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Peter Fischer
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span Die Antrittspredigt Jesu
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h5.card-title Das Zeitalter des Geistes das <q>Gnadenjahr des Herrn</q>
.card-text
p
| Seit der Verheißung der Geburt Johannes des Täufers war immer wieder vom Geist Gottes die Rede gewesen:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| ... schon von Mutterleib an wird er [= Johannes] vom Heiligen Geist erfüllt sein.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,15 Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
b Der Heilige Geist wird über dich [= Maria] kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,35 Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.
| Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,41 Erfüllung von Lk 1,15 und Lk 1,35!
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,67
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm
| und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm..
br
| Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden ...
br
| Er wurde vom Geist in den Tempel geführt ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 2,25.26.27
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Johannes über Jesus:
br
q
| Er wird euch mit Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
br
| Bei der Taufe:
br
q
b ... und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube aufh ihn [= Jesus] herab.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,16.22
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jorden zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,1
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. ...
br
| Jesus liest:
br
q
b Der Geist des Herrn ruht auf mir.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,14.18
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Zeiten-Wende
.card-text
p
| Die Häufung der Erwähnung bzw. des Aktivwerdens des Heiligen Geistes ist sicher kein Zufall, sondern bewusste erzählerische
| Umsetzung eines wichtigen Glaubensinhaltes.
br
| Alle diese Erwähnungen hängen ja direkt oder indirekt mit Jesus zusammen.
br
| Im Hinblick auf Jesus selbst sind die Umstände seiner Empfängnis, dann die Taufe (<q>Messiassalbung</q>)
| und schließlich die Antrittspredigt, bei der Jesus quasi sein <q>Amt</q> als Messias übernimmt, zentrale Ereignisse.
p
| Lukas will deutlich machen:
br
i
| Das neue, in Jesus sich ereignende
| Heilshandeln Gottes wird wesentlich durch den Heiligen Geist geleitet und begleitet.
br
i
| Jesus ist der <q>Christus</q>, der (mit Gottes Geist) Gesalbte, mit dem eine Zeitenwende stattgefunden hat,
| und zwar die entscheidende (<q>eschatologische</q>) Wende zum Heil:
br
b In und mit Jesus hat das <q>Zeitalter des Heiligen Geistes</q> begonnen!
p.mb-0
| Mit Jesus hat die messianische Heilszeit begonnen, die die Propheten verkündet hatten; besonders deutlich hier
| durch das Aufgreifen des Jesaja-Zitates (übrigens ein Mischzitat aus Jes 61,1-2; 58,6 G) mit den Spitzen
| <q>Der Geist des Herrn ruht auf mir</q> und <q>Gnadenjahr des Herrn ausrufen</q>.
br
span.small Dabei ist <q>Jahr</q> nicht wörtlich zu nehmen, sondern auf den Beginn der neuen Zeit bezogen.
.card.slide
.card-body
h6.card-title <q>Seine Herrschaft wird kein Ende haben</q> (Lk 1,33)
.card-text
p
| Das Wirken des Geists wird seine Fortführung in der Apostelgeschichte finden:
br
| Wie am Anfang des Evangeliums der Geist besonders häufig
| erwähnt wird, Jesus durch Zeugung und Taufe <q>der Gesalbte</q> schlecht hin ist,
| dessen ganzen Wirken als Messias durch die Kraft des Geistes Gottes
| geschieht,
br
| so erhalten die Jünger am Anfang der Apostelgeschichte (Apg 2) die Gabe des Geites: es ereignet
| sich die durch Johannes angekündigte Feuertaufe.
br
| Und der Antrittspredigt Jesu im Evangelium entspricht formal die Pfingstpredigt des Petrus!
p.mb-0
| Dort in der Pfingstpredigt wird dann auch die Taufe als Sakrament des Christwerdens installiert:
| jeder erhält in der Taufe den gleichen Geist wie die Apostel an Pfingsten, den Geist, der schon Jesus erfüllte.
br
| So ist <q>das von damals</q> nicht abgeschlossen und vorbei, sondern im <q>Zeitalter des Geistes</q> bleibend gegenwärtig;
| auch wenn die Vollendung noch aussteht sie geschieht am Ende der Tage , zielt dieses neue Zeitalter doch darauf,
| im Heute seine Spuren zu hinterlassen.
br
| Es bleibt wie zur Zeit Jesu die Spannung zwischen Schon-Jetzt und Noch-Nicht, aber klar muss doch auch sein:
| <q>Das damals</q> war ein Beginn, der eine Zeit eröffnet hat, die andauert und gerade jene in Pflicht
| nimmt, die durch Taufe (und Firmung) in besonderer Weise zum <q>Zeitalter des Geistes</q> gehören.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Erfüllung: Heute!
.card-text
p
| Das Wort <q>Heute</q> ist im Evangelium an Schlüsselstellen zu finden.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.
footer.blockquote-footer
cite Lk 2,11
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,21
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Nach der Heilung eines Gelähmten:
br
q
| Heute haben wir Unglaubliches gesehen
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,26
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Als Jesus an die Stelle kam, [wo Zachäus auf dem Baum saß,] schaute er hinauf und sagte zu ihm:
| <q>Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.</q>
br
| ...
br
q
| Da sagte Jesus zu ihm: <q>Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden ...</q>
footer.blockquote-footer
cite Lk 19,5.9 [in 19,5 auch das wichtige Wort <q>muss</q>]
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Jesus antwortete ihm [= dem reuigen Verbrecher am Kreuz]:
| <q>Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
footer.blockquote-footer
cite Lk 23,43
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h6.card-title Heute Begegnung mit Jesus schenkt Rettung und Heil, Zukunft und Leben
.card-text
p
| An diesen Stellen findet jeweils eine heilvolle Begegnung statt (oder wie in 4,14-30 zumindest die Einladung dazu),
| wobei jeweils klar ist, dass das Heil durch Jesus vermittelt ist:
br
| Das <q>Heute</q> ist in Absetzung von anderen <q>Heilsbringern</q> (wie dem Kaiser) zu lesen:
| <i>heute</i> = hier, nicht wo anders!
br
b
| Das <q>Heute</q> bindet Rettung und Heil, Zukunft und Leben an die Begegnung mit <i>Jesus</i>:
br
| <i>Jesus</i> und er allein ist Retter, Heil, Zukunft, Leben etc.
p
| In diesem <q>Heute</q> der Begegnung mit Jesus geschieht das von den Propheten angekündigte Heil Gottes,
| erfüllt sich die Heilsverheißung der Heiligen Schrift.
p.mb-0
| Dazu muss man Jesus <i>gläubig</i> begegnen (und nicht wie in Lk 4,14-30 ablehnend).
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Heute Begegnung mit Jesus will verändern
.card-text
p.mb-0
| Diese heilende und rettende Begegnung mit Jesus zielt auch auf adäquate Veränderung im eigenen Leben;
br
| bestes Beispiel dafür: Zachäus,
br
| aber auch der reuige Verbrecher, der am Kreuz quasi noch <q>die Kurve kriegt</q>.
.card.slide
.card-body
h6.card-title Heute für uns?!
.card-text
p
| Es bleibt für uns nach Ostern und Himmelfahrt die Frage, wie wir Jesus begegnen können,
| wie es <q>Heute</q> für uns werden kann.
p.mb-0
| Lukas <q>beantwortet</q> diese Frage in der Emmauserzählung; für uns ist <q>Heute</q>
ul.mb-0
li in der Beschäftigung mit der Heiligen Schrift (<q>Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete ...</q> [Lk 24,32]);
li in der Feier der Eucharistie (<q>Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn</q> [Lk 24,31]);
li
| in der Gemeinschaft der Glaubenden (als alle wieder in Jerusalem sind und den Glauben teilen, erscheint Jesus
| und schenkt den österlich-weihnachtlichen Frieden [Lk 24,36]).
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Heil für Israel vs. Heil für die Völker
.card.slide.mb-1
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h6.card-title <q>Heimat</q> vs. <q>Ferne</q>
.card-text
p
q Ist das nicht der Sohn Josefs!?
p In diesem Satz steckt zunächst echtes Staunen, gewiss auch Stolz: <i>einer von uns</i> ist das, der so große Dinge tut!
p
| Die Antwort Jesu darauf kann man aber nur verstehen, wenn man in diesem Satz auch eine Erwartung hört,
| die Jesus ins Wort bringt:
br
q Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
br
| So ist auch das Sprichwort, das Jesus den Menschen (für die Zukunft) in den Mund legt, zu verstehen:
br
q Arzt, heile dich selbst!
br
| Jesus soll sich mit seiner Vaterstadt indentifizieren und auch und vor allem! <i>hier</i> <q>große Dinge</q> tun!
p
| Damit spricht sich als Erwartung aus:
br
i
| Wenn Jesus ein <q>Gnadenjahr des Herrn</q> ausruft, dann doch bitteschön ganz konkret,
| nicht nur im Wort, sondern besonders in der Tat vor allem für seine Heimat!
br
| Und nicht nur für die Menschen in Kafarnaum und anderswo!
p
| So aber, wie Jesus die Erwartung der Menschen in Nazareth aufgreift, kommt es einer Ablehnung gleich:
| er weist von vorne herein ihr Ansinnen zurück.
p
| Damit ist die Spannung <q>Ferne: heilvolles Wirken</q> <q>Heimat: unerfüllte Erwartung</q> aufgebaut,
| die auch den weiteren Fortgang der Erzählung prägt.
p.small
| Wunder in Kafarnaum, auf die hier Bezug genommen wird, waren eigentlich noch gar nicht erzählt;
| die folgen erst in Lk 4,31-41!
br
| Man kann sie im Summarium Lk 4,14-15 enthalten sehen. Aber auffällig ist auch die Formulierung
| <q>Sicher <q>werdet</q> ihr mir ... vorhalten.</q>. Die Sätze schillern hier zwischen Blick in die Vergangenheit
| (<q>so große Dinge <i>getan hast</i>, wie wir <i>gehört haben</i></q>) und dem Blick in die Zukunft
| (<q>ihr <i>werdet</i> mir <i>vorhalten</i></q> offenbar noch nicht geschehen; Wunder in Kafarnaum noch nicht erzählt);
| damit ist vorbereitet, dass <q>Jesus</q> in den nächsten Sätzen (weit) in die Zukunft blicken wird.
p.small.mb-0
| In dieser Episode spiegelt sich die wohl historische Erinnerung,
| dass Jesu Wirkkreis sich jenseits seiner Heimatstadt entfaltete:
| Kafarnaum, nicht Nazareth.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Ablehnung Jesu in seiner <q>Heimat</q>
.card-text
p
q Amen ich sage euch: <q>Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt!</q>
p
| Dieser Ausspruch Jesu ist auf der Ebene der Erzählung sehr unmotiviert: eine echte Ablehnung Jesu hat es bis
| jetzt noch nicht gegeben, und auch von Unglauben ist nicht wie in der Vorlage Mk 6,1-6 die Rede!
br
| Die Ablehnung scheint fast eher von Jesus provoziert zu werden.
p
| Die Lösung:
br
| Das, wovon hier gesprochen wird, ist Prophetie und blickt einerseits vom Anfang des Wirkens Jesu in Nazareth
| auf das Ende seines Wirkens in Jerusalem: Karfreitag.
br
| Das Wort <q>Heimat</q> weitet sich von Nazareth und Galiläa auf das jüdische Volk insgesamt;
| die Ablehnung Jesu in <q>seinem</q> Volk ist angesprochen, die in den Karfreitag mündet,
| und die Lukas schon bei der Geburt Jesu andeutet: <q>weil im Wohnraum kein Platz für sie war</q> (Lk 2,7).
p
| Über den Karfreitag (und Ostern) hinaus ist andererseits auch schon die Ablehnung der nachösterlichen Verkündigung
| durch die Mehrheit der Juden im Blick.
p.mb-0
| So willkommen seine Botschaft zunächst war, so unwillkommen war Jesus schließlich als Messias.
br
| Im Griechischen liegt ein Wortspiel vor: <q>Gnadenjahr = <u>willkommen</u>es Jahr</q>; <q>Kein Prophet anerkannt = Kein Prophet <u>willkommen</u></q>.
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Die Öffnung für die Heiden
.card-text
p
| Mit der Erwähnung der Propheten Elija und Elischa sowie der Witwe von Sarepta bei Sidon und des Syrers Na'aman
| schauen wir zunächst in die Vergangenheit:
br
| Schon früher konnten Heiden, die für den Gott Israels offen waren, dessen Heil erleben gerade in Zeiten,
| in denen Israel selbst sich von seinem Gott abgewandt hatte.
p
| Für Lukas haben diese Begebenheiten offenbar prophetischen Charakter.
p
| Ihre Erfüllung hat diese Prophetie nach Lukas weniger im irdischen Leben Jesu
| als vielmehr in der nachösterlichen Verkündigung: Heiden sind offen für das Evangelium und stoßen in relativ großer Zahl
| zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu.
br
| Lukas schaut also schon weit über den Anfang des Wirkens Jesu hinaus.
p
| Die Apostelgeschichte wird entfalten, wie Jesus als Messias und das Evangelium auf Ablehnung durch die Mehrheit der Juden stößt,
| andererseits aber Heiden zur Heilsgemeinde dazustoßen und die Kirche immer mehr zu einer heiden-/völkerchristlichen
| Kirche wird.
p
| Diesen Prozess legt Lukas <q>seinem</q> Jesus als prophetische Worte schon am Anfang seines Wirkens in den Mund.
p.mb-0
i
| Aus <u>nachösterlicher, heidenchristlicher Perspektive</u> ist Jesu Sendung
| eine Sendung besonders zugunsten der Heiden, auch wenn der historische Jesus selbst sich (wohl ausschließlich)
| zu seinem eigenen Volk, den Juden, gesandt verstand.
br
| Nicht zuletzt deswegen wurde der Umstand, dass der historische Jesus wohl nicht in seiner unmittlbaren Heimat Nazareth,
| sondern in Kafarnaum wirkte, festgehalten und für den größeren Kontext (Israel Völker) fruchtbar gemacht
| als quasi prophetisches Zeichen.
br
span.small
| Schon im Evangelium nach Markus werden diese Gedanken durch die Gliederung durchdacht
| ins Bild gebracht: erster Aufbruch zu den Heiden (im weiteren, konzentrisch angeordneten Kontext) gerahmt durch
| die Ablehnung Jesu in seiner Familie und seiner Heimat Nazareth.
.card.slide
.card-body
h6.card-title Indirekt: Jesus lehnt ab, Messias (nur) Israels zu sein
.card-text
p
| Das Jesaja-Zitat ist ursprünglich in die Situation des Endes des Exils in Babylon und des durch Gott ermöglichten Neuanfangs
| im Lande Juda gesprochen (6. Jhdt. v. Chr.).
br
| Schon damals gab es den Traum,
| dass Israel als Nationalstaat unter dem Segen Gottes aufblüht. Viel Hoffnung
| wurde (zunächst) auf einen Herrscher aus dem Hause Davids gesetzt.
p
| Solche Erwartungen konnte bei der Zitation aus Jesaja durch Jesus aufleben.
br
| Es gab ja vor allem die Sehnsucht, dass der Messias Gottes Gesalbter von der Herrschaft durch die (heidnischen!) Römer
| befreien und das Volk Israel wieder zu einer Blüte führen würde (Stichwort <q>königlicher Messias</q>).
p
| Die Menschen in der Antrittsszene in Nazareth so malt uns Lukas hintergründig vor Augen sind genau darauf angesprungen:
| Hinter dem Verlangen, Jesus solle besonders in Nazareth <q>große Dinge</q> tun, kann man ein
| auf die Ebene der Stadt heruntergebrochenes nationalistisches Denken erkennen:
br
| <q>Nazareth first</q>, dem dann im globalen Kontet ein <q>Israel first</q> entspricht;
| erst wir, dann wenn überhaupt die anderen.
p
| Doch die Sendung Jesu sah schlicht anders aus: Es ging nicht darum, <q>das Reich für Israel wieder herzustellen</q> (Apg 1,6).
hr
p
| Schon mit seiner Hinwendung zu <q>Zöllnern und Sündern</q> durchbricht Jesus
| die gängigen Erwartungen an den Messias was ihm deutliche Kritik einbringt ,
| auch an anderen Zügen von Jesu Verhalten stört man sich;
| Kreuz und Auferstehung schließlich passen überhaupt nicht ins Bild:
| ein <i>leidender</i>, ja gar <i>gekreuzigter</i> Messias, der auferstanden sein soll
| das stand und steht zu allen Vorstellungen
| vom Messias im Judentum im Wiederspruch (
+symbol("arrow-right")
| Emmaus-Erzählung: Jesus ist genötigt, den beiden Jüngern zu erkären: <q>Musste nicht der Christus das
| erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?</q> [Lk 24,26]!).
hr
p
| Im Rahmen der Entwicklung der frühchristlichen Mission wurde dann mehr und mehr erkannt,
| dass das, was sich in und mit Jesus ereignet hatte das <q>Heilsereignis</q> seines Lebens und Wirkens,
| seines Kreuzes und seiner Auferstehung ,
| der ganzen Menschheit seit <q>Adam</q> gilt (
+symbol("arrow-right")
| Stammbaum!).
hr
p
i
| In diesem Sinne verweigert der lukanische Jesus von Anfang an,
| nationalistisch-königlicher Messias in seiner <q>Heimat</q> zu sein,
| spricht von der zukünftigen Ablehnung seines den Erwartungen und Vorstellungen nicht entsprechenden Messias-Seins,
| verweist auf eine Sendung zu den Völkern und löst mit dieser dreifachen <q>Klatsche</q>
| die Ablehnung durch seine Zuhörer aus, wobei die Zuhöhrer ihrerseits den situativen
| Kontext der Erzählung räumlich und zeitlich übersteigen
| hin zu allen, die sich an Jesu Selbstverständnis und Verhalten sowie an der nachösterlich Entwicklung stören.
hr
p
| Gerade Karfreitag und Ostern vorauf am Ende der Episode in Nazareth schon geblickt wird
| machen deutlich, dass Jesu Sendung viel tiefgreifender und umfassender
| ist als alle irdisch-nationalistischen Vorstellungen vom Messias:
br
b
| Jesus ist als endzeitlicher Repräsentant Gottes der Heilsbringer schlechthin,
| und zwar in einem umfassenden, nationalistisches Denken und überhaupt
| diese irdisch-begrenzte Welt übersteigenden Sinn!
br
i
| In ihm steht das Paradies (wieder) offen (
+symbol("arrow-right")
| Kreuzigungsszene: <q><u>Heute</u> noch, wirst du mit mir im Paradies sein.</q>)!
p
| Bei Jesus als Messias geht es nicht um äußere wenn auch bedrängende Dinge wie hier die Herrschaft der Römer,
| es geht um eine innere Wandlung des Menschen, es geht um geheilte Beziehungen zwischen Gott und Mensch und der Menschen
| untereinander. Die <q>großen Dinge</q> sprich: die Wunder , die Jesus tut, sind Zeichen <i>dieser</i> neuen Wirklichkeit
| und nicht eines (irdisch-nationalistisch) aufblühenden (Staates) Israel:
p
i
| Das <q>Gnadenjahr des Herrn</q> ist keine irdisch-nationalistische Größe, sondern eine himmlische;
br
| aber auch keine rein jenseitige Wirklichkeit,
| sondern eine in diese Welt schon hereinbrechende und die Menschen ergreifen wollende.
br
| Das Evangelium spricht davon dann auch in den Gleichnissen (vom Verlorenen)
| und erzählt davon in den heilvollen Umkehr-Begegnungen mit Jesus;
| die Apostelgeschichte wird das Hereinbrechen des <q>Zeitalter des Heiligen Geists</q> dann am Leben der
| Urgemeinde in Jerusalem beispielhaft und idealisiert illustrieren
| (z. B. Solidarität, Barmherzigkeit, Eintracht).
p.small.mb-0
| Aus historischer Perspektive ist wichtig und spielt her eine Rolle,
| dass Jesus sich nicht als militärischer Aufrührer verstand
| wie es sie damals auch gab , sondern ähnlich wie Johannes der Täufer das Volk durch innere Umkehr erneuern wollte.
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title <q>... damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt</q> (Lk 4,11)
.card-text
p
| Im Vorgriff auf den Karfreitag Golgota liegt außerhalb von Jerusalem! , aber auch im Vorgriff auf das Schicksal
| der Boten Jesu nach Ostern Stephanus: nach Apg 7,58 zur Steinigung zur Stadt hinaus getrieben wird Jesus aus der Stadt getrieben
| und sollte hinabgestürzt werden: die Ablehnung Jesu durch seine <q>Heimat</q> materialisiert sich (schon).
br
| <q>Geheimnisvoll</q> entgeht er diesem Lynchversuch und geht weg.
p
| Man wird hier analog zum Karfreitag an Ostern denken dürfen, das sich hier andeutet (nicht nur im Hinblick auf Jesus,
| sondern ebenso für seine Boten).
p.mb-0
| Es gibt auch einen Bezug zur abschließenden Versuchung durch Satan in Lk 4,1-13: Jesus soll sich vom Tempel
| hinabstürzen, weil er doch Gottes Sohn ist und erwarten darf, dass Gott nach Ps 91,11-12
| rettend eingreifen wird.
br
| Die mutwillige Herausforderung dieses Schutzes ist zwar nach Lk 4,9-12 nicht statthafte Provokation Gottes und Versuchung durch Satan,
| doch ist die Verheißung des Psalmes für Jesus (und seine Jünger) tatsächlich gültig, wie hier im Vorgriff auf Ostern deutlich wird.
.alert.alert-success.slide
h4.alert-heading
| Programmatische Antrittsrede Jesu:
br
| Kurzzusammenfassung der Heilsgeschichte aus nachösterlicher, völkerchristlicher Perspektive
br
span.small bewusst am Anfang des Wirkens Jesu
hr
p.mb-0
| Die Propheten haben das Heil angekündigt und auch bei ihnen gab es schon erste Momente der Öffnung für Heiden.
br
| Dieses Heil ist in Jesus umfassend und die Erwartung der Propheten übersteigend und modifizierend Wirklichkeit geworden
| im <q>Gnadenjahr des Herrn</q>, das das <q>Zeitalter des Heiligen Geistes</q> mit sich gebracht hat im Sinne
| der entscheidenden (<q>eschatologischen</q>) Zeitenwende zum Heil;
| dieses Zeitalter dauert seit dem an und zielt auf alle Menschen.
br
| Doch Jesus stößt auf Ablehnung, wird am Karfreitag gekreuzigt; Gott aber erweckt ihn von den Toten.
br
| Jesu Botschaft und er selbst werden (trotzdem) von den meisten Juden auch nach Ostern abgelehnt;
br
| dafür stoßen Heiden in relativ großer Zahl zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu.
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span Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
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blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p.mb-0
| Es geschah aber: Als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte,
| da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen
| und wunschen ihre Netze.
| Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren.
| Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon:
| <q>Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!</q>
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Simon antwortete ihm:
| <q>Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.
| Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.</q>
p.mb-0(style="margin-left: 4.5rem;")
| Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen.
| Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen.
| Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken.
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte:
| <q>Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!</q>
| Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten;
| ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Da sagte Jesus zu Simon: <q>Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.</q>
p.mb-0
| Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgte ihm nach.
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,1-11
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, <q>flüchtet</q> dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer sein zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| <i>erster</i>, prototypartiger Menschenfischer.
p
| Indem die Erzähung abschließend festhalten kann, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen,
| hat sich Jesus tatsächlich als Menschen<i>fischer</i> erwiesen,
| der Menschen durch sein Wirken hier sein doppeltes Wort an Petrus und das dieses bekräftigende Wunder <q>eingefangen</q> hat.
p.mb-0
| Während der erste Teil der Erzählung Jesus als Menschenfischer zeichnet, der das <q>Wort Gottes</q> verkündet,
| illustriert der letzte, kurze Teil also, was als <i>Folge rechten Hörens</i> erwartet ist
| (im Sinne eines <i>erfolgreichen <q>Menschen<b>fischen</b>s</q></i>):
p.mb-0.ml-3
i die alte Existenz hinter sich lassen
span.small (hier: <q>sie zogen die Boote an Land, verließen alles</q>),
br
i aufbrechen und Jesus nachfolgen
span.small (hier: <q>folgten ihm [= Jesus] nach</q>)
br
i in der Gemeinschaft der Glaubenden
span.small (hier: Petrus nicht allein, sondern mit den Söhnen des Zebedäus)
br
i was auch immer das im eigenen Leben bedeuten mag.
p.small.mb-0
| Dass und wie dies im Spannungsfeld von <q>Auf dein Wort hin!</q> und <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q> geschieht,
| bebildert diese Erzählung an Petrus dazu später mehr.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Menschen fangen
.card-text
p
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich bei <q>Menschen fangen</q> im Munde Jesu um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck <q>Menschenfischer</q> (Mk/Mt) durch <i><q>Menschen (lebendig) fangen</q></i>.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch <q>beleben</q>, <q>wiederbeleben</q>!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Auf dein Wort hin
.card-text
p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: <q>Auf <i>dein Wort</i> hin ...</q>.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, <i>jetzt</i> die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
br
| Aber es brauchte auch das <q>Auf dein Wort hin!</q> des Petrus;
| es braucht die vertrauende Bereitschaft, Jesus zu folgen.
p.mb-0.small
| Anzumerken ist hier, dass Lukas in Lk 4,31-41 einige Wunderheilungen erzählt,
| in denen insbesondere Jesus wirkmächtiges Wort unterstrichen wird.
br
| In 4,36 fragen sich die Zeugen des Wunders:
| <q>Was ist das für ein <i>Wort</i>? Mit <i>Vollmacht und Kraft befiehlt</i> er den unreinen Geistern und sie fliehen.</q>
br
| Bei der Heilung des Schwiegermutter des Petrus in Lk 4,38-39 schreibt Lukas <q>Er beugte sich über sie und <i>gebot</i>
| dem Fieber.</q> In Mk 1,31 heißt es dagegen: <q>und er ging zu ihr,
| fasste sie an der Hand und richtete sie auf.</q> Lukas betont das wirkmächtige Wort Jesu und bereitet durch diese Erzählungen
| das <q>Auf dein Wort hin</q> des Petrus vor.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
br
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
p
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: <q>Fürchte dich nicht!</q> in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet, der ihn in Dienst nimmt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: <q>Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.</q> (Lk 5,32).
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Petrus, der Menschenfischer auf Jesu Wort hin
.card-text
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,10
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Das <q>Einfangen</q> des Petrus
.card-text
p
| Nach diesem Wort Jesu geht die Erzählung sehr schnell zu Ende; es wird <q>nur</q> noch erzählt,
| dass Petrus und die Söhne des Zebedäus ihre Boote an Land ziehen, alles verlassen und Jesus nachfolgen,
| ihm also <q>ins Netz gegangen</q> sind.
p
| Das <q>Auf dein Wort hin!</q> des Petrus ist schon gesprochen; es behält auch hier seine Gültigkeit
| und wird vollzogen.
p
| Der überreiche Fischfang ist jener Moment, der auch und gerade für Petrus alles verändert:
br
| Als das Wunder geschieht, als Petrus dem Göttlichen in Jesus, wirklich dem Wort Gottes begegnet,
| da geht es nicht mehr um das Fangen von Fischen, sondern um das <q>Einfangen</q> des Petrus für seine künftige Aufgabe.
p
| Das ist der Dreiklang dieser Erzählung:
br
| <u><i>Auf Jesu Wort hin</i></u> <i><b>Fische</b> fangen</i>, um <i><b>Petrus</b></i> zu <i>fangen</i> zum <i><b>Menschen</b> fangen</i>
| <u><i>auf Jesu Wort hin</i></u>.
p.mb-0
| Wie das Wort <q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q> den überreichen Fischfang bewirkt,
| so fängt das Wort <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q> in Verbindung
| mit dem reichen Fischfang den Petrus ein: er verlässt alles und folgt Jesus nach.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Die Zukunft des Petrus: getragen von Jesu Wort
.card-text
p
| Formal bilden die Worte Jesu (<q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q>, <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>)
| den Rahmen um die Worte des Petrus (<q>Auf dein Wort hin!</q>, <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>).
br
| So ist die Existenz des Petrus mit seinen Höhen und Tiefen von Jesu Wort zusammengebunden, umfangen und getragen,
| ja wie in einem Netz gehalten.
br
| Der überreiche Fischfang die Mitte der Erzählung ist Bestätigung der Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu und dadurch zugleich
| Verheißung für die von Jesu Wort getragene Zukunft, die hier aufleuchtet.
br
| Sie wird aber nicht mehr im <q>Fangen</q> von Fischen, sondern von Menschen bestehen.
p
| Formal ist anzumerken, dass <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q> weder Auftrag
| noch Befehl ist, vielmehr Prophetie und Verheißung für die <i>jetzt</i> beginnende Zukunft des Petrus.
| Man wird Auftrag und Befehl aus dem Wort <q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q>
| mithören sollen.
br
| Die beiden gesprochenen Worte Jesu vor und nach dem Fischfang und das durch Jesu Wort
| gewirkte Wunder wollen als Einheit verstanden werden:
br
i
| Petrus begegnet dem <i>wirkmächtigen Wort des Herrn</i>,
br
| das ihn in seiner ganzen Existenz anspricht und ihn in Dienst nimmt,
br
| das ihn in eine Zukunft getragen von Jesu Wort stellt, ihn hält und halten wird,
br
| das ihn ergreift und alles verlassen lässt.
p.mb-0
| Die Existenz des Petrus ist <q>von jetzt an</q> durch
| Auftrag und Verheißung Jesu bestimmt, <q>Netze auszuwerfen</q> und <q>Menschen (lebend) zu fangen</q>.
| Auch wenn dieses Wort Jesu jetzt schon beginnt, sich zu erfüllen:
| Petrus geht doch einer größeren Erfüllung erst noch entgegen.
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h6.card-title Ausblick in die Apostelgeschichte: Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| An bzw. seit Pfingsten wird auch das Wort des Petrus in der Kraft des Geistes wirkmächtig sein:
| seine Pfingstpredigt trifft die Hörer <q>mitten ins Herz</q> (Apg 2,37) und bringt viele Menschen dazu,
| sich taufen zu lassen
| (<q>Die nun, die <i>sein Wort</i> annahmen, ließen sich taufen.
| An diesem Tag [= Pfingsten] wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.</q> [Apg 2,41]).
br
i Petrus ist zum Menschenfischer geworden.
br
| Der überreiche Fischfang auf das Wort Jesu hin, der zusammen mit dem Wort <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>
| den Petrus und die Söhne des Zebedäus <q>eingefangen</q> hat,
| wird zum Bild der erfolgreichen, wirkmächtigen Verkündigungstätigkeit des Petrus
| und der Apostel ja der Kirche überhaupt in der Kraft des Geistes Gottes.
br
span.small
| Und von Pfingsten her wird auch klar, warum Petrus ein zweites Boot herbeiwinken musste:
| es wird Rettungsboot <q>all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird</q> (Apg 2,39),
| womit nur die Heiden gemeint sein können.
hr
.small
p
| Petrus erscheint in der Erzählung vom reichen Fischfang - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine <q>übliche</q> Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
p
| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
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h6.card-title Grundlegend: Auf Jesu Wort hin und aus der Kraft des Geistes
.card-text
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf <i>die ersten Worte</i> stoßen, die Jesus <i>an Jünger</i> richtet,
| finden wir <i>die letzten Worte</i>, die Jesus dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt <i>zu</i> den <i>Jüngern</i> spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| <q>Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.</q>
| ...
br
| <q>... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.</q>
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu <i>warten</i>,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten , auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes <i>als Kraft</i> zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen.
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
span.small
| <q>Ihr werdet Kraft empfangen!</q> und <q>Ihr werdet meine Zeugen sein!</q> sind in Apg 1,9
| zwar nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht <q>... dann <i>könnt</i> ihr</q>,
| sondern <q>... und ihr <i>werdet</i> meine Zeugen sein</q>!
br
| Das Wort Jesu ist Verheißung und Prophetie; durch den Heiligen Geist wird es Wirklichkeit werden.
p
| Jesus warnt also am Anfang der Apostelgeschichte seine Jünger:
br
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!
p
| Auch in der Erzählung vom reichen Fischfang ist der Kontrast aufgebaut
| zwischen einerseits dem eigenen eigentlich den Regeln entsprechenden Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem fast widersinnigen Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
br
| Ferner hat das Wort Jesu an seine Jünger in Apostelgeschichte: <q><u>Ihr werdet meine Zeugen sein!</u></q>
| das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt doch eine gewisse Ähnlichkeit zu
| <q>Von jetzt an <u>wirst du Menschen (lebendig) fangen!</u></q>:
| Beide haben prophetischen Charakter, sind Verheißung.
p
| Während bei der Erzählung vom reichen Fischfang der Akzent auf dem wirkmächtigen Wort Jesu ruht,
| ist in der Apostelgeschichte gerade am Anfang, aber letztlich durchgängig der Akzent
| auf den Heiligen Geist gelegt, ohne den nichts läuft.
p
| In der Zusammenschau kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel
| erhält einerseits ihre Kraft und Wirkung aus dem Wort Jesu, <q>die Netze auszuwerfen</q>:
| <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>.
br
| Andererseits ist es der Heilige Geist, der nicht nur Jesus während seines irdischen Wirkens erfüllte,
| sondern nach Ostern Jesu verheißendes Wort bleibend und kraftvoll wirksam sein lässt.
br
| Was aber für die Verkündigung gilt, gilt für die Kirche insgesamt.
p
| Ohne dies das Wort Jesu und den Geist sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse verheißen; es braucht den Glauben des Petrus:
| <q>Auf dein Wort hin ...</q>
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet wie Jesus in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte zeichnen:
| die Apostel verkünden gegen alle Wiederstände <q>das Wort Gottes</q>; sie sind tatsächlich <q>Menschenfischer</q> geworden.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. dem nicht entspricht (wie auch einst Petrus auf die Seite der Sünde rutschte),
| muss sie sich neu das <q>Auf <i>dein Wort</i> hin!</q> des Petrus zu eigen machen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title Ver-<i>Netz</i>-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer <q>beleuchtet</q> zu werden.
p
| Als erste und wichtigste Bedeutung weil schon in der Erzählung selbst angelegt ist zu nennen:
br
i
| Ein Netz trägt und hält: so sollen die Menschen durch das Wirken der Kirche Halt erleben
| (wie Petrus mit seinen Höhen und Tiefen im Wort Jesu).
br
| Gerade weil sich Kirche im <q>Netz</q> Gottes getragen wissen darf, kann und darf, muss und soll sie selbst
| <q>Netz</q> sein für die verschiedenen Menschen, die bei ihr Halt und Zukunft suchen.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz <q>zusammengeschweißt</q>, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber : Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art <q>einfangen</q> kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar und schon der Zwölferkreis bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und seine gläubige Aufnahme entsteht.
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span Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
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h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
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p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, <q>flüchtet</q> dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p.mb-0
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| <i>erster</i>, prototypartiger Menschenfischer.
.card.slide.mb-1
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h5.card-title
q Menschen fangen
.card-text
p
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck <q>Menschenfischer</q> (Mk/Mt) durch <i><q>Menschen (lebendig) fangen</q></i>.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch <q>beleben</q>, <q>wiederbeleben</q>!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
.card.slide.mb-1
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h5.card-title
q Auf dein Wort hin
.card-text
p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: <q>Auf <i>dein Wort</i> hin ...</q>.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, <i>jetzt</i> die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
p
| So wird ein Kontrast aufgebaut zwischen einerseits dem eigenen eigentlich den Regeln entsprechenden Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem fast widersinnigen Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
hr
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf <i>die ersten Worte</i> stoßen, die Jesus <i>an Jünger</i> richtet,
| finden wir <i>die letzten Worte</i>, die Jesus dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt <i>zu</i> den <i>Jüngern</i> spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| <q>Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.</q>
| ...
br
| <q>... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.</q>
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu <i>warten</i>,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten , auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes <i>als Kraft</i> zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen:
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!;
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
| das hat eine Analogie im erfolglosen Fischfang des Petrus und dann der Überfülle auf Jesu Wort hin,
br
| und dem Wort an Petrus <q>von jetzt an <u>wirst du Menschen (lebendig) fangen</u></q>
| entspricht das <q><u>ihr werdet meine Zeugen sein</u></q>; letzteres ist das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt.
p
| Wie in Lk 5,1-11 das Wort Jesu auf Petrus <q>wirkt</q>,
//- | der durch das Wunder des Fischfangs für derartiges sensibilisiert war (vgl. seine Reaktion!),
| so wird in Apg 1,9 das <q>ihr werdet meine Zeugen sein</i> durch <q>ihr werdet Kraft empfangen</q> ermöglicht;
| diese beiden Aussagen sind zwar in Apg 1,9 nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht <q>... dann <i>könnt</i> ihr</q>,
| sondern <q>... und ihr <i>werdet</i> meine Zeugen sein</q>! Dass sie es sein werden, ist eine Setzung Jesu,
| ein Werk des Wortes Jesu und der Gabe des Geistes, der Jesu Wort schöpferisch sein lässt
| (wenn auch mit zeitlicher Verzögerung).
p
| Bei <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q> und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q>
| ist das Wort Jesu also nicht einfach Auftrag (<q>Berufung</q>), auch nicht Befehl,
| auch nicht nur Prophetie und Verheißung, sondern <i>schöpferische Setzung</i>: es bewirkt, was es sagt.
p
| Zunächst sind es die Jünger selbst, an denen sich Jesu schöpferisches Wort auswirkt:
br
| Die Erzählung vom reichen Fischfang <q>endet</q> nach dem Wort Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| mit der simplen, nicht weiter kommentierten Notiz, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen (Lk 5,11!).
br
| Später in der Apostelgeschichte werden die Jünger dann das Wort Gottes kraftvoll verkünden
| und damit die Wirkmächtigkeit der schöpferischen Worte Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q> belegen.
hr
p
| Mit alledem ist kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel und das Wirken der Kirche insgesamt
| erhält seine Kraft und Wirkung aus dem <i>schöpferischen</i> Wort Jesu, <q>die Netz auszuwerfen</q>:
| <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>.
br
| In der Gabe des Geistes, der auch Jesus erfüllte, ist dann nach Ostern diese schöpferische Setzung
| kraftvoll wirksam.
p
| Ohne dies das Wort Jesu und den Geist sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse gegeben; es braucht den Glauben des Petrus:
| <q>Auf dein Wort hin ...</q>
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet wie Jesus in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte gegen alle Wiederstände zeichnen.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein neu-schöpferisches Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. dem nicht entspricht, ist sie aus der Ordnung der <q>Neuen Schöpfung</q>
| herausgefallen wie Adam aus der Ordnung der <q>ersten Schöpfung</q> herausgefallen ist.
br
| Der schöpferischen Setzung durch Jesus entspricht als Modus der Annahme das <q>Auf dein Wort hin</q>:
| der Glaube, der auch Widrigkeiten übersteigt, wie in der ersten Schöpfungserzählung dem <q>Er sprach ...</q>
| das <q>so geschah es</q> entspricht.
//-- p
//-- | Kirche existiert nicht aus sich selbst heraus, und ist nicht ihr eigener Herr.
//-- | Sie ist ganz und gar von Christus und dem Heiligen Geist abhängig.
//-- br
//-- | Daher ist Kirche auch nicht Demokratie und gilt nicht einfach das Wort einer Mehrheit,
//-- | sondern Kirche ist zuerst auf Gott Hörende und gebunden an das Wort Gottes.
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
br
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: <q>Früchte dich nicht!</q> in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie gerade Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet
| und mündet in das schöpferische Wort des Christus, das über Petrus hinaus der Kirche und
| ihrer Verkündigung gilt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden, schöpferischen
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: <q>Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.</q> (Lk 5,32).
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Petrus erscheint hier - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine <q>übliche</q> Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
p
| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
.card.slide
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h5.card-title Ver-<i>Netz</i>-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer <q>beleuchtet</q> zu werden.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz <q>zusammengeschweißt</q>, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber : Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art <q>einfangen</q> kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar und schon der Zwölferkreis bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und die gläubige Aufnahme entsteht.
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span Gliederung
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.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Prolog
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,1-4
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 3. Sonntag im Jahreskreis
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h5.card-title Vorgeschichte
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 1,5-4,13
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.card-body
h5.card-title Kindheitserzählungen
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 1,5-2,52
.row.mb-2
.col-6
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h5.card-title.text-primary Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,5-25
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Geburt Johanns des Täufers (VAM) [Lk 1,5-17]
.col-6
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title.text-success Ankündigung der Geburt Jesu, des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,26-38
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Verkündigung des Herrn
.row.mb-2
.col-3
.col-6
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h5.card-title Die Begegnung zwischen
span.text-success Maria
| und
span.text-primary Elisabeth
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,39-56
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Vierter Advent [Lk 1,39-45 (ohne Magnifikat)]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Mariä Aufnahme [Lk 1,39-56: Magnifikat]
.col-3
.row.mb-2
.col-6
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h5.card-title.text-primary Geburt Johannes des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 1,57-80
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Geburt
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,57-66
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Geburt Johannes des Täufers (Lk 1,57-66.80)
.card.bg-light.border-info
.card-body.p-2
h6.card-title Begrüßung (<i>Benedictus</i>)
h6.small.card-subtitle.text-muted
| Lk 1,67-80
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title.text-success Geburt Jesu, des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 2,1-40
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Geburt
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,1-21
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Christmette [Lk 2,1-14]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| <q>Hirtenmesse</q> [Lk 2,15-20]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Oktavtag von Weihnachten [Lk 2,16-21]
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Begrüßung (Begegnung mit Simeon und Hanna im Tempel, dabei <i>Nunc dimittis</i>)
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,22-40
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Darstellung des Herrn
.row
.col-6
.col-6
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title.text-success 12jähriger Jesus im Tempel
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,41-52
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Fest der heiligen Familie
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Das Wirken des Täufers und die Taufe Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 3,1-22
.row
.col-2
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Das Auftreten des Johannes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,1-6
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Zweiter Advent
.col-2
.card.slide.bg-light.border-info.mb-2
.card-body
h5.card-title Die Bußpredigt des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 3,7-9
.col-2
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Standespredigt des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,10-14
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Dritter Advent
.col-3
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h5.card-title Die Ankündigung des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,15-18
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Dritter Advent
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Taufe Jesu [Lk 3,15-16]
.col-3
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,21-22
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Taufe Jesu
.row
.col-6
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.card-body
h5.card-title Der Stammbaum Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 3,23-38
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Versuchungen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 4,1-13
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title Wirken Jesu in Galiläa und Judäa
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 4,14-9,50
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-3(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Antrittspredigt Jesu in Nazareth
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 4,14-30
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 3. Sonntag im Jahreskreis [Lk 4,14-21]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 4. Sonntag im Jahreskreis [Lk 4,21-30]
.col-4
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.card-body
h5.card-title Erstes Wirken in Galiläa
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 4,31-44
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-3(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 5,1-11
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 5. Sonntag im Jahreskreis
p.text-center
| ...
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Feldrede
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 6,20-49
.row
.col-4
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.card-body
h5.card-title Seligpreisungen und Weherufe
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,20-26
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 6. Sonntag im Jahreskreis [Lk 6,17.20-26]
.col-4
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h5.card-title Feindesliebe und anderes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,27-38
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 7. Sonntag im Jahreskreis
.col-4
.card.slide.bg-light.border-info.mb-2
.card-body
h5.card-title Gleichnisrede
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,39-49
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 8. Sonntag im Jahreskreis
p
| ...
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title Die letzten Tage Jesu in Jerusalem und die Passion
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 19,28-23,56
.row
.col-1
p.text-center
| ...
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Wiederkunft des Menschensohnes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 21,25-28
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Erster Advent
.col-1
p.text-center
| ...
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Mahnung zur Wachsamkeit
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 21,34-36
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Erster Advent
.col-2
p.text-center
| ...
p
| ...
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span Überblick
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blockquote.blockquote.mb-5
p.mb-0
i
b
q
| Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt.
br
| Er hat mich gesandt ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,18
table.table
+ueberblick_thead
tbody
tr
th(scrope="row") Erster Advent
td 02.12.18
td Lk 21,25-28.34-36
td Ermutigung und Ermahnung im Hinblick auf <q>das Ende</q>
tr
th(scrope="row") Zweiter Advent
td 09.12.18
td Lk 3,1-6
td Das Auftreten des Johannes
tr
th(scrope="row") Dritter Advent
td 16.12.18
td Lk 3,10-18
td Die Standespredigt des Täufers; Die Ankündigung des Messias
+ueberblick_tag("Vierter Advent", "23.12.18", "Lk 1,39-45", "Maria bei Elisabeth")
+ueberblick_tag("Christmette", "24.12.18", "Lk 2,1-14", "Geburt Jesu")
+ueberblick_tag("<q>Hirtenmesse</q>", "25.12.18", "Lk 2,15-20", "Hirten an der Krippe")
+ueberblick_tag("Fest der heiligen Familie", "30.12.18", "Lk 2,41-52", "12jähriger Jesus im Tempel")
+ueberblick_tag("Oktavtag von Weihnachten", "01.01.19", "Lk 2,16-21", "Maria bewahrte alles und dachte darüber nach")
+ueberblick_tag("Taufe des Herrn", "13.01.19", "Lk 3,15-16.21-22", "Taufe Jesu")
+ueberblick_tag("3. Sonntag im Jahreskreis", "27.01.19", "Lk 1,1-4; 4-14-21", "Der Herr hat mich gesandt")
+ueberblick_tag("Darstellung des Herrn", "02.02.19", "Lk 2,22-40", "Simeon und Hanna")
+ueberblick_tag("4. Sonntag im Jahreskreis", "03.02.19", "Lk 4,21-30", "Jesus am Abgrund (in der Heimat)")
+ueberblick_tag("5. Sonntag im Jahreskreis", "10.02.19", "Lk 5,1-11", "Reicher Fischfang; Jüngerberufungen")
+ueberblick_tag("6. Sonntag im Jahreskreis", "17.02.19", "Lk 6,17.20-26", "Feldrede: Seligpreisungen und Wehklagen")
+ueberblick_tag("7. Sonntag im Jahreskreis", "24.02.19", "Lk 6,27-38", "Feldrede: Feindesliebe etc.")
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+bottom_adv_weihn_jkr3-7("ueberblick")
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+headline
+headline_item_start
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+headline_item_active
span Johannes der Täufer
block content
.row
.col-6.pr-5
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
br
| Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,
| den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
br
| Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
br
| ...
br
| Bevor aber der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare Tag, seht da sende ich zu euch den Propheten Elija.
br
| Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern,
| damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann
footer.blockquote-footer
cite Mal 3,1-2.23-24
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Siehe: Ich werde einen Engel schicken, der dir [= Mose/Volk Israel] vorausgeht.
footer.blockquote-footer
cite Ex 23,20
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Eine Stimme ruft [in der Wüste]:
q
br
| []In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
br
| ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
footer.blockquote-footer
cite Jes 40,3
.col-6.pl-5
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| Zacharias im Benedictus im Hinblick auf seinen Sohn:
br
q
| Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen;
i denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,76 [mit Anspielung auf Mal 3,1]
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| Der Engel zu Zacharias bei der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers:
br
q
| Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden.
br
| Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen,
| um
i die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden
br
| und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen und so das Volk
i für den den Herrn bereit zu machen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,16-17 [mit Anspielung auf Mal 3,23]
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| <q>Jesus</q> über Johannes den Täufer:
br
q
| Dieser ist es, von dem geschrieben steht:
br
i
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird.
footer.blockquote-footer
cite Lk 7,27 [mit Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20]
hr.mt-3.mb-5
h1.slide Johannes der Täufer in historisch-kritischer Perspektive
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Zeit der Bedrängnis Zeit der Erwartung
.card-text
p Johannes der Täufer startete in den 20er Jahren des 1. Jhdt. n. Chr. eine jüdische Umkehrbewegung.
p
| Es war eine Zeit großer Erwartungen.
| Viele Juden fühlten sich politisch und religiös bedrängt einerseits durch die Römer,
| die die Herren im Land waren und an die Steuern zu zahlen waren, andererseits durch die damalige
| griechisch-hellenistische Kultur.
p
| Es war daher eine Zeit, in der man sich das göttliche Eingreifen ersehnte
| durch Gott selbst oder einen von ihm gesandten Retter (<q>Messias</q>).
p.mb-0
| Vor diesem Hintergrund ist das Wirken Johannes des Täufers wie auch das Jesu zu verstehen:
| Johannes glaubte an das unmittelbar bevorstehende Ende dieser Weltzeit und das Kommen Gottes
| zu Gericht und Rettung.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Zeit der Umkehr Zeit der Taufe
.card-text
p
| Johannes erinnerte mit seiner Predigt die Juden daran,
| dass auch sie oft nicht dem Willen Gottes gemäß leben.
p
| Er rief daher zur Umkehr, zur Erneuerung des ganzen Menschen auf.
p.mb-0
| Weil aber die Zeit knapp und also keine Zeit für viele gute Taten mehr war,
| die Umkehr und Reue zeigen und damit Vergebung von Gott erbitten sollten, bot er eine Taufe an,
| die die Umkehr besiegelte, Sündenvergebung zusprach und zu einem erneuerten Lebenswandel nach den Geboten Gottes verpflichtete.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Gegenveranstaltung zum Tempel
.card-text
p
| Gleichzeitig war die Taufe, die Johannes angeboten hat, eine Gegenveranstaltung zum Tempel in Jerusalem,
| denn das war eigentlich der Ort für die Sündenvergebung.
| Doch der Tempel war offenbar in den Augen des Johannes und seiner Anhänger nicht mehr in der Lage,
| seinen Zweck zu erfüllen: die Begegnung mit Gott ermöglichen, Gottes Segen vermitteln, das gläubige Volk stetig
| durch die Begegnung mit Gott erneuern und stärken.
p
| Der Character der Gegenveranstaltung wird noch deutlicher, wenn man sich die priesterliche Herkunft des Johannes bewusst macht,
| wie sie Lukas erzählt: eigentlich wäre es sein Weg gewesen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten
| und also selbst Priester am Tempel zu werden.
p.mb-0
| Mit seiner Kritik am Tempel war Johannes damals nicht allein; sie wurde nicht nur nach ihm
| von Jesus übernommen (Tempelreinigung), sondern findet sich auch schon vor ihm in den Schriften von Qumran.
| Ähnlich wie für Johannes spielte auch für die Gemeinde hinter diesen Schriften wohl Jes 40,3 eine Rolle (<q>Wüste</q>).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Johannes <i>der Täufer</i>
.card-text
p.mb-0
| Der Beiname <q>der Täufer</q> weist darauf hin, dass das, was Johannes tat, etwas Neues war:
br
| es gab zwar Reinigungsbäder und -riten, aber dort <q>taufte</q> man sich selbst; dass man von jemand anderem
| <q><i>ge</i>tauft <i>wird</i></q>, das war neu und zeigt wohl ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein des Täufers (und
| auch einen gravierenden Unterschied zu den Reinigungsbädern in Qumran).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Johannes der <q>wiedergekommene Elija</q>
.card-text
p.mb-0
| Sicher nicht erst die Christen haben Johannes den Täufer mit Elija in Verbindung gebracht, und wohl auch nicht
| erst die Jünger des Johannes; vielmehr verstand er sich wohl schon selbst so, worauf auch seine Kleidung
| gemäß 2 Kön 1,8 schließen lässt (dort ist <q>Mantel aus Ziegenhaaren</q> und <q>lederner Gürtel um die Hüften</q>
| quasi Erkennungszeichen für Elija; vgl. Mk 1,6).
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title Johannes Opfer der Mächtigen
.card-text
p.mb-0
| Johannes fand ein gewaltsames Ende; Grund dafür war seine Kritik an den Mächtigen.
.slide
h1 Lk 3,1-22
h2 Das Auftreten Johannes des Täufers
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius;
br
| Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa,
br
| Herodes [Antipas] Tetrarch von Galiläa,
br
| sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und der Trachonitis,
br
| Lysanias Tetrarch von Abilene;
br
| Hohepriester waren Hannas und Kajaphas.
p.mb-0
| Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
br
| Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündete dort überall die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden,
| wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht:
q
| Stimme eines Rufers in der Wüste:
q
| Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
br
| Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.
br
| Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.
br
| Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,1-6
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Verankerung der Heilsgeschichte in der Weltgeschichte
.card-text
p
| Es werden keine Märchen oder zeitlose Mythen erzählt.
| Auch wenn manches dunkel bleibt: Johannes der Täufer mit seiner Taufe und Jesus von Nazareth mit seinem Kreuz
| sind historische Personen.
br
| Sie haben zu einer bestimmten Zeit und an einem konkreten Ort gelebt und gewirkt.
p.mb-0
| Diese Personen haben <q>Weltgeschichte</q> geschrieben was sich mit ihnen ereignet hat,
| das ist nicht nur Sache eines kleinen Volkes am Rande der Welt oder kleinen Gruppen darin,
| das geht die ganze Menschheit an.
br
| Und um dies deutlich zu machen, hebt Lukas auch formal wie hier durch den <q>Synchronismus</q> (= zeitliche Eindordnung)
| oder den Prolog am Anfang des Evangeliums die christliche Verkündigung auf ein höher stehendes literarisches Niveau.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Verankerung der Heilsgeschichte im Wort der Propheten
.card-text
p
| Lukas knüpft an die prophetische Literatur des Alten Testamentes an, wenn er einerseits das Auftreten
| des Johannes mit der sog. <q>Wortereignisformel</q> einführt und so von einer Prophetenberufung erzählt; andererseits
| finden sich auch am Anfang von Prophetenbüchern zeitgeschichtliche Eindordungen (<q>Synchronismen</q>).
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Die Worte Jeremias ...
br
| An ihn erging das Wort des HERRN in den Tagen des Königs Joschija von Juda, des Sohnes Amos,
| im dreißigsten Jahr seiner Regierung, ebenso in den Tagen des Königs Jojakim von Juda, des Sohnes
| Joschijas, bis das elfte Jahr des Königs Zidkija von Juda, des Sohnes Joschijas, zu Ende ging,
| als im fünften Monat Jerusalem in die Verbannung ziehen musste.
footer.blockquote-footer
cite Jer 1,1-3
p
i Gottes Wort wirkt sich geschichtlich aus in den Menschen, die sich von ihm rufen lassen.
p
| Das Zitat aus Jesaja, mit dem Lukas die Sendung des Johannes beschreibt, ist als <q>Schriftbeweis</q> zu verstehen:
br
| Was Johannes jetzt tut, das entspricht dem, was Jesaja <q>angekündigt</q> hat;
br
| so ist das Wirken des Johannes göttlich legitimiert.
p.mb-0
| Mehr aber noch: dass nach Ostern das Evangelium auch Nicht-Juden verkündet wird und diese gläubig werden,
| das hat schon Jesaja <q>vorausgesehen</q>: <q>Und <i>alle</i> Menschen werden das Heil Gottes schauen.</q>
br
span.small <q>Schauen</q> bedeutet nicht nur <q>Sehen</q> sondern <q>Teilhaben</q>!
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title
q Weg des Herrn
.card-text
p Schon Jes 40,3-5 denkt nicht an einen real-physischen Weg Gottes (oder an den Heimkehrweg der nach Babylon Exilierten).
p <q>Weg des Herrn</q> ist ethisch-religiös zu verstehen: Lebenswandel nach Gottes Weisung; den rechten Weg gehen.
p
i (Deutero-)Jesaja
br
| Angesichts des Endes des Exils in Babylon ruft der Prophet eine neue Heilszeit aus,
| nimmt dazu aber seine Adressaten in die Pflicht:
br
| Sich neu unter Zuspruch und Anspruch des Wortes Gottes und seiner Weisung stellen:
| weg von einem <q>hügeligen</q> sprich: unsteten Leben, hin zu einem geradlinigen,
| an der Weisung Gottes orientiertem Leben.
br
i
| Auf dem Weg eines rechten, an Gottes Weisung orientiertem Leben kommt Gott zu den Menschen;
| wer auf seinen Wegen geht, wird seine segenspendende Nähe erfahren.
p
i Johannes der Täufer
br
| <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> entspricht dem Ruf zu Umkehr und Taufe:
br
i
| Angesichts des Kommens Gottes bzw. des Messias zu Gericht (und Rettung) dem Ruf zur Umkehr folgen,
| diese in der Taufe besiegeln und dann entsprechend leben.
p.mb-0
| Im Kontext des Lukas-Evangeliums kann
q Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.
|
| auch zum Magnifikat in Beziehung gesetzt werden:
br
q Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
|
| (Lk 1,52)
|
+symbol("arrow-right")
| Umwertung im eigenen Leben angesichts des Handelns Gottes.
.slide
h2
.small Die Bußpredigt
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").mb-5.ml-5
p.small.mb-0
| Da sagte er zu den Volksscharen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen:
q
| Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt?
| Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an, bei euch zu sagen:
q Wir haben Abraham zum Vater!
|
| Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.
br
| Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt,
| wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,7-9
.slide
h2 Die Standespredigt des Täufers
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Da fragten ihn <b>die Scharen</b>:
q Was sollen wir also tun?
br
| Er antwortete ihnen:
q Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso!
p
| Es kamen auch <b>Zöllner</b>, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn:
q Meister, was sollen wir tun?
br
| Er sagte zu ihnen:
q Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist!
p.mb-0
| Auch <b>Soldaten</b> fragten ihn:
q Was sollen denn wir tun?
br
| Und er sagte zu ihnen:
q Misshandelt niemanden, erpresst niemanden, begnügt euch mit eurem Sold!
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,10-14
.card.slide.mb-3
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h5.card-title
| Umkehr allgemein und konkret
.card-text
p Johannes wird als Weisheitslehrer gezeichnet; er verkündet zeitlos gültige Verhaltensrichtlinien.
p.mb-0
| Die <q>Scharen</q> werden mit dem <i>Gebot der Nächstenliebe</i> konkrontiert von einem Armutsideal ist hier nichts zu spüren -;
| die Menge wird dann aber beispielhaft geteilt und die Forderung konkretisiert.
br
| Alle stehen unter dem grundsätzlich gleichen Anspruch, aber die Forderungen können je nach eigener
| Lebenssituation unterschiedlich konkret werden.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title
| Gegen Missbrauch von Macht
.card-text
p.mb-0 Was Zöllner und Soldaten verbindet, ist ihre (relative) Mächtigkeit, die jeweils missbraucht werden kann:
ul.mb-0
li Die <i>Zöllner</i> stehen in der Versuchung, mehr zu verlangen, als festgesetzt ist; das geschah tatsächlich
| und brachte die Zöllner neben dem Umstand, dass sie für die Römer arbeiteten in Verruf.
| (
+symbol("arrow-right")
| Zachäus).
li Die <i>Soldaten</i> stehen vor der Versuchung, ihre Waffengewalt dazu zu nutzen,
| ihren Sold aufzubessern und dabei Misshandlung und Erpressung anzuwenden.
br
.small
| Auffällig ist, dass weder Plündern noch Blutgewalt genannt sind: Lukas spricht in eine Zeit des
| (relativen) Friedens, wie sie damals tatsächlich geherrscht hat.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Gegen die Habsucht
.card-text
p
i Habsucht ist bei Lukas quasi die Ursünde.
p.mb-0 Ihr stellt er zwei beispielhafte positive Verhaltensweisen gegenüber:
ul.mb-0
li
| Teilen (ohne selbst arm zu werden)
| (
+symbol("arrow-right")
| Forderung an <q>die Scharen</q>)
li
| Sich mit dem begnügen, was einem zusteht
| (
+symbol("arrow-right")
| Forderung an Zöllner und Soldaten).
p.mb-0 Schon hier zeigt sich auch, dass Lukas im Hinblick auf Vermögen der rechte Erwerb und Gebrauch wichtig ist.
.card.slide.mb-5
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h5.card-title
| Ethik nicht allein
.card-text
p
| Die Lehre des Johannes ist nicht spezifisch; sie ist schon vor ihm in mannigfacher Ausfaltung formuliert,
| besonders bei den Propheten, aber auch das jüdische Gesetz ist voll von tiefsinniger Sozialgesetzgebung.
p Und auch Gläubige anderer Religionen dürften die Forderungen des Johannes unterschreiben.
p
| Zum Glauben gehört nicht nur die Ethik, sondern auch das Bekenntnis;
| von dort kann wie im Judentum und Christentum die Ethik ein spezifisches Fundament erhalten,
| gerade durch das, was ich von Gott bzw. Jesus Christus
| glaube, nicht zuletzt im Hinblick auf ihr konkretes Handeln in der <q>Heilsgeschichte</q>.
p.mb-0 In diesem Sinne schließt sich an die ethische Unterweisung eine <q>christologische Unterweisung</q> an.
br
span.small Ahnlich verhält es sich in Apg 2,37-47.
.slide
h2 Die Ankündigung des Messias
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei.
br
| Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort:
q
| Ich taufe euch mit Wasser.
br
| Es kommt aber einer, der stärker ist als ich,
| und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
br
| Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln;
| die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.
p.mb-0
| Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,15-18
.card.slide.mb-3
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h5.card-title
| Keine <q>Gefühlsduselei</q>
.card-text
p.mb-0 <b>Herz</b> ist im damaligen Sprachgebrauch auch und gerade <i>Sitz von Wille und Denken</i>!
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Polemik gegen die Jünger des Johannes
.card-text
p
| Aus späterer christlicher Perspektive sind die Rollen zwischen Johannes dem Täufer und Jesus klar verteilt:
| der eine ist der Vorläufer des anderen, der allein der Messias ist.
p
| Doch es gab wohl recht lange eine gewisse Rivalität zwischen Anhängern des Johannes und den <q>Christen</q>,
| gerade dann, wenn man dem Tod Jesu keine Heilsbedeutung beigemessen hat (wie etwa in Q der Fall; anderes Paulus
| und das, was an Schriften im Neuen Testament gesammelt ist).
p
| Man muss sich auch vor Augen führen, dass die Johannes-Bewegung nicht nur ein <q>kleiner Haufen</q> war;
| Lukas kann in Apg 19,1-7 davon erzählen, dass Paulus in Ephesus auf Johannesjünger getroffen ist!
p
| Ferner ist zu bedenken, dass Johannes wohl als <q>Stärkeren</q> Gott selbst erwartet hat, nicht einen Menschen.
br
| (Der <q>Starke Israels</q> ist im Alten Testament Bezeichnung für Gott!)
p.mb-0
| Von daher waren <i>Klarstellungen</i> in der Beziehung Johannes Jesus etwas sehr wichtiges!
br
| Im Wort vom Lösen der Sandalenriemen wird eine deutliche Hierarchie gezeichnet.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Taufe mit Geist und Feuer
.card-text
p
| <i>Feuer</i> ist im Alten Testament ein Bild für das Gericht Gottes; in diesen Denkhorizont
| ist auch der nächste Vers gesprochen (<q>in Feuer verbrennen</q>).
br
| So passt dieser Begriff auch zur ursprünglichen Predigt des Johannes ganz gut, der ein Gericht Gottes ankündigte
| und dafür vielleicht selber das Bildwort des Feuers gebrauchte.
p.mb-0
| Lukas dürfte bei <i>Feuer</i> aber an Pfingsten und den Heiligen Geist denken: in Apg 2 wird er erzählen
| dass der Heilge Geist in <q>Zungen wie von Feuer</q> auf die Jünger herabkommt.
p.small
| Lukas hat <q>Feuer</q> wohl aus Q übernommen (und behalten, weil er es für den nächsten Vers brauchte),
| <q>Geist</q> dagegen als wichtigen Begriff aus Markus (bzw. der sontigen christlichen Tradition).
p
| Indem die christliche Taufe stets auch mit dem Geistempfang verbunden ist,
| dürfte sie von Anfang an mit einer Doppelhandlung praktiziert worden sein:
| Wassertaufe (Sündenvergebung) und Handauflegung (Geistempfang).
p.small.mb-0
| Das ist durch den heutigen Kindertaufritus <q>zerstört</q>; dort gibt es zwar eine Handauflegung,
| aber ohne Bezug zum Geist, und es gibt eine Salbung, aber ohne Handauflegung.
br
| Bei Erwachsenentaufen schließt sich gleich die Firmung an; bei Kindern wird die Taufe erst durch
| die spätere Firmung <q>komplett</q>!
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title
| Johannes <q>verkündete die frohe Botschaft</q> [= Evangelium]
.card-text
p
| Für Lukas steht Johannes der Täufer auf der Schwelle zur neuen, mit dem Messias Jesus eröffneten Ära.
br
| Auf diese Ära hat er zumindest aus nachösterlicher, christlicher Perspektive hingewiesen;
| und damit kann man sagen, dass er <q>die frohe Botschaft</q> verkündete.
p.mb-0
| Die Bußpredigt des Johannes mit dem Zeichen der Taufe sowie seine aus christlicher Perspektive auf Jesus hinweisenden -
| Predigt vom kommenden <q>Stärkeren</q> sind für die Christen aus rückblickender Perspektive zur Schwelle
| zur neuen Ära Jesu und der Kirche geworden.
br
| Analog wurde dann die (christliche) Taufe als Besiegelung der Annahme des christlichen Glaubens die Schwelle zum Christsein.
.slide
h2
.small Die Gefangennahme des Johannes
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").mb-5.ml-5
p.small.mb-0
| Johannes tadelte auch den Tetrarchen Herodes [Antipas] wegen Herodias, der Frau seines Bruders,
| und wgen aller Schandtaten, die er verübt hatte.
br
| Herodes fügte zu allem noch dies hinzu, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,19-20
.slide
h2 Die Taufe Jesu (Lk 3,21-22)
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p.mb-0
| Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ.
| Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar
| in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,21-22
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Seltsam <q>zwischendrin</q>
.card-text
p.mb-0
| Während die Erzählung der Taufe Jesu im Evangelium nach Markus der Höhepunkt der auf 13 Verse komprimierten
| <q>Vorgeschichte</q> ist, ist sie im Evangelium nach Lukas seltsam zwischenreingepresst:
ul
li
| Die Erzählung über den Täufer ist bereits abgeschlossen, das Ende seines öffentlichen Wirkens
| mit seiner Gefangennahme schon erzählt.
li
| Es schließt sich der Stammbaum an, erst danach die Erzählung von der Versuchung Jesu, die
| bei Markus unmittelbar auf die Taufe folgt (und mit <q>sofort</q> ganz eng mit ihr verbunden ist),
| sowie dann das erste Auftreten in Galiläa.
p
| Es ist zu vermuten, dass dies mit der erwähnten Polemik gegen die Johannes-Jünger zusammenhängt,
| bzw. allgemein mit der Frage, warum sich Jesus überhaupt taufen ließ, wenn er doch der
| sündlose Messias Gottes ist; eine Frage, die auch die Tauferzählung des Matthäus prägt.
p.mb-0
| Lukas kann die Erzählung von der Taufe nicht verschweigen; sie ist doch zu wichtig. Doch er setzt Akzente:
ul.mb-0
li
| Die erzählte (offenbar für alle gültige) Sichtbarkeit der Taube korrespondiert dem Umstand,
| dass der Täufer bei Lukas bereits mit seiner Gefangennahme <q>unsichtbar</q> geworden ist.
br
span.small Bei Markus sieht die ganzen besonderen Vorgänge und hört die Stimme ausschließlich Jesus allein.
li
| Nicht gleich nach der Wassertaufe, sondern während des Gebetes Jesu geschehen die besonderen Dinge.
p
| Man kann also sagen:
i
| Die Taufe ist auf ein Ereignis zwischen Gott und Jesus reduziert; Johannes spielt effektiv keine Rolle.
p.small.mb-0
| Auch literarische Gründe könnten eine Rolle gespielt haben:
br
| Wie Lukas in Lk 1-2 das Leben des Johannes und das Leben Jesu schrittweise parallel erzählt hat,
| so erzählt er auch bei Johannes zunächst bis zum <q>Ende</q> (was bei ihm die Gefangennahme ist; den Tod erzählt er nicht),
| und dann erst von Jesu Wirken, an dessen Anfang die Taufe steht.
br
| Klar ist jedenfalls:
| Für Lukas gehört die Taufe Jesu als Ereignis nicht in die Lebensbeschreibung Johannes des Täufers, sondern das Leben Jesu.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Salbung zum Messias
.card-text
p
| Die Himmelsstimme ist ein Mischzitat aus Ps 2,7 und Jes 42,1.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5.mb-1
p.mb-0
b
q
| Den Beschluss des HERRN will ich kundtun. Er sprach zu mir:
q <i>Mein Sohn bist du.</i> Ich selber habe dich heute gezeugt.
footer.blockquote-footer
cite Ps 2,7
p.ml-5
| Dieser Psalm zielt ursprünglich auf den amtierenden König Israels/Judas ab;
| Ps 2,7 erfuhr später aber eine Verschiebung in Richtung Erwartung eines endzeitlichen Messias.
br
span.small Auch 2 Sam 7,14 (Natansverheißung) gehört in diesen Kontext.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5.mb-1
p.mb-0
b
q
| Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter,
i an ihm finde ich Gefallen.
br
| <i>Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt</i>, er bringt den Nationen das Recht.
footer.blockquote-footer
cite Jes 42,1
p.ml-5
| Hier wird der Gottesknecht eingeführt, der mit Gottes Geist ausgestattet ist
| und im Buch Deuterojesaja eine besondere Rolle als göttlicher Gesandter spielt.
p
| Dass Jesus der Sohn Gottes ist, das ist seit der Verkündigung klar; hier wird er erstmals so angesprochen,
| und zwar von Gott selbst.
p.mb-0
| Mit der Taufe wird er quasi in sein Amt als mit Gottes Geist ausgestattetem Messias eingesetzt,
| das er dann in Lk 4,14-30 übernehmen wird.
br
| Der Rückgriff auf die Ps 2,7 und Jes 42,1 erkennt darin die Erfüllung messianischer Verheißung.
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q Weihnachten
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.card.slide.mb-3
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h5.card-title Augustus und das <q>Goldene Zeitalter</q>
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 <q>Friedensbringer</q>, <q>Retter</q>, <q>göttliches Kind</q>
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title <q>Friedensbringer</q>
.card-text
p
i 44. v. Chr. Ermordung Caesars
br
| Folge: römische Bürgerkriege: politische Instabilität, existentielle Bedrohung
|
+symbol("arrow-right")
| Sehnsucht nach Frieden und Stabilität und <q>den guten alten Zeiten</q> (der Republik).
p
i Seit 31 bzw. 27. v Chr.: Prinzipat des Octavian Augustus
br
| Folge: <q>Zeitenwende</q> zum Besseren, sowohl in politischer, gesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht:
br
| Frieden, Wohlstand, innere und äußere Sicherheit, Stabilität.
p.mb-0
i Rückgriff der Augustus-Propaganda auf die Vorstellung vom <q>Goldenen Zeitalter</q>
br
| Darunter versteht man eine heilvolle, praktisch paradiesische Zeit; diese längst <q>untergegangene</q> Zeit sei mit Augustus wiedergekehrt.
br
| Angesichts der realen positiven Umstände im Reich, die nun mit Augustus eingekehrt waren, dürfte diese Vorstellung viel Zuspruch gefunden haben.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title <q>Retter</q>
.card-text
p.mb-0
| In der positiven Wendung mit Augustus erkannte man das heilvolle Wirken der römischen Götter;
| das rechtfertigte einerseits die (Welt-)Herrschaft des Augustus, andererseits band es den Segen der Götter an diese Herrschaft.
br
| So kam es, dass Augustus <q>Retter</q> genannt wurde; hinter ihm und seiner Herrschaft steht der heilvolle Wille der Götter!
.card.slide.mb-3
.card-body
h6.card-title <q>göttliches Kind</q>
.card-text
p.mb-0
| Dass Augustus zu seiner besonderen Bedeutung <q>von Anfang an</q> ausersehen war, das versuchte man auch durch <q>Kindheitsgeschichten</q> herauszustellen:
ul
li Der Augustus-Biograph Sueton verbindet mit der Geburt des Augustus besondere Vorzeichen, Orakel und Träume.
li
| Vergil dichtet 40 v. Chr. seine Vierte Ekloge: Er spricht vom Beginn eines neuen Zeitalters und verbindet dies mit der Geburt eines Jungen.
br
| Das Kind ist <q>Juppiters Spross</q> und daher ein <q>göttliches Kindlein</q>: es besitzt göttliche Kraft und soll der Welt den Frieden bringen;
| es brechen paradiesische Zeiten an selbst die Natur ist überreicht gesegnet.
br
| Zumindest in späterer Zeit ist dieses Kind mit Augustus indentifiziert worden.
p.mb-0 Auch anderweitig wurde die Wende zum Guten mit der Geburt des Augustus verknüpft:
ul.mb-0
li
| Im Jahr 9 v. Chr. wurde in der Provinz Asia eine Kalenderreform durchgeführt. Dabei wurde der Jahresbeginn auf den Geburtstag des
| Augustus (23. September) gelegt: der an Augustus geknüpfte Beginn der neuen Zeit wurde auf diese Weise jährlich mit dem Jahreswechsel erinnert.
li
| Der Zeiger einer riesigen Sonnenuhr in Rom wirft seinen Schatten genau am Geburtstag des Augustus, der auf den Tag
| der Tag-/Nacht-Gleiche im Herbst fällt, durch die Mitte des <q>Altars der augusteischen Friedenskönigin</q> (9 v. Chr. errichtet):
| In der Geburt des Augustus ist nach göttlicher Weltordnung der Beginn einer neuen Friedenszeit gegeben.
.card-text.slide
p
| Zu diesem ganzen Gedankengut rund um das <q>Goldene Zeitalter</q>, das man mit der Herrschaft/Geburt des Augustus angebrochen sah,
| entstand eine ausgefeilte <q>Propaganda-Maschinerie</q>, die alle Menschen im römischen Reich damit vertraut machen wollte:
| Dichtung und Literatur, Inschriften, entsprechend inszenierte Groß-Feiern, Abbildungen auf Münzen mit entsprechender Symbolik (Füllhorn).
p.mb-3
| In diesem Kontext nicht unerwähnt bleiben darf, dass man Nachrichten aus dem Kaiserhaus Geburt, militärische Siege, Regierungsantritt etc.
| als <q>Evangelien</q> (Mehrzahl) bezeichnete. Lukas nennt die Geburt Jesu <q>Evangelium</q>.
.alert.alert-danger.slide.mb-0
h4.alert-heading Augustus vs. Jesus
hr
p.mb-0
| Dem göttlichen Weltenherrscher und <q>Retter</q> Augustus mit seinem <q>Goldenen Zeitalter</q> stellt Lukas den
| in der Davidsstadt geborenen Jesus als
| messianischen <q>Retter</q> gegenüber, mit dem das Reich Gottes seinen Anfang nahm.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Quirinius, der Zensus und der Futtertrog (die <q>Krippe</q>)
.card-text
p.small.mb-0
| <b>Problem 1:</b> Lukas und auch Matthäus setzen voraus, dass Jesus zur Zeit von König Herodes (dem Großen) geboren wurde;
| der starb 4 v. Chr. Quirinius trat sein Amt aber erst 6 n. Chr. an und führte da tatsächlich einen Zensus durch.
| Hat sich Lukas getäuscht? Gibt es andere Erklärungen
| für diese Unstimmigkeit?
br
| Oder hat Lukas bewusst konstruiert?
p.small.mb-0
| <b>Problem 2:</b> Wie der Futtertrog zu deuten ist, das ist nicht wirklich klar!
ul.small
li Ist es einfach ein Kuriosum? wie Mose im Binsenkörbchen.
li
| Soll er Armut oder Armseligkeit symbolisieren? aber es heißt nicht <q>..., weil sie sich keine Herberge leisten konnten.</q>,
| sondern <q>..., weil in der Herberge kein Platz für sie war.</q>
p
| Gehören vielleicht Zensus und Futtertrog als Gegensätze zusammen?
br
| Der <i>Zensus</i> steht für den Anspruch der Weltmacht Rom, die von ihren Provinzen Tribut fordert.
| Der Kaiser erhebt einen finanziell-materiellen Anspruch gegenüber seinen Untertanen; sie haben ihm etwas zu geben.
| Der Kaiser lässt sein Volk zählen, damit er weiß, was er <q>hat</q> und was er an Steuern erwarten kann.
br
| Was man in einen <i>Futtertrog</i> legt, ist dagegen Gabe, Gabe zum Leben, Nahrung!
.alert.alert-danger.slide
h4.alert-heading Zensus vs. Futtertrog
hr
p
| Der Kaiser fordert von seinen Untertan finanziell-materielle Abgaben.
br
| Das Kind in der Krippe ist (tatsächlich-reale) Gabe Gottes an sein Volk, Geschenk der unverdienten Gnade (= <q>seines Wohlgefallens</q>).
p.mb-0
| Diese Gegenüberstellung und konkret der Futtertrog zeigen an, dass Jesus <i>anders</i> <q>Herrscher</q> ist
| als die Mächtigen es sonst so sind; er gibt statt zu nehmen, ja er ist selbst Gabe Gottes.
.slide
p.small.mb-0 Dazu noch ein paar kleine Anmerkungen:
ul.mb-0.small
li
| Lukas <q>verteufelt</q> weder Steuern noch die Staatsmacht Rom; seine weiteren Ausführungen im Evangelium und in der Apostelgeschichte
| zeigen Jesus und die Jünger als treue Staatsbürger (schon aus Eigeninteresse).
| Auch folgen Josef und Maria kommentarlos dem Erlass. Wenn man bedenkt, dass
| z. B. die jüdische Gruppe der Zeloten es strikt abgelehnt hat,
| an den Kaiser in Rom steuern zu zahlen, ist dies ein sehr bemerkenswerter Erzählzug.
br
| Worum es hier also geht, ist der Gegensatz <q>Abgaben fordern</q> <q>Gabe geben</q>.
li
| Eigenwillig ist auch, dass für Lukas der Zensus Anlass ist, vom Wohnort in den Geburtsort zu ziehen; normalerweise
| trägt man sich bei einem solchen Zensus am <i>Wohnort</i> ein.
li
| Die <q>Gabe</q> Jesus darf nicht gleich auf die Eucharistie enggeführt werden. Jesus als Person mit seiner Heilsbedeutung steht im Mittelpunkt,
| sein ganzes Wirken, Reden und Tun, Leiden, Sterben und Auferstehn.
li
| Während wir den Futtertrog uns meist aus Holz vorstellen, dürfte das bei den ersten Lesern des Lukas anders gewesen sein:
| speziell in Palästina war Holz zu teuer; eher Stein und Lehm kommen hier infrage.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Der <q>Erstgeborene</q>
.card-text
p
| Diese Wendung ist ein Vorausverweis auf die Episode der <q>Darstellung im Tempel</q> (Lk 2,22-40).
br
| Jede männliche Erstgeburt ob Mensch oder Tier gehört nach jüdischer Tradition Gott (Ex 13,2.12-13).
| Erstgeborene Tiere wurden geopfert, erstgeborene Menschen ausgelöst.
p.mb-0
| In Lk 2,22-40 fällt auf, dass Jesus gar nicht ausgelöst wird; er gehört während seines ganzen irdischen Lebens Gott,
| in dessen Sendung und Auftrag er wirkt und dann am Kreuz stirbt.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Windeln und Leinentuch Futtertrog und Felsengrab: Retter, Messias und Herr
//- .card.slide.mb-1
//- .card-body
//- h5.card-title Die Weisheit der Windeln
//- .card-text
//- blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
//- p.mb-0
//- q
//- | Auch ich bin ein sterblicher Mensch wie alle anderen, Nachkomme des ersten, aus Erde gebildeten Menschen. ...
//- br
//- | Geboren atmete auch ich die gemeinsame Luft, ich fiel auf die Erde, die Gleiches von allen erduldet,
//- | und Weinen war mein erster Laut wie bei allen.
//- br
//- | <i>In Windeln und mit Sorgen wurde ich aufgezogen, kein König trat anders ins Dasein.</i>
//- footer.blockquote-footer
//- cite Weish 7,1-5
//- p
//- | Das Buch der Weisheit schreibt sich selbst König Salomo zu, dessen Weisheit sprichwörtlich geworden ist.
//- | Entstanden ist dieses Buch aber als jüngstes des Alten Testamentes vielleicht erst im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende.
//- p
//- | Schon Johannes der Täufer wurde von Lukas als Weisheitslehrer gezeichnet mit Jesus wird er es dann in Aufnahme von Traditionen aus Q genauso machen.
//- p
//- | Über das Stichwort Windeln hat Lukas vielleicht eine bewusste Beziehung zwischen Jesus und König Salomo und dessen Weisheit herstellen wollen;
//- | jedenfalls wird die Weisheit Jesu (bzw. sein <q>Verständnis</q>) in der Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41-52)
//- | eigens hervorgehoben.
//- p.mb-0
//- | Gleichzeitig wird wenn mit dem Stichwort <q>Windeln</q> Weish 7,1-5 vergegenwärtigt wird die Kritik an der Überheblichkeit von so manchem
//- | menschlichen <q>Königtum</q> deutlich:
//- | Selbst ein König ist <q>nur</q> ein Mensch, wie Salomo in seiner Weisheit pointiert sagt und
//- | damit beispielhaft für jeden König ist.
//- br
//- | Was ein Mensch darüber hinaus ist und bedeutet, das hängt an der Sendung und Berufung durch Gott;
//- | und damit ist der Gott Israels gemeint und nicht einer der heidnischen Götter, auf die sich die Kaiser stützen.
.card-text
p
| Wie Jesus nach seiner Geburt in Windeln gewickelt und in einen (aus Stein oder Lehm bestehende) Futtertrog gelegt wird,
br
| so wird Jesus nach seinem Tod am Kreuz in ein Leinentuch gehüllt und in ein Felsengrab gelegt (Lk 23,53).
p
| Nach der Geburt verkünden Engel den Hirten die Frohbotschaft; sie sprechen von <q>großer Freude</q> (Lk 2,10) und
| vom <q>Frieden auf Erden</q> (Lk 2,14).
br
| Am Ostermorgen verkünden <q>zwei Männer in leuchtenden Gewändern</q> also doch wohl Engel die Auferstehungsbotschaft.
| Später erscheint der Auferstandene selbst seinen Jüngern mit dem Gruß: <q>Friede sei mit euch!</q> (Lk 24,36)
| und es ist von der Freude die Rede (Lk 24,41), ja von <q>großer Freude</q> (Lk 24,52).
br
span.small Die Apostelgeschichte wir dann erzählen, dass und wie diese Freude <q>dem ganzen Volk zuteilwerden soll</q> (Lk 2,10).
p
| Formal hat Lukas damit eine Inclusio geschaffen: eine Rahmung um das irdische Leben Jesu; doch noch wichtiger sind
| die Inhalte, die beide Erzählungen verbindet, wobei die Grablegung nicht nur als solche von Belang ist, sondern der weitere Kontext
| von Tod und Auferstehung Jesu, ist doch das Grab quasi der Berührungspunkt von Tod am Kreuz (ins Grab wird der Tote gebracht)
| und Auferstehung (dort wird der Tote <q>vermisst</q>; dort wird die Auferstehungsbotschaft verkündet).
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Jesus echter Mensch
p.card-text
| Die Windeln unterstreichen, dass Jesus ein echter, als Kleinkind in die Windeln machender Menschen ist.
br
| Die Leinentücher und die Grablegung unterstreichen seinen echten Tod am Kreuz.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title
q Weil im Wohnraum kein Platz für sie war
.card-text
p.small
| Was gerne mit <q>Herberge</q> übersetzt wird, meint eigentlich einen Wohnraum, vielleicht einen
| extra Gästeraum. Herbergen gab es damals in Israel nicht, statt dessen die Verpflichtung zur Aufnahme von
| Durchreisenden (<q>heilige Pflicht der Gastfreundschaft</q>).
p
| Ist der Bezug vom Futtertrog zum Grab klar, ist auch deutlich, dass der nicht vorhandene Platz in einem Wohnraum
| übertragen zu deuten ist:
br
| Jesus hat mit seinem Wirken keinen Platz in seinem Volk gefunden; er wurde verurteilt und gekreuzigt.
p.small.mb-0
| Der Evangelist Johannes wird einen analogen Gedanken in seinem Prolog schreiben: <q>Er kam in sein Eigentum,
| aber die seinen nahmen ihn nicht auf.</q> (Joh 1,11)
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Tod und Auferstehung lösen ein, was bei der Geburt verheißen wurde
.card-text
p
| Im Evangelium selbst zwischen dem In-Windeln-Wickeln und dem In-Leinentücher-Hüllen erleben
| Menschen durch Jesus schon anfanghaft Freude und Friede.
p
| In seinem Tod wird Jesus dann tatsächlich Gabe Gottes zum Heil der Welt (
+symbol("arrow-right")
| Futtertrog, <q>Retter</q>), seine Auferstehung bringt Friede und Freude in einem diese Welt übersteigenden Horizont,
| der dem Horizont der Engel bei der Geburt entspricht.
p.mb-0
| Jesus ist damit anders Messias, als das erwartet wurde;
br
| und er ist anders <q>Retter</q> und <q>Herr</q> wie der Kaiser und sonstige Fürsten:
br
| seine Rettung zielt nicht auf die Befreiung von <q>äußeren Feinden</q> (wie die Römer) ab,
| sondern auf eine Erneuerung des zwischenmenschlichen Lebens: auf Solidarität und Barmherzigkeit
| (wie der weitere Verlauf des Evangeliums noch verdeutlichen wird).
.card.slide
.card-body
h6.card-title Geheimnis des Glaubens
.card-text
p Ein Tod am Kreuz; ein Kind in Windeln in einem Futtertrog.
p Da jeweils ein Heilsgeschehen zu sehen, dazu braucht es einen äußeren Hinweis.
p
| Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Herrlichkeit des Herrn nicht vom Futtertrog her mit dem Kind in Windeln
| darin aufleuchtet, sondern erst mit dem Auftreten des Engels erscheint.
| Und erst von dessen Botschaft her fällt ein Licht auf die Bedeutung des Kindes in Windeln im Futtertrog.
p
| Weder kann man sagen <q>Glanz strahlt von der Krippe auf</q> (GL 227), noch leuchtet das Grab an sich;
| vielmehr sind es die Engel bzw. die Begegnung mit dem Auferstandenen, die Licht in die Sache bringen.
p.mb-0
| Erst das deutende Wort ermöglicht, hinter diesen unscheinbaren, eigenwilligen bis abstoßenden Ereignissen
| ein Heilsereignis zu erkennen
| und angesichts des Inhaltes braucht es einiges an Glauben, dass man nicht an einen <q>schlechten Witz</q> denkt.
.card.slide.mb-3
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h5.card-title Hirten, Betlehem, David und der Messias
.card-text
p.small
| Teils werden die Hirten als besonders einfache Menschen betrachtet, ja sogar eher ärmliche
| und dann sieht man in der Erstverkündigung an die Hirten die Zuwendung Jesu zu den Menschen am Rande der Gesellschaft vorab dargestellt.
br
| Doch diese Sichtweise ist problematisch.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Hirte Bild für Gott, Idealbild jeder Herrschaft
.card-text
p
| Der Hirte ist im Alten Testament ein Bild für Gott selbst bzw. seine Sorge für sein Volk (
+symbol("arrow-right")
| Ps 23).
br
| Auch der König bzw. die Führer des Volkes können als Hirten bezeichnet werden; teils auch mit kritischem
| Unterton, wenn sie ihrer Hirtensorge nicht nachkommen.
p.mb-0
| Nicht zu vergessen ist, dass der große König David Hirte war, bevor er zum König gesalbt wurde.
| Er stammte der Überlieferung nach aus Betlehem und wurde quasi vom Hirtenfeld weg zum König gesalbt.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Erwartung eines (idealen, messianischen) Hirten (wie) David
.card-text
p.mb-0
| Der Prophet Ezechiel erwartet Gottes Eingreifen als Hirte und einen an den <q>idealen</q> König David anknüpfenden Hirten
| als Werkzeug Gottes. Hintergrund ist, dass die <q>Hirten</q> des Gottesvolkes zur Zeit des Ezechiel ihrer Hirtensorge nicht
| bzw. nicht im Sinne Gottes nachkommen:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0 So spricht GOTT, der Herr:
p.mb-0
q
| Siehe, ich selbst bin es, ich sorge für Recht zwischen fettem Schaf und magerem Schaf.
| Weil ihr all diese Schwachen mit Seite und Schulter zur Seite drängt und mit euren Hörnern wegstoßt,
| bis ihr sie nach draußen zerstreut habt, werde ich meinen Schafen zu Hilfe kommen.
| Sie sollen nicht länger zum Raub werden und ich werde für Recht sorgen zwischen Schaf und Schaf.
br
| Ich werde über sie einen einzigen Hirten einsetzen, der sie weiden wird, meinen Knecht David.
| Er ist es, der sie weiden wird. Er ist es, der für sie Hirt sein wird.
| Ich selbst, der HERR, werde für sie Gott sein und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte.
| Ich, der HERR, ich habe gesprochen. Ich werde mit ihnen einen Friedensbund schließen ...
footer.blockquote-footer
cite Ez 34,20-25
p
| Es schließt sich eine Beschreibung der messianischen Zeit an.
p.mb-0
| Der Prophet Micha erwartet die Geburt eines Messias in Betlehem und nennt ihn dabei Hirten:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Aber du, <i>Betlehem</i>-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aber aus dir wird mit einer hervorgehen,
| der über Israel herrschen soll.
br
| Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. ...
br
| Er wird auftreten und ihr <i>Hirt</i> sein in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes.
br
| Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.
footer.blockquote-footer
cite Mi 5,1.3-4a
p.mb-0
| Auch wenn David hier nicht ausdrücklich genannt wird, steht die Figur des David, des Königs, der aus Betlehem stammt und dort Hirte war,
| im Hintergrund.
.card.slide.mb-1
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h6.card-title
q Zu Betlehem geboren ...
.card-text
p.mb-0
| Vor dem beschriebenen Hintergrund,
| der sich noch weiter bebildern ließe, wird verständlich, warum betont wird, dass Josef aus dem <q>Haus und Geschlecht Davids</q> (Lk 2,4) stammt.
br
| Und warum Jesus in Betlehem geboren sein <i>muss</i>, auch wenn er wahrscheinlich in Nazaret das Licht der Welt erblickte.
.card.slide.mb-1
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h6.card-title Jesus, der <q>Gute Hirte</q> Erfüllung der Verheißung
.card-text
p
| Mit der Einspielung der positiv geschilderten Hirten sie wachen in der Nacht zur Sicherheit ihrer Herde!
| wird schon etwas vom <q>Guten Hirten</q> deutlich, wie er dann in den Gleichnissen vom Verlorenen (Lk&nbsp;15)
| vor Augen treten wird.
p.mb-0
| So also wird Jesus <q>den Thron seines Vaters David</q> (Lk 1,32) besteigen: indem er der <q>Gute Hirte</q> sein wird.
.card.slide
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h6.card-title Jesus, der <q>Gute Hirte</q> Vorbild und Kontrastbild
.card-text
p.mb-0
| Das Bild des fürsorglichen, behütenden und schützenden Hirten, das Jesus selbst verkörpert,
| ist das Idealbild von <q>Herrschaft</q> im Alten wie im Neuen Testament,
| durchaus im Kontrast zu sonstigen Herrschervorstellungen, etwa der des Kaisers mit seiner militärischen Macht.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q <i>Heute</i> ist <i>euch</i> in der Stadt Davids der Retter geboren!
.card-text
p
| Dieses <q>Heute</q> setzt den Retter Jesus von den sonst verkündeten <q>Rettern</q> und ihren Geburtstagen ab;
| vor allem vom Kaiser (s. o.).
br
| Dabei werden die große Stadt Rom als Sitz des Kaisers und das beschaulich-unscheinbare Betlehem,
| aus dem doch der große König David hervorgegangen ist, einander gegenübergestellt,
| heidnische Religion mit ihren <q>Göttern</q> und <q>Rettern</q> einerseits und der Gott Israels mit
| seinem Wirken andererseits.
p.mb-0
| Im <q>Euch</q> ist das Dasein dieses Retters für die Seinen angedeutet, das <q>für euch</q>, das Heilsbedeutung hat
| (<q>für euch hingegeben</q>, <q>für euch vergossen</q> [Lk 22,19-20]; [
+symbol("arrow-right")
| Futtertrog]).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Maria bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
.card-text
p
| Maria erscheint hier als Vorbild für alle Glaubenden.
p.mb-0
| Wie sie sollen wir die Ereignisse von damals nicht nur als Vergangenheit in Erinnerung behalten,
| sondern für die Gegenwart bewahren und in uns wirken lassen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title
q So wie es ihnen gesagt worden war.
.card-text
p In diesem Nebensatz steckt sehr viel: die Hirten erlebten die Treue Gottes zu seinen Verheißungen.
p
| Und doch ist das, was sie erlebt haben, nur eine <i>erste</i> Erfüllung; dass und wie Jesus <q>der Retter</q> ist,
| das muss erst noch erzählt werden.
p.mb-0 So lädt diese Notiz auch zum Weiterlesen ein.
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span Aufbau
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h5.card-title Prolog
h6.card-subtitle.text-muted.mb-0
| Lk 1,1-4
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h5.card-title Vorgeschichte
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 1,5-4,13
p.card-text.mb-0
| Kindheitserzählungen, Vorbereitung des öffentlichen Wirkens
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h5.card-title Wirken Jesu in Galiläa und Judäa
h6.card-subtitle.text-muted.mb-0
| Lk 4,14-9,50
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h5.card-title
q Reisebericht
| : Wallfahrt Jesu nach Jerusalem
h6.card-subtitle.text-muted.mb-0
| Lk 9,51-19,27
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h5.card-title Die letzten Tage Jesu in Jerusalem und die Passion
h6.card-subtitle.text-muted.mb-0
| Lk 19,28-23,56
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h5.card-title Schluss
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 24,1-53
p.card-text.mb-0
| Auferweckung, Erscheinungen und Himmelfahrt jesu
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span Der Verfasser über sein Werk
block content
p
| Als einziger der vier Evangelisten eröffnet Lukas sein Werk mit einem Prolog, wie man ihn von
| literarischen Werken der Antike kennt, geschichtlichen wie wissenschaftlichen.
br
| Diese Prologe folgen alle einem bestimmten Schema, das auch bei Lukas bis in die Wortwahl hinein zu finden ist
| (einschließlich der gewissen Abwertung derer, der bereits ein Werk zum gleichen Thema geschrieben haben, der Widmung an eine konkrete Person
| und der Angabe des Zieles des Werkes).
p.mb
| Dieser Prolog seht offenbar im Dienst von zwei zusammenhängenden Zielen, die Lukas mit seinem Werk verfolgt:
.card.slide
.card-body
h5.card-title <i>Formal:</i> Anschluss der christlichen Verkündigung und Überlieferung an höhere Bildungsebenen.
.card-text
p
| Der volkstümliche Charakter, den die christliche Verkündigung einschließlich Mk und Q haben
| ist in höher stehenden Kreisen nicht wirklich salonfähig.
br
| Lukas will die christliche Verkündigung und Überlieferung aufwerten; sie ist nicht (nur) etwas
| für die <q>einfachen und dummen Massen</q>, sondern auch für die höheren, gebildeten Gesellschaftskreise.
.small
| Dazu passt, dass Lukas <i>seinen</i> Paulus in der Apostelgeschichte in Athen vor den Philosophen sprechen lässt auch wenn
| seine Verkünding dort nicht wirklich ankommt.
.card.slide.mt-3
.card-body
h5.card-title <i>Inhaltlich:</i> Klarheit über Jesus, seine Botschaft etc. und die christliche Verkündigung schaffen.
.card-text
p
| Schon seine eigenen schriftlichen Quellen Mk und Q weichen in ihrem Bild von Jesus voneinander ab und werten
| seinen Tod am Kreuz unterschiedlich. Solchen <q>Unstimmigkeiten</q> in der christlichen Verkündigung will Lukas offenbar
| genauso begegnen wie diversen Gerüchten, Halbwahrheiten und Falschinformationen, die zur jungen nachösterlichen Jesus-Bewegung die Runde machen.
| Beides kann jemanden verunsichern, der am Christentum interessiert ist.
br
| Darauf zielt die von Lukas im Prolog zugesicherte Zuverlässigkeit ab.
p.mb-0
| Lukas will sich dabei von den <q>vielen</q>, die vor ihm über die Ereignisse rund um Jesus und die nachösterliche Verkündigung geschrieben haben,
| abheben; dies ist in der deutschen Übersetzung leider kaschiert. Er will <i>alles</i> erzählen
| (inclusive der Vor/Kindheitsgeschichte und der Zeit nach Ostern; beides fehlt in Q und Mk) und er
| will zuverlässig(er) sein; denn er ist so schreibt er -
| allem sorgfältig (<i>akribisch</i>) <i>nachgegangen</i>. Ferner unterstreicht er seine Seriosität nicht zuletzt mit dem Vorwort selbst.
.slide.mt-5
h5 Einzelbeobachtungen am Prolog
.card.slide
.card-body
h6.card-title
q Erzählung über die Ereignisse ..., die sich unter uns erfüllt haben
.card-text
p
| Lukas versteht sich als Geschichtsschreiber, der einerseits in der Tradition der griechisch-hellenistischen
| Geschichtsschreibung steht, andererseits in der Tradition der Septuaginta, der griechischen Übersetzung
| des Alten Testamentes, besonders deren Geschichtsbücher; ihren Erzählstil ahmt er nach.
br
| Und er qualifiziert den Inhalt seines Werkes, mit dem er sich von anderen <q>Geschichtsbüchern</q> seiner Zeit abhebt:
| Es geht nicht nur um (geschichtliche) Ereignisse,
| sondern um die
i
| Erfüllung von Gottes Verheißungen
| (aus dem Alten Testament) im Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu
| und im Leben der Kirche nach Ostern (
+symbol("arrow-right")
| Apostelgeschichte).
br
| Es geht um
i Heils-
| Geschichte.
p.mb-0
| Man könnte gleichsam sagen: Lukas schreibt die Geschichtsbücher der Septuaginta weiter
| und erzählt dabei die Erfüllung der Verheißungen des Alten Testamentes.
.card.slide.mt-2
.card-body
h6.card-title
q von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren
.card-text
p
| Lukas gesteht ein, dass er selbst kein Augenzeuge war und dass er von Informationen anderer abhängig ist;
| er gehört der zweiten oder dritten christlichen Generation an. Er ist sich auch der zeitlichen Distanz
| zu den Ereignissen, über die er schreibt, bewusst.
br
| Doch über Augenzeugen die Apostel und andere ist Lukas am Ursprung der Überlieferung dran;
| damit unterstreicht er die Zuverlässigkeit der von ihm verarbeiten Traditionen.
p
| Dabei geht es ihm nicht nur um Augenzeigen der Auferstehung, sondern gerade auch des Wirkens des irdischen Jesus
| (<q>von Anfang an</q>; aus diesem Grund versagt Lukas dem Paulus den Aposteltitel).
p.mb-0
| Mit der Wendung <q>Diener des Wortes</q> zeigt Lukas sein (ideales) Bild von Tradition (= <q>Überlieferung</q>),
| aber auch sein eigenes Selbstverständnis an:
br
| Gerade als Verkündiger sind sie dem Wort dem Wort Gottes wie auch der erzählten Heilsgeschichte untertan;
| sie sind gebunden an den Ursprung, der nicht einfach nach Gutdünken verändert werden kann.
.card.slide.mt-2
.card-body
h6.card-title Theophilus
p.card-text
| Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine reale Person (wie in anderen Vorworten der damaligen Zeit auch).
| Theophilus ist ein bekannter Eigenname, der zwar aus dem griechischen Bereich stammt, aber auch von Juden übernommen wurde.
.alert.alert-success.slide.mt-5
h4.alert-heading Impulse zum Weiterdenken (und für die Predigt) ...
ul.mb-0
li
| Mit welchem Blick schauen wir auf biblische Erzählungen: sind sie einfach <q>fromme Erzählungen</q>?,
| was für Kinder etc.?
| oder erachte ich sie für mein Leben als relevant? gerade als Erwachsener und mündiges Glied der Gesellschaft!
li
| Glaube ich wirklich, dass sich mit Jesus und der Kirche <i>Heilsgeschicht</i> ereignet hat und ereignet? Was bedeutet das für mein Leben?
li
| Wie <i>akribisch</i> beschäfige ich mich mit der eigenen Glaubenstradition, vor allem der Heiligen Schrift?
li
| Wie stehe ich zum <q>Alten Testament</q>, das für Lukas und das gesamte <q>Neue Testament</q> die Basis ist,
| der Bezugspunkt der christlichen Botschaft (
+symbol("arrow-right")
| Emmaus: <q>was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht</q>; damit ist das AT gemeint!).
li
| Wie <i>akribisch</i> beschäftige ich mit meiner eigenen, persönlichen Glaubensgeschichte? Warum ich was glaube? oder was ich warum nicht glaube?
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+bottom_einfuehrung("prolog")
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View File

