniedriung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz als Proexistenz gedeutet.
| Andererseits mit seinem Geschick, wie es der Philipperhymnus besingt; Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz als Proexistenz gedeutet.
li.small
| Interessanterweise ist auch das Wort zur Verteidigung der Tischgemeinschaft Jesu mit den Abtrünnigen analog formuliert:
br
@ -389,7 +389,7 @@ block content
| verbunden mit dem Fasten der Johannes-Jünger und dem künftigen Fasten der Jesus-Jünger;
br
| die Abwesenheit Jesu Anspielung auf seinen Tod assoziiert dabei die gewaltsam verfügte Abwesenheit des Täufers;
| auch im Gegenüber dieser beiden Erählungen ist also das mit der jeweiligen Sendung sich verbindende Schicksal angesprochen.
| auch im Gegenüber dieser beiden Erzählungen ist also das mit der jeweiligen Sendung sich verbindende Schicksal angesprochen.
br
span.small
| Dass im unteren Rand der konzentrischen Gliederung in der Chiffre der Proexistenz des Sabbats die Proexistenz des Menschensohnes

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@ -218,7 +218,7 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Markus-Evangelium als „Passionserzählung mit langer Einleitung“
br
| Die bestimmende Thematk „Austausch“
| Die bestimmende Thematik „Austausch“
hr
p.card-text
| Überraschend hart ist schon hier der Beschluss der Gegner gefällt, Jesus gewaltsam aus
@ -243,7 +243,7 @@ block content
| Somit ist der Abschnitt „Galiläa C“ durch den Gedanken des Austausches gerahmt:
| er begegnet im Scharnier davor und er schließt „Galiläa C“ ab.
br
| Das bindet dies enthaltenen Erzälungen sehr stark an das vorausgehende Scharnier.
| Das bindet dies enthaltenen Erzählungen sehr stark an das vorausgehende Scharnier.
p.card-text.mb-0
| Im Horizont des Austausches Jesu mit dem Aussätzigen ergeben sich für den „ungeschulten Leser“ Fragen:
ul.card-text

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@ -162,7 +162,7 @@ block content
p.card-text.konzentr-1.mb-0.bibeltextkonzentr
| 2,1 Als er nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging, wurde bekannt, dass er im Hause war.
br
| 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nich einmal mehr vor der Tür Platz war;
| 2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war;
br
| und er verkündete ihnen das Wort.
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
@ -170,4 +170,95 @@ block content
br
| 21 Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen;
br
| denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
| denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesus und seine Familie offenbar ein spannungsreiches Verhältnis
hr
p.card-text
| Hier hat sich wahrscheinlich die Erinnerung erhalten, dass es eine Spannung gab zwischen Jesus und seiner leiblichen Familie
| während Jesu irdischen Wirkens.
br
| Im ganzen Evangelium des Markus wird nie positiv von einem Familienangehörigen Jesu gesprochen,
| auch fehlt besonders auffällig die Familie etwa in der Apostelliste oder überhaupt „irgendwo“ in der Nachfolgeschar;
| kein Bruder Jesu ist dort genannt, auch keine Schwester erwähnt.
br
| Stattdessen ist immer wieder vom Verlassen der Familie und der Heimat die Rede das ist einerseits im Hinblick
| auf den Philipper-Hymnus zu verstehen (siehe auch die Söhne des Zebedäus), kann andererseits aber kaum Thema sein,
| wenn nicht auch der historische Jesus seine Heimat und Familie verlassen hat, um als Wanderprediger durch die Lande zu ziehen.
p.card-text
| Bemerkenswert ist auch, dass Matthäus und Lukas trotz Kindheitserzählungen (die an sich unhistorisch sind)
| das Bild von der Familie Jesu, das sie von Markus weitgehend übernommen haben, nicht korrigieren,
| ja die Radikalität Jesu auch was die Scheidung von der eigenen Familie anbelangt durch die umfangreichere
| Wortüberlieferung noch gesteigert haben.
p.card-text
| Was genau den historischen Jesus dazu gebracht hat, seine Familie zu verlassen, wird nirgendwo thematisiert;
| es erscheint im Rahmen seiner Sendung quasi als göttliche Notwendigkeit ohne weiteres Hinterfragen akzeptiert zu sein.
