Ergänzung Bezug Phil 3 und Gal 2

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Peter Fischer 2020-01-25 13:21:05 +01:00
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| Wenn man von Gal 5,6 noch den <q>Glauben, der durch die Liebe wirkt</q> ergänzt, haben wir auch die
| von Markus geforderte soziale Komponente im Hinblick auf die Armen.
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| Man kann auch noch eine zweite Stelle aus einem Paulusbrief zuziehen, nämlich Phil 3,1-14:
| Dort spricht Paulus davon, er sei <q>untadelig gemessen an der Gerechtigkeit, die im
| Gesetz gefordert ist.</q> (Phil 3,6). → Mk 10,20!
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| Doch die Erkenntnis Jesu übersteigt alles. Paulus schreibt: <q>Seinetweg habe ich alles aufgegeben
| und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden.</q> (Phil 3,8-9)
| → Mk 10,21!
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| Ferner: <q>Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinem Leiden,
| indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde.</q> → Bezug zur Taufe als <q>Mitgekreuzigtsein</q>
| (s. o. Taufe als Schicksalsgemeinschaft).
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| Insgesamt erscheint es bei Paulus und bei Markus so, dass die Christusnachfolge von einer
| anderen <q>Qualität</q> ist als die Gottesbeziehung im <q>Alten Bund</q>, in dessen
| Zentrum das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen steht.
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| Es geht um eine neue Dimension in der Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen,
| die die Erfüllung von Geboten und Forderungen zwar einschließt, aber sich doch
| darin nicht erfüllt, sondern dies übersteigt.
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| Vgl. 1 Kor 13: <q>Hätte ich die Liebe nicht ...</q>; vgl. auch die Thematik <q>Neuschöpfung</q> bei Paulus und Markus.
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| An noch eine weitere Stelle aus einem Paulusbrief könnte Markus hier gedacht haben.
| In Mk 10,21 heißt es: <q>Aber Jesus, ihn angeblickt habend, liebte ihn und sagte zu ihm ... </q>.
| Der Aorist <q>liebte ihn</q> lässt sich nicht so einfach interpretieren, wie z. B. die
| Einheitsübersetzung 2016 zeigt; dort heißt es: <q>umarmte ihn</q> sehr unbeholfen!
| Aus der Kombination von Mk 10,21 (<q>liebte ihn</q>) und Mk 10,45 (<q>Lebenshingabe als Lösegeld für viele</q>)
| ergibt sich hier ein sinnvoller Ausweg: Gal 2,19-21:
| <q>... ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus mitgekreuzigt worden.
| Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Was ich nun im Fleische lebe, lebe ich im Glauben
| an den Sohn Gottes, <i>der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat</i> [Aoriste!].
| Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise; denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz,
| wo wäre Christus vergeblich gestorben.</q>
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| Es ist völlig unzweifelhaft, dass wichtige Themenkreise in diesem Markuskontext auch in Gal 2,19-21
| begegnen:
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li Die Liebe Jesu und seine Hingabe.
li Das Mitgekreuzigtsein.
li Das Unvermögen des Gesetzes der Ausweg: Christus, Glaube [und die entsprechenden Konsequenzen].
li
| Die fast mystische Einheit zwischen Christus und Paulus einerseits, die innere Entsprechung zwischen
| Jesu Lebenshingabe und dem vom Reichen geforderten Verhalten andererseits.
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