@@ -0,0 +1,116 @@
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+headline
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span Quellen
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p
| Gemäß der sog.
|
q Zwei-Quellen-Theorie
|
| konnte Lukas auf das Markus-Evangelum, die Spruchquelle (
q Q
| ) sowie auf umfangreiches schriftliches und mündliches Sondergut zurückgreifen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title Markus-Evangelium
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Entstanden kurz nach 70 n. Chr. (
+symbol("arrow-right")
| Tempelzerstörung in Jerusalem)
br
| Bildet ein gutes Drittel des Lukasevangeliums.
.card-text
ul.mb-0
li Erzählt vom Wirken Johannes des Täufers bzw. der Taufe Jesu bis hin zur Auferstehung.
li
| In Jesu Tod (und Auferstehung) schließt Gott einen (neuen) Bund mit den Menschen (
+symbol("arrow-right")
q Blut des Bundes
|
| in der Erzählung vom Letzten Abendmahl).
li
| Jesus ist Messias durch seinen Tod Kreuz, den er als <q>Lösegeld für viele</q> stirbt:
br
| Er tauscht mit den Ausgestoßenen den Sündern, den Toten, den Heiden den Platz;
| er macht sich zum <q>Letzten der Letzten</q> und wird gerade dadurch zum <q>Ersten von allen</q>.
li Dieser Weg Jesu, der Weg des Dienens gerade gegenüber gesellschaftlichen Randexistenzen, muss auch der Weg aller sein, die ihm nachfolgen.
blockquote.blockquote.mb-0
.small
p.mb-0
i
q
| Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
footer.blockquote-footer
cite Mk 9,35
blockquote.blockquote.mb-0
.small
p.mb-0
i
q
| Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen,
| sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
footer.blockquote-footer
cite Mk 10,45
.card.slide.mt-3
.card-body
h5.card-title Spruchquelle (<q>Q</q>)
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Entstanden in mehreren Schüben bis kurz vor 70 n. Chr.
br
| Bildet ein knappes Drittel des Lukasevangeliums.
.card-text
ul
li Erzählt von der Gerichtspredigt Johannes des Täufers über das Wirken Jesu bis hin zu dessen Ankündigung des Weltgerichts.
li Jesus ist prophetischer Weisheitslehrer, der als Richter wiederkommen wird: deswegen soll man sich an <i>seiner</i> Ethik orientieren.
li Passion und Auferstehung Jesu fehlen!
li
| Jesus hat vielmehr wie schon Johannes der Täufer das Schicksal der Propheten und Gerechten getroffen (
+symbol("arrow-right")
| Altes Testament); dem Tod Jesu wird keine Heilsbedeutung zugemessen.
p.mb-0 Beispiel: <q>Rede am Fuße des Berges</q>/Bergpredigt
.card.slide.mt-3
.card-body
h5.card-title Sondergut
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Bildet ein knappes Drittel des Lukasevangeliums.
.card-text
p.mb-0 Beispiel: Gleichnis vom Barmherzigen Vater/von den zwei Söhnen.
.slide.mt-5
h5 Wie Lukas seine Quellen verarbeitet
ul
li
| Er übernimmt den Aufbau des Markus-Evangelium, baut aber die sog. Kindheitserzählungen davor und hängt explizite Ostererzählungen an (
+symbol("arrow-right")
| Erscheinungen, Emmaus, Himmelfahrt).
li Etwa ein Drittel des Markus-Evangeliums übernimmt Lukas nicht (Mk 6,45-8,26), manches stellt und gestaltet er etwas um.
li Lukas bildet in den Aufriss des Markus-Evangeliums zwei Einschübe, in denen er Stoffe aus Q und aus seinem Sondergut verarbeitet:
ul.mb-0
li Kleine Einschaltung 6,20-8,3
li Große Einschaltung 9,51-18,14
li
| Lukas <q>kopiert</q> aber nicht einfach Stücke aus seinen Quellen in sein Werk;
| einerseits kürzt und erweitert er bzw. passt die Tradition seiner theologischen Intention ein,
| andererseits verbessert er den sprachlichen Stil.
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+headline
+headline_item_start
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span Verfasser
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p
| Der <i>wirkliche</i> Name des Verfassers ist unbekannt.
br
| Seit dem 2. Jahrhundert wird er <i>Lukas</i> genannt.
br
span.small
| Die Verbindung zu einem Begleiter des Paulus mit gleichem Namen ist aus historisch-kritischer Perspektive nicht haltbar.
br
| Diese <q>Konstrukion</q> sollte aber die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des Autors und seines Werkes untermauern.
p
| Die Muttersprache des Verfassers war sicher Griechisch, und er verfügte offenbar über eine recht gute Bildung.
p
| Er ist geprägt einerseits durch die griechisch-hellenistische Kultur des antiken Mittelmeerraumes,
br
| andererseits durch die jüdische Tradition: er ist mit dem Alten Testament vertraut sowie mit dem Frühjudentum in Jerusalem, Palästina und der hellenistischen Welt.
p
| Ob Lukas ein gebürtiger Jude war oder nicht, das ist nicht sicher zu ermitteln.
br
| Sollte letzteres stimmen, dann gehörte er mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den sogenannten <i>Gottesfürchtigen</i>; das waren Nicht-Juden (<q>Heiden</q>),
| die sich zum Judentum hingezogen fühlten, die aber den Übertritt zum Judentum scheuten.
p
| Entstanden ist das Evangelum 80 - 90 n. Chr.; sicher nach dem Markus-Evangelium (
+symbol("arrow-right")
| Quellen).
br
| Wo bzw. für welche konkrete Gemeinde Lukas sein Werk verfasste, ist unklar.
p
| Vom gleichen Autor stammt auch die Apostelgeschichte, wie die beiden Vorworte sowie Sprache, Stil und Theologie verraten.
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+headline_item_fz_oz_jkr12-17
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span Gliederung
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h5.card-title Vorgeschichte
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 1,5-4,13
p
| ...
.row
.col-12
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Die Versuchungen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 4,1-13
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Erster Fastensonntag
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h5.card-title Wirken Jesu in Galiläa und Judäa
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 4,14-9,50
p
| ...
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
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h5.card-title Die Aussendung der zwölf Jünger
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 9,1-6
.col-4
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h5.card-title Das Urteil des Herodes über Jesus
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 9,7-9
.col-4
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h5.card-title Die Rückkehr der Jünger und die Speisung der Fünftausend
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 9,10-17
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p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Fronleichnam [Lk 4,11b-17]
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-3(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Das Christusbekenntnis des Petrus und die erste Ankündigung von Leiden und Auferstehung Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 9,18-22
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p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 12. Sonntag im Jahreskreis [9,18-24]
.col-4
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h5.card-title Nachfolge und Selbstverleugnung
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 9,23-27
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p.small.mb-0
i
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| 12. Sonntag im Jahreskreis [9,18-24]
.col-4
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h5.card-title Die Verklärung Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 9,28-32
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i
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| Zweiter Fastensonntag [9,28b-32]
p
| ...
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
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h5.card-title
q Reisebericht
| : Wallfahrt Jesu nach Jerusalem
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 9,51-19,27
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Ablehnung und Konsequenz der Nachfolge
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 9,51-62
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| 13. Sonntag im Jahreskreis
.col-4
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h5.card-title Die Aussendung der zweiundsiebzig Jünger
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 10,1-16
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i
+symbol("arrow-right")
| 14. Sonntag im Jahreskreis [10,1-12.17-20]
.col-4
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h5.card-title Die Rückkehr der zweiundsiebzig Jünger und der Lobpreis Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 10,17-24
p.card-text.small
i
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| 14. Sonntag im Jahreskreis [10,1-12.17-20]
.row
.col-4
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h5.card-title Wichtigstes Gebot I: Der barmherzige Samariter als Beispiel
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 10,25-37
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 15. Sonntag im Jahreskreis
.col-4
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h5.card-title Wichtigstes Gebot II: Jesus bei Marta und Maria
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 10,38-42
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 16. Sonntag im Jahreskreis
.col-4
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h5.card-title Wichtigstes Gebot III: Das Herrengebet und der Aufruf zum beharrlichen Bitten
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 11,1-13
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i
+symbol("arrow-right")
| 17. Sonntag im Jahreskreis
p
| ...
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Mahnung zur Umkehr
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 13,1-9
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Dritter Fastensonntag
p
| ...
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Barmherziger Vater/Zwei Söhne
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 15,11-32
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Vierter Fastensonntag [15,1-3(!).11-32]
p
| ...
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
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h5.card-title Die letzten Tage Jesu in Jerusalem und die Passion
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 19,28-23,56
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h5.card-title Der Einzug in Jerusalem
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 19,28-40
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Palmsonntag
p
| ...
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
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h5.card-title Passion
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| Lk 22,14-23,56
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Palmsonntag
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.card-body
h5.card-title Die Frauen und Petrus am leeren Grab
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 24,1-12
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Osternacht
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h5.card-title Die Erscheinung Jesu auf dem Weg nach Emmaus
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 24,13-35
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Ostermontag
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h5.card-title Die Erscheinung Jesu in Jerusalem
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| Lk 24,36-49
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h5.card-title Die Entrückung Jesu in den Himmel
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 24,50-53
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i
+symbol("arrow-right")
| Christi Himmelfahrt [24,46-54]
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+bottom_fz_oz_jkr12-17("gliederung")
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View File

