Initial real commit

This commit is contained in:
Peter Fischer
2019-12-01 20:11:26 +01:00
parent 4e3851ee1b
commit 03d867b34e
295 changed files with 27018 additions and 0 deletions

View File

@@ -0,0 +1,496 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Die Antrittspredigt Jesu
block content
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Das Zeitalter des Geistes das <q>Gnadenjahr des Herrn</q>
.card-text
p
| Seit der Verheißung der Geburt Johannes des Täufers war immer wieder vom Geist Gottes die Rede gewesen:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| ... schon von Mutterleib an wird er [= Johannes] vom Heiligen Geist erfüllt sein.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,15 Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
b Der Heilige Geist wird über dich [= Maria] kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,35 Verheißung; ab LK 1,39-59 vorausgesetzte Erfüllung
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.
| Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,41 Erfüllung von Lk 1,15 und Lk 1,35!
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt und begann prophetisch zu reden.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,67
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm
| und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm..
br
| Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden ...
br
| Er wurde vom Geist in den Tempel geführt ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 2,25.26.27
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Johannes über Jesus:
br
q
| Er wird euch mit Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
br
| Bei der Taufe:
br
q
b ... und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube aufh ihn [= Jesus] herab.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,16.22
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Erfüllt vom Heiligen Geist, kehrte Jesus vom Jorden zurück. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,1
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. ...
br
| Jesus liest:
br
q
b Der Geist des Herrn ruht auf mir.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,14.18
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Zeiten-Wende
.card-text
p
| Die Häufung der Erwähnung bzw. des Aktivwerdens des Heiligen Geistes ist sicher kein Zufall, sondern bewusste erzählerische
| Umsetzung eines wichtigen Glaubensinhaltes.
br
| Alle diese Erwähnungen hängen ja direkt oder indirekt mit Jesus zusammen.
br
| Im Hinblick auf Jesus selbst sind die Umstände seiner Empfängnis, dann die Taufe (<q>Messiassalbung</q>)
| und schließlich die Antrittspredigt, bei der Jesus quasi sein <q>Amt</q> als Messias übernimmt, zentrale Ereignisse.
p
| Lukas will deutlich machen:
br
i
| Das neue, in Jesus sich ereignende
| Heilshandeln Gottes wird wesentlich durch den Heiligen Geist geleitet und begleitet.
br
i
| Jesus ist der <q>Christus</q>, der (mit Gottes Geist) Gesalbte, mit dem eine Zeitenwende stattgefunden hat,
| und zwar die entscheidende (<q>eschatologische</q>) Wende zum Heil:
br
b In und mit Jesus hat das <q>Zeitalter des Heiligen Geistes</q> begonnen!
p.mb-0
| Mit Jesus hat die messianische Heilszeit begonnen, die die Propheten verkündet hatten; besonders deutlich hier
| durch das Aufgreifen des Jesaja-Zitates (übrigens ein Mischzitat aus Jes 61,1-2; 58,6 G) mit den Spitzen
| <q>Der Geist des Herrn ruht auf mir</q> und <q>Gnadenjahr des Herrn ausrufen</q>.
br
span.small Dabei ist <q>Jahr</q> nicht wörtlich zu nehmen, sondern auf den Beginn der neuen Zeit bezogen.
.card.slide
.card-body
h6.card-title <q>Seine Herrschaft wird kein Ende haben</q> (Lk 1,33)
.card-text
p
| Das Wirken des Geists wird seine Fortführung in der Apostelgeschichte finden:
br
| Wie am Anfang des Evangeliums der Geist besonders häufig
| erwähnt wird, Jesus durch Zeugung und Taufe <q>der Gesalbte</q> schlecht hin ist,
| dessen ganzen Wirken als Messias durch die Kraft des Geistes Gottes
| geschieht,
br
| so erhalten die Jünger am Anfang der Apostelgeschichte (Apg 2) die Gabe des Geites: es ereignet
| sich die durch Johannes angekündigte Feuertaufe.
br
| Und der Antrittspredigt Jesu im Evangelium entspricht formal die Pfingstpredigt des Petrus!
p.mb-0
| Dort in der Pfingstpredigt wird dann auch die Taufe als Sakrament des Christwerdens installiert:
| jeder erhält in der Taufe den gleichen Geist wie die Apostel an Pfingsten, den Geist, der schon Jesus erfüllte.
br
| So ist <q>das von damals</q> nicht abgeschlossen und vorbei, sondern im <q>Zeitalter des Geistes</q> bleibend gegenwärtig;
| auch wenn die Vollendung noch aussteht sie geschieht am Ende der Tage , zielt dieses neue Zeitalter doch darauf,
| im Heute seine Spuren zu hinterlassen.
br
| Es bleibt wie zur Zeit Jesu die Spannung zwischen Schon-Jetzt und Noch-Nicht, aber klar muss doch auch sein:
| <q>Das damals</q> war ein Beginn, der eine Zeit eröffnet hat, die andauert und gerade jene in Pflicht
| nimmt, die durch Taufe (und Firmung) in besonderer Weise zum <q>Zeitalter des Geistes</q> gehören.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Erfüllung: Heute!
.card-text
p
| Das Wort <q>Heute</q> ist im Evangelium an Schlüsselstellen zu finden.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren.
footer.blockquote-footer
cite Lk 2,11
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,21
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Nach der Heilung eines Gelähmten:
br
q
| Heute haben wir Unglaubliches gesehen
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,26
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Als Jesus an die Stelle kam, [wo Zachäus auf dem Baum saß,] schaute er hinauf und sagte zu ihm:
| <q>Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben.</q>
br
| ...
br
q
| Da sagte Jesus zu ihm: <q>Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden ...</q>
footer.blockquote-footer
cite Lk 19,5.9 [in 19,5 auch das wichtige Wort <q>muss</q>]
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Jesus antwortete ihm [= dem reuigen Verbrecher am Kreuz]:
| <q>Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
footer.blockquote-footer
cite Lk 23,43
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Heute Begegnung mit Jesus schenkt Rettung und Heil, Zukunft und Leben
.card-text
p
| An diesen Stellen findet jeweils eine heilvolle Begegnung statt (oder wie in 4,14-30 zumindest die Einladung dazu),
| wobei jeweils klar ist, dass das Heil durch Jesus vermittelt ist:
br
| Das <q>Heute</q> ist in Absetzung von anderen <q>Heilsbringern</q> (wie dem Kaiser) zu lesen:
| <i>heute</i> = hier, nicht wo anders!
br
b
| Das <q>Heute</q> bindet Rettung und Heil, Zukunft und Leben an die Begegnung mit <i>Jesus</i>:
br
| <i>Jesus</i> und er allein ist Retter, Heil, Zukunft, Leben etc.
p
| In diesem <q>Heute</q> der Begegnung mit Jesus geschieht das von den Propheten angekündigte Heil Gottes,
| erfüllt sich die Heilsverheißung der Heiligen Schrift.
p.mb-0
| Dazu muss man Jesus <i>gläubig</i> begegnen (und nicht wie in Lk 4,14-30 ablehnend).
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Heute Begegnung mit Jesus will verändern
.card-text
p.mb-0
| Diese heilende und rettende Begegnung mit Jesus zielt auch auf adäquate Veränderung im eigenen Leben;
br
| bestes Beispiel dafür: Zachäus,
br
| aber auch der reuige Verbrecher, der am Kreuz quasi noch <q>die Kurve kriegt</q>.
.card.slide
.card-body
h6.card-title Heute für uns?!
.card-text
p
| Es bleibt für uns nach Ostern und Himmelfahrt die Frage, wie wir Jesus begegnen können,
| wie es <q>Heute</q> für uns werden kann.
p.mb-0
| Lukas <q>beantwortet</q> diese Frage in der Emmauserzählung; für uns ist <q>Heute</q>
ul.mb-0
li in der Beschäftigung mit der Heiligen Schrift (<q>Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete ...</q> [Lk 24,32]);
li in der Feier der Eucharistie (<q>Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn</q> [Lk 24,31]);
li
| in der Gemeinschaft der Glaubenden (als alle wieder in Jerusalem sind und den Glauben teilen, erscheint Jesus
| und schenkt den österlich-weihnachtlichen Frieden [Lk 24,36]).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Heil für Israel vs. Heil für die Völker
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title <q>Heimat</q> vs. <q>Ferne</q>
.card-text
p
q Ist das nicht der Sohn Josefs!?
p In diesem Satz steckt zunächst echtes Staunen, gewiss auch Stolz: <i>einer von uns</i> ist das, der so große Dinge tut!
p
| Die Antwort Jesu darauf kann man aber nur verstehen, wenn man in diesem Satz auch eine Erwartung hört,
| die Jesus ins Wort bringt:
br
q Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
br
| So ist auch das Sprichwort, das Jesus den Menschen (für die Zukunft) in den Mund legt, zu verstehen:
br
q Arzt, heile dich selbst!
br
| Jesus soll sich mit seiner Vaterstadt indentifizieren und auch und vor allem! <i>hier</i> <q>große Dinge</q> tun!
p
| Damit spricht sich als Erwartung aus:
br
i
| Wenn Jesus ein <q>Gnadenjahr des Herrn</q> ausruft, dann doch bitteschön ganz konkret,
| nicht nur im Wort, sondern besonders in der Tat vor allem für seine Heimat!
br
| Und nicht nur für die Menschen in Kafarnaum und anderswo!
p
| So aber, wie Jesus die Erwartung der Menschen in Nazareth aufgreift, kommt es einer Ablehnung gleich:
| er weist von vorne herein ihr Ansinnen zurück.
p
| Damit ist die Spannung <q>Ferne: heilvolles Wirken</q> <q>Heimat: unerfüllte Erwartung</q> aufgebaut,
| die auch den weiteren Fortgang der Erzählung prägt.
p.small
| Wunder in Kafarnaum, auf die hier Bezug genommen wird, waren eigentlich noch gar nicht erzählt;
| die folgen erst in Lk 4,31-41!
br
| Man kann sie im Summarium Lk 4,14-15 enthalten sehen. Aber auffällig ist auch die Formulierung
| <q>Sicher <q>werdet</q> ihr mir ... vorhalten.</q>. Die Sätze schillern hier zwischen Blick in die Vergangenheit
| (<q>so große Dinge <i>getan hast</i>, wie wir <i>gehört haben</i></q>) und dem Blick in die Zukunft
| (<q>ihr <i>werdet</i> mir <i>vorhalten</i></q> offenbar noch nicht geschehen; Wunder in Kafarnaum noch nicht erzählt);
| damit ist vorbereitet, dass <q>Jesus</q> in den nächsten Sätzen (weit) in die Zukunft blicken wird.
p.small.mb-0
| In dieser Episode spiegelt sich die wohl historische Erinnerung,
| dass Jesu Wirkkreis sich jenseits seiner Heimatstadt entfaltete:
| Kafarnaum, nicht Nazareth.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Ablehnung Jesu in seiner <q>Heimat</q>
.card-text
p
q Amen ich sage euch: <q>Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt!</q>
p
| Dieser Ausspruch Jesu ist auf der Ebene der Erzählung sehr unmotiviert: eine echte Ablehnung Jesu hat es bis
| jetzt noch nicht gegeben, und auch von Unglauben ist nicht wie in der Vorlage Mk 6,1-6 die Rede!
br
| Die Ablehnung scheint fast eher von Jesus provoziert zu werden.
p
| Die Lösung:
br
| Das, wovon hier gesprochen wird, ist Prophetie und blickt einerseits vom Anfang des Wirkens Jesu in Nazareth
| auf das Ende seines Wirkens in Jerusalem: Karfreitag.
br
| Das Wort <q>Heimat</q> weitet sich von Nazareth und Galiläa auf das jüdische Volk insgesamt;
| die Ablehnung Jesu in <q>seinem</q> Volk ist angesprochen, die in den Karfreitag mündet,
| und die Lukas schon bei der Geburt Jesu andeutet: <q>weil im Wohnraum kein Platz für sie war</q> (Lk 2,7).
p
| Über den Karfreitag (und Ostern) hinaus ist andererseits auch schon die Ablehnung der nachösterlichen Verkündigung
| durch die Mehrheit der Juden im Blick.
p.mb-0
| So willkommen seine Botschaft zunächst war, so unwillkommen war Jesus schließlich als Messias.
br
| Im Griechischen liegt ein Wortspiel vor: <q>Gnadenjahr = <u>willkommen</u>es Jahr</q>; <q>Kein Prophet anerkannt = Kein Prophet <u>willkommen</u></q>.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Die Öffnung für die Heiden
.card-text
p
| Mit der Erwähnung der Propheten Elija und Elischa sowie der Witwe von Sarepta bei Sidon und des Syrers Na'aman
| schauen wir zunächst in die Vergangenheit:
br
| Schon früher konnten Heiden, die für den Gott Israels offen waren, dessen Heil erleben gerade in Zeiten,
| in denen Israel selbst sich von seinem Gott abgewandt hatte.
p
| Für Lukas haben diese Begebenheiten offenbar prophetischen Charakter.
p
| Ihre Erfüllung hat diese Prophetie nach Lukas weniger im irdischen Leben Jesu
| als vielmehr in der nachösterlichen Verkündigung: Heiden sind offen für das Evangelium und stoßen in relativ großer Zahl
| zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu.
br
| Lukas schaut also schon weit über den Anfang des Wirkens Jesu hinaus.
p
| Die Apostelgeschichte wird entfalten, wie Jesus als Messias und das Evangelium auf Ablehnung durch die Mehrheit der Juden stößt,
| andererseits aber Heiden zur Heilsgemeinde dazustoßen und die Kirche immer mehr zu einer heiden-/völkerchristlichen
| Kirche wird.
p
| Diesen Prozess legt Lukas <q>seinem</q> Jesus als prophetische Worte schon am Anfang seines Wirkens in den Mund.
p.mb-0
i
| Aus <u>nachösterlicher, heidenchristlicher Perspektive</u> ist Jesu Sendung
| eine Sendung besonders zugunsten der Heiden, auch wenn der historische Jesus selbst sich (wohl ausschließlich)
| zu seinem eigenen Volk, den Juden, gesandt verstand.
br
| Nicht zuletzt deswegen wurde der Umstand, dass der historische Jesus wohl nicht in seiner unmittlbaren Heimat Nazareth,
| sondern in Kafarnaum wirkte, festgehalten und für den größeren Kontext (Israel Völker) fruchtbar gemacht
| als quasi prophetisches Zeichen.
br
span.small
| Schon im Evangelium nach Markus werden diese Gedanken durch die Gliederung durchdacht
| ins Bild gebracht: erster Aufbruch zu den Heiden (im weiteren, konzentrisch angeordneten Kontext) gerahmt durch
| die Ablehnung Jesu in seiner Familie und seiner Heimat Nazareth.
