Mk/Reinigen Überarbeitet – unfertig
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eed9f5b28a
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a0b53cdc06
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| Jesus übernimmt das Schicksal des Aussätzigen, der nicht unter die Menschen gehen durfte, damit er niemanden anstecken konnte.
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| Dieses „Umgedrehtsein“ – das sei hier gleich angemerkt – ist konstitutiv für diese Erzählung.
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| Diese „Vertauschung“ – das sei hier gleich angemerkt – ist konstitutiv für diese Erzählung, wie sie auch in der vorausgehenden Erzählung konstitutiv war.
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| wir schätzten ihn nicht.
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| aber er hat <i>unsere</i> Krankheit getragen und <i>unsere</i> Schmerzen auf sich geladen.
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| aber <b>er hat <i>unsere</i> Krankheit getragen und <i>unsere</i> Schmerzen auf sich geladen</b>.
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| Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt.
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| <i>Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm,</i>
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| <i><b>durch seine Wunden sind wir geheilt.</b></i>
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| <i>durch seine Wunden sind wir geheilt.</i>
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| 6 Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.
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ul.card-text
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| Es ist daran zu erinnern, dass bei den „einsamen Orten“, an denen sich Jesus nun nur noch aufhält, die „Wüste“ mitschwingt,
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| Im Griechischen schwingt vom entsprechenden Wort her bei den „einsamen Orten“, an denen sich Jesus nun nur noch aufhält, die „Wüste“ mit,
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| die als Ort der Gottferne schon mehrfach im übertragenen Sinne verstanden werden konnte und musste.
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li
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| Bei der Auslegung der Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) wurde darauf hingewiesen,
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| Bei der Auslegung der Erzählung von der Taufe Jesu (→ Tod und Auferstehung Jesu) und auch der vorausgehenden Erzählung wurde darauf hingewiesen,
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| dass Markus den Tod Jesu am Kreuz als Sterben in der und in die Gottferne inszeniert:
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br
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| kein himmlischer Helfer, Finsternis im Land, Aushauchen des Geistes; schließlich der Ruf Jesu: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
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| er übernimmt ihre Krankheit, sie werden geheilt;
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| er stirbt in die Gottferne, sie werden aus der Gottferne befreit und in geheilte Gemeinschaft mit den Mitmenschen gestellt.
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| er stirbt in die Gottferne, sie werden aus der Gottferne befreit und zugleich in geheilte Gemeinschaft mit den Mitmenschen gestellt.
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| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
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| Der Gang in die „Einsamkeit“ – Das Ziehen durch ganz Galiläa bzw. das Kommen von überallher
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h6.card-subtitle.text-muted „Vertauschungen“ im Vergleich zur vorausgehenden Erzählung
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hr
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ul.card-text
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| Im direkten Vergleich zur vorausgehenden Erzählung fallen Vertauschungen auf:
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thead
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tr
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th.card-text(style="width: 50%;")
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| Rückzug und Aufbruch
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th.card-text
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| Heilung des „Aussätzigen“
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td.card-text
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| Jesus „steht auf“ und geht in die „Einsamkeit“
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br
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| Petrus verfolgt Jesus, um diesen aus der „Einsamkeit“ (= Tod am Kreuz [„Ärgernis des Kreuzes“]) zurückzuholen
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td.card-text
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| Ein Aussätziger kommt zu Jesus, und bittet um Heilung
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br
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| Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz)
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tr
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td.card-text
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| Jesus verlässt den „einsamen Ort“ und zieht verkündigend durch „ganz Galiläa“
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td.card-text
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| Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt;
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| die Leute kommen „von überallher“ zu Jesus
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| Während Mk 1,35-39 damit beginnt, dass Jesus in die Einsamkeit geht,
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| endet Mk 1,40-45 damit.
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li
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| Gerade im Blick auf die Enden der Erzählung wird die „Vertauschung“ deutlich:
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br
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| einmal geht Jesus aus der Einsamkeit in die Öffentlichkeit, einmal zieht er sich aus der Öffentlichkeit in die Einsamkeit zurück;
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br
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| einmal ist Jesus der Verkünder, einmal ist es der Geheilte;
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br
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| einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm.
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li
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| Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will – das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will –,
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| kommen die Menschen in Mk 1,40-45 „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“
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| positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat.
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h5.card-title
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@ -548,7 +597,7 @@ block content
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br
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| auffällig auch: schon den Dämon in der Synagoge hatte Jesus <i>angefahren</i>, dass er schweigt.