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+headline
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b
q
| Er öffnete ihren Sinn für das Verständnis der Schriften ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 24,45
table.table
+ueberblick_thead
tbody
+ueberblick_tag("Erster Fastensonntag", "10.03.19", "Lk 4,1-13", "Versuchung Jesu")
+ueberblick_tag("Zweiter Fastensonntag", "17.03.19", "Lk 9,28b-36", "Verklärung Jesu")
+ueberblick_tag("Dritter Fastensonntag", "24.03.19", "Lk 13,1-9", "Mahnung zur Umkehr")
+ueberblick_tag("Verkündigung des Herrn", "25.03.19", "Lk 1,26-38", "Ankündigung der Geburt Jesu")
+ueberblick_tag("Vierter Fastensonntag", "31.03.19", "Lk 15,1-3.11-32", "Barmherziger Vater/Zwei Söhne")
+ueberblick_tag("Palmsonntag", "14.04.19", "Lk 19,28-40; 22,14-23,56", "Einzug in Jerusalem; Passion")
+ueberblick_tag("Osternacht", "20./21.04.19", "Lk 24,1-12", "Frauen und Petrus am leeren Grab")
+ueberblick_tag("Ostermontag", "22.04.19", "Lk 24,13-35", "Emmaus")
+ueberblick_tag("Christi Himmelfahrt", "30.05.19", "Lk 24,46-53", "Himmelfahrt Jesu")
+ueberblick_tag("Fronleichnam", "20.06.19", "Lk 9,11b-17", "Brotvermehrung")
+ueberblick_tag("12. Sonntag im Jahreskreis", "23.06.19", "Lk 9,18-24", "Messiasbekenntnis, Leidensankündigung, Selbstverleugnung")
+ueberblick_tag("Geburt Johannes des Täufers", "24.06.19", "Lk 1,5-17 bzw. Lk 1,57-66.80", "Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers bzw. tatsächliche Geburt Johannes des Täufers")
+ueberblick_tag("13. Sonntag im Jahreskreis", "30.06.19", "Lk 9,51-62", "Nachfolge")
+ueberblick_tag("14. Sonntag im Jahreskreis", "07.07.19", "Lk 10,1-12.17-20", "Aussendung und Rückkehr der 72")
+ueberblick_tag("15. Sonntag im Jahreskreis", "14.07.19", "Lk 10,25-37", "Wichtigstes Gebot I: Barmherziger Samariter")
+ueberblick_tag("16. Sonntag im Jahreskreis", "21.07.19", "Lk 10,38-42", "Wichtigstes Gebot II: Jesus bei Marta und Maria")
+ueberblick_tag("17. Sonntag im Jahreskreis", "28.07.19", "Lk 11,1-13", "Wichtigstes Gebot III: Herrengebet")
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22
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View File

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span Start
block content
p
| Das Evangelium nach Lukas ist ein Werk der dritten christlichen Generation.
p
| Weil die Wiederkunft Jesu nicht mehr unmittelbar bevorstehend erwartet wurde, stand
| sie vor der Herausforderung, sich dauerhaft in dieser Welt <q>einzurichten</q>, dabei
| aber die Erwartung des Wiederkommens Jesu aufrecht zu erhalten.
p
| Besonders das
| soziale Zusammenleben und der Umgang mit den Sündern werden im Licht der
| Barmherzigkeit Gottes beleuchtet.
block bottomnav
+bottom_nav("start")

View File

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+headline_item_active
span Überblick
block content
blockquote.blockquote.mb-5
p.mb-0
i
b
q
| Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 19,9
table.table
+ueberblick_thead
tbody
+ueberblick_tag("18. Sonntag im Jahreskreis", "04.08.19", "Lk 12,13-21", "Reicher Egoist")
+ueberblick_tag("Verklärung des Herrn", "06.08.19", "Lk 9,28b-36", "Verklärung Jesu")
+ueberblick_tag("19. Sonntag im Jahreskreis", "11.08.19", "Lk 12,32-48", "Schatz im Himmel")
+ueberblick_tag("Mariä Aufnahme", "15.08.19", "Lk 11,27-28 bzw. Lk 1,39-56", "Wahr Familie Jesu (Hören und Befolgen von Gottes Wort) bzw. Magnifikat")
+ueberblick_tag("20. Sonntag im Jahreskreis", "18.08.19", "Lk 12,49-53", "Feuer auf die Erde")
+ueberblick_tag("21. Sonntag im Jahreskreis", "25.08.19", "Lk 13,22-30", "Mühen um den Eintritt in das Reich Gottes")
+ueberblick_tag("22. Sonntag im Jahreskreis", "01.09.19", "Lk 14,1.7-14", "Erhöht und erniedrigt werden")
+ueberblick_tag("23. Sonntag im Jahreskreis", "08.09.19", "Lk 14,25-33", "Entschiedenheit der Nachfolge")
+ueberblick_tag("24. Sonntag im Jahreskreis", "15.09.19", "Lk 15,1-32", "Gleichnisse vom Verlorenen")
+ueberblick_tag("25. Sonntag im Jahreskreis", "22.09.19", "Lk 16,1-13", "Gleichnis vom ungerechten Verwalter")
+ueberblick_tag("26. Sonntag im Jahreskreis", "29.09.19", "Lk 16,19-31", "Reicher Mann und armer Lazarus")
+ueberblick_tag("27. Sonntag im Jahreskreis", "06.10.19", "Lk 17,5-10", "Sich als Diener/Sklave begreifen")
+ueberblick_tag("28. Sonntag im Jahreskreis", "13.10.19", "Lk 17,11-19", "Zehn Aussätzige")
+ueberblick_tag("29. Sonntag im Jahreskreis", "20.10.19", "Lk 18,1-8", "Beharrliche Witwe")
+ueberblick_tag("30. Sonntag im Jahreskreis", "27.10.19", "Lk 18,9-14", "Pharisäer und Zöllner im Tempel")
+ueberblick_tag("31. Sonntag im Jahreskreis", "03.11.19", "Lk 19,1-10", "Zachäus")
+ueberblick_tag("32. Sonntag im Jahreskreis", "10.11.19", "Lk 20,27-38", "Frage nach der Auferstehung der Toten")
+ueberblick_tag("33. Sonntag im Jahreskreis", "17.11.19", "Lk 21,5-19", "Von falschen Zeichen für das Ende der Welt; Mahnung zum Standhaftbleiben")
+ueberblick_tag("34. Sonntag im Jahreskreis<br>Christkönig", "24.11.19", "Lk 23,35-43", "Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein")
block bottomnav
+bottom_jkr18-34("ueberblick")
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32
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@@ -0,0 +1,32 @@
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title="Mit dem Evangelium nach Lukas durch das Kirchenjahr"
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130
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@@ -0,0 +1,130 @@
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span.footnote(data-toggle="tooltip", title=content)
mixin symbol(s)
span.oi(class="oi-"+s)
span &nbsp;
mixin headline
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table(style="font-size: 80%; font-variant: small-caps; margin-bottom: 0px; width: 100%;")
tr
td(style="padding: 0px;")
b
a(href="/") BibelWissen.Halieus.DE
td(style="padding: 0px; text-align: right;")
a(href="http://www.halieus.de/impressum_datenschutz.html" target="_blank") Impressum &amp; Datenschutzerklärung
p(style="font-size: 130%; font-variant: small-caps; margin-bottom: 0px;")
b Mit dem Evangelium nach Lukas durch das Kirchenjahr
ol.breadcrumb(onclick="show_all_slides();", style="margin-top: .5rem; border-radius: 0;")
block
//- mixin headline_item(section)
//- li.breadcrumb-item !{section}
mixin headline_item_start
li.breadcrumb-item
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a(href=pathoffset+"/einfuehrung") Einführung
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a(href=pathoffset+"/adv_weihn_jkr3-7") Advent, Weihnachten, Jahreskreis 3 - 7
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a(href=pathoffset+"/fz_oz_jkr12-17") Fastenzeit, Osterzeit, Jahreskreis 12 - 17
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a(href=pathoffset+"/jkr18-34") Jahreskreis 18 - 34
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li.breadcrumb-item
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+bottom_subnav(active, "literatur", pathoffset+"/impulse_literatur/literatur", "Ausgewählte Literatur")
mixin ueberblick_thead
thead
tr
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th(scope="col") Datum
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th(scope="col") Kurzbeschreibung
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tr
th(scrope="row") !{tag}
td !{datum}
td !{stelle}
td !{kurzb}

View File

@@ -0,0 +1,167 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Aufbau und Gliederung")
span Grobgliederung
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 155-156.")
p.slide(data-subslides=".slide-gliederung") <b>Fünf <q>Orte des Geschehens</q></b> spielen <i>nacheinander</i> eine wichtige Rolle; sie werden <i>deutlich hervorgehoben</i> durch klare Hinweise im Text.
br
span.slide.nomarginbottom So legt sich eine <b>Gliederung in 5 Teile</b> nahe, die sich an diesen Orten orientiert: <i>Wüste, Galiläa, <q>Auf dem Weg</q>, Jerusalem, Grab</i>.
br
span.slide(data-subslides=".slide-1-2-gal-teile") Dabei kann der <i>Galiläa-Teil</i> in <i>zwei Teile</i> zerlegt werden.
p.nomarginbottom.slide Bei genauerem Hinsehen ergibt sich, dass <b>je zwei Teile zueinander in Beziehung gesetzt</b> sind:
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 156-158.")
ul.nodisplay
li.slide <b>'Jerusalem'</b> und <b>'Galiläa'</b> sind einander <b>gegenübergestellt</b>:
ul.nodisplay
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-gemeinsam')
| Einerseits
|
span(style="color: blue;") formale Gemeinsamkeiten
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-unterschiedlich')
| Andererseits
|
span(style="color: green;") inhaltliche
|
span(style="color: red;") Gegensätzlichkeiten
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-einspielungen')
| Beide Teile sind auch durch
|
span(style="color: purple;") Einspielungen aus dem jeweils anderen Teil
|
span miteiander verbunden.
li.slide(data-subslides=".slide-1-2-2") Auch <b>Wüste</b> und <b>Grab</b> sind
span(style="color: SlateBlue ;") aufeinander bezogen
span .
table.vertical-border.slide-gliederung.nodisplay(style="width: 100%; border-collapse: collapse; margin-top: 15px; margin-bottom: 15px;")
tbody
tr(style="border-bottom: solid 1px #dddddd;")
td(style="width: 15%; vertical-align: top;")#box-wueste
div(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Wüste
td(style="width: 25%; vertical-align: top;")#box-galilaea
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Galiläa&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
ol.nomarginbottom.nodisplay.small(type='a')
li.slide-1-2-gal-teile Jesus ist nur im <b><q>Judenland</q></b>;
li.slide-1-2-gal-teile Jesus bricht <b>auch ins <q>Heidenland</q></b> auf: <i><q>ans gegenüberliegende Ufer</q></i>.
td(style="width: 20%; vertical-align: top;")#box-weg
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b <q>Auf dem Weg</q>
br
span (von Galiläa nach Jerusalem)
td(style="width: 25%; vertical-align: top;")#box-jerusalem
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Jerusalem
td(style="width: 15%; vertical-align: top;")#box-grab
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Grab
tr
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
// data-slideslave='#1-2-2a',
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-1", style='color: SlateBlue;') Nur wenige Verse.
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-2", style='color: SlateBlue;') <i>Ort des Todes - doch auch des Neuanfangs</i> (Exodus, Exil [, Schöpfung]): Taufe des Johannes.
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-3", style='color: SlateBlue;') <i>Ein Bote Gottes tritt auf</i>: Johannes der Täufer, der auf das Kommen Jesu hinweist.
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-1', style="color: blue;") Etwa gleiche Textmenge wie Jerusalem-Teil.
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-2', style="color: blue;") <i>Jesus wechselt hin und her:</i> von einem Ufer zum anderen.
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-3', style="color: blue;") <i>Größere Rede Jesu:</i> Gleichsnisrede <i>mit Aufgriff der geograph. Grundkonzeption</i>: Vom Boot aus sät Jesus den Samen des Wortes aus.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Ort von Predigt und Heilung.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Reger Zulauf - Begeisterung der Massen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Jüngerberufungen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Anfanghafter, erfolgreicher Vorstoß ins <q>Heidenland</q>.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Der Schatten Jerusalems in Galiläa:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Schriftgelehrte kommen aus Jerusalem und stehen im Konflikt mit Jesus.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Vorwurf der Gotteslästerung in Mk 2,7 (in Jerusalem dann Verurteilungsgrund).
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Todesbeschluss schon in Mk 3,6!
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Erwähnung der Auslieferung durch Judas in Mk 3,19!
.slideslave.slide-1-2-blindenheilungen(style="margin-left: 5px; margin-top: 5px;")
b Abschluss: Blindenheilung
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.nodisplay.slide-1-2-3 Jesus ist quasi mit den Jüngern alleine:
span es geht um die Existenz der Jünger - gerade auch nach Ostern - in der Nachfolge Jesu.
li.nodisplay.slide-1-2-3 Jesus erläutert, was es heißt, ihm auf seinem Weg nachzufolgen, was also für alle Zeiten wahre und echte Jüngerschaft auszeichnen muss.
.slideslave.slide-1-2-blindenheilungen(style="margin-left: 5px; margin-top: 5px;")
b Abschluss: Blindenheilung
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slideslave#1-2-1-gal-1(style="color: blue;") Etwa gleiche Textmenge wie Galiläa-Teil.
li.slideslave#1-2-1-gal-2(style="color: blue;") <i>Jesus wechselt hin und her:</i> zwischen Betanien und Tempel.
li.slideslave#1-2-1-gal-3(style="color: blue;") <i>Größere Rede Jesu:</i> Endzeitrede <i>mit Aufgriff der geograph. Grundkonzeption</i>: Vom Ölberg aus spricht Jesus (auch) über die Zerstörung des Tempels.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Verschärfung des Konflikts mit den jüdischen Autoritäten.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Anhängerkreis Jesu erzällt: Judas verrät, Petrus verleugnet, alle Jünger fliehen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Die Massen wenden sich gegen Jesu.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Das Licht Galiläas in Jerusalem:
ul.nodisplay
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Ankündigung Jesu, dass er nach der Auferstehung den Jüngern voraus nach Galiläa geht.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Notiz bezüglich der Frauen, die das Kreuzigungsgeschehen von ferne aus verfolgt haben: Sie sind Jesus schon von Galiläa aus nachgefolgt.
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.nodisplay#1-2-1-wueste-1(style="color: SlateBlue ;") Nur wenige Verse.
li.nodisplay#1-2-1-wueste-2(style="color: SlateBlue ;") <i>Ort des Todes - doch auch des Neuanfangs</i>: Auferstehung Jesu.
li.nodisplay#1-2-1-wueste-3(style="color: SlateBlue ;") <i>Ein Bote Gottes tritt auf</i>: Jüngling im Grab verkündet die Auferstehung und weist darauf hin, wie/wo man Jesus 'sehen' kann.
.alert.alert-primary.slide(data-slidefunc='_1_2_gliederung_konzentrisch')#1_2_konzentrisch
h4.alert-heading Das Evangelium nach Markus ist gemäß den fünf hervorgehobenen <q>Orten des Geschehens</q> in fünf Teile gegliedert, die konzentrisch angeordnet sind
p.nomarginbottom
b Besonders hervorgehoben ist damit der mittlere Teil: <q>Auf dem Weg</q>.
br
span.slide(data-slideslave='.slide-1-2-blindenheilungen', data-subslides='.slide-1-2-3') Dies wird durch die beiden <i>Blindenheilungen</i> unterstrichen, die diesen Teil rahmen.
script.
function _1_2_gliederung_konzentrisch(isvisible) {
if(isvisible) {
$("#box-wueste").css("background-color", "#dddddd");
$("#box-galilaea").css("background-color", "yellow");
$("#box-weg").css("background-color", "orange");
$("#box-jerusalem").css("background-color", "yellow");
$("#box-grab").css("background-color", "#dddddd");
}
else {
$("#box-wueste").css("background-color", "white");
$("#box-galilaea").css("background-color", "white");
$("#box-weg").css("background-color", "white");
$("#box-jerusalem").css("background-color", "white");
$("#box-grab").css("background-color", "white");
}
}
$("#1_2_konzentrisch").on('click', function(){
console.log($("#box-wueste").css("background-color"));
var is_indented = ($("#box-wueste").css("background-color") === "rgb(221, 221, 221)");
console.log(is_indented);
if(is_indented) {
_1_2_gliederung_konzentrisch(false);
}
else {
_1_2_gliederung_konzentrisch(true);
}
});
p.slide.nomarginbottom Daneben spielt ein <b>Signal-Ort</b> noch eine Rolle:
+footnote("Vgl. Schenke, Markus 73.")
.slide(style="padding-left: 40px;")
b "im Haus"
ul
li.slide Kein spezifisches Haus, sondern Signal-Ort immer wieder in der Erzählung.
li.slide Ort besonderer Jüngerbelehrungen und Offenbarungen.
li.slide Themen gelungener Jüngerschaft.
+bottom_aufbau("grobgliederung")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,77 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Aufbau und Gliederung")
span Die sieben Tagen in Jerusalem und die sieben Wochen der Tätigkeit Jesu
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 162-163; Schenke, Markus 13-15.")
p.slide.nomarginbottom Markus hat seinem Evangelium bewusst mehrere <b>Zeitstrukturen eingeprägt</b>:
ul.nodisplay
li.slide
i Am Todestag Jesu werden die Stunden genannt.
li.slide
i Die Tage in Jerusalem sind genau abgegrenzt:
ul.nodisplay
li.slide es sind genau sieben, also eine Woche!
li.slide Todestag ist klar ein Freitag, da auf den folgenden Sabbat Bezug genommen wird.
li.slide Das Zurückzählen ergibt dann: Einzug in Jerusalem an einem Sonntag!
li.slide
i Das Wirken Jesu erstreckt sich über <u>sieben Wochen</u> (mit der siebten Woche in Jerusalem).
ul.nodisplay
li.slide
| Darauf kann man kommen, wenn man - inspiriert von der Eine-Woche-Struktur der Tage in Jerusalem und der
| Betonung des Sabbats im Zuge von Grab, Grablegung und Auferstehung
| - weitere Sabbat- bzw. Zeithinweise im Evangelium sucht.
li.slide
| Ganz deutlich ist es nicht, und beim ersten Lesen kann man es nicht merken, aber man kann doch
| genug Hinweise finden, dass man von einer Sieben-Wochen-Struktur im Evangelium sprechen kann.
li.slide Diese Sieben-Wochen-Struktur ist aber <i>nicht historisch, sondern theologisch</i> zu verstehen!
ul.nodisplay
li.slide Die siebte Woche in Jerusalem ist die Woche der Vollendung des Wirkens Jesu:
br
span.slide(data-subslides='.slide-weeks')
b
i Wie Gott sein Werk in 7 Tagen vollendete, so Jesus sein Wirken in 7 <q>Wochen</q>.
li.slide(data-subslides='.slide-week8') Der <q>erste Tag der Woche</q> in Mk 16,1 ist dann der Sonntag der 8. Woche.
br
span.slide Diese <b><i>achte <q>Woche</q> ist nach vorne hin offen in die durch Jesu Tod und Auferstehung eröffnete neue Zeitepoche.</i></b>
br
span.slide
i In ihr leben die Leser des Evangeliums!
br
span.slide
b In ihr soll das Evangelium verkündet, gelesen - und hoffentlich verstanden und gelebt werden.
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-top: 20px;") <i><b>In der Wüste</b></i>: <b>Täufer, Taufe, Versuchung</b>
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 25px; background-color: yellow;") <b><i>Galiläa</i></b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.nodisplay.slide-weeks <u>1. Teil: Jesus ist nur im <b><q>Judenland</q></b></u>
ul.nodisplay.nomargin.bottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Erste <q>Woche</q></b>: Vollmächtiges Wirken in Galiläa
li.nodisplay.slide-weeks <b>Scharnier</b>: Heilung des Aussätzigen: Tempel und Jerusalem kommen in Blick
li.nodisplay.slide-weeks <b>Zweite <q>Woche</q></b>: Widerspruch gegen Jesu vollmächtiges Wirkens
li.nodisplay.slide-weeks <u>2. Teil: Jesus bricht <b>auch ins <q>Heidenland</q></b> auf: <i>'ans andere Ufer'</i></u>
ul.nodisplay.nomargin.bottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Dritte <q>Woche</q></b>: Verstockte Gegnerschaft und wahre Familie, Gleichnis und Lösung, erste Fahrt ins Heidenland, Aussendung der Zwölf
li.nodisplay.slide-weeks <b>Scharnier</b>: Enthauptung des Täufers
li.nodisplay.slide-weeks <b>Vierte <q>Woche</q></b>: Rückkehr der Zwölf, Speisung der Fünftausend, Rein und Unrein, Heilungen bei den Heiden, Speisung der Viertausend; Blindenheilung
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 50px; background-color: orange;") <b><i>Auf dem Weg</i></b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Fünfte <q>Woche</q></b>: Messiasbekenntnis, 1. Leidensankündigung, Kreuzesnachfolge und Verklärung
li.nodisplay.slide-weeks <b>Sechste <q>Woche</q></b>: 2. Leidensankündigung, Belehrungen über Nachfolge, 3. Leidensankündigung und Belehrungen; Blindenheilung
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 25px; background-color: yellow;") <b><i>Jerusalem</i></b>: <b>Siebte <q>Woche</q></b> als Woche der Vollendung
.viewbox.nodisplay.slide-week8 <b><i>Im Grab</i></b>: <b>Erster Tag der achten <q>Woche</q>: Auferstehung - Neubeginn</b>
+bottom_aufbau("sabbatgliederung")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,54 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Aufbau und Gliederung")
span Der ursprüngliche Schluss in Mk 16,8
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 158.")
p.slide Wichtige und sehr alte Handschriften beenden das Markus-Evangelium mit Mk 16,8:
br
span.slide nachdem die Frauen die Osterbotschaft gehört haben, fliehen sie vom Grab und erzählen niemand etwas davon;
br
span.slide zugegeben, ein fragwürdiger Schluss (im doppelten Sinn!).
p.nomarginbottom.slide Es entstanden zwei <b><i>sekundäre Markus-Schlüsse</i></b>
ul.nodisplay
li.slide
b Längerer Markusschluss
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Entstanden wohl im 2. Jhdt.
li.slide Leicht als Zufügung erkennbar:
br
span.slide Zusammenfassung der Ostererzählungen vor allem aus den Evangelien nach Lukas und Johannes und einiger Episoden aus der Apostelgeschichte (z. B. Himmelfahrt).
li.slide In der Regel bei den Übersetzungen mit abgedruckt und in den Versen mitgezählt.
br
span.slide Man beachte die Hinweise in der Einheitsübersetzung.
li.slide
b Kürzerer Markusschluss
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Der Auftrag des göttlichen Boten wird ausgeführt, dann eine erneute Aussendung durch den Auferstandenen erzählt.
p.slide Beide Schlüsse tauchen in Handschriften ab dem 5. Jhdt auf; zum Teil auch miteinander kombiniert.
br
span.slide Ihr sekundärer Charakter wurde aber in der Textüberlieferung immer durch Zeichen angemerkt!
p.slide Seit dem 18. Jahrhundert wird auch darüber nachgedacht, ob nicht ein ursprünglicher Schluss verloren gegangen ist.
br
span.slide Allerdings spricht die Textüberlieferung dagegen.
.slide.alert.alert-primary
h4.alert-heading Ein Schluss, der provoziert
p.nomarginbottom
b Ursprünglich schloss das Evangelium mit Mk 16,8 und damit mit der Flucht von der Frauen vom Grab und dem Nicht-Ausrichten der Osterbotschaft!
p.small.slide Eine echte Tragik der Leseordnung ist, dass der nicht von Markus stammende Schluss an seinem Festtag gelesen wird ...
+bottom_aufbau("schluss")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,119 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Entstehung")
span Adressaten
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 174-175.")
p.slide.nomarginbottom Schon <i>aus dem Evangelium selbst</i> erhalten wir einige Angaben:
ul.nodisplay
li.slide Offenbar ist die Gemeinde <b>des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Hebräische/aramäische Worte werden ins Griechische übersetzt.
li.slide Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den touch des Altehrwürdigen.
li.slide Die Gemeinde ist <b>mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie werden im Evangelium erklärt.
li.slide Zumindest die Mehrzahl der Gemeindeglieder entstammt also wohl nicht-jüdischem Milieu.
p.slide.nomarginbottom
b Probleme (in der Gemeinde), auf die Markus in seinem Evangelium eingeht
ul.nodisplay
li.slide <b><i>Ablösungsprozess vom Judentum</i></b>
ul.nodisplay
li.slide
| Die Punkte oben haben gezeigt, dass die Gemeinde wohl mehrheitlich aus Heidenchristen bestand, also aus Christen,
| die früher Heiden waren.
br
| Demgegenüber waren Judenchristen - also Juden, die sich zu Jesus als Messias bekannt haben - in der Minderheit.
li.slide
| In der frühen Kirche gab es viele Fragen in diesem Themenkreis:
ul.nodisplay
li.slide <i>Ob</i> und <i>Wie</i> der Heidenmission?
li.slide Stellung des jüdischen Gesetzes?
li.slide
| Im MkEv ist gleichzeitig <b>Nähe und Distanz zur jüdischen Überlieferung</b> feststellbar.
li.slide
| Das Markus-Evangelium
|
q
| bezeugt ein späteres Stadium dieses Ablösungs- und Verselbständigungsprozesses. Die Herkunft aus dem Judentum wird zwar
| dokumentiert, die ursprüngliche Führungsrolle der Zwölf festgeschrieben und der zeitliche Vorrang der jüdischen Adressaten
| für die Botschaft festgehalten. Aber die Sympathie des Erzählers gehört eindeutig den Heiden.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 175.")
li.slide Die <b>Streitigkeiten von damals</b> sind <b>längst autoritativ entschieden</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <q>Jesus</q> erklärt <i>alle</i> Speisen für rein (Mk 7,19).
li.slide
| <q>Jesus</q> hat schon selbst Tischgemeinschaft auch mit den Heiden (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Speisung der Viertausend).
li.slide Immerhin hält Markus in seinem Evangelium fest, dass das alles nicht ohne Widerstände ablief.
li.slide
| Das <b>jüdische Gesetz</b> spielt <b>nur noch</b> eine Rolle als <b>Moralgesetz</b> (etwa in Mk 10,1-12.17-27),
| nicht mehr als Kult- bzw. Ritualgesetz (mit den Reinigungsriten und Speisevorschriften).
li.slide
| <b>Hervorgehoben</b> als Abschluss und Höhepunkt des Blickes auf das jüdische Gesetz wird das <b>Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe</b> (Mk 12,28-34).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Schnelle, Einleitung 219-220.")
li.slide <b><i>Christenverfolgungen unter Nero</i></b> (64 n. Chr.):
br
span.slide
i Wie umgehen mit jenen, die in der Verfolgung schwach geworden sind?
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| Damals galt, was Mk 13,12 schreibt: dass
|
q Bruder den Bruder in den Tod liefern wird, und der Vater sein Kind, dass Kinder gegen ihre Eltern aufstehen und sie zur Hinrichtung führen werden
| :
br
span.slide
| Magistrate haben festgenommene Christen dazu bringen wollen, andere Christen zu denunzieren.
li.slide
| Manche werden tatsächlich den Bruder verraten haben
|
span.slide - wie Judas.
li.slide
| Andere werden den Glauben verleugnet haben
|
span.slide - wie Petrus.
li.slide Petrus jedenfalls bekommt durch seine ausdrückliche Erwähnung in der Verheißung, dass die Jünger Jesus in Galiläa sehen werden (Mk 16,7), eine zweite Chance.
li.slide.small
| Schon die Ankündigung, dass Jesus den Jüngern nach seiner Auferstehung nach Galiläa vorausgehen wird, auf die Mk 16,7 zurückgreift,
| war im Kontext der Ankündigung der Verleugnung des Petrus und des Zerfalls der Jüngerschaft gesprochen (Mk 14,26-31).
br
span.slide Liest man das Evangelium von Ostern her neu, findet sich als erst Aktion Jesu in Galiläa die Berufung des Petrus (zusammen mit seinem Bruder Andreas und den Zebedäussöhnen).
li.slide
i Ein Plädoyer des Evangelisten, auch jenen, die in der Verfolgung ihren Glauben geleugnet haben, eine zweite Chance zu geben?
li.slide <b><i>Gesteigerte Naherwartung</i></b>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Schnelle, Einleitung 221")
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ursache: Ereignisse rund um den jüdischen Krieg und die Tempelzerstörung.
li.slide Folgen: Es treten Gläubige auf - Markus nennt sie Pseudo-Christusse und Pseudo-Propheten -, die vom nahen Ende bzw. der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Jesu sprechen.
li.slide Markus problematisiert dies, warnt vor diesen Personen und hält in der Endzeitrede (Mk 13) als Kontrapunkte fest:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <i>Der Termin der Wiederkunft Jesu ist nur Gott selbst bekannt.</i>
br
span.slide.small
| Nicht einmal Jesus kennt ihn!
|
span.slide.small Er kann ihn also niemandem gesagt haben!
li.slide <i>Die Wiederkunft Jesu ist ein kosmisches, die ganze Schöpfung betreffendes Ereignis</i>
br
span.slide und nicht von nur lokalen, innergeschichtlichen Phänomenen (z. B. Krieg, Hungersnöte, Verfolgungen) ableitbar.
li.slide <b><i>Vespasian wird 69. n. Chr. römischer Kaiser</i></b>
p.slide.nomarginbottom
i Dem <q>beispielhaften</q> Aufstieg Vespasians setzt Markus den beispielhaften Abstieg Jesu entgegen, der zum wahren Aufstieg führt.
+bottom_entstehung("adressaten")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,72 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Entstehung")
span Ort
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 172-173.")
p.slide Die wahrscheinlichsten Abfassungsorte sind Rom oder Syrien.
p.nomarginbottom.slide Für <b>Rom</b> sprechen insbesondere:
ul.nodisplay
li.slide <b>Münzerklärung in Mk 12,41-44</b> (Opfer der Witwe)
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| Hier wird
|
q eine Spezialmünze aus den östlichen Provinzen mit einer Münzform, wie sie eigentlich nur in der westlichen Reichshälfte bekannt ist
| ,
+footnote("Ebner, Einleitung 172")
|
| erklärt.
li.slide Jene Münze ist vor allem für Rom und Pompeji nachgewiesen.
li.slide Unterstützend: <b>Latinismen</b> im Evangelium
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Latinismen sind lateinische Lehnwörter und lateinische Wendungen, die praktisch wörtlich ins Griechische übersetzt wurden.
li.slide Für sich genommen weisen sie zwar nur auf die Nähe zu einer römischen (Militär-)Siedlung hin, unterstützen aber den genannten Befund.
li.slide <b><q>Spaltung</q> des Tempelvorhangs</b> als Begleitumstand des Todes Jesu
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Gleiches Verb wie bei der Spaltung des Himmels bei der Taufe Jesu.
li.slide
| Beide Erzählungen sind auch durch andere Dinge verbunden:
|
span.slide
q Gottessohn
| ,
|
span.slide
| Geist kommt bzw. wird ausgehaucht.
li.slide
| Nur verständlich, wenn bekannt ist:
span.slide
i Auf dem (äußeren) Tempelvorhang war der Kosmos abgebildet.
li.slide Dieser Tempelvorhang wurde - für alle sichtbar - beim Trumphzug des (neuen) Kaisers Vespasian in Rom mitgeführt;
br
span.slide wer also in Rom (dem Triumphzug bei)wohnte, konnte verstehen, warum Markus vom <i>Spalten</i> des Tempelvorhangs schreibt.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Markus schreibt im Schatten des Triumphzuges Vespasians
p.slide.nomarginbottom
b Das Evangelium nach Markus ist wahrscheinlich in Rom abgefasst worden.
p.slide.nomarginbottom Zum <b>Abfassungort Rom</b> scheint auf den ersten Blick nicht zu passen, dass das <b>Evangelium in Griechisch verfasst</b> ist.
br
span Doch:
ul.nodisplay
li.slide Auch der Brief an die Römer des Paulus ist in Griechisch verfasst (wie das gesamte Neue Testament).
li.slide Und
q
| in Rom ist Griechisch die Sprache, die auf den Straßen und Märkten gesprochen wird, von den Händlern und den einfachen Leuten,
| besonders von denjenigen, die aus dem Osten eingewandert sind. In diesem gesellschaftlichen Milieu wird unsere Gemeinde zu verorten sein.
| Lateinisch spricht in Rom die einheimische Bevölkerung. Zweisprachigkeit wird lediglich in der Oberschicht gepflegt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 173.")
+bottom_entstehung("ort")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
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})