.card.slide
.card-body
h6.card-title Indirekt: Jesus lehnt ab, Messias (nur) Israels zu sein
.card-text
p
| Das Jesaja-Zitat ist ursprünglich in die Situation des Endes des Exils in Babylon und des durch Gott ermöglichten Neuanfangs
| im Lande Juda gesprochen (6. Jhdt. v. Chr.).
br
| Schon damals gab es den Traum,
| dass Israel als Nationalstaat unter dem Segen Gottes aufblüht. Viel Hoffnung
| wurde (zunächst) auf einen Herrscher aus dem Hause Davids gesetzt.
p
| Solche Erwartungen konnte bei der Zitation aus Jesaja durch Jesus aufleben.
br
| Es gab ja vor allem die Sehnsucht, dass der Messias Gottes Gesalbter von der Herrschaft durch die (heidnischen!) Römer
| befreien und das Volk Israel wieder zu einer Blüte führen würde (Stichwort <q>königlicher Messias</q>).
p
| Die Menschen in der Antrittsszene in Nazareth so malt uns Lukas hintergründig vor Augen sind genau darauf angesprungen:
| Hinter dem Verlangen, Jesus solle besonders in Nazareth <q>große Dinge</q> tun, kann man ein
| auf die Ebene der Stadt heruntergebrochenes nationalistisches Denken erkennen:
br
| <q>Nazareth first</q>, dem dann im globalen Kontet ein <q>Israel first</q> entspricht;
| erst wir, dann wenn überhaupt die anderen.
p
| Doch die Sendung Jesu sah schlicht anders aus: Es ging nicht darum, <q>das Reich für Israel wieder herzustellen</q> (Apg 1,6).
hr
p
| Schon mit seiner Hinwendung zu <q>Zöllnern und Sündern</q> durchbricht Jesus
| die gängigen Erwartungen an den Messias was ihm deutliche Kritik einbringt ,
| auch an anderen Zügen von Jesu Verhalten stört man sich;
| Kreuz und Auferstehung schließlich passen überhaupt nicht ins Bild:
| ein <i>leidender</i>, ja gar <i>gekreuzigter</i> Messias, der auferstanden sein soll
| das stand und steht zu allen Vorstellungen
| vom Messias im Judentum im Wiederspruch (
+symbol("arrow-right")
| Emmaus-Erzählung: Jesus ist genötigt, den beiden Jüngern zu erkären: <q>Musste nicht der Christus das
| erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?</q> [Lk 24,26]!).
hr
p
| Im Rahmen der Entwicklung der frühchristlichen Mission wurde dann mehr und mehr erkannt,
| dass das, was sich in und mit Jesus ereignet hatte das <q>Heilsereignis</q> seines Lebens und Wirkens,
| seines Kreuzes und seiner Auferstehung ,
| der ganzen Menschheit seit <q>Adam</q> gilt (
+symbol("arrow-right")
| Stammbaum!).
hr
p
i
| In diesem Sinne verweigert der lukanische Jesus von Anfang an,
| nationalistisch-königlicher Messias in seiner <q>Heimat</q> zu sein,
| spricht von der zukünftigen Ablehnung seines den Erwartungen und Vorstellungen nicht entsprechenden Messias-Seins,
| verweist auf eine Sendung zu den Völkern und löst mit dieser dreifachen <q>Klatsche</q>
| die Ablehnung durch seine Zuhörer aus, wobei die Zuhöhrer ihrerseits den situativen
| Kontext der Erzählung räumlich und zeitlich übersteigen
| hin zu allen, die sich an Jesu Selbstverständnis und Verhalten sowie an der nachösterlich Entwicklung stören.
hr
p
| Gerade Karfreitag und Ostern vorauf am Ende der Episode in Nazareth schon geblickt wird
| machen deutlich, dass Jesu Sendung viel tiefgreifender und umfassender
| ist als alle irdisch-nationalistischen Vorstellungen vom Messias:
br
b
| Jesus ist als endzeitlicher Repräsentant Gottes der Heilsbringer schlechthin,
| und zwar in einem umfassenden, nationalistisches Denken und überhaupt
| diese irdisch-begrenzte Welt übersteigenden Sinn!
br
i
| In ihm steht das Paradies (wieder) offen (
+symbol("arrow-right")
| Kreuzigungsszene: <q><u>Heute</u> noch, wirst du mit mir im Paradies sein.</q>)!
p
| Bei Jesus als Messias geht es nicht um äußere wenn auch bedrängende Dinge wie hier die Herrschaft der Römer,
| es geht um eine innere Wandlung des Menschen, es geht um geheilte Beziehungen zwischen Gott und Mensch und der Menschen
| untereinander. Die <q>großen Dinge</q> sprich: die Wunder , die Jesus tut, sind Zeichen <i>dieser</i> neuen Wirklichkeit
| und nicht eines (irdisch-nationalistisch) aufblühenden (Staates) Israel:
p
i
| Das <q>Gnadenjahr des Herrn</q> ist keine irdisch-nationalistische Größe, sondern eine himmlische;
br
| aber auch keine rein jenseitige Wirklichkeit,
| sondern eine in diese Welt schon hereinbrechende und die Menschen ergreifen wollende.
br
| Das Evangelium spricht davon dann auch in den Gleichnissen (vom Verlorenen)
| und erzählt davon in den heilvollen Umkehr-Begegnungen mit Jesus;
| die Apostelgeschichte wird das Hereinbrechen des <q>Zeitalter des Heiligen Geists</q> dann am Leben der
| Urgemeinde in Jerusalem beispielhaft und idealisiert illustrieren
| (z. B. Solidarität, Barmherzigkeit, Eintracht).
p.small.mb-0
| Aus historischer Perspektive ist wichtig und spielt her eine Rolle,
| dass Jesus sich nicht als militärischer Aufrührer verstand
| wie es sie damals auch gab , sondern ähnlich wie Johannes der Täufer das Volk durch innere Umkehr erneuern wollte.
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title <q>... damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt</q> (Lk 4,11)
.card-text
p
| Im Vorgriff auf den Karfreitag Golgota liegt außerhalb von Jerusalem! , aber auch im Vorgriff auf das Schicksal
| der Boten Jesu nach Ostern Stephanus: nach Apg 7,58 zur Steinigung zur Stadt hinaus getrieben wird Jesus aus der Stadt getrieben
| und sollte hinabgestürzt werden: die Ablehnung Jesu durch seine <q>Heimat</q> materialisiert sich (schon).
br
| <q>Geheimnisvoll</q> entgeht er diesem Lynchversuch und geht weg.
p
| Man wird hier analog zum Karfreitag an Ostern denken dürfen, das sich hier andeutet (nicht nur im Hinblick auf Jesus,
| sondern ebenso für seine Boten).
p.mb-0
| Es gibt auch einen Bezug zur abschließenden Versuchung durch Satan in Lk 4,1-13: Jesus soll sich vom Tempel
| hinabstürzen, weil er doch Gottes Sohn ist und erwarten darf, dass Gott nach Ps 91,11-12
| rettend eingreifen wird.
br
| Die mutwillige Herausforderung dieses Schutzes ist zwar nach Lk 4,9-12 nicht statthafte Provokation Gottes und Versuchung durch Satan,
| doch ist die Verheißung des Psalmes für Jesus (und seine Jünger) tatsächlich gültig, wie hier im Vorgriff auf Ostern deutlich wird.
.alert.alert-success.slide
h4.alert-heading
| Programmatische Antrittsrede Jesu:
br
| Kurzzusammenfassung der Heilsgeschichte aus nachösterlicher, völkerchristlicher Perspektive
br
span.small bewusst am Anfang des Wirkens Jesu
hr
p.mb-0
| Die Propheten haben das Heil angekündigt und auch bei ihnen gab es schon erste Momente der Öffnung für Heiden.
br
| Dieses Heil ist in Jesus umfassend und die Erwartung der Propheten übersteigend und modifizierend Wirklichkeit geworden
| im <q>Gnadenjahr des Herrn</q>, das das <q>Zeitalter des Heiligen Geistes</q> mit sich gebracht hat im Sinne
| der entscheidenden (<q>eschatologischen</q>) Zeitenwende zum Heil;
| dieses Zeitalter dauert seit dem an und zielt auf alle Menschen.
br
| Doch Jesus stößt auf Ablehnung, wird am Karfreitag gekreuzigt; Gott aber erweckt ihn von den Toten.
br
| Jesu Botschaft und er selbst werden (trotzdem) von den meisten Juden auch nach Ostern abgelehnt;
br
| dafür stoßen Heiden in relativ großer Zahl zur Gemeinschaft der Glaubenden dazu.
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("antritt")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

File diff suppressed because it is too large Load Diff

View File

@@ -0,0 +1,420 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
block content
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p.mb-0
| Es geschah aber: Als die Volksmenge Jesus bedrängte und das Wort Gottes hören wollte,
| da stand er am See Gennesaret und sah zwei Boote am See liegen. Die Fischer waren aus ihnen ausgestiegen
| und wunschen ihre Netze.
| Jesus stieg in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren.
| Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon:
| <q>Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!</q>
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Simon antwortete ihm:
| <q>Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.
| Doch auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.</q>
p.mb-0(style="margin-left: 4.5rem;")
| Das taten sie und sie fingen eine große Menge Fische; ihre Netze aber drohten zu reißen.
| Und sie gaben ihren Gefährten im anderen Boot ein Zeichen, sie sollten kommen und ihnen helfen.
| Sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie fast versanken.
p.mb-0(style="margin-left: 3rem;")
| Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte:
| <q>Geh weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!</q>
| Denn Schrecken hatte ihn und alle seine Begleiter ergriffen über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten;
| ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
p.mb-0(style="margin-left: 1.5rem;")
| Da sagte Jesus zu Simon: <q>Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.</q>
p.mb-0
| Und sie zogen die Boote an Land, verließen alles und folgte ihm nach.
