Erweiterung Mk/Mitbegraben

master
Peter Fischer 2022-01-29 15:34:06 +01:00
parent e2fe614730
commit 3ad6e6baf4
1 changed files with 869 additions and 20 deletions

View File

@ -619,7 +619,125 @@ block content
| die den Glauben voraussetzt
| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q ... zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden
span.bibelstelle Röm 3,25
br
q Gott ist der Eine
span.bibelstelle Röm 3,30
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 3,19-31 als weiterer „Grundlagentext“
hr
ul.card-text
li
| Mk 2,10 spricht von der Vergebung der Sünden.
br
| Dies ist durch die Bezüge der Erzählung zum Galaterbrief grundsätzlicher als Befreiung von der Herrschaft der Sünde insgesamt zu verstehen, wie oben gezeigt.
li
| Im Brief des Apostel Paulus an die Römer findet sich aber auch eine Stelle, die zu den oben zitierten Aussagen des Galaterbriefes zur parallel
| ist und in diesem Zusammenhang (in einer übernommenen Tradition) von der Vergebung der Sünden spricht.
br
| Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Markus auch an folgende Aussagen im Römerbrief gedacht hat:
br
q.bibeltext
| 19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.
br
| 20 Denn aus Werken des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; denn durch das Gesetz kommt es nur zur Ekenntnis der Sünde.
br
| 21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
br
| 22 die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus, offenbar für alle, die glauben.
br
| Denn es gibt keinen Unterschied [zwischen Juden und Heiden]:
br
| 23 Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
br
| 24 Umsonst werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
br
| Ihn hat Gott aufgerichtet als Sühnemal wirksam durch Glauben in seinem Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden,
| die früher, 26 in der Zeit der Geduld Gottes, begangen wurden;
br
| ja zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen: Er selbst ist gerecht und macht den gerecht, der aus Glauben an Jesus lebt.
br
| 27 Wo bleibt da noch das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.
br
| 28 Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
br
| 29 Oder ist Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
br
| 30 da doch gilt: Gott ist der Eine.
br
| Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.
br
| 31 Setzen wir damit also durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.
span.bibelstelle Röm 3,19-31
li
| Zu beachten ist die Völkerthematik, die auch in den oben zitierten Ausführungen des Galaterbriefes an deren Ende auftaucht.
br
| Während hier direkt damit argumentiert wird, dass Gott der Eine ist und damit der Gott für alle Menschen,
br
| so wird im Galaterbrief der „Umweg“ über die Taufe gemacht und etwas anders argumentiert:
br
| Gott ist der Eine (Gal 3,20), dem als Adressat des Heiles
| nur „Einer“ gegenüberstehen kann (vgl. Gal 3,20a):
| das ist die Gemeinschaft der Glaubenden aus allen Völkern, die durch die Taufe <i>einer</i> in Christus Jesus ist (Gal 3,27-28).
li
| In Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung spielen auch folgende Verse aus dem Römerbrief eine Rolle:
br
q.bibeltext
| 1 Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
br
| 2 Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
br
| 3 Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
| das unter der Macht der Sünde steht, um die Sünde im Fleich zu verurteilen;
br
| 4 dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
span.bibelstelle Röm 8,1-4
ul.card-text
li
| Wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung und subtil auch in der aktuellen Erzählung wird die Insuffizienz des Gesetzes festgestellt.
li
| Sie ist die Ursache für die Sendung des Sohnes Gottes ins Verderben zur Verurteilung der Sünde im Fleisch Jesu ,
| die in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| im Mund des Dämon indirekt angesprochen wird
br
| und die das Mitbegrabensein mit Christus in der Taufe als Heilsereignis ermöglicht, das die aktuelle Erzählung bebildert.
li
| Gemeinsam ist auch, dass es nicht um eine reine Gerecht<i>sprechung</i> geht, sondern um eine Gerecht<i>machung</i> in dem Sinne,
| dass eine Veränderung im Lebenswandel erfolgt ist,
br
| wobei die Forderung des Gesetzes, die nun erfüllt wird, die Nächstenliebe ist (vgl. Röm 13,9);
| genau dies tun die vier Männer mit ihrem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q neue Schöpfung
span.bibelstelle Gal 6,15
h6.card-subtitle.text-muted
|
hr
ul.card-text
li Die Tauftheologie in Röm 6 spricht vom Wandel in der „Neuheit des Lebens“ (Röm 6,4).
li Die doppelte Dachöffnung holt die Völkerthematik in die Erzählung.
li
| In
span.bibelstelle Gal 6,15
| begegnet beides zusammen:
q.bibeltext
| ... es gilt weder die Beschneidung etwas, noch das Unbeschnittensein, sondern
br
i neue Schöpfung
li
| Mit dem Christus-Ereignis (Tod und Auferstehung) hat ein neues Zeitalter begonnen.
br
| Dies ist dem Paulus (und mit ihm dem Markus) äußerst wichtig und wird theologisch begründet und ausgefaltet;
br
| andere „christliche“ Strömungen sehen dies durchaus anders (s. u.).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@ -711,7 +829,20 @@ block content
br
| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
li.small
| Einige spätere Erzählungen, wo es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
| Einige spätere Erzählungen, bei denen es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
li
| Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten blickt ganz im Sinne der „Taufe auf den Tod Jesu“ nach Röm 6
| aber nicht nur darauf, dass der Geheilte nun nach der „Heilung“ „nach Hause“ geht,
br
| sondern besonders darauf, dass
i in der Taufe ein rituelles Mitgekreuzigtsein, Mitbegrabensein geschieht,
br
i ein tot-sein für die Sünde in Analogie zum realen Gestorbensein Jesu „für die Sünde“ begründet wird.