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li
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| Während aber gegenüber den Dämonen das Wissen darum, wer Jesus ist, mit dem Schweigegebot belegt wurde,
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||||
| Während aber gegenüber den Dämonen das Aussprechen des Bekenntnisses, wer Jesus ist, mit dem Schweigegebot belegt wurde,
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br
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||||
| wird hier das Wunder selbst mit dem Schweigegebot belegt.
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br
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@ -573,12 +622,12 @@ block content
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br
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| Jesus geht in die Gottferne („Verderben“), um die Menschen daraus zu retten.
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li
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i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht der Auferstehung)
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i „Austausch“ (nicht „Schicksalsgemeinschaft“) – Auswirkung des Todes Jesu (nicht Teilhabe an der Auferstehung)
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ul.card-text
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li
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||||
| Anders als bei den bisherigen Wundern geht es hier bei der Heilung des „Aussätzigen“
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| nicht um eine (positive) Schicksalsgemeinschaft des/der Geheilten mit Jesus
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| im Sinne einer Analogie zur Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –,
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||||
| im Sinne einer Teilhabe an der Auferstehung Jesu – wie etwa bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus –,
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||||
| die alle ohne ein sich auf das Wunder beziehendes Schweigegebot erzählt werden,
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br
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||||
| sondern um den „Austausch“ Jesu, den er mit dem Kranken vollzieht und der anschaulich bebildert wird.
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@ -609,7 +658,8 @@ block content
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hr
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ul.card-text
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li
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||||
| Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich künftig auch alle anderen an das Schweigegebot halten werden,
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||||
| Während sich die Dämonen an das Schweigegebot gehalten haben und sich künftig auch alle anderen mit Ausnahme von Mk 7,31-37
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||||
| an das Schweigegebot halten werden,
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| wird das Schweigegebot durch den vom „Aussatz“ Geheilten gebrochen.
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li
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||||
| Formal entspricht die Verkündigungstätigkeit des Geheilten dem „Austausch“ mit Jesus: von dessen Verkündigungstätigkeit
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@ -626,8 +676,7 @@ block content
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|||
| Die inhaltliche Bestimmung der Wendung „das Wort“ ist zwar nicht eindeutig gegeben, sie ist wohl aber mit der
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||||
| Botschaft, dass Jesus ihn, den einst „Aussätzigen“, geheilt hat und ihn dazu berührt hat, zu füllen
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||||
| – nur so ist zu begründen, warum Jesus nun die Folgen des übernommenen „Aussatzes“ in der Erzählung zu tragen hat.
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||||
br
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||||
span.small Es kann also nicht nur um die Heilung selbst gehen, sondern die Berührung durch Jesus muss mit enthalten sein.
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||||
p.small.card-text Es kann also nicht nur um die Heilung selbst gehen, sondern die Berührung durch Jesus muss mit enthalten sein.
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||||
li
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||||
| Die eigenwillige Wendung „das Wort“ kann man in Analogie zu der nicht direkt bestimmten „Lehre“ Jesu in der Erzählung
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||||
| von der Austreibung des unreinen Geistes in der Synagoge setzen;
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@ -639,33 +688,11 @@ block content
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li
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||||
| Den einen bringt der Tod Jesu am Kreuz den Untergang, den anderen – als Kehrseite derselben Medaille – ein neues Leben.
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||||
li
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||||
| Insofern das Schweigegebot hier das einzige ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird,
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||||
| Insofern das Schweigegebot hier eines von nur zweien ist, das im ganzen Evangelium gebrochen wird,
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| könnte dies ein Signal sein:
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br
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||||
i Diese Botschaft vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ ist unbedingt zu verkünden!
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h5.card-title
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q geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis
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h6.card-subtitle.text-muted Der Tempel in Jerusalem kommt in Blick
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hr
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ul.card-text
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li
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| Es ist Aufgabe der Priester – die auch die Funktion eines Arztes hatten –, die Gesundung von Aussätzigen zu bestätigen.
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br
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||||
| Wenn der Priester die Heilung bestätigt – die wiederhergestellte „Reinheit“ feststellt –, darf der Geheilte wieder am normalen Leben teilnehmen.
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||||
li
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||||
| Da der „Aussatz“ hier theologisch-ethisch zu verstehen ist, muss weiter bedacht werden,
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||||
| dass der Tempel eigentlich der Ort der Sündenvergebung und der Wiederherstellung der „Reinheit“ ist.