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,1-11
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, <q>flüchtet</q> dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer sein zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| <i>erster</i>, prototypartiger Menschenfischer.
p
| Indem die Erzähung abschließend festhalten kann, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen,
| hat sich Jesus tatsächlich als Menschen<i>fischer</i> erwiesen,
| der Menschen durch sein Wirken hier sein doppeltes Wort an Petrus und das dieses bekräftigende Wunder <q>eingefangen</q> hat.
p.mb-0
| Während der erste Teil der Erzählung Jesus als Menschenfischer zeichnet, der das <q>Wort Gottes</q> verkündet,
| illustriert der letzte, kurze Teil also, was als <i>Folge rechten Hörens</i> erwartet ist
| (im Sinne eines <i>erfolgreichen <q>Menschen<b>fischen</b>s</q></i>):
p.mb-0.ml-3
i die alte Existenz hinter sich lassen
span.small (hier: <q>sie zogen die Boote an Land, verließen alles</q>),
br
i aufbrechen und Jesus nachfolgen
span.small (hier: <q>folgten ihm [= Jesus] nach</q>)
br
i in der Gemeinschaft der Glaubenden
span.small (hier: Petrus nicht allein, sondern mit den Söhnen des Zebedäus)
br
i was auch immer das im eigenen Leben bedeuten mag.
p.small.mb-0
| Dass und wie dies im Spannungsfeld von <q>Auf dein Wort hin!</q> und <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q> geschieht,
| bebildert diese Erzählung an Petrus dazu später mehr.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Menschen fangen
.card-text
p
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich bei <q>Menschen fangen</q> im Munde Jesu um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck <q>Menschenfischer</q> (Mk/Mt) durch <i><q>Menschen (lebendig) fangen</q></i>.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch <q>beleben</q>, <q>wiederbeleben</q>!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Auf dein Wort hin
.card-text
p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: <q>Auf <i>dein Wort</i> hin ...</q>.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, <i>jetzt</i> die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
br
| Aber es brauchte auch das <q>Auf dein Wort hin!</q> des Petrus;
| es braucht die vertrauende Bereitschaft, Jesus zu folgen.
p.mb-0.small
| Anzumerken ist hier, dass Lukas in Lk 4,31-41 einige Wunderheilungen erzählt,
| in denen insbesondere Jesus wirkmächtiges Wort unterstrichen wird.
br
| In 4,36 fragen sich die Zeugen des Wunders:
| <q>Was ist das für ein <i>Wort</i>? Mit <i>Vollmacht und Kraft befiehlt</i> er den unreinen Geistern und sie fliehen.</q>
br
| Bei der Heilung des Schwiegermutter des Petrus in Lk 4,38-39 schreibt Lukas <q>Er beugte sich über sie und <i>gebot</i>
| dem Fieber.</q> In Mk 1,31 heißt es dagegen: <q>und er ging zu ihr,
| fasste sie an der Hand und richtete sie auf.</q> Lukas betont das wirkmächtige Wort Jesu und bereitet durch diese Erzählungen
| das <q>Auf dein Wort hin</q> des Petrus vor.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
br
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
p
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: <q>Fürchte dich nicht!</q> in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet, der ihn in Dienst nimmt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: <q>Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.</q> (Lk 5,32).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Petrus, der Menschenfischer auf Jesu Wort hin
.card-text
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!
footer.blockquote-footer
cite Lk 5,10
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Das <q>Einfangen</q> des Petrus
.card-text
p
| Nach diesem Wort Jesu geht die Erzählung sehr schnell zu Ende; es wird <q>nur</q> noch erzählt,
| dass Petrus und die Söhne des Zebedäus ihre Boote an Land ziehen, alles verlassen und Jesus nachfolgen,
| ihm also <q>ins Netz gegangen</q> sind.
p
| Das <q>Auf dein Wort hin!</q> des Petrus ist schon gesprochen; es behält auch hier seine Gültigkeit
| und wird vollzogen.
p
| Der überreiche Fischfang ist jener Moment, der auch und gerade für Petrus alles verändert:
br
| Als das Wunder geschieht, als Petrus dem Göttlichen in Jesus, wirklich dem Wort Gottes begegnet,
| da geht es nicht mehr um das Fangen von Fischen, sondern um das <q>Einfangen</q> des Petrus für seine künftige Aufgabe.
p
| Das ist der Dreiklang dieser Erzählung:
br
| <u><i>Auf Jesu Wort hin</i></u> <i><b>Fische</b> fangen</i>, um <i><b>Petrus</b></i> zu <i>fangen</i> zum <i><b>Menschen</b> fangen</i>
| <u><i>auf Jesu Wort hin</i></u>.
p.mb-0
| Wie das Wort <q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q> den überreichen Fischfang bewirkt,
| so fängt das Wort <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q> in Verbindung
| mit dem reichen Fischfang den Petrus ein: er verlässt alles und folgt Jesus nach.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Die Zukunft des Petrus: getragen von Jesu Wort
.card-text
p
| Formal bilden die Worte Jesu (<q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q>, <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>)
| den Rahmen um die Worte des Petrus (<q>Auf dein Wort hin!</q>, <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>).
br
| So ist die Existenz des Petrus mit seinen Höhen und Tiefen von Jesu Wort zusammengebunden, umfangen und getragen,
| ja wie in einem Netz gehalten.
br
| Der überreiche Fischfang die Mitte der Erzählung ist Bestätigung der Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu und dadurch zugleich
| Verheißung für die von Jesu Wort getragene Zukunft, die hier aufleuchtet.
br
| Sie wird aber nicht mehr im <q>Fangen</q> von Fischen, sondern von Menschen bestehen.
p
| Formal ist anzumerken, dass <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q> weder Auftrag
| noch Befehl ist, vielmehr Prophetie und Verheißung für die <i>jetzt</i> beginnende Zukunft des Petrus.
| Man wird Auftrag und Befehl aus dem Wort <q>Fahr hinaus und werft eure Netze aus!</q>
| mithören sollen.
br
| Die beiden gesprochenen Worte Jesu vor und nach dem Fischfang und das durch Jesu Wort
| gewirkte Wunder wollen als Einheit verstanden werden:
br
i
| Petrus begegnet dem <i>wirkmächtigen Wort des Herrn</i>,
br
| das ihn in seiner ganzen Existenz anspricht und ihn in Dienst nimmt,
br
| das ihn in eine Zukunft getragen von Jesu Wort stellt, ihn hält und halten wird,
br
| das ihn ergreift und alles verlassen lässt.
p.mb-0
| Die Existenz des Petrus ist <q>von jetzt an</q> durch
| Auftrag und Verheißung Jesu bestimmt, <q>Netze auszuwerfen</q> und <q>Menschen (lebend) zu fangen</q>.
| Auch wenn dieses Wort Jesu jetzt schon beginnt, sich zu erfüllen:
| Petrus geht doch einer größeren Erfüllung erst noch entgegen.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Ausblick in die Apostelgeschichte: Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| An bzw. seit Pfingsten wird auch das Wort des Petrus in der Kraft des Geistes wirkmächtig sein:
| seine Pfingstpredigt trifft die Hörer <q>mitten ins Herz</q> (Apg 2,37) und bringt viele Menschen dazu,
| sich taufen zu lassen
| (<q>Die nun, die <i>sein Wort</i> annahmen, ließen sich taufen.
| An diesem Tag [= Pfingsten] wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.</q> [Apg 2,41]).
br
i Petrus ist zum Menschenfischer geworden.
br
| Der überreiche Fischfang auf das Wort Jesu hin, der zusammen mit dem Wort <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>
| den Petrus und die Söhne des Zebedäus <q>eingefangen</q> hat,
| wird zum Bild der erfolgreichen, wirkmächtigen Verkündigungstätigkeit des Petrus
| und der Apostel ja der Kirche überhaupt in der Kraft des Geistes Gottes.
br
span.small
| Und von Pfingsten her wird auch klar, warum Petrus ein zweites Boot herbeiwinken musste:
| es wird Rettungsboot <q>all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird</q> (Apg 2,39),
| womit nur die Heiden gemeint sein können.
hr
.small
p
| Petrus erscheint in der Erzählung vom reichen Fischfang - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine <q>übliche</q> Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
p
| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Grundlegend: Auf Jesu Wort hin und aus der Kraft des Geistes
.card-text
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf <i>die ersten Worte</i> stoßen, die Jesus <i>an Jünger</i> richtet,
| finden wir <i>die letzten Worte</i>, die Jesus dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt <i>zu</i> den <i>Jüngern</i> spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| <q>Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.</q>
| ...
br
| <q>... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.</q>
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu <i>warten</i>,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten , auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes <i>als Kraft</i> zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen.
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
span.small
| <q>Ihr werdet Kraft empfangen!</q> und <q>Ihr werdet meine Zeugen sein!</q> sind in Apg 1,9
| zwar nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht <q>... dann <i>könnt</i> ihr</q>,
| sondern <q>... und ihr <i>werdet</i> meine Zeugen sein</q>!
br
| Das Wort Jesu ist Verheißung und Prophetie; durch den Heiligen Geist wird es Wirklichkeit werden.
p
| Jesus warnt also am Anfang der Apostelgeschichte seine Jünger:
br
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!
p
| Auch in der Erzählung vom reichen Fischfang ist der Kontrast aufgebaut
| zwischen einerseits dem eigenen eigentlich den Regeln entsprechenden Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem fast widersinnigen Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
br
| Ferner hat das Wort Jesu an seine Jünger in Apostelgeschichte: <q><u>Ihr werdet meine Zeugen sein!</u></q>
| das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt doch eine gewisse Ähnlichkeit zu
| <q>Von jetzt an <u>wirst du Menschen (lebendig) fangen!</u></q>:
| Beide haben prophetischen Charakter, sind Verheißung.
p
| Während bei der Erzählung vom reichen Fischfang der Akzent auf dem wirkmächtigen Wort Jesu ruht,
| ist in der Apostelgeschichte gerade am Anfang, aber letztlich durchgängig der Akzent
| auf den Heiligen Geist gelegt, ohne den nichts läuft.
p
| In der Zusammenschau kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel
| erhält einerseits ihre Kraft und Wirkung aus dem Wort Jesu, <q>die Netze auszuwerfen</q>:
| <q>Von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen!</q>.
br
| Andererseits ist es der Heilige Geist, der nicht nur Jesus während seines irdischen Wirkens erfüllte,
| sondern nach Ostern Jesu verheißendes Wort bleibend und kraftvoll wirksam sein lässt.
br
| Was aber für die Verkündigung gilt, gilt für die Kirche insgesamt.
p
| Ohne dies das Wort Jesu und den Geist sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse verheißen; es braucht den Glauben des Petrus:
| <q>Auf dein Wort hin ...</q>
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet wie Jesus in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte zeichnen:
| die Apostel verkünden gegen alle Wiederstände <q>das Wort Gottes</q>; sie sind tatsächlich <q>Menschenfischer</q> geworden.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. dem nicht entspricht (wie auch einst Petrus auf die Seite der Sünde rutschte),
| muss sie sich neu das <q>Auf <i>dein Wort</i> hin!</q> des Petrus zu eigen machen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title Ver-<i>Netz</i>-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer <q>beleuchtet</q> zu werden.
p
| Als erste und wichtigste Bedeutung weil schon in der Erzählung selbst angelegt ist zu nennen:
br
i
| Ein Netz trägt und hält: so sollen die Menschen durch das Wirken der Kirche Halt erleben
| (wie Petrus mit seinen Höhen und Tiefen im Wort Jesu).
br
| Gerade weil sich Kirche im <q>Netz</q> Gottes getragen wissen darf, kann und darf, muss und soll sie selbst
| <q>Netz</q> sein für die verschiedenen Menschen, die bei ihr Halt und Zukunft suchen.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz <q>zusammengeschweißt</q>, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber : Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art <q>einfangen</q> kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar und schon der Zwölferkreis bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und seine gläubige Aufnahme entsteht.
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("fischfang")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,265 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
block content
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title Jesus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Lukas gestaltet die Szenerie im Vergleich zur Mk 1,16-20 um und greift einen Gedanken auf,
| der sich bei Markus erst in 4,1-2 findet: Weil die Menge Jesus bedrängt, <q>flüchtet</q> dieser in ein Boot.
p
| Von diesem Fischer-Boot aus verkündet Jesus nun das Wort Gottes.
p
| Lukas illustriert damit, was Menschenfischer zunächst und zuerst bedeutet:
br
i
| Den Menschen das Wort Gottes verkünden und sie gerade so zusammensammeln.
p.mb-0
| Gleichzeitig erscheint durch die Gestaltung der Szene Jesus selbst sehr augenfällig als
| <i>erster</i>, prototypartiger Menschenfischer.
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title
q Menschen fangen
.card-text
p
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
p
| Vom Kontext im Evangelium her ist zwar klar, dass es sich um etwas Positives handelt,
| aber Lukas will das auch durch seine Wortwahl unterstreichen:
br
| Er ersetzt den Ausdruck <q>Menschenfischer</q> (Mk/Mt) durch <i><q>Menschen (lebendig) fangen</q></i>.
br
| Das gleiche Wort bedeutet auch <q>beleben</q>, <q>wiederbeleben</q>!
p.mb-0
i
| So wird das Fischerboot zum Rettungsschiff, das Netz zum Rettungsring, das verkündete Wort
| zur rettenden Botschaft!
