Erweiterung Mk/Mitbegraben
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3ad6e6baf4
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| die den Glauben voraussetzt –
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| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
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q ... zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden
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span.bibelstelle Röm 3,25
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q Gott ist der Eine
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span.bibelstelle Röm 3,30
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| Röm 3,19-31 als weiterer „Grundlagentext“
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li
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| Mk 2,10 spricht von der Vergebung der Sünden.
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| Dies ist – durch die Bezüge der Erzählung zum Galaterbrief – grundsätzlicher als Befreiung von der Herrschaft der Sünde insgesamt zu verstehen, wie oben gezeigt.
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li
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| Im Brief des Apostel Paulus an die Römer findet sich aber auch eine Stelle, die zu den oben zitierten Aussagen des Galaterbriefes zur parallel
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| ist und in diesem Zusammenhang (in einer übernommenen Tradition) von der Vergebung der Sünden spricht.
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br
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| Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Markus auch an folgende Aussagen im Römerbrief gedacht hat:
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q.bibeltext
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| 19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.
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| 20 Denn aus Werken des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; denn durch das Gesetz kommt es nur zur Ekenntnis der Sünde.
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| 21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
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| 22 die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus, offenbar für alle, die glauben.
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| Denn es gibt keinen Unterschied [zwischen Juden und Heiden]:
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| 23 Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
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| 24 Umsonst werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
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| Ihn hat Gott aufgerichtet als Sühnemal – wirksam durch Glauben – in seinem Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden,
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| die früher, 26 in der Zeit der Geduld Gottes, begangen wurden;
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br
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| ja zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen: Er selbst ist gerecht und macht den gerecht, der aus Glauben an Jesus lebt.
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| 27 Wo bleibt da noch das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.
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| 28 Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
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| 29 Oder ist Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
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| 30 da doch gilt: Gott ist der Eine.
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| Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.
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| 31 Setzen wir damit also durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.
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span.bibelstelle Röm 3,19-31
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| Zu beachten ist die Völkerthematik, die auch in den oben zitierten Ausführungen des Galaterbriefes an deren Ende auftaucht.
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| Während hier direkt damit argumentiert wird, dass Gott der Eine ist und damit der Gott für alle Menschen,
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br
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| so wird im Galaterbrief der „Umweg“ über die Taufe gemacht und etwas anders argumentiert:
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| Gott ist der Eine (Gal 3,20), dem als Adressat des Heiles
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| nur „Einer“ gegenüberstehen kann (vgl. Gal 3,20a):
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| das ist die Gemeinschaft der Glaubenden aus allen Völkern, die durch die Taufe <i>einer</i> in Christus Jesus ist (Gal 3,27-28).
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li
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| In Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung spielen auch folgende Verse aus dem Römerbrief eine Rolle:
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br
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q.bibeltext
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| 1 Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
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br
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| 2 Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
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br
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| 3 Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
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| das unter der Macht der Sünde steht, um die Sünde im Fleich zu verurteilen;
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br
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| 4 dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
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span.bibelstelle Röm 8,1-4
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ul.card-text
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li
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| Wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung und subtil auch in der aktuellen Erzählung wird die Insuffizienz des Gesetzes festgestellt.
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li
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| Sie ist die Ursache für die Sendung des Sohnes Gottes ins Verderben – zur Verurteilung der Sünde im Fleisch Jesu –,
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| die in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| im Mund des Dämon indirekt angesprochen wird
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br
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| und die das Mitbegrabensein mit Christus in der Taufe als Heilsereignis ermöglicht, das die aktuelle Erzählung bebildert.
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li
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| Gemeinsam ist auch, dass es nicht um eine reine Gerecht<i>sprechung</i> geht, sondern um eine Gerecht<i>machung</i> in dem Sinne,
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| dass eine Veränderung im Lebenswandel erfolgt ist,
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br
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| wobei die Forderung des Gesetzes, die nun erfüllt wird, die Nächstenliebe ist (vgl. Röm 13,9);
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| genau dies tun die vier Männer mit ihrem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6).
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h5.card-title
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q neue Schöpfung
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span.bibelstelle Gal 6,15
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hr
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ul.card-text
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li Die Tauftheologie in Röm 6 spricht vom Wandel in der „Neuheit des Lebens“ (Röm 6,4).
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li Die doppelte Dachöffnung holt die Völkerthematik in die Erzählung.
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li
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| In
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span.bibelstelle Gal 6,15
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| begegnet beides zusammen:
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q.bibeltext
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| ... es gilt weder die Beschneidung etwas, noch das Unbeschnittensein, sondern
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i neue Schöpfung
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li
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| Mit dem Christus-Ereignis (Tod und Auferstehung) hat ein neues Zeitalter begonnen.
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br
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| Dies ist dem Paulus (und mit ihm dem Markus) äußerst wichtig und wird theologisch begründet und ausgefaltet;
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br
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| andere „christliche“ Strömungen sehen dies durchaus anders (s. u.).
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h5.card-title
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@ -711,7 +829,20 @@ block content
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br
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| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
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li.small
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| Einige spätere Erzählungen, wo es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
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| Einige spätere Erzählungen, bei denen es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
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li
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| Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten blickt – ganz im Sinne der „Taufe auf den Tod Jesu“ nach Röm 6 –
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| aber nicht nur darauf, dass der Geheilte nun nach der „Heilung“ „nach Hause“ geht,
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br
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| sondern besonders darauf, dass
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i in der Taufe ein rituelles Mitgekreuzigtsein, Mitbegrabensein geschieht,
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i ein tot-sein für die Sünde in Analogie zum realen Gestorbensein Jesu „für die Sünde“ begründet wird.
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| In diesem Sinne <i>geht der Täufling mit Christus ins Verderben</i>:
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br
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| er stirbt dem alten Leben ab, um teilzuhaben an der Neuheit des Lebens in Christi Auferstehung,
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| die ihn zu einem entsprechenden Lebenswandel verpflichtet.
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@ -842,6 +973,344 @@ block content
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| Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun.
