Überarbeitung Mk/Mir nach

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Peter Fischer 2021-09-30 15:11:59 +02:00
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h5.card-title
| Inhaltsangabe/Überschrift
@ -11,27 +11,27 @@ block content
| Himmlischer Sendungsbeschluss
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste: Seine Taufe und seine Ankündigung des Kommenden
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-8
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h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
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h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
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h5.card-title Johannes tritt ab, Jesus tritt auf: Eröffnungsruf des Wirkens Jesu: Kehrt um! Das Reich Gottes ist zum Greifen nahe!
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,14-15
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h5.card-title Die Berufung der ersten Jünger
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,16-20
@ -110,16 +110,20 @@ block content
.card-body
h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Sammlungsbewegung Ausbreitung der neuen Schöpfung
hr
ul.card-text
li Jesus beruft die ersten vier Jünger.
li Im Laufe des Evangeliums werden viele dazu kommen.
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
li Im Laufe des Evangeliums werden viele weitere dazukommen.
li Jesu initiiert eine neue Sammlungsbewegung, eine Erneuerungsbewegung (zunächst) innerhalb des Gottesvolkes Israel.
li
| In diesem Sinne sind die Stichworte „Netz“ und „Menschenfischer” (u. a.) zuverstehen:
br
| → Wie ein Fischernetz dazu dient, Fische zusammenzusammeln, so will Jesus mit Hilfe seiner Jünger Menschen zusammensammeln, mit ihm als Mitte.
li
| Durch die beiden Erzählungen in der Mitte der konzentrischen Gliederung Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) und Versuchung Jesu ,
| die das Thema „neuer Adam“, „Neue Schöpfung“ verbindet, gibt Markus zugleich ein (erst nachösterlich mögliches) Tiefenverstehen
| dieser Sammlungsbewegung im Sinne der Ausbreitung der in Christus begonnenen „Neuen Schöpfung“ (s. u.).
li
| Dass Jesus eine Sammlungsbewegung losgetreten hat, kann stets neu in Erinnerung rufen:
br
@ -129,7 +133,9 @@ block content
li
| Indem Markus hier hervorhebt, dass Jesus Brüder beruft, lässt er schon etwas vom „geschwisterlichen Geist“, der im (neuen) Gottesvolk herrschen soll, erahnen.
li
| Dass es immer zwei sind korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird; dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
| Dass es immer zwei sind, korrespondiert damit, dass Jesus seine Jünger später „zu zweit“ aussenden wird;
br
| dies entspricht auch dem jüdischen Zeugnisrecht,
| wonach es für eine gültige Aussage immer zwei Personen braucht.
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@ -146,13 +152,17 @@ block content
li
| Der Berufungs-Ruf „Kommt her, mir nach!“ greift unzweifelt die Ankündigung des vorausgehenden göttlichen Boten auf.
br
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, die die Existenz der ihm Nachfolgenden bestimmt, indem er ihnen „den Weg bahnen“ wird.
| → Jesus ist <i>der</i> göttliche Bote schlechthin, der die Existenz der ihm Nachfolgenden bestimmt, indem er ihnen „den Weg bahnen“ wird.
li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Kommt her, mir nach!“ im Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn“.
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
| Auch ist von der Textfolge her der Ruf „Kommt her, mir nach!“ in Mk 1,17 vom Ruf zur Umkehr in Mk 1,15 her zu lesen:
br
| Nachfolge erfordert eine Neu-Ausrichtung des Lebens!
li
| Nachfolge meint letztlich:
br
@ -160,10 +170,16 @@ block content
| Den Weg, den Jesus vorausgegangen ist, im eigenen Leben nachgehen.
br
| Also: so leben, wie Jesus selbst gelebt hat, in seinen Fußspuren wandeln.
br
br
| Als Sprachspiel:
br
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesus) (nach-)geht.
.card.slide.border-secondary.mb-3
.card-body
h5.card-title Blick in die Zukunft
h5.card-title Bei Jesus in die Schule gehen
h6.card-subtitle.text-muted Blick in die Zukunft
hr
ul.card-text
li
@ -177,16 +193,26 @@ block content
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h5.card-title Blick nach hinten
h5.card-title Dem „neuen Adam“ nach in die „neue Schöpfung“ folgen
h6.card-subtitle.text-muted Blick auf die bisherigen Erzählungen im Evangelium
hr
p.card-text
span.small
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
ul.card-text
li
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“ ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich:
ul.card-text
li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
| Dadurch ist diese Mitte einerseits durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet,
br
| der Ruf zur Nachfolge daher gleichzeitig der Ruf zur Entscheidung: für Gott oder für die Sünde;
br
| gleichzeitig kreisen beide Erzählungen um das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“.
li
| Dadurch, dass die Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“ zusammen mit der Erzählung von der Versuchung Jesu
| die konzentrische Mitte der Gliederung bildet, ist diese durch das Gegenüber von Gott und Satan/Sünde ausgezeichnet.