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br
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||||
| Jesu Wirken „ersetzt“ in diesem Falle den Tempel – dort kann man nur bestätigen.
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||||
li
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||||
| Mit der Notiz kommt jedenfalls indirekt der Tempel und mit ihm Jerusalem in den Blick;
|
||||
| dorthin wird Jesus sein weiterer Weg führen – der Konflikt dort deutet sich hier schon an,
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||||
| wird doch quasi das Zeugnis vorausgeschickt, dass Jesus (sein Tod und seine Auferstehung) „Reinheit“ jenseits des Tempels ermöglicht.
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h5.card-title
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@ -691,7 +718,8 @@ block content
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li
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| So ist Gott (neu) im Leben dieses Menschen angekommen.
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li
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| Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich also Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt.
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||||
| Mit dem vollzogenen „Austausch“ hat sich Jesus ganz in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen gestellt,
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||||
| hat er „den Weg des Herrn“ zu diesem Menschen „bereitet“.
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@ -724,6 +752,152 @@ block content
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|||
| fehlt dort eine solche unmittelbare Übertragung der Tätigkeit der Zebedäussöhne auf die spätere Tätigkeit im Dienste Jesu und des Evangeliums;
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br
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| hier wird sie nachgeholt.
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.card-body
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h5.card-title
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q geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis
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h6.card-subtitle.text-muted Der Tempel in Jerusalem kommt in Blick
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hr
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ul.card-text
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li
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| Es ist Aufgabe der Priester – die auch die Funktion eines Arztes hatten –, die Gesundung von Aussätzigen zu bestätigen.
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br
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||||
| Wenn der Priester die Heilung bestätigt – die wiederhergestellte „Reinheit“ feststellt –, darf der Geheilte wieder am normalen Leben teilnehmen.
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li
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||||
| Da der „Aussatz“ hier theologisch-ethisch zu verstehen ist, muss weiter bedacht werden,
|
||||
| dass der Tempel eigentlich der Ort der Sündenvergebung und der Wiederherstellung der „Reinheit“ ist.
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br
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||||
| Jesu Wirken „ersetzt“ in diesem Falle den Tempel – dort kann man nur bestätigen.
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li
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||||
| Mit der Notiz kommt jedenfalls indirekt der Tempel und mit ihm Jerusalem in den Blick;
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||||
| dorthin wird Jesus sein weiterer Weg führen – der Konflikt dort deutet sich hier schon an,
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||||
| wird doch quasi das Zeugnis vorausgeschickt, dass Jesus (sein Tod und seine Auferstehung) „Reinheit“ jenseits des Tempels ermöglicht.
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.card-body
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h5.card-title
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q.bibeltext
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| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... dem Gesetz unterstellt ...
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span.bibelstelle Gal 4,4
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h6.card-subtitle.text-muted
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q.bibeltext Das Netz ist zerrissen, und wir sind frei
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span.bibelstelle Ps 127,7
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Aufforderung Jesu an den Geheilten, sich dem Priester zu zeigen und das Reinigungsopfer darzubringen – also dass jüdische Gesetz zu erfüllen –,
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| passt eigentlich nicht zum markinischen Jesus;
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br
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| sie wirft in der Markus-Exegese aufgrund der sonst sehr deutlich festzustellenden Distanz
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| zum jüdischen Gesetz Fragen auf.
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li
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| Bereits in der vorausgehenden Erzählung war das Reparieren des Netzes, wovon Jesus die Söhne des Zebedäus durch den Ruf
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| in die Nachfolge erfolgreich abhält, mit Ps 127,7 als Brücke auf
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span.bibelstelle Gal 5,1
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||||
| bezogen worden:
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br
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q.bibeltext Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
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br
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||||
| Markus beschäftigt sich also mit dem im Bild des Netzes gegenwärtigen jüdischen Gesetz und nutzt dazu den Brief des Paulus an die Galater.
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li
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||||
| Das auffällige Halten Jesu an das jüdische Gesetz ist dann von
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span.bibelstelle Gal 4,4-5
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| her verständlich:
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br
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q.bibeltext
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||||
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
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br
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||||
| geboren von einer Frau und
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||||
i dem Gesetz unterstellt,
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||||
br
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||||
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
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||||
br
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||||
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
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li
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||||
| Das Freikaufen derer, die unter dem Gesetz stehen, lässt sich sehr gut mit der Heilung des „Aussätzigen“ verbinden,
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| da
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span.bibelstelle Gal 3,10.13-14
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| zu ergänzen ist:
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br
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q.bibeltext
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| 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch.