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h5.card-title
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| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung negativ wie positiv fortgeführt bei der Heilung des Gelähmten
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Schriftgelehrte einerseits und die Vier und der Gelähmte andererseits als „Manifestationen“ des unreinen Geistes
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hr
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ul.card-text
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| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung wird – wie es seinem Wesen entspricht – einerseits negativ/herausfordernd
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| geschildert.
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ul.card-text
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| Er spricht ein einseitiges „Bekenntnis“ zu Jesus („Heiliger Gottes“), das nur auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu nach Röm 1,4
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| abzielt und das Kreuz verschweigt; deswegen wird es mit einem Schweigegebot belegt.
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li
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| Die Schriftgelehrten bestreiten bei der Heilung des Gelähmten die Vollmacht Jesu zu Sündenvergebung und fordern auf diese Weise Jesus heraus.
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li
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| Neben der nativen Seite des unreinen Geistes wird aber auch eine „positive“ Seite gezeichnet.
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ul.card-text
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| Er ist gehorsam gegenüber dem Befehl Jesu: er verstummt und fährt aus – letztlich ins Verderben.
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li
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| Das verbindet sich einerseits mit den Vieren, die den Gelähmten zu Jesus bringen und während der ganzen Erzählung stumm sind.
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br
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| Sie sprechen kein Bekenntnis mit Worten, nichtmal eine Heilungsbitte – angesichts anderer Erzählungen ist dies auffallend
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| und kann nur von der Verbindung mit dem Schweigegebot an den unreinen Geist her sinnvoll erklärt werden.
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br
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| Sie bringen ihren Glauben und ihre Heilungsbitte nicht durch Worte, sondern vielmehr durch ihr unbeirrbares Handeln zum Ausdruck,
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| durch ihre Liebestat an dem Gelähmten.
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br
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| Dies ist nicht nur Bekenntnis zur Vollmacht Jesu, sondern echte, dienende Nachfolge, die das Kreuz Jesu zum Vorbild nimmt,
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| mithin also ein Bekenntnis auch zum Kreuz Jesu als Dienst an den Menschen,
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| der selber zur Erlösung des Menschen ins Verderben des Todes am Kreuz gegangen ist.
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br
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| Denn der Glaube, der durch die Liebe wirkt, hat als Basis das Handeln Jesu:
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br
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q.bibeltext ... lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
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span.bibeltext Gal 2,20
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br
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| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
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p.card-text.small.mb-0
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| Vielleicht darf man sogar
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span.bibelstelle Gal 2,19-21
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| insgesamt einbeziehen, denn einerseits begegnet die auch hier präsente Gesetzesthematik (einschließlich dessen Insuffizienz),
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| andererseits – worauf wir teils bei der Jüngerberufung schon gestoßen sind – zu Röm 6 parallele Formulierungen:
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br
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q.bibeltext
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| 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
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br
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| Ich bin mit Chrisuts gekreuzigt worden.
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br
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| 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
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br
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| Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
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br
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| 21 Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise;
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br
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| denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.
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br
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q.bibeltext
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| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt ...
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br
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| 10 ... durch sein Sterben ist er [= Christus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
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br
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| 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
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span.bibelstelle Röm 6,6.10-11
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li
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| Ferner verbindet sich der unreine Geist mit seiner „positiven“ Seite mit dem Gelähmten,
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| der wie die Vier in der ganzen Erzählung stumm bleibt und nach dem Befehl Jesu, aufzustehen,
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| dies gehorsam tut – und „nach Hause“ geht (als positiven Gegenort zum Verderben beim unreinen Geist).
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li.small
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| Dass auch die Schriftgelehrten kein offenes Wort sagen, sondern „in ihrem Herzen“, nach außen also schweigen,
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| macht deutlich, dass das Schweigen an sich kein positiver Wert ist.
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br
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| Dies unterstreicht die inhaltliche Füllung des Schweigegebotes an den unreinen Geist.
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h5.card-title
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q Als er ihren Glauben <i>sah</i>
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br
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q Damit ihr aber <i>erkennt</i>
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| Von der „Sichtbarkeit“ des Glaubens
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ul.card-text
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| Jesus <i>sieht</i> den Glauben der Vier, weil es ein Glaube ist der <i>durch die Liebe wirkt</i>.
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li
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| Die Gegner Jesu sollen seine Sündenvergebungsvollmacht erkennen (durch die vollzogene Lebenswende des Geheilten nach Röm 6).
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li
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i
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| Glaube zeigt sich, ist erkennbar,
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br
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| ist nicht nur Wort-Glaube (Glaubensbekenntnis), sondern tätiger Glaube, wirkt durch die Liebe, wird gelebt.
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li
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| Paulus musste sich dem Vorwurf stellen, dass er mit der von ihm verkündeten Rechtfertigung allein durch den Glauben
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| der Sünde Tür und Tor öffnen würde; dies steht auch im Hintergrund der Ausführungen im Röm 6
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br
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| (vgl. nur
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span.bibelstelle Röm 6,1
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q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde?
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| ).
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br
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| Dieser Vorwurf an <i>Paulus</i> dürfte auch inter dem Vorworf an <i>Jesus</i> in
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span.bibelstelle Mk 3,22
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| stehen:
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br
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q.bibeltext
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| Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
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q Er ist von Beelzubul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
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br
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| (Vgl. näher dann dort.)
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br
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| Umso wichtiger ist es Paulus und Markus aufzuzeigen, dass der Glaube sich im Leben auswirkt und auswirken muss.
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br
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| In diesen Kontext gehört auch die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, auf die wir bereits gestoßen sind
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| und die auch in der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist.
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h5.card-title
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| Glaube hier, Gehorsam da – der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
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h6.card-subtitle.text-muted
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| im Horizont des Gehorsams Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
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hr
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ul.card-text
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li
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| Der Erzählung der Heilung des Gelähmten greift das Mitbegrabensein mit Christus nach Röm 6 auf;
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br
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| dies macht den Tod Jesu präsent (als Voraussetzung des Begräbnisses und des Mitbegrabenseins).