View File

@@ -0,0 +1,235 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Entstehung")
span Quellen
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 165-169; Schnelle, Einleitung 225-226.")
p.slide Markus konnte auf <b>mündiche und schriftliche Jesus-Traditionen</b> zurückgreifen.
p.slide.nomarginbottom Zu den den schriftlichen zählen auch schon <i>größere Einheiten</i>:
ul.nodisplay
li.slide Vorstufe der Passionsgeschichte
li.slide Vorstufe der Endzeitrede
li.slide Nach Gattungen zusammengestellte Sammlungen von Traditionsgut:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Galiläsche Streitgespräche (Mk 2-3)
li.slide Gleichnissammlung (Mk 4)
li.slide Wundererzählungensammlung (Mk 4-6)
li.slide Sprüchesammlung (Mk 9,41-50)
li.slide Katechetische Sammlung (Mk 10: Ehe, Besitz, Rangstreben)
.slide.alert.alert-primary
h4.alert-heading Markus konnte sich auf umfangreiches Material stützen
p.nomarginbottom Bei der Verarbeitung hat der Evangelist mehr oder weniger deutlich in den Text eingegriffen und nicht einfach fertige Stücke in sein Evangelium <q>kopiert</q>!
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Bezüge zu anderen Traditionssträngen
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur Spruchquelle Q
ul.nodisplay
li.slide Sie lag Matthäus und Lukas als schriftliche Quelle vor; beide haben sie neben dem Markus-Evangelium und Sondergut zur Abfassung ihres Evangeliums benutzt.
li.slide Knapp 30 Worte Jesu bei Markus haben Parallelen in Q.
li.slide Markus dürfte Q aber nicht als schriftliche Quelle vorgelegen haben:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Warum hätte Markus Feindesliebe und Vaterunser weglassen sollen?
li.slide Ferner sprechen unabhängige Weiterentwicklungen und Kombinationen von Worten Jesu dagegen.
li.slide
| <b>Folgerung</b>
|
q <i>Sowohl die Tradenten der Spruchquelle als auch die mk Gemeinde partizipieren an einem Pool von Jesuslogien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Jesus selbst zurückgehen.</i>
+footnote("Ebner, Einleitung 166.")
p.slide.nomarginbottom
b Passion
ul.nodisplay
li.slide Zuverlässige Ortskenntnis
span.slide : die Passions dürfte auf eine in Jerusalem selbst entstandene Urfassung zurückgehen.
li.slide Die Urfassung der Passion dürfte Markus und Johannes gemeinsam sein
span.slide , wenn nicht Johannes doch das Markus-Evangelium kannte.
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur <q>vorpaulinischen Tradition</q> (die Paulus bei seinen Briefen verwendet hat)
ul.nodisplay
li.slide Abendmahlserzählung (Mk 14,22-25; 1 Kor 11,23-25)
li.slide.small Paulus schreibt auch selbst ausdrücklich davon, dass er auf überlieferte Tradition zurückgreift, so etwa bei der Abendmahlsüberlieferung oder beim christichen Grundbekenntnis in 1 Kor 15.
h2.slide(style="margin-top: 60px;") Akzentuierungen in der Aufnahme von Traditionen
h3.slide(style="margin-top: 10px;") Eintragung des Jüngerunverständnisses
p.slide.nomarginbottom Die <b>Gleichnissammlung in Mk 4,1-34</b> folgte wahrscheinlich ursprünglich dem <b><q>Schema der apokalyptischen Gleichnisauslegung</q></b>:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b (aktualisierende) Deutung durch einen göttlich legitimierten Interpreten
.viewbox.slide
b Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Deutung als besonderes Geheimnis dargestellt, das den Adressaten selbst besonders privilegiert.
li.slide Den Adressaten wird alles erklärt, während die da draußen nicht verstehen, weil ihnen die gebotene Interpratation fehlt.
p(style="margin-top: 20px;").slide.nomarginbottom <b>Markus wandelt das Schema ab</b>, er baut die ihm zur Verfügung stehende Tradition um:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b <i>Pervertierte</i> Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Auch die Jünger als besondere Adressaten der Botschaft Jesu verstehen nicht.
li.slide Sie bekommen die Deutung durch Jesus nicht, weil sei besonders privilegiert sind, sondern weil auch sie nichts verstehen.
.viewbox.slide
b Deutung
.alert.alert-primary(style="margin-top: 20px;").slide
p.nomarginbottom
b Markus zeichnet die Jünger nicht als besonders privilegiert, sondern als besonders belehrungsbedürftig!
p.slide.nomarginbottom Das passt zum sonst bei Markus vorfindlichen Jüngerbild:
ul.nodisplay
li.slide Sie sind zwar ganz nah bei Jesus, bekommen alles genau erklärt - aber sie verstehen nicht wirklich;
span.slide am Ende fliehen alle.
li.slide Wer <q>drinnen</q> und wer <q>draußen</q> ist, das ist bei Markus nicht immer von vorneherin festgesetzt oder an bestimmte Personen gebunden.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Relativierung der Wunder
p.slide <b>In Mk 4,35-5,43; 6,35-52</b> dürfte Markus eine <b>bestehende Wundergeschichtensammlung verarbeitet</b> haben.
.viewbox.slide
b Seesturm
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Heilung des Geraseners
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus I
.viewbox.slide.s2-1-2-K4
b Heilung der blutflüssigen Frau
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus II
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Beginn
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 50px; background-color: indianred;")
b Ablehnung Jesu in seiner Heimat
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Aussendung der Zwölf
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 75px; background-color: DarkTurquoise;")
b Mahl des Herodes, Enthauptung Johannes des Täufers
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Rückkehr der Zwölf
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Ende
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Mahl mit den Fünftausend
.viewbox.slide
b Seesturm
p.slide(data-slidefunc='wunder_konzentrisch')
i Es zeigt sich ein konzentrischer Aufbau;
span.slide
i er spricht für eine geschlossene Wundersammlung.
script.
function wunder_konzentrisch(isvisible) {
console.log('W')
if(isvisible) {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "25px").css("background-color", "yellow");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "50px").css("background-color", "orange");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "75px").css("background-color", "thistle");
}
else {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
}
}
p.slide
i Markus zerstört diesen geschlossenen Aufbau wohl bewusst, indem er Einfügungen macht!
p.slide
i
b Anti-Wundererzählung mitten in der Wundersammlung:
br
span.slide(data-slideslave=".s2-1-2-nazareth")
i In seiner Heimat, wo er auf Ablehnung stößt, kann er keine Wunder tun.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden dem Glauben untergeordnet
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Heilungswunder setzen den Glauben voraus
span.slide - sie können zwar <i>Glauben wecken</i>, aber sie sind <i>nicht</i> dazu da, um Nicht-Glaubende <i>von Jesus</i> zu <i>überzeugen</i>.
p.slide Markus erzählt gerade nicht, dass Jesus bei Unglauben besonders viele Wunder tat, um die Menschen zu überzeugen!
p.slide.nomarginbottom Markus macht noch eine weitere Einfügung:
br
span.slide
i
b Aussendung und Rückkehr der Zwölf, Mahl des Herodes mit Enthauptung des Täufers;
br
span.slide(data-subslides=".s2-1-2-nachfolge") Auffällig ist dabei die <i>konzentrische Anordnung</i>:
ul.nodisplay
li.slide In der Mitte steht die Erzählung von der Enthauptung des Täufers (im Rahmen des Mahles des Herodes).
br
span.slide Damit wird die Passionsthematik in den Galiläa-Teil hineingeholt: Das Geschick des Vorläufers Jesu ist eine Vorwegnahme des Geschickes Jesu selbst.
li.slide Durch die Rahmung dieser Erzählung mit Aussendung und Rückkehr der Zwölf wird angezeigt, was Wirken im Namen Jesu, was also Nachfolge auch heißen kann.
li.slide Das Mahl Jesu mit den Fünftausend ist - auch - ein Kontrastmahl zum Mahl des Herodes:
ul.nodisplay
li.slide Herodes veranstaltet sein Mahl für <q>seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa</q> (Mk 6,21). Die einfachen Leute sind draußen.
li.slide
q Jesus dagegen nimmt sich wie ein guter König der Menschen an, die ohne Hirten sind (Mk 6,34):
ul.nodisplay
li.slide
q Er öffnet die ursprünglich für den kleinen Kreis geplante Mahlgemeinschaft (Mk 6,31) für alle, die sein Wort hören wollen.
li.slide
q Seine <q>Großen</q> setzt er als Diener für die kleinen Leute ein (Mk 6,41).</q>
+footnote("Ebner, Einleitung 168.")
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Passion bzw. der Nachfolge untergeordnet
p.slide.nomarginbottom In Vorgriff auf die Lehre <q>auf dem Weg</q> macht Markus deutlich:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Das <q>Große</q> an Jesus sind nicht die Wunder, sondern ist seine Passion.
li.slide In der Nachfolge Jesu zeigt sich wahre Größe nicht in Wundern, sondern in der Bereitschaft, den <q>Kleinen</q> zu dienen und den Weg der Nachfolge bis zur letzten Konsequenz zu gehen.
p.slide.nomarginbottom Noch eine <b>weitere Relativierung der Wunder</b> findet sich, gleich <b>beim ersten Wunder (Mk 1,21-28)</b>:
ul.nodisplay
li.slide Markus fand eine Dämonenaustreibung vor.
li.slide Doch in deren Einleitung und Schluss baut er das Thema <i>Lehre</i> ein:
ul.nodisplay
li.slide Noch vor dem Wunder staunen die Leute über die Lehre Jesu <q>mit Vollmacht</q>.
li.slide Nach der Austreibung ist nicht die Austreibung als solche Thema, sondern die <q>neue Lehre mit Vollmacht</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Lehre Jesu untergeordnet
p.nomarginbottom.slide Wunder werden als Auswirkung der Lehre Jesu verstanden, die <q>auf dem Weg</q> den Jüngern erklärt wird.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Einbindung der Heiden
p.slide.nomarginbottom Die <b>Heilung des Taubstummen</b> platziert Markus <b>bewusst im <q>Heidenland</q></b>, in der Dekapolis (Mk 7,32-27):
ul.nodisplay
li.slide Jesu Berührung eines Heiden ist Grenzüberschreitung.
li.slide Sie öffnet Ohren und Mund der Heiden für den Glauben an den biblischen Gott:
ul.nodisplay
li.slide Der Abschließende Lobpreis am Ende der Erzählung - doch wohl im Mund der Heiden vorzustellen - besteht aus Bibelzitaten.
li.slide Der <q>Erfolg</q> des Wunders ist damit auch auf einer anderen Ebene als der eigentlichen Handlung <q>belegt</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <i><u>Heiden</u></i> werden Ohren und Mund zum Glauben geöffnet
p.nomarginbottom Der Weg des Evangeliums zu den Heiden ist Markus wichtig.
p.slide
b
i Der Effata-Ritus bei der Taufe, der sich auf diese Erzählung bezieht, ist daher etwas sehr sinnvolles und dem biblischen Text absolut entsprechend.
+bottom_entstehung("quellen")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,75 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Entstehung")
span Verfasser
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 170-171; Schnelle, Einleitung 215-217.")
p.slide <q>Markus</q> ist ein sehr gebräulicher römischer Name.
p.slide Weder im Evangelium nach Markus, noch in den anderen Evangelien begegnet eine Figur mit diesem Namen.
p.slide.nomarginbottom Handelt es sich um <b>Johannes Markus?</b>
ul.nodisplay
li.slide Eine Person mit diesem Namen existierte in der Urgemeinde, sie wird sowohl mit Petrus als auch mit Paulus in Verbindung gebracht (Apg 12,12.25; 13,5; 15,36-40).
li.slide Eine Identifizierung dieser Person mit dem Evangelisten ist sehr umstritten; man findet auch heute Befürworter und strikte Ablehner.
p.slide.nomarginbottom
b Zeugnis des Papias?
ul.nodisplay
li.slide Vom Kirchenhistoriker Eusebius (260 - 339 n. Chr.) überliefert.
li.slide Markus wird dort zum Dolmetscher des Petrus, der aus seinen Erinnerungen sein Evangelium schreibt.
li.slide
| Doch: dieses Zeugnis kann auch schlicht dem Interesse
| geschuldet sein, alle Evangelisten in die Nähe von Aposteln zu rücken, um die Gültigkeit und Zuverlässigkeit
| ihrer Werke zu unterstreichen.
p.slide.nomarginbottom Was die Papias-Notiz richtig sieht bzw. wofür sie tatsächlich Zeugnis ablegt:
ul.nodisplay
li.slide Markus war <b>kein Augenzeuge des historsichen Jesus</b>, sondern kam ernst nach Ostern zur christlichen Gemeinde dazu.
li.slide Der <b>Name <q>Markus</q></b> war <b>schon zur Zeit des Papias fest mit dem zweiten Evangelium im Kanon verbunden</b>, so dass man es nicht mehr einem Apostel oder Jünger aus dem Evangelium selbst zuschreiben konnte.
p.slide.nomarginbottom Auch das Evangelium selbst gibt einige Hinweise zu seinem Autor:
ul.nodisplay
li.slide Ihm ist eine <b>mangelnde Kenntnis der Geographie Israels</b> zu attestieren:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide nach Jerusalem kommt man von Betanien über Betfage, nicht umgekehrt (Mk 11,1 ist die Reihenfolge verdreht);
li.slide Gerasa liegt nicht am See Genesaret (wie Mk 5,1 glauben machen will), sondern 50 km davon entfernt.
li.slide Die <b>Muttersprache</b> des Markus war wohl <b>Griechisch</b> (und nicht Aramäisch):
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ein semitischer Spracheinfluss ist in dem auf Griechisch verfassten Evangelium nicht festzustellen.
li.slide Der Sprachstil entspricht der Volksliteratur und dem geschriebenen Allgemein-Griechisch (Koine).
li.slide Konnte Markus Aramäisch/Hebräisch?
br
span.slide Die Übersetzungen von aramäischen/hebräischen Begriffen ins Griechische, die sich im Evangelium finden, müssen nicht vom Evangelisten stammen, sondern können auch bereits in der übernommenen Tradition enthalten sein, so dass keine derartigen Sprachkenntnisse notwendig gewesen wären.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 173-174; Schnelle, Einleitung 217.")
li.slide Markus war wohl <b>ursprünglich ein Heide</b> (und nicht Jude):
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die Perspektive, aus der heraus Markus jüdische Bräuche erklärt, ist die eines Außenstehenden und Distanzierten.
br
span.slide Das zeigt etwa die Art und Weise, wie in Mk 7 auf die Reinheitsvorschrifen Bezug genommen wird.
li.slide Markus spricht dort auch verallgemeinernd von <q>allen Juden</q>, unterscheidet also nicht die unterschiedlichen jüdischen Gruppierungen, die zur Praxis der Reinheitsvorschrifen durchaus unterschiedliche Meinung hatten.
li.slide In Bezug auf den Sabbat mangelt es an Respekt.
br
span.slide Durchaus wurde nämlich im Judentum darüber diskutiert, welche Notfälle es erlauben, den Sabbat zu brechen.
br
span.slide Die Frage war letztlich die, wie weit man dabei gehen kann, ohne den Sabbat innerlich auszuhöhlen.
li.slide Seine undifferenzierte Distanziertheit zum damals gelebten Judentum legt nahe, dass Markus nicht in jüdischem Milieu groß geworden ist.
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 174.")
li.slide Trotzdem muss man Markus attestieren, dass er sich in der jüdischen Bibel (unser Altes Testament) recht gut ausgekannt hat, zumindest was die für den christlichen Glauben relevanten Stellen angeht.
br
span.slide Aber das kann man lernen und aus den Traditionen übernehmen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Ein heidenchristliches Evangelium
p.slide.nomarginbottom
b Insgesamt wird man vom Evangelium selbst ausgehend sagen können: Der Verfasser
q ist ein Heidenchrist, der die literarischen Überlieferungen des Judentums zwar kennt und schätzt, aber zum jüdischen Kernmilieu auf Distanz steht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 171.")
+bottom_entstehung("verfasser")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,36 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Entstehung")
span Zeit
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 171-172.")
p.slide In der Forschung ist man sich ziemlich einig, dass das Markus-Evangelium um 70. n. Chr. entstanden ist. Strittig ist aber, ob vor oder nach 70 n. Chr.: vor oder nach der Tempelzerstörung.
p.small.slide
| Hin und wieder wird eine Frühdatierung behauptet, etwa auf das Jahr 50 n. Chr. Dabei stützt man sich auf ein Papyrusfragment, das
| in den Höhlen von Qumran gefunden wurde (7Q5). Dessen tatsächlicher Text ist aber sehr unsicher. Das, was man sicher erkennen kann,
| passt auf mehrere Texte der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes sowie auch auf andere Texte der Antike, etwa Homer ...
p.slide.nomarginbottom <i>Ausschlaggebend für die Datierung des Evangeliums ist die Endzeitrede (Mk 13)</i>, in welcher auf die <b>Tempelzerstörung</b> und die damit verbundenen Wirren geblickt wird:
ul.nodisplay
li.slide Sind das noch echte in die Zukunft gerichtete Erwartungen aufgrund des jüdischen Krieges?
li.slide Oder blickt man auf die Tempelzerstörung bereits zurück (<q>vaticinium ex eventu</q> = Voraussage eines bereits eingetretenen Ereignisses)?
li.slide
| Da aber Mk 13,1-2 den historischen Hergang (nicht nur der Tempel, sondern auch <i>die</i> Gebäude ringsum wurden zerstört) korrekt wiedergibt,
| kann man begründet annehmen:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Markus schaut auf die Tempelzerstörung zurück
p.nomarginbottom.slide
b Das Evangelium nach Markus dürfte kurz nach 70 n. Chr. entstanden sein.
+bottom_entstehung("zeit")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
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})

View File

@@ -0,0 +1,51 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Impulse und Literatur")
span Ausgewählte Literatur
div.slide
h2 Mk ist mehr als das, was in die Leseordnung LJ B aufgenommen ist
p
| Vergleicht man den Umfang des MkEv mit der Leseordnung, fällt auf, dass einige Stücke herausgelassen und
| dass manche Einheiten nicht in vollem Umfang gelesen werden.
p
| Es ist immer sinnvoll, dass wenigstes der Prediger den vollen Umfang einer Einheit im MkEv kennt
| und bedenkt und auch auch deren Kontext im Gesamt des Evangeliums überblickt.
| Gerade im MkEv ist der Ort einer Erzählung im Gesamtaufbau zu beachten. Oft ergeben sich daraus auch weitere Impulse für die Predigt.
p
| Es ist wichtig, sich bei der Predigtvorbereitung nicht nur die unmittelbare Stelle anzuschauen, sondern auch deren Kontext:
| in welchem größeren Teil des Evangeliums ist sie enthalten, was steht davor, was danach -
| all das wirkt sich auch auf das Verständnis der Stelle selbst aus; manchmal <q>korrigiert</q> eine vorausgehende oder
| nachfolgende Einheit. Keinesfalls darf man eine einzelne Einheit verabsolutieren!
p
| Manchmal bietet es sich auch an, ausgehend von einer Stelle auf deren größeren Zusammenhang hinzuweisen
| und so auch mal generell über die Konzeption des MkEv zu sprechen, gerade was die Lehre <q>auf dem Weg</q> anbelangt.
div.slide
h2 Lesen Sie das Evangelium mehrmals durch
p
| Lesen Sie in der Vorbereitung auf Predigten bzw. das Lesejahr das Evangelium ganz durch, auch mehrmals - dazu lädt das Evangelium ja auch selbst ein.
| Es lohnt sich: es schafft Vertrautheit, lässt Beziehungen der Erzählungen untereinander erkennen usw.
| Folgen Sie auch den Verweisen zu anderen Stellen im Neuen Testament und auch im Alten Testament!
p
| Scheuen Sie sich nicht, einen Kommentar zu Rate zu ziehen. Das hilft, den Blick zu schärfen, und beugt mancher Fehlinterpretation vor.
+bottom_impulse_literatur("impulse")
script.
push_slide_stack('.slide')

View File

@@ -0,0 +1,104 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Impulse und Literatur")
span Ausgewählte Literatur
h2 Übersetzungen
p.lit_angabe Die Bibel. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Gesamtausgabe.
p.lit_kommentar
| Diverse Ausgaben im Buchhandel. Seit Ende 2016 ist eine überarbeitete Fassung auf dem Markt!
| Ab dem Kirchenjahr 2019 - also ab Advent 2018 - wird diese Fassung mittels neuer Lektionare auch im Gottesdienst verwendet!
p.lit_angabe Elberfelder Bibel.
p.lit_kommentar
| Diverse Ausgaben im Buchhandel. Bei Amazon.de kann man lesen:
|
q
| Die Elberfelder Bibel gilt vielen als die exakteste deutsche Bibelübersetzung. Mit ihr kommt man ganz nah an die hebräische Bibel
| und griechischen Grundtexte heran. Das betrifft nicht nur die Wortwahl, sondenr auch den Satzbau und die sprachliche Struktur.
| Begriffe, die in den Grundtexten gleich lauten, werden auch im Deutschen,soweit es geht,
| gleichlautend wiedergegeben. Dadurch ist die Elberfelder Bibel ein hervorragendes Instrument für detaillierte Textbetrachtung.
| Unübertroffen sind die zahlreichen Verweisstellen-Angaben. Sie erschließen das Netzwerk der innerbiblischen Bezüge
| und bilden fast schon einen Bibelkommentar in sich. Wer den Dingen auf den Grund gehen will, kommt an der Elberfelder nicht vorbei.
p.lit_angabe Münchener Neues Testament: Studienübersetzung.
p.lit_kommentar Sehr wörtliche Übersetzung des NT. Man <q>stolpert</q> beim Lesen - was manchmal sehr nützlich sein kann.
h2 Einleitungen in die Evangelien bzw. die neutestamentliche Theologie
p.lit_angabe Ebner, Martin; Schreiber, Stefan (Hrsg.): Einleitung in das Neue Testament. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Stuttgart 2013. (Kohlhammer Studienbücher Theologie 6)
p.lit_kommentar Kompakte und sehr informative Einführung in das Neue Testament.
p.lit_angabe Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament. 9., durchgesehene Auflage. Göttingen 2013. (UTB 1830)
p.lit_kommentar Kompakte, aber nicht immer einfach zu lesende Einführung in das NT. Ich benutzte die 3. Auflage.
p.lit_angabe Hahn, Ferdinand: Theologie des Neuen Testamentes. 2 Bände: Die Vielfalt des Neuen Testamentes; Die Einheit des Neuen Testamentes. 3. Auflage. Tübingen 2011.
p.lit_kommentar Wenn man tifer einsteigen will. Gut gegliederte Darstellung der ntl. Theologie. Ich benutzte die 1. Auflage.
h2 Kommentare
p.lit_angabe Stuttgarter Kleiner Kommentar zu den Evangelien: Einbändige Sonderausgabe. 2. Auflage. Stuttgart 2011.
p.lit_kommentar
| Gut lesbarer Kommentar. Es gibt auch Hinweise zu Übersetzungsschwierigkeiten - die dann Predigtimpuls werden können.
| Die einzlenen Bibelstellen werden unterschiedlich intensiv behandelt; es wird vor allem auf das Gesamtverständnis Wert gelegt.
br
| Gute Exkurse zu Umwelt und zentralen Themen. Es rentiert sich oft, den Kommentar zu den Parallelstellen in den anderen Evangelien zu lesen,
| da dort evtl. eine Bibelstelle grundsätzlich intensiver behandelt wird oder zusätzliche Hinweise und Verstehenshorizonte gefunden werden können.
p.lit_angabe Ebner, Martin: Das Markusevangelium. Neu übersetzt und kommentiert. 4. Auflage. Stuttgart 2015.
p.lit_kommentar
| Eingangs werden die wichtigsten Themen der Einleitung in das NT vom gleichen Autor referiert. Dann folgt eine
| knappe Kommentiereung des Textes, die leider zu oft Themen nur anreißt und dadurch nicht immer wirklich zu verstehen ist,
| was der Autor meint - mindest, wenn man etwas ungeübter ist.
br
| Zum Teil wirkt dieser Kommentar wir eine Kurzfassung des Kommentars von Schenke, aber es werden auch eigene Akzente gesetzt, vor allem was die zeitgeschitlichen Bezüge anbelangt.
p.lit_angabe Schenke, Ludger: Das Markusevangelium. Literarische Eigenart - Text und Kommentierung. Stuttgart 2005.
p.lit_kommentar
| Ein nicht zu langer und nicht zu kurzer Kommentar, der sich gut lesen lässt. Vor allem interessant sind aber die zu den jeweiligen
| Abschnitten angeführten Rück- und Vorverweise etc. So kann man sich im <q>Koordinatensystem</q> des Markus gut zurechtfinden
| und daraus Impulse für die Predigt gewinnen, weil einem angezeigt wird, wie eine Stelle mit anderen zusammenhängt.
br
| Was mich besonders angesprochen hat ist die fein ausgearbeitete Gliederung und Anordnung im Evangelium. Schon daraus kann man viel lernen.
p.lit_angabe Gnilka, Joachim: Das Evangelium anch Markus. 2 Bände. (Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament [EKK] II/1+2).
p.lit_kommentar
| Sehr ausführlicher Kommentar. Sehr teuer: nicht für den <q>Hausgebrauch</q> gedacht! Dennoch rentiert es sich evtl. darin zu blättern,
| wenn man zu einer Stelle genauer nachschlagen will.
br
| Nicht kaufen, sondern Pfarrer fragen oder in die Bibliothek gehen. Manches ist auch überholt!
h2 Sonstige Literatur und Hilfsmittel
p.lit_angabe Das Markusevangelium. Bibel und Kirche 2/2011.
p.lit_kommentar
| Letztes Markus-Heft dieser Zeitschrift des Katholischen Bibelwerkes in Stuttgart.
br
| Sehr lesenswert, vor allem die Beiträge von Martin Ebner, Stefan Schreiber, Rupert Feneberg, Birgit Opielka und Detlev Dormeyer.
br
| Dass man leicht auf Irrwege kommen kann, wenn man das belegt sehen will, was man belegen will, und dabei nicht
| gründlich und wissenschaftlich genug arbeitet, zeigt der Beitrag von Butting/Minnaard ...
br
| Durchaus lesenwert ist auch der Beitrag von Wolfgang Wieland.
p.lit_angabe Schmid, Josef: Synopse der drei ersten Evangelien. Mit Beifügung der Johannes-Parallelen. Regensburg 2006.
p.lit_kommentar
| Die drei Evangelien nebeneinander, so dass man gut die Parallelen in den Evanglien vergleichen,
| Gemeinsamkeit und Unterschiede finden kann.
p.lit_angabe Theißen, Gerd; Merz, Annette: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch. 4. Auflage. Göttingen 2011.
p.lit_kommentar
| Stellt die Rückfrage nach dem <q>historischen Jesus</q>: Es geht also darum, hinter die Evangelien zurückzufragen,
| wer Jesus von Nazareth als Mensch war. Auf möglichst sachliche und verständliche Weise wird über die Ergebnisse
| der wissenschaftlichen Forschung zum historischen Jesus informiert. Jesu tiefe Verwurzelung im Judentum wie auch sein spezifisches Profil
| werden dargestellt. Abschließend wird der Weg von seinem Selbstverständnis, in Gottes Handeln eine entscheidende Rolle zu spielen,
| zur Verehrung seiner Peson als Messias und Gottessohn verständlich gemacht. Generell ein interessantes Buch, wenn man tiefer einsteigen möchte.
p.lit_angabe Laacher Messbuch 2018. Lesejahr B.
p.lit_kommentar
| Bietet Einführungen zu den Sonntagen und Hochfesten und Impulse zu den Schriftlesungen. Kann somit gut auch zum Schreiben der Predigt als Impulsgeber dienen.
+bottom_impulse_literatur("literatur")

View File

@@ -0,0 +1,49 @@
extends layout
include mixins
block content
+headline_base
li.breadcrumb-item.active Start
+footnote("Vgl. Dormeyer, Detlev: Vom zweiten wieder auf den ersten Platz. In: Bibel und Kirche 2/2011, 109-112.")
p
| Das Evangelium nach Markus stand <i>lange im Schatten der längeren andern drei Evangelien</i>,
| vor allem des Matthäus-Evangeliums, das beim Entstehen des Viererkanons der Evangelien im 2. Jahrhundert an die erste Stelle kam;
| Augustinus hielt das Markus-Evangelium gar für ein Exzerpt des Matthäus-Evangeliums.
p
| Als das Markus-Evangelium Ende des 18. Jahrhunderts und dann durch die <i>Zwei-Quellen-Theorie</i> seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
| <i>als ältestes Evangelium erkannt und anerkannt wurde</i>, hoffte man vor allem, mit seiner Hilfe die Rückfrage nach dem historischen Jesus vorantreiben zu können.
| Doch es wurde erkannt: <i>Keines der Evangelien</i>, auch das älteste nicht, <i>ist eine Biografie des Lebens Jesu</i> in unserem heutigen Sinn;
| der historische Jesus blickt uns aus keinem Evangelium unmittelbar an.
p
| Evangelien sind vielmehr <i><q>narrative Theologie</q></i>, also <q>erzählende Theologie</q>, die natürlich Anhalt hat am
| Leben und Wirken des historischen Jesus von Nazareth. Sie sind aber durch die <q>Brille</q> Ostern geschrieben
| und die Jesus-Traditionen werden der spezifischen Aussageabsicht des Evangelisten untergeordnet bzw. weiterentwickelt,
| ohne die Jesus-Tradition damit zu verfälschen.
p
| Markus hielt man lange für einen recht schlichten Sammler und Zusammensteller der alten Jesus-Traditionen,
| ohne dass er ein Gesamtkonzept entwickelt hätte. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene
| wissenschaftliche Methoden der Erforschung dieses Evangeliums kräftig gewandelt.
| <i>Markus wurde als Theologie entdeckt, der die Jesus-Tradition geschickt verarbeitet und auf einige Punkte zugespitzt hat.</i>
p
| Auch das Evangelium nach Markus ist mehr als die Summe der einzelnen Erzählungen und verarbeiteten Traditionen.
| Markus hat die ihm zur Verfügung stehenden Traditionen mit ganz bestimmten Intentionen eingebunden und angeordnet.
| Dabei hat er auch - im Sinne einer Aktualisierung von Jesus her auf seine Zeit und Probleme hin - in die Tradition eingegriffen.
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title="Einführung in das Evangelium nach Markus"
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b Einführung in das Evangelium nach Markus (Kurzfassung)
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a(href="https://www.halieus.de/bibelwissen/nt_ev_mk-gliederung.pdf", target="_blank") Ausführliche Gliederung (PDF)
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View File