br
| In diesem Sinne <i>geht der Täufling mit Christus ins Verderben</i>:
br
| er stirbt dem alten Leben ab, um teilzuhaben an der Neuheit des Lebens in Christi Auferstehung,
| die ihn zu einem entsprechenden Lebenswandel verpflichtet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -842,6 +973,344 @@ block content
br
| Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung negativ wie positiv fortgeführt bei der Heilung des Gelähmten
h6.card-subtitle.text-muted
| Schriftgelehrte einerseits und die Vier und der Gelähmte andererseits als „Manifestationen“ des unreinen Geistes
hr
ul.card-text
li
| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung wird wie es seinem Wesen entspricht einerseits negativ/herausfordernd
| geschildert.
ul.card-text
li
| Er spricht ein einseitiges „Bekenntnis“ zu Jesus („Heiliger Gottes“), das nur auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu nach Röm 1,4
| abzielt und das Kreuz verschweigt; deswegen wird es mit einem Schweigegebot belegt.
li
| Die Schriftgelehrten bestreiten bei der Heilung des Gelähmten die Vollmacht Jesu zu Sündenvergebung und fordern auf diese Weise Jesus heraus.
li
| Neben der nativen Seite des unreinen Geistes wird aber auch eine „positive“ Seite gezeichnet.
ul.card-text
li
| Er ist gehorsam gegenüber dem Befehl Jesu: er verstummt und fährt aus letztlich ins Verderben.
li
| Das verbindet sich einerseits mit den Vieren, die den Gelähmten zu Jesus bringen und während der ganzen Erzählung stumm sind.
br
| Sie sprechen kein Bekenntnis mit Worten, nichtmal eine Heilungsbitte angesichts anderer Erzählungen ist dies auffallend
| und kann nur von der Verbindung mit dem Schweigegebot an den unreinen Geist her sinnvoll erklärt werden.
br
| Sie bringen ihren Glauben und ihre Heilungsbitte nicht durch Worte, sondern vielmehr durch ihr unbeirrbares Handeln zum Ausdruck,
| durch ihre Liebestat an dem Gelähmten.
br
| Dies ist nicht nur Bekenntnis zur Vollmacht Jesu, sondern echte, dienende Nachfolge, die das Kreuz Jesu zum Vorbild nimmt,
| mithin also ein Bekenntnis auch zum Kreuz Jesu als Dienst an den Menschen,
| der selber zur Erlösung des Menschen ins Verderben des Todes am Kreuz gegangen ist.
br
| Denn der Glaube, der durch die Liebe wirkt, hat als Basis das Handeln Jesu:
br
q.bibeltext ... lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
span.bibeltext Gal 2,20
br
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
p.card-text.small.mb-0
| Vielleicht darf man sogar
span.bibelstelle Gal 2,19-21
| insgesamt einbeziehen, denn einerseits begegnet die auch hier präsente Gesetzesthematik (einschließlich dessen Insuffizienz),
| andererseits worauf wir teils bei der Jüngerberufung schon gestoßen sind zu Röm 6 parallele Formulierungen:
br
q.bibeltext
| 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
br
| Ich bin mit Chrisuts gekreuzigt worden.
br
| 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
br
| Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
br
| 21 Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise;
br
| denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.
br
q.bibeltext
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt ...
br
| 10 ... durch sein Sterben ist er [= Christus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
br
| 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
span.bibelstelle Röm 6,6.10-11
li
| Ferner verbindet sich der unreine Geist mit seiner „positiven“ Seite mit dem Gelähmten,
| der wie die Vier in der ganzen Erzählung stumm bleibt und nach dem Befehl Jesu, aufzustehen,
| dies gehorsam tut und „nach Hause“ geht (als positiven Gegenort zum Verderben beim unreinen Geist).
li.small
| Dass auch die Schriftgelehrten kein offenes Wort sagen, sondern „in ihrem Herzen“, nach außen also schweigen,
| macht deutlich, dass das Schweigen an sich kein positiver Wert ist.
br
| Dies unterstreicht die inhaltliche Füllung des Schweigegebotes an den unreinen Geist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Als er ihren Glauben <i>sah</i>
br
q Damit ihr aber <i>erkennt</i>
h6.card-subtitle.text-muted
| Von der „Sichtbarkeit“ des Glaubens
hr
ul.card-text
li
| Jesus <i>sieht</i> den Glauben der Vier, weil es ein Glaube ist der <i>durch die Liebe wirkt</i>.
li
| Die Gegner Jesu sollen seine Sündenvergebungsvollmacht erkennen (durch die vollzogene Lebenswende des Geheilten nach Röm 6).
li
i
| Glaube zeigt sich, ist erkennbar,
br
| ist nicht nur Wort-Glaube (Glaubensbekenntnis), sondern tätiger Glaube, wirkt durch die Liebe, wird gelebt.
li
| Paulus musste sich dem Vorwurf stellen, dass er mit der von ihm verkündeten Rechtfertigung allein durch den Glauben
| der Sünde Tür und Tor öffnen würde; dies steht auch im Hintergrund der Ausführungen im Röm 6
br
| (vgl. nur
span.bibelstelle Röm 6,1
q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde?
| ).
br
| Dieser Vorwurf an <i>Paulus</i> dürfte auch inter dem Vorworf an <i>Jesus</i> in
span.bibelstelle Mk 3,22
| stehen:
br
q.bibeltext
| Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
q Er ist von Beelzubul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
br
| (Vgl. näher dann dort.)