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li
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| Stimmig dazu wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung indirekt der Tod Jesu angedeutet,
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br
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| sein Gang ins Verderben, zum Verderben der unreinen Geister.
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br
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| Dabei greift – mit Blick auf jene konzentrischen Gliederung, bei der die Austreibung des unreinen Geistes das untere Ende und die Wüstensendung Jesu
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| die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet –
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| erzählerisch der Gehorsam des unreinen Geistes, der ohne Widerrede verstummt und ausfährt,
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| den Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz auf, der im Gehorsam Jesu gegenüber dem Geist angesichts dessen Treiben in die Wüste
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| und der dortigen Versuchung durch Satan bebildert ist; der Dienst der Engel deutet dann die Erhöhung gemäß des Philipperhymnus an.
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li
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| Mit dem Gehorsam des Gelähmten, der auf das Wort Jesu hin aufsteht und „nach Hause“ geht,
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| ergibt sich eine Kette des Gehorsams, durch die auch dieser Gehorsam des Gelähmten mit dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz verbunden ist:
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br
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| Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz → Gehorsam des unreinen Geistes → Gehorsam des Gelähmten.
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li
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| Bei den Vieren wird der Glaube hervorgehoben; es ist ein Glaube, der durch die Liebe wirkt.
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li
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| Wie verschiedene Signale in der Erzählung selbst, aber auch in der konzentrischen Gliederung andeuten (s. o. u. u.),
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| schließt sich mit dem Weggehen des Geheilten <i>mit</i> der Liege, auf der er selbst zu Jesus gebracht wurde, ein Kreis;
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br
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| dadurch sind die Vier und der Gelähmte zusammenzunehmen; sie bilden auch gemeinsam die positive Fortführung des unreinen Geistes
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| in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
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li
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| Tätiger Glaube hier, Gehorsam da,
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br
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| verbinden sich zum <i>Gehorsam des Glaubens</i> nach Röm 1,5, mit Gal 5,6 ergänzt zum
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br
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i Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
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br
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| Dieser war schon mehrfach gegenwärtig, nicht zuletzt bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus.
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li
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| Dass Röm 1,5 von der Berufung des Paulus spricht,
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br
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q.bibeltext
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| <i>unter allen Völkern</i> den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
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| , fügt sich gut in die vorliegende Erzählung, die mit dem doppelten Dachöffnen Juden und Völkerwelt zusammenbindet.
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li.small
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| Das Gegenüber von Jüngerberufung (Namen der Jünger! Deren Gehorsam beim Eintritt in die Nachfolge) und Heilung des Gelähmten (Doppelte Dachöffnung! Glaube!)
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| in der Gliederung „Galiläa I“ wird bestätigen, dass Markus hier an den „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ denkt (s. u.).
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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| „Mein Sohn“ – „Menschensohn“
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Erniedrigung und Hoheit Jesu in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten
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hr
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ul.card-text
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li
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| Jesus spricht den Gelähmten zunächst mit „Mein Sohn“ an und gewährt ihm Sündenvergebung.
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br
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| Jesus handelt hier aus der Perspektive Gottes, seine Erhöhung ist impliziert.
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li
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| Als die Schriftgelehrten aber die Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung bezweifeln,
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| nennt er sich selber „Menschensohn“, der diese Vollmacht habe.
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br
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| Der Titel „Menschensohn“ ist hier ein Schlüsselbegriff:
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ul.card-text
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li
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| In Verbindung mit „Mein Sohn“ und dem Handeln aus der Perspektive Gottes
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| enthält er Erniedrigung: „Menschensohn“ ↔ „Gottessohn“;
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br
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| die Menschwerdung ist angedeutet,
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br
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| einererseits nach
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span.bibeltext Phil 2,7:
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br
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q.bibeltext
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| er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
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br
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| Sein Leben war das eines Menschen.
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br
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| Andererseits nach
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||||
span.bibeltext Gal 4,4:
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br
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||||
q.bibeltext
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||||
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau ...
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li
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||||
| Gleichzeitig bringt der Titel nach
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span.bibeltext Dan 7,13-14
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| Hoheit und Vollmacht zum Ausdruck:
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br
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q.bibeltext
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| 13 Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen:
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br
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||||
| Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn.
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br
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||||
| Er gelangte bis zu dem Hochbetagten [= Gott] und wurde vor ihn geführt.
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||||
br
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||||
| 14 Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
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||||
br
|
||||
| Alle Völker, Nationen udn Sprachen dienten ihm.
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br
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||||
| Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
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||||
br
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||||
| Sein Reich geht niemals unter.
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p.card-text.small.mb-0
|
||||
| Zu beachten ist, dass Markus diese Vision in Mk 14,62 im Rahmen des Prozesses gegen Jesus vor dem Hohen Rat aufgreift.
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||||
li
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||||
| In der Erzählung von der Heilung des Gelähmten sind also sowohl Jesu Vollmacht und Hoheit aufgrund der Auferstehung von den Toten
|
||||
| also auch seine Erniedrigung gegenwärtig, zu der auch das Begräbnis aus erzählerischer Rahmen passt.
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||||
li
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||||
| Dies deckt sich mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
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br
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||||
| Dort wird Jesus einerseits als „Heiliger Gottes“ angesprochen und wird die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben,
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||||
| wobei Röm 1,4 im Hintergrund steht („dem Geist der Heiligkeit nach
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| eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“);
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br
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||||
| andererseits wird dort auch indirekt sein Weg in die Erniedrigung des Todes am Kreuz angedeutet
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| („Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen“ – Antwort: Ja, indem ich selber euch ins Verderben vorausgehe).
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h5.card-title
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| Fieber – Aussatz – Lähmung
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| Von der Doppel- und Mehrfachdeutigkeit der Krankheiten im Markus-Evangelium
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hr
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li
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| Besonders die Heilung des „Aussätzigen“ in Mk 1,40-45 mit ihrem Rückgriff auf Jes 53,4 („er hat unsere Krankheit getragen“)
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| hat deutlich gemacht, dass „Krankheit“ im Markus-Evangelium auch im übertragenen Sinne verstanden werden kann und muss.