@@ -0,0 +1,92 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
h1 Einführung in das Evangelium nach Markus
ol.breadcrumb
li.breadcrumb-item Theologische Grundgedanken
li.breadcrumb-item.active Ende ist Anfang
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 180-181.")
p.slide.nomarginbottom Das <b>Evanglium endet</b> - trotz Auferstehungsbotschaft - <b>in der Katastrophe</b>:
ul.nodisplay
li.slide Die Jünger sind geflohen.
li.slide Die Frauen richten die Auferstehungsbotschaft niemandem aus.
p.slide.nomarginbottom
b Wer also folgt der Verheißung des Jünglings im Grab, dass Jesus vorausgeht nach Galiläa und er sich dort sehen lässt?
p.slide
q
| Die beste Lösung des abrupten Schlusses eröffnet sind in rezeptionsästhetischer Sicht ...: Der Leser ist angesprochen.
| Er kann Jesus <q>sehen</q>, wenn er den Text des Evangeliums erneut liest, die sieben Wochen hinter Jesus her geht -
| und sich von ihm über die wahre Nachfolge <i>auf dem Weg</i> die Augen öffnen lässt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 164 (incl. Hervorhebung).")
p.slide.nomarginbottom So kann der <b>Schluss</b> des Markus-Evangeliums <b><i>in doppelter Hinsicht</i> Impuls an den Leser</b> sein und <b>zu einem Anfang werden</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Das Evangelium noch einmal - immer wieder! - von vorne lesen</i>,
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide um den Weg Jesu <i>immer besser und tiefer zu verstehen</i>,
li.slide ihn <i>für das eigene Leben anzueignen</i>
li.slide und aus ihm <i>Kraft schöpfen auf dem eigenen Weg der Nachfolge</i>.
li.slide <i>Das Evangelium von Jesus in Wort und Tat verkünden</i>
br
span.slide und so <i>in die Kommunikationslücke eintreten</i>, die durch die Flucht der Jünger und das Schweigen der Frauen entstanden ist.
p.slide.nomarginbottom Sicher kennen (auch) die (ersten) Leser des Markus-Evangeliums Erzählungen von Erscheinungen des Auferstandenen!
br
span.slide.small Nach 1 Kor 15 gehören sie ja auch zum Grundbetand der Glaubenstradition.
br
span.slide Gerade angesichts dessen ist das <b>Verschweigen der Erscheinungserzählungen</b> einerseits und der <b>Rückverweis auf Galiläa</b> andererseits <b>genial</b> und <i>passt ausgezeichnet zur gesamten Evangelienkomposition</i> des Markus:
ul.nodisplay
li.slide Die <i>nachösterliche Nachfolge</i> wird <i>rückgebunden an den vorösterlichen Ruf Jesu in die Nachfolge</i>, an das <q>hinter ihm her</q>, mit dem sein Wirken in Galiläa begann.
li.slide Dieses <i><q>hinter ihm her</q></i> wird dann <i>im Evangelium, der <q>fundierenden Geschichte</q></i> der Jesus-Nachfolge, vor allem <q>auf dem Weg</q> <i>näher expliziert</i>.
li.slide <i>In der ersten <q>Woche</q> in Galiläa wird der mit Jesu Auftreten verbundene Anbruch der Gottesherrschaft paradigmatisch durchgespielt:</i>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Jesus beginnt</b> eine <b>neue Sammlungsbewegung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie besteht aus Menschen, die <i><q>hinter ihm her</q></i> gehen.
br
span.slide Denn diese Nachfolge-Gemeinschaft <i>eignet sich die Lehre <q>auf dem Weg</q> an und praktiziert sie</i>.
li.slide Dabei ist <i>im Menschenfischerwort der nachösterliche Missionsauftrag enthalten</i>.
li.slide Die <b>Lehre, die die Dämonen bannt</b> und die zunächst nicht inhaltlich näher bestimmt wurde, <b>ist die Lehre <q>auf dem Weg</q></b>.
br
span.slide
| Sie besiegt - je neu - den Satan, der von Jesus schon <q>ein für alle Mal</q> besiegt ist (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Versuchungsgeschichte; Kreuz).
li.slide Diese Lehre <b>richtet den Menschen auf zum Dienst aneinander</b>.
br
span.slide Das Aufrichten der Schwiegermutter des Petrus und ihr darauffolgender Dienst an Jesus und den Jüngern ist die <i>Mitte der ersten <q>Woche</q></i>!
p.slide.nomarginbottom
| Das fluchtartige Verlassen des Grabes durch die Frauen und ihr Schweigen sind für den Leser wie ein <q>Hier geht's nicht weiter!</q>
br
span.slide Und der Jüngling im Grab <q>beschildert</q> die Umleitung: <q>Nach Galiläa!</q>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading In Galiläa Jesus <q>sehen</q>
p.slide.nomarginbottom
b Nicht der Blick auf den Auferstandenen ist die Krönung des Evangeliums, sondern - gerade von der Auferstehung Jesu her - sein Ruf in die Nachfolge und damit verbunden das Gehen auf dem Weg <q>hinter Jesus her</q> - mit allem was dazugehört.
p.slide.nomarginbottom Damit wird deutlich eingeschärft, was Jesu programmatischer Ruf am Anfang seines Wirkens war und ist:
br
i Das Reich Gottes ist angebrochen, hier auf dieser Erde.
br
i Und das muss Konsequenzen haben, hier auf dieser Erde.
p.slide
| Wie bei der Erzählung von der Verklärung Jesu müssen die Leser vom vermeintlichen Höhepunkt <q>herabsteigen</q>,
| den Weg des Menschensohnes bedenken und zusehen, dass sie - anders als die Jünger vor Ostern -
| auf dem eigenen Weg der Nachfolge nicht versagen.
+bottom_theologische_grundgedanken("ende_anfang")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,121 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Theologische Grundgedanken")
q
| Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, eines Sohnes eines Gottes
span
|
| (Mk 1,1)
h2.slide
q Evangelium ... eines Sohnes eines Gottes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 176-177.")
p.nomarginbottom.slide
| Warum Markus - im Gegensatz zu Matthäus und Lukas - sein Werk <i>Evangelium</i> nennt,
| dafür gibt es mehrere Erklärungsversuche, die sich auch ergänzen mögen.
br
span.slide Interessant ist ein <b><i>zeitgeschichtlicher</i> Erklärungsversuch</b>:
ul.nodisplay
li.slide Mk 1,14-15 (<q>Das Reich Gottes ist [zum Greifen] nahe</q>) <span class="oi oi-arrow-right"></span> <i>Anbruch der Gottesherrschaft</i>.
li.slide Als Markus sein Evangelium schreibt, da ist im römischen Reich gerade die <i>Herrschaft eines neuen Kaisers angebrochen</i>.
ul.nodisplay
li.slide
| 68 n. Chr.: Tod Kaiser Neros
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| bürgerkriegsartige Wirren im römischen Reich; ständig mobilisieren neue Kandidaten ihre Legionen, um Anspruch auf den Kaiserthron zu erheben.
li.slide 69 n. Chr.: <b>Evangelien</b> aus dem Osten treffen in Rom ein:
br
span.slide <b>General Vespasian</b> - gerade mit seinen Truppen in Palästina - ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
li.slide
| Nach dem <b>Sieg über die Gegner</b> in Rom und die <b>Anerkennung seiner Wahl</b> durch den Senat gehen diese <b>Evangelien</b> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
p.nomarginbottom.slide Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund erscheinen auch andere <b>Erzählzüge im Evangelium in einem neuen Licht</b>:
ul.nodisplay
li.slide
| Wie es Markus von Jesus erzählt, <q>wirkte</q> Vespasian <i>zunächst in Galiläa</i> und zog <i>dann von Cäsarea Philippi aus Schritt für Schritt nach Jerusalem</i> - natürlich mit ganz anderer Absicht.
li.slide Markus gebraucht in seinem Evanglium zweimal die Wendung <q>Sohn eines Gottes</q> für Jesus:
ul.nodisplay
li.slide <i>Am Anfang seines Evangeliums</i>: <i><q>eines Sohnes eines Gottes</q></i>.
li.slide <i>Als Jesus stirbt</i>, spricht der römische (!) Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war <i>ein Sohn eines Gottes</i></q> (Mk 15,39).
p.slide.nomarginbottom
span Markus schreibt nicht <q>des Sohnes Gottes</q> und nicht <q>war Gottes Sohn</q>; er gebraucht jeweils die artikellose Form!
br
span.slide.small Die Übersetzungen - selbst die <q>wörtlichen</q> - sind hier in der Regel nicht korrekt!
p.slide.nomarginbottom <q>Sohn eines Gottes</q> aber ist <i>im römischen Reich Kaisertitulatur</i> zu Lebzeiten eines Kaisers.
br
span.slide.small Bei Vespasian - dessen Vater ja nicht schon Kaiser war und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war - war das zwar nicht auf Anhieb so, aber auch er hat diesen Titel <q>Sohn eines Gottes</q> für sich beansprucht.
p.nomarginbottom.slide
b Markus setzt also Person und Weg von Vespasian und Jesus zueinander in Beziehung.
br
span.slide Und mit dem Bekenntnis des römischen Hauptmannes unter der Kreuz geschieht eine gewaltige Umwertung:
p.slide
i Der Titel für den mächtigsten Mann, den <q>Ersten</q> - den Kaiser -, wird auf den übertragen, der nach göttlichem Ratschluss als Messias der <q>Letzte</q> von allen wurde und den schändlichen Kreuzestod starb.
p.slide So erklärt sich, dass Markus sein Evangelium schon mit diesem Titel des Ersten der damaligen Zeit beginnt:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Bei euch aber soll es anders sein ...</q> (Mk 10,43)
p.nomarginbottom
b
| Den
|
q <q>Evangelien</q> vom Herrschaftsantritt Vespasians als römischen Kaiser wird im MkEv das Evangelium vom Beginn der Gottesherrschaft, wie es von Jesus proklamiert wird, entgegengesetzt.
span.footnote(data-trigger="tooltip", title="Ebner, Einleitung 176.")
br
spans.slide Das <q><i>Du</i> bist gemein geliebter Sohn, an <i>dir</i> habe ich Wohlgefallen gefunden.</q> (Mk 1,11) und <q><i>Dieser</i> ist mein gelieber Sohn; auf <i>ihn</i> sollt ihr hören!</q> bekommt dadurch eine ganz eigene Note!
br
b.slide Denn: Jesus ist der <q>Erste</q>, der <q>Letzter</q> wurde.
br
span.slide Das ist das Evangelium, das Markus erzählt.
br
span.slide Das ist das Evangelium, auf das zu hören ist, das also - in der Nachfolge Jesu - im eigenen Leben Anwendung finden will.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") <u>Anfang</u> des Evangeliums Jesu Christi
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Schenke, Markus 44.")
p.nomarginbottom.slide Markus beginnt sein Werk nicht mit <q>Evangelium Jesu Christi</q>, sondern stellt noch <q>Anfang</q> davor.
p.slide.small Dieses Wort bezieht sich wahrscheinlich auf das ganze Werk des Markus, nicht nur auf die ersten Verse, und damit auf das irdische Wirken Jesu insgesamt bis hin zu Tod und Auferstehung.
p.nomarginbottom.slide <b>Anfang</b> - bzw. das griechische Wort, das hier zugrunde liegt - <b>hat</b> einen <b>doppelten Sinn</b>!
ul.nodisplay
li.slide <b>Zeitlicher Anfang</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide In der <i>Verkündigung, im Leben, Sterben und Auferstehn Jesu</i> nimmt das Evangelium seinen <i>zeitlichen Anfang</i>.
li.slide <i>Es setzt sich fort in der nachösterlichen Verkündigung</i>, in der Zeit also, auf die das Evangelium schon blickt (Mk 13,10; 14,9), und die die Zeit ist, in der die Adressaten des Markusevangeliums leben.
br
span.slide Sie leben sozusagen in der <q>Fortsetzung</q> dessen, was mit Jesus seinen Anfang genommen hat.
li.slide <b>Grund und Ursprung</b>
p.slide.nomarginbottom Gerade für die Zeit, in der die Leser seines Werkes leben, erzählt Markus von <i>Grund und Ursprung</i> der Verkündigung und des Lebens in der Nachfolge Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Markus erzählt den <i>normativen Anfang</i>, die <i>fundierende Geschichte</i>.
li.slide An ihm/ihr hat sich zu <i>messen, ob das, was als Evangelium Jesu gelebt bzw. verkündet wird, auch tatsächlich dieses Prädikat verdient!</i>
li.slide
| In diesem Sinne lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
|
span.slide
q Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
span
|
| (Mk 8,34)
br
span.slide <i>Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.</i>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Mehr als ein Blick in die Vergangenheit
p.nomarginbottom
b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die <q>fundierende Geschichte</q> für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
+bottom_theologische_grundgedanken("evangelium")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,219 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Theologische Grundgedanken")
span Aufbruch zu den Heiden
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 160-162.")
p.slide Im zweiten Teil des zweiten Hauptteils, dem <b>Galiläa-Teil</b> des Evangeliums, unternimmt Jesus immer wieder <b>Fahrten an das gegenüberliegende Ufer</b>.
p.slide.nomarginbottom Diese Fahrten zeichnen sich durch diverse Eigenheiten aus:
ul.nodisplay
li.slide Sie sind <i>nicht wirklich auf einer Landkarte nachzuvollziehen</i>:
ul.nodisplay
li.slide Gerasa - dorthin geht die erste Reise - liegt 50 km entfernt vom See.
li.slide Betsaida ist nur wenige Kilometer von Kafarnaum entfernt - da wäre die Reise zu Fuß die sinnvollere Variante.
li.slide Die <i>ersten beiden Hinfahrten machen deutliche Probleme</i>
br
span.slide die Rückfahrten dagegen gelingen ohne jegliche Schwierigkeiten.
br
span.slide Interessant sind die genannten <i>Gründe für die Probleme bei der Hinfahrt</i>;
br
span.slide die <q>Wetterphänomene</q> sind offenbar für Markus Symbole für realgeschichtliche Probleme bei der Heidenmission:
ul.nodisplay
li.slide Erste Überfahrt: <i>Seesturm</i>
br
span.slide
q In der mythischen Denkwelt der Antike können die widrigen Winde als dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter verstanden werden, die die Ankunft des Jesusbootes in ihrem Gebiet verhindern wollen.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160-161.")
br
span.slide
| Real-Geschichtlicher Hintergrund: Widerstände gegen die Heidenmission von heidnischer Seite;
br
span.slide konkret vor allem wohl die Verfolgung unter Kaiser Nero mit vielen Toten.
li.slide Zweite Überfahrt: <i>Gegenwind</i>
br
span.slide Der führt dazu, dass die Überfahrt ganz scheitert und der Landweg angetreten werden muss: Jesus <q>umgeht</q> den See Gennesaret.
br
span.slide
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird das Thema <q>Rein und Unrein</q> vor allem im Hinblick auf die jüdischen Speisevorschriften thematisiert.
| Ein zentrales Thema in der Frage nach Zulassung von Heiden zur Glaubensgemeinschaft der Christen.
br
span.slide
| Ist das der realgeschichtliche Hintergrund des erzählten <q>Gegenwindes</q>?:
| Die Haltung strenger Judenchristen, die die Heiden zur
| Befolung der Speisevorschriften verpflichten wollen - was allerdings einer wirklichen
| <i>Heiden</i>mission im Weg steht.
br
span.slide.small Schon bei der ersten Überfahrt war dieses Thema angeschnitten worden, wird die Heilung nach der
| Überfahrt doch sehr eigenwillig gestaltet:
ul.nodisplay.small
li.slide <b>In Gerasa</b> angekommen, <b>steigt nur Jesus aus</b> und später wieder ein (Mk 5,2.15) - die Jünger betreten das Heidenland nicht!
li.slide Die <b>Dämonen</b> werden <b>in</b> eine <b>Schweineherge verbannt</b>.
li.slide Diese <b>stürtz dann mit den Dämonen ins Meer</b> - in den Untergang.
li.slide <i>Hintergrund</i>: Schweine waren/sind die von den Juden am meisten verhassten Tiere.
li.slide
i
b Die Austreibung der Dämonen kann also als (Versuch der) Reinigung des Heidenlandes durch Jesus verstanden werden.
li.slide Doch <i>so</i> kann Jesus keinen Fuß fassen: Jesus wird wieder weggeschickt.
ul.nodisplay
li.slide <i>Vordergründig</i>: Wirtschaftlicher Schaden durch die Vernichtung der Schweineherde.
li.slide <i>Hintergründig</i>: Die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften, die den Heiden fremd sind, stehen der Heidenmission im Weg.
li.slide Die ganze Sache mit den Überfahrten wird verständlicher, wenn man begriffen hat:
br
span.slide <i>die Reisenotizen sind im Sinne einer <b>religiösen Landschaftskarte</b> zu interpretieren</i>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Westliches Ufer</i>: hier leben <i>Juden</i>.
li.slide <i>Östliches Ufer</i>: hier leben <i>Heiden</i>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der See Gennesaret symbolisiert die Trennlinie zwischen Juden und Heiden
p.nomarginbottom
b
| Ihre unverrückbare Basis ist der jüdische Monotheismus, der Glaube an den einen einzigen Gott Israels,
| der das Judentum vom Heidentum unterscheidet.
br
| Im konkreten Alltag manifestiert sich diese Trennlinie besonders in den jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
br
| In diesem Abschnitt des Evangeliums setzt sich Markus mit den Problemen und Fragen auseinander,
| die die Überquerung dieser Trennline in der Verkündigung des Evangelums mit sich bringt.
br
i Konkret:
ul.nomarginbottom
li Ist die Heidenmission im Sinne Jesu?
li Gehen wir dabei nicht unter? (angesichts von Verfolgungen und den Auseinandersetzungen unter Christen, die es dabei gibt!)
li Reicht das Bekenntnis zu Jesus als Christus und zum einen und einzigen Gott Israels (Monotheismus) aus, oder müssen Heiden auch auf andere Dinge - wie vor allem das jüdische Gesetz - verpflichtet werden?
p.slide.nomarginbottom
b Aussagen der Erzählungen (insgesamt in diesem Teil des Evangeliums)
ul.nodisplay
li.slide Erste Überfahrt
ul.nodisplay
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading In Jesus sind die dämonischen Chaosmächte besiegt
p.nomarginbottom.slide
i
| Die trotz des Aufbäumens der dämonischen Chaosmächte der heidnischen Götter gelungene Überfahrt
| zeigt Jesus als Besieger der heidnischen Götter.
br
span.slide
| Jesus als Sieger über die heidnischen Chaosmächte/Gotter wird die Kirche vor dem Untergang bewahren
| - sein passives Verhalten, das die Angst vor dem Untergang verstärken kann, ist keine Schwäche sondern
| <q>nur</q> Duldung.
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading Die Heidenmission geht auf Jesus selbst zurück und entspricht seinem Auftrag.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| Auch wenn er das Land nach der ersten Überfahrt und der Heilung dort gleich wieder verlassen muss
| wird doch der erste Heidenmissionar berufen (noch vor der Aussendung der Zwölf!).
li.slide
i
q Geh nach Hause und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.
|
| (Mk 5,19)
li.slide <b>Diese Sendung</b> ist dem Evangelisten Markus <b>besonders wichtig</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Der ganze Block <q>erste Überfahrt ins Heidengebiet</q> ist der <b>Mittelteil der dritten <q>Woche</q></b>!
li.slide Das bedeutet auch: Die <b>Aussendung des geheilten Heiden</b> erfolgt <b>genau zwischen</b> der Erzählung von der <b>Wahl der Zwölf</b> einerseits <b>und ihrer Aussendung</b> andererseits.
li.slide Zweite Überfahrt
ul.nodisplay
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading Freiheit vom jüdischen Gesetz
p.slide.nomarginbottom
i Die Heidenmission ist nicht an die Vorschriften des jüdischen Gesetzes gebunden, was Speise- und Reinheitsvorschriften anbelangt.
br
span.slide Das <q>Umgehen</q> des Sees auf dem Landweg in die Dekapolis hat vor diesem Hintergrund einen tieferen Sinn:
br
span.slide
i Jesus <q>umgeht</q> die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| <i>Hintergrund:</i>
| Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach Ostern gab es heftige Auseinandersetzungen
| zwischen Judenchristen, die für die gesetzesfreie Heidenmission offen waren, und besonders Thora-treuen Judenchristen,
| die die zum christlichen Glauben gekommenen Heiden auf das jüdische Gesetz mit seinen Reinheits- und Speisevorschriften verpflichten wollten.
li.slide Mit dem Landweg, über den Jesus dann nach der gescheiterten Fahrt doch im Heidenland ankommt - dem Ziel der Überfahrt -, <b>umgeht Jesus die durch den See Gennesaret gezogene Linie zwischen Juden und Heiden</b> ganz anschaulich!
li.slide Wie Jesus den See Gennesaret umgeht, so darf man <b>in seiner Nachfolge die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften umgehen</b>.
li.slide <b>Brücke zu den Heiden</b> sind seine <b>theologischen Ausführungen zu Rein und Unrein</b>.
li.slide Es ist sicher auch kein Zufall, dass diese Ausführungen genau zwischen den beiden Speisungen - im Juden- und dann im Heidengebiet - angesiedelt sind!
li.slide
b Abschließend zu <q>rein und unrein</q>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die aus dem Kult stammende Unterscheidung von Rein und Unrein im Hinblick auf Nahrung, Reinigung bestimmter Gegenstände, bestimmten Krankheiten etc. wird zwar zurückgewiesen.
br
span.slide Damit ist der Weg zu den Heiden geöffnet.
li.slide Dennoch wird auch weiterhin zwischen Rein und Unrein unterschieden, doch diese Unterscheidung wird <i>ethisch qualifiziert</i>:
br
span.slide
i Mk 7,14-16:
br
q
| Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
| Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading Heilsgeschichtlicher Vorrang der Juden
p.slide.nomarginbottom Das ist der Ertrag des eigenwilligen Dialoges zwischen Jesus und der heidnischen Frau, die um Heilung ihrer Tochter bittet.
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading Jesus öffnet den Heiden Ohren und Mund für den Glauben an den einen einzigen Gott Israels
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Rein äußerlich: Jesus heilt nicht anders als die heidnischen Wunderheiler.
li.slide Tiefer geschaut: Heilung des Taubstummen <i>im Heidenland</i>:
br
span.slide <i>Das Wort des Gottes Israels hören und den Glauben an ihn bekennen</i>, dazu öffnet Jesus dem Heiden Ohren und Mund.
li.slide Dieses Heilungwunder Jesu hat <i>grundsätzliche Bedeutung</i>:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die umstehenden Menschen - wohl als Heiden vorzustellen! - stimmen in das Lob des Gottes Israels mit biblischen Worten ein:
|
q Er [= Jesus] hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
|
| (Mk 7,37)
br
span.slide
| Damit wird einerseits Gen 1,31 aufgegriffen (<q>Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.</q>),
| andererseits Jes 35,5-6 (Kontext: Verheißung des messiansichen Heils; <q>die Ohren der Tauben sind wieder offen, ... die Zunge des Stummen jauchzt auf</q>).
li.slide
| Mehr aber noch: Vom Anklang an die Schöpfungserzählung her bekommt das beschriebene Heilungshandeln Jesu einen bemerkenswerten Akzent:
| In der zweiten Schöpfungserzählung wird der Mensch aus Erde/Ton vom Ackerboden geform. Nun stelle man sich einen Töpfer vor,
| der bei der Durchsicht seiner Figuren feststellt, dass bei einem Exemplar die Ohren und der Mund nicht <q>passen</q>: Er
| macht seinen Finger feucht und drückt nochmal hin ... - nichts anderes tut Jesus.
br
span.slide Auch begegnet das Schema <q>Wort <span class="oi oi-arrow-right"></span> Geschehen</q>: <q>Effata</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> sofortiges Öffnen von Mund und Ohren
li.slide
i Die Erzählung bringt damit insgesamt zum Ausdruck:
br
span.slide
b
i Jesus ist nicht nur der Messias Israels, sondern auch der Heiden!
br
span.slide
b
i In Jesus handelt der Schöpfer neu-schöpferisch an den Heiden: er öffnet ihnen, die bisher für ihn verschlossen waren, die Ohren für das Evangelium und den Mund zum Bekenntnis an ihn.
li.slide
.alert.alert-primary
h4.alert-heading Heidenchristen sind zur Tischgemeinschaft mit Jesus zugelassen
p.nomarginbottom.slide
i Jesus hat Tischgemeinschaft mit den Heiden - also darf es auch nach Ostern Tischgemeinschaft mit ihnen geben.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Diese Tischgemeinschaft ist die Krönung des Wirkens Jesu unter den Heiden.
li.slide Analog zu seinem Wirken unter den Juden in Galiläa - auch dort ist die Speisung (hier der 5000) der Höhepunkt.
li.slide
i Durch diese vorösterliche Tischgemeinschaft Jesu mit den Heiden ist für die Zeit nach Ostern der Weg zur Tischgemeinschaft zwischen Judenchristen und Heidenchristen frei.
+bottom_theologische_grundgedanken("heidenmission")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,338 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Theologische Grundgedanken")
span <q>Auf dem Weg</q> lernen, was Jesus-Nachfolge heißt
p.slide.nomarginbottom Der Teil <q><b>Auf dem Weg</b></q> wird <b>durch die Gliederung besonders hervorgehoben</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mittelteil</b> des Evangeliums
li.slide(data-slideslave=".gliederung-blindenheilungen") <b>Blindenheilungen</b> davor und am Ende
li.slide(data-slideslave=".gliederung-petrusbekenntnis") Erste Erzählung: <b>Petrusbekenntnis</b>
li.slide(data-slideslave=".gliederung-programmatisch") <b>Programmatischer Schlusssatz</b> (vor Blindenheilung)
p.slide(data-slideslave=".gliederung-leidensank") Besonders stechen <q>Auf dem Weg</q> die <b>drei Leidensankündigungen</b> (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34) hervor. Ihnen folgt jeweils ein <i>Schülerunverständnis</i> und eine darauf aufbauende <i>Schülerbelehrung</i> Jesu.
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay
p.nomarginbottom
b Blindenheilung
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay(style="background-color: bisque;")
p.nomarginbottom
b Mittelteil des Evangeliums: <q>Auf dem Weg</q>
.viewbox.gliederung-petrusbekenntnis.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Petrusbekenntnis: Jesus ist der Messias
.viewbox.gliederung-leidensank.nodisplay.konzentrisch-3
p.nomarginbottom
b Drei Leidensankündigungen, jeweils gefolgt von Jüngerunverständnis und darauf aufbauender Schülerbelehrung durch Jesus
.viewbox.gliederung-programmatisch.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Programmatischer Satz
span
|
q Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| Mk (10,45).
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay
p.nomarginbottom
b Blindenheilung
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Das Messias-Bekenntnis des Petrus und die erste Leidensankündigung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159.")
p.slide.nomarginbottom
b Messias-Bekenntnis des Petrus
ul.nodisplay
li.slide <i>Eröffnung und Überschrift des Mittelteils</i>: <b>Jesus ist der Messias</b>
li.slide <i>Von Jesus nicht direkt zurückgewiesen!</i>
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b Indirekter Widerspruch durch Jesus
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li.slide <i>Jesus verbietet</i>, mit irgendjemand <i>über ihn</i> - also dieses Bekenntnis - <i>zu sprechen</i>.
li.slide <i>Erste Leidensankündigung</i>: <q>der Menschensohn müsse vieles erleiden und ... verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.</q> (Mk 8,31)
li.slide
| <i>Kontrast zu der üblichen Messiasvorstellung</i>:
|
q Der Titel <q>Messias</q> setzt auf dem Hintergrund jüdischer Traditionen die Erwartung eines könglichen Herrschers frei, der seine Feinde vertreibt und demonstrativ in seine Königsstadt einzieht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 159.")
li.slide <i>Umbiegung des Messias-Titels auf Jesus</i>: <b>Korrektur der üblichen Messiasvorstellung</b>
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li.slide Jesus <i>ist</i> der Messias - das wird auch die Verklärung bestätigen!
li.slide Jesus ist <i>anders</i> Messias als erwartet: Sein Weg führt nicht auf den Königsthron in Jerusalm - nachdem er seine Gegner und vor allem die Römer besiegt hätte -, sondern durch Leiden und Tod zur Auferstehung.
li.slide Dieses andere Messias-Sein Jesu sollen die Jünger <i>auf dem Weg verinnerlichen</i> - zusammen mit den Folgen, die dies für die Jesus-Nachfolge haben muss.
p.slide.nomarginbottom Dieses andere Messias-Bild löst - fast logischerweise! - Widerspruch aus:
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b Widerspruch des Petrus (<q>Jüngerunverständnis</q>)
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li.slide Petrus denkt von der üblichen Messiasvorstellung her.
li.slide Er kann den angekündigten Weg Jesu mit seiner Vorstellung - seiner Hoffnung! - vom Messias nicht vereinbaren.
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus I
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li.slide Jesus <q>herrscht Petrus an</q> - so begegnet Jesus normalerweise nur Dämonen.
li.slide Jesus weist Petrus scharf zurecht: <q>Hinter mich, Satan!</q>
br
span.small
| <i>Wichtig</i>: Es heißt hier <i>nicht</i>: <q>Weg mit dir, Satan!</q>, wie etwa auch in der alten Einheitsübersetzung!
| Es geht hier nicht um die Verstoßung des Petrus durch Jesus, sondern darum, dass Petrus mit seiner Ablehnung des angekündigten Weges Jesu aus der Nachfolge
| herausgefallen ist; und Jesus fordert ihn auf, wieder in diese Nachfolge einzutreten, hinter Jesus herzugehen auf seinem Weg -
| mit praktisch der gleichen Wendung, mit der Jesus den Petrus einst berufen hatte!
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus II (<q>Jüngerbelehrung</q>)
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li.slide
| Belehrung der Jünger und der Volksmenge:
|
i
q Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
|
| (Mk 8,34-35)
li.slide Bedeutung innerhalb der Evangelienerzählung: Für <b>Petrus</b> hätte das bedeutet, dann, als es kritisch wurde im Hof des Hohepriesters während der Verhandlung Jesu, <i>nicht Jesus, sondern sich selbst</i> zu <i>verleugnen</i>, sich also zu Jesus zu bekennen und die Folgen zu tragen.
li.slide Generelle Bedeutung in der Zeit der Verkündigung des Evangeliums (<q>um des Evangeliums willen</q>!) - gerade angesichts von Verfolgung und Nachteilen im Leben, bis hin zur letzten Konsequenz.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Zweifache Ergänzung des Messias-Bekenntnisses mit fundamentaler Wichtigkeit
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li.slide
b Jesu <q>Königsweg</q> ist ein Weg, der durch Leiden und Kreuz führt und gerade so zur Auferstehung.
li.slide
b Jesu Weg muss sich auswirken auf das Verhalten all derer, die ihm nachfolgen: Glaubenslehre (Messias, sein Leiden, Sterben, Auferstehn) und Glaubenspraxis in der Jesus-Nachfolge werden unlösbar miteinander verbunden.
p.slide Gerade um Letzteres zu lernen, wiederholen sich Leidensankündigung, Jüngerunverständnis und Jüngerbelehrung noch zweimal mit konkreter Anwendung.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Verklärung Jesu
p.nomarginbottom.slide Vor ausgewählten Zeugen erscheint Jesus in strahlend-weißem Licht. <i><q>Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke [= Stimme Gottes]: <q>Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.</q></q></i> (Mk 9,7)
p.nomarginbottom.slide Die Verkärung Jesu kann verstanden werden als:
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li.slide
i Himmlische/Göttliche Bestätigung des Messiasbekenntnisses des Petrus: Ja, Jesus ist Gottes Sohn und damit der Messias.
li.slide
i Himmlische/Göttliche Legitimation dessen, was Jesus seine Jünger lehrt, besonders in diesem Mittelteil des Evangeliums bezüglich seines Weges und des Nachfolge-Weges des Jünger.
p.nomarginbottom.slide Dabei spielen Mose und Elija eine Rolle:
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li.slide <b>Mose</b>
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li.slide Dtn 18,15: <q>Einen Propheten wie mich [= Mose] wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. <i>Auf ihn sollt ihr hören</i>.</q>
li.slide Jesus wird als <q><b>neuer Mose</b></q> gezeichnet, der den Willen Gottes gültig verkündet und auf den es zu hören gilt.
li.slide Dies gilt vor allem auch für die <q>auf dem Weg</q> erteilte Lehre Jesu für seine Nachfolger, die damit göttlich legitimiert wird.
li.slide <b>Elija</b>
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li.slide Elija gilt nach 1 Kön als in den Himmel entrückt.
li.slide Es gab (und gibt im Judentum noch heute!) die Erwartung, dass Elija vor dem großen Endgericht Gottes bzw. als Vorläufer des Messias kommen würde.
li.slide Wenn aber Jesus der Messias ist, wo ist dann Elija? Hätte der nicht schon da sein müssen?
li.slide Mehr noch: Wenn der wiedergekommene Elija mit seinem Auftrag gemäß Mal 3,23-24 - nämlich das Volk Israel auf das Gericht Gottes vorzubereiten, sodass es bestehen kann - erfolgreich sein würde - und das ist doch biblische Verheißung! - wie kann dann der Messias leiden müssen?
li.slide Diesen Gedanken spielt Markus geschickt ein und gibt dann im Munde Jesu die Erklärung:
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li.slide
| <q>Elija</q>
| wird mit Johannes dem Täufer identifiziert, der bereits gewaltsam aus der Welt geschafft wurde
| - ein Schicksal, wie es Jesus als dem Messias und Menschensohn noch blühen würde.
li.slide Damit wird die Vorstellung, Elija stelle alles wieder her, würde also erfolgreich sein mit seinem Auftrag, korrigiert.
li.slide
| Diese Korrektur geschieht im Blick auf das reale Geschick Johannes des Täufers und Jesu, wie es aus christlicher Sicht in der Bibel Israels vorgezeichnet ist
| (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Prophetenschicksale, Gottesknecht, leidender Gerechter [Weish 2]).
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite und dritte Leidensankündigung Jesu und die Konsequenzen für die Nachfolge
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159-160.")
p.slide Mit den zwei weiteren Leidensankündigungen wird ein direktes, beispielhaftes Fehlverhalten der Jünger verbunden; darauf geht Jesus jeweils ein und lehrt Konsequenzen seines Passionsweges für das Verhalten der Jünger in seiner Nachfolge.
p.slide.nomarginbottom
b
| Zweite Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Rangstreit der Jünger (<q>Größter sein</q>)
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li.slide Jesus reagiert in lehrender Pose: er setzt sich.
li.slide
i
q Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
|
| (Mk 9,35)
li.slide <i>Veranschaulichung</i>: Jesus stellt ein Kind in die Mitte und spricht von der Aufnahme von (Waisen-)Kindern.
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li.slide Es geht um den Dienst an den nicht nur im körperlichen Sinne Kleinen und Bedürftigen.
li.slide Mit ihnen solidarisiert sich Jesus: <q>Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf ...</q> (Mk 9,37)
li.slide <i>Test der Transferleistung der Jünger</i> - die fallen durch:
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li.slide Als man Kinder zu Jesus bringt, damit er sie segnet, weisen die Jünger die Leute mit ihren Kindern schroff ab.
li.slide Jesus kritisiert dies scharf und macht wieder grundsätzliche Aussagen: <q>Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.</q> (Mk 10,15)
br
span.slide
i
q Wie die Kinder werden
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li.slide Kinder haben (noch) nichts:
br
i Verzicht auf materielle Sicherheiten.
li.slide Kinder werden - da <q>Kleinste</q> - gerne als Diener eingesetzt:
br
i Diener der <q>Kleinsten</q> und <q>Letzten</q> der Gesellschaft werden.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 0px;")
b Den (nicht nur im körperlichen Sinne) Kleinen, den Bedürftigen, den Letzten gehört das Reich Gottes.
br
b
i Wer nicht bereit ist, mit ihnen den Platz zu tauschen und ihr Diener zu werden, dem ist der Weg in das Reich Gottes versperrt.
span.slide.small Eine <i>beispielhafte Bebilderung</i> dazu findet sich in der <i>Erzählung von der Aussendung der Zwölf</i>
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li.slide
| Die Jünger sollen <i>auf alle materiellen Sicherheiten verzichten</i>.
|
span.small Dass dies nicht bedeutet, ins materielle Nichts zu fallen, stellt Jesus auf die Anfrage des Petrus in Mk 10,28-31 klar: man findet Halt in der Solidarität der Schwestern und Brüder, die untereinander teilen.
li.slide Jesus gibt den Jüngern die Vollmacht über die unreinen Geister, also die <i>Vollmacht, alle Unterdrückten und Beladenen von ihrer Last zu befreien</i>.
li.slide Und genau dies tun die Jünger nach Mk 6,13: <q>Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie</q>, das heißt, sie wandten sich den Kleinen und Geringen und Außenseitern, den <q>Letzten</q> der Gesellschaft zu.
p.slide.nomarginbottom
b
| Dritte Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Plätze ganz oben haben (links und rechts von Jesus) (<q>Herrschen</q>) [Zebedäus-Söhne]
ul.nodisplay
li.slide Wer diese Plätze bekommt, das entscheidet Gott.
br
span.small.slide Und hat nicht die Verklärung gezeigt, wer diese Plätze bekommt/schon hat?
li.slide Grundsätzliche Lehre zum Thema Dienen und Herrschen (Vertiefung der bisherigen Aussagen nach dem Rangstreit der Jünger):
br
span.slide
i Nicht Herrschen und Unterdrücken - wie es die Mächtigen so tun - sondern Dienen und Sklave sein soll die Nachfolger Jesu prägen.
p.nomarginbottom.slide <b>Begründung</b> letztlich der ganzen Lehre <q>auf dem Weg</q><b>:</b>
br
q
b Denn auch der Menschensohn | ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen | und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| (Mk 10,45).
ul.nodisplay
li.slide Als letzter Satz vor der den Mittelteil abschließenden Blindenheilung besonders gewichtig.
li.slide Das Wirken Jesu insgesamt und besonders sein Weg ans Kreuz werden <i>verallgemeinert</i> zum <i>Weg des Dienens</i>, des dienenden Daseins für andere.
li.slide
i Dieser Weg des Dienens, den Jesus beschritten hat, der muss auch der Nachfolge-Weg <u>aller</u> Jünger sein! Auch sie sollen ihren Mitmenschen, besonders den <q>Kleinen</q> und <q>Geringen</q>, den <q>Letzten</q> in einer Gesellschaft, dienen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Wer der Erlösung teilhaftig werden will, der ist auf den Weg des Dienens gestellt
p.nomarginbottom
b
| Erlösungslehre und Mahnung, den Weg Jesu als Weg des Dienens nachzugehen, sind aufs Engste miteinander verknüpft.
p.slide.nomarginbottom
b Blindenheilung - ein erneuter Test, bei dem die Jünger aber erneut versagen
ul.nodisplay
li.slide Analog zur Episode mit den Kindern, die von den Jüngern abgewiesen wurden.
br
span.small.slide
| Die Parallelität wird noch deutlicher, wenn man bemerkt, dass von Markus im Griechischen für das
| Zurückweisen der Leute mit ihren Kindern das gleiche Wort benutzt ist, wie für den Versuch der Vielen,
| Bartimäus zum Schweigen zu bringen.
br
span.small.slide Und dieses Wörtchen ist <q>epitimao</q>: <q>tadeln, schelten</q>. Die Grundform <q>timao</q> dagegen bedeutet <q>schätzen, ehren</q>.
br
span Die Anklänge an den Namen <q>Bartimäus</q> dürften im Griechischen nicht überhörbar sein;
br
span zumal angegeben wird, was dieser Name bedeutet: <q>Sohn des Timäus</q> (<q>Bar</q> = <q>Sohn</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> Kind)
br
span
i Bartimäus ist <u>Inbegriff</u> der Kleinen, die eigentlich geehrt werden sollen, die aber allzuoft getadelt und gescholten, spricht: unterdrückt werden.
li.slide <q>Viele</q> wollen den blinden Bartimäus zum Schweigen bringen - wohl auch die Jünger!
li.slide Nicht die Jünger schreiten im Sinne Jesu ein, sondern Jesus muss selbst handeln!
li.slide Bartimäus ist der <q>Kleine</q> und Bedürftige und <q>Letzte</q>, den es nicht gilt zurückzuweisen und zu unterdrücken - dem Thema gerade eben! -, sondern ihn als Adressaten der heilenden Gegenwart Jesu und des Reiches Gottes zu begreifen!
p.slide Wann werden es die Jünger - die Leser! - endich verstehen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Zusammenfassung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 160.")
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der Weg Jesu muss auch der Weg der Jünger sein
p.nomarginbottom
b
| Markus ist der Überzeugung, dass jeder, der sich zu Jesus bekennt, zu seinem Tod am Kreuz und zu seiner Auferstehung <i>für</i> die Seinen,
| selber den Weg Jesusgehen muss.
br
| Nicht für jeden geht es dabei um Kreuzes-Nachfolge im engeren Sinn - also darum, für seinen Glauben oder für andere Menschen zu sterben.
br
| Für <i>alle</i> geht es aber darum, <i>allgemein</i> und <i>grundsätzlich</i> den <i>Weg des dienenden Daseins für andere</i> zu gehen - in vielfältigen Ausgestaltungsformen.
br
| Die Lehre von Tod und Auferstehung Jesu übertragt Markus also in sozial-ethische Kategorien; es geht grundsätzlich um das Zusammenleben der Christen und der Menschen insgesamt.
br
| Prüfstein ist letztlich der Umgang mit jenen, die am Rande der Gesellschaft stehen, die - wie Markus sagt - <q>Letzte</q> sind.
p.slide
| Und weil das ein Lernprozess ist und auch verschiedene Facetten hat, wird es dreimal durchgespielt.
p.slide
| Nicht umsonst rahmt Markus den wichtigen Mittelteil mit zwei Blindenheilungen: <q>Augen auf</q>, rufen sie uns zu!
br
| Und von Bartimäus heißt es abschließend - die Stichworte <q>Nachfolge</q> und <q>auf dem Weg</q> aufgreifend und verbindend -:
|
q er folgte ihm [= Jesus] auf seinem Weg
| ; wie dem Bartimäus sollen auch den Lesern die Augen aufgehend in einem tieferen Sinn: nämlich dafür, was echte Jesus-Nachfolge ist.
p.small.slide
| Bemerkenswert ist auch: Jesus stellt den Söhnen des Zebedäus und dem blinden Bartimäus die gleiche Frage:
| <q>Was soll ich euch/dir tun?</q> (Mk 10,36.51) - Die einen wollen neben Jesus thronen, Bartimäus dagegen will sehen - also das, was den Jüngern fehlt!
| Mit dem Wegwerfen des Mantels verlässt Bartimäus seine alte Existenz (wie die Jünger: Mk 1,18.20; 2,14; 10,28).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Opielka, Birgit: Zwei Außenseiter als Vorbild der Jünger. In: Bibel und Kirche 2/2011, 90-93.")
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 178-179.")
p.slide.nomarginbottom <b>Vespasians Aufstieg zum Kaiser zog Kreise</b>
ul.nodisplay
li.slide Er erhob Anhänger aus dem Ritterstand - dem er selbst entstammte - in den römischen Senat.
li.slide Mit Vespasians Aufstieg verband sich der Aufstieg vieler anderer.
li.slide Der Traum vom eigenen Aufstieg griff um sich: Man will - so gut und soweit es geht - groß sein, vorne mit dabei sein.
li.slide Die Chancen stehen naturgemäß bei denen besonders gut, die dem Kaiser nahe stehen bzw. ihm ergeben sind: Des Kaisers Weg nach oben kann auch ihr Weg nach oben sein!
p.slide.nomarginbottom Markus adaptiert und <q>pervertiert</q> das: <b>Jesu Weg ans Kreuz muss Kreise ziehen</b>
ul.nodisplay
li.slide Jesu Weg nach unten muss auch der Weg seiner Nachfolger nach unten sein.
li.slide Es darf nicht - wie bei den Gefolgsleuten des Kaisers - darum gehen, wer der Größte (nach dem Kaiser) ist bzw. wie man dorthin kommt.
br
span.slide Es gilt vielmehr, Letzter und Deiner zu sein - angesichts dessen, dass Jesus sich zum Diener aller gemacht hat.
li.slide Und es darf auch nicht darum gehen, die Plätze ganz oben innezuhaben und wie die Mächtigen zu herrschen und zu unterdrücken.
br
span.slide Sondern es muss darum gehen, die Plätze ganz unten zu haben und wie Jesus zu dienen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Von der <i>Herrschaftspyramide</i> von oben nach unten zur <i>Dienstpyramide</i> von unten nach oben
p.nomarginbottom
| In einer Zeit, in der der Aufstieg Vespasians vom Ritter zum Kaiser in aller Munde ist - vor allem sicher in Rom -
| schreibt Markus sein
br
b Gegen-Evangelium vom Abstieg des Messias und Menschensohnes Jesus bis ans Kreuz.
p.nomarginbottom
b
| Markus dreht die - nicht nur - römische Herrschaftspyramide mit dem Kaiser ganz oben und der Herrschaft von oben nach unten
| um zur Dienstpyramide von unten nach oben mit Jesus ganz unten.
p.slide.small
| Auch im Evangelium geschieht Übertragung von <q>Vollmacht</q>.
| Aber diese Übertragung an die Jünger (konkret: die Zwölf) bei ihrer Aussendung geschieht nicht,
| um sie als Herrscher über die Menschen einzusetzen, sondern um die Menschen von der Herrschaft alles Dämonischen
| - in einem umfassenden Sinn - zu befreien.
+bottom_theologische_grundgedanken("nachfolge")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,103 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Theologische Grundgedanken")
span Die Schweigegebote
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 177-178; Gnilka, Markus I 167-170 [Exkurs Messiasgeheimnis].")
p.slide.nomarginbottom Im Evangelium nach Markus fallen <b>Schweigegebote</b> auf; Jesus richtet sie
ul.nodisplay
li.slide an Dämonen,
li.slide an Geheilte bzw. Zeugen der Wunder,
li.slide an die Jünger.
p.slide.nomarginbottom <b>Inhalt</b>
p.slide
i Man soll ihn, seine Person (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Titel z. B. in Mk 1,24; 3,11-12!) und sein Wunderwirken nicht bekannt machen.
p.slide.nomarginbottom <b>Erträge der Forschung</b>
ul.nodisplay
li.slide Die Schweigegebote gehen nicht auf den historischen Jesus zurück, sondern sind eine <i><q>Erfindung</q> des Markus</i>.
br
span.slide Es ist daher nicht zu fragen, was Jesus damit bezwecken wollte, sondern Markus.
br
span.slide
i Die Schweigegebote richten sich nicht an die Zeugen des historischen Jesus, sondern haben in der Kommunikation Erzähler - Leser ihren Ort.
li.slide Die Schweigegebote finden sich <i>nicht immer nach Heilungen</i>.
br
span.slide
i Sie entfallen vor allem dann, wenn im Kontext das Leiden Jesu Thema ist oder von der Nachfolge die Rede ist.
br
span.slide.small Beispiel Wunder: Das Entfallen des Schweigegebotes in Mk 2,1-10; 3,1-6 lässt sich durch den Streitgesprächcharakter bzw. den Tötungsbeschluss in Mk 3,6 erkären.
br
span.slide.small Nachfolge: Sie wird <q>auf dem Weg</q> von den Leidensankündigugen her in einem spezifischen Sinn verstanden: als Dienst und Bereitschaft, das Kreuz zu tragen.
li.slide Die Schweigegebote werden <i>zeitlich eingeschränkt</i>.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide In Mk 9,9 findet sich die Aussage: <q>... bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.</q>
li.slide Insofern es sich hier um das letzte Schweigegebot im Evangelium handelt, wird man dies auf alle Schweigegebote beziehen können.
li.slide So ergibt sich von hier aus der Sinn der Schweigegebote:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Das Bekenntnis zu Jesus muss das Bekenntnis zu seinem Weg einschließen
p.nomarginbottom
b Wenn von Jesus als Messias, Wunderheiler, Heiligem Gottes und Sohn Gottes erzählt wird, dann muss auch sein Weg Thema sein.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
p.slide.nomarginbottom
b Legitimation Kaiser Vespasians
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ihm fehlte eigentlich die Legitimation, römischer Kaiser zu werden: er stammte nicht aus dem Hochadel und hatte keinen bereits vergöttlichten Vater.
li.slide Seine Propagandisten halfen nach:
ul.nodisplay
li.slide Es wird auf göttliche Zeichen und Orakel verwiesen, die verdeutlichen sollen, dass hinter dem Aufstieg Vespasians die Götter stehen.
br
span.slide So kann Vespasian dann trotz seiner defizitären Abstammung den Titel <q>Sohn eines Gottes</q> tragen.
li.slide Wundergeschichten werden in Umlauf gebracht.
br
span.slide Beispiele: Heilung eines Blinden und eines Lahmen durch Berührung in Alexandrien.
p.slide
i Es ging bei Vespasian also um (inszenierte) Schau-Wunder, die Vespasian als Kaiser göttlich legitimieren sollten. Und deswegen sollte von den Wundern natürlich überall erzählt werden.
p.slide.nomarginbottom
b Jesus wird hier als Gegenpol gezeichnet
ul.nodisplay
li.slide Er <i>setzt</i> die <i>Zeugen seines Wirken nicht</i> als <i>Propagandisten ein</i>, sie werden es aus freien Stücken - gegen Jesu ausdrücklichen Wunsch.
li.slide Jesu Wunder sind <i>keine Schau-Wunder</i> und die </i>Geheilten keine Objekte einer Demonstration</i>.
br
span.slide Vielmehr sind Jesu Wunder <i>Auswirkungen der angebrochenen Gottesherrschaft</i>.
li.slide Die Wunder Jesu sind <i>nicht dazu da, um Jesus zu legitimieren und die Menschen von ihm zu überzeugen</i>.
br
span.slide Sie <i>setzen</i> vielmehr bereits einen <i>gewissen Glauben voraus</i> bzw. beim Wissen der Dämonen um Jesu Person an.
br
span.slide Und da, wo Jesus Unglauben vorfindet, da kann er auch keine Machttaten tun (Mk 6,1-6a)!
p.slide.nomarginbottom
b Ergebnis: Die Schweigegebote relativieren bestimmte Elemente der Jesustradition
ul.nodisplay
li.slide
i Wunder
br
span Sie sind keine legitimierenden Schau-Wunder und dürfen nicht als solche verstanden werden.
li.slide
i Bekenntnis zu Jesus in Form von Hoheitstiteln
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-primary Die Schweigegebote stehen im Dienste der (später erteilten) Lehre <q>auf dem Weg</q>
p.nomarginbottom
| Nur der bekennt sich vollgültig zu Jesus, der sich nicht einseitig an den Wundern Jesu oder an (Bekenntnis-)Titeln festmacht, sondern an seinem Weg und diesem in seinem eigenen Verhalten entspricht.
br
b Christsein hängt nicht nur vom rechten (Lippen-)Bekenntnis zu Jesus ab, sondern ganz essentiell von der gelebten Bereitschaft, seinen Weg zu gehen.
p.small.slide Diese Sichtweise wird dadurch unterstrichen, dass die Schweigegebote mit der Lehre auf dem Weg <q>verknotet</q> sind: Das letzte Schweigegebot findet sich nach der ersten Leidensankündigung mit entsprechender Unterweisung zum Kreuz-Tragen!
+bottom_theologische_grundgedanken("schweigegebote")
script.
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$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,100 @@
extends ../layout
include ../mixins
block content
+headline("Theologische Grundgedanken")
span Von <q>Versagern</q> und <q>Helden</q>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 163-165.")
p.slide.nomarginbottom Auffällig ist im Markus-Evangelium <b>das eigenwillige Jüngerbild</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus gibt sich alle Mühe, seine Jünger in alles einzuführen -
br
span.slide aber <i>sie verstehen nicht</i>.
li.slide Auch die Jünger werden - wie die Gegner Jesu - <i>als verstockt gezeichnet</i> (Mk 6,52; 8,17).
li.slide.small Dagegen kann es in Jerusalem sogar von einem Schriftgelehrten heißen, dass er nicht fern vom Reich Gottes ist (Mk 12,28-34).
p.slide.nomarginbottom Zunächst hatte alles <b>gut angefangen in Galiläa</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus <i>beruft</i> die Jünger, und sie <i>folgen sofort</i>.
li.slide Jesus will sie <i>zu Menschenfischern machen</i>.
li.slide Jesus beruft die Zwölf, die <i>bei ihm in die Lehre gehen</i> sollen.
li.slide Sie <i>sendet</i> Jesus <i>mit Vollmacht</i> - also als echte Teilhaber seiner eigenen Sendung - <i>aus</i>: sie sollen - wie er - heilen und lehren.
p.slide.nomarginbottom Doch dann kommt der <b>Weg nach Jerusalem mit Schwierigkeiten</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Petrus</i> rutscht mit seiner Ablehnung des Weges Jesu wenigstens kurzzeitig auf die <i>Seite der dämonischen Gegner Jesu</i>.
li.slide Die Unterweisungen Jesu <i>öffnen die Augen der Jünger nicht wirklich</i>.
p.slide.nomarginbottom <b>Totales Fiasko</b> dann <b>in Jerusalem</b>:
ul.nodisplay
li.slide Judas <i>verrät</i>.
li.slide Petrus <i>verleugnet</i>.
li.slide <i>Alle fliehen</i> angesichts von Prozess und Kreuzigung Jesu.
li.slide <b><i>Jerusalem ist damit der Ort des (vorläufigen) Endes der Jüngerschaft!</i></b>
li.slide Nur kurzzeitig springen die <i>Frauen, die auch von Galiläa aus Jesus nachgefolgt waren</i>, in die Bresche:
br
span.slide vom Grab - wo sie gerade eben die Osterbotschaft empfangen haben - <i>fliehen</i> sie und <i>führen ihren Auftrag nicht aus</i>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Jünger - und Jüngerinnen - sind höchst zweifelhafte Identifikationsfiguren
ul.nomarginbottom
li.slide
b Einerseits Empfänger von Offenbarung
br
span.slide In ihnen ist der Leser z. B. mit auf dem Berg der Verklärung und bei der Auferweckung der Tochter des Jairus dabei.
br
span.slide Er hört mit ihnen die besonderen Belehrungen Jesu an seine Jünger.
li.slide
b Andererseits in ihrem Verhalten eher Anti-Helden, Anti-Identifikationsfiguren
br
span.slide Dies gilt besonders <q>auf dem Weg</q> und in Jerusalem.
p.slide Angesichts des eigenwilligen Schlusses des Evangeliums in Mk 16,8 ergibt sich die Frage: <b>wer trägt die Botschaft überhaupt weiter?</b>
p.slide.small
| Ein Vergleich mit den anderen Evangelien zeigt: die wollten das Jüngerbild des Markus-Evangeliums nicht so stehen lassen.
| Besonders bei Matthäus, für den die Jünger die spätere Kirche repräsentieren, kommen die Jünger wesentlich besser weg!
p.slide.nomarginbottom Doch kennt das Markus-Evangelium auch <b>echte <q>Helden</q>, echte Identifikationsfigure</b>, aber es sind eher die <i>kleinen Figuren am Rande</i>:
ul.nodisplay
li.slide
b Der geheilte Gerasener
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Er will <q>mit Jesus sein</q> - wie die Zwölf berufen wurden, um <q>mit Jesus zu sein</q>.
li.slide
| Er folgt trotz der Ablehnung Jesu in der Dekapolis dem Auftrag Jesu und verkündet nicht nur in seiner Familie,
| sondern <q>in der ganzen Dekapolis</q> das, was an und mit ihm geschehen ist und wie Gott mit ihm Erbarmen hatte (Mk 5,1-20).
li.slide So hat er offenbar dazu beigetragen, dass Jesu zweiter Besuch in der Dekapolis anderes verlief:
br
span.slide
| Die Heilung des Taubstummen erzählt, dass das Wort Gottes in der Dekapolis auf fruchtbaren Boden fällt und die Heiden in das Lob des Gottes Israels einstimmen (Mk 7,31-37).
li.slide
b Die Syrophonizierin
br
span.slide Sie versteht das Gleichnis Jesu und antwortet geschickt darauf (Mk 7,24-30).
li.slide
b Der blinde Bartimäus
br
span.slide Er foglt nach seiner Heilung <q>Jesus auf seinem Weg</q> - als Kontrast zu allen, die vor dem Weg Jesu zurückschrecken (Mk 10,46-52).
li.slide
b Der römische Hauptmann unter dem Kreuz
br
span.slide
| Er spricht das Gottessohn-Bekenntnis.
br
| Auch wenn dieses aus christlicher Perspektive defizitär ist (<q>Dieser Mensch <i>war ein</i> Sohn <i>eines</i> Gottes.</q>), bringt er die Umwertung <q>Erster</q> - <q>Letzer</q> im Sinne des Markus gültig zum Ausdruck.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Helden</q> im Markus-Evangelium sind eher die kleinen Figuren am Rande
p.nomarginbottom Interessanterweise sind die meisten dieser kleinen Helden Heiden. Ausgerechnet sie verstehen und praktizieren die Lehre Jesu.
+bottom_theologische_grundgedanken("versager_helden")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,171 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_aufbau
+headline_item_active
span Grobgliederung
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 155-156.")
block content
p.slide(data-subslides=".slide-gliederung") <b>Fünf <q>Orte des Geschehens</q></b> spielen <i>nacheinander</i> eine wichtige Rolle; sie werden <i>deutlich hervorgehoben</i> durch klare Hinweise im Text.
br
span.slide.nomarginbottom So legt sich eine <b>Gliederung in 5 Teile</b> nahe, die sich an diesen Orten orientiert: <i>Wüste, Galiläa, <q>Auf dem Weg</q>, Jerusalem, Grab</i>.
br
span.slide(data-subslides=".slide-1-2-gal-teile") Dabei kann der <i>Galiläa-Teil</i> in <i>zwei Teile</i> zerlegt werden.
p.nomarginbottom.slide Bei genauerem Hinsehen ergibt sich, dass <b>je zwei Teile zueinander in Beziehung gesetzt</b> sind:
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 156-158.")
ul.nodisplay
li.slide <b>'Jerusalem'</b> und <b>'Galiläa'</b> sind einander <b>gegenübergestellt</b>:
ul.nodisplay
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-gemeinsam')
| Einerseits
|
span(style="color: blue;") formale Gemeinsamkeiten
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-unterschiedlich')
| Andererseits
|
span(style="color: green;") inhaltliche
|
span(style="color: red;") Gegensätzlichkeiten
li.slide(data-subslides='.slide-1-2-1-einspielungen')
| Beide Teile sind auch durch
|
span(style="color: purple;") Einspielungen aus dem jeweils anderen Teil
|
span miteiander verbunden.
li.slide(data-subslides=".slide-1-2-2") Auch <b>Wüste</b> und <b>Grab</b> sind
span(style="color: SlateBlue ;") aufeinander bezogen
span .
table.vertical-border.slide-gliederung.nodisplay(style="width: 100%; border-collapse: collapse; margin-top: 15px; margin-bottom: 15px;")
tbody
tr(style="border-bottom: solid 1px #dddddd;")
td(style="width: 15%; vertical-align: top;")#box-wueste
div(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Wüste
td(style="width: 25%; vertical-align: top;")#box-galilaea
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Galiläa&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;
ol.nomarginbottom.nodisplay.small(type='a')
li.slide-1-2-gal-teile Jesus ist nur im <b><q>Judenland</q></b>;
li.slide-1-2-gal-teile Jesus bricht <b>auch ins <q>Heidenland</q></b> auf: <i><q>ans gegenüberliegende Ufer</q></i>.
td(style="width: 20%; vertical-align: top;")#box-weg
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b <q>Auf dem Weg</q>
br
span (von Galiläa nach Jerusalem)
td(style="width: 25%; vertical-align: top;")#box-jerusalem
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Jerusalem
td(style="width: 15%; vertical-align: top;")#box-grab
.slide-gliederung.nodisplay(style="padding-left: 5px; padding-top: 5px;")
b Grab
tr
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
// data-slideslave='#1-2-2a',
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-1", style='color: SlateBlue;') Nur wenige Verse.
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-2", style='color: SlateBlue;') <i>Ort des Todes - doch auch des Neuanfangs</i> (Exodus, Exil [, Schöpfung]): Taufe des Johannes.
li.nodisplay.slide-1-2-2(data-slideslave="#1-2-1-wueste-3", style='color: SlateBlue;') <i>Ein Bote Gottes tritt auf</i>: Johannes der Täufer, der auf das Kommen Jesu hinweist.
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-1', style="color: blue;") Etwa gleiche Textmenge wie Jerusalem-Teil.
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-2', style="color: blue;") <i>Jesus wechselt hin und her:</i> von einem Ufer zum anderen.
li.slide-1-2-1-gemeinsam(data-slideslave='#1-2-1-gal-3', style="color: blue;") <i>Größere Rede Jesu:</i> Gleichsnisrede <i>mit Aufgriff der geograph. Grundkonzeption</i>: Vom Boot aus sät Jesus den Samen des Wortes aus.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Ort von Predigt und Heilung.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Reger Zulauf - Begeisterung der Massen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Jüngerberufungen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: green;") Anfanghafter, erfolgreicher Vorstoß ins <q>Heidenland</q>.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Der Schatten Jerusalems in Galiläa:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Schriftgelehrte kommen aus Jerusalem und stehen im Konflikt mit Jesus.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Vorwurf der Gotteslästerung in Mk 2,7 (in Jerusalem dann Verurteilungsgrund).
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Todesbeschluss schon in Mk 3,6!
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple ;") Erwähnung der Auslieferung durch Judas in Mk 3,19!
.slideslave.slide-1-2-blindenheilungen(style="margin-left: 5px; margin-top: 5px;")
b Abschluss: Blindenheilung
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.nodisplay.slide-1-2-3 Jesus ist quasi mit den Jüngern alleine:
span es geht um die Existenz der Jünger - gerade auch nach Ostern - in der Nachfolge Jesu.
li.nodisplay.slide-1-2-3 Jesus erläutert, was es heißt, ihm auf seinem Weg nachzufolgen, was also für alle Zeiten wahre und echte Jüngerschaft auszeichnen muss.
.slideslave.slide-1-2-blindenheilungen(style="margin-left: 5px; margin-top: 5px;")
b Abschluss: Blindenheilung
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slideslave#1-2-1-gal-1(style="color: blue;") Etwa gleiche Textmenge wie Galiläa-Teil.
li.slideslave#1-2-1-gal-2(style="color: blue;") <i>Jesus wechselt hin und her:</i> zwischen Betanien und Tempel.
li.slideslave#1-2-1-gal-3(style="color: blue;") <i>Größere Rede Jesu:</i> Endzeitrede <i>mit Aufgriff der geograph. Grundkonzeption</i>: Vom Ölberg aus spricht Jesus (auch) über die Zerstörung des Tempels.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Verschärfung des Konflikts mit den jüdischen Autoritäten.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Anhängerkreis Jesu erzällt: Judas verrät, Petrus verleugnet, alle Jünger fliehen.
li.slide-1-2-1-unterschiedlich(style="color: red;") Die Massen wenden sich gegen Jesu.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Das Licht Galiläas in Jerusalem:
ul.nodisplay
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Ankündigung Jesu, dass er nach der Auferstehung den Jüngern voraus nach Galiläa geht.
li.slide-1-2-1-einspielungen(style="color: purple;") Notiz bezüglich der Frauen, die das Kreuzigungsgeschehen von ferne aus verfolgt haben: Sie sind Jesus schon von Galiläa aus nachgefolgt.
td(style="vertical-align: top;")
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.nodisplay#1-2-1-wueste-1(style="color: SlateBlue ;") Nur wenige Verse.
li.nodisplay#1-2-1-wueste-2(style="color: SlateBlue ;") <i>Ort des Todes - doch auch des Neuanfangs</i>: Auferstehung Jesu.
li.nodisplay#1-2-1-wueste-3(style="color: SlateBlue ;") <i>Ein Bote Gottes tritt auf</i>: Jüngling im Grab verkündet die Auferstehung und weist darauf hin, wie/wo man Jesus 'sehen' kann.
.alert.alert-primary.slide(data-slidefunc='_1_2_gliederung_konzentrisch')#1_2_konzentrisch
h4.alert-heading Das Evangelium nach Markus ist gemäß den fünf hervorgehobenen <q>Orten des Geschehens</q> in fünf Teile gegliedert, die konzentrisch angeordnet sind
p.nomarginbottom
b Besonders hervorgehoben ist damit der mittlere Teil: <q>Auf dem Weg</q>.
br
span.slide(data-slideslave='.slide-1-2-blindenheilungen', data-subslides='.slide-1-2-3') Dies wird durch die beiden <i>Blindenheilungen</i> unterstrichen, die diesen Teil rahmen.
script.
function _1_2_gliederung_konzentrisch(isvisible) {
if(isvisible) {
$("#box-wueste").css("background-color", "#dddddd");
$("#box-galilaea").css("background-color", "yellow");
$("#box-weg").css("background-color", "orange");
$("#box-jerusalem").css("background-color", "yellow");
$("#box-grab").css("background-color", "#dddddd");
}
else {
$("#box-wueste").css("background-color", "white");
$("#box-galilaea").css("background-color", "white");
$("#box-weg").css("background-color", "white");
$("#box-jerusalem").css("background-color", "white");
$("#box-grab").css("background-color", "white");
}
}
$("#1_2_konzentrisch").on('click', function(){
console.log($("#box-wueste").css("background-color"));
var is_indented = ($("#box-wueste").css("background-color") === "rgb(221, 221, 221)");
console.log(is_indented);
if(is_indented) {
_1_2_gliederung_konzentrisch(false);
}
else {
_1_2_gliederung_konzentrisch(true);
}
});
p.slide.nomarginbottom Daneben spielt ein <b>Signal-Ort</b> noch eine Rolle:
+footnote("Vgl. Schenke, Markus 73.")
.slide(style="padding-left: 40px;")
b "im Haus"
ul
li.slide Kein spezifisches Haus, sondern Signal-Ort immer wieder in der Erzählung.
li.slide Ort besonderer Jüngerbelehrungen und Offenbarungen.
li.slide Themen gelungener Jüngerschaft.
block bottomnav
+bottom_aufbau("grobgliederung")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,90 @@
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include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_aufbau
+headline_item_active
span Die sieben Tagen in Jerusalem und die sieben Wochen der Tätigkeit Jesu
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 162-163; Schenke, Markus 13-15.")
block content
p.slide In Jerusalem werden die Tage genau abgegrenzt.
br
span.slide Der Sabbat als Tag der Grabesruhe wird unterstrichen.
br
span.slide Von da aus kann man die Tage in Jerusalem zurückzählen:
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-bartimaeus
b Sabbat: Heilung des blinden Bartimäus (Abschluss des Teiles <q>Auf dem Weg</q>)
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-sonntag(data-subslides='#slide-1-3-bartimaeus') Sonntag: Einzug in Jerusalem
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-montag(data-subslides='#slide-1-3-sonntag') Montag: Tempelreinigung
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-dienstag(data-subslides='#slide-1-3-montag') Dienstag: Auseinandersetzungen, Endzeitrede
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-mittwoch(data-subslides='#slide-1-3-dienstag') Mittwoch: Todesbeschluss, Salbung, Verrat
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-donnerstag(data-subslides='#slide-1-3-mittwoch') Donnerstag: Letztes Abendmahl, Getsemani, Verhaftung
.viewbox.small.nodisplay#slide-1-3-freitag(data-subslides='#slide-1-3-donnerstag') Freitag: Prozess, Tod
.viewbox.small.slide(data-subslides='#slide-1-3-freitag')
b Sabbat: Grabesruhe
p.slide.nomarginbottom(style="margin-top: 20px;")
i Von dieser Eine-Woche-Struktur angeregt im Evangelium genauer nach Zeithinweisen geschaut:
ul.nodisplay
li.slide Im Galiläa-Teil wird mehrmals ein Sabbat erwähnt.
br
span.slide Der Aufbruch nach ganz Galiläa (Mk 1,39) z. B. findet an einem Sonntag statt, nachdem Jesus am Sabbat die Schwiegermutter des Petrus geheilt hat.
li.slide <q>Nach sechs Tagen</q> in Mk 9,2: Verklärung Jesu an einem Sabbat.[?]
li.slide Sabbat- bwz. Tagesstruktur in <q>Galiläa</q> und <q>Jerusalem</q> recht gut verfolgbar, im Mittelteil eher verschleiert; passend zum <q>Geheimnismotiv</q> (Mk 4,10-12.15).
li.slide Es ist unmöglich, die Zeitsturktur beim ersten Lesen zu bemerken - aber man soll das Evangelium ja immer wieder lesen ...
p.slide.nomarginbottom(style="margin-top: 20px;") Bei Akzeptanz dieser Einschränkungen, ergibt sich folgendes interessante Bild, das schwer ein Zufall sein kann:
ul.nodisplay
li.slide Das Wirken Jesu hat insgesamt 7 Wochen umfasst - was nicht historisch, sondern theologisch zu verstehen ist!
li.slide Die siebte Woche in Jerusalem ist die Woche der Vollendung des Wirkens Jesu:
br
span.slide(data-subslides='.slide-weeks')
b
i Wie Gott sein Werk in 7 Tagen vollendete, so Jesus sein Wirken in 7 <q>Wochen</q>.
li.slide(data-subslides='.slide-week8') Der <q>erste Tag der Woche</q> in Mk 16,1 ist dann der Sonntag der 8. Woche.
br
span.slide Diese <b><i>achte <q>Woche</q> ist nach vorne hin offen in die durch Jesu Tod und Auferstehung eröffnete neue Zeitepoche.</i></b>
br
span.slide
i In ihr leben die Leser des Evangeliums!
br
span.slide
b In ihr soll das Evangelium verkündet, gelesen - und hoffentlich verstanden und gelebt werden.
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-top: 20px;") <i><b>In der Wüste</b></i>: <b>Täufer, Taufe, Versuchung</b>
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 25px; background-color: yellow;") <b><i>Galiläa</i></b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.nodisplay.slide-weeks <u>1. Teil: Jesus ist nur im <b><q>Judenland</q></b></u>
ul.nodisplay.nomargin.bottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Erste <q>Woche</q></b>: Vollmächtiges Wirken in Galiläa
li.nodisplay.slide-weeks <b>Scharnier</b>: Heilung des Aussätzigen: Tempel und Jerusalem kommen in Blick
li.nodisplay.slide-weeks <b>Zweite <q>Woche</q></b>: Widerspruch gegen Jesu vollmächtiges Wirkens
li.nodisplay.slide-weeks <u>2. Teil: Jesus bricht <b>auch ins <q>Heidenland</q></b> auf: <i>'ans andere Ufer'</i></u>
ul.nodisplay.nomargin.bottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Dritte <q>Woche</q></b>: Verstockte Gegnerschaft und wahre Familie, Gleichnis und Lösung, erste Fahrt ins Heidenland, Aussendung der Zwölf
li.nodisplay.slide-weeks <b>Scharnier</b>: Enthauptung des Täufers
li.nodisplay.slide-weeks <b>Vierte <q>Woche</q></b>: Rückkehr der Zwölf, Speisung der Fünftausend, Rein und Unrein, Heilungen bei den Heiden, Speisung der Viertausend; Blindenheilung
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 50px; background-color: orange;") <b><i>Auf dem Weg</i></b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.nodisplay.slide-weeks <b>Fünfte <q>Woche</q></b>: Messiasbekenntnis, 1. Leidensankündigung, Kreuzesnachfolge und Verklärung
li.nodisplay.slide-weeks <b>Sechste <q>Woche</q></b>: 2. Leidensankündigung, Belehrungen über Nachfolge, 3. Leidensankündigung und Belehrungen; Blindenheilung
.viewbox.nodisplay.slide-weeks(style="margin-left: 25px; background-color: yellow;") <b><i>Jerusalem</i></b>: <b>Siebte <q>Woche</q></b> als Woche der Vollendung
.viewbox.nodisplay.slide-week8 <b><i>Im Grab</i></b>: <b>Erster Tag der achten <q>Woche</q>: Auferstehung - Neubeginn</b>
block bottomnav
+bottom_aufbau("sabbatgliederung")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,59 @@
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include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_aufbau
+headline_item_active
span Der ursprüngliche Schluss in Mk 16,8
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 158.")
block content
p.slide Wichtige und sehr alte Handschriften beenden das Markus-Evangelium mit Mk 16,8:
br
span.slide nachdem die Frauen die Osterbotschaft gehört haben, fliehen sie vom Grab und erzählen niemand etwas davon;
br
span.slide zugegeben, ein fragwürdiger Schluss (im doppelten Sinn!).
p.nomarginbottom.slide Es entstanden zwei <b><i>sekundäre Markus-Schlüsse</i></b>
ul.nodisplay
li.slide
b Längerer Markusschluss
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Entstanden wohl im 2. Jhdt.
li.slide Leicht als Zufügung erkennbar:
br
span.slide Zusammenfassung der Ostererzählungen vor allem aus den Evangelien nach Lukas und Johannes und einiger Episoden aus der Apostelgeschichte (z. B. Himmelfahrt).
li.slide In der Regel bei den Übersetzungen mit abgedruckt und in den Versen mitgezählt.
br
span.slide Man beachte die Hinweise in der Einheitsübersetzung.
li.slide
b Kürzerer Markusschluss
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Der Auftrag des göttlichen Boten wird ausgeführt, dann eine erneute Aussendung durch den Auferstandenen erzählt.
p.slide Beide Schlüsse tauchen in Handschriften ab dem 5. Jhdt auf; zum Teil auch miteinander kombiniert.
br
span.slide Ihr sekundärer Charakter wurde aber in der Textüberlieferung immer durch Zeichen angemerkt!
p.slide Seit dem 18. Jahrhundert wird auch darüber nachgedacht, ob nicht ein ursprünglicher Schluss verloren gegangen ist.
br
span.slide Allerdings spricht die Textüberlieferung dagegen.
.slide.alert.alert-primary
h4.alert-heading Ein Schluss, der provoziert
p.nomarginbottom
b Ursprünglich schloss das Evangelium mit Mk 16,8 und damit mit der Flucht von der Frauen vom Grab und dem Nicht-Ausrichten der Osterbotschaft!
p.small.slide Eine echte Tragik der Leseordnung ist, dass der nicht von Markus stammende Schluss an seinem Festtag gelesen wird ...
block bottomnav
+bottom_aufbau("schluss")
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$(function () {
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})