br
| Umso wichtiger ist es Paulus und Markus aufzuzeigen, dass der Glaube sich im Leben auswirkt und auswirken muss.
br
| In diesen Kontext gehört auch die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, auf die wir bereits gestoßen sind
| und die auch in der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Glaube hier, Gehorsam da der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
h6.card-subtitle.text-muted
| im Horizont des Gehorsams Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
hr
ul.card-text
li
| Der Erzählung der Heilung des Gelähmten greift das Mitbegrabensein mit Christus nach Röm 6 auf;
br
| dies macht den Tod Jesu präsent (als Voraussetzung des Begräbnisses und des Mitbegrabenseins).
li
| Stimmig dazu wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung indirekt der Tod Jesu angedeutet,
br
| sein Gang ins Verderben, zum Verderben der unreinen Geister.
br
| Dabei greift mit Blick auf jene konzentrischen Gliederung, bei der die Austreibung des unreinen Geistes das untere Ende und die Wüstensendung Jesu
| die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet
| erzählerisch der Gehorsam des unreinen Geistes, der ohne Widerrede verstummt und ausfährt,
| den Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz auf, der im Gehorsam Jesu gegenüber dem Geist angesichts dessen Treiben in die Wüste
| und der dortigen Versuchung durch Satan bebildert ist; der Dienst der Engel deutet dann die Erhöhung gemäß des Philipperhymnus an.
li
| Mit dem Gehorsam des Gelähmten, der auf das Wort Jesu hin aufsteht und „nach Hause“ geht,
| ergibt sich eine Kette des Gehorsams, durch die auch dieser Gehorsam des Gelähmten mit dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz verbunden ist:
br
| Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz → Gehorsam des unreinen Geistes → Gehorsam des Gelähmten.
li
| Bei den Vieren wird der Glaube hervorgehoben; es ist ein Glaube, der durch die Liebe wirkt.
li
| Wie verschiedene Signale in der Erzählung selbst, aber auch in der konzentrischen Gliederung andeuten (s. o. u. u.),
| schließt sich mit dem Weggehen des Geheilten <i>mit</i> der Liege, auf der er selbst zu Jesus gebracht wurde, ein Kreis;
br
| dadurch sind die Vier und der Gelähmte zusammenzunehmen; sie bilden auch gemeinsam die positive Fortführung des unreinen Geistes
| in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
li
| Tätiger Glaube hier, Gehorsam da,
br
| verbinden sich zum <i>Gehorsam des Glaubens</i> nach Röm 1,5, mit Gal 5,6 ergänzt zum
br
i Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
br
| Dieser war schon mehrfach gegenwärtig, nicht zuletzt bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus.
li
| Dass Röm 1,5 von der Berufung des Paulus spricht,
br
q.bibeltext
| <i>unter allen Völkern</i> den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
|
| , fügt sich gut in die vorliegende Erzählung, die mit dem doppelten Dachöffnen Juden und Völkerwelt zusammenbindet.
li.small
| Das Gegenüber von Jüngerberufung (Namen der Jünger! Deren Gehorsam beim Eintritt in die Nachfolge) und Heilung des Gelähmten (Doppelte Dachöffnung! Glaube!)
| in der Gliederung „Galiläa I“ wird bestätigen, dass Markus hier an den „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ denkt (s. u.).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| „Mein Sohn“ „Menschensohn“
h6.card-subtitle.text-muted
| Erniedrigung und Hoheit Jesu in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten
hr
ul.card-text
li
| Jesus spricht den Gelähmten zunächst mit „Mein Sohn“ an und gewährt ihm Sündenvergebung.
br
| Jesus handelt hier aus der Perspektive Gottes, seine Erhöhung ist impliziert.
li
| Als die Schriftgelehrten aber die Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung bezweifeln,
| nennt er sich selber „Menschensohn“, der diese Vollmacht habe.
br
| Der Titel „Menschensohn“ ist hier ein Schlüsselbegriff:
ul.card-text
li
| In Verbindung mit „Mein Sohn“ und dem Handeln aus der Perspektive Gottes
| enthält er Erniedrigung: „Menschensohn“ ↔ „Gottessohn“;
br
| die Menschwerdung ist angedeutet,
br
| einererseits nach
span.bibeltext Phil 2,7:
br
q.bibeltext
| er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen.
br
| Andererseits nach
span.bibeltext Gal 4,4:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau ...
li
| Gleichzeitig bringt der Titel nach
span.bibeltext Dan 7,13-14
| Hoheit und Vollmacht zum Ausdruck:
br
q.bibeltext
| 13 Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen:
br
| Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn.
br
| Er gelangte bis zu dem Hochbetagten [= Gott] und wurde vor ihn geführt.
br
| 14 Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
br
| Alle Völker, Nationen udn Sprachen dienten ihm.
br
| Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
br
| Sein Reich geht niemals unter.
p.card-text.small.mb-0
| Zu beachten ist, dass Markus diese Vision in Mk 14,62 im Rahmen des Prozesses gegen Jesus vor dem Hohen Rat aufgreift.
li
| In der Erzählung von der Heilung des Gelähmten sind also sowohl Jesu Vollmacht und Hoheit aufgrund der Auferstehung von den Toten
| also auch seine Erniedrigung gegenwärtig, zu der auch das Begräbnis aus erzählerischer Rahmen passt.
