Verbesserungen Mk/Verrückt,Verteidigung,Familie
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| Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen;
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| sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist.
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| Bei ihnen „sieht“ Jesus den „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6), worauf er den Gelähmten „heilt“.
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| Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen
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| die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln),
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| Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln;
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| dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen.
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| Das <i>Tun</i> des Willen Gottes verbindet sich – anders als im Judentum bzw. bei judaisierenden Christen – nicht mit
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| dem jüdischen Gesetz, sondern mit dem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“, wie ihn die Vier leben.
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| Denn das Gesetz gehört – nach christlich-paulinischer Sicht – einer vorausgehenden Epoche an, die unter der Herrschaft der Sünde stand,
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| wobei das Gesetz eine unrühmliche Rolle spielte. Mit Christus – mit seinem Tod und seiner Auferstehung –
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| ist das Zeitalter des Glaubens angebrochen, wie Paulus in Gal 3,19-25 ausführt.
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| Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu nimmt aber in die Pflicht, sein Leben entsprechend auszurichten;
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| Glaube ist – bei Markus wie Paulus – ein tätiger Glaube, der die in Jesu Tod und Auferstehung
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| ermöglichte und in der Taufe vollzogene Lebenswende
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| mit der ganzen Existenz aneignet:
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| Der „Glaube an den Sohn Gottes, der mich geliebt uns sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20)
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| zeigt sich als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6);
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| er ist nie nur Bekenntnisglaube.
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| Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie
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| Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte;
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| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir eine neue Definition von Familie:
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| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir erleben den Übergang von ‚Familie‘ zur ‚Gemeinde‘
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| mit Übernahme der typischen Familien-Begriffe Bruder und Schwester sowie hier auch Mutter:
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| Wer zur Familie Jesu – der Familie Gottes, der Gemeinde – gehören will,
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| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
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| Wer zur ‚Familie‘ Jesu – der ‚Familie‘ Gottes, der Gemeinde – gehören will,
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| Damit wird die übliche, biologische, über das Blut laufende Definition von Familie aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
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| – Bruder, Schwester, Mutter Jesu sein will, –
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| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
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| Damit werden im Hinblick auf die christliche Gemeinde biologische, über das Blut laufende
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| Kategorien einer Gemeinschaft aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
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| und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt:
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| Die christliche Familie – im Sinne von Gemeinde – definiert sich nicht durch biologische Abstammung,
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| Die christliche ‚Familie‘ – im Sinne von ‚Gemeinde‘ – definiert sich nicht durch biologische Abstammung – wie das Volk Israel –,
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| sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
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| und um den sie sich versammelt,
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| wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt.
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| Insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung neben der Gesetzes- auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt
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| (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Umdefinition von Familie gleichzeitig eine Weitung
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| in die Völkerwelt mit sich; die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird damit durchsichtig auf das jüdische Volk.
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| Damit wird einerseits deutlich, dass biologische, über das Blut laufende Kategorien nicht ausreichen,
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| man Christ „nicht einfach ist“ aufgrund einer bestimmten Abstammung;
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| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von Familie wird hier
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| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition von Familie, und damit gleichzeitig Platz geschaffen für eine
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| völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut.
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| es findet hier also eine Einschränkung statt, die das tatsächliche Tun des Willens Gottes zum Maßstab macht.
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| Gleichzeitig findet eine Weitung statt, die in der hier begegnenden Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| perspektivisch enthalten ist, durch
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| die Mitte der konzentrischen Gliederung aber auch präsent wird:
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| Denn insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt
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| (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| eine grundsätzliche Weitung in die Völkerwelt mit sich;
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| die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird in dieser Perspektive durchsichtig auf das jüdische Volk.
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| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von ‚Familie‘ im Sinne von ‚Gemeinde‘
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| wird hier
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| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition dieses sozialen Gebildes;
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| damit wird gleichzeitig Platz geschaffen für eine
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| völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut
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| im Sinne des „Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
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| Denn der <i>eine</i> Vater ist Gott selbst!
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| Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus
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| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern ist.
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| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern.
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p.card-text
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| Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt).
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| Das Urteil „von Sinnen“ der Familie über Jesus ist an sich mehrdeutig und schwierig zu interpretieren.