View File

@@ -0,0 +1,141 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
+headline_item_active
span Adressaten
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 174-175.")
block content
p.slide.nomarginbottom Schon <i>aus dem Evangelium selbst</i> erhalten wir einige Angaben:
ul.nodisplay
li.slide Offenbar ist die Gemeinde <b>des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Hebräische/aramäische Worte werden ins Griechische übersetzt.
li.slide Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den touch des Altehrwürdigen.
li.slide Die Gemeinde ist <b>mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie werden im Evangelium erklärt.
li.slide Zumindest die Mehrzahl der Gemeindeglieder entstammt also wohl nicht-jüdischem Milieu.
p.slide.nomarginbottom Legt man sich auf Rom als Abfassungsort fest, sind dort auch die Adressaten zu finden.
br
span.slide Und über die Geschichte der Christen in Rom wissen wir einiges:
ul.nodisplay
li.slide <b><i>Claudius-Edikt</i></b> (49 n. Chr.)
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Verfügt die Ausweisung der Juden aus Rom.
li.slide Anlass: Streitigkeiten in der jüdischen Gemeinde in Rom wohl aufgrund der gesetzesfreien Heidenmission.
li.slide Wahrscheinlich wurden nicht alle Juden vertrieben,
br
span.slide sondern vor allem jene Judenchristen, die Heiden ohne Beschneidung und Verpflichtung auf die Speisegebote/Reinheitsvorschriften in die Gemeinde aufnahmen.
li.slide Kaiser Claudius wollte mit seinem Edikt wohl schlicht den Anlass für die Unruhen beseitigen.
li.slide
| Prominente Betroffene:
|
span.slide Ehepaar Priska und Aquila, auf die Paulus in Korinth trifft (Apg 18,2);
br
span.slide zur Zeit der Abfassung des Römerbriefes - Frühjahr 56 oder Winter 56/57 - sind beide aber wieder in Rom (Röm 16,3).
li.slide <b>Schlussfolgerungen</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Bereits vor 49 n. Chr. gab es in Rom erfolgreiche Heidenmission.
li.slide Die Gemeinde bestand demnach aus Judenchristen (= Juden, die sich zu Jesus als Messias bekennen) und Heidenchristen (ehemaligen Heiden, die den christlichen Glauben angenommen haben).
li.slide Mit der Ausweisung der Judenchristen blieben praktisch die Heidenchristen allein übrig.
li.slide Als Folge dürfte sich das Heidenchristentum in Rom mehr oder weniger selbstständig weiterentwickelt haben.
li.slide Mit dem Regierungsantritt von Kaiser Nero 54 n. Chr. durften auch die Juden bzw. Judenchristen wieder nach Rom.
br
span.slide Das dürfte nicht ohne Konflikte gegangen sein.
li.slide <b>Spuren im Evangelium</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Diese wichtige Episode der christlichen Gemeinde in Rom erklärt recht gut <b>Nähe und Distanz zur jüdischen Überlieferung</b>, wie sie im Evangelium feststellbar ist.
li.slide Markus selbst und seine Gemeinde blicken aber auf die Probleme und Diskussionen von damals zu einem guten Teil aus einigem Abstand zurück:
br
span.slide
| Das Markus-Evangelium
|
q
| bezeugt ein späteres Stadium dieses Ablösungs- und Verselbständigungsprozesses. Die Herkunft aus dem Judentum wird zwar
| dokumentiert, die ursprüngliche Führungsrolle der Zwölf festgeschrieben und der zeitliche Vorrang der jüdischen Adressaten
| für die Botschaft festgehalten. Aber die Sympathie des Erzählers gehört eindeutig den Heiden.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 175.")
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die <b>Streitigkeiten von damals</b> sind <b>längst autoritativ entschieden</b>:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide 'Jesus' erklärt <i>alle</i> Speisen für rein (Mk 7,19).
li.slide
| 'Jesus' hat schon selbst Tischgemeinschaft auch mit den Heiden (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Speisung der Viertausend).
li.slide Immerhin hält Markus in seinem Evangelium fest, dass das alles nicht ohne Widerstände ablief.
li.slide
| Das <b>jüdische Gesetz</b> spielt <b>nur noch</b> eine Rolle als <b>Moralgesetz</b> (etwa in Mk 10,1-12.17-27),
| nicht mehr als Kult- bzw. Ritualgesetz (mit den Reinigungsriten und Speisevorschriften).
li.slide
| <b>Hervorgehoben</b> als Abschluss und Höhepunkt des Blickes auf das jüdische Gesetz wird das <b>Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe</b> (Mk 12,28-34).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Schnelle, Einleitung 219-220.")
p.slide.nomarginbottom Wichtiger als die Fragen und Probleme der Vergangenheit sind Markus die Probleme und Herausforderungen <i>seiner</i> Zeit:
ul.nodisplay
li.slide <b><i>Christenverfolgungen unter Nero</i></b> (64 n. Chr.):
br
span.slide
i Wie umgehen mit jenen, die in der Verfolgung schwach geworden sind?
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| Damals galt, was Mk 13,12 schreibt: dass
|
q Bruder den Bruder in den Tod liefern wird, und der Vater sein Kind, dass Kinder gegen ihre Eltern aufstehen und sie zur Hinrichtung führen werden
| :
br
span.slide
| Magistrate haben festgenommene Christen dazu bringen wollen, andere Christen zu denunzieren.
li.slide
| Manche werden tatsächlich den Bruder verraten haben
|
span.slide - wie Judas.
li.slide
| Andere werden den Glauben verleugnet haben
|
span.slide - wie Petrus.
li.slide Petrus jedenfalls bekommt durch seine ausdrückliche Erwähnung in der Verheißung, dass die Jünger Jesus in Galiläa sehen werden (Mk 16,7), eine zweite Chance.
li.slide.small
| Schon die Ankündigung, dass Jesus den Jüngern nach seiner Auferstehung nach Galiläa vorausgehen wird, auf die Mk 16,7 zurückgreift,
| war im Kontext der Ankündigung der Verleugnung des Petrus und des Zerfalls der Jüngerschaft gesprochen (Mk 14,26-31).
br
span.slide Liest man das Evangelium von Ostern her neu, findet sich als erst Aktion Jesu in Galiläa die Berufung des Petrus (zusammen mit seinem Bruder Andreas und den Zebedäussöhnen).
li.slide
i Ein Plädoyer des Evangelisten, auch jenen, die in der Verfolgung ihren Glauben geleugnet haben, eine zweite Chance zu geben?
li.slide <b><i>Gesteigerte Naherwartung</i></b>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Schnelle, Einleitung 221")
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ursache: Ereignisse rund um den jüdischen Krieg und die Tempelzerstörung.
li.slide Folgen: Es treten Gläubige auf - Markus nennt sie Pseudo-Christusse und Pseudo-Propheten -, die vom nahen Ende bzw. der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Jesu sprechen.
li.slide Markus problematisiert dies, warnt vor diesen Personen und hält in der Endzeitrede (Mk 13) als Kontrapunkte fest:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <i>Der Termin der Wiederkunft Jesu ist nur Gott selbst bekannt.</i>
br
span.slide.small
| Nicht einmal Jesus kennt ihn!
|
span.slide.small Er kann ihn also niemandem gesagt haben!
li.slide <i>Die Wiederkunft Jesu ist ein kosmisches, die ganze Schöpfung betreffendes Ereignis</i>
br
span.slide und nicht von nur lokalen, innergeschichtlichen Phänomenen (z. B. Krieg, Hungersnöte, Verfolgungen) ableitbar.
li.slide <b><i>Vespasian wird 69. n. Chr. römischer Kaiser</i></b>
p.slide.nomarginbottom
i Dem <q>beispielhaften</q> Aufstieg Vespasians setzt Markus den beispielhaften Abstieg Jesu entgegen, der zum wahren Aufstieg führt.
block bottomnav
+bottom_entstehung("adressaten")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,53 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
+headline_item_active
span Gattung
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 169.")
block content
p.slide.nomarginbottom Von seinem grundsätzlichen, oberflächlich betrachteten Aufbau her dürfte das Evangelium nach Markus in der damaligen Welt als <b><q>Vita</q></b> wahrgenommen worden sein:
ul.nodisplay
li.slide
q Name und Abstammung des Porträtierten werden in der ersten Zeile genannt (1,1).
li.slide
q Im Zentrum stehen die Worte und Taten des Porträtierten (1-10).
li.slide
q Sein Tod und die Umstände, die dazu führten, werden ausführlich geschildert (11-15).
li.slide
q Dass am Todestag der Stundentakt durchgezählt wird, steht in auffälliger Analogie zu den späteren Kaiserviten Suetons.
+footnote("Ebner, Einleitung 169.")
p.slide.nomarginbottom <q>Viten</q> stellen ein erprobtes, beispielhaftes Lebensmodell vor und wollen zu dessen Nachahmung anregen.
p.slide Das passt zur Intention des Markus: Der Lebensweg Jesu muss sich auf das Verhalten seiner Nachfolgegemeinschaft auswirken (Lehre <q>auf dem Weg</q>).
p.slide.nomarginbottom Inhaltlich steht der Weg Jesu natürlich quer zu dem, was man in der Kaiserzeit an Vorstellungen zu einem beispielhaften Lebensmodell hatte:
p.slide Markus erzählt von Abstieg und Dienst, nicht von Aufstieg und Herrschen.
p.slide.nomarginbottom Auch die formalen Elemente werden von Markus gedehnt bis umgebogen:
ul.nodisplay
li.slide Die Beschreibung der Herkunft und der Ausbildung ist mit Mk 1,2-3(.4-11) zwar am erwarteten Ort, aber auf ganz eigene Weise dargestellt.
li.slide Hinweise zur irdischen Herkunft sind eher in das Evangelium gestreut und nicht gerade positiv.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Das Markusevangelium als <q>Vita</q> Jesu
p.slide.nomarginbottom
b Markus <q>nutzt die sinntragenden Formelemente der <i>Vita</i> zur Legitimierung des widerständigen Lebensmodells Jesu. Er bewegt sich damit im Rahmen der Plausibiltätsmöglichkeiten, die ihm die literarischen Konventionen seiner Zeit bieten.</q>
+footnote("Ebner, Einleitung 169 (incl. Hervorhebung).")
p.slide.nomarginbottom
i Man beachte allerdings: <q>Vita</q> ungleich <q>Biografie</q> in unserem heutigen Verständnis.
block bottomnav
+bottom_entstehung("gattung")
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@@ -0,0 +1,92 @@
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+headline
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+headline_item_active
span Ort
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 172-173.")
block content
p.slide Die wahrscheinlichsten Abfassungsorte sind Rom oder Syrien.
p.nomarginbottom.slide Für <b>Rom</b> sprechen:
ul.nodisplay
li.slide <b>Münzerklärung in Mk 12,41-44</b> (Opfer der Witwe)
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
| Hier wird
|
q eine Spezialmünze aus den östlichen Provinzen mit einer Münzform, wie sie eigentlich nur in der westlichen Reichshälfte bekannt ist
| ,
+footnote("Ebner, Einleitung 172")
|
| erklärt.
li.slide Jene Münze ist vor allem für Rom und Pompeji nachgewiesen.
li.slide Unterstützend: <b>Latinismen</b> im Evangelium
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Latinismen sind lateinische Lehnwörter und lateinische Wendungen, die praktisch wörtlich ins Griechische übersetzt wurden.
li.slide Für sich genommen weisen sie zwar nur auf die Nähe zu einer römischen (Militär-)Siedlung hin, unterstützen aber den genannten Befund.
li.slide <b><q>Spaltung</q> des Tempelvorhangs</b> als Begleitumstand des Todes Jesu
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Gleiches Verb wie bei der Spaltung des Himmels bei der Taufe Jesu.
li.slide
| Beide Erzählungen sind auch durch andere Dinge verbunden:
|
span.slide
q Gottessohn
| ,
|
span.slide
| Geist kommt bzw. wird ausgehaucht.
li.slide
| Nur verständlich, wenn bekannt ist:
span.slide
i Auf dem (äußeren) Tempelvorhang war der Kosmos abgebildet.
br
span.slide Das kann wissen:
ul.nodisplay.nomargin
li.slide
| Jeder, der schon mal im Tempel war
|
span.slide - das scheidet für Markus aus bekannten Gründen aus.
li.slide Vielleicht die von Markus verarbeitete Tradition, die sich durch weitreichende Kenntnis der lokalen Gegebenheiten auszeichnet.
li.slide
| Jeder, der dem Triumphzug des (neuen) Kaisers Vaspasian in Rom beiwohnte
|
span.slide - denn da wurde er mitgeführt (neben siebenarmigem Leuchter und Schaubrottisch).
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Markus schreibt im Schatten des Triumphzuges Vespasians
p.slide.nomarginbottom
b Das Evangelium nach Markus ist wahrscheinlich in Rom abgefasst worden.
p.slide.nomarginbottom Zum <b>Abfassungort Rom</b> scheint auf den ersten Blick nicht zu passen, dass das <b>Evangelium in Griechisch verfasst</b> ist.
br
span Doch:
ul.nodisplay
li.slide Auch der Brief an die Römer des Paulus ist in Griechisch verfasst (wie das gesamte Neue Testament).
li.slide Und
q
| in Rom ist Griechisch die Sprache, die auf den Straßen und Märkten gesprochen wird, von den Händlern und den einfachen Leuten,
| besonders von denjenigen, die aus dem Osten eingewandert sind. In diesem gesellschaftlichen Milieu wird unsere Gemeinde zu verorten sein.
| Lateinisch spricht in Rom die einheimische Bevölkerung. Zweisprachigkeit wird lediglich in der Oberschicht gepflegt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 173.")
p.small.nomarginbottom.slide Für Syrien würden sprechen:
ul.small.nodisplay
li.slide Gewisse Entfernung zum Land Israel; so lassen sich die Irrtümer in der Geographie erklären.
li.slide Gewisse Nähe zu den alten Jesusüberlieferungen - doch die sind transportabel und können mit dem Schif nach Rom gekommen sein.
block bottomnav
+bottom_entstehung("ort")
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@@ -0,0 +1,240 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
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span Quellen
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 165-169; Schnelle, Einleitung 225-226.")
block content
p.slide Markus konnte auf <b>mündiche und schriftliche Jesus-Traditionen</b> zurückgreifen.
p.slide.nomarginbottom Zu den den schriftlichen zählen auch schon <i>größere Einheiten</i>:
ul.nodisplay
li.slide Vorstufe der Passionsgeschichte
li.slide Vorstufe der Endzeitrede
li.slide Nach Gattungen zusammengestellte Sammlungen von Traditionsgut:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Galiläsche Streitgespräche (Mk 2-3)
li.slide Gleichnissammlung (Mk 4)
li.slide Wundererzählungensammlung (Mk 4-6)
li.slide Sprüchesammlung (Mk 9,41-50)
li.slide Katechetische Sammlung (Mk 10: Ehe, Besitz, Rangstreben)
.slide.alert.alert-primary
h4.alert-heading Markus konnte sich auf umfangreiches Material stützen
p.nomarginbottom Bei der Verarbeitung hat der Evangelist mehr oder weniger deutlich in den Text eingegriffen und nicht einfach fertige Stücke in sein Evangelium <q>kopiert</q>!
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Bezüge zu anderen Traditionssträngen
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur Spruchquelle Q
ul.nodisplay
li.slide Sie lag Matthäus und Lukas als schriftliche Quelle vor; beide haben sie neben dem Markus-Evangelium und Sondergut zur Abfassung ihres Evangeliums benutzt.
li.slide Knapp 30 Worte Jesu bei Markus haben Parallelen in Q.
li.slide Markus dürfte Q aber nicht als schriftliche Quelle vorgelegen haben:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Warum hätte Markus Feindesliebe und Vaterunser weglassen sollen?
li.slide Ferner sprechen unabhängige Weiterentwicklungen und Kombinationen von Worten Jesu dagegen.
li.slide
| <b>Folgerung</b>
|
q <i>Sowohl die Tradenten der Spruchquelle als auch die mk Gemeinde partizipieren an einem Pool von Jesuslogien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Jesus selbst zurückgehen.</i>
+footnote("Ebner, Einleitung 166.")
p.slide.nomarginbottom
b Passion
ul.nodisplay
li.slide Zuverlässige Ortskenntnis
span.slide : die Passions dürfte auf eine in Jerusalem selbst entstandene Urfassung zurückgehen.
li.slide Die Urfassung der Passion dürfte Markus und Johannes gemeinsam sein
span.slide , wenn nicht Johannes doch das Markus-Evangelium kannte.
p.slide.nomarginbottom
b Bezüge zur <q>vorpaulinischen Tradition</q> (die Paulus bei seinen Briefen verwendet hat)
ul.nodisplay
li.slide Abendmahlserzählung (Mk 14,22-25; 1 Kor 11,23-25)
li.slide.small Paulus schreibt auch selbst ausdrücklich davon, dass er auf überlieferte Tradition zurückgreift, so etwa bei der Abendmahlsüberlieferung oder beim christichen Grundbekenntnis in 1 Kor 15.
h2.slide(style="margin-top: 60px;") Akzentuierungen in der Aufnahme von Traditionen
h3.slide(style="margin-top: 10px;") Eintragung des Jüngerunverständnisses
p.slide.nomarginbottom Die <b>Gleichnissammlung in Mk 4,1-34</b> folgte wahrscheinlich ursprünglich dem <b><q>Schema der apokalyptischen Gleichnisauslegung</q></b>:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b (aktualisierende) Deutung durch einen göttlich legitimierten Interpreten
.viewbox.slide
b Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Deutung als besonderes Geheimnis dargestellt, das den Adressaten selbst besonders privilegiert.
li.slide Den Adressaten wird alles erklärt, während die da draußen nicht verstehen, weil ihnen die gebotene Interpratation fehlt.
p(style="margin-top: 20px;").slide.nomarginbottom <b>Markus wandelt das Schema ab</b>, er baut die ihm zur Verfügung stehende Tradition um:
.viewbox.slide
b Gleichnis
.viewbox.slide
b <i>Pervertierte</i> Privilegierungsaussage
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Auch die Jünger als besondere Adressaten der Botschaft Jesu verstehen nicht.
li.slide Sie bekommen die Deutung durch Jesus nicht, weil sei besonders privilegiert sind, sondern weil auch sie nichts verstehen.
.viewbox.slide
b Deutung
.alert.alert-primary(style="margin-top: 20px;").slide
p.nomarginbottom
b Markus zeichnet die Jünger nicht als besonders privilegiert, sondern als besonders belehrungsbedürftig!
p.slide.nomarginbottom Das passt zum sonst bei Markus vorfindlichen Jüngerbild:
ul.nodisplay
li.slide Sie sind zwar ganz nah bei Jesus, bekommen alles genau erklärt - aber sie verstehen nicht wirklich;
span.slide am Ende fliehen alle.
li.slide Wer <q>drinnen</q> und wer <q>draußen</q> ist, das ist bei Markus nicht immer von vorneherin festgesetzt oder an bestimmte Personen gebunden.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Relativierung der Wunder
p.slide <b>In Mk 4,35-5,43; 6,35-52</b> dürfte Markus eine <b>bestehende Wundergeschichtensammlung verarbeitet</b> haben.
.viewbox.slide
b Seesturm
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Heilung des Geraseners
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus I
.viewbox.slide.s2-1-2-K4
b Heilung der blutflüssigen Frau
.viewbox.slide.s2-1-2-K3
b Auferweckung der Tochter des Jairus II
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Beginn
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 50px; background-color: indianred;")
b Ablehnung Jesu in seiner Heimat
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Aussendung der Zwölf
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 75px; background-color: DarkTurquoise;")
b Mahl des Herodes, Enthauptung Johannes des Täufers
.viewbox.nodisplay.s2-1-2-nachfolge(style="margin-left: 50px; background-color: darkgoldenrod;")
b Rückkehr der Zwölf
p.nomarginbottom.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-left: 40px;")
b Einschub des Markus - Ende
hr.nodisplay.s2-1-2-nazareth(style="margin-top: 1px; margin-bottom: 1px; margin-left: 40px; border-top: 3px solid rgba(0,0,0,.4);")
.viewbox.slide.s2-1-2-K2
b Mahl mit den Fünftausend
.viewbox.slide
b Seesturm
p.slide(data-slidefunc='wunder_konzentrisch')
i Es zeigt sich ein konzentrischer Aufbau;
span.slide
i er spricht für eine geschlossene Wundersammlung.
script.
function wunder_konzentrisch(isvisible) {
console.log('W')
if(isvisible) {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "25px").css("background-color", "yellow");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "50px").css("background-color", "orange");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "75px").css("background-color", "thistle");
}
else {
$(".s2-1-2-K2").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K3").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
$(".s2-1-2-K4").css("margin-left", "0px").css("background-color", "lightgrey");
}
}
p.slide
i Markus zerstört diesen geschlossenen Aufbau wohl bewusst, indem er Einfügungen macht!
p.slide
i
b Anti-Wundererzählung mitten in der Wundersammlung:
br
span.slide(data-slideslave=".s2-1-2-nazareth")
i In seiner Heimat, wo er auf Ablehnung stößt, kann er keine Wunder tun.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden dem Glauben untergeordnet
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Heilungswunder setzen den Glauben voraus
span.slide - sie können zwar <i>Glauben wecken</i>, aber sie sind <i>nicht</i> dazu da, um Nicht-Glaubende <i>von Jesus</i> zu <i>überzeugen</i>.
p.slide Markus erzählt gerade nicht, dass Jesus bei Unglauben besonders viele Wunder tat, um die Menschen zu überzeugen!
p.slide.nomarginbottom Markus macht noch eine weitere Einfügung:
br
span.slide
i
b Aussendung und Rückkehr der Zwölf, Mahl des Herodes mit Enthauptung des Täufers;
br
span.slide(data-subslides=".s2-1-2-nachfolge") Auffällig ist dabei die <i>konzentrische Anordnung</i>:
ul.nodisplay
li.slide In der Mitte steht die Erzählung von der Enthauptung des Täufers (im Rahmen des Mahles des Herodes).
br
span.slide Damit wird die Passionsthematik in den Galiläa-Teil hineingeholt: Das Geschick des Vorläufers Jesu ist eine Vorwegnahme des Geschickes Jesu selbst.
li.slide Durch die Rahmung dieser Erzählung mit Aussendung und Rückkehr der Zwölf wird angezeigt, was Wirken im Namen Jesu, was also Nachfolge auch heißen kann.
li.slide Das Mahl Jesu mit den Fünftausend ist - auch - ein Kontrastmahl zum Mahl des Herodes:
ul.nodisplay
li.slide Herodes veranstaltet sein Mahl für <q>seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa</q> (Mk 6,21). Die einfachen Leute sind draußen.
li.slide
q Jesus dagegen nimmt sich wie ein guter König der Menschen an, die ohne Hirten sind (Mk 6,34):
ul.nodisplay
li.slide
q Er öffnet die ursprünglich für den kleinen Kreis geplante Mahlgemeinschaft (Mk 6,31) für alle, die sein Wort hören wollen.
li.slide
q Seine <q>Großen</q> setzt er als Diener für die kleinen Leute ein (Mk 6,41).</q>
+footnote("Ebner, Einleitung 168.")
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Passion bzw. der Nachfolge untergeordnet
p.slide.nomarginbottom In Vorgriff auf die Lehre <q>auf dem Weg</q> macht Markus deutlich:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Das <q>Große</q> an Jesus sind nicht die Wunder, sondern ist seine Passion.
li.slide In der Nachfolge Jesu zeigt sich wahre Größe nicht in Wundern, sondern in der Bereitschaft, den <q>Kleinen</q> zu dienen und den Weg der Nachfolge bis zur letzten Konsequenz zu gehen.
p.slide.nomarginbottom Noch eine <b>weitere Relativierung der Wunder</b> findet sich, gleich <b>beim ersten Wunder (Mk 1,21-28)</b>:
ul.nodisplay
li.slide Markus fand eine Dämonenaustreibung vor.
li.slide Doch in deren Einleitung und Schluss baut er das Thema <i>Lehre</i> ein:
ul.nodisplay
li.slide Noch vor dem Wunder staunen die Leute über die Lehre Jesu <q>mit Vollmacht</q>.
li.slide Nach der Austreibung ist nicht die Austreibung als solche Thema, sondern die <q>neue Lehre mit Vollmacht</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Wunder werden der Lehre Jesu untergeordnet
p.nomarginbottom.slide Wunder werden als Auswirkung der Lehre Jesu verstanden, die <q>auf dem Weg</q> den Jüngern erklärt wird.
h3.slide(style="margin-top: 30px;") Einbindung der Heiden
p.slide.nomarginbottom Die <b>Heilung des Taubstummen</b> platziert Markus <b>bewusst im <q>Heidenland</q></b>, in der Dekapolis (Mk 7,32-27):
ul.nodisplay
li.slide Jesu Berührung eines Heiden ist Grenzüberschreitung.
li.slide Sie öffnet Ohren und Mund der Heiden für den Glauben an den biblischen Gott:
ul.nodisplay
li.slide Der Abschließende Lobpreis am Ende der Erzählung - doch wohl im Mund der Heiden vorzustellen - besteht aus Bibelzitaten.
li.slide Der <q>Erfolg</q> des Wunders ist damit auch auf einer anderen Ebene als der eigentlichen Handlung <q>belegt</q>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <i><u>Heiden</u></i> werden Ohren und Mund zum Glauben geöffnet
p.nomarginbottom Der Weg des Evangeliums zu den Heiden ist Markus wichtig.
p.slide
b
i Der Effata-Ritus bei der Taufe, der sich auf diese Erzählung bezieht, ist daher etwas sehr sinnvolles und dem biblischen Text absolut entsprechend.
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+bottom_entstehung("quellen")
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View File

@@ -0,0 +1,90 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
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span Verfasser
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 170-171; Schnelle, Einleitung 215-217.")
block content
p.slide <q>Markus</q> ist ein sehr gebräulicher römischer Name.
p.slide Weder im Evangelium nach Markus, noch in den anderen Evangelien begegnet eine Figur mit diesem Namen.
p.slide.nomarginbottom Handelt es sich um <b>Johannes Markus?</b>
ul.nodisplay
li.slide Eine Person mit diesem Namen existierte in der Urgemeinde, sie wird sowohl mit Petrus als auch mit Paulus in Verbindung gebracht (Apg 12,12.25; 13,5; 15,36-40).
li.slide Ein Markus wird auch in Phlm 23f erwähnt, ebenso in deuteropaulinischen(!) Briefen (Kol 4,10; 2 Tim 4,11).
li.slide Auch in 1 Petr 5,13 wird ein Markus erwähnt:
br
span.slide
q Es grüßt euch die mit euch auserwählte Kirche von Babylon und Markus, mein Sohn.
li.slide Letztere Notiz wird von Bischof Papias von Hierapolis (Mitte 2. Jhdt.) auf den Evangelisten Markus bezogen:
br
span.slide Im Zeugnis des Papias, das uns der Kirchenhistoriker Eusebius (260 - 339 n. Chr.) überliefert, wird Markus als Dolmetscher des Petrus betrachtet, der aus seinen Erinnerungen sein Evangelium schrieb.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Diesem Zeugnis ist eine gewisse Abwertung des Markus-Evangeliums zu entnehmen.
br
span.slide Sie rührt wohl daher, dass Matthäus und Lukas mehr und manches anders erzählen sowie anders gliedern als Markus.
br
span.slide Als Entschuldigung für Markus wird angeführt, dass Petrus, von dem Markus ja abhängig sei, seine Ausführungen nach den Bedürfnissen der Hörer gestaltet habe.
br
span.slide (Offenbar war schon in der alten Kirche - angesichts der anderen Evangelien - der besondere, durchdachte Aufbau des Markus-Evangeliums und seine theologische Komposition übersehen worden ...)
li.slide Das Zeugnis des Papias zeugt von dem Versuch, die Evangelien durch Bezug zu namentlich bekannten Personen der Urkirche, die wiederum zu Augenzeugen - hier Petrus - in Verbindung stehen, zu legitimieren.
br
span.slide Dass damit die historische Wirklichkeit wiedergegeben wird, ist eher unwahrscheinlich.
li.slide Die Verbindung zu Petrus steht auch insgesamt auf wackeligen Beinen, als weder eine Nähe zu einer petrinischen Theologie - wie immer die auch ausgesehen haben mag - erkennbar ist, noch Petrus eine über die allgemeine Tradition hinausgehende Rolle im Evangelium spielt.
p.slide.nomarginbottom Was die Papias-Notiz richtig sieht bzw. wofür sie tatsächlich Zeugnis ablegt:
ul.nodisplay
li.slide Markus war <b>kein Augenzeuge des historsichen Jesus</b>, sondern kam ernst nach Ostern zur christlichen Gemeinde dazu.
li.slide Der <b>Name <q>Markus</q></b> war <b>schon zur Zeit des Papias fest mit dem zweiten Evangelium im Kanon verbunden</b>, so dass man es nicht mehr einem Apostel oder Jünger aus dem Evangelium selbst zuschreiben konnte.
p.slide.nomarginbottom Auch das Evangelium selbst gibt einige Hinweise zu seinem Autor:
ul.nodisplay
li.slide Ihm ist eine <b>mangelnde Kenntnis der Geographie Israels</b> zu attestieren:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide nach Jerusalem kommt man von Betanien über Betfage, nicht umgekehrt (Mk 11,1 ist die Reihenfolge verdreht);
li.slide Gerasa liegt nicht am See Genesaret (wie Mk 5,1 glauben machen will), sondern 50 km davon entfernt.
li.slide Die <b>Muttersprache</b> des Markus war wohl <b>Griechisch</b> (und nicht Aramäisch):
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ein semitischer Spracheinfluss ist in dem auf Griechisch verfassten Evangelium nicht festzustellen.
li.slide Der Sprachstil entspricht der Volksliteratur und dem geschriebenen Allgemein-Griechisch (Koine).
li.slide Konnte Markus Aramäisch/Hebräisch?
br
span.slide Die Übersetzungen von aramäischen/hebräischen Begriffen ins Griechische, die sich im Evangelium finden, müssen nicht vom Evangelisten stammen, sondern können auch bereits in der übernommenen Tradition enthalten sein, so dass keine derartigen Sprachkenntnisse notwendig gewesen wären.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 173-174; Schnelle, Einleitung 217.")
li.slide Markus war wohl <b>ursprünglich ein Heide</b> (und nicht Jude):
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die Perspektive, aus der heraus Markus jüdische Bräuche erklärt, ist die eines Außenstehenden und Distanzierten.
br
span.slide Das zeigt etwa die Art und Weise, wie in Mk 7 auf die Reinheitsvorschrifen Bezug genommen wird.
li.slide Markus spricht dort auch verallgemeinernd von <q>allen Juden</q>, unterscheidet also nicht die unterschiedlichen jüdischen Gruppierungen, die zur Praxis der Reinheitsvorschrifen durchaus unterschiedliche Meinung hatten.
li.slide In Bezug auf den Sabbat mangelt es an Respekt.
br
span.slide Durchaus wurde nämlich im Judentum darüber diskutiert, welche Notfälle es erlauben, den Sabbat zu brechen.
br
span.slide Die Frage war letztlich die, wie weit man dabei gehen kann, ohne den Sabbat innerlich auszuhöhlen.
li.slide Seine undifferenzierte Distanziertheit zum damals gelebten Judentum legt nahe, dass Markus nicht in jüdischem Milieu groß geworden ist.
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 174.")
li.slide Trotzdem muss man Markus attestieren, dass er sich in der jüdischen Bibel (unser Altes Testament) recht gut ausgekannt hat, zumindest was die für den christlichen Glauben relevanten Stellen angeht.
br
span.slide Aber das kann man lernen und aus den Traditionen übernehmen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Ein heidenchristliches Evangelium
p.slide.nomarginbottom
b Insgesamt wird man vom Evangelium selbst ausgehend sagen können: Der Verfasser
q ist ein Heidenchrist, der die literarischen Überlieferungen des Judentums zwar kennt und schätzt, aber zum jüdischen Kernmilieu auf Distanz steht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 171.")
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+bottom_entstehung("verfasser")
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@@ -0,0 +1,60 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_entstehung
+headline_item_active
span Zeit
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 171-172.")
block content
p.slide In der Forschung ist man sich ziemlich einig, dass das Markus-Evangelium um 70. n. Chr. entstanden ist. Strittig ist aber, ob vor oder nach 70 n. Chr.: vor oder nach der Tempelzerstörung.
p.small.slide
| Hin und wieder wird eine Frühdatierung behauptet, etwa auf das Jahr 50 n. Chr. Dabei stützt man sich auf ein Papyrusfragment, das
| in den Höhlen von Qumran gefunden wurde (7Q5). Dessen tatsächlicher Text ist aber sehr unsicher. Das, was man sicher erkennen kann,
| passt auf mehrere Texte der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes sowie auch auf andere Texte der Antike, etwa Homer ...
p.slide.nomarginbottom <i>Ausschlaggebend für die Datierung des Evangeliums ist die Endzeitrede (Mk 13)</i>, in welcher auf die <b>Tempelzerstörung</b> und die damit verbundenen Wirren geblickt wird:
ul.nodisplay
li.slide Sind das noch echte in die Zukunft gerichtete Erwartungen aufgrund des jüdischen Krieges?
li.slide Oder blickt man auf die Tempelzerstörung bereits zurück (<q>vaticinium ex eventu</q> = Voraussage eines bereits eingetretenen Ereignisses)?
p.slide.nomarginbottom Einen Hinweis könnte der <i>Vergleich von Mk 13,1-2 und Mk 14,58</i> geben; dort geht es jeweils um die Tempelzerstörung:
ul.nodisplay
li.slide In Mk 14,58 (Prozess Jesu) wird davon gesprochen, dass der Tempel zerstört und wieder aufgerichtet werden wird.
br
span.slide Doch ein neuer Tempel wurde nie errichtet, und die <i>Ankündigung der Zerstörung des bestehenden Tempels geht nicht näher auf die Details der Zerstörung ein </i> - welche Gebäude?: nur der Tempel?, auch andere Gebäude?
li.slide In Mk 13,1-2, der von Markus gestalteten Überleitung zur Endzeitrede, wird davon gesprochen, dass <i><b>die</b> großen Gebäude (Mehrzahl!) zerstört</i> werden.
br
span.slide
i So ist es tatsächlich im Jahr 70 n. Chr. geschehen: nicht nur der Tempel selbst, sondern auch die umliegenden Gebäude wurden dem Erdboden gleich gemacht.
p.nomarginbottom.slide Dieser Unterschied und die zum historisch Hergang passenden Angaben in Mk 13,1-2 legen nahe:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Markus schaut auf die Tempelzerstörung zurück
p.nomarginbottom.slide
b Das Evangelium nach Markus dürfte kurz nach 70 n. Chr. entstanden sein.
p.small.slide Ein Wort noch zu Mk 14,58:
br
span.slide Im Kern dürfte hier - wenn auch als Falschaussage gekennzeichnet - die Unheilsprophetie Jesu gegen den Tempel erhalten sein.
br
span.slide Historisch hängt sie auf jeden Fall mit Anklage und Verurteilung Jesu zusammen.
br
span.slide
| Dass sie hier als Falschaussage gekennzeichnet ist, könnte dem Umstand geschuldet sein, dass nicht Jesus bzw. die Christen
| für die tatsächliche Zerstörung verantwortlich gemacht werden sollen.
block bottomnav
+bottom_entstehung("zeit")
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@@ -0,0 +1,53 @@
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+headline
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span Ausgewählte Literatur
block content
div.slide
h2 Mk ist mehr als das, was in die Leseordnung LJ B aufgenommen ist
p
| Vergleicht man den Umfang des MkEv mit der Leseordnung, fällt auf, dass einige Stücke herausgelassen und
| dass manche Einheiten nicht in vollem Umfang gelesen werden.
p
| Es ist immer sinnvoll, dass wenigstes der Prediger den vollen Umfang einer Einheit im MkEv kennt
| und bedenkt und auch auch deren Kontext im Gesamt des Evangeliums überblickt.
| Gerade im MkEv ist der Ort einer Erzählung im Gesamtaufbau zu beachten. Oft ergeben sich daraus auch weitere Impulse für die Predigt.
p
| Es ist wichtig, sich bei der Predigtvorbereitung nicht nur die unmittelbare Stelle anzuschauen, sondern auch deren Kontext:
| in welchem größeren Teil des Evangeliums ist sie enthalten, was steht davor, was danach -
| all das wirkt sich auch auf das Verständnis der Stelle selbst aus; manchmal <q>korrigiert</q> eine vorausgehende oder
| nachfolgende Einheit. Keinesfalls darf man eine einzelne Einheit verabsolutieren!
p
| Manchmal bietet es sich auch an, ausgehend von einer Stelle auf deren größeren Zusammenhang hinzuweisen
| und so auch mal generell über die Konzeption des MkEv zu sprechen, gerade was die Lehre <q>auf dem Weg</q> anbelangt.
div.slide
h2 Lesen Sie das Evangelium mehrmals durch
p
| Lesen Sie in der Vorbereitung auf Predigten bzw. das Lesejahr das Evangelium ganz durch, auch mehrmals - dazu lädt das Evangelium ja auch selbst ein.
| Es lohnt sich: es schafft Vertrautheit, lässt Beziehungen der Erzählungen untereinander erkennen usw.
| Folgen Sie auch den Verweisen zu anderen Stellen im Neuen Testament und auch im Alten Testament!
p
| Scheuen Sie sich nicht, einen Kommentar zu Rate zu ziehen. Das hilft, den Blick zu schärfen, und beugt mancher Fehlinterpretation vor.
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@@ -0,0 +1,109 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_impulse_literatur
+headline_item_start
span Ausgewählte Literatur
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h2 Übersetzungen
p.lit_angabe Die Bibel. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Gesamtausgabe.
p.lit_kommentar
| Diverse Ausgaben im Buchhandel. Seit Ende 2016 ist eine überarbeitete Fassung auf dem Markt!
| Ab dem Kirchenjahr 2019 - also ab Advent 2018 - wird diese Fassung mittels neuer Lektionare auch im Gottesdienst verwendet!
p.lit_angabe Elberfelder Bibel.
p.lit_kommentar
| Diverse Ausgaben im Buchhandel. Bei Amazon.de kann man lesen:
|
q
| Die Elberfelder Bibel gilt vielen als die exakteste deutsche Bibelübersetzung. Mit ihr kommt man ganz nah an die hebräische Bibel
| und griechischen Grundtexte heran. Das betrifft nicht nur die Wortwahl, sondenr auch den Satzbau und die sprachliche Struktur.
| Begriffe, die in den Grundtexten gleich lauten, werden auch im Deutschen,soweit es geht,
| gleichlautend wiedergegeben. Dadurch ist die Elberfelder Bibel ein hervorragendes Instrument für detaillierte Textbetrachtung.
| Unübertroffen sind die zahlreichen Verweisstellen-Angaben. Sie erschließen das Netzwerk der innerbiblischen Bezüge
| und bilden fast schon einen Bibelkommentar in sich. Wer den Dingen auf den Grund gehen will, kommt an der Elberfelder nicht vorbei.
p.lit_angabe Münchener Neues Testament: Studienübersetzung.
p.lit_kommentar Sehr wörtliche Übersetzung des NT. Man <q>stolpert</q> beim Lesen - was manchmal sehr nützlich sein kann.
h2 Einleitungen in die Evangelien bzw. die neutestamentliche Theologie
p.lit_angabe Ebner, Martin; Schreiber, Stefan (Hrsg.): Einleitung in das Neue Testament. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Stuttgart 2013. (Kohlhammer Studienbücher Theologie 6)
p.lit_kommentar Kompakte und sehr informative Einführung in das Neue Testament.
p.lit_angabe Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament. 9., durchgesehene Auflage. Göttingen 2013. (UTB 1830)
p.lit_kommentar Kompakte, aber nicht immer einfach zu lesende Einführung in das NT. Ich benutzte die 3. Auflage.
p.lit_angabe Hahn, Ferdinand: Theologie des Neuen Testamentes. 2 Bände: Die Vielfalt des Neuen Testamentes; Die Einheit des Neuen Testamentes. 3. Auflage. Tübingen 2011.
p.lit_kommentar Wenn man tifer einsteigen will. Gut gegliederte Darstellung der ntl. Theologie. Ich benutzte die 1. Auflage.
h2 Kommentare
p.lit_angabe Stuttgarter Kleiner Kommentar zu den Evangelien: Einbändige Sonderausgabe. 2. Auflage. Stuttgart 2011.
p.lit_kommentar
| Gut lesbarer Kommentar. Es gibt auch Hinweise zu Übersetzungsschwierigkeiten - die dann Predigtimpuls werden können.
| Die einzlenen Bibelstellen werden unterschiedlich intensiv behandelt; es wird vor allem auf das Gesamtverständnis Wert gelegt.
br
| Gute Exkurse zu Umwelt und zentralen Themen. Es rentiert sich oft, den Kommentar zu den Parallelstellen in den anderen Evangelien zu lesen,
| da dort evtl. eine Bibelstelle grundsätzlich intensiver behandelt wird oder zusätzliche Hinweise und Verstehenshorizonte gefunden werden können.
p.lit_angabe Ebner, Martin: Das Markusevangelium. Neu übersetzt und kommentiert. 4. Auflage. Stuttgart 2015.
p.lit_kommentar
| Eingangs werden die wichtigsten Themen der Einleitung in das NT vom gleichen Autor referiert. Dann folgt eine
| knappe Kommentiereung des Textes, die leider zu oft Themen nur anreißt und dadurch nicht immer wirklich zu verstehen ist,
| was der Autor meint - mindest, wenn man etwas ungeübter ist.
br
| Zum Teil wirkt dieser Kommentar wir eine Kurzfassung des Kommentars von Schenke, aber es werden auch eigene Akzente gesetzt, vor allem was die zeitgeschitlichen Bezüge anbelangt.
p.lit_angabe Schenke, Ludger: Das Markusevangelium. Literarische Eigenart - Text und Kommentierung. Stuttgart 2005.
p.lit_kommentar
| Ein nicht zu langer und nicht zu kurzer Kommentar, der sich gut lesen lässt. Vor allem interessant sind aber die zu den jeweiligen
| Abschnitten angeführten Rück- und Vorverweise etc. So kann man sich im <q>Koordinatensystem</q> des Markus gut zurechtfinden
| und daraus Impulse für die Predigt gewinnen, weil einem angezeigt wird, wie eine Stelle mit anderen zusammenhängt.
br
| Was mich besonders angesprochen hat ist die fein ausgearbeitete Gliederung und Anordnung im Evangelium. Schon daraus kann man viel lernen.
p.lit_angabe Gnilka, Joachim: Das Evangelium anch Markus. 2 Bände. (Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament [EKK] II/1+2).
p.lit_kommentar
| Sehr ausführlicher Kommentar. Sehr teuer: nicht für den <q>Hausgebrauch</q> gedacht! Dennoch rentiert es sich evtl. darin zu blättern,
| wenn man zu einer Stelle genauer nachschlagen will.
br
| Nicht kaufen, sondern Pfarrer fragen oder in die Bibliothek gehen. Manches ist auch überholt!
h2 Sonstige Literatur und Hilfsmittel
p.lit_angabe Das Markusevangelium. Bibel und Kirche 2/2011.
p.lit_kommentar
| Letztes Markus-Heft dieser Zeitschrift des Katholischen Bibelwerkes in Stuttgart.
br
| Sehr lesenswert, vor allem die Beiträge von Martin Ebner, Stefan Schreiber, Rupert Feneberg, Birgit Opielka und Detlev Dormeyer.
br
| Dass man leicht auf Irrwege kommen kann, wenn man das belegt sehen will, was man belegen will, und dabei nicht
| gründlich und wissenschaftlich genug arbeitet, zeigt der Beitrag von Butting/Minnaard ...
br
| Durchaus lesenwert ist auch der Beitrag von Wolfgang Wieland.
p.lit_angabe Schmid, Josef: Synopse der drei ersten Evangelien. Mit Beifügung der Johannes-Parallelen. Regensburg 2006.
p.lit_kommentar
| Die drei Evangelien nebeneinander, so dass man gut die Parallelen in den Evanglien vergleichen,
| Gemeinsamkeit und Unterschiede finden kann.
p.lit_angabe Theißen, Gerd; Merz, Annette: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch. 4. Auflage. Göttingen 2011.
p.lit_kommentar
| Stellt die Rückfrage nach dem <q>historischen Jesus</q>: Es geht also darum, hinter die Evangelien zurückzufragen,
| wer Jesus von Nazareth als Mensch war. Auf möglichst sachliche und verständliche Weise wird über die Ergebnisse
| der wissenschaftlichen Forschung zum historischen Jesus informiert. Jesu tiefe Verwurzelung im Judentum wie auch sein spezifisches Profil
| werden dargestellt. Abschließend wird der Weg von seinem Selbstverständnis, in Gottes Handeln eine entscheidende Rolle zu spielen,
| zur Verehrung seiner Peson als Messias und Gottessohn verständlich gemacht. Generell ein interessantes Buch, wenn man tiefer einsteigen möchte.
p.lit_angabe Laacher Messbuch 2018. Lesejahr B.
p.lit_kommentar
| Bietet Einführungen zu den Sonntagen und Hochfesten und Impulse zu den Schriftlesungen. Kann somit gut auch zum Schreiben der Predigt als Impulsgeber dienen.
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+bottom_impulse_literatur("literatur")