li
| Dies deckt sich mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
br
| Dort wird Jesus einerseits als „Heiliger Gottes“ angesprochen und wird die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben,
| wobei Röm 1,4 im Hintergrund steht („dem Geist der Heiligkeit nach
| eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“);
br
| andererseits wird dort auch indirekt sein Weg in die Erniedrigung des Todes am Kreuz angedeutet
| („Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen“ Antwort: Ja, indem ich selber euch ins Verderben vorausgehe).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Fieber Aussatz Lähmung
h6.card-subtitle.text-muted
| Von der Doppel- und Mehrfachdeutigkeit der Krankheiten im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
li
| Besonders die Heilung des „Aussätzigen“ in Mk 1,40-45 mit ihrem Rückgriff auf Jes 53,4 („er hat unsere Krankheit getragen“)
| hat deutlich gemacht, dass „Krankheit“ im Markus-Evangelium auch im übertragenen Sinne verstanden werden kann und muss.
br
| Dies war auch schon bei der Heilung der an „Fieber“ erkrankten Schwiegermutter des Petrus angenommen worden.
li
| Das Bild von der Heilung „Kranker“ ermöglicht, in <i>einer</i> Erzählung auf <i>mehreren</i> Ebenen zu erzählen:
ul.card-text
li
i „krank“ im Sinne der realen Krankheit
br
| → Dienst an einer kranken Person;
li
i „krank“ im übertragenen Sinne,
br
| wobei hier auch nochmal unterschieden werden muss:
ul.card-text
li
i „krank“ im Sinne des Gefangenseins in Sünde und Tod
br
| → Befreiuung aus diesem Verfallensein
| in der Taufe aufgrund der Erlösung in Christus;
li
i „krank“ im Sinne des Opferseins in unguten ethisch-sozialen Zusammenhängen
br
| → Befreiung aus diesen unguten Zusammenhängen durch ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu.
li
| Die Zuwendung zu den „Kranken“ ist also schillernd und kann mehrere Ebenen umfassen.
li
| Einerseits wird bebildert, wie Jesu Tod und Auferstehung Menschen aus Sünde und Tod befreit,
| indem dieses christologisch-christliche Grundereignis in der Taufe vergegenwärtigt
| und ein Mensch in die aufrichtende Schicksalsgemeinschaft mit Jesus hineingenommen wird.
br
| Andererseits wird als Folge davon bebildert, wie sich dies in einem ethischen Sinne im neuen,
| geheilten Miteinander der Menschen untereinander heilvoll auswirkt.
li
| Letztlich geht es hier verbindend um alle Situationen, in denen es jemand nicht gut geht,
| jemand der Zuwendung und Hilfe bedarf, aufgerichtet werden will, ganzheitlich, soteriologisch-ethisch.
br
| Für die Jünger geht es so oder so um einen Liebesdienst an einem Menschen, der Hilfe braucht.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Alles nur Erfindung?
h6.card-subtitle.text-muted
| Zum Faktum, dass Erzählungen im Markus-Evangelium durch das paulinische Schrifttum „generiert“ sind
hr
ul.card-text
li
| Wie deutlich geworden sein dürfte,
| steht im Hintergrund der Heilung des Gelähmten und schon zurückliegender und noch kommender Erzählungen
| kein historischese Ereignis, das dann vielleicht mit wenigen Modifikationen (vgl. die anderen Evangelisten)
| von Markus in sein Evangelium geschrieben hat.
li
| Nicht einmal ein „historischer Kern“ lässt sich herausschälen.
br
| Wobei anzumerken ist, dass unser Verständnis von „historisch“ und „Geschichte“ eine Folge der Aufklärung ist
| und zur Zeit des Markus unbekannt war.
li
| Doch gilt zu beachten:
br
| hinter den Erzählungen steht zwar <i>keine historische Wahrheit</i>,
br
| dennoch aber eine <i>theologische Wahrheit</i>.
li
| Die Erzählung sind <i>nicht einfach „Erfindungen“ des Markus</i>,
| sie sind <i>abgeleitet von theologischen Aussagen und Sprachbildern des Paulus und des Alten Testamentes</i>.
li
| Schon lange ist bewusst, dass man aus den Evangelien kein „Leben Jesu“ rekonstruieren kann, wie man eigentlich gehofft hatte.
br
| Gerade die Entdeckung, dass das Markus-Evangelium das älteste Evangelium ist, hatte die Hoffnung geweckt, dieses entsprechend
| für ein „Leben Jesu“ fruchtbar machen zu können.
br
| Die Erkenntnis der Bezüge zum paulinischen Schrifttum (und zu seiner Verwendungsweise des Alten Testamentes),
| dazu, dass hinter dem markinischen Jesus immer wieder der Paulus der Briefe hervortritt,
| macht einerseits erneut deutlich, dass dies nicht möglich ist.
br
| Andererseits ist nun die „wahre Quelle“ des Evangeliums aufgedeckt, sind neue Entdeckungen möglich
| und gibt es eine Befreiung von der Suche nach etwas, das nie und nimmer greifbar werden kann.
li
| Damit wird es aber noch schwieriger, zu sagen, was der „historische Jesus“ selbst getan hat und wollte.
br
| Dennoch können einige Hinweise, auf die wir noch stoßen werden, eine Hilfe und Leitplanke sein.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@ -862,8 +1331,9 @@ block content
br
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
br
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe diese vier Erstberufenen,
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es diese vier Erstberufenen,
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen, wie es am unteren Ende der konzentrischen Gliederung vier Männer sind,
| die den Gelähmten zu Jesus tragen, damit still ihren Glauben bezeugen und so die Heilung des Gelähmten in Gang bringen.
li
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
br
@ -878,13 +1348,78 @@ block content
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
br
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
li
| Die vier Erstberufenen allen voran die explizit erwähnten Petrus und Andreas
| erweisen sich bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus als „Menschenfischer“, nicht im Sinne der Verkündigung
| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
br
| Effektiv wird im Haus des Simon und Andreas „Menschenfischer“ entsprechend gedeutet eine Taufe gefeiert.