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title
q Auf dein Wort hin
.card-text
p
| Die Antwort des Petrus auf den Auftrag Jesu, die Netze zum Fischfang auszuwerfen, klingt
| in der ersten Hälfte ernüchternd:
br
| In der günstigen Nachtzeit wurde nichts gefangen. Und jetzt ist man am hellen Tag,
| der ohnehin eher Misserfolg verspricht.
p
| Die zweite Hälfte der Antwort drückt dann schon den Glauben des Jüngers aus: <q>Auf <i>dein Wort</i> hin ...</q>.
p
| Interessant ist, dass Petrus zwar den eigenwilligen Auftrag Jesu, <i>jetzt</i> die Netze auszuwerfen,
| kommentiert, aber anders als Maria bei der Verkündigung der Geburt Jesu
| nicht auf eine weitere Bekräftigung oder ein Zeichen wartet:
| er handelt voll Vertrauen auf Jesu Wort hin.
p
| Das Wort Jesu gibt Petrus nicht nur gegen alle Wahrscheinlichkeit gerichtete Zuversicht,
| sondern bewirkt auch das Wunder des großen Fischfangs, welches wiederum die Wirkmächtigkeit des Wortes Jesu unterstreicht.
p
| So wird ein Kontrast aufgebaut zwischen einerseits dem eigenen eigentlich den Regeln entsprechenden Handeln der Fischer
| um Petrus, das aber ohne Erfolg bleibt, und andererseits dem fast widersinnigen Folgen des Auftrages Jesu,
| was aber tatsächlich von (übergroßem) Erfolg gekrönt ist.
hr
p.mb-0
| Während wir in der Erzählung vom reichen Fischfang auf <i>die ersten Worte</i> stoßen, die Jesus <i>an Jünger</i> richtet,
| finden wir <i>die letzten Worte</i>, die Jesus dann als Auferstandener, vor der Himmelfahrt <i>zu</i> den <i>Jüngern</i> spricht
| am Anfang der Apostelgeschichte:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
| Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
| <q>Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
| die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
| ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.</q>
| ...
br
| <q>... ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt;
| und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa
| und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.</q>
footer.blockquote-footer
cite Apg 1,4-5.8
p
| Die Weisung Jesu an seine Jünger, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern auf die Gabe des Geistes zu <i>warten</i>,
| kann im Kontext nur so verstanden werden, dass die Jünger nicht auf eigene Faust
| verkündigen sollen die Forderung Jesu unterstreicht nicht nur die Bedeutung Jerusalems
| sondern impliziert doch wohl auch, dass eine Verkündigung ohne Geistgabe ohne Erfolg sein würde.
br
| Denn der Warnung davor, jetzt (schon) Jerusalem zu verlassen
| und damit eine eigenmächtige Verkündigungstätigkeit zu starten , auf der einen Seite korrespondiert auf der anderen Seite
| die Gabe des Heiligen Geistes <i>als Kraft</i> zu einem die Grenzen Israels überschreitenden Verkündigungsgeschehen:
| wartet auf den Heiligen Geist, er ist die Kraft zur Verkündigung, ohne die nichts läuft!;
//- dass Lukas es so verstanden hat, zeigt sich darin, dass die Jünger nicht nur in Jerusalem bleiben,
//- sondern auch dort nicht verkündigen!!!
br
| das hat eine Analogie im erfolglosen Fischfang des Petrus und dann der Überfülle auf Jesu Wort hin,
br
| und dem Wort an Petrus <q>von jetzt an <u>wirst du Menschen (lebendig) fangen</u></q>
| entspricht das <q><u>ihr werdet meine Zeugen sein</u></q>; letzteres ist das letzte Wort Jesu überhaupt vor der Himmelfahrt.
p
| Wie in Lk 5,1-11 das Wort Jesu auf Petrus <q>wirkt</q>,
//- | der durch das Wunder des Fischfangs für derartiges sensibilisiert war (vgl. seine Reaktion!),
| so wird in Apg 1,9 das <q>ihr werdet meine Zeugen sein</i> durch <q>ihr werdet Kraft empfangen</q> ermöglicht;
| diese beiden Aussagen sind zwar in Apg 1,9 nebeneinandergstellt, aber es sind nicht Aussagen auf der gleichen Ebene,
| vielmehr ist Ersteres Bedingung der Möglichkeit für Letzteres.
br
| Es heißt aber nicht <q>... dann <i>könnt</i> ihr</q>,
| sondern <q>... und ihr <i>werdet</i> meine Zeugen sein</q>! Dass sie es sein werden, ist eine Setzung Jesu,
| ein Werk des Wortes Jesu und der Gabe des Geistes, der Jesu Wort schöpferisch sein lässt
| (wenn auch mit zeitlicher Verzögerung).
p
| Bei <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q> und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q>
| ist das Wort Jesu also nicht einfach Auftrag (<q>Berufung</q>), auch nicht Befehl,
| auch nicht nur Prophetie und Verheißung, sondern <i>schöpferische Setzung</i>: es bewirkt, was es sagt.
p
| Zunächst sind es die Jünger selbst, an denen sich Jesu schöpferisches Wort auswirkt:
br
| Die Erzählung vom reichen Fischfang <q>endet</q> nach dem Wort Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| mit der simplen, nicht weiter kommentierten Notiz, dass Petrus und die Söhne des Zebedäus Jesus folgen (Lk 5,11!).
br
| Später in der Apostelgeschichte werden die Jünger dann das Wort Gottes kraftvoll verkünden
| und damit die Wirkmächtigkeit der schöpferischen Worte Jesu <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>
| und <q>ihr werdet meine Zeugen sein</q> belegen.
hr
p
| Mit alledem ist kommt etwas für Lukas sehr wichtiges zum Ausdruck:
br
i
| Die Verkündigung durch die Apostel und das Wirken der Kirche insgesamt
| erhält seine Kraft und Wirkung aus dem <i>schöpferischen</i> Wort Jesu, <q>die Netz auszuwerfen</q>:
| <q>von jetzt an wirst du Menschen (lebendig) fangen</q>.
br
| In der Gabe des Geistes, der auch Jesus erfüllte, ist dann nach Ostern diese schöpferische Setzung
| kraftvoll wirksam.
p
| Ohne dies das Wort Jesu und den Geist sind Verkündigung und Kirche nichts und zum Scheitern verurteilt.
br
| Umgekehrt ist der Beistand gerade auch für widrige Verhältnisse gegeben; es braucht den Glauben des Petrus:
| <q>Auf dein Wort hin ...</q>
p
| Kirche ist als Geschöpf des Wortes Gottes in Jesus und als Geschöpf des Geistes Gottes vorgestellt;
| sie verkündet wie Jesus in der Kraft des Geistes das Wort Gottes als ihre erste und eigentliche Aufgabe
| und ist dabei Zeuge des Heils in Christus.
br
| Mit genau diesen Zügen wird Lukas die Verkündigungstätigkeit in der Apostelgeschichte gegen alle Wiederstände zeichnen.
p
| Hinter der Verkündigung der Kirche steht Gott selbst, der durch sie sein neu-schöpferisches Wirken entfaltet,
| das Menschen zusammensammelt in der Gemeinde Jesus Christi.
p.mb-0
| Wo Kirche aus Eigensinn, Kleingläubigkeit etc. dem nicht entspricht, ist sie aus der Ordnung der <q>Neuen Schöpfung</q>
| herausgefallen wie Adam aus der Ordnung der <q>ersten Schöpfung</q> herausgefallen ist.
br
| Der schöpferischen Setzung durch Jesus entspricht als Modus der Annahme das <q>Auf dein Wort hin</q>:
| der Glaube, der auch Widrigkeiten übersteigt, wie in der ersten Schöpfungserzählung dem <q>Er sprach ...</q>
| das <q>so geschah es</q> entspricht.
//-- p
//-- | Kirche existiert nicht aus sich selbst heraus, und ist nicht ihr eigener Herr.
//-- | Sie ist ganz und gar von Christus und dem Heiligen Geist abhängig.
//-- br
//-- | Daher ist Kirche auch nicht Demokratie und gilt nicht einfach das Wort einer Mehrheit,
//-- | sondern Kirche ist zuerst auf Gott Hörende und gebunden an das Wort Gottes.
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title
q Ich bin ein sündiger Mensch
.card-text
p
| Die spontane Reaktion des Petrus auf den überwältigenden, durch Jesu Wort gewirkten Fischfang
| entspricht der (alttestamentlichen) Reaktion des Menschen, wenn er dem Göttlichen begegnet:
| er erkennt seine Niedrigkeit, Unwürdigkeit, Sündhaftigkeit, hier durch die Geste verstärkt: Petrus geht auf die Knie.
br
| Die Antwort Jesu entspricht ihrerseits diesem Schema: <q>Früchte dich nicht!</q> in
| Verbindung mit einer göttlichen Intervention bzw. einem göttlichen Auftrag.
br
| Die Szenerie malt also aus, wie gerade Petrus dem Göttlichen in Jesus begegnet
| und mündet in das schöpferische Wort des Christus, das über Petrus hinaus der Kirche und
| ihrer Verkündigung gilt.
p
| Dass Petrus aber nicht nur erschrickt und/oder sich fürchtet (wie vor ihm Zacharias, Maria, die Hirten),
| sondern sagt <q>Ich bin ein sündiger Mensch!</q>, das ist sicher bedacht von Lukas so erzählt.
p
| Der Leser weiß ja wohl doch schon um das Versagen des Petrus während der Passion Jesu.
br
| Er weiß aber auch, dass Petrus am Anfang dessen steht, was Kirche wurde vor Ostern wie nach Ostern.
br
| Beide Aspekte kommen bereits hier zusammen.
p.mb-0
| So unterstreicht Lukas gerade an Petrus den Sünde überwindenden, schöpferischen
| Neuanfang in Jesus, der wenig später sagen wird: <q>Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder
| zur Umkehr zu rufen.</q> (Lk 5,32).
.card.slide.mb-1
.card-body
h5.card-title Petrus, der Menschenfischer
.card-text
p
| Petrus erscheint hier - wie es synoptischer Tradition (Mk, Mt, Lk) entspricht
| als erstberufener Apostel. Er wird dann im Verlauf des Evangeliums seine <q>übliche</q> Rolle
| als Erster und Sprecher der Apostel ausüben.
p
| Dahinter mag die Erinnerung stecken, dass Petrus tatsächlich der Erstberufene war.
p
| Wichtiger ist aber, dass nach Ostern Petrus am Anfang der Sammlungsbewegung stand, die dann zur Kirche
| wurde: Petrus gilt als der Erste, dem der Auferstandene erschienen ist (vgl. Lk 24,34).
p.mb-0
| Da dies ausgerechnet auch Paulus überliefert (1 Kor 15,3b-5), ist daran nicht zu zweifeln.
.card.slide
.card-body
h5.card-title Ver-<i>Netz</i>-ung
.card-text
p.small
| Natürlich darf man einzelne Elemente der Erzählung nicht überfrachten.
br
| Aber das Symbol des Netzes, das sich mit dem Fischfang verbindet, welcher in der Erzählung
| zum Symbol der Sammlungsbewegung durch die Verkündigung des Gotteswortes wird, ist es doch wert,
| genauer <q>beleuchtet</q> zu werden.
p
| Unabhängig davon, ob die Fische als Einzeltiere oder als Schwarm vorzustellen sind,
| werden sie durch das Netz <q>zusammengeschweißt</q>, und zwar zu einer Schicksalsgemeinschaft:
br
| man teilt das gleiche Los normalerweise zu Tod und Verzehr, hier aber : Anteil am in Christus eröffneten Heil.
p
| Ein Netz besteht selber aus miteinader verbundenen Knoten.
br
| Das Netz ist Symbol für Verbindung (
+symbol("arrow-right")
| Internet).
br
| Das passt sehr gut zum im Evangelium erzählten Anliegen Jesu, Menschen neu mit Gott und untereinander zu verbinden,
| Sünde, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu überwinden.
p
| Da fügt sich auch gut ins Bild, dass ein Fischernetz Fische ganz unterschiedlicher Art <q>einfangen</q> kann,
| eine bunte Sammlung, wie auch Jesus Jüngerschar und schon der Zwölferkreis bunt war.
p
| Weiter gedacht steht das Netz auch für die Verbindung von Gruppen und Gemeinden untereinander, eine Vernetzung auf
| verschiedenen Ebenen (Pfarrei, Seelsorgebereich, Dekanat, Bistum, Weltkirche).
p.mb-0
| Grundlegend bleibt aber, dass Jesus nicht einzelne unverbunden berufen hat, sondern von Anfang an
| auf eine Gemeinschaft abgezielt hat, die durch die Verkündigung des Wortes Gottes und die gläubige Aufnahme entsteht.
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("fischfang")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,355 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Gliederung
block content
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Prolog
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,1-4
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 3. Sonntag im Jahreskreis
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title Vorgeschichte
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 1,5-4,13
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Kindheitserzählungen
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 1,5-2,52
.row.mb-2
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title.text-primary Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,5-25
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Geburt Johanns des Täufers (VAM) [Lk 1,5-17]
.col-6
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title.text-success Ankündigung der Geburt Jesu, des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,26-38
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Verkündigung des Herrn
.row.mb-2
.col-3
.col-6
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Begegnung zwischen
span.text-success Maria
| und
span.text-primary Elisabeth
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,39-56
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Vierter Advent [Lk 1,39-45 (ohne Magnifikat)]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Mariä Aufnahme [Lk 1,39-56: Magnifikat]
.col-3
.row.mb-2
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title.text-primary Geburt Johannes des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 1,57-80
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Geburt
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 1,57-66
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Geburt Johannes des Täufers (Lk 1,57-66.80)
.card.bg-light.border-info
.card-body.p-2
h6.card-title Begrüßung (<i>Benedictus</i>)
h6.small.card-subtitle.text-muted
| Lk 1,67-80
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title.text-success Geburt Jesu, des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 2,1-40
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Geburt
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,1-21
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Christmette [Lk 2,1-14]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| <q>Hirtenmesse</q> [Lk 2,15-20]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Oktavtag von Weihnachten [Lk 2,16-21]
.card.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body.p-2
h6.card-title Begrüßung (Begegnung mit Simeon und Hanna im Tempel, dabei <i>Nunc dimittis</i>)
h6.small.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,22-40
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Darstellung des Herrn
.row
.col-6
.col-6
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title.text-success 12jähriger Jesus im Tempel
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 2,41-52
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Fest der heiligen Familie
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Das Wirken des Täufers und die Taufe Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 3,1-22
.row
.col-2
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Das Auftreten des Johannes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,1-6
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Zweiter Advent
.col-2
.card.slide.bg-light.border-info.mb-2
.card-body
h5.card-title Die Bußpredigt des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 3,7-9
.col-2
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Standespredigt des Täufers
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,10-14
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Dritter Advent
.col-3
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Ankündigung des Messias
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,15-18
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Dritter Advent
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Taufe Jesu [Lk 3,15-16]
.col-3
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 3,21-22
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| Taufe Jesu
.row
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Der Stammbaum Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 3,23-38
.col-6
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Versuchungen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 4,1-13
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title Wirken Jesu in Galiläa und Judäa
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 4,14-9,50
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-3(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Die Antrittspredigt Jesu in Nazareth
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 4,14-30
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 3. Sonntag im Jahreskreis [Lk 4,14-21]
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 4. Sonntag im Jahreskreis [Lk 4,21-30]
.col-4
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Erstes Wirken in Galiläa
h6.card-subtitle.text-muted
| Lk 4,31-44
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-3(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Reicher Fischfang/<q>Berufung</q> des Petrus
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2
| Lk 5,1-11
.card-text
p.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 5. Sonntag im Jahreskreis
p.text-center
| ...