p.card-text
| Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren.
br
| Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird,
| eine Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
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h5.card-title Jesus und seine Familie nach Ostern auf einmal präsent
h6.card-subtitle.text-muted Ein Blick in die früheste Kirchengeschichte
hr
p.card-text
| So selbstverständlich, wie die Familie Jesu während seines irdischen Wirkens keine (positive) Rolle spielt,
br
| so selbstverständlich ist in der Apostelgeschichte nach Ostern die Familie Jesu (zumindest für eine gewisse Zeit) präsent.
p.card-text
| Auch wenn hier vielleicht manches in Anlehnung an die Kindheitserzählungen geschönt ist:
br
| dass der Herrenbruder Jakobus eine führende Rolle in der Urgemeinde in Jerusalem eingenommen hat,
| das belegt auch Paulus in seinem Brief an die Gemeinden in Galatien.
p.card-text
| Es scheint sogar so zu sein, dass Jakobus effektiv Petrus, der ganz selbstverständlich alle Apostellisten anführt,
| vertrieben hat.
br
| Jakobus und Paulus scheinen sich theologisch recht scharf gegenübergestanden zu haben; Petrus dagegen hat wohl versucht,
| eher eine ausgleichende Position einzunehmen, auch dort, wo das eigentlich nicht geht;
br
| jedenfalls hatte Jakobus eine so dominante Rolle eingenommen, dass Petrus dann in Antiochien sein Verhalten
| gegenüber den Heidenchristen ändert, als Leute aus dem Jakobus-Kreis dorthin kommen, was Paulus scharf kritisiert
| (→ Antiochenischer Zwischenfall).
p.card-text
| Jakobus stand für ein eher jüdische Traditionen bewahrendes Christentum („judaisierende Christen“) mit klarer
| Bejahung des jüdischen Gesetzes als Identity-Marker (→ Beschneidung);
br
| er gehört damit zu jenen, für die das Kreuz ein „Ärgernis“ ist die es also im Gegensatz zu Paulus relativieren
| und mit dem jüdischen Gesetz versöhnen , wie sie uns als Gegenüber
| zum auf Paulus durchsichtigen markinischen Jesus bereits begegnet sind (und auch in der nachfolgenden Erzählung begegnen werden).
p.card-text
| Es wird wohl so sein, dass Jakobus tatsächlich etwas näher am irdischen Jesus steht als Paulus,
br
| andererseits hat Paulus nachvollziehbare klare Konsequenzen aus dem Tod Jesu am Kreuz gezogen, der alles
| nochmal verändert hat.
br
| Jakobus &amp; Co haben in den Augen des Paulus da harmonisiert, wo eigentlich nicht zu harmonisieren ist.
p.card-text
| Klar ist jedenfalls, dass die Variante des Christentums um den Herrenbruder Jakobus eine innerjüdische Sekte geblieben ist und
| mit ihm das Christentum insgesamt geblieben wäre; es wäre wohl längst untergegangen,
| wie es heute (leider) effektiv keine Judenchristen mehr gibt.
br
| Dass das Christentum zu einer weltweiten Bewegung werden konnte, ist nicht zuletzt Paulus zu verdanken
| mit seiner gesetzesfreien Heidenmission und seiner damit zusammenhängenden
| biblisch (gerade alttestamentlich) begründeten Rechtfertigungslehre.
p.card-text
| Dabei muss man ergänzen, dass es schon vor Paulus eine Öffnung zu den Heiden gab, vornehmlich wohl in Antiochien,
| verbunden mit einer Relativierung des jüdischen Gesetzes gerade was Speise- und Reinheitsvorschriften sowie die Beschneidung anbelangt,
| wozu man sich offenbar durch Jesu eigenes Verhalten, seine Predigt, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung, berechtigt sah.
br
| Dieses in dieser Hinsicht „Judentum light“ war für die sogenannten „Gottesfürchtigen“ attraktiv, also jenen Heiden, die mit dem
| Judentum, vor allem dem Glauben an den einen Gott, geliebäugelt haben, den formellen Übertritt aber gescheut haben,
| weil er mit der Übernahme von Speise- und Reinheitsvorschriften des Judentums eine Veränderung der sozialen Bezüge mit sich gebracht hätte,
| was für viele abschreckend war.
br
| Es war aber vor allem Paulus, der dann zu dem Protagonisten dieser „gesetzesfreien Heidenmission“ schlechthin geworden ist
| und der dies auch biblisch-theologisch begründet hat.

