Mk/Propheten

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Peter Fischer 2021-09-13 17:57:37 +02:00
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h5.card-title Konzentrik als genereller Lese-Schlüssel für das Markus-Evangelium
h6.card-subtitle.text-muted Der „konzentrische Fortgang“ im Markus-Evangelium
h6.card-subtitle.text-muted Die „fortschreitende Konzentrik“ im Markus-Evangelium
hr
p.card-text.mb-0
| Auf die Thematik „Konzentrik“ aufmerksam gemacht, stellt man fest:

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h5.card-title Inhaltsangabe/Überschrift
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,1
p.card-text
q Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Sohn eines Gottes
q Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, (einem) Sohn eines Gottes
.card.mb-3.konzentr-2
.card-body.gliederung
@ -19,7 +19,7 @@ block content
.card.mb-3.konzentr-1
.card-body.gliederung
h5.card-title Zitat aus Mal 3 und Ex
h5.card-title Zitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,2b
p.card-text
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird.
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p.card-text
q Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
hr
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h5.card-header Inhaltsangabe
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h5.card-title „Anfang“ (gr. archä)
hr
.card.mb-1.slide
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h6.card-title Das <i>ganze</i> Evangelium als Anfang
h6.card-subtitle.text-muted unter Beachtung der „fortschreitenden Konzentrik“ im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
li Man könnte geneigt sein, „Anfang“ nur auf die ersten Verse des Evangeliums zu beziehen, vielleicht Mk 1,1-8 oder Mk 1,1-15.
li
| Die „fortschreitende Konzentrik“ im Markus-Evangelium (→ <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik">Konzentrische Gliederungen</a>)
| bringt aber mit sich, dass jede einzelne Erzählung bzw. jeder einzelne Erzählblock als „Anfang des Evangeliums“ betrachtet werden kann und soll,
br
| mithin also das ganze Werk des Markus vom „Anfang“ handelt.
li
| Gerade die Erzählung vom leeren Grab verbindet sich mit dem Thema „Anfang“:
ul.card-text
li
q.bibeltext Am <i>ersten</i> Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab
span.bibelstelle Mk 16,2a
br
| → Wochenbeginn
li
q.bibeltext ... als eben die Sonne aufging
span.bibelstelle Mk 16,2b
br
| → Erinnerung an die Erschaffung des Lichtes als erstem Werk der Schöpfung in Gen 1
li.small
| Daneben knüpft
span.bibelstelle Mk 16,7
| mit
q.bibeltext Er geht euch voraus nach Galiläa
| klar an
span.bibelstelle Mk 1,2
| an:
q.bibeltext Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her
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h6.card-title „archä“ I: Zeitlicher Anfang
hr
ul.card-text
li Mit dem Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen ist das Evangelium Gottes in diese Welt gekommen, hat es seinen Anfang genommen.
li
| Seine Fortsetzung findet es im Leben und Wirken der Christen und der Kirche,
| durch die sich das Evangelium auswirkt und auswirken soll hinein in die Geschichte der Menschheit;
br
| auf diese Zeit wird innerhalb des Evangeliums bereits geblickt (Mk 13,10; 14,9).
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h6.card-title „archä“ II: Grund, Ursprung, Prinzip
hr
ul.card-text
li
| Markus erzählt den <i>normativen Anfang</i>, die <i>fundierende Geschichte</i> des Evangeliums Jesu.
li
| Das Wirken des Jesus von Nazareth, das, was er gesagt und getan hat bis hin zur Kreuzigung (und zur Auferstehung),
| ist der normative Ursprung des Evangeliums.
li Wenn Christen also im Sinne Jesu leben und ihren Alltag gestalten wollen, dann müssen sie sich an diesem Grund und Ursprung messen.
li
| In diesem Sinn ist das, was Markus in seinem Evangelium von und über Jesus erzählt,
| die fundierende Geschichte, die grundlegende Erzählung des Christentums.
li
| Daher lässt Markus in seinem Evangelium Jesus auch sagen:
br
q.bibeltext Wenn einer hinter mir her gehen will, dann ...
span.bibelstelle Mk 8,34
p.card-text.slide
b Was Markus erzählt, hat für die Jünger Jesu zu allen Zeiten und an allen Orten grundlegende Bedeutung; es ist die <q>fundierende Geschichte</q> für alle, die Jesus nachfolgen wollen.
br
i Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.