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br
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| Dies war auch schon bei der Heilung der an „Fieber“ erkrankten Schwiegermutter des Petrus angenommen worden.
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li
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| Das Bild von der Heilung „Kranker“ ermöglicht, in <i>einer</i> Erzählung auf <i>mehreren</i> Ebenen zu erzählen:
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li
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i „krank“ im Sinne der realen Krankheit
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br
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| → Dienst an einer kranken Person;
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li
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i „krank“ im übertragenen Sinne,
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br
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| wobei hier auch nochmal unterschieden werden muss:
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li
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i „krank“ im Sinne des Gefangenseins in Sünde und Tod
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br
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| → Befreiuung aus diesem Verfallensein
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| in der Taufe aufgrund der Erlösung in Christus;
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li
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i „krank“ im Sinne des Opferseins in unguten ethisch-sozialen Zusammenhängen
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br
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| → Befreiung aus diesen unguten Zusammenhängen durch ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu.
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li
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| Die Zuwendung zu den „Kranken“ ist also schillernd und kann mehrere Ebenen umfassen.
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li
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| Einerseits wird bebildert, wie Jesu Tod und Auferstehung Menschen aus Sünde und Tod befreit,
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| indem dieses christologisch-christliche Grundereignis in der Taufe vergegenwärtigt
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| und ein Mensch in die aufrichtende Schicksalsgemeinschaft mit Jesus hineingenommen wird.
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br
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||||
| Andererseits wird – als Folge davon – bebildert, wie sich dies in einem ethischen Sinne im neuen,
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| geheilten Miteinander der Menschen untereinander heilvoll auswirkt.
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li
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| Letztlich geht es hier – verbindend – um alle Situationen, in denen es jemand nicht gut geht,
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| jemand der Zuwendung und Hilfe bedarf, aufgerichtet werden will, ganzheitlich, soteriologisch-ethisch.
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br
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| Für die Jünger geht es so oder so um einen Liebesdienst an einem Menschen, der Hilfe braucht.
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h5.card-title
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| Alles nur Erfindung?
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Zum Faktum, dass Erzählungen im Markus-Evangelium durch das paulinische Schrifttum „generiert“ sind
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hr
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ul.card-text
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li
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| Wie deutlich geworden sein dürfte,
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| steht im Hintergrund der Heilung des Gelähmten – und schon zurückliegender und noch kommender Erzählungen –
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| kein historischese Ereignis, das dann – vielleicht mit wenigen Modifikationen (vgl. die anderen Evangelisten) –
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| von Markus in sein Evangelium geschrieben hat.
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li
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| Nicht einmal ein „historischer Kern“ lässt sich herausschälen.
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br
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| Wobei anzumerken ist, dass unser Verständnis von „historisch“ und „Geschichte“ eine Folge der Aufklärung ist
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| und zur Zeit des Markus unbekannt war.
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li
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| Doch gilt zu beachten:
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br
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| hinter den Erzählungen steht zwar <i>keine historische Wahrheit</i>,
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br
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| dennoch aber eine <i>theologische Wahrheit</i>.
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li
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| Die Erzählung sind <i>nicht einfach „Erfindungen“ des Markus</i>,
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| sie sind <i>abgeleitet von theologischen Aussagen und Sprachbildern des Paulus und des Alten Testamentes</i>.
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li
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| Schon lange ist bewusst, dass man aus den Evangelien kein „Leben Jesu“ rekonstruieren kann, wie man eigentlich gehofft hatte.
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br
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||||
| Gerade die Entdeckung, dass das Markus-Evangelium das älteste Evangelium ist, hatte die Hoffnung geweckt, dieses entsprechend
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||||
| für ein „Leben Jesu“ fruchtbar machen zu können.
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br
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| Die Erkenntnis der Bezüge zum paulinischen Schrifttum (und zu seiner Verwendungsweise des Alten Testamentes),
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| dazu, dass hinter dem markinischen Jesus immer wieder der Paulus der Briefe hervortritt,
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| macht einerseits erneut deutlich, dass dies nicht möglich ist.
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br
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||||
| Andererseits ist nun die „wahre Quelle“ des Evangeliums aufgedeckt, sind neue Entdeckungen möglich –
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||||
| und gibt es eine Befreiung von der Suche nach etwas, das nie und nimmer greifbar werden kann.
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li
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||||
| Damit wird es aber noch schwieriger, zu sagen, was der „historische Jesus“ selbst getan hat und wollte.
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br
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| Dennoch können einige Hinweise, auf die wir noch stoßen werden, eine Hilfe und Leitplanke sein.
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h5.card-title
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@ -862,8 +1331,9 @@ block content
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br
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||||
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
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br
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| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es – so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe – diese vier Erstberufenen,
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||||
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
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||||
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es diese vier Erstberufenen,
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||||
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen, wie es am unteren Ende der konzentrischen Gliederung vier Männer sind,
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||||
| die den Gelähmten zu Jesus tragen, damit still ihren Glauben bezeugen und so die Heilung des Gelähmten in Gang bringen.
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li
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||||
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
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br
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@ -878,13 +1348,78 @@ block content
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|||
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
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||||
br
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||||
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
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li
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| Die vier Erstberufenen – allen voran die explizit erwähnten Petrus und Andreas –
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||||
| erweisen sich bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus als „Menschenfischer“, nicht im Sinne der Verkündigung
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||||
| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
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br
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||||
| Effektiv wird im Haus des Simon und Andreas – „Menschenfischer“ entsprechend gedeutet – eine Taufe gefeiert.
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br
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| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
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| wie dies durch den Dienst der Schwiegermutter an Jesus und seinen Begleitern bebildert wird.
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br
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||||
| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
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li
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||||
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und die Schwiegermutter des Petrus andererseits kann das Bild entstehen,
|
||||
| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und die andere aufgerichtet, erhöht wird.