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@ -182,7 +182,110 @@ block content
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h5.card-title Apostelisten
h5.card-title Die Zwölf Anteil an Jesu eigener Sendung
hr
p.card-text
| Jesus beruft die Zwölf als Teilhaber an seiner eigenen Verkündigung und seiner eigenen
| Vollmacht über die Dämonen, um sie später auszusenden.
br
| Ihre Aufgabe ist es, mit Jesus mitzuwirken bzw. nach Ostern sein Werk fortzusetzen.
p.card-text
| Die Heilung des Aussätzigen in der Mitte der konzentrischen Gliederung zeigt Jesus (Heilung) bzw. den Aussätzigen (Verkündigung)
| als Vorbild.
p.card-text
| Die Heilung ist dabei als Dämonenaustreibung zu interpretieren machbar aufgrund der Bezüge in vorausgehenden Erzählungen und Verbindungen ;
| gemeint ist mit den Dämonenaustreibungen also das „Reinmachen“ der Menschen in der Taufe, bei der sie den „Austausch“ Jesu mit den „Aussätzigen“ am Kreuz applizieren
| und zur Anwendung kommen lassen.
p.card-text
| Die Verkündigungstätigkeit des Aussätzigen geschieht nach seinem „Austausch“ mit Jesus
| übertragen also nach dessen in der Erzählung angespielten Tod am Kreuz ;
br
| genauso werden die von Jesus Gesendeten dann vor allem nach Ostern ihre Aufgabe haben, während vorher alles auf Jesus fokusiert bleibt.
br
| Aber auch nach Ostern ist und bleibt Jesus die zentrale Figur, von der alles ausgeht und bei dem alles zusammenläuft,
| worauf die Menschen, die am Ende der Aussätzigenerzählung „von überallher“ <i>zu Jesus</i> kommen, hinweisen.
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.card-body
h5.card-title Die Zwölf „Stammväter“ des erneuerten Gottesvolkes
hr
p.card-text
| Da zum Zwölferkreis auch der spätere Verräter Judas zählt und dieser Kreis sehr bald nach Ostern
| keine Rolle mehr spielt (man hat zwar noch Matthias für Judas nachgewählt, doch die Spur der Apostel verliert sich dann in der Apostelgeschichte),
| wird man davon ausgehen können, dass Idee und Bestellung des Zwölferkreises auf Jesus selbst zurückgeht.
p.card-text
| In der Zwölfzahl wird deutlich, dass Jesus das Zwölfstämmevolk Israel durch sein Wirken erneuern wollte;
| seine Zwölf sollten die neuen Stammväter des erneuerten Gottesvolkes sein.
p.card-text
| Deutlich wird damit aber auch, dass der historische Jesus sehr wahrscheinlich eine rein innerisraelitische Perspektive
| bzw. ein innerjüdisches Sendungsbewusstsein hatte die Heiden kamen dann erst nach Ostern und erst „durch den Lauf der frühen Gemeinden-Geschichten“
| dazu, wiewohl Verhaltensweisen Jesu hier Andockmöglichkeiten boten, besonders dann aber der Tod Jesu am Kreuz in paulinisch(-markinischer) Interpretation.
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.card-body
h5.card-title Die Zwölf eine bunte Mischung
hr
p.card-text
| Die wenigsten Apostel spielen im Evangelium eine Rolle;
br
| als Markus sein Evangelium schreibt, ist der Kreis als solcher und sind die meisten seiner Glieder längst nur noch Erinnerung.
p.card-text
| Petrus und Andreas sowie Jakubus und Johannes sind uns als Fischer mittlerweile bekannt;
br
| auch die restlichen Apostel dürften eher aus dem „normalen“ bis „einfachen“ Volk stammen zu bedenken ist allerdings das
| zur Herkunft von Jakobus und Johannes Gesagte (→ Philipperhymnus).
p.card-text
| Auffällig ist, dass etwa auch eine „Simon Kanaanäus“ (=„Simon, der Zelot“) zum Apostelkreis,
| also zum engsten Kreis um Jesus zählte.