br
| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
| wie dies durch den Dienst der Schwiegermutter an Jesus und seinen Begleitern bebildert wird.
br
| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und die Schwiegermutter des Petrus andererseits kann das Bild entstehen,
| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und die andere aufgerichtet, erhöht wird.
br
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
| und dieser Dienst Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu richtet auf und führt zu gegenseitigem Dienst
br
| (vgl. auch die entsprechenden Ausführungen bei der Heilung des „Aussätzigen“ zu den Söhnen des Zebedäus).
br
| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
br
| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender (sozialer) Umstände.
li
| Im Hinblick auf den in beiden Erzählungen vorhandenen Gehorsam findet eine Vertauschung statt:
br
| Bei der Berufung sind es die Berufenen, die gehorsam in den Dienst Jesu eintreten.
br
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus ist es Jesus selbst, der „gehorsam“ ist.
br
| Beides ist zusammenzusehen:
| Jesus nimmt die Jünger für seine eigene Sendung in Dienst, und lässt sich wiederum für diese von den Jüngern in Dienst nehmen.
br
| Bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wirken der Gehorsam Jesu (bis zum Tod am Kreuz) und der Gehorsam der Jünger
| (gegenüber ihrer Berufung durch Jesus) zusammen!
li
| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ durch Jesu
| Gehorsam bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig ist der wiederum bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus im Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet ist ,
| bebildert die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus die Auswirkung dieser Befreiuung.
li
| Jede Person im Gegenüber taucht mindestens einmal in der Position des Dienens auf.
br
| Die Aufrichtung der Niedergedrückten schafft im Sinne des Evangeliums nicht neue Große und Mächtige, sondern zielt auf eine Gemeinschaft des Dienens!
br
| Angesichts der im zerrissenen Netz gegenwärtigen Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ kann dies von
span.bibelstelle Gal 5,13-14
| her verstanden werden:
br
q.bibeltext
| Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
br
| Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
br
i sondern dient einander in Liebe!
br
| Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
br
| Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
li
| Zentrale Elemente des Philipperhymnus sind im Gegenüber gegenwärtig:
ul.card-text
li Entäußerung und Erniedrigung Jesu werden als Nachfolge der Zebedäus-Söhne erzählt.
li Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz ist in seinem Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet.
li Erhöhung Jesu und der Dienst von Himmel, Erde und Unterwelt ist im Dienst der Schwiegermutter des Petrus angedeutet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Das nahegekommene Gottesreich macht die Menschen „gesund“
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
| Der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und die Massenheilungen als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
@ -900,16 +1435,25 @@ block content
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
li
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, die Königsherrschaft Gottes nahegebracht.
br
| Das Zeitalter des rettenden Glaubens ins angebrochen.
li
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesus Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesu Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
| kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen.
li
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung!
| zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft.
br
| Es zeigt sich ein Glaube, der durch die Liebe wirkt; insofern sind Glaube und Umkehr identisch.
br
| Die Menschen folgen gehorsam dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr:
br
| wie am unteren Ende der konzentrischen Gliederung auf die Vier und den Geheilten aufgeteilt,
| begegnet hier im Gegenüber der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
li
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt insofern Frucht,
| als die Menschen sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringen;
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt nicht nur
| bei den Menschen, die sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringeni, Frucht:
br
| auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden
| zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“.
@ -931,9 +1475,10 @@ block content
| sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden.
br
| Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird,
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihm folgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihn verfolgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
br
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu (→ Auferstehung) Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden;
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu → Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden,
| da die Begleiterscheinungen beim Heraustreten aus dem Wasser die Auferstehung Jesu präsent machen;
| beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet.
br
| So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch.
@ -944,11 +1489,125 @@ block content
| mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“,
| dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“.
li
| Während in Mk 1,12-13 Jesus allein in die Wüste geht, folgen ihm in Mk 1,35-39 die Jünger in die „Wüste“:
| auch sie sind dort hineingesandt.
| In beiden gegenüberliegenden Stücken ist die Sendung Jesu bzw. sein Weg nach dem Philipperhymnus gegenwärtig bzw. angedeutet:
table.table.table-sm
thead
tr
th.card-text Philipperhymnus
th.card-text Taufe/Wüstensendung
th.card-text Rückzug/Neuaufbruch
tbody
tr
td.card-text Entäußerung und Erniedrigung
td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Begleiterscheinungen Taufe), dann Sendung in die Wüste
td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Aufstehen am frühen Morgen, als es noch dunkel ist), dann gang an einen „einsamen Ort“
tr
td.card-text Gehorsam bis zum Tod am Kreuz
td.card-text
| Wüste als Gottferne
br
| (Bestehen der) Versuchung durch Satan
td.card-text
| Einsamkeit als Gottferne
br
| Jesus betet (→ Beten Jesu am Kreuz)
tr
td.card-text Erhöhrung und Einsetzung in hoheitliche Stellung
td.card-text
| Dienst der Engel
td.card-text
| Weitung des Wirkradius auf „ganz Galiläa“ → Völkermission
| im Sinne des „alle auf der Erde“ des Philipperhymnus
li
| Der Gang Jesu in die „Wüste“ hat das Getriebenwerden durch den Geist Gottes zur Ursache;
| er entspricht bis hin zum Tod am Kreuz der Sendung Jesu und steht unter dem quasi vorab gesprochenen Wohlgefallen Gottes.
| Dies ist auf das Gegenüber zu übertragen.