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h5.card-title „Evangelium“ „Gute Nachricht“, „Frohe Botschaft“ (gr. euangelion)
hr
p.card-text → <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>
ul.card-text
li
| Im Alten Testament (→ Jesaja [40,9]) ist von einer <i>Freudenbotin</i> die Rede
| (im Griechischen der gleiche Wortstamm wie „Evangelium“), die von Gott erlösende, befreiende, rettende Nachricht
| bringt, die dann auch tatsächlich eintrifft (Befreiung aus dem Exil des jüdischen Volkes in Babylon, 6. Jhdt. v. Chr.).
br
q.bibeltext
| Steig auf einen hohen Berg, Zion, du <i>Botin der Freude</i>!
br
| Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du <i>Botin der Freude</i>!
li
| Für uns Christen ist Jesus der ultimative Freudenbote, der dann selbst Bestandteil des Evangeliums wurde.
li
| So kann der Genitiv „Jesu Christi“ doppelt aufgelöst werden: Jesus als Bringer und dann auch Inhalt der Frohen Botschaft.
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h5.card-title (von/über) Jesus <i>Christus</i>
hr
ul.card-text
li
| „Christus“ ist nicht der „Nachname“ Jesu, sondern ein Hoheitstitel: „Gesalbter“ (des Herrn)
br
| Hebräisch: maschiach; griechische Transkription: Messias
li Königstitel in Israel, der die Nähe des Königs zu Gott bzw. den Auftrag Gottes für den König ausdrückt
li
| Idealbild ist (der verklärte und wohl auch gar nicht historische) König David, der vom Hirtenfeld weg zum König gesalbt wurde
br
| → der „gute Hirte“ als Idealbild für „Herrschaft“
li
| Viele Hoffnungen Israels verbanden sich mit einem König in der Nachfolge Davids („Sohn Davids“ gemäß der Natansverheißung 2 Sam 7).
li
| Diese Hoffnung auf einen (königlichen) Messias (im Sinne eines göttlichen Retters und Befreiers) blieb auch nach Untergang des Königtums in Israel (→ Exil in Babylon, 6. Jhdt. v. Chr.) lebendig,
| nicht zuletzt angesichts der Auseinandersetzung mit der griechischen Kultur und der Besetzung durch die Römer; beides eine Herausforderung für gläubige Juden damals.
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h5.card-title „(einem) Sohn (eines) Gottes“
hr
ul.card-text
li Die meisten Übersetzungen auch die wörtlichen schreiben hier in Mk 1,1 fast ausnahmslos: „des Sohnes Gottes“ oder „Gottes Sohn“
li
| Diese Übersetzung ist aber nicht korrekt!
br
| Dafür müsste Markus im Griechischen ausdrücklich die Artikel setzen: „<i>des</i> Sohnes <i>des</i> [einen] Gottes“.
br
.small
| Unseres monotheistischen Gottesbild und unser chrisltiches Glaubensbekenntnisses führen uns hier in die Irre.
br
| Und die Übersetzer wollen uns wohl nicht verwirren ...
li
| Der Evangelist verwendet hier sicher ganz bewusst die artikellose Form:
ul.card-text
li An anderen Stellen verwendet Markus durchaus die Form mit Artikel, z. B.
span.bibelstelle Mk 3,11
br
q.bibeltext Wenn die von unreinen Geistern besessenen ihn [= Jesus] sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist <i>der Sohn (des) Gottes</i>!
li
| Dir artikellose Form begegnet noch genau einmal im Evangelium, nämlich in Mk 15,39, als der <i>römische</i> Hauptmann angesichts des toten Jesus bekennt:
br
q.bibeltext Wahrhaftig, dieser Mensch war (ein) Sohn (eines) Gottes.
li
| Das ist ein Fingerzeig, denn im Römischen Reich ist „Sohn (eines) Gottes“ Kaisertitulatur zu Lebzeiten des Kaiseres!
li
| Im Hinblick auf die Zeit(geschichte) der Abfassung des Evangeliums lässt sich damit sagen:
br
b Markus stellt Kaiser Vespasian und Jesus Christus einander gegenüber;
br
| auch der Begriff „Evangelium“ weist in diese Richtung (→ <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>)
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h5.card-title „Wie geschrieben steht ...“
hr
p.card-text
| Der Rückgriff auf das Alte Testament verdeutlicht, dass die Sendung Jesu wie auch jene Johannes des Täufers
| die zwar im folgenden Bibelzität nicht namentlich genannt sind, an die Markus aber klar denkt in Gott gründet
| und in Einklang mit den heiligen Schriften Israels steht:
br
| Jesus ist der von Gott gesandte Retter und Messias, Johannes der Täufer sein „Wegbereiter“.
p.card-text
| Was als Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja angekündigt ist, stammt nur in seinem
| zweiten Teil von dort (Jes 40,3); der erste Satz ist ein Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20.
p.card-text
| Dass dies nicht einfach als „unschön“ oder gar „Fehler des Markus” betrachtet werden kann, sondern einen tieferen Sinn hat,
| wurde bereits angesprochen; Stichwort <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik">„fortschreitende Konzentrik“</a>!