.card.slide.bg-light.border-info.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Feldrede
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 6,20-49
.row
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Seligpreisungen und Weherufe
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,20-26
p.card-text.small.mb-0
i
+symbol("arrow-right")
| 6. Sonntag im Jahreskreis [Lk 6,17.20-26]
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning.mb-2(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Feindesliebe und anderes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,27-38
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 7. Sonntag im Jahreskreis
.col-4
.card.slide.bg-light.border-info.mb-2
.card-body
h5.card-title Gleichnisrede
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 6,39-49
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| 8. Sonntag im Jahreskreis
p
| ...
.card.slide.mt-3.bg-light.border-info
.card-body
h5.card-title Die letzten Tage Jesu in Jerusalem und die Passion
h6.card-subtitle.text-muted.mb-3
| Lk 19,28-23,56
.row
.col-1
p.text-center
| ...
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Wiederkunft des Menschensohnes
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 21,25-28
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Erster Advent
.col-1
p.text-center
| ...
.col-4
.card.slide.bg-light.border-warning(style="border-width: .25rem")
.card-body
h5.card-title Mahnung zur Wachsamkeit
h6.card-subtitle.text-muted.mb-1
| Lk 21,34-36
p.card-text.small
i
+symbol("arrow-right")
| Erster Advent
.col-2
p.text-center
| ...
p
| ...
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("gliederung")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,62 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Überblick
block content
blockquote.blockquote.mb-5
p.mb-0
i
b
q
| Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt.
br
| Er hat mich gesandt ...
footer.blockquote-footer
cite Lk 4,18
table.table
+ueberblick_thead
tbody
tr
th(scrope="row") Erster Advent
td 02.12.18
td Lk 21,25-28.34-36
td Ermutigung und Ermahnung im Hinblick auf <q>das Ende</q>
tr
th(scrope="row") Zweiter Advent
td 09.12.18
td Lk 3,1-6
td Das Auftreten des Johannes
tr
th(scrope="row") Dritter Advent
td 16.12.18
td Lk 3,10-18
td Die Standespredigt des Täufers; Die Ankündigung des Messias
+ueberblick_tag("Vierter Advent", "23.12.18", "Lk 1,39-45", "Maria bei Elisabeth")
+ueberblick_tag("Christmette", "24.12.18", "Lk 2,1-14", "Geburt Jesu")
+ueberblick_tag("<q>Hirtenmesse</q>", "25.12.18", "Lk 2,15-20", "Hirten an der Krippe")
+ueberblick_tag("Fest der heiligen Familie", "30.12.18", "Lk 2,41-52", "12jähriger Jesus im Tempel")
+ueberblick_tag("Oktavtag von Weihnachten", "01.01.19", "Lk 2,16-21", "Maria bewahrte alles und dachte darüber nach")
+ueberblick_tag("Taufe des Herrn", "13.01.19", "Lk 3,15-16.21-22", "Taufe Jesu")
+ueberblick_tag("3. Sonntag im Jahreskreis", "27.01.19", "Lk 1,1-4; 4-14-21", "Der Herr hat mich gesandt")
+ueberblick_tag("Darstellung des Herrn", "02.02.19", "Lk 2,22-40", "Simeon und Hanna")
+ueberblick_tag("4. Sonntag im Jahreskreis", "03.02.19", "Lk 4,21-30", "Jesus am Abgrund (in der Heimat)")
+ueberblick_tag("5. Sonntag im Jahreskreis", "10.02.19", "Lk 5,1-11", "Reicher Fischfang; Jüngerberufungen")
+ueberblick_tag("6. Sonntag im Jahreskreis", "17.02.19", "Lk 6,17.20-26", "Feldrede: Seligpreisungen und Wehklagen")
+ueberblick_tag("7. Sonntag im Jahreskreis", "24.02.19", "Lk 6,27-38", "Feldrede: Feindesliebe etc.")
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("ueberblick")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,638 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span Johannes der Täufer
block content
.row
.col-6.pr-5
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
br
| Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,
| den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
br
| Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
br
| ...
br
| Bevor aber der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare Tag, seht da sende ich zu euch den Propheten Elija.
br
| Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern,
| damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann
footer.blockquote-footer
cite Mal 3,1-2.23-24
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Siehe: Ich werde einen Engel schicken, der dir [= Mose/Volk Israel] vorausgeht.
footer.blockquote-footer
cite Ex 23,20
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
q
| Eine Stimme ruft [in der Wüste]:
q
br
| []In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
br
| ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
footer.blockquote-footer
cite Jes 40,3
.col-6.pl-5
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| Zacharias im Benedictus im Hinblick auf seinen Sohn:
br
q
| Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen;
i denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,76 [mit Anspielung auf Mal 3,1]
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| Der Engel zu Zacharias bei der Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers:
br
q
| Viele Kinder Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, hinwenden.
br
| Er wird ihm mit dem Geist und mit der Kraft des Elija vorangehen,
| um
i die Herzen der Väter den Kindern zuzuwenden
br
| und die Ungehorsamen zu gerechter Gesinnung zu führen und so das Volk
i für den den Herrn bereit zu machen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 1,16-17 [mit Anspielung auf Mal 3,23]
blockquote.blockquote.mb-5(style="font-size: 100%;")
p.mb-0
| <q>Jesus</q> über Johannes den Täufer:
br
q
| Dieser ist es, von dem geschrieben steht:
br
i
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bahnen wird.
footer.blockquote-footer
cite Lk 7,27 [mit Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20]
hr.mt-3.mb-5
h1.slide Johannes der Täufer in historisch-kritischer Perspektive
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Zeit der Bedrängnis Zeit der Erwartung
.card-text
p Johannes der Täufer startete in den 20er Jahren des 1. Jhdt. n. Chr. eine jüdische Umkehrbewegung.
p
| Es war eine Zeit großer Erwartungen.
| Viele Juden fühlten sich politisch und religiös bedrängt einerseits durch die Römer,
| die die Herren im Land waren und an die Steuern zu zahlen waren, andererseits durch die damalige
| griechisch-hellenistische Kultur.
p
| Es war daher eine Zeit, in der man sich das göttliche Eingreifen ersehnte
| durch Gott selbst oder einen von ihm gesandten Retter (<q>Messias</q>).
p.mb-0
| Vor diesem Hintergrund ist das Wirken Johannes des Täufers wie auch das Jesu zu verstehen:
| Johannes glaubte an das unmittelbar bevorstehende Ende dieser Weltzeit und das Kommen Gottes
| zu Gericht und Rettung.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Zeit der Umkehr Zeit der Taufe
.card-text
p
| Johannes erinnerte mit seiner Predigt die Juden daran,
| dass auch sie oft nicht dem Willen Gottes gemäß leben.
p
| Er rief daher zur Umkehr, zur Erneuerung des ganzen Menschen auf.
p.mb-0
| Weil aber die Zeit knapp und also keine Zeit für viele gute Taten mehr war,
| die Umkehr und Reue zeigen und damit Vergebung von Gott erbitten sollten, bot er eine Taufe an,
| die die Umkehr besiegelte, Sündenvergebung zusprach und zu einem erneuerten Lebenswandel nach den Geboten Gottes verpflichtete.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Gegenveranstaltung zum Tempel
.card-text
p
| Gleichzeitig war die Taufe, die Johannes angeboten hat, eine Gegenveranstaltung zum Tempel in Jerusalem,
| denn das war eigentlich der Ort für die Sündenvergebung.
| Doch der Tempel war offenbar in den Augen des Johannes und seiner Anhänger nicht mehr in der Lage,
| seinen Zweck zu erfüllen: die Begegnung mit Gott ermöglichen, Gottes Segen vermitteln, das gläubige Volk stetig
| durch die Begegnung mit Gott erneuern und stärken.
p
| Der Character der Gegenveranstaltung wird noch deutlicher, wenn man sich die priesterliche Herkunft des Johannes bewusst macht,
| wie sie Lukas erzählt: eigentlich wäre es sein Weg gewesen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten
| und also selbst Priester am Tempel zu werden.
p.mb-0
| Mit seiner Kritik am Tempel war Johannes damals nicht allein; sie wurde nicht nur nach ihm
| von Jesus übernommen (Tempelreinigung), sondern findet sich auch schon vor ihm in den Schriften von Qumran.
| Ähnlich wie für Johannes spielte auch für die Gemeinde hinter diesen Schriften wohl Jes 40,3 eine Rolle (<q>Wüste</q>).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Johannes <i>der Täufer</i>
.card-text
p.mb-0
| Der Beiname <q>der Täufer</q> weist darauf hin, dass das, was Johannes tat, etwas Neues war:
br
| es gab zwar Reinigungsbäder und -riten, aber dort <q>taufte</q> man sich selbst; dass man von jemand anderem
| <q><i>ge</i>tauft <i>wird</i></q>, das war neu und zeigt wohl ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein des Täufers (und
| auch einen gravierenden Unterschied zu den Reinigungsbädern in Qumran).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Johannes der <q>wiedergekommene Elija</q>
.card-text
p.mb-0
| Sicher nicht erst die Christen haben Johannes den Täufer mit Elija in Verbindung gebracht, und wohl auch nicht
| erst die Jünger des Johannes; vielmehr verstand er sich wohl schon selbst so, worauf auch seine Kleidung
| gemäß 2 Kön 1,8 schließen lässt (dort ist <q>Mantel aus Ziegenhaaren</q> und <q>lederner Gürtel um die Hüften</q>
| quasi Erkennungszeichen für Elija; vgl. Mk 1,6).
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title Johannes Opfer der Mächtigen
.card-text
p.mb-0
| Johannes fand ein gewaltsames Ende; Grund dafür war seine Kritik an den Mächtigen.
.slide
h1 Lk 3,1-22
h2 Das Auftreten Johannes des Täufers
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius;
br
| Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa,
br
| Herodes [Antipas] Tetrarch von Galiläa,
br
| sein Bruder Philippus Tetrarch von Ituräa und der Trachonitis,
br
| Lysanias Tetrarch von Abilene;
br
| Hohepriester waren Hannas und Kajaphas.
p.mb-0
| Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
br
| Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündete dort überall die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden,
| wie im Buch der Reden des Propheten Jesaja geschrieben steht:
q
| Stimme eines Rufers in der Wüste:
q
| Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
br
| Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.
br
| Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.
br
| Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,1-6
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Verankerung der Heilsgeschichte in der Weltgeschichte
.card-text
p
| Es werden keine Märchen oder zeitlose Mythen erzählt.
| Auch wenn manches dunkel bleibt: Johannes der Täufer mit seiner Taufe und Jesus von Nazareth mit seinem Kreuz
| sind historische Personen.
br
| Sie haben zu einer bestimmten Zeit und an einem konkreten Ort gelebt und gewirkt.
p.mb-0
| Diese Personen haben <q>Weltgeschichte</q> geschrieben was sich mit ihnen ereignet hat,
| das ist nicht nur Sache eines kleinen Volkes am Rande der Welt oder kleinen Gruppen darin,
| das geht die ganze Menschheit an.
br
| Und um dies deutlich zu machen, hebt Lukas auch formal wie hier durch den <q>Synchronismus</q> (= zeitliche Eindordnung)
| oder den Prolog am Anfang des Evangeliums die christliche Verkündigung auf ein höher stehendes literarisches Niveau.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Verankerung der Heilsgeschichte im Wort der Propheten
.card-text
p
| Lukas knüpft an die prophetische Literatur des Alten Testamentes an, wenn er einerseits das Auftreten
| des Johannes mit der sog. <q>Wortereignisformel</q> einführt und so von einer Prophetenberufung erzählt; andererseits
| finden sich auch am Anfang von Prophetenbüchern zeitgeschichtliche Eindordungen (<q>Synchronismen</q>).
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Die Worte Jeremias ...
br
| An ihn erging das Wort des HERRN in den Tagen des Königs Joschija von Juda, des Sohnes Amos,
| im dreißigsten Jahr seiner Regierung, ebenso in den Tagen des Königs Jojakim von Juda, des Sohnes
| Joschijas, bis das elfte Jahr des Königs Zidkija von Juda, des Sohnes Joschijas, zu Ende ging,
| als im fünften Monat Jerusalem in die Verbannung ziehen musste.
footer.blockquote-footer
cite Jer 1,1-3
p
i Gottes Wort wirkt sich geschichtlich aus in den Menschen, die sich von ihm rufen lassen.
p
| Das Zitat aus Jesaja, mit dem Lukas die Sendung des Johannes beschreibt, ist als <q>Schriftbeweis</q> zu verstehen:
br
| Was Johannes jetzt tut, das entspricht dem, was Jesaja <q>angekündigt</q> hat;
br
| so ist das Wirken des Johannes göttlich legitimiert.
p.mb-0
| Mehr aber noch: dass nach Ostern das Evangelium auch Nicht-Juden verkündet wird und diese gläubig werden,
| das hat schon Jesaja <q>vorausgesehen</q>: <q>Und <i>alle</i> Menschen werden das Heil Gottes schauen.</q>
br
span.small <q>Schauen</q> bedeutet nicht nur <q>Sehen</q> sondern <q>Teilhaben</q>!