li
| Das Gegenüber Gott Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethische Bedeutung findet sich auch im Röm 6:
| Das Gegenüber Gott Sünde und dies ausgehend von der Taufe und ihrer soteriologisch-ethischen Bedeutung („Neuheit des Lebens“),
| verbunden mit der Aufforderung zur konsequenzen Entscheidung für Gott findet sich auch in Röm 6:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
@ -209,7 +235,7 @@ block content
br
i 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
br
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblihcen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
br
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
| als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
@ -217,7 +243,8 @@ block content
li
| Nun muss auffallen, dass der Erzählzusammenhang Mk 1,9-20 genau dem Schema Röm 6,9-11 entspricht:
ul.card-text
li Die Taufe ganz im Sinne von Röm 6,3-5 „vergegenwärtigt“ den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
li
| Die Taufe (der Gläubigen) „vergegenwärtigt“ ganz im Sinne von Röm 6,3-5 den Tod und die Auferstehung Jesu (→ Röm 6,9.10a).
li Die Versuchung entspricht der Aussage, dass Jesus „ein für alle Mal gestorben [ist] für die Sünde“ (→ Röm 6,10b).
li Das Auftreten Jesu in Galiläa und seine Verkündigung des Evangeliums „bebildert“, dass er „sein Leben [...] lebt für Gott“ (→ Röm 6,10c).
li
@ -239,56 +266,70 @@ block content
.card-body
h5.card-title
q Wasser
|
|
q Wüste
|
q Geist
|
q Geist
h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
hr
ul
ul.card-text
li In der konzentrischen Mitte stehen „Wasser“ (Jordan) und „Wüste“ nebeneinander.
li Wasser wird oft mit „Leben“ assoziiert, Wüste dagegen mit „Tod“.
li Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kann aber auch das Wasser mit Untergang und Tod assoziiert werden, wie es Markus in seinem Evangelium auch immer wieder tut.
li
i
| Gerade im Hinblick auf die Taufe Hinabsteigen, Untertauchen symbolisiert das Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
| sondern ein Sterben gegenüber dem alten Leben und ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
| Gerade im Hinblick auf die Taufe verbindet sich mit dem „Symbol“ Wasser nicht eigentlich ein „Abwaschen“ von Sünden,
br
| sondern im Hinabsteigen, Untertauchen ein Sterben gegenüber dem alten Leben und im Heraussteigen, Auftauchen ein „Neugeschaffenwerden“ zu einem neuen Leben, das nicht mehr von der Sünde beherrscht ist.
li
| In diesem Sinne ist die Taufe ein echter Durchgangsritus: durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben.
li
| Bestimmend ist für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
| Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
br
| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
br
q.bibeltext
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
span.bibelstelle Gal 5,25
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h5.card-title
q Menschenfischer
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes!
h6.card-subtitle.text-muted Nepper, Schlepper, Bauernfänger? Durchgang zu einem neuen Leben im Dienste Gottes als Teil der „Neuen Schöpfung“!
hr
ul.card-text
li
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt ja wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
li.small
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
li
| Indem die Erzählung von der Taufe eine der beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte ist, verdeutlicht Markus, wie er „Menschenfischer“ hier besonders verstanden wissen will:
br
| Als Spendung des Sakramentes der Taufe!
li
| Dieses ist das Sakrament der Christwerdung, das in die Gemeinschaft der Christen hineinstellt; gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
li
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ ganz im Sinne von Röm 6
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
li
| Indem Jesus die Jünger zu Menschenfischern machen will, nimmt er sie für sich und das Evangelium in Dienst;
br
| in ihnen spiegeln sich die Engel der Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung wider, die Jesus dienen.
li
| Der Begriff <q>Menschenfischer</q> hat in der damaligen Zeit einen negativen Klang,
| vergleichbar unserem <q>Nepper, Schlepper, Bauernfänger</q>;
br
| das kommt wohl auch davon, dass das im Fischernetz Gefangene zu Tod und Verzehr bestimmt ist ...
li.small
| Es ist wohl diesem Hintergrund geschuldet, dass der Evangelist Lukas den Begriff „Menschenfischer“
| durch „Menschen (lebendig) fangen“ (= „beleben“, „wiederbeleben“) ersetzt.
li
| Die Erzählungen der Mitte der konzentrischen Gliederung verdeutlichen, wie Markus „Menschenfischer“ hier besonders verstanden haben will
| und dabei auch ein eigener Akzent auf dem „mir nach“ ruht:
ul.card-text
li
| Wie Jesus sollen die Jünger von Gottes Geist gestärkt und geführt in die Auseinandersetzung mit Satan treten zugunsten der Menschen:
| ihre eigenen Versuchungen bestehen und Menschen für Gott und Christus gewinnen.