41
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@@ -0,0 +1,41 @@
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+headline
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span Start
+footnote("Vgl. Dormeyer, Detlev: Vom zweiten wieder auf den ersten Platz. In: Bibel und Kirche 2/2011, 109-112.")
block content
p
| Das Evangelium nach Markus stand <i>lange im Schatten der längeren andern drei Evangelien</i>,
| vor allem des Matthäus-Evangeliums, das beim Entstehen des Viererkanons der Evangelien im 2. Jahrhundert an die erste Stelle kam;
| Augustinus hielt das Markus-Evangelium gar für ein Exzerpt des Matthäus-Evangeliums.
p
| Als das Markus-Evangelium Ende des 18. Jahrhunderts und dann durch die <i>Zwei-Quellen-Theorie</i> seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
| <i>als ältestes Evangelium erkannt und anerkannt wurde</i>, hoffte man vor allem, mit seiner Hilfe die Rückfrage nach dem historischen Jesus vorantreiben zu können.
| Doch es wurde erkannt: <i>Keines der Evangelien</i>, auch das älteste nicht, <i>ist eine Biografie des Lebens Jesu</i> in unserem heutigen Sinn;
| der historische Jesus blickt uns aus keinem Evangelium unmittelbar an.
p
| Evangelien sind vielmehr <i><q>narrative Theologie</q></i>, also <q>erzählende Theologie</q>, die natürlich Anhalt hat am
| Leben und Wirken des historischen Jesus von Nazareth. Sie sind aber durch die <q>Brille</q> Ostern geschrieben
| und die Jesus-Traditionen werden der spezifischen Aussageabsicht des Evangelisten untergeordnet bzw. weiterentwickelt,
| ohne die Jesus-Tradition damit zu verfälschen.
p
| Markus hielt man lange für einen recht schlichten Sammler und Zusammensteller der alten Jesus-Traditionen,
| ohne dass er ein Gesamtkonzept entwickelt hätte. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene
| wissenschaftliche Methoden der Erforschung dieses Evangeliums kräftig gewandelt.
| <i>Markus wurde als Theologie entdeckt, der die Jesus-Tradition geschickt verarbeitet und auf einige Punkte zugespitzt hat.</i>
p
| Auch das Evangelium nach Markus ist mehr als die Summe der einzelnen Erzählungen und verarbeiteten Traditionen.
| Markus hat die ihm zur Verfügung stehenden Traditionen mit ganz bestimmten Intentionen eingebunden und angeordnet.
| Dabei hat er auch - im Sinne einer Aktualisierung von Jesus her auf seine Zeit und Probleme hin - in die Tradition eingegriffen.
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+bottom_nav("start")