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||||
br
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||||
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
|
||||
| und dieser Dienst – Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu – richtet auf und führt zu gegenseitigem Dienst
|
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br
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||||
| (vgl. auch die entsprechenden Ausführungen bei der Heilung des „Aussätzigen“ zu den Söhnen des Zebedäus).
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br
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||||
| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
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| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
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br
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||||
| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender (sozialer) Umstände.
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li
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||||
| Im Hinblick auf den in beiden Erzählungen vorhandenen Gehorsam findet eine Vertauschung statt:
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br
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||||
| Bei der Berufung sind es die Berufenen, die gehorsam in den Dienst Jesu eintreten.
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||||
br
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||||
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus ist es Jesus selbst, der „gehorsam“ ist.
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||||
br
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||||
| Beides ist zusammenzusehen:
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||||
| Jesus nimmt die Jünger für seine eigene Sendung in Dienst, und lässt sich wiederum für diese von den Jüngern in Dienst nehmen.
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||||
br
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||||
| Bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wirken der Gehorsam Jesu (bis zum Tod am Kreuz) und der Gehorsam der Jünger
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||||
| (gegenüber ihrer Berufung durch Jesus) zusammen!
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||||
li
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||||
| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ durch Jesu
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||||
| Gehorsam bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig ist – der wiederum bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus im Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet ist –,
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||||
| bebildert die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus die Auswirkung dieser Befreiuung.
|
||||
li
|
||||
| Jede Person im Gegenüber taucht mindestens einmal in der Position des Dienens auf.
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||||
br
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||||
| Die Aufrichtung der Niedergedrückten schafft im Sinne des Evangeliums nicht neue Große und Mächtige, sondern zielt auf eine Gemeinschaft des Dienens!
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||||
br
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||||
| Angesichts der im zerrissenen Netz gegenwärtigen Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ kann dies von
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||||
span.bibelstelle Gal 5,13-14
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| her verstanden werden:
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br
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||||
q.bibeltext
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| Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
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br
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| Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
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||||
br
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||||
i sondern dient einander in Liebe!
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br
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||||
| Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
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br
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||||
| Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
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||||
li
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||||
| Zentrale Elemente des Philipperhymnus sind im Gegenüber gegenwärtig:
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ul.card-text
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li Entäußerung und Erniedrigung Jesu werden als Nachfolge der Zebedäus-Söhne erzählt.
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||||
li Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz ist in seinem Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet.
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||||
li Erhöhung Jesu und der Dienst von Himmel, Erde und Unterwelt ist im Dienst der Schwiegermutter des Petrus angedeutet.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||||
| Das nahegekommene Gottesreich macht die Menschen „gesund“
|
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h6.card-subtitle.text-muted
|
||||
| Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||||
| Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
|
||||
hr
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||||
ul.card-text
|
||||
li
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||||
|
|
@ -900,16 +1435,25 @@ block content
|
|||
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
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||||
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
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li
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||||
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
|
||||
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, die Königsherrschaft Gottes nahegebracht.
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||||
br
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||||
| Das Zeitalter des rettenden Glaubens ins angebrochen.
|
||||
li
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||||
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesus Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
|
||||
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesu Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
|
||||
| kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen.
|
||||
li
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||||
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen – wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung! –
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||||
| zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft.
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br
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||||
| Es zeigt sich ein Glaube, der durch die Liebe wirkt; insofern sind Glaube und Umkehr identisch.
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||||
br
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||||
| Die Menschen folgen gehorsam dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr:
|
||||
br
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||||
| wie am unteren Ende der konzentrischen Gliederung auf die Vier und den Geheilten aufgeteilt,
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||||
| begegnet hier im Gegenüber der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
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||||
li
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||||
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt insofern Frucht,
|
||||
| als die Menschen sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringen;
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||||
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt nicht nur
|
||||
| bei den Menschen, die sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringeni, Frucht:
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||||
br
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||||
| auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden
|
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| zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“.
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||||
|
|
@ -931,9 +1475,10 @@ block content
|
|||
| sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden.
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||||
br
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||||
| Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird,
|
||||
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihm folgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
|
||||
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihn verfolgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
|
||||
br
|
||||
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu (→ Auferstehung) – Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden;
|
||||
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu → Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden,
|
||||
| da die Begleiterscheinungen beim Heraustreten aus dem Wasser die Auferstehung Jesu präsent machen;
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||||
| beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet.
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||||
br
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||||
| So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch.
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||||
|
|
@ -944,11 +1489,125 @@ block content
|
|||
| mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“,
|
||||
| dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“.
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||||
li
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| Während in Mk 1,12-13 Jesus allein in die Wüste geht, folgen ihm in Mk 1,35-39 die Jünger in die „Wüste“:
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||||
| auch sie sind dort hineingesandt.
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| In beiden gegenüberliegenden Stücken ist die Sendung Jesu bzw. sein Weg nach dem Philipperhymnus gegenwärtig bzw. angedeutet:
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table.table.table-sm
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thead
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tr
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th.card-text Philipperhymnus
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th.card-text Taufe/Wüstensendung
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th.card-text Rückzug/Neuaufbruch
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tbody
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||||
tr
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||||
td.card-text Entäußerung und Erniedrigung
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td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Begleiterscheinungen Taufe), dann Sendung in die Wüste
|
||||
td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Aufstehen am frühen Morgen, als es noch dunkel ist), dann gang an einen „einsamen Ort“
|
||||
tr
|
||||
td.card-text Gehorsam bis zum Tod am Kreuz
|
||||
td.card-text
|
||||
| Wüste als Gottferne
|
||||
br
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||||
| (Bestehen der) Versuchung durch Satan
|
||||
td.card-text
|
||||
| Einsamkeit als Gottferne
|
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br
|
||||
| Jesus betet (→ Beten Jesu am Kreuz)
|
||||
tr
|
||||
td.card-text Erhöhrung und Einsetzung in hoheitliche Stellung
|
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td.card-text
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||||
| Dienst der Engel
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td.card-text
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||||
| Weitung des Wirkradius auf „ganz Galiläa“ → Völkermission
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| im Sinne des „alle auf der Erde“ des Philipperhymnus
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li
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||||
| Der Gang Jesu in die „Wüste“ hat das Getriebenwerden durch den Geist Gottes zur Ursache;
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||||
| er entspricht – bis hin zum Tod am Kreuz – der Sendung Jesu und steht unter dem – quasi vorab gesprochenen – Wohlgefallen Gottes.
|
||||
| Dies ist auf das Gegenüber zu übertragen.
|
||||
br
|
||||
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung lässt sie diesbezüglich in Aktion treten
|
||||
| (wie auch im Gegenüber von Jüngerberufung und Heilung der Schwiegermutter des Petrus).