br
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung lässt sie diesbezüglich in Aktion treten
| (wie auch im Gegenüber von Jüngerberufung und Heilung der Schwiegermutter des Petrus).
| Petrus und seine Begleiter dagegen wollen Jesus vom Kreuz zurückholen;
| sie stellen sich damit der Sendung Jesu in den Weg, ihr Tun steht gegen das Wohlgefallen Gottes.
li
| Während Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz das Wohlgefallen Gottes finden
| und zur Erhöhung Jesu führen,
br
| wollen Petrus und seine Begleiter Jesus aus der Erniedrigung quasi in die andere Richtung zurückholen:
| sie wollen einseitig einen „Christus/Menschensohn der Glorie“ und dazu das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen (also das Kreuz in seiner Bedeutung abschwächen).
br
| Dies verbindet sich mit der Anrede Jesu als „Heiliger Gottes“ durch den unreinen Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| und dem darauf bezogenen Schweigegebot Jesu, weil der unreine Geist das Kreuz Jesu als Ursache der Erhöhung verschweigt.
br
| Vgl. auch Mk 8,32b-33 (Widerstand des Petrus gegen den Weg Jesu; Bezeichnung des Petrus durch Jesus als Satan)
| mit der Spannung „was Gott will“ ↔ „was die Menschen wollen“
| und Mk 8,29-30 (Schweigegebot nach Messiasbekenntnis des Petrus).
br
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung dagegen handeln Vier die im Gegenüber Jüngerberufung und Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| auf die vier Erstberufenen bezogen werden konnten ganz im Sinne des Kreuzes Christi dienend an einem kranken Menschen.
li
| Während Jesus bei der Wüstensendung dem Geist untersteht, wollen im Gegenüber Petrus und seine Begleiter sich seiner bemächtigen.
li
| Während es Jesu Versuchung war, nicht gehorsam bis zum Tod am Kreuz zu sein, das Kreuz nicht anzunehmen,
br
| ist es die Versuchung der Jünger, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, das Kreuz nicht ernst zu nehmen,
| es abzuschwächen und es damit seiner theologischen und ethischen Bedeutung und Kraft zu berauben:
| Befreiung aus Sünde und Tod im Tod Jesu, in Verbindung mit der Auferstehung daher Beginn eines neuen Zeitalters,
| Verpflichtung auf einen entsprechenden Lebenswandel (kein „weiter so“ mit wenigen Modifikationen).
li
| Auf beiden Seiten des Gegenübers begegnet die Umbiegung „Auferstehung(sherrlichkeit) → Tod am Kreuz“.
br
| Mit mahnendem Ton im Hinblick auf das Treiben von Petrus und seinen Begleitern wird Röm 6 vergegenwärtigt, das am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja <i>mit ihm begraben</i> durch die Taufe auf den Tod,
br
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
span.bibelstelle Röm 6,3-4
br
| Es findet eine Umbiegung vom Blick auf die Auferstehung bzw. den Auferstandenen in Richtung Ethik statt:
br
| die ethischen Konsequenzen werden verdeutlicht und von Paulus in den weiteren Versen näher ausgeführt: nicht Diener der Sünde, sondern Diener Gottes sein,
| tot für die Sünde sein, für Gott leben.
br
| Dies verbindet sich sowohl im Sinne des Paulus, als auch im Sinne des Markus sehr gut mit der von Jesus erzählten Entäußerung und Erniedrigung,
| mit dem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.
br
| Mit dem Nachgeben der Versuchung durch Satan werden Petrus und seine Begleiter (wieder) „Diener der Sünde“,
| was auch von Mk 8,32b-33 her gut zum Gegenüber „was Gott will“ „was die Menschen wollen“ passt
br
| („hinter mich Satan“: „du hast das im Sinn, was die Menschen wollen“).
br
| Am untern Ende der konzentrischen Gliederung wird Röm 6 bebildert und positiv aufgegriffen,
| einerseits in der Heilung des Gelähmten, anderereits aber auch in den Vieren, die sich zu Dienern des Gelähmten machen,
| ganz im Sinne des Weges Jesu ans Kreuz.
li
| Das Wohlgefallen Gottes und das Treiben durch den Geist verbinden sich auch mit dem „dazu bin ich gekommen“ im Gegenüber,
| das sich auf Jesu Neuaufbruch in die benachbarter Dörfer und schließlich „ganz Galiläa“ (→ Völkermission!) bezieht;
br
| damit wird die Völkermission als (ein wichtiges) Ziel der Sendung Jesu herausgestellt.
br
| Dies passt zur Thematik des Einen Gottes für Juden und Heiden, der das Heil aller Menschen will, die im unteren Ende
| der konzentrischen Gliederung gegenwärtig ist.
li
| Angesichts der Präsenz der Gesetzesthematik in Mitte und am unteren Ender der konzentrischen Gliederung
| (und auch in manch anderem Gegenüber) ist anzumerken,
| dass die Wüstensendung unter dem Wohlgefallen Gottes in vorausgehenden konzentrischen Gliederungen auf den
| Freikauf vom Gesetz („dem Gesetz des Geistes unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen“),
br
| das Handeln des Petrus, seiner Begleiter und „aller“ im Gegenüber dagegen auf das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes bezogen werden konnte:
br
| Petrus und seine Begleiter wollen Jesus vom „Ort des Freikaufes“, vom Kreuz, zurückholen, damit das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen,
| effektiv (in der Sicht des Paulus und Markus) den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) rückgängig machen mit allen Konsequenzen.
br
| Dieses (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes steht im aktuellen Gegenüber gegen das Wohlgefallen Gottes.