32
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title="Einführung in das Evangelium nach Markus"
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106
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span.footnote(data-toggle="tooltip", title=content)
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span &nbsp;
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b
a(href="/") BibelWissen.Halieus.DE
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b Einführung in das Evangelium nach Markus
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a(href=pathoffset+"/impulse_literatur") Impulse und Literatur
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a(href="https://www.halieus.de/bibelwissen/nt_ev_mk-gliederung.pdf", target="_blank", style="padding-left: 1rem; padding-right: 1rem;") Ausführliche Gliederung (PDF)
+bottom_nav("gliederung")
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mixin bottom_impulse_literatur(active)
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@@ -0,0 +1,236 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
+headline_item_active
span Der Anfang vom Ende her (neu) gelesen
block content
p.nomarginbottom.slide Zunächst sei ein Blick auf die <b>Erzählung von der Kreuzigung</b> geworfen:
.viewbox.slide
p.nomarginbottom <i>Verspottung Jesu</i> u. a. durch die jüdischen Führer, mit
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Bezug auf die <i>Tempelzerstörung</i>
li.slide Rückgriff auf <i>Hoheitstitel</i> (<q>Christus</q>, <q>König von Israel</q>) [Mk 15,29-32]
p.nomarginbottom.slide
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b negatives Bekenntnis
.viewbox.slide.konzentrisch-2
p.nomarginbottom <i>Finsternis im ganzen Land</i> [Mk 15,33]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b Abwesenheit Gottes im Land
.viewbox.slide.konzentrisch-3
p.nomarginbottom <i>Jesu Schrei</i> der <b>Gottverlassenheit</b> [Mk 15,34]
.viewbox.slide.konzentrisch-4
p.nomarginbottom <i>Elija</i> kommt nicht [Mk 15,35-36]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b kein himmlischer Helfer
.viewbox.slide.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Jesus stribt mit lautem <i>Schrei</i> und <b>haucht den Geist aus</b> [Mk 15,37]
.viewbox.slide.konzentrisch-2
p.nomarginbottom Der <i>Tempelvorhang zerreißt</i> [Mk 15,38]
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b Abwesenheit Gottes im Tempel
.viewbox.slide
p.nomarginbottom Römischer Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Sohn eines Gottes!</q>
br
span.oi.oi-arrow-right
span
|
b positives Bekenntnis
p.nomarginbottom.slide(style="margin-top: 20px;") <b>Formale Auffälligkeit: <i>konzentrische Gliederung</i></b>
+footnote("Vgl. Schenke, Markus 339-347; Gliederungsgrafik S. 342.")
ol.nodisplay
li.slide <i>Negatives bzw. positivies Bekenntnis</i>.
li.slide <i>Abwesenheit Gottes in Land und Tempel</i>.
br
span.slide.small Anspielung auf die Tempelzerstörung in Mk 15,29-32 und formale Korrespondenz zur Finsternis (= Abwesenheit Gottes im Land)!: Mit dem Zerreißen des Tempelvorhangs kann nichts anders als die Abwesenheit Gottes im Tempel gemeint sein - Präludium seiner Zerstörung 70 n. Chr.
li.slide <i>Jesu doppelter(!) Schrei</i>.
br
span.small.slide Über diesen <i>doppelten</i> Schrei hat man viel nachgedacht - die konzentrische Gliederung zeigt ihn als <q>formale Notwendigkeit</q>!
li.slide <b>Zentrum</b>: <b>Ausbleiben des</b> himmlischen Helfers, konkret des <b>Elija</b>!
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Zu beachten:
|
q Juden würden den Gebetsruf niemals missverstehen und Römer könnten niemals auf die Figur des Elija kommen.
+footnote("Ebner, Markus 164.")
br
span.slide
span.oi.oi-arrow-right
|
i Es war also der Evangelist selbst, der sicher ganz bewusst in die Mitte der Kreuzigungsszene einen Hinweis auf das (Nicht-)Kommen des Elija gesetzt hat.
li.slide Von Mk 9,9-13 her wissen die Leser: Elija war bereits gekommen, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers.
li.slide Dieser hatte nach Mk 1,2-3 den Auftrag, vor Jesus her den Weg für ihn zu bahnen.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Damit wird traditionell auf die Umkehrpredigt und Tauftätigkeit des Täufers hingewiesen.
li.slide Markus ist aber auch daran gelegen, dass der <i>Täufer den Weg Jesu insofern gebahnt hat, als er - quasi vor ihm her - den Weg des Leides und gewaltsamen Sterbens gegangen ist.</i>
br
span.slide Dieser Gedanke steckt auch hinter seiner Einspielung der Passion des Täufers in Mk 6,14-29!
br
span.small.slide Auffällig: Mt 3,3 und Lk 3,4-6 bieten zwar auch den Umkehrruf des Täufers in Anlehnung an Jes 40,3 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Mk 1,3); Mk 1,2 - ein Mischzitat aus Mal 3,1 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Elija) und Ex 23,20 (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Mose) [
span.oi.oi-arrow-right
|
| Verklärung] - haben beide aber nicht übernommen, wiewohl schon in der jüdischen Tradition dieses Mischzitat auf das Kommen Gottes
| bzw. des Messias bezogen wurde.
+footnote("Vgl. Gnilka, Markus I 44.")
|
| Es zu bieten scheint deshalb innerhalb der christlichen Tradition eine Eigenheit des Markus zu sein;
| Grund dafür dürfte das <q>vor dir her</q> sein!
li.slide
i Dieser Weg Jesu, den Johannes vorausgegangen ist, der ist jetzt am Kreuz an seinem Ziel angekommen.
p.nomarginbottom.slide <b>Inhaltliche Betrachtung: <i>Beziehungen zur Erzählung von der Taufe</i></b>
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 173.")
ul.nodisplay
li.slide <q>Zerreißen</q> von Tempelvorhang, der den Kosmos abbildet, beim Tod Jesu bzw. <q>Zerreißen</q> des Himmels bei der Taufe Jesu (im Griechischen gleiches Verb!).
li.slide Jesus <i>haucht</i> beim Tod den <i>Geist aus</i>, in der Tauf kam er <i>auf ihn herab</i>.
li.slide Angesichts des Todes Jesu <i>bekennt</i> der römische Hauptmann Jesus <i>als Sohn eines Gottes</i>, bei der Taufe Jesu wird Jesus <i>von Gott als sein Sohn angesprochen</i>.
br
span.small.slide Hinweis am Rande: In Weish 2,13.18 kann der leidende Gerechte <q>Knecht</q>/<q>Sohn</q> Gottes heißen. Die umgebenden Verse passen gut zur Verspottung Jesu bei der Kreuzigung.
li.slide Der Tod Jesu ist von <i>Gottferne</i> geprägt - Gottes Abwesenheit, kein himmlischer Helfer, der Geist wird ausgehaucht, Jesu Wirken als Menschen auf Erden endet -, bei der Taufe Jesu <i>bricht die Welt Gottes in die irdische ein</i>.
p.slide
b Tod und Taufe Jesu sind so sehr deutlich aufeinander bezogen als gegensätzliche Erzählungen.
br
span.slide Eine indirekte Bestätigung dafür, die wie ein Hinweis verstanden werden kann, findet sich in Mk 10,38: Dort kann mit der Taufe, mit der Jesus getauft werden wird, nichts anders als sein Tod gemeint sein.
p.nomarginbottom.slide In diese Verbindung <q>Anfang des Evangeliums</q> (Wüste) - <q>Tod Jesu</q> passt auch die <b>Erzählung von der Versuchung Jesu</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus wird nach der Taufe 40 Tage vom Satan versucht.
li.slide Worin diese Versuchung besteht, wird in Mk 8,33 entschlüsselt:
br
span.slide dort nennt Jesus den Petrus Satan, weil er ihn von seinem Weg abbringen will.
li.slide Mit dem Tod am Kreuz ist der Weg Jesu vollendet, die Versuchung des Satan gescheitert und dieser somit besiegt.
br
span.small.slide Vgl. auch Mk 10,45: In diesem traditionellen - also von Markus nicht selber formulierten, sondern so schon vorgefundenen - Satz ist der Tod als <q>Zeitpunkt</q> der Erlösung genannt, wie auch sonst in der Tradition (vgl. etwa Röm 3,25).
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Kreuzigungsszene und der Anfang des Evangeliums sind aufeinander bezogen
p.nomarginbottom
b Die Kreuzigungserzählung ist bei Markus wie ein großer Hinweispfeil auf den Anfang des Evangeliums Mk 1,2-13 gestaltet, wo vom Kommen des Elija/Täufers, der Taufe Jesu und seiner Versuchung die Rede ist.
p.slide Nach dem Tod Jesu bricht Gott in der Auferstehung wieder in die Welt ein.
br
span.slide Zu den Bezügen zwischen den beiden Teilen <q>Grab</q> und <q>Wüste</q> siehe die Ausführungen zur Gliederung!
p.slide.nomarginbottom
| Von Tod und Auferstehung Jesu her begegnet im Neuen Testament das Thema <b><q>Neue Schöpfung</q></b> (
span.oi.oi-arrow-right
|
| 2 Kor 5,17; Röm 6,4; Gal 5,15).
ul.nodisplay
li.slide Markus spielt daran an, wenn am ersten (!) Tag der achten (!) <q>Woche</q> früh am Morgen die Sonne aufgeht und sich nach dem Tod das Leben neu die Bahn gebrochen hat.
li.slide Allerdings bleibt hier, am Ende des Evangeliums, die Leerstelle: Jesus wird nach der Auferstehung nicht hier geschaut, man muss nach Galiläa gehen.
p.slide.nomarginbottom Doch nicht nur in der Erzählung vom leeren Grab findet sich der <b>Gedanke der Neuschöpfung</b>, vielmehr ist dieser <b>auch in der Erzählung Mk 1,2-13</b> ins Bild gebracht:
ul.nodisplay
li.slide Die Themen <q>Versuchung durch den Satan</q> und <q>Leben mit den wilden Tieren</q> erinnern an das Paradies (Gen 1+2) bzw. an den Gedanken der Neuschöpfung (Jes 65,25 in Verbindung mit Jes 65,17).
br
span.slide.small Oft wird an Jes 11,1-9 gedacht, wo das messianische Friedensreich Thema ist; das ist nicht falsch, aber nicht genug als Bezug!
li.slide Der erste Teil des Evangeliums folgt von Mk 1,2-3 her dem Schema: <q>Gott sprach - es geschah</q>, genau wie die erste Schöpfungserzählung (Gen 1).
br
span.slide.small Leider mal wieder von den Übersetzungen oft kaschiert: sowohl V 4 (Johannes tritt auf) als auch V 9 (Jesus kommt zur Taufe) beginnt mit <q>es geschah</q>!
li.slide
| Bei der ersten Schöpfungserzählung heißt es in Gen 1,2, dass der Geist Gottes über der Urflut schwebte,
| bei der zweiten in Gen 2,7, dass Gott dem Menschen den Lebensatem einhaucht.
br
span.slide
| Zu beachten ist, dass die <q>rabbinische Theologie ... das Schweben des Gottesgeistes über den Wassern (Gen 1,2) mit dem Schweben eines Vogels, einer Taube oder eines Adlers veranschaulichen</q>
+footnote("Gnilka, Markus I 52.")
|
| kann.
br
span.slide In Mk 1,10 heißt es nun, dass der <i>Geist Gottes wie eine Taube herabkommt</i>, und zwar auffälligerweise nicht, wie meist übersetzt wird, auf Jesus herab, sondern in Jesus hinein.
br
span.slide.small Beides (<q>herab</q>, <q>herein</q>) ist, wie die Kommentare zur Stelle sagen, sachlich identisch. Auffallend ist es trotzdem. Zumal Mt und Lk von Jes 42,1 - der Stelle, die hier zugrunde liegt - her den Markus-Text verändern und statt <q>hinein</q> <q>herab</q> schreiben.
br
span.slide.small Ferner ist zu beachten, dass der Geist Gottes <q>traditionell</q> nicht nur mit der Taufe - Jesu und des Gläubigen -, sondern auch mit der Auferstehung Jesu und seiner Einsetzung in Macht (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Röm 1,4!) verbunden ist.
li.slide Die Wüste als Wirkort des Täufers und Ort der Versuchung Jesu steht für Neuanfänge:
ul.nomarginbottom
li.slide Konstituierung Israels in der Wüste (Mk 1,2 <span class="oi oi-arrow-right"></span> Ex 23,20);
li.slide Neuanfang nach dem Exil in Babylon (Mk 1,3 <span class="oi oi-arrow-right"></span> Jes 40,3);
li.slide aber auch: Schöpfung (Gen 1,2: Tohuwabohu [<q>wüst und leer</q>] als Beschreibung der Roh-Erde).
li.slide Ferner kann das Wörtchen <q>Anfang</q> in Mk 1,1 von Gen 1,1 her interpretiert werden:
br
span.slide Markus erzählt in seinem Werk mit der <q>Geschichte Jesu</q> den <q>Beginn der Neuen Schöpfung</q>.
li.slide Nicht zu vergessen ist auch unter diesem Aspekt die Sabbat-, also Wochen-Struktur des Evangeliums:
br
span.slide Wie Gott die Schöpfung in 7 Tagen vollendete, so Jesus die Neu-Schöpfung in den 7 Wochen seines Wirkens.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Erzählung von der Taufe erscheint bei Markus wie eine an den Anfang des Evangeliums gestellte Ostererzählung
p.nomarginbottom
b Markus erzählt am Anfang seines Evangeliums - Mk 1,1-13 - von der Neuen Schöpfung, die in Tod und Auferstehung Jesu Wirklichkeit geworden war und in die der einzelne Gläubige durch die eigene Taufe hineingestellt wird.
br
b Damit aber verbindet sich die Sendung, den Weg Jesu, den der Täufer auf seine Weise vorausgegangen ist, <q>hinter Jesus her</q> nachzugehen und dabei den Versuchungen des Satan zu widerstehen, wie Jesus es getan hat.
p.slide.small.nomarginbottom Zwei Stellen aus dem Römerbrief könnten hier eine Rolle gespielt haben:
ul.nodisplay.small
li.slide
b Röm 1,1-4
br
q
| Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen,
| das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in den heiligen Schriften:
br
| das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach gekommen ist als Nachkomme Davids,
br
| der <i>dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten</i>,
br
| das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.
li.slide
b Röm 6,3-4 [Osternacht!]
br
q
| Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
br
| Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod;
br
| und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir <i>in der Neuheit des Lebens [<span class="oi oi-arrow-right"></span> Neuschöpfung] wandeln</i>.
br
span.slide
i Auch hier wird die Taufe vom Tod her interpretiert und mit dem Gedanken der Neuschöpfung verbunden.
//- p.small.slide Angesichts dieser von Ostern her gestalteten Tauferzählung kann die Aussage von Schenke, Markus 353 nur unterstrichen werden: Das Werk des Markus ist <q>als Ganzes die Geschichte einer Epiphanie.</q>
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@@ -0,0 +1,95 @@
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+headline
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span Ende ist Anfang
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 180-181.")
block content
p.slide.nomarginbottom Das <b>Evanglium endet</b> - trotz Auferstehungsbotschaft - <b>in der Katastrophe</b>:
ul.nodisplay
li.slide Die Jünger sind geflohen.
li.slide Die Frauen richten die Auferstehungsbotschaft niemandem aus.
p.slide.nomarginbottom
b Wer also folgt der Verheißung des Jünglings im Grab, dass Jesus vorausgeht nach Galiläa und er sich dort sehen lässt?
p.slide
q
| Die beste Lösung des abrupten Schlusses eröffnet sind in rezeptionsästhetischer Sicht ...: Der Leser ist angesprochen.
| Er kann Jesus <q>sehen</q>, wenn er den Text des Evangeliums erneut liest, die sieben Wochen hinter Jesus her geht -
| und sich von ihm über die wahre Nachfolge <i>auf dem Weg</i> die Augen öffnen lässt.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 164 (incl. Hervorhebung).")
p.slide.nomarginbottom So kann der <b>Schluss</b> des Markus-Evangeliums <b><i>in doppelter Hinsicht</i> Impuls an den Leser</b> sein und <b>zu einem Anfang werden</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Das Evangelium noch einmal - immer wieder! - von vorne lesen</i>,
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide um den Weg Jesu <i>immer besser und tiefer zu verstehen</i>,
li.slide ihn <i>für das eigene Leben anzueignen</i>
li.slide und aus ihm <i>Kraft schöpfen auf dem eigenen Weg der Nachfolge</i>.
li.slide <i>Das Evangelium von Jesus in Wort und Tat verkünden</i>
br
span.slide und so <i>in die Kommunikationslücke eintreten</i>, die durch die Flucht der Jünger und das Schweigen der Frauen entstanden ist.
p.slide.nomarginbottom Sicher kennen (auch) die (ersten) Leser des Markus-Evangeliums Erzählungen von Erscheinungen des Auferstandenen!
br
span.slide.small Nach 1 Kor 15 gehören sie ja auch zum Grundbetand der Glaubenstradition.
br
span.slide Gerade angesichts dessen ist das <b>Verschweigen der Erscheinungserzählungen</b> einerseits und der <b>Rückverweis auf Galiläa</b> andererseits <b>genial</b> und <i>passt ausgezeichnet zur gesamten Evangelienkomposition</i> des Markus:
ul.nodisplay
li.slide Die <i>nachösterliche Nachfolge</i> wird <i>rückgebunden an den vorösterlichen Ruf Jesu in die Nachfolge</i>, an das <q>hinter ihm her</q>, mit dem sein Wirken in Galiläa begann.
li.slide Dieses <i><q>hinter ihm her</q></i> wird dann <i>im Evangelium, der <q>fundierenden Geschichte</q></i> der Jesus-Nachfolge, vor allem <q>auf dem Weg</q> <i>näher expliziert</i>.
li.slide <i>In der ersten <q>Woche</q> in Galiläa wird der mit Jesu Auftreten verbundene Anbruch der Gottesherrschaft paradigmatisch durchgespielt:</i>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Jesus beginnt</b> eine <b>neue Sammlungsbewegung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie besteht aus Menschen, die <i><q>hinter ihm her</q></i> gehen.
br
span.slide Denn diese Nachfolge-Gemeinschaft <i>eignet sich die Lehre <q>auf dem Weg</q> an und praktiziert sie</i>.
li.slide Dabei ist <i>im Menschenfischerwort der nachösterliche Missionsauftrag enthalten</i>.
li.slide Die <b>Lehre, die die Dämonen bannt</b> und die zunächst nicht inhaltlich näher bestimmt wurde, <b>ist die Lehre <q>auf dem Weg</q></b>.
br
span.slide
| Sie besiegt - je neu - den Satan, der von Jesus schon <q>ein für alle Mal</q> besiegt ist (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Versuchungsgeschichte; Kreuz).
li.slide Diese Lehre <b>richtet den Menschen auf zum Dienst aneinander</b>.
br
span.slide Das Aufrichten der Schwiegermutter des Petrus und ihr darauffolgender Dienst an Jesus und den Jüngern ist die <i>Mitte der ersten <q>Woche</q></i>!
p.slide.nomarginbottom
| Das fluchtartige Verlassen des Grabes durch die Frauen und ihr Schweigen sind für den Leser wie ein <q>Hier geht's nicht weiter!</q>
br
span.slide Und der Jüngling im Grab <q>beschildert</q> die Umleitung: <q>Nach Galiläa!</q>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading In Galiläa Jesus <q>sehen</q>
p.slide.nomarginbottom
b Nicht der Blick auf den Auferstandenen ist die Krönung des Evangeliums, sondern - gerade von der Auferstehung Jesu her - sein Ruf in die Nachfolge und damit verbunden das Gehen auf dem Weg <q>hinter Jesus her</q> - mit allem was dazugehört.
p.slide.nomarginbottom Damit wird deutlich eingeschärft, was Jesu programmatischer Ruf am Anfang seines Wirkens war und ist:
br
i Das Reich Gottes ist angebrochen, hier auf dieser Erde.
br
i Und das muss Konsequenzen haben, hier auf dieser Erde.
p.slide
| Wie bei der Erzählung von der Verklärung Jesu müssen die Leser vom vermeintlichen Höhepunkt <q>herabsteigen</q>,
| den Weg des Menschensohnes bedenken und zusehen, dass sie - anders als die Jünger vor Ostern -
| auf dem eigenen Weg der Nachfolge nicht versagen.
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+bottom_theologische_grundgedanken("ende_anfang")
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@@ -0,0 +1,156 @@
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+headline
+headline_item_start
+headline_item_theologische_grundgedanken
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q
| Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, eines Sohnes eines Gottes
span
|
| (Mk 1,1)
block content
h2.slide
q Evangelium ... eines Sohnes eines Gottes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 176-177.")
p.nomarginbottom.slide Zwei Beobachtungen seien zunächst festgehalten:
ol.nodisplay
li.slide <b>Markus ist der einzige <q>Evangelist</q>, der sein Werk <q>Evangelium</q> nennt.</b>
br
span.slide Wiewohl Matthäus und Lukas sein Werk kannten und sogar benutzt haben, nannten sie ihre Werke anders:
br
span.slide <q>Erzählung</q> (Lukas) bzw. <q>Buch</q> (Matthäus, in Anlehnung an alttestamentliche Vorbilder).
li.slide <b><q>Evangelium</q> in der paulinischen Tradition ist Kurzformel für Tod und Auferstehung Jesu.</b>
br
span.slide
| <q>Evangelium</q> bei Paulus bezieht sich gerade <i>nicht</i> auf eine <i>Erzählung das irdische Leben Jesu betreffend</i> -
| das spielt bei Paulus insgesamt eine absolut untergeordnete Rolle. Er entwickelt seine ganze Theologie aus dem Bekenntnis,
| dass der Gekreuzigte auferstanden ist.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 30px;")
p.nomarginbottom
b Es war offenbar gar nicht so naheliegend, dass Markus sein Werk <q>Evangelium</q> nennt.
p.slide.nomarginbottom
b
| Schlüsselstelle Mk 1,14-15
span
| :
|
i <b>Evangelium</b> mit <b>Anbruch der Herrschaft Gottes</b> verbunden.
p.nomarginbottom.slide Das lässt erahnen, dass Markus sein <b>Evangelium vor einem ganz bestimmten zeitgeschichtlichen Hintergrund verfasst</b>:
ul.nodisplay
li.slide
| 68 n. Chr.: Tod Kaiser Neros
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| bürgerkriegsartige Wirren im römischen Reich; ständig mobilisieren neue Kandidaten ihre Legionen, um Anspruch auf den Kaiserthron zu erheben.
li.slide 69 n. Chr.: <b>Evangelien</b> aus dem Osten treffen in Rom ein:
br
span.slide <b>General Vespasian</b> - gerade mit seinen Truppen in Palästina - ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
li.slide
| Nach dem <b>Sieg über die Gegner</b> in Rom und die <b>Anerkennung seiner Wahl</b> durch den Senat gehen diese <b>Evangelien</b> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
p.nomarginbottom.slide Vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund erscheinen auch andere <b>Erzählzüge im Evangelium in einem neuen Licht</b>:
ul.nodisplay
li.slide
| Wie es Markus von Jesus erzählt, <q>wirkte</q> Vespasian <i>zunächst in Galiläa</i> und zog <i>dann von Cäsarea Philippi aus Schritt für Schritt nach Jerusalem</i> - natürlich mit ganz anderer Absicht.
li.slide Markus gebraucht in seinem Evanglium zweimal die Wendung <q>Sohn eines Gottes</q> für Jesus:
ul.nodisplay
li.slide <i>Am Anfang seines Evangeliums</i>: <i><q>eines Sohnes eines Gottes</q></i>.
li.slide <i>Als Jesus stirbt</i>, spricht der römische (!) Hauptmann: <q>Wahrhaftig, dieser Mensch war <i>ein Sohn eines Gottes</i></q> (Mk 15,39).
p.slide.nomarginbottom
span Markus schreibt nicht <q>des Sohnes Gottes</q> und nicht <q>war Gottes Sohn</q>; er gebraucht jeweils die artikellose Form!
br
span.slide Die Übersetzungen - selbst die <q>wörtlichen</q> - sind hier in der Regel nicht korrekt!
p.slide.nomarginbottom <q>Sohn eines Gottes</q> aber ist <i>im römischen Reich Kaisertitulatur</i> zu Lebzeiten eines Kaisers.
br
span.slide.small Bei Vespasian - dessen Vater ja nicht schon Kaiser war und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war - war das zwar nicht auf Anhieb so, aber auch er hat diesen Titel <q>Sohn eines Gottes</q> für sich beansprucht.
p.nomarginbottom.slide
b Markus setzt also Person und Weg von Vespasian und Jesus zueinander in Beziehung.
br
span.slide Und mit dem Bekenntnis des römischen Hauptmannes unter der Kreuz geschieht eine gewaltige Umwertung:
p.slide
i Der Titel für den mächtigsten Mann, den <q>Ersten</q> - den Kaiser -, wird auf den übertragen, der nach göttlichem Ratschluss als Messias der <q>Letzte</q> von allen wurde und den schändlichen Kreuzestod starb.
p.slide So erklärt sich, dass Markus sein Evangelium schon mit diesem Titel des Ersten der damaligen Zeit beginnt:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Bei euch aber soll es anders sein ...</q> (Mk 10,43)
p.nomarginbottom
b
| Den
|
q <q>Evangelien</q> vom Herrschaftsantritt Vespasians als römischen Kaiser wird im MkEv das Evangelium vom Beginn der Gottesherrschaft, wie es von Jesus proklamiert wird, entgegengesetzt.
span.footnote(data-trigger="tooltip", title="Ebner, Einleitung 176.")
br
spans.slide Das <q><i>Du</i> bist gemein geliebter Sohn, an <i>dir</i> habe ich Wohlgefallen gefunden.</q> (Mk 1,11) und <q><i>Dieser</i> ist mein gelieber Sohn; auf <i>ihn</i> sollt ihr hören!</q> bekommt dadurch eine ganz eigene Note!
br
b.slide Denn: Jesus ist der <q>Erste</q>, der <q>Letzter</q> wurde.
br
span.slide Das ist das Evangelium, das Markus erzählt.
br
span.slide Das ist das Evangelium, auf das zu hören ist, das also - in der Nachfolge Jesu - im eigenen Leben Anwendung finden will.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") <u>Anfang</u> des Evangeliums Jesu Christi
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Schenke, Markus 44.")
p.nomarginbottom.slide Markus beginnt sein Werk nicht mit <q>Evangelium Jesu Christi</q>, sondern stellt noch <q>Anfang</q> davor.
p.slide.nomarginbottom Worauf bezieht sich dieses Wörtchen <q><b>Anfang</b></q>?
ul.nodisplay
li.slide Auftreten von Johannes dem Täufer?
br
span.slide Von ihm wird ja als erstes erzählt!
li.slide Oder ist der Ratschluss Gottes in Mk 1,2-3 gemeint?
br
span.slide Das ist die vorzeitliche Bedingung der Möglichkeit des Evangeliums!
li.slide Oder bezieht es Markus auf sein ganzes Werk?
br
span.slide Das erscheint das Wahrscheinlichste zu sein!
p.nomarginbottom.slide <b>Anfang</b> - bzw. das griechische Wort, das hier zugrunde liegt - <b>hat</b> einen <b>doppelten Sinn</b>!
ul.nodisplay
li.slide <b>Zeitlicher Anfang</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide In der <i>Verkündigung, im Leben, Sterben und Auferstehn Jesu</i> nimmt das Evangelium seinen <i>zeitlichen Anfang</i>.
li.slide <i>Es setzt sich fort in der nachösterlichen Verkündigung</i>, in der Zeit also, auf die das Evangelium schon blickt (Mk 13,10; 14,9), und die die Zeit ist, in der die Adressaten des Markusevangeliums leben.
br
span.slide Sie leben sozusagen in der <q>Fortsetzung</q> dessen, was mit Jesus seinen Anfang genommen hat.
li.slide <b>Grund und Ursprung</b>
p.slide.nomarginbottom Gerade für die Zeit, in der die Leser seines Werkes leben, erzählt Markus von <i>Grund und Ursprung</i> der Verkündigung und des Lebens in der Nachfolge Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Markus erzählt den <i>normativen Anfang</i>, die <i>fundierende Geschichte</i>.
li.slide An ihm/ihr hat sich zu <i>messen, ob das, was als Evangelium Jesu gelebt bzw. verkündet wird, auch tatsächlich dieses Prädikat verdient!</i>
li.slide
| In diesem Sinne lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
|
span.slide
q Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
span
|
| (Mk 8,34)
br
span.slide <i>Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.</i>
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Mehr als ein Blick in die Vergangenheit
p.nomarginbottom
b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die <q>fundierende Geschichte</q> für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
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+bottom_theologische_grundgedanken("evangelium")
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+headline
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+headline_item_theologische_grundgedanken
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span Aufbruch zu den Heiden
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 160-162.")
block content
p.slide Im zweiten Teil des zweiten Hauptteils, dem <b>Galiläa-Teil</b> des Evangeliums, unternimmt Jesus immer wieder <b>Fahrten an das gegenüberliegende Ufer</b>.
p.slide.nomarginbottom Diese Fahrten sind <i>nicht wirklich auf einer Landkarte nachzuvollziehen</i>:
ul.nodisplay
li.slide Gerasa - dorthin geht die erste Reise - liegt 50 km entfernt vom See.
li.slide Betsaida ist nur wenige Kilometer von Kafarnaum entfernt - da wäre die Reise zu Fuß die sinnvollere Variante.
li.slide Die Lokalisierung von Gennesaret ist bis heute nicht geklärt (auch wenn die Karten zur Bibel etwas anderes suggerieren!).
p.slide.nomarginbottom Schüssel zum Verständis der Fahrten: die Reisenotizen sind im Sinne einer <b>religiösen Landschaftskarte</b> zu interpretieren
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <i>Westliches Ufer</i>: hier leben <i>Juden</i>.
li.slide <i>Östliches Ufer</i>: hier leben <i>Heiden</i>.
p.slide So ist es von den Menschen her, denen Jesus da und dort begegnet, zu verstehen.
br
span.slide Und dies ist dann auch bei der Interpretation der einzelnen Erzählungen wichtig!
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die erste Fahrt ins Heidengebiet (Mk 4,35-5,20)
p.slide.nomarginbottom Die erste Überfahrt ist durch <b>einige Auffälligkeiten</b> gekennzeichnet:
ul.nodisplay
li.slide
| Das Boot kommt in einen <b>Sturm</b>:
br
span.slide
q In der mythischen Denkwelt der Antike können die widrigen Winde als dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter verstanden werden, die die Ankunft des Jesusbootes in ihrem Gebiet verhindern wollen.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160-161.")
br
span.slide Jedenfalls gelingt die Rückfahrt jedesmal ohne Probleme ...
li.slide
i
b Die trotzdem gelungene Überfahrt ins Heidenland zeigt Jesus als Besieger der heidnischen Götter.
li.slide
| Real-Geschichtlicher Hintergrund: Widerstände gegen die Heidenmission von heidnischer Seite;
br
span.slide konkret vor allem wohl die Verfolgung unter Kaiser Nero mit vielen Toten.
br
span.slide
i
b Aussage der Erzählung:
br
ul.nodisplay
li.slide
b Die Heidenmission geht auf Jesus selbst zurück und entspricht seinem Auftrag (siehe auch unten!).
li.slide
b Jesus als Sieger über die heidnischen Chaosmächte/Gotter wird die Kirche vor dem Untergang bewahren - sein passives Verhalten, das die Angst vor dem Untergang verstärken kann, ist keine Schwäche sondern <q>nur</q> Duldung.
li.slide
b Von der <i>Lehre <q>auf dem Weg</q></i> her betrachtet gilt auch: Das eigene Leben in der Verkündigung des Evangeliums zu verlieren ist gelebte Kreuzesnachfolge.
p.slide.nomarginbottom Auch die <b>Heilung in Gerasa</b> ist <b>eigenwillig gestaltet</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>In Gerasa</b> angekommen, <b>steigt nur Jesus aus</b> und später wieder ein (Mk 5,2.15) - die Jünger betreten das Heidenland nicht!
li.slide Die <b>Dämonen</b> werden <b>in</b> eine <b>Schweineherge verbannt</b>.
li.slide Diese <b>stürtz dann mit den Dämonen ins Meer</b> - in den Untergang.
li.slide <i>Hintergrund</i>: Schweine waren/sind die von den Juden am meisten verhassten Tiere.
li.slide
i
b Die Austreibung der Dämonen kann also als (Versuch der) Reinigung des Heidenlandes durch Jesus verstanden werden.
li.slide Doch <i>so</i> kann Jesus keinen Fuß fassen: Jesus wird wieder weggeschickt.
ul.nodisplay
li.slide <i>Vordergründig</i>: Wirtschaftlicher Schaden durch die Vernichtung der Schweineherde.
li.slide <i>Hintergründig</i>: Die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften, die den Heiden fremd sind, stehen der Heidenmission im Weg.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der See Gennesaret symbolisiert die Trennlinie zwischen Juden und Heiden
p.nomarginbottom
b
| Ihre unverrückbare Basis ist der jüdische Monotheismus, der Glaube an den einen einzigen Gott Israels, der das Judentum vom Heidentum unterscheidet.
br
| Im konkreten Alltag manifestiert sich diese Trennlinie besonders in den jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften.
br
| In diesem Abschnitt des Evangeliums setzt sich Markus mit den Problemen und Fragen auseinander, die die Überquerung dieser Trennline in der Verkündigung des Evangelums mit sich bringt.
br
i Konkret:
ul.nomarginbottom
li Ist die Heidenmission im Sinne Jesu?
li Gehen wir dabei nicht unter? (angesichts von Verfolgungen und den Auseinandersetzungen unter Christen, die es dabei gibt!)
li Reicht das Bekenntnis zu Jesus als Christus und zum einen und einzigen Gott Israels (Monotheismus) aus, oder müssen Heiden auch auf andere Dinge - wie vor allem das jüdische Gesetz - verpflichtet werden?
p.slide Auch wenn Jesus selbst wieder das Heidenland verlassen musste, es <b>bleibt ein Bote zurück</b>, nämlich der Geheilte.
br
span.slide
| Ihm gibt Jesus den Auftrag:
|
i
q Geh nach Hause und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.
|
| (Mk 5,19)
p.slide.nomarginbottom <b>Diese Sendung</b> ist dem Evangelisten Markus <b>besonders wichtig</b>:
ul.nodisplay
li.slide Der ganze Block <q>erste Überfahrt ins Heidengebiet</q> ist der <b>Mittelteil der dritten <q>Woche</q></b>!
li.slide Das bedeutet auch: Die <b>Aussendung des geheilten Heiden</b> erfolgt <b>genau zwischen</b> der Erzählung von der <b>Wahl der Zwölf</b> einerseits <b>und ihrer Aussendung</b> andererseits.
.small
.viewbox.slide(data-slideslave=".slides-dritteWoche")
p.nomarginbottom Der Andrang der Menschen
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Die Wahl der Zwölf
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Verstockte Gegnerschaft und wahre Familie
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-4
p.nomarginbottom Gleichnis und Lösung
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-5
p.nomarginbottom
b Erste Fahrt ins Heidengebiet
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-4
p.nomarginbottom Geheimnis und Offenbarung bei Jesu Taten
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-3
p.nomarginbottom Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Die Aussendung der Zwölf
.viewbox.nodisplay.slides-dritteWoche
p.nomarginbottom Ausführung des Missionsauftrages
.alert.alert-primary.slide(style="margin-top: 20px;")
h4.alert-heading Jesus selbst eröffnet die Heidenmission
p.nomarginbottom
b Wo die Kirche nach Ostern diesen Weg geht, führt sie das von Jesus begonnene Werk fort.
br
span Mit den Überfahrten ins Heidengebiet macht der Evangelist deutlich, dass Jesu Botschaft und seine Taten auch den Heiden gelten.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite <q>Fahrt</q> ins Heidengebiet (Mk 6,45-52; 6,53-8,9)
p.slide.nomarginbottom Die zweite Überfahrt <b>misslingt völlig</b>:
ul.nodisplay
li.slide Statt in Betsaida kommt das Boot in Gennesaret an.
li.slide <b>Grund: Gegenwind</b>, der den Jüngern - noch ohne Jesus mit im Boot - das Rudern schwer macht.
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <q>Dämonische Chaosmächte der heidnischen Götter</q> wie bei erster Überfahrt? - möglich.
li.slide <i>Wahrscheinlicher</i>: <b><q>Gegenwind</q> gegenüber der Heidenmission von judenchristlicher Seite aus!</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Hinweis 1: Gleich im Anschluss - nach dem üblichen Andrang, wenn Jesus wohin kommt -: Auseinandersetzung zu Rein und Unrein, dem Thema schlechthin im Hinblick auf Heidenmission, Gültigkeit des jüdischen Gesetzes (im Sinne der Reinheits- und Speisevorschriften) und Tischgemeinschaft zwischen Judenchristen und Heidenchristen.
li.slide Hinweis 2: Gliederung vierte <q>Woche</q> insgesamt:
.nodisplay.slide
.viewbox
p.nomarginbottom
i Erster Durchgang
ul.nomarginbottom
li Vergeblicher Rückzug/Andrang des Volkes
li
b Speisung der Fünftausend - Krönung des Wirkens Jesu im Judenland
li
i Epiphanie Jesu auf dem Wasser - Zweite Überfahrt ins Heidenland, die am <q>Gegenwind</q> scheitert
.viewbox.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
i Zweiter Durchgang
ul.nomarginbottom
li Andrang des Volkes, Heilung in Gennesaret
li
b Auseinandersetzung mit den Gegnern zu <i>Rein und Unrein</i>
li
b Rätselwort über <i>Rein und Unrein</i>
li
| <b>Lösung des Rätselwortes - Erklärung an die Jünger</b> mit Kommentar des Evangelisten:
| <q>Damit erkärte Jesus alle Speisen für rein.</q> (Mk 7,19)!
.viewbox
p.nomarginbottom
i Dritter Durchgang
ul.nomarginbottom
li <i>Aufbruch ins Heidenland</i> zu Fuß (mit Unmöglichkeit, dass er verborgen blieb)
li Der Glaube der <i>heidnischen</i> Frau (Tyrus, später weiter über Sidon; beides heidnische Städte)
li Die Heilung eines Taubstummen (Wieder am See, Dekapolis - immernoch im Heidenland, und jetzt tatsächlich am <q>gegenüberliegenden Ufer</q>)
li
b Speisung der Viertausnd - Krönung des Wirkens Jesu im Heidenland
li.small Stipvisite im Judenland: Zeichenforderung der Gegner Jesu
li.small Dritte Überfahrt ins Heidenland: Die blinden Jünger
i.slide
| Die Auseinandersetzungen zu Rein und Unrein stehen genau zwischen der Speisung der Fünftausend (Juden)
| und der Speisung Viertausend (Heiden).
li.slide.small
| <i>Hintergrund:</i>
| Vor allem in den ersten Jahrzehnten nach Ostern gab es heftige Auseinandersetzungen
| zwischen Judenchristen, die für die gesetzesfreie Heidenmission offen waren, und besonders Thora-treuen Judenchristen,
| die die Heiden auf das jüdische Gesetz mit seinen Reinheits- und Speisevorschriften verpflichten wollten.
li.slide Mit dem Landweg, über den Jesus dann nach der gescheiterten Fahrt doch im Heidenland ankommt - dem Ziel der Überfahrt -, <b>umgeht Jesus die durch den See Gennesaret gezogene Linie zwischen Juden und Heiden</b> ganz anschaulich!
li.slide Wie Jesus den See Gennesaret umgeht, so darf man <b>in seiner Nachfolge die jüdischen Speise- und Reinheitsvorschriften umgehen</b>.
li.slide <b>Brücke zu den Heiden</b> sind seine <b>theologischen Ausführungen zu Rein und Unrein</b>.
li.slide.small Aus dieser Episode darf man zu allen Zeiten eines ableiten: ohne vorausgehende (theologische) Klärung können Unternehmungen schnell zu einer Irrfahrt werden bzw. am Gegenwind scheitern.
p.slide.nomarginbottom Weitere <b>Auffälligkeiten und Besonderheiten</b> der zweiten Visite Jesu im Heidenland:
ul.nodisplay
li.slide <b>Jesu Offenbarung bei der Besänftigung des <q>Gegenwindes</q> auf dem See</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus offenbart sich auf dem See mit der <i>alttestamentlichen Gottesformel <q>Ich bin (es)</q></i>.
li.slide Insofern die Stillung des <q>Gegenwindes</q> auf dem See eine Vorwegnahme der Erklärungung Jesu zu Rein und Unrein ist, ist mit dieser Offenbarungsformel zum Ausdruck gebracht: <i>der biblische Gott selbst nimmt - ein paar Verse später - Stellung zu Rein und Unrein!</i>
li.slide <b>Umqualifizierung von Rein und Unrein</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Die aus dem Kult stammende Unterscheidung von Rein und Unrein im Hinblick auf Nahrung, Reinigung bestimmter Gegenstände, bestimmten Krankheiten etc. wird zwar zurückgewiesen.
br
span.slide Damit ist der Weg zu den Heiden geöffnet.
li.slide Dennoch wird auch weiterhin zwischen Rein und Unrein unterschieden, doch diese Unterscheidung wird <i>ethisch qualifiziert</i>.
li.slide <b>Gespräch mit der heidnischen Frau vor der Heilung der Tochter</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus reagiert zunächst ablehnend.
li.slide Ein tiefsinniges Gespräch entwickelt sich.
li.slide Darin wird die <i>heilsgeschichtliche Vorrangstellung der Juden</i> von der Heidin anerkannt.
li.slide Daraufhin kommt es tatsächlich zur Heilung der Tochter.
li.slide <b>Heilung des Taubstummen</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Diese Heilung erfolgt ohne vorhergehenden Klärungsbedarf - das ist ein für alle mal erledigt.
li.slide Rein äußerlich: Jesus heilt nicht anders als die heidnischen Wunderheiler.
li.slide Tiefer geschaut: Heilung des Taubstummen <i>im Heidenland</i>:
br
span.slide <i>Das Wort des Gottes Israels hören und den Glauben an ihn bekennen</i>, dazu öffnet Jesus dem Heiden Ohren und Mund.
li.slide Dieses Heilungwunder Jesu hat <i>grundsätzliche Bedeutung</i>:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die umstehenden Menschen - wohl als Heiden vorzustellen! - stimmen in das Lob des Gottes Israels mit biblischen Worten ein:
|
q Er [= Jesus] hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
|
| (Mk 7,37)
br
span.slide
| Damit wird einerseits Gen 1,31 aufgegriffen (<q>Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.</q>),
| andererseits Jes 35,5-6 (Kontext: Verheißung des messiansichen Heils; <q>die Ohren der Tauben sind wieder offen, ... die Zunge des Stummen jauchzt auf</q>).
li.slide
| Mehr aber noch: Vom Anklang an die Schöpfungserzählung her bekommt das beschriebene Heilungshandeln Jesu einen bemerkenswerten Akzent:
| In der zweiten Schöpfungserzählung wird der Mensch aus Erde/Ton vom Ackerboden geform. Nun stelle man sich einen Töpfer vor,
| der bei der Durchsicht seiner Figuren feststellt, dass bei einem Exemplar die Ohren und der Mund nicht <q>passen</q>: Er
| macht seinen Finger feucht und drückt nochmal hin ... - nichts anderes tut Jesus.
br
span.slide Auch begegnet das Schema <q>Wort <span class="oi oi-arrow-right"></span> Geschehen</q>: <q>Effata</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> sofortiges Öffnen von Mund und Ohren
li.slide
i Die Erzählung bringt damit insgesamt zum Ausdruck:
br
span.slide
b
i Jesus ist nicht nur der Messias Israels, sondern auch der Heiden!
br
span.slide
b
i In Jesus handelt der Schöpfer neu-schöpferisch an den Heiden: er öffnet ihnen, die bisher für ihn verschlossen waren, die Ohren für das Evangelium und den Mund zum Bekenntnis an ihn.
li.slide <b>Tischgemeinschaft mit den Heiden</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Sie ist die Krönung des Wirkens Jesu unter den Heiden.
li.slide Analog zu seinem Wirken unter den Juden!
li.slide Jesus selbst hat Tischgemeinschaft auch mit den Heiden!
li.slide
i Damit ist (auch) für die Zeit nach Ostern der Weg zur Tischgemeinschaft zwischen Judenchristen und Heidenchristen frei.
p.slide.nomarginbottom Als Ertag dieser zweiten <q>Fahrt</q> Jesu ins Heidenland lässt sich also festhalten:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Der Gott Israels selbst öffnet den Heiden den Zugang zum Heilsgemeinschaft
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide
b In Jesus handelt der Gott Israels, der Gott der Bibel, der <q>Ich bin (es)</q> neu-schöpferisch.
li.slide
b Unreinheit ist fortan nicht mehr von der aufgenommenen Nahrung etc. her zu bestimmen, sondern hängt vom <i><u>ethischen Verhalten</u></i> eines Menschen ab.
li.slide
b Der heilsgeschichtliche Vorrang der Juden wird festgeschrieben und gleichzeitig die Heilsgemeinschaft für die Heiden geöffnet.
li.slide
b Dazu wird den Heiden Ohren und Mund für den Glauben an den Gott der Bibel geöffnet.
li.slide
b Die Heiden(christen) sind zur Tischgemeinschaft mit Jesus und seiner Nachfolge-Gemeinde zugelassen.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die dritte Fahrt ins Heidenland (Mk 8,13-21)
p.slide Noch einmal heißt es in Mk 8,13, dass Jesus in ein Boot steigt und <q>ans gegenüberliegende Ufer</q> fuhr, also ins Heidenland.
p.slide Dabei sind auch die Jünger.
br
span.slide Sie gegen unterwegs aber ganz in der Sorge auf, dass sie nicht genügend Proviant dabei haben.
br
span.slide Sie haben offenbar nichts bei den Brotvermehrung gelernt - das wirft ihnen Jesus vor.
p.slide Zeit also für eine Blindenheilung, die sich auch anschließt ...
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span <q>Auf dem Weg</q> lernen, was Jesus-Nachfolge heißt
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p.slide.nomarginbottom Der Teil <q><b>Auf dem Weg</b></q> wird <b>durch die Gliederung besonders hervorgehoben</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mittelteil</b> des Evangeliums
li.slide(data-slideslave=".gliederung-blindenheilungen") <b>Blindenheilungen</b> davor und am Ende
li.slide(data-slideslave=".gliederung-petrusbekenntnis") Erste Erzählung: <b>Petrusbekenntnis</b>
li.slide(data-slideslave=".gliederung-programmatisch") <b>Programmatischer Schlusssatz</b> (vor Blindenheilung)
p.slide(data-slideslave=".gliederung-leidensank") Besonders stechen <q>Auf dem Weg</q> die <b>drei Leidensankündigungen</b> (Mk 8,31; 9,31; 10,33-34) hervor. Ihnen folgt jeweils ein <i>Schülerunverständnis</i> und eine darauf aufbauende <i>Schülerbelehrung</i> Jesu.
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p.nomarginbottom
b Blindenheilung
.viewbox.gliederung-blindenheilungen.nodisplay(style="background-color: bisque;")
p.nomarginbottom
b Mittelteil des Evangeliums: <q>Auf dem Weg</q>
.viewbox.gliederung-petrusbekenntnis.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Petrusbekenntnis: Jesus ist der Messias
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p.nomarginbottom
b Drei Leidensankündigungen, jeweils gefolgt von Jüngerunverständnis und darauf aufbauender Schülerbelehrung durch Jesus
.viewbox.gliederung-programmatisch.nodisplay.konzentrisch-2
p.nomarginbottom
b Programmatischer Satz
span
|
q Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| Mk (10,45).
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p.nomarginbottom
b Blindenheilung
.alert.alert-primary.slide(style="margin-top: 20px;")
h4.alert-heading Der Weg Jesu und der Nachfolge-Weg der Jünger
p.nomarginbottom
b Im mittleren Teil des Markus-Evangeliums - <q>Auf dem Weg</q> -, den der Evangelist besonders hervorhebt, lehrt Jesus die Jünger - und damit die Leser -, was es heißt, ihm nachzufolgen, also auf dem Weg der Jesus-Nachfolge zu sein.
p.slide All dies geht auf die Arbeit des Evangelisten zurück, der damit das Bekenntnis zu Jesu als dem Messias Gottes in einer spezifischen Weise auslegt und Jünger wie Leser in Bekenntnis und Lebensführung darauf verpflichtet.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Das Messias-Bekenntnis des Petrus und die erste Leidensankündigung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159.")
p.slide.nomarginbottom
b Messias-Bekenntnis des Petrus
ul.nodisplay
li.slide <i>Eröffnung und Überschrift des Mittelteils</i>: <b>Jesus ist der Messias</b>
li.slide <i>Von Jesus nicht direkt zurückgewiesen!</i>
p.slide.nomarginbottom
b Indirekter Widerspruch durch Jesus
ul.nodisplay
li.slide <i>Jesus verbietet</i>, mit irgendjemand <i>über ihn</i> - also dieses Bekenntnis - <i>zu sprechen</i>.
li.slide <i>Erste Leidensankündigung</i>: <q>der Menschensohn müsse vieles erleiden und ... verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.</q> (Mk 8,31)
li.slide
| <i>Kontrast zu der üblichen Messiasvorstellung</i>:
|
q Der Titel <q>Messias</q> setzt auf dem Hintergrund jüdischer Traditionen die Erwartung eines könglichen Herrschers frei, der seine Feinde vertreibt und demonstrativ in seine Königsstadt einzieht.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 159.")
li.slide <i>Umbiegung des Messias-Titels auf Jesus</i>: <b>Korrektur der üblichen Messiasvorstellung</b>
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Jesus <i>ist</i> der Messias - das wird auch die Verklärung bestätigen!
li.slide Jesus ist <i>anders</i> Messias als erwartet: Sein Weg führt nicht auf den Königsthron in Jerusalm - nachdem er seine Gegner und vor allem die Römer besiegt hätte -, sondern durch Leiden und Tod zur Auferstehung.
li.slide Dieses andere Messias-Sein Jesu sollen die Jünger <i>auf dem Weg verinnerlichen</i> - zusammen mit den Folgen, die dies für die Jesus-Nachfolge haben muss.
p.slide.nomarginbottom Dieses andere Messias-Bild löst - fast logischerweise! - Widerspruch aus:
p.slide.nomarginbottom
b Widerspruch des Petrus (<q>Jüngerunverständnis</q>)
ul.nodisplay
li.slide Petrus denkt von der üblichen Messiasvorstellung her.
li.slide Er kann den angekündigten Weg Jesu mit seiner Vorstellung - seiner Hoffnung! - vom Messias nicht vereinbaren.
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus I
ul.nodisplay
li.slide Jesus <q>herrscht Petrus an</q> - so begegnet Jesus normalerweise nur Dämonen.
li.slide Jesus weist Petrus scharf zurecht: <q>Hinter mich, Satan!</q>
br
span.small
| <i>Wichtig</i>: Es heißt hier <i>nicht</i>: <q>Weg mit dir, Satan!</q>, wie etwa auch in der alten Einheitsübersetzung!
| Es geht hier nicht um die Verstoßung des Petrus durch Jesus, sondern darum, dass Petrus mit seiner Ablehnung des angekündigten Weges Jesu aus der Nachfolge
| herausgefallen ist; und Jesus fordert ihn auf, wieder in diese Nachfolge einzutreten, hinter Jesus herzugehen auf seinem Weg -
| mit praktisch der gleichen Wendung, mit der Jesus den Petrus einst berufen hatte!
p.slide.nomarginbottom
b Reaktion Jesu auf den Widerspruch des Petrus II (<q>Jüngerbelehrung</q>)
ul.nodisplay
li.slide
| Belehrung der Jünger und der Volksmenge:
|
i
q Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
|
| (Mk 8,34-35)
li.slide Bedeutung innerhalb der Evangelienerzählung: Für <b>Petrus</b> hätte das bedeutet, dann, als es kritisch wurde im Hof des Hohepriesters während der Verhandlung Jesu, <i>nicht Jesus, sondern sich selbst</i> zu <i>verleugnen</i>, sich also zu Jesus zu bekennen und die Folgen zu tragen.
li.slide Generelle Bedeutung in der Zeit der Verkündigung des Evangeliums (<q>um des Evangeliums willen</q>!) - gerade angesichts von Verfolgung und Nachteilen im Leben, bis hin zur letzten Konsequenz.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Zweifache Ergänzung des Messias-Bekenntnisses mit fundamentaler Wichtigkeit
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
b Jesu <q>Königsweg</q> ist ein Weg, der durch Leiden und Kreuz führt und gerade so zur Auferstehung.
li.slide
b Jesu Weg muss sich auswirken auf das Verhalten all derer, die ihm nachfolgen: Glaubenslehre (Messias, sein Leiden, Sterben, Auferstehn) und Glaubenspraxis in der Jesus-Nachfolge werden unlösbar miteinander verbunden.
p.slide Gerade um Letzteres zu lernen, wiederholen sich Leidensankündigung, Jüngerunverständnis und Jüngerbelehrung noch zweimal mit konkreter Anwendung.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die Verklärung Jesu
p.nomarginbottom.slide Die <b>fünfte <q>Woche</q></b> in der Evangelienerzählung nach Markus kann in <b>zwei Abschnitte</b> geteilt werden, die auffallend parallel gestaltet sind:
table.slide.table(style="margin-top: 5px; margin-bottom: 20px;")
thead
tr
th(style="width: 45%;") Erster Durchgang
th Zweiter Durchgang
tbody
tr
td Messiasbekenntnis des Petrus
td Verklärung Jesu
br
span.small.nodisplay#huettenbauen Petrus will Hütten bauen: Verklärungszustand auf Dauer festhalten
tr.slide
td Erste Leidensankündigung
td Gespräch beim Abstieg über die Wiederkunft des Elija sowie das <i>Leiden</i> des <q>Elija</q> und des Menschensohnes
tr.slide(data-slideslave="#huettenbauen")
td Einspruch des Petrus
td Versagen der Jünger bei einer Heilung
tr.slide
td Jüngerbelehrung: Kreuz aufnehmen und Selbstverleugnung
td Jüngerbelehrung im Haus
p.nomarginbottom.slide <i>Auffällig</i>:
ul.nodisplay
li.slide Beidemale blitzt auf, wer Jesus ist.
li.slide Beidemale fällt Petrus im Kontext negativ auf mit gleicher inhaltlicher Ausrichtung: Direkter Widerspruch gegen Jesus Weg einerseits, Hütten-Bau-Absicht [= Moment auf Dauer festhalten] andererseits.
li.slide Beidemale Anweisung Jesu, niemand etwas zu erzählen.
li.slide Beidemale geht es im anschließenden Gespräch um das Leiden (des Elija und auch) des Menschensohnes.
.alert.alert-primary.slide
p.nomarginbottom
b Die Verklärung Jesu kann als Bestätigung des Messiasbekenntnisses des Petrus vom Himmel her verstanden werden!
p.nomarginbottom.slide Jesus wird also ausgewählten Zeugen als Gottessohn geoffenbart, <b>flankiert von Mose und Elija</b>:
ul.nodisplay
li.slide <b>Mose</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Dtn 18,15: <q>Einen Propheten wie mich [= Mose] wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. <i>Auf ihn sollt ihr hören</i>.</q>
li.slide Jesus wird als <q><b>neuer Mose</b></q> gezeichnet, der den Willen Gottes gültig verkündet und auf den es zu hören gilt.
li.slide Dies gilt vor allem auch für die <q>auf dem Weg</q> erteilte Lehre Jesu für seine Nachfolger, die damit göttlich legitimiert wird.
li.slide <b>Elija</b>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Elija gilt nach 1 Kön als in den Himmel entrückt.
li.slide Es gab (und gibt im Judentum noch heute!) die Erwartung, dass Elija vor dem großen Endgericht Gottes bzw. als Vorläufer des Messias kommen würde.
li.slide Wenn aber Jesus der Messias ist, wo ist dann Elija? Hätte der nicht schon da sein müssen?
li.slide Mehr noch: Wenn der wiedergekommene Elija mit seinem Auftrag gemäß Mal 3,23-24 - nämlich das Volk Israel auf das Gericht Gottes vorzubereiten, sodass es bestehen kann - erfolgreich sein würde - und das ist doch biblische Verheißung! - wie kann dann der Messias leiden müssen?
li.slide Diesen Gedanken spielt Markus geschickt ein und gibt dann im Munde Jesu die Erklärung:
ol.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Ausgangspunkt: Aussage zur Auferstehung des Menschensohnes <i>von den Toten</i> - also indirekt Jesu Leidens und Todesankündigung.
li.slide Jüngerunverständnis: <q>Warum sagen die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?</q> (Mk 9,11) - und müsste der nicht alles wiederherstellen (vgl. Mk 9,12)? - wie kann es dann zum Tod des Messias kommen?
li.slide Antwort Jesu:
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide <b>Elija war schon da, nämlich in der Gestalt Johannes des Täufers</b> (indirekt ausgesagt).
li.slide Doch <b>dieser <q>Elija</q> ist ebenso einen gewaltsamen Tod gestorben</b>, wie es dem Menschensohn noch bevorsteht.
li.slide Damit wird die Vorstellung, Elija stelle alles wieder her, würde also erfolgreich sein mit seinem Auftrag, korrigiert.
li.slide
| Diese Korrektur geschieht im Blick auf das reale Geschick Johannes des Täufers und Jesu, wie es aus christlicher Sicht in der Bibel Israels vorgezeichnet ist
| (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Prophetenschicksale, Gottesknecht, leidender Gerechter [Weish 2]).
.alert.alert-primary.slide
p.nomarginbottom
b
| Sowohl das Messiasbekenntnis des Petrus als auch die dieses bestätigende Verklärung Jesu stehen im Kontext von Leiden, Tod und Auferstehung des Messias/Menschensohnes.
| Und den Vorläufer des Messias - <q>Elija</q> in Johannes dem Täufer - hat dieses Schicksal des gewaltsamen Todes schon ereilt.
br
| Gleichzeitig wird die Lehre <q>auf dem Weg</q> mittels der Einspielung des Mose und der Stimme vom Himmel göttlich legitimiert.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Die zweite und dritte Leidensankündigung Jesu und die Konsequenzen für die Nachfolge
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 159-160.")
p.slide Mit den zwei weiteren Leidensankündigungen wird ein direktes, beispielhaftes Fehlverhalten der Jünger verbunden; darauf geht Jesus jeweils ein und lehrt Konsequenzen seines Passionsweges für das Verhalten der Jünger in seiner Nachfolge.
p.slide.nomarginbottom
b
| Zweite Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Rangstreit der Jünger (<q>Größter sein</q>)
ul.nodisplay
li.slide Jesus reagiert in lehrender Pose: er setzt sich.
li.slide
i
q Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
|
| (Mk 9,35)
li.slide <i>Veranschaulichung</i>: Jesus stellt ein Kind in die Mitte und spricht von der Aufnahme von (Waisen-)Kindern.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Es geht um den Dienst an den nicht nur im körperlichen Sinne Kleinen und Bedürftigen.
li.slide Mit ihnen solidarisiert sich Jesus: <q>Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf ...</q> (Mk 9,37)
li.slide <i>Test der Transferleistung der Jünger</i> - die fallen durch:
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide Als man Kinder zu Jesus bringt, damit er sie segnet, weisen die Jünger die Leute mit ihren Kindern schroff ab.
li.slide Jesus kritisiert dies scharf und macht wieder grundsätzliche Aussagen: <q>Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.</q> (Mk 10,15)
br
span.slide
i
q Wie die Kinder werden
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Kinder haben (noch) nichts:
br
i Verzicht auf materielle Sicherheiten.
li.slide Kinder werden - da <q>Kleinste</q> - gerne als Diener eingesetzt:
br
i Diener der <q>Kleinsten</q> und <q>Letzten</q> der Gesellschaft werden.
.alert.alert-primary.slide(style="margin-bottom: 0px;")
b Den (nicht nur im körperlichen Sinne) Kleinen, den Bedürftigen, den Letzten gehört das Reich Gottes.
br
b
i Wer nicht bereit ist, mit ihnen den Platz zu tauschen und ihr Diener zu werden, dem ist der Weg in das Reich Gottes versperrt.
span.slide.small Eine <i>beispielhafte Bebilderung</i> dazu findet sich in der <i>Erzählung von der Aussendung der Zwölf</i>
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide
| Die Jünger sollen <i>auf alle materiellen Sicherheiten verzichten</i>.
|
span.small Dass dies nicht bedeutet, ins materielle Nichts zu fallen, stellt Jesus auf die Anfrage des Petrus in Mk 10,28-31 klar: man findet Halt in der Solidarität der Schwestern und Brüder, die untereinander teilen.
li.slide Jesus gibt den Jüngern die Vollmacht über die unreinen Geister, also die <i>Vollmacht, alle Unterdrückten und Beladenen von ihrer Last zu befreien</i>.
li.slide Und genau dies tun die Jünger nach Mk 6,13: <q>Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie</q>, das heißt, sie wandten sich den Kleinen und Geringen und Außenseitern, den <q>Letzten</q> der Gesellschaft zu.
p.slide.nomarginbottom
b
| Dritte Leidensankündigung
|
span.oi.oi-arrow-right
|
| Plätze ganz oben haben (links und rechts von Jesus) (<q>Herrschen</q>) [Zebedäus-Söhne]
ul.nodisplay
li.slide Wer diese Plätze bekommt, das entscheidet Gott.
br
span.small.slide Und hat nicht die Verklärung gezeigt, wer diese Plätze bekommt/schon hat?
li.slide Grundsätzliche Lehre zum Thema Dienen und Herrschen (Vertiefung der bisherigen Aussagen nach dem Rangstreit der Jünger):
br
span.slide
i Nicht Herrschen und Unterdrücken - wie es die Mächtigen so tun - sondern Dienen und Sklave sein soll die Nachfolger Jesu prägen.
p.nomarginbottom.slide <b>Begründung</b> letztlich der ganzen Lehre <q>auf dem Weg</q><b>:</b>
br
q
b Denn auch der Menschensohn | ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen | und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
|
| (Mk 10,45).
ul.nodisplay
li.slide Als letzter Satz vor der den Mittelteil abschließenden Blindenheilung besonders gewichtig.
li.slide <i>Weg Jesu mit der christlichen Erlösungslehre verbunden.</i>
p.slide.nomarginbottom <i>Lesehilfe</i>: von den Rändern her:
ul.nodisplay
li.slide <i>Anfang</i>: <q>denn auch der Menschensohn</q>: Jesus bzw. sein Weg wird als begründendes Modell der Nachfolge definiert.
li.slide <i>Ende</i>: Bekenntnis zur Erlösung durch Jesu Tod.
li.slide <i>Dazwischen</i>: Jesu Weg als <i>Dienst des Menschensohnes allgemein formuliert</i>:
br
span.slide Durch diese <i>allgemeine</i> Aussage ist der Weg Jesu für alle Jüngerinnen und Jünger aller Zeiten lebbar und in den Alltag übersetzt: es geht - für alle! - um den Dienst an den <q>Letzten</q>.
br
span.slide Gleichzeitig ist dieser Dienst unbedingte Verpflichtung:
br
span.slide
i Dieses mittlere Stück des Satzes ist die Verbindung zwischen dem Jünger bzw. der Gemeinde einerseits [Anfang des Satzes] und der Erlösung durch Jesu Tod andererseits [Ende des Satzes].
li.slide Im Hinblick auf das <q>denn auch</q> ist dieser Vers ein idealer und zusammenfassender Schlussatz der gesamten Lehre <q>auf dem Weg</q>:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Wer der Erlösung teilhaftig werden will, der ist auf den Weg des Dienens gestellt
p.nomarginbottom
b
| Erlösungslehre und Mahnung, den Weg Jesu als Weg des Dienens nachzugehen, sind aufs Engste miteinander verknüpft.
p.slide.nomarginbottom
b Blindenheilung - ein erneuter Test, bei dem die Jünger aber erneut versagen
ul.nodisplay
li.slide Analog zur Episode mit den Kindern, die von den Jüngern abgewiesen wurden.
br
span.small.slide
| Die Parallelität wird noch deutlicher, wenn man bemerkt, dass von Markus im Griechischen für das
| Zurückweisen der Leute mit ihren Kindern das gleiche Wort benutzt ist, wie für den Versuch der Vielen,
| Bartimäus zum Schweigen zu bringen.
br
span.small.slide Und dieses Wörtchen ist <q>epitimao</q>: <q>tadeln, schelten</q>. Die Grundform <q>timao</q> dagegen bedeutet <q>schätzen, ehren</q>.
br
span Die Anklänge an den Namen <q>Bartimäus</q> dürften im Griechischen nicht überhörbar sein;
br
span zumal angegeben wird, was dieser Name bedeutet: <q>Sohn des Timäus</q> (<q>Bar</q> = <q>Sohn</q> <span class="oi oi-arrow-right"></span> Kind)
br
span
i Bartimäus ist <u>Inbegriff</u> der Kleinen, die eigentlich geehrt werden sollen, die aber allzuoft getadelt und gescholten, spricht: unterdrückt werden.
li.slide <q>Viele</q> wollen den blinden Bartimäus zum Schweigen bringen - wohl auch die Jünger!
li.slide Nicht die Jünger schreiten im Sinne Jesu ein, sondern Jesus muss selbst handeln!
li.slide Bartimäus ist der <q>Kleine</q> und Bedürftige und <q>Letzte</q>, den es nicht gilt zurückzuweisen und zu unterdrücken - dem Thema gerade eben! -, sondern ihn als Adressaten der heilenden Gegenwart Jesu und des Reiches Gottes zu begreifen!
p.slide Wann werden es die Jünger - die Leser! - endich verstehen?
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Zusammenfassung
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 160.")
p.slide
| <b>Die Schülergespräche, die sich auf die Jüngerunverständnisse nach den Ankündigungen des Wegs Jesu durch Leiden und Sterben
| zur Auferstehung beziehen, übertragen den Weg Jesu</b>
|
q <b>in <i><u>sozialethische</u></i> Kategorien.</b> Die Glaubenslehre vom Leidensweg Jesu hat verstanden, wer auf Rangstreben und Prestigesucht verzichtet und stattdessen Statusverzicht praktiziert.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 160 (Hervorhebung geändert).")
p.slide Dies muss sich gerade im Umgang mit jenen bewähren, die in einer Gesellschaft als <q>Letzte</q> gelten.
p.slide
| Sich zu Jesus als dem Messias zu bekennen, schließt seinen Weg mit ein. Und dieses Bekenntnis zum Weg des Messias
| muss sich auf die Lebensführung all jener auswirken, die sich als seine Jünger verstehen. Daraus folgt aber notwendig,
| dass Jesus, dem Auferstandenen, nicht gedient ist, wenn man ihn (nur) <q>anbetet und verherrlicht</q>,
| sondern gerade dann, wenn man seinen Weg des Dienens und der Hingabe zu seinem eigenen Weg macht.
p.slide
| Bewusst hat der Evangelist vor und am Ende des Mittelteils seines Evangeliums jeweils eine Blindenheilung platziert:
| Er möchte all jenen, die sich zu Jesus als dem Messias bekennen (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Messiasbekenntnis am Anfang des Mittelteils), der als Lösegeld für sie sein Leben gab (
span.oi.oi-arrow-right
|
| Ende des Mittelteils), die Augen dafür öffnen, was dieses Bekenntnis in seiner ganzen Tiefe und Tragweite beinhaltet und was das für ihr eigenes Leben bedeuten muss.
p.slide
| Und weil das ein Lernprozess ist und auch verschiedene Facetten hat, wird es dreimal durchgespielt.
| Damit zusammen hängt wohl auch der Umstand, dass die Blindenheilung vor dem Mittelteil des Evangeliums nicht sofort gelingt,
| sondern der Nachbesserung bedarf. Die zweite Blindenheilung hat auch ein zurückhaltendes, kritisches Moment
| (die <q>vielen</q> wollen den schreienden Bartimäus unterdrücken), doch immerhin gelingt die Heilung sofort.
| Und von Bartimäus heißt es - die Stichworte <q>Nachfolge</q> und <q>auf dem Weg</q> aufgreifend und verbindend -:
|
q er folgte ihm [= Jesus] auf seinem Weg
| ; wie dem Bartimäus sollen auch den Lesern die Augen aufgehend in einem tieferen Sinn: nämlich dafür, was echte Jesus-Nachfolge ist.
p.small.slide
| Bemerkenswert ist auch: Jesus stellt den Söhnen des Zebedäus und dem blinden Bartimäus die gleiche Frage:
| <q>Was soll ich euch/dir tun?</q> (Mk 10,36.51) - Die einen wollen neben Jesus thronen, Bartimäus dagegen will sehen - also das, was den Jüngern fehlt!
| Mit dem Wegwerfen des Mantels verlässt Bartimäus seine alte Existenz (wie die Jünger: Mk 1,18.20; 2,14; 10,28).
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Opielka, Birgit: Zwei Außenseiter als Vorbild der Jünger. In: Bibel und Kirche 2/2011, 90-93.")
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 178-179.")
p.slide.nomarginbottom <b>Vespasians Aufstieg zum Kaiser zog Kreise</b>
ul.nodisplay
li.slide Er erhob Anhänger aus dem Ritterstand - dem er selbst entstammte - in den römischen Senat.
li.slide Mit Vespasians Aufstieg verband sich der Aufstieg vieler anderer.
li.slide Der Traum vom eigenen Aufstieg griff um sich: Man will - so gut und soweit es geht - groß sein, vorne mit dabei sein.
li.slide Die Chancen stehen naturgemäß bei denen besonders gut, die dem Kaiser nahe stehen bzw. ihm ergeben sind: Des Kaisers Weg nach oben kann auch ihr Weg nach oben sein!
p.slide.nomarginbottom Markus adaptiert und <q>pervertiert</q> das: <b>Jesu Weg ans Kreuz muss Kreise ziehen</b>
ul.nodisplay
li.slide Jesu Weg nach unten muss auch der Weg seiner Nachfolger nach unten sein.
li.slide Es darf nicht - wie bei den Gefolgsleuten des Kaisers - darum gehen, wer der Größte (nach dem Kaiser) ist bzw. wie man dorthin kommt.
br
span.slide Es gilt vielmehr, Letzter und Deiner zu sein - angesichts dessen, dass Jesus sich zum Diener aller gemacht hat.
li.slide Und es darf auch nicht darum gehen, die Plätze ganz oben innezuhaben und wie die Mächtigen zu herrschen und zu unterdrücken.
br
span.slide Sondern es muss darum gehen, die Plätze ganz unten zu haben und wie Jesus zu dienen.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Von der <i>Herrschaftspyramide</i> von oben nach unten zur <i>Dienstpyramide</i> von unten nach oben
p.nomarginbottom
| In einer Zeit, in der der Aufstieg Vespasians vom Ritter zum Kaiser in aller Munde ist - vor allem sicher in Rom -
| schreibt Markus sein
br
b Gegen-Evangelium vom Abstieg des Messias und Menschensohnes Jesus bis ans Kreuz.
p.nomarginbottom
b
| Markus dreht die - nicht nur - römische Herrschaftspyramide mit dem Kaiser ganz oben und der Herrschaft von oben nach unten
| um zur Dienstpyramide von unten nach oben mit Jesus ganz unten.
p.slide.small
| Auch im Evangelium geschieht Übertragung von <q>Vollmacht</q>.
| Aber diese Übertragung an die Jünger (konkret: die Zwölf) bei ihrer Aussendung geschieht nicht,
| um sie als Herrscher über die Menschen einzusetzen, sondern um die Menschen von der Herrschaft alles Dämonischen
| - in einem umfassenden Sinn - zu befreien.
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+bottom_theologische_grundgedanken("nachfolge")
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span Die Schweigegebote
+footnote("Vgl. Ebner, Einleitung 177-178; Gnilka, Markus I 167-170 [Exkurs Messiasgeheimnis].")
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p.slide.nomarginbottom Im Evangelium nach Markus fallen <b>Schweigegebote</b> auf; Jesus richtet sie
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li.slide an Dämonen,
li.slide an Geheilte bzw. Zeugen der Wunder,
li.slide an die Jünger.
p.slide.nomarginbottom <b>Inhalt</b>
p.slide
i Man soll ihn, seine Person (<span class="oi oi-arrow-right"></span> Titel z. B. in Mk 1,24; 3,11-12!) und sein Wunderwirken nicht bekannt machen.
p.slide.nomarginbottom Eine <b>zufriedenstellende Deutung</b> ist nicht einfach:
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li.slide Bahnbrechendes Werk von William Wrede 1901.
li.slide Seitdem hat sich die Markus-Forschung intensiv mit den Schweigeboten befasst.
li.slide Es gab immer wieder Wandlungen im Verständnis.
li.slide Jeder Erklärungsversuch hat auch seine Probleme.
li.slide.small Verschärfung des Problems: Matthäus und Lukas übernehmen die Schweigegebote zu einem gewissen Teil, haben sie aber offenbar nicht verstanden.
p.slide.nomarginbottom <b>Erträge der Forschung</b>
ul.nodisplay
li.slide Die Schweigegebote gehen nicht auf den historischen Jesus zurück, sondern sind eine <i><q>Erfindung</q> des Markus</i>.
br
span.slide Es ist daher nicht zu fragen, was Jesus damit bezwecken wollte, sondern Markus.
br
span.slide
i Die Schweigegebote richten sich nicht an die Zeugen des historischen Jesus, sondern haben in der Kommunikation Erzähler - Leser ihren Ort.
li.slide Die Schweigegebote finden sich <i>nicht immer nach Heilungen</i>.
br
span.slide
i Sie entfallen vor allem dann, wenn im Kontext das Leiden Jesu Thema ist oder von der Nachfolge die Rede ist.
br
span.slide.small Beispiel Wunder: Das Entfallen des Schweigegebotes in Mk 2,1-10; 3,1-6 lässt sich durch den Streitgesprächcharakter bzw. den Tötungsbeschluss in Mk 3,6 erkären.
br
span.slide.small Nachfolge: Sie wird <q>auf dem Weg</q> von den Leidensankündigugen her in einem spezifischen Sinn verstanden: als Dienst und Bereitschaft, das Kreuz zu tragen.
li.slide Die Schweigegebote werden <i>zeitlich eingeschränkt</i>.
ul.nomarginbottom.nodisplay
li.slide In Mk 9,9 findet sich die Aussage: <q>... bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.</q>
li.slide Insofern es sich hier um das letzte Schweigegebot im Evangelium handelt, wird man dies auf alle Schweigegebote beziehen können.
li.slide So ergibt sich von hier aus der Sinn der Schweigegebote:
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Das Bekenntnis zu Jesus muss das Bekenntnis zu seinem Weg einschließen
p.nomarginbottom
b Wenn von Jesus als Messias, Wunderheiler, Heiligem Gottes und Sohn Gottes erzählt wird, dann muss auch sein Weg Thema sein.
h2.slide(style="margin-top: 50px;") Konkretisierung angesichts des zeitgeschichtlichen Kontextes
p.slide.nomarginbottom
b Legitimation Kaiser Vespasians
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Ihm fehlte eigentlich die Legitimation, römischer Kaiser zu werden: er stammte nicht aus dem Hochadel und hatte keinen bereits vergöttlichten Vater.
li.slide Seine Propagandisten halfen nach:
ul.nodisplay
li.slide Es wird auf göttliche Zeichen und Orakel verwiesen, die verdeutlichen sollen, dass hinter dem Aufstieg Vespasians die Götter stehen.
br
span.slide So kann Vespasian dann trotz seiner defizitären Abstammung den Titel <q>Sohn eines Gottes</q> tragen.
li.slide Wundergeschichten werden in Umlauf gebracht.
br
span.slide Beispiele: Heilung eines Blinden und eines Lahmen durch Berührung in Alexandrien.
br
span.slide
q Historiker vermuten, dass die ägyptische Priesterschaft anlässlich einer Audienz des Vespasian im Hippodrom von Alexandria diese Wunder insgeziernt hat. Es sollte demonstriert werden, dass in ihm göttliche Kräfte wirken.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 177.")
p.slide
i Es ging bei Vespasian also um (inszenierte) Schau-Wunder, die Vespasian als Kaiser göttlich legitimieren sollten. Und deswegen sollte von den Wundern natürlich überall erzählt werden.
p.slide.nomarginbottom
b Jesus wird hier als Gegenpol gezeichnet
ul.nodisplay
li.slide Er <i>setzt</i> die <i>Zeugen seines Wirken nicht</i> als <i>Propagandisten ein</i>, sie werden es aus freien Stücken - gegen Jesu ausdrücklichen Wunsch.
li.slide Jesu Wunder sind <i>keine Schau-Wunder</i> und die </i>Geheilten keine Objekte einer Demonstration</i>.
br
span.slide Vielmehr sind Jesu Wunder <i>Auswirkungen der angebrochenen Gottesherrschaft</i>.
li.slide Die Wunder Jesu sind <i>nicht dazu da, um Jesus zu legitimieren und die Menschen von ihm zu überzeugen</i>.
br
span.slide Sie <i>setzen</i> vielmehr bereits einen <i>gewissen Glauben voraus</i> bzw. beim Wissen der Dämonen um Jesu Person an.
br
span.slide Und da, wo Jesus Unglauben vorfindet, da kann er auch keine Machttaten tun (Mk 6,1-6a)!
p.slide.nomarginbottom
b Jesu erstes Wunder wird nicht von seinen Jüngern eingeleitet, sondern von einem <i>Dämon</i> provoziert
ul.nodisplay
li.slide Die Leute - wohl auch die Jünger! - staunen über die Lehre Jesu; ein Wunder wird offenbar nicht erwartet.
li.slide Die Heilung wird von einem Dämon eingeleitet, der von sich aus Jesus entgegentritt, und damit seine Austreibung in Gang bringt.
li.slide Daraufhin verbreitet sich der Ruf Jesu in Galiläa.
li.slide Alles Weitere baut darauf auf:
ul.nodisplay
li.slide Jesus kommt nicht an die verschiedenen Orte, um die Menschen auch dort von ihm zu überzeugen.
li.slide Vielmehr ist ihm sein Ruf vorausgeeilt und die Menschen strömen deswegen zu Jesus - mehr als ihm lieb ist.
li.slide Gleiches Spiel in der Dekapolis (Mk 5), wo Jesus noch unbekannt ist und die Leute deswegen auch nicht zu ihm kommen:
ul.nodisplay
li.slide Auch hier geht es mit einem Dämon los, der von sich aus auf Jesus zukommt.
li.slide Bei seinem zweiten Besuch dort (Mk 7,31-37) hatte sich sein Ruf bereits verbreitet und man bringt einen Taubstummen zu ihm.
p.slide.small.nomarginbottom Mit dem <i>Hintergrund Vespasian-Schauwunder erklärt</i> sich auch ein <i>widersprüchlich erscheinendes Verhalten Jesu</i>:
ul.nodisplay.small
li.slide Einerseits stellt Jesus die zu Heilenden in die Mitte: er rückt damit den der Hilfe bedürften Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit der umstehenden Menschen: <i>diesen <q>Kleinen</q> gilt die Zuwendung Gottes und das soll sich auf die Menschen auswirken.</i>
li.slide Andererseits nimmt er die zu Heilenden immer wieder zur Seite oder nur wenige auserwählte Zeugen zur Heilung dazu: <i>Jesus vollbringt keine Schauwunder mit möglichst vielen Zeugen.</i>
p.slide.nomarginbottom
b Ergebnis: Die Schweigegebote relativieren bestimmte Elemente der Jesustradition
ul.nodisplay
li.slide
i Wunder
br
span Sie sind keine legitimierenden Schau-Wunder und dürfen nicht als solche verstanden werden.
li.slide
i Bekenntnis zu Jesus in Form von Hoheitstiteln
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-primary Die Schweigegebote stehen im Dienste der (später erteilten) Lehre <q>auf dem Weg</q>
p.nomarginbottom
| Nur der bekennt sich vollgültig zu Jesus, der sich nicht einseitig an den Wundern Jesu oder an (Bekenntnis-)Titeln festmacht, sondern an seinem Weg und diesem in seinem eigenen Verhalten entspricht.
br
b Christsein hängt nicht nur vom rechten (Lippen-)Bekenntnis zu Jesus ab, sondern ganz essentiell von der gelebten Bereitschaft, seinen Weg zu gehen.
p.small.slide Diese Sichtweise wird dadurch unterstrichen, dass die Schweigegebote mit der Lehre auf dem Weg <q>verknotet</q> sind: Das letzte Schweigegebot findet sich nach der ersten Leidensankündigung mit entsprechender Unterweisung zum Kreuz-Tragen!
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span Von <q>Versagern</q> und <q>Helden</q>
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Vgl. Ebner, Einleitung 163-165.")
block content
p.slide.nomarginbottom Auffällig ist im Markus-Evangelium <b>das eigenwillige Jüngerbild</b>:
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li.slide Jesus gibt sich alle Mühe, seine Jünger in alles einzuführen -
br
span.slide aber <i>sie verstehen nicht</i>.
li.slide Auch die Jünger werden - wie die Gegner Jesu - <i>als verstockt gezeichnet</i> (Mk 6,52; 8,17).
li.slide.small Dagegen kann es in Jerusalem sogar von einem Schriftgelehrten heißen, dass er nicht fern vom Reich Gottes ist (Mk 12,28-34).
p.slide.nomarginbottom Zunächst hatte alles <b>gut angefangen in Galiläa</b>:
ul.nodisplay
li.slide Jesus <i>beruft</i> die Jünger, und sie <i>folgen sofort</i>.
li.slide Jesus will sie <i>zu Menschenfischern machen</i>.
li.slide Jesus beruft die Zwölf, die <i>bei ihm in die Lehre gehen</i> sollen.
li.slide Sie <i>sendet</i> Jesus <i>mit Vollmacht</i> - also als echte Teilhaber seiner eigenen Sendung - <i>aus</i>: sie sollen - wie er - heilen und lehren.
p.slide.nomarginbottom Doch dann kommt der <b>Weg nach Jerusalem mit Schwierigkeiten</b>:
ul.nodisplay
li.slide <i>Petrus</i> rutscht mit seiner Ablehnung des Weges Jesu wenigstens kurzzeitig auf die <i>Seite der dämonischen Gegner Jesu</i>.
li.slide Die Unterweisungen Jesu <i>öffnen die Augen der Jünger nicht wirklich</i>.
p.slide.nomarginbottom <b>Totales Fiasko</b> dann <b>in Jerusalem</b>:
ul.nodisplay
li.slide Judas <i>verrät</i>.
li.slide Petrus <i>verleugnet</i>.
li.slide <i>Alle fliehen</i> angesichts von Prozess und Kreuzigung Jesu.
li.slide <b><i>Jerusalem ist damit der Ort des (vorläufigen) Endes der Jüngerschaft!</i></b>
li.slide Nur kurzzeitig springen die <i>Frauen, die auch von Galiläa aus Jesus nachgefolgt waren</i>, in die Bresche:
br
span.slide vom Grab - wo sie gerade eben die Osterbotschaft empfangen haben - <i>fliehen</i> sie und <i>führen ihren Auftrag nicht aus</i>.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading Die Jünger - und Jüngerinnen - sind höchst zweifelhafte Identifikationsfiguren
ul.nomarginbottom
li.slide
b Einerseits Empfänger von Offenbarung
br
span.slide In ihnen ist der Leser z. B. mit auf dem Berg der Verklärung und bei der Auferweckung der Tochter des Jairus dabei.
br
span.slide Er hört mit ihnen die besonderen Belehrungen Jesu an seine Jünger.
li.slide
b Andererseits in ihrem Verhalten eher Anti-Helden, Anti-Identifikationsfiguren
br
span.slide Dies gilt besonders <q>auf dem Weg</q> und in Jerusalem.
p.slide Angesichts des eigenwilligen Schlusses des Evangeliums in Mk 16,8 ergibt sich die Frage: <b>wer trägt die Botschaft überhaupt weiter?</b>
p.slide.small
| Ein Vergleich mit den anderen Evangelien zeigt: die wollten das Jüngerbild des Markus-Evangeliums nicht so stehen lassen.
| Besonders bei Matthäus, für den die Jünger die spätere Kirche repräsentieren, kommen die Jünger wesentlich besser weg!
p.slide.nomarginbottom Doch kennt das Markus-Evangelium auch <b>echte <q>Helden</q>, echte Identifikationsfigure</b>, aber es sind eher die <i>kleinen Figuren am Rande</i>:
ul.nodisplay
li.slide
b Der geheilte Gerasener
ul.nodisplay.nomarginbottom
li.slide Er will <q>mit Jesus sein</q> - wie die Zwölf berufen wurden, um <q>mit Jesus zu sein</q>.
li.slide
| Er folgt trotz der Ablehnung Jesu in der Dekapolis dem Auftrag Jesu und verkündet nicht nur in seiner Familie,
| sondern <q>in der ganzen Dekapolis</q> das, was an und mit ihm geschehen ist und wie Gott mit ihm Erbarmen hatte (Mk 5,1-20).
li.slide So hat er offenbar dazu beigetragen, dass Jesu zweiter Besuch in der Dekapolis anderes verlief:
br
span.slide
| Die Heilung des Taubstummen erzählt, dass das Wort Gottes in der Dekapolis auf fruchtbaren Boden fällt und die Heiden in das Lob des Gottes Israels einstimmen (Mk 7,31-37).
li.slide
b Die Syrophonizierin
br
span.slide Sie versteht das Gleichnis Jesu und antwortet geschickt darauf (Mk 7,24-30).
li.slide
b Der blinde Bartimäus
br
span.slide Er foglt nach seiner Heilung <q>Jesus auf seinem Weg</q> - als Kontrast zu allen, die vor dem Weg Jesu zurückschrecken (Mk 10,46-52).
li.slide
b Der römische Hauptmann unter dem Kreuz
br
span.slide
| Er spricht das Gottessohn-Bekenntnis.
br
| Auch wenn dieses aus christlicher Perspektive defizitär ist (<q>Dieser Mensch <i>war ein</i> Sohn <i>eines</i> Gottes.</q>), bringt er die Umwertung <q>Erster</q> - <q>Letzer</q> im Sinne des Markus gültig zum Ausdruck.
.alert.alert-primary.slide
h4.alert-heading <q>Helden</q> im Markus-Evangelium sind eher die kleinen Figuren am Rande
p.nomarginbottom Interessanterweise sind die meisten dieser kleinen Helden Heiden. Ausgerechnet sie verstehen und praktizieren die Lehre Jesu.
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