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||||
| Petrus und seine Begleiter dagegen wollen Jesus vom Kreuz zurückholen;
|
||||
| sie stellen sich damit der Sendung Jesu in den Weg, ihr Tun steht gegen das Wohlgefallen Gottes.
|
||||
li
|
||||
| Während Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz das Wohlgefallen Gottes finden
|
||||
| und zur Erhöhung Jesu führen,
|
||||
br
|
||||
| wollen Petrus und seine Begleiter Jesus aus der Erniedrigung quasi in die andere Richtung zurückholen:
|
||||
| sie wollen einseitig einen „Christus/Menschensohn der Glorie“ und dazu das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen (also das Kreuz in seiner Bedeutung abschwächen).
|
||||
br
|
||||
| Dies verbindet sich mit der Anrede Jesu als „Heiliger Gottes“ durch den unreinen Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung
|
||||
| und dem darauf bezogenen Schweigegebot Jesu, weil der unreine Geist das Kreuz Jesu als Ursache der Erhöhung verschweigt.
|
||||
br
|
||||
| Vgl. auch Mk 8,32b-33 (Widerstand des Petrus gegen den Weg Jesu; Bezeichnung des Petrus durch Jesus als Satan)
|
||||
| mit der Spannung „was Gott will“ ↔ „was die Menschen wollen“
|
||||
| und Mk 8,29-30 (Schweigegebot nach Messiasbekenntnis des Petrus).
|
||||
br
|
||||
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung dagegen handeln Vier – die im Gegenüber Jüngerberufung und Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
|
||||
| auf die vier Erstberufenen bezogen werden konnten – ganz im Sinne des Kreuzes Christi dienend an einem kranken Menschen.
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||||
li
|
||||
| Während Jesus bei der Wüstensendung dem Geist untersteht, wollen im Gegenüber Petrus und seine Begleiter sich seiner bemächtigen.
|
||||
li
|
||||
| Während es Jesu Versuchung war, nicht gehorsam bis zum Tod am Kreuz zu sein, das Kreuz nicht anzunehmen,
|
||||
br
|
||||
| ist es die Versuchung der Jünger, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, das Kreuz nicht ernst zu nehmen,
|
||||
| es abzuschwächen und es damit seiner theologischen und ethischen Bedeutung und Kraft zu berauben:
|
||||
| Befreiung aus Sünde und Tod im Tod Jesu, in Verbindung mit der Auferstehung daher Beginn eines neuen Zeitalters,
|
||||
| Verpflichtung auf einen entsprechenden Lebenswandel (kein „weiter so“ mit wenigen Modifikationen).
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||||
li
|
||||
| Auf beiden Seiten des Gegenübers begegnet die Umbiegung „Auferstehung(sherrlichkeit) → Tod am Kreuz“.
|
||||
br
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||||
| Mit mahnendem Ton im Hinblick auf das Treiben von Petrus und seinen Begleitern wird Röm 6 vergegenwärtigt, das am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist:
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||||
br
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||||
q.bibeltext
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||||
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
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||||
br
|
||||
| 4 Wir wurden ja <i>mit ihm begraben</i> durch die Taufe auf den Tod,
|
||||
br
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||||
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
|
||||
br
|
||||
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
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||||
span.bibelstelle Röm 6,3-4
|
||||
br
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||||
| Es findet eine Umbiegung vom Blick auf die Auferstehung bzw. den Auferstandenen in Richtung Ethik statt:
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||||
br
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||||
| die ethischen Konsequenzen werden verdeutlicht und von Paulus in den weiteren Versen näher ausgeführt: nicht Diener der Sünde, sondern Diener Gottes sein,
|
||||
| tot für die Sünde sein, für Gott leben.
|
||||
br
|
||||
| Dies verbindet sich – sowohl im Sinne des Paulus, als auch im Sinne des Markus – sehr gut mit der von Jesus erzählten Entäußerung und Erniedrigung,
|
||||
| mit dem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.
|
||||
br
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||||
| Mit dem Nachgeben der Versuchung durch Satan werden Petrus und seine Begleiter (wieder) „Diener der Sünde“,
|
||||
| was auch von Mk 8,32b-33 her gut zum Gegenüber „was Gott will“ – „was die Menschen wollen“ passt
|
||||
br
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||||
| („hinter mich Satan“: „du hast das im Sinn, was die Menschen wollen“).
|
||||
br
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||||
| Am untern Ende der konzentrischen Gliederung wird Röm 6 bebildert und positiv aufgegriffen,
|
||||
| einerseits in der Heilung des Gelähmten, anderereits aber auch in den Vieren, die sich zu Dienern des Gelähmten machen,
|
||||
| ganz im Sinne des Weges Jesu ans Kreuz.