br
| In Verbindung mit der Versuchung als Gegenüber zum Handeln des Petrus uns deiner Begleiter und damit der Mahnung, tot zu sein für die Sünde,
| wie Christus für die Sünde gestorben ist,
br
| müssen erneut die parallelen Formulierungen „gestorben/tot für die Sünde, leben für Gott“ (Röm 6,10-11) „dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben“ (Gal 2,19)
| bedacht werden: wie Christus durch seinen Tod „ein für alle Mal gestorben ist für die Sünde“, um uns vom Fluch des „Gesetzes der Sünde und des Todes“
| zu befreien, müssen auch die Christen dem Gesetz sterben, um für Gott in der Freheit der Kinder Gottes leben zu können.
li
| Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen,
| als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet,
@ -970,20 +1629,22 @@ block content
br
| dieser Jesus kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss.
li
| Johannes der Täufer geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
| Johannes der Täufer, der sich selber gegenüber dem kommenden Stärkeren als ein „Nichts“ bezeichnet,
| geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
ul.card-text
li
| Johannes bezeichnet sich selbst gegenüber dem kommenden Stärkeren Jesus als ein „Nichts“;
br
| das verbindet ihn zunächst mit dem „Aussätzigen“, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
| Zunächst ist er mit dem „Aussätzigen“ verbunden, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
li
| Durch die Heilung des „Aussätzigen“ bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!)
| wird Jesus selber zu einem „Letzten“
| und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden.
li
| Das Hervorheben des rangmäßigen Unterschiedes zwischen Jesus und Johannes dem Täufer am Anfang und dann als Folge des Handelns Jesu doch
| die Parallele zwischen den beiden am Ende der Heilung des „Aussätzigen“ markiert die Erniedrigung Jesu in besonderer Weise.
li
| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“,
br
| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz gleichsam der „Taufe“ Jesu erzählt,
| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz gleichsam der „Taufe“ Jesu (→ Mk 10,38!) erzählt,
br
| womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht,
br
@ -1008,11 +1669,199 @@ block content
| wo die Vier sich eines „Gelähmten“ was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ annehmen.
li
| Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen.
br
| Während zu Johannes dem Täufer Menschen aus „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ kommen, wird Jesus von Menschen „von überallher“ aufgesucht:
| das ist eine Weitung, die der perspektive „alle Völker“ (Juden und Heiden) am untern Ende der konzentrischen Gliederung entspricht.
li
| Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit:
br
| beide weisen auf Jesus hin.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
span.bibelstelle Gal 5,7
h5.card-subtitle.text-muted
| Die Heilung des Gelähmten im Gegenüber zur Berufung der ersten Jünger und zum Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug
| in der Gliederung „Galiläa I“
hr
ul.card-text
li
| In der Gliederung „Galiläa I“ liegt der Hauptbestand der Heilung des Gelähmten, nämlich Mk 2,3-12, einerseits
| der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20), andererseits dem Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug (Mk 1,35-38)
| gegenüber.
br
| Dabei werden die Jünger einmal positiv, einmal negativ gezeichnet.
li
| Das Gegenüber zu Mk 3,1-5 wird später dort besprochen.
li
| In der Gliederung „Galiläa I“ liegen sich auch Mk 1,14-15; Mk 1,39; Mk 2,1-2; Mk 3,6 gegenüber.
br
| Dies wird ebenso später besprochen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext Ihr lieft gut.
hr
ul.card-text
li
| Das Gegenüber Jüngerberufung Heilung des Gelähmten weist sehr viele Parallelen zum Gegenüber
| Jüngerberufung Heilung der Schwiegermutter des Petrus auf.
li
| Die vier Erstberufenen können hier mit jenen vier identifiziert werden, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
li
| Das Netz, das zurückgelassen wurde, wird in die Liege eingetauscht, mit der der Gelähmte zu Jesus gebracht wird:
br
| Das „Gesetz der Sünde und des Todes“ wird ersetzt durch ein „Werkzeug der Nächstenliebe“;
br
| dabei darf nicht vergessen werden, dass auch das jüdische Gesetz auf die Nächstenliebe abzielt,
| schreibt doch Paulus in
span.bibelstelle Röm 13,9-10:
br
q.bibeltext
| Denn die Gebote ... und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
| Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
br
| Doch konnte das jüdische Gesetz diese Dimension nicht entfalten, wie ihm die Kraft fehlte, lebendig zu machen;
| daher ist es zum „Gesetz der Sünde und des Todes“ geworden.
li
| Während bei der Berufung der Vier ihr Gehorsam auffällt, mit dem sie ohne umschweife dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
| wird im Gegenüber ihr Glaube betont, der ganz offensichtlich durch die Liebe wirkt;
br
| wieder wird die Kombination aus Röm 1,5 und Gal 5,6 präsent:
br
| der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
li
| Diesen ist Paulus berufen, „unter allen Völlkern ... aufzurichten“.
br
| Das wird einerseits in den Namen der vier Erstberufenen aufgegriffen: zwei tragen semitische Namen (Jakobus, Johannes), zwei griechische (Simon, Andreas).
br
| Andererseits im doppelten Dachöffnen, bei dem einmal ein palästinisches Dach, einmal ein griechisch-römisches Dach vorausgesetzt ist.
li
| Der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ kann auch als Gegenbegriff verstanden werden
| zum „Gehorsam gegenüber des jüdischen Gesetzes“, das die Vier hinter sich lassen und dessen Insuffizienz,
| lebendig zu machen bzw. aus der Hand Satans/der Sünde zu befreien, subtil angedeutet wird.