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| Dies umso mehr, als in der folgenden Erzählung, die von der Thematik „leibliche/geistliche Familie“ gerahmt wird,
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| eine Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
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| eine <i>nachösterliche(!)</i> Problematik hinsichtlich der paulinischen Rechtfertigungslehre thematisiert wird (Stichwort: „Diener der Sünde“).
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| Die Erzählung hier in 3,22-30 legt das nahe.
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p.card-text
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| Die Aussage vom Einbrechen ins Haus und Hausrat rauben wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| Die Aussage vom Einbrechen ins Haus und Rauben des Hausrats wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| schön bebildert:
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| durch seinen Tod ist Jesus in das Totenreich – das Haus hier quasi als Grab – eingebrochen
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| und ermöglicht dort den Toten (→ Gelähmter) eines neues Leben, das sie nach Hause (→ in den Himmel) gehen lässt.
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| und ermöglicht dort den in der Taufe mit ihm Gestorbenen (→ Gelähmter) eines neues Leben,
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| das sie nach Hause (→ in den Himmel) gehen lässt.
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h6.card-subtitle.text-muted Erweiterte Bezüge durch die Mitte der konzentrischen Gliederung
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p.card-text
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| Der Vorwurf an Jesus ist einerseits allerhand, hat er sich doch eigentlich mit Dämonenaustreibungen und Heilungen
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| Der Vorwurf an Jesus ist einerseits allerhand, hat er sich doch eigentlich mit Dämonenaustreibungen und anderen Heilungen,
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| die – wie wir gesehen haben – letztlich auch die Qualität von Dämonenaustreibungen haben –
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| frontal gegen Satan positioniert.
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| Andererseits hat sich Jesus auch verdächtig gemacht durch seine Gemeinschaft mit den „Zöllnern und Sündern“ (Mk 2,13-17)
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|||
| ferner vertritt er eine „eigenwillige“ Auslegung des Sabbat-Gebotes (Mk 2,23-28, auch Mk 3,1-6),
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| steht mithin also nicht zu 100 % in der (sonst üblichen) Tradition des jüdischen Gesetzes.
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p.card-text
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| Schon in Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) war das Verhältnis zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz subtil
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| Thema gewesen, allein schon durch die Präsenz der Schriftgelehrten
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| und konkret in der Frage nach wirksamer Sündenvergebung;
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| es ging dabei – neben anderem und wie schon in 1,21-28 (erste Dämonenaustreibung, Schriftgelehrte im Horizont genannt) – um die Insuffizienz des Gesetzes, lebendig zu machen.
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| Ferner war auch in Mk 2,1-12 – wie hier – die Frage, wer durch Jesus eigentlich wirkt, präsent, nämlich
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| Schon in Mk 2,1-12 (Heilung des Gelähmten) war – wie hier – die Frage, wer durch Jesus eigentlich wirkt, präsent, nämlich
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||||
| in der Anrede Jesu an den Gelähmten: „Mein Sohn“, womit angedeutet ist, dass durch Jesus Gott selbst wirkt,
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| was die Schriftgelehrten nicht realisieren und weswegen sie die Sündenvergebung durch Jesus ablehnen.
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| Ferner war in Mk 2,1-12 auch das Verhältnis zwischen Jesus – bzw. eigentlich
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| dem nachösterlichen christlichen Glauben (→ Glaube der Vier!) an Jesus als Christus –
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| einerseits und dem jüdischen Gesetz andererseits subtil
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| Thema gewesen, allein schon durch die Präsenz der Schriftgelehrten
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| und konkret in der Frage nach wirksamer Sündenvergebung;
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| ganz subtil wurde dabei – wie schon in 1,21-28 (erste Dämonenaustreibung, Schriftgelehrte im Horizont genannt) –
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| die Insuffizienz des jüdischen Gesetzes, lebendig zu machen, angesprochen.
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| Jesus dagegen hat – so zeigt es der Fortgang der Erzählung –
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| offensichtlich die Vollmacht zu echter, wirksamer Sündenvergebung, die zu einem neuen Leben ermöglicht (→ Gelähmter, der sich erhebt);
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| dabei stand aber nicht der irdische, vorösterliche Jesus und seine Vollmacht im Fokus,
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| sondern die Gültigkeit und Wirksamkeit der durch Tod und Auferstehung Jesu ermöglichten
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| Rechtfertigung allein aus Glauben (→ Glaube der Vier!), jenseits der
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| „Werke des (jüdischen) Gesetzes“, wie sie Paulus in seinen Briefen vertritt und verteidigen muss.
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| Mk 2,1-12 bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung.
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| Und das Gegenüber in der aktuellen Erzählung sind wieder die Schriftgelehrten.
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p.card-text
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| Mit Mk 2,1-12 steht aber in besonderer Weise auch Röm 6 im Mittelpunkt; und genau dort setzt sich Paulus mit ganz ähnlichen
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| Mit Mk 2,1-12 steht auch die Tauftheologie des Paulus nach Röm 6
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| (Mitgekreuzigtsein, Mitgestorbensein, <i>Mitbegrabensein</i>) im Mittelpunkt;
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| und genau dort in Röm 6 setzt sich Paulus mit ganz ähnlichen
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| Vorwürfen wie hier Jesus auseinander, wozu er von Kritikern seiner Rechtfertigungslehre offenbar genötigt wird:
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br
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q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde? Keineswegs!
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p.card-text
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| Mit seiner Lehre von der Rechtfertigung allein aus Gnade, ohne der Notwendigkeit, sich auf das jüdische Gesetz zu verpflichten,
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| setzte sich Paulus dem Vorwurf aus, er würde effektiv der Sünde dienen, weil sie – ohne Verpflichtung auf das jüdische Gesetz –
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| doch frei und schadlos praktiziert werden könne; und wenn sich Gott doch in besonderer Weise den Sündern zuwendet,
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| ist es dann nicht gut, Sünder zu sein? Steht also hinter allem nicht doch eher die Sünde und nicht Gott?
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| doch frei und schadlos praktiziert werden könne; und wenn sich Gott doch in besonderer Weise den Sündern zuwende,
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| wäre es dann nicht gut, Sünder zu sein? Steht also hinter allem nicht doch eher die Sünde und nicht Gott?
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p.card-text
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| Vom Blick auf Paulus und einer Verdrehung seiner Rechtfertigungslehre her macht der Vorwurf an Jesus Sinn!
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br
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| Jesus wird auch hier durchsichtig auf Paulus; es geht auch hier um eine nachösterliche Fragestellung.
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h5.card-title Abwehr des Vorwurfs bei Paulus und Markus (bzw. dem markinischen Jesus)
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hr
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p.card-text
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| Paulus weist in Röm 6 auf die grundlegende Lebenswende in der Taufe hin, auf das Mitgekreuzigtsein,
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| Mitgestorbensein, Mitbegrabensein mit Jesus – Letzteres bildet nun die Mitte der konzentrischen Gliederung!
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br
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| Ein Teil der Abwehr des Vorwurfes muss also auch bei Markus nicht in der eigentlichen Erzählung selbst,
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| sondern in der Mitte der konzentrischen Gliederung gesucht werden.
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| Paulus weist in Röm 6, das nun – neben anderem – durch die Mitte der konzentrischen Gliederung vergegenwärtigt wird,
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| auf die grundlegende Lebenswende in der Taufe hin, auf das Mitgekreuzigtsein,
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| Mitgestorbensein, <i>Mitbegrabensein</i> – mit Jesus und die damit sich verbindenden Konsequenzen:
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p.card-text
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| Die hier relevanten Aussagen seine nochmal kurz aufgeführt:
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| Die hier relevanten Aussagen seien nochmal kurz aufgeführt:
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q.bibeltext Wie können wir, die wir für die Sünde tot sind, noch in ihr leben?
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span.bibelstelle Röm 6,2
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@ -340,15 +357,48 @@ block content
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p.card-text
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| Hier wird jeweils eine klare Trennlinie zwischen Gott und der Sünde (bzw. Satan) gezogen, zwischen neuer und alter Existenz, sowie
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| Geradlinigkeit gefordert, weil es eine Unvereinbarkeit der beiden Existenzen gibt.
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| Analog dazu argumentiert der markinische Jesus angesichts des Vorwurfes, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen,
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| dass es kein Dienst an Satan ist, wenn er in Dämonenaustreibungen von Satan bzw. den Dämonen befreit,
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| geht es dabei doch – siehe die Mitte der konzentrischen Gliederung – um eine Befreiung, die wirklich eine Lebenswende weg von der Sünde ist,
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| wie dies anhand des Gelähmten bebildert ist, der sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu –
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| zu einem neuen Leben erhebt. – Einem neuen Leben, zu dem ihm die Schriftgelehrten bzw. das jüdische Gesetz
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| aufgrund der eigenen Insuffizienz gerade nicht verhelfen konnten und können.
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p.card-text
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| Man muss den Spies vielmehr umdrehen: Nicht Jesus steht im Dienst der Sünde, sondern das jüdische Gesetz,
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| Auch im Galaterbrief muss Paulus seine Rechtfertigungslehre verteidigen, auch darauf gab es in Mk 2,1-12 Anspielungen,
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| vor allem zeigen die Vier einen <i>Glauben, der durch die Liebe wirkt</i> (Gal 5,6):
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| Die Lebenswende, die der Glaube ermöglicht hat, muss sich im konkreten Handeln, in der ganzen Existenz des Christen
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| zeigen. Ein Glaube, der beim Bekenntnis stehen bleibt, ist für Paulus und Markus kein „vollständiger“ Glaube;
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| besonders Markus problematisiert einen reinen Bekenntnisglauben (der nur die Auferstehung in Blick nimmt).
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p.card-text
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| Weil es bei der Taufe um eine echte Lebenswende weg von der Sünde hin zu Gott geht,
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| wie dies in der Mitte der konzentrischen Gliederung anhand des Gelähmten bebildert ist, der sich – in Analogie zur Auferstehung Jesu –
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| zu einem neuen Leben erhebt;
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| weil der Glaube nur dann „vollständiger“ Glaube ist, wenn er durch die Liebe wirkt,
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| wie dies in der Mitte der konzentrischen Gliederung anhand der Vier gezeigt wird, deren Glauben durch ihr Tun „gesehen“ werden kann;
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br
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| weil also das Tun des Christen nicht einer Beliebigkeit preisgegeben ist, die dem Sündigen Tür und Tor öffnen würde,
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| kann der markinische Jesus angesichts des Vorwurfes, mit dem Anführer der Dämonen im Bunde zu stehen, argumentieren,
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| dass es kein Dienst an Satan ist, wenn er in Dämonenaustreibungen von Satan bzw. den Dämonen befreit.
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p.card-text
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| Ein Teil der Abwehr des Vorwurfes – ja im Grunde der <i>entscheidende</i> Teil – muss also bei Markus nicht in der eigentlichen Erzählung selbst,
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| sondern in der Mitte der konzentrischen Gliederung gesucht werden.
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.card-body
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h5.card-title Insuffizientes Gesetz: Der Spies umgedreht
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p.card-text
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| Der Vorwurf an Jesus, im Dienst von Beelzebul zu stehen,
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| ist mit der subtilen Aussage bezüglich der Insuffizienz des jüdischen Gesetzes hinsichtlich echter, wirksamer Sündenvergebung
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| in der Mitte der konzentrischen Gliederung zu verbinden.
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br
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| Während Jesus zu einem neuen Leben verhelfen kann, können dies die Schriftgelehrten bzw. das jüdische Gesetz
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| aufgrund der eigenen Insuffizienz gerade nicht!
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p.card-text
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| Man muss den Spies der Schriftgelehrten gegen Jesus umdrehen:
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br
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| Nicht Jesus steht im Dienst der Sünde, sondern das jüdische Gesetz,
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| wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung subtil angedeutet:
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br
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q.bibeltext
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@ -375,10 +425,21 @@ block content
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|||
| denen gegeben wird, die glauben.
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span.bibelstelle Gal 3,19.21-22
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br
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q.bibeltext
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| Paulus kann das jüdische Gesetz als „Gesetz der Sünde und des Todes“ bezeichnen, weil es – wie in Gal 3 (wie auch in Röm 5 und 7) dargelegt –
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| eine unheilige Allianz mit der Sünde eingegangen ist, insofern es dem Sünder nur das Todesurteil zusprechen kann, weil ihm selber
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||||
| die Kraft fehlt, lebendig zu machen (→ Gal 3,21!).
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||||
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||||
p.card-text
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||||
| Ganz prägnant sind die Zusammenhänge in
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||||
span.bibelstelle 1 Kor 15,56-57
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| formuliert:
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br
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q.bibeltext
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| Der Stachel des Todes aber ist die Sünde,
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| die Kraft der Sünde ist das Gesetz.
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br
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| Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus.
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||||
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@ -445,3 +506,70 @@ block content
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|||
| in seinem Dienst oder Auftrag, obwohl – aufgrund der oben erinnerten Zusammenhänge – das Befreitwerden von Beelzebul
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||||
| bzw. von der Sünde mit dem Befreitwerden vom jüdischen Gesetz (als göttlich verordnetem Weg zum (Un-)Heil) in eins geht.
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||||
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||||
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||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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||||
.card-body
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||||
h5.card-title „Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.“
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hr
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||||
p.card-text
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||||
| Diese Aussage ist mit dem Kontext der Verteidigungsrede zu verbinden,
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||||
| geht es doch davor um die leibliche Familie Jesu, die Jesus für „von Sinnen“ hält,
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||||
| und im Anschluss um die „wahre Familie“ Jesu, die sich über das Tun des Willens Gottes konstituiert.
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||||
p.card-text
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||||
| Insofern die in der Verteidigungsrede verhandelte Frage eine nachösterliche ist,
|
||||
| legt sich nahe, dass auch diese Aussage auf die nachösterliche Situation der Kirche zu beziehen ist.
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||||
p.card-text
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||||
| Dabei ist zunächst zu bedenken, dass Jesus hier durchsichtig wird auf Paulus.
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||||
br
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||||
| Ferner ist zu bedenken, dass die Aussage innerhalb der Verteidigungsrede fällt, der Kontext
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| also die nachösterliche Frage danach ist, in wessen Diensten Jesus – bzw. eigentlich Paulus – steht,
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||||
| die Frage nach der Rechtfertigungslehre.
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br
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||||
| Und zwischen Paulus und dem Herrenbruder gab es in den genannten Fragen tatsächlich Spannungen bis hin zur Spaltung,
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||||
| wie Paulus im Brief an die Galater erzählt.
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||||
p.card-text
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||||
| Für Markus ist klar, dass die paulinische Interpretation von Tod und Auferstehung Jesu gültig ist,
|
||||
| Paulus und Jesus also auf eine Seite gehören.
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||||
br
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||||
| Daher kann man sich durchaus vorstellen, dass Markus die Spannung,
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||||
| die es in der frühen Kirche zwischen Paulus und dem Herrenbruder Jakobus gab,
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||||
| als Spannung innerhalb der Familie Jesu – also zwischen Jesus und seiner Familie – erzählt,
|
||||
| weil das anders in seinem Evangelium gar nicht möglich ist.
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||||
p.card-text
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||||
| „Familie“ wäre dann – weil es nachösterlich um einen Konflikt nicht innerhalb der leiblichen Familie Jesu geht sondern
|
||||
| zwischen Paulus und dem Herrenbruder Jakobus – auf das Judenchristentum zu beziehen, das in der Frage
|
||||
| der Rechtfertigung gespalten ist und so – das ist die Mahnung – nicht Bestand haben kann;
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br
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||||
| vielmehr sollten sich alle der Überzeugung des Paulus anschließen.
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br
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||||
span.small
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||||
| Diese geweitete Deutung von „Familie“ ist durchaus möglich, weil in der nachfolgenden Erzählung
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||||
| auch „Familie“ – als Summe der einzelnen dort genannten Familienmitglider –
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| die christliche Gemeinde (letztlich die ganze Kirche) bezeichnen kann.
|
||||
p.card-text.small
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||||
| Vielleicht ist die Aussage bei Markus auch auf das Verhältnis zwischen Jesus und den ihn ablehnenden Teil
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| des Judentums zu beziehen; das ist – weil es hier um eine innerchristliche Fragestellung geht – aber eher unwahrscheinlich.
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p.card-text
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| Vielleicht hat Markus auch konkret die Situation in Galatien vor Augen, wo sich die Gemeinde in der Fragestellung der Rechtfertigung
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| nicht spalten soll, sondern sich in ihrer Gänze weder er paulinischen Überzeugung anschließen soll.
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br
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| Dann könnte
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span.bibelstelle Gal 5,13-15
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| im Hintergrund stehen; diese Stelle passt auch zum Kontext des Vorwurfes zügelloser Freiheit, die der Sünde Tür und Tor öffnen würde:
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br
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q.bibeltext
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| Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
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br
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| Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe!
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br
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| Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
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br
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| Wenn irh aber einander beißt und fresst, dann gebt Acht, dass ihr nicht einer vom anderen verschlungen werdet!
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p.card-text
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| Allgemein wird man sagen können, dass die Aussage des Markus zu Frieden und Zusammenhalt in der christlichen Gemeinde
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| aufrufen will, wie dies Markus etwa auch in
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span.bibelstelle Mk 9,50
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| tut:
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br
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q.bibeltext
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| Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!
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