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li
|
||||
| Das Wohlgefallen Gottes und das Treiben durch den Geist verbinden sich auch mit dem „dazu bin ich gekommen“ im Gegenüber,
|
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| das sich auf Jesu Neuaufbruch in die benachbarter Dörfer und schließlich „ganz Galiläa“ (→ Völkermission!) bezieht;
|
||||
br
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||||
| damit wird die Völkermission als (ein wichtiges) Ziel der Sendung Jesu herausgestellt.
|
||||
br
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||||
| Dies passt zur Thematik des Einen Gottes für Juden und Heiden, der das Heil aller Menschen will, die im unteren Ende
|
||||
| der konzentrischen Gliederung gegenwärtig ist.
|
||||
li
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||||
| Angesichts der Präsenz der Gesetzesthematik in Mitte und am unteren Ender der konzentrischen Gliederung
|
||||
| (und auch in manch anderem Gegenüber) ist anzumerken,
|
||||
| dass die Wüstensendung unter dem Wohlgefallen Gottes in vorausgehenden konzentrischen Gliederungen auf den
|
||||
| Freikauf vom Gesetz („dem Gesetz des Geistes unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen“),
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br
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||||
| das Handeln des Petrus, seiner Begleiter und „aller“ im Gegenüber dagegen auf das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes bezogen werden konnte:
|
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br
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| Petrus und seine Begleiter wollen Jesus vom „Ort des Freikaufes“, vom Kreuz, zurückholen, damit das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen,
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| effektiv (in der Sicht des Paulus und Markus) den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) rückgängig machen – mit allen Konsequenzen.
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||||
br
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| Dieses (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes steht im aktuellen Gegenüber gegen das Wohlgefallen Gottes.
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br
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| In Verbindung mit der Versuchung als Gegenüber zum Handeln des Petrus uns deiner Begleiter und damit der Mahnung, tot zu sein für die Sünde,
|
||||
| wie Christus für die Sünde gestorben ist,
|
||||
br
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| müssen erneut die parallelen Formulierungen „gestorben/tot für die Sünde, leben für Gott“ (Röm 6,10-11) – „dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben“ (Gal 2,19)
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| bedacht werden: wie Christus durch seinen Tod „ein für alle Mal gestorben ist für die Sünde“, um uns vom Fluch des „Gesetzes der Sünde und des Todes“
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| zu befreien, müssen auch die Christen dem Gesetz sterben, um für Gott in der Freheit der Kinder Gottes leben zu können.
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| Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen,
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| als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet,
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| dieser – Jesus – kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss.
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| Johannes der Täufer geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
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| Johannes der Täufer, der sich selber gegenüber dem kommenden Stärkeren als ein „Nichts“ bezeichnet,
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| geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
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| Johannes bezeichnet sich selbst gegenüber dem kommenden Stärkeren – Jesus – als ein „Nichts“;
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| das verbindet ihn zunächst mit dem „Aussätzigen“, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
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| Zunächst ist er mit dem „Aussätzigen“ verbunden, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
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| Durch die Heilung des „Aussätzigen“ – bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!) –
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| wird Jesus selber zu einem „Letzten“ –
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| und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden.
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| Das Hervorheben des rangmäßigen Unterschiedes zwischen Jesus und Johannes dem Täufer am Anfang und dann – als Folge des Handelns Jesu – doch
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| die Parallele zwischen den beiden am Ende der Heilung des „Aussätzigen“ markiert die Erniedrigung Jesu in besonderer Weise.
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| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“,
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| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz – gleichsam der „Taufe“ Jesu – erzählt,
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| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz – gleichsam der „Taufe“ Jesu (→ Mk 10,38!) – erzählt,
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| womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht,
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| wo die Vier sich eines „Gelähmten“ – was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ – annehmen.
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| Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen.
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| Während zu Johannes dem Täufer Menschen aus „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ kommen, wird Jesus von Menschen „von überallher“ aufgesucht:
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| das ist eine Weitung, die der perspektive „alle Völker“ (Juden und Heiden) am untern Ende der konzentrischen Gliederung entspricht.
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| Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit:
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| beide weisen auf Jesus hin.
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q.bibeltext Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
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span.bibelstelle Gal 5,7
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| Die Heilung des Gelähmten im Gegenüber zur Berufung der ersten Jünger und zum Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug
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| in der Gliederung „Galiläa I“
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| In der Gliederung „Galiläa I“ liegt der Hauptbestand der Heilung des Gelähmten, nämlich Mk 2,3-12, einerseits
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| der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20), andererseits dem Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug (Mk 1,35-38)
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| gegenüber.
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| Dabei werden die Jünger einmal positiv, einmal negativ gezeichnet.
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| Das Gegenüber zu Mk 3,1-5 wird später dort besprochen.
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| In der Gliederung „Galiläa I“ liegen sich auch Mk 1,14-15; Mk 1,39; Mk 2,1-2; Mk 3,6 gegenüber.
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| Dies wird ebenso später besprochen.
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q.bibeltext Ihr lieft gut.
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| Das Gegenüber Jüngerberufung – Heilung des Gelähmten weist sehr viele Parallelen zum Gegenüber
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| Jüngerberufung – Heilung der Schwiegermutter des Petrus auf.
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| Die vier Erstberufenen können hier mit jenen vier identifiziert werden, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
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| Das Netz, das zurückgelassen wurde, wird in die Liege eingetauscht, mit der der Gelähmte zu Jesus gebracht wird:
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| Das „Gesetz der Sünde und des Todes“ wird ersetzt durch ein „Werkzeug der Nächstenliebe“;
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| dabei darf nicht vergessen werden, dass auch das jüdische Gesetz auf die Nächstenliebe abzielt,
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| schreibt doch Paulus in
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span.bibelstelle Röm 13,9-10:
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q.bibeltext
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| Denn die Gebote ... und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
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| Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
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| Doch konnte das jüdische Gesetz diese Dimension nicht entfalten, wie ihm die Kraft fehlte, lebendig zu machen;
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| daher ist es zum „Gesetz der Sünde und des Todes“ geworden.
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| Während bei der Berufung der Vier ihr Gehorsam auffällt, mit dem sie ohne umschweife dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
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| wird im Gegenüber ihr Glaube betont, der ganz offensichtlich durch die Liebe wirkt;
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| wieder wird die Kombination aus Röm 1,5 und Gal 5,6 präsent:
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| der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
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| Diesen ist Paulus berufen, „unter allen Völlkern ... aufzurichten“.
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| Das wird einerseits in den Namen der vier Erstberufenen aufgegriffen: zwei tragen semitische Namen (Jakobus, Johannes), zwei griechische (Simon, Andreas).
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| Andererseits im doppelten Dachöffnen, bei dem einmal ein palästinisches Dach, einmal ein griechisch-römisches Dach vorausgesetzt ist.