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||||
br
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||||
| Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. [Dtn 27,26]
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br
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||||
| 13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
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||||
br
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||||
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt. [Dtn 21,23]
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||||
br
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||||
| 14 Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
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||||
br
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||||
| und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
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||||
li
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||||
| Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war in der vorhergehenden Erzählung Thema;
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||||
br
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||||
| jetzt geht es um den Freikauf als solchen – das stellvertretende Tragen des Fluches – und es kommen daher
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||||
| – als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) – besonders die Juden in den Blick.
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||||
li
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||||
| Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt,
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br
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||||
| begegnet dieses sowohl in der Mitte der konzentrischen Gliederung (→ Söhne des Zebedäus), als auch am oberen und unteren Rand
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||||
| der konzentrischen Gliederung:
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br
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||||
| der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden.
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||||
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||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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||||
h5.card-title
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||||
q.bibeltext
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||||
| Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
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||||
span.bibelstelle Gal 5,1
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Das Gesetz wiederaufrichten <i>oder</i> Menschen vom Fluch des Gesetzes „reinigen“
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hr
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||||
ul.card-text
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||||
li
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||||
| Ist erkannt, dass sich das Flicken des Netzes durch die Söhne des Zebedäus in einem übertragenen Sinn auf den Versuch des
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||||
| Wiedereinführens des jüdischen Gesetzes im (paulinisch-markinischen) Christentum beziehen lässt, ist
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||||
| die durch den Wortanklang hergestellte Verbindung zwischen dem Herrichten der Netzte (gr. katartizo) und dem Reinmachen
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||||
| des „Aussätzigen“ (gr. katarizo) vor diesem Hintergrund nochmal zu bedenken.
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||||
li
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||||
| Indem die Söhne des Zebedäus das Herrichten der Netzte – also das Wiederaufrichten des jüdischen Gesetzes – sein lassen müssen,
|
||||
| um in die Nachfolge Jesu einzutreten,
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||||
br
|
||||
| wird zwischen dem Wiederaufrichten des jüdischen Gesetzes und dem Wiederherstellen („rein machen“)
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||||
| der Menschen ein scharfes „entweder – oder“ konstituiert.
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||||
li
|
||||
| Ganz im Sinne des Paulus ist nicht beides zugleich zu haben, wie dieser in
|
||||
span.bibelstelle Gal 5,4
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||||
| verdeutlicht:
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||||
br
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||||
q.bibeltext
|
||||
| Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt;
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||||
br
|
||||
i ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
|
||||
li
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||||
| Die Umkehrprobe in Bezug auf das Handeln der Söhne des Zebedäus funktioniert:
|
||||
br
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||||
| Würden die Jünger wieder zum Herrichten der Netzte – also zur Wiederaufrichtung des Gesetzes – zurückkehren,
|
||||
| müssten sie die Jesus-Nachfolge verlassen; sei wären von Jesus getrennt.
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||||
li
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||||
| Für Paulus wie für Markus ist klar, dass christliche Existenz – für Judenchristen wie für Völkerchristen –
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||||
| eine Existenz <i>jenseits</i> des jüdischen Gesetzes sein muss, weil nur so der Fluch, den das Gesetz spricht und den Jesus stellvertretend getragen hat,
|
||||
| in die Vergangenheit rutscht und eine befreite Gegenwart ermöglicht ist:
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||||
br
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||||
| Der gläubige Christ hat sich vom Gesetz das Todesurteil zusprechen lassen und ist diesem durch das Mitsterben/Mitgekreuzigtsein mit Christus (→ Taufe) entkommen,
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||||
| was aber in eine Existenz führt, die das jüdische Gesetz hinter sich lässt.
|
||||
br
|
||||
| Paulus drückt es in
|
||||
span.bibelstelle Gal 2,19
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||||
| so aus:
|
||||
br
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||||
q.bibeltext
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||||
| Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
|
||||
br
|
||||
| Ich bin mit Christus gekreuzigt worden.
|
||||
br
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||||
| Paulus und Markus nehmen gerade dadurch jüdisches Gesetz einerseits und Kreuz Jesu andererseits radikal ernst!
|
||||
|
||||
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.card.slide.border-primary.mb-3
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