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h5.card-header Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
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h5.card-title Maleachi 3,1a
hr
q.bibeltext.card-text
| Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.
p.card-text.mb-0.mt-2 Zu lesen im Zusammenhang mit
span.bibelstelle Mal 3,1b-2.23-24
q.bibeltext.card-text
| Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,
| den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
br
| ...
br
| Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
| Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag,
br
| seht, da sende ich zu euch den Propheten <i>Elija</i>.
br
| Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern,
br
| damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann.
ul.card-text.mt-2
li Ankündigung des Kommens Gottes (selbst) auf die Erde: <i>mein</i> Bote, Weg für <i>mich</i> Bahnen; Sprecher ist Gott.
li Verheißung, dass Elija „am Ende der Zeiten“ wiederkommt und das Volk Gottes auf die Ankunft Gottes vorbereitet, auf dass es im Gericht („Tag des Herrn“) besteht.
li
| Elija ist nach 2 Kön 2,1-18 nicht gestorben, sondern in den Himmel aufgefahren;
br
| deshalb konnte die Erwartung entstehen, dass Elija wiederkommen würde, um das Volk auf die Ankunft
| Gottes oder des Messias vorzubereiten.
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h5.card-title Ex 23,20
hr
p.card-text.mb-0 Gott zum Volk Israel zu Beginn des Abschlusses des Bundesbuches:
q.bibeltext.card-text
| Siehe: Ich werde meinen Engel schicken, der dir vorausgeht.
br
span.small
| Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.
ul.card-text.mt-2
li
| Dem Volk Israel wird auf dem Weg aus der Sklaverei in Ägypten ins „gelobte Land“ angekündigt, dass Gott ihm einen Engel schicken würde, der ihm vorausgeht.
br
| So kann der Weg durch die Wüste gelingen.
li | Dieser Zuspruch kann auch besonderes als an Mose gerichtet verstanden werden, mit dem Gott gerade spricht;
br
| ihm als Gottes Werkzeug zur Leitung seines Volkes wird Beistand durch einen Engel versprochen.
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h5.card-title Elija und Mose
hr
ul.card-text
li Diese beiden biblischen Figuren können je auf eigene Weise als Vorläufer Jesu begriffen werden.
li Im Hinblick auf Elija ist dabei besonders die Person Johannes des Täufers und die diesbezüglichen Aussagen im Evangelium wichtig.
li Elija und Mose „erscheinen“ beide bei der Verklärung Jesu.
li Dort wird auch die „Vorläuferrolle“ des Mose Thema werden.
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h5.card-title Jes 40,3
hr
ul.card-text
li Mit Jes 40 beginnt der sogenannte „Deuterojesaja“.
li Dies ist eine Überarbeitung des Jesaja-Buches, die vor allem die Kapitel 40 bis 55 geschaffen hat.
li.small Jes 56-66 wiederum gehört der Bearbeitungsschicht „Tritojesaja“ an.
li Deuterojesaja wirkte gegen Ende des Exils in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.) und verkündete dessen Ende und damit eine neue Heilszeit für Israel.
li Auslöser dafür war Gottes unverdiente Gnade, wie in Jes 40 bis 55 an vielen Stellen deutlich wird: Gottes unverdientes Erlöserhandeln.
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.card
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h5.card-title Jes 40,3-5 MT
q.bibeltext.card-text
| 3 Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
br
| ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
br
| 4 Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken.
br
| Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.
br
| 5 Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
br
| alles Fleisch wird sie sehen.
br
| Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
.card
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h5.card-title Jes 40,3-5 LXX
q.bibeltext.card-text
| 3 (Da ist) die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn,
br
| macht gerade die Straßen unseres Gottes!
br
| 4 Jede Schlucht soll angefüllt werden, und jeder Berg und Hügel wird erniedrigt werden,
br
| und es wird alles Krumme zu geradem Weg und der raue Weg zu glatten Straßen werden.
br
| 5 Und sichtbar werden wir die Herrlichkeit des Herrn,
br
| und sehen wir alles Fleisch die Rettung durch Gott;
br
| denn der Herr hat geradet.