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| Der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ kann auch als Gegenbegriff verstanden werden
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| zum „Gehorsam gegenüber des jüdischen Gesetzes“, das die Vier hinter sich lassen und dessen Insuffizienz,
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| lebendig zu machen bzw. aus der Hand Satans/der Sünde zu befreien, subtil angedeutet wird.
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| Dem Gehorsam der vier Erstberufenen beim Ruf in die Nachfolge entspricht der Gehorsam des Gelähmten,
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| der aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht.
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| Auch er ist nun in die Nachfolge eingetreten im Sinne des Wandels in der Neuheit des Lebens.
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| Die vier Erstberufenen
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| erweisen sich bei der Heilung des Gelähmten als „Menschenfischer“
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| – allen voran die mit diesem Begriff explizit verbundenen Petrus und Andreas –,
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| nicht im Sinne der Verkündigung
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| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
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| Schon von den Anklägen an Röm 6 her ist deutlich dass bei der „Heilung“ des Gelähmten eine Taufe gefeiert wird
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| und „Menschenfischer“ entsprechend zu deuten ist.
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| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
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| wie dies durch das Mitnehmen der Liege – als Handwerkszeug für eigenen Liebesdienst verstanden – bebildert wird.
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| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
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| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und den Gelähmten andererseits kann das Bild entstehen,
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| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und der andere aufsteht, sich erhebt;
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| auch im Aufsteigen auf das Dach (wohl vorzustellen über Treppen) ist dies bereits angedeutet.
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| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
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| und dieser Dienst – Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu – richtet auf und hilft zu einem neuen Leben.
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| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
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| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
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| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender, lähmender (sozialer) Umstände.
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| Dabei tritt aber die Sündenvergebungsthematik etwas in den Hintergrund.
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| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ gegenwärtig ist,
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| wird im Gegenüber einerseits – mittels des Mitbegrabenseins durch Jesus – der befreiende Tod Jesu gegenwärtig,
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| andererseits die Auswirkung dieser Befreiuung in der Heilung des „Gelähmten“ bebildert.
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| Zu beachten ist, dass sich – ganz im Sinne der Befreiung aus dem „Gesetzes der Sünde und des Todes“ –
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| bei der Heilung des „Gelähmten“ die Sünden- und Gesetzesthematik verbinden (wie dies auch sonst bei Paulus und Markus begegnet).
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q.bibeltext Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
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| Petrus, seine Begleiter und „alle“ werden hier als negatives Gegenüber zu den Vieren, dem Gelähmten und auch „allen“ gezeichnet,
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| die vor Staunen außer sich geraten.
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| Mahnend stehen über Mk 1,35-38 die Worte des Paulus in
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span.bibelstelle Röm 6,3-4.6
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| mit der Umpolung von der Auferstehung(sherrlichkeit) auf den Tod Jesu am Kreuz und die Konsequenzen für die Nachfolge:
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| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
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| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
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| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
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| in der Neuheit des Lebens wandeln.
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| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
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| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
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| Während der Gelähmte gehorsam aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht, er in der „Neuheit des Lebens“ wandelt,
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| wollen Petrus, seine Begleiter und „alle“, dass Jesus ihnen gehorsam ist und mit ihnen zurück zum „Alten“ geht.
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| Am Ort des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es), dem Kreuz, suchen sie Jesus auf und wollen ihn zurückholen,
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| das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen, das sich am Gelähmten heilvoll auswirkt:
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| im Mitgekreuzigtsein und Mitbegrabensein in der Taufe, das ein neues Leben ermöglicht.
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| Während die Vier den Gelähmten zu Jesus bringen, damit dieser ihn rettet, also die Chance ergreifen, die
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| der Tod Jesu – und das Mitgekreuzigtsein und Mitgebrabensein mit ihm in der Taufe – bringt,
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| wollen die anderen gleichsam Jesus aus dem Grab hinaustragen.
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| Während die Vier ihren Glauben, der durch die Liebe wirkt, bekunden,
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| wollen die anderen zurück zum Gesetz.
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| Hier gibt es eine Verbindung zur Jüngerberufung, denn dort sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei,
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| das „Netz“ wieder herzurichten = das jüdische Gesetz wieder aufzurichten;
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| da hatte sie Jesus erfolgreich davon abgehalten, jetzt wollen sie zurück zum jüdischen Gesetz.
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| Mahnend stehen die Worte des Paulus in
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span.bibelstelle Gal 5,1
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| im Raum:
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| Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
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| Steht daher fest und alsst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
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| Während sich die Vier zu Dienern des Gelähmten machen – ganz im Sinne der von Jesus gelebten Entäußerung und Erniedrigung –
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| wollen die anderen (sogar über Jesus) herrschen, sind ihnen Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu ein Dorn im Auge,
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| eben „Ärgernis des Kreuzes“.
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| Während bei der Heilung des Gelähmten mit der Neuheit des Lebens, in der gewandelt werden soll,
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| eine Leben im Gehorsam gegenüber Gott und in Absetzung von der Sünde eröffnet und angezielt ist (→ Sündenvergebung),
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| wollen die anderen zurück zum „Gesetz der Sünde und des Todes“, effektiv wieder „Sklaven der Sünde“ (→ Röm 6,6!) sein.
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| Man beachte auch hier die parallelen Formulierungen zu Gesetz und Sünde („gestorben der Sünde/dem Gesetz“).
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| Wie Jesus den Gelähmten „nach Hause“ schickt, spricht Jesus von seiner Sendung, auch in die benachbarten Dörfer zu zeihen;
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| in beiden Fällen geht es um einen Neuaufbruch, der nach vorne und nicht zurück blickt.
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| Während bei der Heilung des Gelähmten „alle“ vor Stauen außer sich geraten, positiv angetan sind vom Wirken und von der Vollmacht Jesu,
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| wird Jesus neben Petrus und seinen Begleitern auch von „allen“ gesucht;
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| damit sie diese „alle“ ambivalent, wie sie es auch an deren Stellen des Evangeliums sind.
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