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title
q Weg des Herrn
.card-text
p Schon Jes 40,3-5 denkt nicht an einen real-physischen Weg Gottes (oder an den Heimkehrweg der nach Babylon Exilierten).
p <q>Weg des Herrn</q> ist ethisch-religiös zu verstehen: Lebenswandel nach Gottes Weisung; den rechten Weg gehen.
p
i (Deutero-)Jesaja
br
| Angesichts des Endes des Exils in Babylon ruft der Prophet eine neue Heilszeit aus,
| nimmt dazu aber seine Adressaten in die Pflicht:
br
| Sich neu unter Zuspruch und Anspruch des Wortes Gottes und seiner Weisung stellen:
| weg von einem <q>hügeligen</q> sprich: unsteten Leben, hin zu einem geradlinigen,
| an der Weisung Gottes orientiertem Leben.
br
i
| Auf dem Weg eines rechten, an Gottes Weisung orientiertem Leben kommt Gott zu den Menschen;
| wer auf seinen Wegen geht, wird seine segenspendende Nähe erfahren.
p
i Johannes der Täufer
br
| <q>Bereitet den Weg des Herrn!</q> entspricht dem Ruf zu Umkehr und Taufe:
br
i
| Angesichts des Kommens Gottes bzw. des Messias zu Gericht (und Rettung) dem Ruf zur Umkehr folgen,
| diese in der Taufe besiegeln und dann entsprechend leben.
p.mb-0
| Im Kontext des Lukas-Evangeliums kann
q Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden.
|
| auch zum Magnifikat in Beziehung gesetzt werden:
br
q Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
|
| (Lk 1,52)
|
+symbol("arrow-right")
| Umwertung im eigenen Leben angesichts des Handelns Gottes.
.slide
h2
.small Die Bußpredigt
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").mb-5.ml-5
p.small.mb-0
| Da sagte er zu den Volksscharen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen:
q
| Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt?
| Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an, bei euch zu sagen:
q Wir haben Abraham zum Vater!
|
| Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken.
br
| Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt,
| wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,7-9
.slide
h2 Die Standespredigt des Täufers
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Da fragten ihn <b>die Scharen</b>:
q Was sollen wir also tun?
br
| Er antwortete ihnen:
q Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso!
p
| Es kamen auch <b>Zöllner</b>, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn:
q Meister, was sollen wir tun?
br
| Er sagte zu ihnen:
q Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist!
p.mb-0
| Auch <b>Soldaten</b> fragten ihn:
q Was sollen denn wir tun?
br
| Und er sagte zu ihnen:
q Misshandelt niemanden, erpresst niemanden, begnügt euch mit eurem Sold!
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,10-14
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Umkehr allgemein und konkret
.card-text
p Johannes wird als Weisheitslehrer gezeichnet; er verkündet zeitlos gültige Verhaltensrichtlinien.
p.mb-0
| Die <q>Scharen</q> werden mit dem <i>Gebot der Nächstenliebe</i> konkrontiert von einem Armutsideal ist hier nichts zu spüren -;
| die Menge wird dann aber beispielhaft geteilt und die Forderung konkretisiert.
br
| Alle stehen unter dem grundsätzlich gleichen Anspruch, aber die Forderungen können je nach eigener
| Lebenssituation unterschiedlich konkret werden.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Gegen Missbrauch von Macht
.card-text
p.mb-0 Was Zöllner und Soldaten verbindet, ist ihre (relative) Mächtigkeit, die jeweils missbraucht werden kann:
ul.mb-0
li Die <i>Zöllner</i> stehen in der Versuchung, mehr zu verlangen, als festgesetzt ist; das geschah tatsächlich
| und brachte die Zöllner neben dem Umstand, dass sie für die Römer arbeiteten in Verruf.
| (
+symbol("arrow-right")
| Zachäus).
li Die <i>Soldaten</i> stehen vor der Versuchung, ihre Waffengewalt dazu zu nutzen,
| ihren Sold aufzubessern und dabei Misshandlung und Erpressung anzuwenden.
br
.small
| Auffällig ist, dass weder Plündern noch Blutgewalt genannt sind: Lukas spricht in eine Zeit des
| (relativen) Friedens, wie sie damals tatsächlich geherrscht hat.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Gegen die Habsucht
.card-text
p
i Habsucht ist bei Lukas quasi die Ursünde.
p.mb-0 Ihr stellt er zwei beispielhafte positive Verhaltensweisen gegenüber:
ul.mb-0
li
| Teilen (ohne selbst arm zu werden)
| (
+symbol("arrow-right")
| Forderung an <q>die Scharen</q>)
li
| Sich mit dem begnügen, was einem zusteht
| (
+symbol("arrow-right")
| Forderung an Zöllner und Soldaten).
p.mb-0 Schon hier zeigt sich auch, dass Lukas im Hinblick auf Vermögen der rechte Erwerb und Gebrauch wichtig ist.
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title
| Ethik nicht allein
.card-text
p
| Die Lehre des Johannes ist nicht spezifisch; sie ist schon vor ihm in mannigfacher Ausfaltung formuliert,
| besonders bei den Propheten, aber auch das jüdische Gesetz ist voll von tiefsinniger Sozialgesetzgebung.
p Und auch Gläubige anderer Religionen dürften die Forderungen des Johannes unterschreiben.
p
| Zum Glauben gehört nicht nur die Ethik, sondern auch das Bekenntnis;
| von dort kann wie im Judentum und Christentum die Ethik ein spezifisches Fundament erhalten,
| gerade durch das, was ich von Gott bzw. Jesus Christus
| glaube, nicht zuletzt im Hinblick auf ihr konkretes Handeln in der <q>Heilsgeschichte</q>.
p.mb-0 In diesem Sinne schließt sich an die ethische Unterweisung eine <q>christologische Unterweisung</q> an.
br
span.small Ahnlich verhält es sich in Apg 2,37-47.
.slide
h2 Die Ankündigung des Messias
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p
| Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei.
br
| Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort:
q
| Ich taufe euch mit Wasser.
br
| Es kommt aber einer, der stärker ist als ich,
| und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
br
| Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln;
| die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.
p.mb-0
| Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,15-18
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Keine <q>Gefühlsduselei</q>
.card-text
p.mb-0 <b>Herz</b> ist im damaligen Sprachgebrauch auch und gerade <i>Sitz von Wille und Denken</i>!
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Polemik gegen die Jünger des Johannes
.card-text
p
| Aus späterer christlicher Perspektive sind die Rollen zwischen Johannes dem Täufer und Jesus klar verteilt:
| der eine ist der Vorläufer des anderen, der allein der Messias ist.
p
| Doch es gab wohl recht lange eine gewisse Rivalität zwischen Anhängern des Johannes und den <q>Christen</q>,
| gerade dann, wenn man dem Tod Jesu keine Heilsbedeutung beigemessen hat (wie etwa in Q der Fall; anderes Paulus
| und das, was an Schriften im Neuen Testament gesammelt ist).
p
| Man muss sich auch vor Augen führen, dass die Johannes-Bewegung nicht nur ein <q>kleiner Haufen</q> war;
| Lukas kann in Apg 19,1-7 davon erzählen, dass Paulus in Ephesus auf Johannesjünger getroffen ist!
p
| Ferner ist zu bedenken, dass Johannes wohl als <q>Stärkeren</q> Gott selbst erwartet hat, nicht einen Menschen.
br
| (Der <q>Starke Israels</q> ist im Alten Testament Bezeichnung für Gott!)
p.mb-0
| Von daher waren <i>Klarstellungen</i> in der Beziehung Johannes Jesus etwas sehr wichtiges!
br
| Im Wort vom Lösen der Sandalenriemen wird eine deutliche Hierarchie gezeichnet.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Taufe mit Geist und Feuer
.card-text
p
| <i>Feuer</i> ist im Alten Testament ein Bild für das Gericht Gottes; in diesen Denkhorizont
| ist auch der nächste Vers gesprochen (<q>in Feuer verbrennen</q>).
br
| So passt dieser Begriff auch zur ursprünglichen Predigt des Johannes ganz gut, der ein Gericht Gottes ankündigte
| und dafür vielleicht selber das Bildwort des Feuers gebrauchte.
p.mb-0
| Lukas dürfte bei <i>Feuer</i> aber an Pfingsten und den Heiligen Geist denken: in Apg 2 wird er erzählen
| dass der Heilge Geist in <q>Zungen wie von Feuer</q> auf die Jünger herabkommt.
p.small
| Lukas hat <q>Feuer</q> wohl aus Q übernommen (und behalten, weil er es für den nächsten Vers brauchte),
| <q>Geist</q> dagegen als wichtigen Begriff aus Markus (bzw. der sontigen christlichen Tradition).
p
| Indem die christliche Taufe stets auch mit dem Geistempfang verbunden ist,
| dürfte sie von Anfang an mit einer Doppelhandlung praktiziert worden sein:
| Wassertaufe (Sündenvergebung) und Handauflegung (Geistempfang).
p.small.mb-0
| Das ist durch den heutigen Kindertaufritus <q>zerstört</q>; dort gibt es zwar eine Handauflegung,
| aber ohne Bezug zum Geist, und es gibt eine Salbung, aber ohne Handauflegung.
br
| Bei Erwachsenentaufen schließt sich gleich die Firmung an; bei Kindern wird die Taufe erst durch
| die spätere Firmung <q>komplett</q>!
.card.slide.mb-5
.card-body
h5.card-title
| Johannes <q>verkündete die frohe Botschaft</q> [= Evangelium]
.card-text
p
| Für Lukas steht Johannes der Täufer auf der Schwelle zur neuen, mit dem Messias Jesus eröffneten Ära.
br
| Auf diese Ära hat er zumindest aus nachösterlicher, christlicher Perspektive hingewiesen;
| und damit kann man sagen, dass er <q>die frohe Botschaft</q> verkündete.
p.mb-0
| Die Bußpredigt des Johannes mit dem Zeichen der Taufe sowie seine aus christlicher Perspektive auf Jesus hinweisenden -
| Predigt vom kommenden <q>Stärkeren</q> sind für die Christen aus rückblickender Perspektive zur Schwelle
| zur neuen Ära Jesu und der Kirche geworden.
br
| Analog wurde dann die (christliche) Taufe als Besiegelung der Annahme des christlichen Glaubens die Schwelle zum Christsein.
.slide
h2
.small Die Gefangennahme des Johannes
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").mb-5.ml-5
p.small.mb-0
| Johannes tadelte auch den Tetrarchen Herodes [Antipas] wegen Herodias, der Frau seines Bruders,
| und wgen aller Schandtaten, die er verübt hatte.
br
| Herodes fügte zu allem noch dies hinzu, dass er Johannes ins Gefängnis werfen ließ.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,19-20
.slide
h2 Die Taufe Jesu (Lk 3,21-22)
blockquote.blockquote.mb-3.ml-5
p.mb-0
| Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ.
| Und während er betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar
| in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
footer.blockquote-footer
cite Lk 3,21-22
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Seltsam <q>zwischendrin</q>
.card-text
p.mb-0
| Während die Erzählung der Taufe Jesu im Evangelium nach Markus der Höhepunkt der auf 13 Verse komprimierten
| <q>Vorgeschichte</q> ist, ist sie im Evangelium nach Lukas seltsam zwischenreingepresst:
ul
li
| Die Erzählung über den Täufer ist bereits abgeschlossen, das Ende seines öffentlichen Wirkens
| mit seiner Gefangennahme schon erzählt.
li
| Es schließt sich der Stammbaum an, erst danach die Erzählung von der Versuchung Jesu, die
| bei Markus unmittelbar auf die Taufe folgt (und mit <q>sofort</q> ganz eng mit ihr verbunden ist),
| sowie dann das erste Auftreten in Galiläa.
p
| Es ist zu vermuten, dass dies mit der erwähnten Polemik gegen die Johannes-Jünger zusammenhängt,
| bzw. allgemein mit der Frage, warum sich Jesus überhaupt taufen ließ, wenn er doch der
| sündlose Messias Gottes ist; eine Frage, die auch die Tauferzählung des Matthäus prägt.
p.mb-0
| Lukas kann die Erzählung von der Taufe nicht verschweigen; sie ist doch zu wichtig. Doch er setzt Akzente:
ul.mb-0
li
| Die erzählte (offenbar für alle gültige) Sichtbarkeit der Taube korrespondiert dem Umstand,
| dass der Täufer bei Lukas bereits mit seiner Gefangennahme <q>unsichtbar</q> geworden ist.
br
span.small Bei Markus sieht die ganzen besonderen Vorgänge und hört die Stimme ausschließlich Jesus allein.
li
| Nicht gleich nach der Wassertaufe, sondern während des Gebetes Jesu geschehen die besonderen Dinge.
p
| Man kann also sagen:
i
| Die Taufe ist auf ein Ereignis zwischen Gott und Jesus reduziert; Johannes spielt effektiv keine Rolle.
p.small.mb-0
| Auch literarische Gründe könnten eine Rolle gespielt haben:
br
| Wie Lukas in Lk 1-2 das Leben des Johannes und das Leben Jesu schrittweise parallel erzählt hat,
| so erzählt er auch bei Johannes zunächst bis zum <q>Ende</q> (was bei ihm die Gefangennahme ist; den Tod erzählt er nicht),
| und dann erst von Jesu Wirken, an dessen Anfang die Taufe steht.
br
| Klar ist jedenfalls:
| Für Lukas gehört die Taufe Jesu als Ereignis nicht in die Lebensbeschreibung Johannes des Täufers, sondern das Leben Jesu.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Salbung zum Messias
.card-text
p
| Die Himmelsstimme ist ein Mischzitat aus Ps 2,7 und Jes 42,1.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5.mb-1
p.mb-0
b
q
| Den Beschluss des HERRN will ich kundtun. Er sprach zu mir:
q <i>Mein Sohn bist du.</i> Ich selber habe dich heute gezeugt.
footer.blockquote-footer
cite Ps 2,7
p.ml-5
| Dieser Psalm zielt ursprünglich auf den amtierenden König Israels/Judas ab;
| Ps 2,7 erfuhr später aber eine Verschiebung in Richtung Erwartung eines endzeitlichen Messias.
br
span.small Auch 2 Sam 7,14 (Natansverheißung) gehört in diesen Kontext.