br
| Er gehörte damit offensichtlich der Gruppe der Zeloten an, einer militanten Gruppe,
| die durchaus mit Gewalt einen Umsturz in Israel wollte.
br
| Inwieweit er seine Ansichten durch sein Jüngersein angepasst hat oder seine Hoffnungen als Angehöriger der militanten Zeloten auf
| den (in der Überlieferung eher friedliebenden) Jesus gesetzt hat (und dann vielleicht von ihm enttäsucht wurde),
| wissen wir nicht und gehört in den Bereich der Spekulation. Bemerkenswert ist seine Zugehörigkeit zu den Aposteln aber allemal.
p.card-text
| Ob der Beiname „Iskario“ des Judas als Herkunftsbezeichnung zu interpretieren ist (→ „Isch Qerijot“ = Mann aus Kariot)
| oder doch Judas als „Sikarier“ (= „Dolchträger“ im Sinne von „Meuchelmörder“) ausweist, einer Untergruppe
| der Zeloten, kann auch ncht abschließend geklärt werden, beides erscheint möglich.
br
| Im Hinblich auf „Simon Kanaanäus“ ist aber gerade die letztere Interpretation nicht die unwahrscheinlichste,
| weil sie auch eine gewisse Erklärung geben könnte, warum ausgerechnet Judas zum Verräter wurde.
p.card-text
| Festzuhalten bleibt, dass Jesus offenbar ganz unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Hoffnungen anziehen konnte;
br
| sicher hat er gerade als Messias <i>durch seinen Tod am Kreuz</i> nicht alle Hoffnungen erfüllen können,
| wie das Kreuz unter einigen Jesus-Jüngern ja auch nachösterlich zum „Ärgernis“ geworden ist (→ Mk 1,34-49).
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.card-body
h5.card-title
q ... und Judas Iskariot, der ihn dann ausgeliefert hat.
h6.card-subtitle.text-muted
| Judas und der ehedem Aussätzige ähnlich und doch ganz anders
hr
p.card-text
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist es der Aussätzige, der trotz Verbot verkündet allerdings
| mit dem positiven Aspekt, dass Jesus, wiewohl mittlerweile durch die Berührung des „Aussätzigen“ selbst „Aussätziger“,
| von Leuten „von überallher“ aufgesucht wird.
br
| Man bedenke: als der ehedem Aussätzige seine Verkündigung beginnt, hat der „Austausch“ schon stattgefunden, ist Jesus „schon tot“.
p.card-text
| Judas dagegen wird wiewohl autorisierter Apostel zum Verräter, der zu Jesu Tod aktiv beiträgt.
p.card-text
| Der eine wird zum Verkünder der Frohen Botschaft von Jesu Tod zum Heil der Menschen („Austausch“),
br
| der andere hat das (die Menschen erlösende) Unheil, das über Jesus hereinbricht, mit verursacht
| und dabei eine ganz eigenwillige Rolle gespielt (vgl. Mk 14,17-22);
br
| in diesem Sinne ist auch das „ausgeliefert“ zu verstehen, zwar terminus technicus für die Passion Jesu letztlich die erlösende Preisgabe des Sohnes durch Gott ,
| diesmal aber gerade nicht passivum divinum.
| (Lukas verändert vielleicht an dieser Stelle bewusst zum „Verräter“, s. u.)
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Apostellisten im Neuen Testament
hr
p.card-text
| Im Neuen Testament gibt es 4 Apostellisten bei den Synoptikern (und eine ganz aus der Reihe fallende im Johannes-Evangelium).
@ -324,7 +427,7 @@ block content
| Zu beachten ist, dass bei ihm der Zöllner Levi in Matthäus umbenannt wird.
p.card-text.mb-0
b Unterschiede in den Zwölferlisten bei Namen und Beinamen
b Unterschiede in der Reihenfolge
ul.card-text
li Petrus steht immer auf dem ersten Platz und Judas Iskariot immer auf dem letzten Platz.
li
@ -332,7 +435,7 @@ block content
br
| So stehen hier zwei Brüderpaare nebeneinander: Simon Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus neben seinem Bruder Johannes.
li
| In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und erscheinen
| In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und die Brüder erscheinen
| als „gemischtes Doppel“, wie auch die anderen Namen in neuen Paarungen erscheinen.
li
| Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht.