Verbesserung Mk/Mitbegraben
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.card-body.gliederung
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| Jesus heilt den Gelähmten
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 2,1-12
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,1-12
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| Die Verkündigung des „Wortes“ ist auch im Kontext des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“ zu lesen,
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| denn die gleiche Tätigkeit wurde von diesem nach der Heilung durch Jesus erzählt, während sich Jesus aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste.
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| Natürlich ist die Notiz nicht im Sinne eins „Rück-Austauches“ zu lesen, eher im Sinne einer konzentrischen Rahmung
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| des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“, da sowohl in Mk 1,39 als auch hier in Mk 2,1-2 von der Verkündigungstätigkeit Jesu die Rede ist,
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| während in Mk 1,40-45 dann der Geheilte die Verkündigungstätigkeit von Jesus übernimmt.
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| worauf der Evangelist in der Anrede Jesu an den Gelähmten – „Mein Sohn“ – anspielt
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| und wie Paulus in Anspielung auf Jesu Tod und Auferstehung
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| und wie Paulus in Anspielung auf Jesu Tod und Auferstehung in
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span.bibelstelle 2 Kor 5,19
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| schreibt:
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| es geht in der Erzählung also nicht um einen Konflikt des irdischen Jesus mit Vertretern der Schriftgelehrten, sondern viel grundsätzlicher
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| um das spannungsreiche Verhältnis – bis hin zum sich ausschließenden Gegenüber – „Jesus ↔ Schrift/Tora“,
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| und damit um eine nachösterliche Thematik zunächst innerhalb des Christentums im Hinblick auf die Bedeutung
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| von Tod und Auferstehung Jesu – mit unmittelbaren Folgen für die Bedeutung der Taufe –;
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| von Tod und Auferstehung Jesu, mit unmittelbaren Folgen für die Bedeutung der Taufe;
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| das Gegenüber des „markinischen Jesus“ sind also weniger Juden als vielmehr „judaisierende Christen“.
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| 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher.
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| 26 Denn alle seid ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
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| 26 Denn alle seid ihr <i>durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus</i>.
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| 27 Denn ihr alle, <i>die ihr auf Christus getauft seid</i>, habt Christus angezogen.
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| ihren Widerspruch zur Sündenvergebung durch Jesus kontert er,
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| indem er erzählerisch bebildert, dass Jesus – im Gegensatz zur Tora – <i>die Kraft hat, lebendig zu machen</i>: der „Gelähmte“ steht auf.
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| Markus will sagen: allein durch Gottes Wirken in und durch Christus – und dann vermittelt durch die Taufe auf Christus bzw. seinen Tod –
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| Markus will sagen: allein durch Gottes Wirken in und durch Christus – und dann vermittelt durch die Taufe auf Christus bzw. seinen Tod,
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| die den Glauben voraussetzt –
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| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
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| Jesus ist der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzte Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.
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| In diesen Kontext passt auch die Mitte der konzentrischen Gliederung:
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| Schon in der Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist Röm 1,4 gegenwärtig:
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| dort wird Jesus vom Dämon als „der Heilige Gottes“ angesprochen.
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| dort wird Jesus vom Dämon als „der Heilige Gottes“ angesprochen und die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben.
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| Dies unterstreicht, dass die vorliegende Erzählung weiterführt, was in der Mitte der konzentrischen Gliederung thematisiert wird.
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| Durch den Bezug zu Röm 1,4 wird bestätigt, dass es hier nicht um die Verteidigung der Vollmacht des irdischen Jesus geht,
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| sondern um eine nachösterliche Perspektive und Fragestellung.
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| wie die Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung in Verbindung mit der dominanten Thematik
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| Sündenvergebung nahelegt.
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| Die komplementären Ausagen in Röm 6, die sich auf das Leben in Gemeinschaft mit Gott beziehen,
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| gehören – auch wenn der Akzent hier nicht darauf liegt – aber als zweite Seite derselben Medaille auch dazu.
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| Die komplementären Aussagen in Röm 6, die sich auf das Leben in Gemeinschaft mit Gott beziehen,
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| gehören – auch wenn der Akzent hier nicht darauf liegt – aber als zweite Seite derselben Medaille auch dazu,
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| wie auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung über die „Vollmacht der Lehre“ und den Titel „Heiliger Gottes“
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| – als Anspielungen auf Röm 1,4 – die Auferstehung Jesu präsent ist.
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| Damit werden hier vor allem folgende Sätze präsent:
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ul.card-text
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| ... der Tod hat keine Macht mehr über ihn [= Christus Jesus].
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| Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
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span.small sein Leben aber lebt er für Gott.
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| sein Leben aber lebt er für Gott.
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| So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind,
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span.small aber für Gott leben in Christus Jesus.
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| aber für Gott leben in Christus Jesus.
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span.bibelstelle Röm 6,9b-12
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| Aus diesen Sätzen spricht eine Schicksalsgemeinschaft mit Jesus,
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| in der Neuheit des Lebens wandeln.“ (Röm 6,4)
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| Dazu gehört zunächst das „tot für die Sünde“, aber auch das „für Gott leben in Christus Jesus“ – jedenfalls eine sichtbare, dauerhafte
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| Auswirkung auf das Leben; was hier wie ein punktuelles Ereignis scheint, ist eine auf Dauer angelegte Lebenswende.
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| Auswirkung auf das Leben;
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| was hier wie ein punktuelles Ereignis scheint, ist eine auf Dauer angelegte Lebenswende.
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| Beim Beleg für die Sündenvergebungsvollmacht Jesu bzw. der Gemeinde ist daher sicher daran gedacht,
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| dass – vor allem nach Ostern – Menschen durch die Begegnung mit Jesus – vermittelt durch seine Jünger – tatsächlich
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| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
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| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es – so soll man interpretieren – diese vier Erstberufenen,
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| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es – so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe – diese vier Erstberufenen,
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| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
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| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
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| Dies verbindet sich einerseits damit, dass sich die vier Erstberufenen von Jesus in Dienst nehmen lassen – wobei
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| sie diesen Dienst gerade auch gegenüber der Schwiegermutter des Petrus ausüben, indem sie Jesus zu ihr führen.
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| Andererseits geschieht das „Mitbegraben-Sein mit Christus“, das in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten der tragende Gedanke ist,
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| nach Röm 6,4, damit der so auf Christi Tod getaufte „in der Neuheit des Lebens“ wandelt;
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| Andererseits entspricht die Abfolge „Aufgerichtet → Dienst“ der Abfolge „Aufgerichtet → Weggehen und Liege mitnehmen”
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| in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten,
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| wobei zu bedenken ist, dass das „Mitbegraben-Sein mit Christus“, das in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten der tragende Gedanke ist,
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| nach Röm 6,4 dazu geschieht, dass der so auf Christi Tod Getaufte „in der Neuheit des Lebens“ wandelt im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“,
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| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
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| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
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| das dort Gesagte sei erinnert.
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| Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers – durchsichtig auf den Tod Jesu – verbindet sich mit dem Abend
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| bzw. der untergehenden Sonne: bei Jesu Tod bricht Finsternis herein.
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| bzw. der untergehenden Sonne: es ist – wie in Mk 14,17 angegeben wird – Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
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| Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung.
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| Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
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| Stimmig zum Gang Jesu ins Verderben – Mitte der konzentrischen Gliederung – und zur Taufe auf den Tod bzw. dem
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| Mitgebraben-Sein mit Jesus – unteres Ende der konzentrischen Gliederung – wird also insbesondere der Akzent
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| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gesetzt.
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| Stimmig zum Gang Jesu ins Verderben (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) und zur Taufe auf den Tod bzw. dem
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| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
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| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
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| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
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| Nochmal: Das Gegenüber „Jesus“ ↔ Schrift(gelehrte)
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| Ein kurzer Blicker auf grundlegende theologische Streitigkeiten im frühen Christentum
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| Ein kurzer Blick auf grundlegende theologische Streitigkeiten im frühen Christentum
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| Die Trennung zwischen Juden und Heiden wird überwunden, indem die Heiden zu (sich zu Christus bekennenden) Juden werden.
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| Weil nach dem jüdischen Gesetz (nach Dtn 21,23) Jesus ein von Gott Verfluchter ist – was im Sinne des
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| „Austauches“ Heilsbedeutung hat – bedeutet das Leben als Christ ein Leben jenseits des Gesetzes im Sinne eines „Weges zum Heil“;
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| Jesus ist – von Paulus deutlich hervorgehoben, bei Markus klar präsent – nach dem jüdischen Gesetz (Dtn 21,23!) ein von Gott Verfluchter;
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| dies hat im Sinne des „Austauches“ Heilsbedeutung: Jesus hat den „Fluch des Gesetzes“ (→ Gal 3,10) stellvertretend
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| für alle Sünder getragen.
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| die ethischen Vorschriften können aber weiterhin als Leitplanken verstanden werden, ihre Befolgung ist aber nicht Grund der Rechtfertigung.
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| Durch Jesu stellvertretenden Tod und seine Auferstehung ist offenbar, dass sich das Gesetz nicht als „Weg zum Heil“ erwiesen hat,
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| sondern den Fluch im Sinne des Todesurteils für alle Menschen gebracht hat, von dem Jesus freigekauft hat.
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| Das Mitsterben mit Christus in der Taufe bedeutet, das Todesurteil des Gesetzes anzunehmen und an sich vollstrecken zu lassen,
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| das neue Leben in Christus ist demgemäß ein Leben jenseits des Gesetzes, wie Paulus sich in
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span.bibelstelle Gal 2,19
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| pointiert ausdrückt:
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q.bibeltext Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben.
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| Die ethischen Vorschriften können aber weiterhin als Leitplanken verstanden werden, ihre Befolgung ist aber nicht Grund der Rechtfertigung.
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| Zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz wird – trotz der Kreuzigung – keine größere Spannung wahrgenommen,
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| vielmehr wird Jesus eher als grundsätzlich gesetzestreuer Jude verstanden; vgl.
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