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.card-body
h5.card-title In der Wüste bahnt vs. Rufer in der Wüste
hr
p.card-text.mb-0 Die hebräische Fassung („masoretischer Text“) unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Position der Wendung „in der Wüste“ in V 3
ul.card-text
li
| MT ruft auf, in der Wüste den Weg des Herrn zu bahnen.
ul.card-text
li
| Wahrscheinlich ist mit „Wüste“ die Stadt Jerusalem bzw. der Tempelberg („Zion“) gemeint;
| denn es heißt in
span.bibelstelle Jes 40,2
br
q.bibeltext Redet <i>Jerusalem</i> zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld ...
br
| Auch passt dies zu Jes 40,9, wo Jerusalem bzw. Zion zur Freudenbotin werden sollen (s. o.).
li
| Jerusalem bzw. der Zion sind durch die Zerstörung im Zuge der Einnahme der Stadt durch König Nebukadnezar von Babylon zur „Wüste“ geworden als Folge des Zornes Gottes.
li
| So symbolisiert „Wüste“ die Gottferne der Menschen in Jerusalem die aber erleben soll, dass Gott sich neu heilvoll zuwendet;
br
| daher gilt es, seinen Weg zu bereiten.
li
| In der LXX wird der Rufer selbst in der Wüste lokalisiert,
br
| die Wegbereitung damit verallgemeinert und von einem konkreten Ort losgelöst.
br
| Markus und mit ihm das ganze Neue Testament ist von dieser Fassung abhängig.
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.card-body
h5.card-title „Auswirkungen“ von Jes 40,3 rund um die Zeitenwende
hr
ul.card-text
li Zum einen hat sich Johannes der Täufer einen Ort in der Wüste für sein Wirken gesucht, um dort auf Gottes Kommen hinzuweisen und zur Umkehr aufzurufen.
li Auch die Gemeinde von Qumran hat sich in die Wüste zurückgezogen, um dort ein gottgefälliges Leben zu führen.
li
| Das weist darauf hin, wie „aufgeladen“ diese Zeit war; Auslöser waren vor allem die Anfechtungen durch die griechisch-hellenistische Kultur und die Besatzung durch die Römer,
| bzw. die sich damit verbindenden Auseinandersetzungen im Volk Isreal.
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h5.card-title „Weg des Herrn“
hr
ul.card-text
li Jes 40,3-5 denkt nicht an einen real-physischen Weg Gottes (oder an den Heimkehrweg der nach Babylon Exilierten).
li
| „Weg YHWHs“ (= „Weg des Herrn“) meint im Alten Testament
q nie einen konkret-räumlichen Weg (...), sondern immer den ehtisch-religiösen Lebenswandeln nach Maßgabe göttlicher Weisung (Gen 18,19; Ri 2,22; 2 Sam 22,22; 2 Kön 21,22; Jer 5.4.5; Hos 14,10; Ps 18,22; 138,5; Spr 10,29; 2 Chor 17,6
|)
+footnote("Berges, Ulrich: Jesaja 40-48 [HThKAT], 104")
li
| „gerade/eben/recht sein“ ist meist religiös-ethisch zu verstehen: „auf dem rechten Weg gehen/bleiben“
br
| „gerade machen“ kann daher als Aufforderung verstanden werden, auf den rechten Weg zu wechseln.
li
| Angesichts des Endes des Exils in Babylon ruft der Prophet also nicht nur eine neue Heilszeit aus,
| sonnt nimmt dazu auch seine Adressaten in die Pflicht:
br
b
| Sich neu unter Zuspruch und Anspruch des Wortes Gottes und seiner Weisung stellen:
| weg von einem <q>hügeligen</q> sprich: unsteten Leben, hin zu einem geradlinigen,
| an der Weisung Gottes orientiertem Leben.
li Denn:
br
i
| Auf dem Weg eines rechten, an Gottes Weisung orientiertem Leben kommt Gott zu den Menschen;
| wer auf seinen Wegen geht, wird seine segenspendende Nähe erfahren.
p.card-text.slide
| Wie Markus diese „Wegbereitung“ meint, das wird im Laufe des Evangeliums deutlich werden denn im Sinne der „fortschreitende Konzentrik“ wird
| jede einzelne Erzählung bzw. Erzähleinheit mit diesem Motiv verbunden auf teils ungewöhnliche Weise.
br
| Unter dem Strich lässt sich aber sagen und das sei vorab festgehalten ist Markus nicht weit von Deuterojesaja entfernt.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Auszug aus Ägypten und Ende des Exils in Babylon
h6.card-subtitle.text-muted ... da schwingt eine Botschaft am „Anfang des Evangeliums Jesu Christi“ mit!
hr
ul.card-text
li
| Während das Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20 Elija und Mose präsen haben werden lassen,
br
| werden mit Ex 23,20 und Jes 40,3 die beiden grundlegenden Befreiungs-Erfahrungen Israels mit seinem Gott erinnert:
br
| der Auszug aus Ägypten unter Mose,
br
| das Ende des Exils bei Deuterojesaja.
li
| Durch das Schriftzitat am Anfang des Evangeliums wird also klar:
br
| Es wird von einem
| wunderbaren und großartigen Eingreifen Gottes zum Heil der Menschen erzählt werden.