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5.mb-1
p.mb-0
b
q
| Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter,
i an ihm finde ich Gefallen.
br
| <i>Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt</i>, er bringt den Nationen das Recht.
footer.blockquote-footer
cite Jes 42,1
p.ml-5
| Hier wird der Gottesknecht eingeführt, der mit Gottes Geist ausgestattet ist
| und im Buch Deuterojesaja eine besondere Rolle als göttlicher Gesandter spielt.
p
| Dass Jesus der Sohn Gottes ist, das ist seit der Verkündigung klar; hier wird er erstmals so angesprochen,
| und zwar von Gott selbst.
p.mb-0
| Mit der Taufe wird er quasi in sein Amt als mit Gottes Geist ausgestattetem Messias eingesetzt,
| das er dann in Lk 4,14-30 übernehmen wird.
br
| Der Rückgriff auf die Ps 2,7 und Jes 42,1 erkennt darin die Erfüllung messianischer Verheißung.
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("johdt")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})

View File

@@ -0,0 +1,426 @@
extends ../layout
include ../mixins
block headline
+headline
+headline_item_start
+headline_item_adv_weihn_jkr3-7
+headline_item_active
span
q Weihnachten
block content
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Augustus und das <q>Goldene Zeitalter</q>
h6.card-subtitle.text-muted.mb-2 <q>Friedensbringer</q>, <q>Retter</q>, <q>göttliches Kind</q>
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title <q>Friedensbringer</q>
.card-text
p
i 44. v. Chr. Ermordung Caesars
br
| Folge: römische Bürgerkriege: politische Instabilität, existentielle Bedrohung
|
+symbol("arrow-right")
| Sehnsucht nach Frieden und Stabilität und <q>den guten alten Zeiten</q> (der Republik).
p
i Seit 31 bzw. 27. v Chr.: Prinzipat des Octavian Augustus
br
| Folge: <q>Zeitenwende</q> zum Besseren, sowohl in politischer, gesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht:
br
| Frieden, Wohlstand, innere und äußere Sicherheit, Stabilität.
p.mb-0
i Rückgriff der Augustus-Propaganda auf die Vorstellung vom <q>Goldenen Zeitalter</q>
br
| Darunter versteht man eine heilvolle, praktisch paradiesische Zeit; diese längst <q>untergegangene</q> Zeit sei mit Augustus wiedergekehrt.
br
| Angesichts der realen positiven Umstände im Reich, die nun mit Augustus eingekehrt waren, dürfte diese Vorstellung viel Zuspruch gefunden haben.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title <q>Retter</q>
.card-text
p.mb-0
| In der positiven Wendung mit Augustus erkannte man das heilvolle Wirken der römischen Götter;
| das rechtfertigte einerseits die (Welt-)Herrschaft des Augustus, andererseits band es den Segen der Götter an diese Herrschaft.
br
| So kam es, dass Augustus <q>Retter</q> genannt wurde; hinter ihm und seiner Herrschaft steht der heilvolle Wille der Götter!
.card.slide.mb-3
.card-body
h6.card-title <q>göttliches Kind</q>
.card-text
p.mb-0
| Dass Augustus zu seiner besonderen Bedeutung <q>von Anfang an</q> ausersehen war, das versuchte man auch durch <q>Kindheitsgeschichten</q> herauszustellen:
ul
li Der Augustus-Biograph Sueton verbindet mit der Geburt des Augustus besondere Vorzeichen, Orakel und Träume.
li
| Vergil dichtet 40 v. Chr. seine Vierte Ekloge: Er spricht vom Beginn eines neuen Zeitalters und verbindet dies mit der Geburt eines Jungen.
br
| Das Kind ist <q>Juppiters Spross</q> und daher ein <q>göttliches Kindlein</q>: es besitzt göttliche Kraft und soll der Welt den Frieden bringen;
| es brechen paradiesische Zeiten an selbst die Natur ist überreicht gesegnet.
br
| Zumindest in späterer Zeit ist dieses Kind mit Augustus indentifiziert worden.
p.mb-0 Auch anderweitig wurde die Wende zum Guten mit der Geburt des Augustus verknüpft:
ul.mb-0
li
| Im Jahr 9 v. Chr. wurde in der Provinz Asia eine Kalenderreform durchgeführt. Dabei wurde der Jahresbeginn auf den Geburtstag des
| Augustus (23. September) gelegt: der an Augustus geknüpfte Beginn der neuen Zeit wurde auf diese Weise jährlich mit dem Jahreswechsel erinnert.
li
| Der Zeiger einer riesigen Sonnenuhr in Rom wirft seinen Schatten genau am Geburtstag des Augustus, der auf den Tag
| der Tag-/Nacht-Gleiche im Herbst fällt, durch die Mitte des <q>Altars der augusteischen Friedenskönigin</q> (9 v. Chr. errichtet):
| In der Geburt des Augustus ist nach göttlicher Weltordnung der Beginn einer neuen Friedenszeit gegeben.
.card-text.slide
p
| Zu diesem ganzen Gedankengut rund um das <q>Goldene Zeitalter</q>, das man mit der Herrschaft/Geburt des Augustus angebrochen sah,
| entstand eine ausgefeilte <q>Propaganda-Maschinerie</q>, die alle Menschen im römischen Reich damit vertraut machen wollte:
| Dichtung und Literatur, Inschriften, entsprechend inszenierte Groß-Feiern, Abbildungen auf Münzen mit entsprechender Symbolik (Füllhorn).
p.mb-3
| In diesem Kontext nicht unerwähnt bleiben darf, dass man Nachrichten aus dem Kaiserhaus Geburt, militärische Siege, Regierungsantritt etc.
| als <q>Evangelien</q> (Mehrzahl) bezeichnete. Lukas nennt die Geburt Jesu <q>Evangelium</q>.
.alert.alert-danger.slide.mb-0
h4.alert-heading Augustus vs. Jesus
hr
p.mb-0
| Dem göttlichen Weltenherrscher und <q>Retter</q> Augustus mit seinem <q>Goldenen Zeitalter</q> stellt Lukas den
| in der Davidsstadt geborenen Jesus als
| messianischen <q>Retter</q> gegenüber, mit dem das Reich Gottes seinen Anfang nahm.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Quirinius, der Zensus und der Futtertrog (die <q>Krippe</q>)
.card-text
p.small.mb-0
| <b>Problem 1:</b> Lukas und auch Matthäus setzen voraus, dass Jesus zur Zeit von König Herodes (dem Großen) geboren wurde;
| der starb 4 v. Chr. Quirinius trat sein Amt aber erst 6 n. Chr. an und führte da tatsächlich einen Zensus durch.
| Hat sich Lukas getäuscht? Gibt es andere Erklärungen
| für diese Unstimmigkeit?
br
| Oder hat Lukas bewusst konstruiert?
p.small.mb-0
| <b>Problem 2:</b> Wie der Futtertrog zu deuten ist, das ist nicht wirklich klar!
ul.small
li Ist es einfach ein Kuriosum? wie Mose im Binsenkörbchen.
li
| Soll er Armut oder Armseligkeit symbolisieren? aber es heißt nicht <q>..., weil sie sich keine Herberge leisten konnten.</q>,
| sondern <q>..., weil in der Herberge kein Platz für sie war.</q>
p
| Gehören vielleicht Zensus und Futtertrog als Gegensätze zusammen?
br
| Der <i>Zensus</i> steht für den Anspruch der Weltmacht Rom, die von ihren Provinzen Tribut fordert.
| Der Kaiser erhebt einen finanziell-materiellen Anspruch gegenüber seinen Untertanen; sie haben ihm etwas zu geben.
| Der Kaiser lässt sein Volk zählen, damit er weiß, was er <q>hat</q> und was er an Steuern erwarten kann.
br
| Was man in einen <i>Futtertrog</i> legt, ist dagegen Gabe, Gabe zum Leben, Nahrung!
.alert.alert-danger.slide
h4.alert-heading Zensus vs. Futtertrog
hr
p
| Der Kaiser fordert von seinen Untertan finanziell-materielle Abgaben.
br
| Das Kind in der Krippe ist (tatsächlich-reale) Gabe Gottes an sein Volk, Geschenk der unverdienten Gnade (= <q>seines Wohlgefallens</q>).
p.mb-0
| Diese Gegenüberstellung und konkret der Futtertrog zeigen an, dass Jesus <i>anders</i> <q>Herrscher</q> ist
| als die Mächtigen es sonst so sind; er gibt statt zu nehmen, ja er ist selbst Gabe Gottes.
.slide
p.small.mb-0 Dazu noch ein paar kleine Anmerkungen:
ul.mb-0.small
li
| Lukas <q>verteufelt</q> weder Steuern noch die Staatsmacht Rom; seine weiteren Ausführungen im Evangelium und in der Apostelgeschichte
| zeigen Jesus und die Jünger als treue Staatsbürger (schon aus Eigeninteresse).
| Auch folgen Josef und Maria kommentarlos dem Erlass. Wenn man bedenkt, dass
| z. B. die jüdische Gruppe der Zeloten es strikt abgelehnt hat,
| an den Kaiser in Rom steuern zu zahlen, ist dies ein sehr bemerkenswerter Erzählzug.
br
| Worum es hier also geht, ist der Gegensatz <q>Abgaben fordern</q> <q>Gabe geben</q>.
li
| Eigenwillig ist auch, dass für Lukas der Zensus Anlass ist, vom Wohnort in den Geburtsort zu ziehen; normalerweise
| trägt man sich bei einem solchen Zensus am <i>Wohnort</i> ein.
li
| Die <q>Gabe</q> Jesus darf nicht gleich auf die Eucharistie enggeführt werden. Jesus als Person mit seiner Heilsbedeutung steht im Mittelpunkt,
| sein ganzes Wirken, Reden und Tun, Leiden, Sterben und Auferstehn.
li
| Während wir den Futtertrog uns meist aus Holz vorstellen, dürfte das bei den ersten Lesern des Lukas anders gewesen sein:
| speziell in Palästina war Holz zu teuer; eher Stein und Lehm kommen hier infrage.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Der <q>Erstgeborene</q>
.card-text
p
| Diese Wendung ist ein Vorausverweis auf die Episode der <q>Darstellung im Tempel</q> (Lk 2,22-40).
br
| Jede männliche Erstgeburt ob Mensch oder Tier gehört nach jüdischer Tradition Gott (Ex 13,2.12-13).
| Erstgeborene Tiere wurden geopfert, erstgeborene Menschen ausgelöst.
p.mb-0
| In Lk 2,22-40 fällt auf, dass Jesus gar nicht ausgelöst wird; er gehört während seines ganzen irdischen Lebens Gott,
| in dessen Sendung und Auftrag er wirkt und dann am Kreuz stirbt.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Windeln und Leinentuch Futtertrog und Felsengrab: Retter, Messias und Herr
//- .card.slide.mb-1
//- .card-body
//- h5.card-title Die Weisheit der Windeln
//- .card-text
//- blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
//- p.mb-0
//- q
//- | Auch ich bin ein sterblicher Mensch wie alle anderen, Nachkomme des ersten, aus Erde gebildeten Menschen. ...
//- br
//- | Geboren atmete auch ich die gemeinsame Luft, ich fiel auf die Erde, die Gleiches von allen erduldet,
//- | und Weinen war mein erster Laut wie bei allen.
//- br
//- | <i>In Windeln und mit Sorgen wurde ich aufgezogen, kein König trat anders ins Dasein.</i>
//- footer.blockquote-footer
//- cite Weish 7,1-5
//- p
//- | Das Buch der Weisheit schreibt sich selbst König Salomo zu, dessen Weisheit sprichwörtlich geworden ist.
//- | Entstanden ist dieses Buch aber als jüngstes des Alten Testamentes vielleicht erst im ersten Jahrhundert nach der Zeitenwende.
//- p
//- | Schon Johannes der Täufer wurde von Lukas als Weisheitslehrer gezeichnet mit Jesus wird er es dann in Aufnahme von Traditionen aus Q genauso machen.