li
| In der Taufe sollen sie die Menschen Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu realsymbolisch aus der Verstrickung in Sünde und Tod lösen
| und zu einem neuen Leben in der Nachfolge Jesu befreien auf dass die „Neue Schöpfung“ um sich greife und der „neue Adam“ sich
| in der Menschheit auspräge.
li
| So ist die Taufe als Initiationssakrament „von Anfang an“ jenes Werkzeug Gottes, das in die Gemeinschaft der Christen
| hineinstellt, gleichsam das Netz, das alle Christen zusammenhält.
li
| Gleichzeitig wird deutlich, dass der negative Beiklang des Wortes „Menschenfischer“ kein „Unfall“ ist, keine „verbesserungswürdige Wortwahl“;
| vielmehr beinhaltet „Menschenfischer“ ganz im Sinne von Röm 6
| das realsymbolische Sterben des Täuflings in der Taufe und das „aus dem Wasser steigen“ zu einer neuen Existenz, die Jesus zum Maßstab nimmt.
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@ -305,32 +346,51 @@ block content
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten werden sie zu Söhnen Gottes.
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
ul.card-text
li Es wird erwähnt, dass Zebedäus auch Tagelöhner hat.
li Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
li
| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
br
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
li
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
br
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer Gesellschaft des Habens aus
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge, durch ihr Sohn-Gottes-Werden aus einer Gesellschaft des Habens aus
br
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
li
| Gerade darin folgen sie Jesus nach, wenn man vom „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) her denkt,
| der besingt, wie Christus seine himmlische Herrlichkeit seinen Vater verlassen hat, um Mensch und Diener zu werden,
| und der von Paulus überliefert wird, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
| Nun muss auffallen, dass Markus erwähnt, dass auch Jesus, um sich von Johannes „taufen“ zu lassen, seine Heimat (Nazaret in Galiläa)
| verlassen hat. Doch muss man hier noch tiefer sehen!
br
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
br
| Im darin enthalteten „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seinen Vater verlassen hat, um Mensch zu werden: auch er hat auf „Haben“ verzichtet
| und ist ein Diener, ein Sklave geworden;
br
| dieser Hymnus wird von Paulus überliefert, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
br
i So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt.
li
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
br
i
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft, um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
br
span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
br
span.small
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
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@ -338,10 +398,12 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Fragen zur Radikalität der Jesus-Nachfolge
hr
ul.card-text
li Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten.
li Auch wird von den vier erstberufenen Jüngern erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
li
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt dies sehr ähnlich:
| Auffällig ist, wie unbedingt und ohne weitere Umschweife („sogleich“!) die Berufenen in die Nachfolge eintreten:
br
| Bon den vier erstberufenen Jüngern wird erzählt, dass sie ihren Beruf und ihre Familie hinter sich lassen, um Jesus nachzufolgen.
li
| Als alttestamentliches Vorbild kann die Berufung des Elischa durch Elija dienen; teils klingt diese mehr als ähnlich:
br
q.bibeltext
| ... Elija ... traf ... Elischa, den Sohn Schafats.
@ -351,23 +413,25 @@ block content
| Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach ...
span.bibelstelle 1 Kön 19,19-20
ul.card-text
li Wie die Erstberufenen gearde ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
li Wie die Erstberufenen gerade ihre Netze auswarfen, ist Elischa gerade beim Pflügen.
li Wie Jakobus und Johannes über ihren Vater identifiert werden, so auch Elischa.
li Hier wie dort ist das „sogleich“ hervorstechend.
li Hier wie dort ist ein gewisses Vermögen der Familien vorauszusetzen: Zebedäus hat Tagelöhner, die Familie des Elischa hat nicht nur eines, sondern zwölf Gespanne.
li Wie die Jünger Jesus nachgehen sollen, läuft Elischa Elija nach.
li Während Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
li Während aber Elischa noch in einer größeren Aktion sich von seinen Eltern verabschiedet, ist dies bei Jakobus und Johannes klar knapper und damit dringlicher formuliert.
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
li Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
li
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
li
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
| Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
br
span.small
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
br
| Petrus und auch die anderen haben also offenbar nicht einfach ihre Familien allein („im Stich“) gelassen.
li
| Es kommt auf die Priorisierung an: Die Nachfolge muss an oberster Stelle stehen und alles ist von ihr her zu betrachten.
li
| Das schließt sicher manches aus wie das Evangelium noch verdeutlichen wird , familiäre Bindungen aber nicht.
| Das schließt sicher manches aus wie das Evangelium noch verdeutlichen wird , familiäre Bindungen aber nicht zwangsläufig.
li
| Wichtig ist Markus die Unbedingtheit der Nachfolge; in diesem Sinne ist es eine radikale Nachfolge.
@ -384,12 +448,16 @@ block content
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
li
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
br
| doch wird der weitere Weg Jesus dann nach Judäa und Jerusalem führen ...
li
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Folge der geforderten Umkehr.
li Gleichzeitig setzt die Taufe den Glauben an das Evangelium voraus.
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr.
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
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