li
| Dem Gehorsam der vier Erstberufenen beim Ruf in die Nachfolge entspricht der Gehorsam des Gelähmten,
| der aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht.
br
| Auch er ist nun in die Nachfolge eingetreten im Sinne des Wandels in der Neuheit des Lebens.
li
| Die vier Erstberufenen
| erweisen sich bei der Heilung des Gelähmten als „Menschenfischer“
| allen voran die mit diesem Begriff explizit verbundenen Petrus und Andreas ,
| nicht im Sinne der Verkündigung
| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
br
| Schon von den Anklägen an Röm 6 her ist deutlich dass bei der „Heilung“ des Gelähmten eine Taufe gefeiert wird
| und „Menschenfischer“ entsprechend zu deuten ist.
br
| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
| wie dies durch das Mitnehmen der Liege als Handwerkszeug für eigenen Liebesdienst verstanden bebildert wird.
br
| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und den Gelähmten andererseits kann das Bild entstehen,
| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und der andere aufsteht, sich erhebt;
| auch im Aufsteigen auf das Dach (wohl vorzustellen über Treppen) ist dies bereits angedeutet.
br
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
| und dieser Dienst Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu richtet auf und hilft zu einem neuen Leben.
br
| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
br
| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender, lähmender (sozialer) Umstände.
p.card-text.small.mb-0
| Dabei tritt aber die Sündenvergebungsthematik etwas in den Hintergrund.
li
| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ gegenwärtig ist,
| wird im Gegenüber einerseits mittels des Mitbegrabenseins durch Jesus der befreiende Tod Jesu gegenwärtig,
| andererseits die Auswirkung dieser Befreiuung in der Heilung des „Gelähmten“ bebildert.
br
| Zu beachten ist, dass sich ganz im Sinne der Befreiung aus dem „Gesetzes der Sünde und des Todes“
| bei der Heilung des „Gelähmten“ die Sünden- und Gesetzesthematik verbinden (wie dies auch sonst bei Paulus und Markus begegnet).
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
hr
p.card-text
| Petrus, seine Begleiter und „alle“ werden hier als negatives Gegenüber zu den Vieren, dem Gelähmten und auch „allen“ gezeichnet,
| die vor Staunen außer sich geraten.
br
| Mahnend stehen über Mk 1,35-38 die Worte des Paulus in
span.bibelstelle Röm 6,3-4.6
| mit der Umpolung von der Auferstehung(sherrlichkeit) auf den Tod Jesu am Kreuz und die Konsequenzen für die Nachfolge:
br
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
| in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
ul.card-text
li
| Während der Gelähmte gehorsam aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht, er in der „Neuheit des Lebens“ wandelt,
br
| wollen Petrus, seine Begleiter und „alle“, dass Jesus ihnen gehorsam ist und mit ihnen zurück zum „Alten“ geht.
li
| Am Ort des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es), dem Kreuz, suchen sie Jesus auf und wollen ihn zurückholen,
| das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen, das sich am Gelähmten heilvoll auswirkt:
| im Mitgekreuzigtsein und Mitbegrabensein in der Taufe, das ein neues Leben ermöglicht.
li
| Während die Vier den Gelähmten zu Jesus bringen, damit dieser ihn rettet, also die Chance ergreifen, die
| der Tod Jesu und das Mitgekreuzigtsein und Mitgebrabensein mit ihm in der Taufe bringt,
br
| wollen die anderen gleichsam Jesus aus dem Grab hinaustragen.
li
| Während die Vier ihren Glauben, der durch die Liebe wirkt, bekunden,
br
| wollen die anderen zurück zum Gesetz.
br
| Hier gibt es eine Verbindung zur Jüngerberufung, denn dort sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei,
| das „Netz“ wieder herzurichten = das jüdische Gesetz wieder aufzurichten;
br
| da hatte sie Jesus erfolgreich davon abgehalten, jetzt wollen sie zurück zum jüdischen Gesetz.
br
| Mahnend stehen die Worte des Paulus in
span.bibelstelle Gal 5,1
| im Raum:
br
q.bibeltext
| Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
br
| Steht daher fest und alsst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
li
| Während sich die Vier zu Dienern des Gelähmten machen ganz im Sinne der von Jesus gelebten Entäußerung und Erniedrigung
br
| wollen die anderen (sogar über Jesus) herrschen, sind ihnen Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu ein Dorn im Auge,
| eben „Ärgernis des Kreuzes“.
li
| Während bei der Heilung des Gelähmten mit der Neuheit des Lebens, in der gewandelt werden soll,
| eine Leben im Gehorsam gegenüber Gott und in Absetzung von der Sünde eröffnet und angezielt ist (→ Sündenvergebung),
br
| wollen die anderen zurück zum „Gesetz der Sünde und des Todes“, effektiv wieder „Sklaven der Sünde“ (→ Röm 6,6!) sein.
br
| Man beachte auch hier die parallelen Formulierungen zu Gesetz und Sünde („gestorben der Sünde/dem Gesetz“).
li
| Wie Jesus den Gelähmten „nach Hause“ schickt, spricht Jesus von seiner Sendung, auch in die benachbarten Dörfer zu zeihen;
br
| in beiden Fällen geht es um einen Neuaufbruch, der nach vorne und nicht zurück blickt.
li
| Während bei der Heilung des Gelähmten „alle“ vor Stauen außer sich geraten, positiv angetan sind vom Wirken und von der Vollmacht Jesu,
br
| wird Jesus neben Petrus und seinen Begleitern auch von „allen“ gesucht;
br
| damit sie diese „alle“ ambivalent, wie sie es auch an deren Stellen des Evangeliums sind.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title