//- p
//- | Über das Stichwort Windeln hat Lukas vielleicht eine bewusste Beziehung zwischen Jesus und König Salomo und dessen Weisheit herstellen wollen;
//- | jedenfalls wird die Weisheit Jesu (bzw. sein <q>Verständnis</q>) in der Erzählung vom zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41-52)
//- | eigens hervorgehoben.
//- p.mb-0
//- | Gleichzeitig wird wenn mit dem Stichwort <q>Windeln</q> Weish 7,1-5 vergegenwärtigt wird die Kritik an der Überheblichkeit von so manchem
//- | menschlichen <q>Königtum</q> deutlich:
//- | Selbst ein König ist <q>nur</q> ein Mensch, wie Salomo in seiner Weisheit pointiert sagt und
//- | damit beispielhaft für jeden König ist.
//- br
//- | Was ein Mensch darüber hinaus ist und bedeutet, das hängt an der Sendung und Berufung durch Gott;
//- | und damit ist der Gott Israels gemeint und nicht einer der heidnischen Götter, auf die sich die Kaiser stützen.
.card-text
p
| Wie Jesus nach seiner Geburt in Windeln gewickelt und in einen (aus Stein oder Lehm bestehende) Futtertrog gelegt wird,
br
| so wird Jesus nach seinem Tod am Kreuz in ein Leinentuch gehüllt und in ein Felsengrab gelegt (Lk 23,53).
p
| Nach der Geburt verkünden Engel den Hirten die Frohbotschaft; sie sprechen von <q>großer Freude</q> (Lk 2,10) und
| vom <q>Frieden auf Erden</q> (Lk 2,14).
br
| Am Ostermorgen verkünden <q>zwei Männer in leuchtenden Gewändern</q> also doch wohl Engel die Auferstehungsbotschaft.
| Später erscheint der Auferstandene selbst seinen Jüngern mit dem Gruß: <q>Friede sei mit euch!</q> (Lk 24,36)
| und es ist von der Freude die Rede (Lk 24,41), ja von <q>großer Freude</q> (Lk 24,52).
br
span.small Die Apostelgeschichte wir dann erzählen, dass und wie diese Freude <q>dem ganzen Volk zuteilwerden soll</q> (Lk 2,10).
p
| Formal hat Lukas damit eine Inclusio geschaffen: eine Rahmung um das irdische Leben Jesu; doch noch wichtiger sind
| die Inhalte, die beide Erzählungen verbindet, wobei die Grablegung nicht nur als solche von Belang ist, sondern der weitere Kontext
| von Tod und Auferstehung Jesu, ist doch das Grab quasi der Berührungspunkt von Tod am Kreuz (ins Grab wird der Tote gebracht)
| und Auferstehung (dort wird der Tote <q>vermisst</q>; dort wird die Auferstehungsbotschaft verkündet).
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Jesus echter Mensch
p.card-text
| Die Windeln unterstreichen, dass Jesus ein echter, als Kleinkind in die Windeln machender Menschen ist.
br
| Die Leinentücher und die Grablegung unterstreichen seinen echten Tod am Kreuz.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title
q Weil im Wohnraum kein Platz für sie war
.card-text
p.small
| Was gerne mit <q>Herberge</q> übersetzt wird, meint eigentlich einen Wohnraum, vielleicht einen
| extra Gästeraum. Herbergen gab es damals in Israel nicht, statt dessen die Verpflichtung zur Aufnahme von
| Durchreisenden (<q>heilige Pflicht der Gastfreundschaft</q>).
p
| Ist der Bezug vom Futtertrog zum Grab klar, ist auch deutlich, dass der nicht vorhandene Platz in einem Wohnraum
| übertragen zu deuten ist:
br
| Jesus hat mit seinem Wirken keinen Platz in seinem Volk gefunden; er wurde verurteilt und gekreuzigt.
p.small.mb-0
| Der Evangelist Johannes wird einen analogen Gedanken in seinem Prolog schreiben: <q>Er kam in sein Eigentum,
| aber die seinen nahmen ihn nicht auf.</q> (Joh 1,11)
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Tod und Auferstehung lösen ein, was bei der Geburt verheißen wurde
.card-text
p
| Im Evangelium selbst zwischen dem In-Windeln-Wickeln und dem In-Leinentücher-Hüllen erleben
| Menschen durch Jesus schon anfanghaft Freude und Friede.
p
| In seinem Tod wird Jesus dann tatsächlich Gabe Gottes zum Heil der Welt (
+symbol("arrow-right")
| Futtertrog, <q>Retter</q>), seine Auferstehung bringt Friede und Freude in einem diese Welt übersteigenden Horizont,
| der dem Horizont der Engel bei der Geburt entspricht.
p.mb-0
| Jesus ist damit anders Messias, als das erwartet wurde;
br
| und er ist anders <q>Retter</q> und <q>Herr</q> wie der Kaiser und sonstige Fürsten:
br
| seine Rettung zielt nicht auf die Befreiung von <q>äußeren Feinden</q> (wie die Römer) ab,
| sondern auf eine Erneuerung des zwischenmenschlichen Lebens: auf Solidarität und Barmherzigkeit
| (wie der weitere Verlauf des Evangeliums noch verdeutlichen wird).
.card.slide
.card-body
h6.card-title Geheimnis des Glaubens
.card-text
p Ein Tod am Kreuz; ein Kind in Windeln in einem Futtertrog.
p Da jeweils ein Heilsgeschehen zu sehen, dazu braucht es einen äußeren Hinweis.
p
| Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Herrlichkeit des Herrn nicht vom Futtertrog her mit dem Kind in Windeln
| darin aufleuchtet, sondern erst mit dem Auftreten des Engels erscheint.
| Und erst von dessen Botschaft her fällt ein Licht auf die Bedeutung des Kindes in Windeln im Futtertrog.
p
| Weder kann man sagen <q>Glanz strahlt von der Krippe auf</q> (GL 227), noch leuchtet das Grab an sich;
| vielmehr sind es die Engel bzw. die Begegnung mit dem Auferstandenen, die Licht in die Sache bringen.
p.mb-0
| Erst das deutende Wort ermöglicht, hinter diesen unscheinbaren, eigenwilligen bis abstoßenden Ereignissen
| ein Heilsereignis zu erkennen
| und angesichts des Inhaltes braucht es einiges an Glauben, dass man nicht an einen <q>schlechten Witz</q> denkt.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title Hirten, Betlehem, David und der Messias
.card-text
p.small
| Teils werden die Hirten als besonders einfache Menschen betrachtet, ja sogar eher ärmliche
| und dann sieht man in der Erstverkündigung an die Hirten die Zuwendung Jesu zu den Menschen am Rande der Gesellschaft vorab dargestellt.
br
| Doch diese Sichtweise ist problematisch.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Hirte Bild für Gott, Idealbild jeder Herrschaft
.card-text
p
| Der Hirte ist im Alten Testament ein Bild für Gott selbst bzw. seine Sorge für sein Volk (
+symbol("arrow-right")
| Ps 23).
br
| Auch der König bzw. die Führer des Volkes können als Hirten bezeichnet werden; teils auch mit kritischem
| Unterton, wenn sie ihrer Hirtensorge nicht nachkommen.
p.mb-0
| Nicht zu vergessen ist, dass der große König David Hirte war, bevor er zum König gesalbt wurde.
| Er stammte der Überlieferung nach aus Betlehem und wurde quasi vom Hirtenfeld weg zum König gesalbt.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Erwartung eines (idealen, messianischen) Hirten (wie) David
.card-text
p.mb-0
| Der Prophet Ezechiel erwartet Gottes Eingreifen als Hirte und einen an den <q>idealen</q> König David anknüpfenden Hirten
| als Werkzeug Gottes. Hintergrund ist, dass die <q>Hirten</q> des Gottesvolkes zur Zeit des Ezechiel ihrer Hirtensorge nicht
| bzw. nicht im Sinne Gottes nachkommen:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0 So spricht GOTT, der Herr:
p.mb-0
q
| Siehe, ich selbst bin es, ich sorge für Recht zwischen fettem Schaf und magerem Schaf.
| Weil ihr all diese Schwachen mit Seite und Schulter zur Seite drängt und mit euren Hörnern wegstoßt,
| bis ihr sie nach draußen zerstreut habt, werde ich meinen Schafen zu Hilfe kommen.
| Sie sollen nicht länger zum Raub werden und ich werde für Recht sorgen zwischen Schaf und Schaf.
br
| Ich werde über sie einen einzigen Hirten einsetzen, der sie weiden wird, meinen Knecht David.
| Er ist es, der sie weiden wird. Er ist es, der für sie Hirt sein wird.
| Ich selbst, der HERR, werde für sie Gott sein und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte.
| Ich, der HERR, ich habe gesprochen. Ich werde mit ihnen einen Friedensbund schließen ...
footer.blockquote-footer
cite Ez 34,20-25
p
| Es schließt sich eine Beschreibung der messianischen Zeit an.
p.mb-0
| Der Prophet Micha erwartet die Geburt eines Messias in Betlehem und nennt ihn dabei Hirten:
blockquote.blockquote(style="font-size: 100%;").ml-5
p.mb-0
q
| Aber du, <i>Betlehem</i>-Efrata, bist zwar klein unter den Sippen Judas, aber aus dir wird mit einer hervorgehen,
| der über Israel herrschen soll.
br
| Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. ...
br
| Er wird auftreten und ihr <i>Hirt</i> sein in der Kraft des HERRN, in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes.
br
| Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.
footer.blockquote-footer
cite Mi 5,1.3-4a
p.mb-0
| Auch wenn David hier nicht ausdrücklich genannt wird, steht die Figur des David, des Königs, der aus Betlehem stammt und dort Hirte war,
| im Hintergrund.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title
q Zu Betlehem geboren ...
.card-text
p.mb-0
| Vor dem beschriebenen Hintergrund,
| der sich noch weiter bebildern ließe, wird verständlich, warum betont wird, dass Josef aus dem <q>Haus und Geschlecht Davids</q> (Lk 2,4) stammt.
br
| Und warum Jesus in Betlehem geboren sein <i>muss</i>, auch wenn er wahrscheinlich in Nazaret das Licht der Welt erblickte.
.card.slide.mb-1
.card-body
h6.card-title Jesus, der <q>Gute Hirte</q> Erfüllung der Verheißung
.card-text
p
| Mit der Einspielung der positiv geschilderten Hirten sie wachen in der Nacht zur Sicherheit ihrer Herde!
| wird schon etwas vom <q>Guten Hirten</q> deutlich, wie er dann in den Gleichnissen vom Verlorenen (Lk&nbsp;15)
| vor Augen treten wird.
p.mb-0
| So also wird Jesus <q>den Thron seines Vaters David</q> (Lk 1,32) besteigen: indem er der <q>Gute Hirte</q> sein wird.
.card.slide
.card-body
h6.card-title Jesus, der <q>Gute Hirte</q> Vorbild und Kontrastbild
.card-text
p.mb-0
| Das Bild des fürsorglichen, behütenden und schützenden Hirten, das Jesus selbst verkörpert,
| ist das Idealbild von <q>Herrschaft</q> im Alten wie im Neuen Testament,
| durchaus im Kontrast zu sonstigen Herrschervorstellungen, etwa der des Kaisers mit seiner militärischen Macht.
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q <i>Heute</i> ist <i>euch</i> in der Stadt Davids der Retter geboren!
.card-text
p
| Dieses <q>Heute</q> setzt den Retter Jesus von den sonst verkündeten <q>Rettern</q> und ihren Geburtstagen ab;
| vor allem vom Kaiser (s. o.).
br
| Dabei werden die große Stadt Rom als Sitz des Kaisers und das beschaulich-unscheinbare Betlehem,
| aus dem doch der große König David hervorgegangen ist, einander gegenübergestellt,
| heidnische Religion mit ihren <q>Göttern</q> und <q>Rettern</q> einerseits und der Gott Israels mit
| seinem Wirken andererseits.
p.mb-0
| Im <q>Euch</q> ist das Dasein dieses Retters für die Seinen angedeutet, das <q>für euch</q>, das Heilsbedeutung hat
| (<q>für euch hingegeben</q>, <q>für euch vergossen</q> [Lk 22,19-20]; [
+symbol("arrow-right")
| Futtertrog]).
.card.slide.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Maria bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.
.card-text
p
| Maria erscheint hier als Vorbild für alle Glaubenden.
p.mb-0
| Wie sie sollen wir die Ereignisse von damals nicht nur als Vergangenheit in Erinnerung behalten,
| sondern für die Gegenwart bewahren und in uns wirken lassen.
.card.slide
.card-body
h5.card-title
q So wie es ihnen gesagt worden war.
.card-text
p In diesem Nebensatz steckt sehr viel: die Hirten erlebten die Treue Gottes zu seinen Verheißungen.
p
| Und doch ist das, was sie erlebt haben, nur eine <i>erste</i> Erfüllung; dass und wie Jesus <q>der Retter</q> ist,
| das muss erst noch erzählt werden.
p.mb-0 So lädt diese Notiz auch zum Weiterlesen ein.
block bottomnav
+bottom_adv_weihn_jkr3-7("weihnachten")
script.
push_slide_stack('.slide')
$(function () {
$('[data-toggle="tooltip"]').tooltip()
})