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Peter Fischer 5a40f66c87 Ergänzung antiochenischer Zwischenfall in Mk/Aufbruch 2021-12-10 18:49:52 +01:00
Peter Fischer a50e08ab83 Deutlicherer Einbau „Versuchung“
Mk/Mir nach, Verderben und Aufgerichtet
2021-12-10 17:25:43 +01:00
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| Vielleicht darf man als Folge, dass sich Jesus nicht zurückholen hat lassen, also eine gewisse Scheidung zwischen Jesus einerseits
| und Petrus und dessen Begleitern andererseits angedeutet sehen; sie würde der kirchengeschichtlichen Spannung zwischen den „judaisierenden Christen“
| und Paulus entsprechen, wobei Petrus nach Gal 2,11-21 eine gewisse schwankende Zwischenposition einnimmt.
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q Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war ...
h6.card-subtitle.text-muted Der Dialog zwischen Petrus und Jesus als Anspielung auf den „antiochenischen Zwischenfall“ und die Auseinandersetzung zwischen Paulus und Petrus
hr
ul.card-text
li
| Ist deutlich geworden, dass sich hier eigentlich nicht Petrus und Jesus, sondern Petrus und Paulus gegenüberstehen,
| es um die Frage nach der gesetzesfreien Heidesmission geht und „am Horizont“ hier: in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| der Name Jakobus auftaucht,
br
| dann werden in der Erzählung des Markus die Ausführungen des Paulus in
span.bibelstelle Gal 2,11-13
| zum „antiochenischen Zwischenfall“ präsent, die von einem Konflikt zwischen Paulus und Petrus (mit Jakobus am Horizont) erzählen:
br
q.bibeltext
| 11 Als Kephan [= Petrus = Simon] aber nach Antiochia gekommen war, habe ich ihm ins Angesicht widerstanden,
br
| weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.
br
| 12 Bevor nämlich einige von Jakobus eintrafen, hatte er mit den Heiden zusammen gegessen.
br
| Nach ihrer Ankunft aber zog er sich zurück und sonderte sich ab,
br
| weil er die aus der Beschneidung [= Judenchristen] fürchtete.
br
| 13 Und mit ihm heuchelten die anderen Juden, sodass auch Barnabas durch ihre Heuchelei mitgerissen wurde.
br
| 14 Als ich aber sah, dass sie nicht geradlinig auf die Wahrheit des Evangeliums zugingen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller:
br
q
| Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst,
br
| wie kannst due dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?
li
| Wie in der Erzählung des Markus wird auch hier von einem Rückzug berichtet, allerdings nicht Jesu (bzw. indirekt Paulus),
| sondern von Petrus dies passt ganz zur „Vertauschung“, die in der Erzählung bei Markus begegnet.
li
| Wie bei Markus Jesus wieder eingefangen werden soll, so wurde Petrus von den Leuten des Jakobus gleichsam „wieder eingefangen“:
br
| er ist angsichts der Judenchristen, die von Jakobus nach Antiochia gekommen waren offenbar, weil sie gehört hatten,
| dass man dort gesetzesfreie Heidenmission betreibt und auch Judenchristen (wie Petrus und Paulus) entsprechend gesetzesfrei leben
| wieder zur „jüdischen Lebensweise“ also zur Praxis der Absonderung der Juden von den Heiden und der Befolgung der Speise- und
| Reinheitsvorschriften des jüdischen Gesetzes zurückgekehrt.
li
| Wie bei Markus Jesus dem Petrus entgegentritt, sich nicht wieder einfangen lässt und zur „Heidenmission“ aufbricht,
br
| so tritt beim „antiochenischen Zwischenfall“ Paulus dem Petrus entgegen und verteidigt die gesetzesfreie Heidenmission (im ganzen Galaterbrief).
li
| Da wie dort ist direkt oder indirekt von Verfolgung die Rede: bei Markus wird Jesus von Petrus verfolgt,
| beim „antiochenischen Zwischenfall“ ist es Petrus und mit ihm die Judenchristen samt Paulus, die von den Leuten des Jakobus „verfolgt“ werden;
br
| während Petrus und die anderen sogar der Paulusbegleiter Barnabas sich „einfangen“ lassen,
| widersteht Paulus.
li
| Markus wie Paulus sind Vertreter der gesetzesfreien Heidenmission, wie aus den Paulusbriefen und noch weiteren Stellen im Markus-Evangelium
| klar hervorgeht.
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| Schwiegermutter!
br
q ... in Versuchung geführt
h6.card-subtitle.text-muted Die Begleiter Jesu: tot für die Sünde für Gott lebend
hr
ul.card-text
li
| Wie schon bei der Berufung der Jünger ist in der Erählung selbst keine Versuchung Jesu erzählt;
br
| vielmehr ist diese Thematik wieder auf die Jünger, speziell Petrus zu übertragen.
li
| Zwischen der „kranken“ Frau und Petrus wird eine familäre Beziehung angegeben: es ist die Schwiegermutter des Petrus.
li

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| Und wie Jesus die Jünger quasi auf seinem Weg mitnimmt, so sollen auch die Jünger als Menschenfischer andere mitnehmen
| auf diesem Weg in der Nachfolge Jesu.
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q ... in Versuchung geführt
h6.card-subtitle.text-muted Die Versuchung beim Ruf in die Nachfolge
hr
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li
| In der Erzählung von der Berufung der ersten Jünger selbst ist keine Versuchung Jesu erzählt;
br
| vielmehr ist diese Thematik auf die Berufenen zu übertragen.
li
| Ihre Versuchung besteht darin, bei ihrem Beruf und ihrer Familie zu bleiben
| und den Ruf in die Nachfolge abzulehnen.
li
| Besonders gilt diese Versuchung für die Söhne des Zebedäus, für die die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
| eine echte Versuchung ist, den Ruf in die Nachfolge abzulehnen, gelten doch Macht und Reichtum
| aus irdisch-menschlicher Perspektive als erstrebenswert sie loszulassen ist genau das Gegenteil!
li
| Wie der weitere Verlauf des Evangeliums deutlich machen wird, handelt es sich hier nicht nur um eine Versuchung
| bim Eintritt in die Nachfolge; es ist vielmehr eine wiederkehrende Versuchung, der immer neu standgehalten werden muss.
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br
| Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen.
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q ... in Versuchung geführt
h6.card-subtitle.text-muted Von der Versuchung, das Kreuz auszublenden
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist die Versuchung Jesu klar jene,
| nicht den Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz zu gehen.
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| Dies wird in Mk 8,32b-33 deutlich werden, wo Petrus Jesus von eben diesem Weg abhalten will und daher mit „Satan“ bezeichnet werden wird.
li
| In der Erzählung von der Dämonenaustreibung in der Synagoge besteht die Versuchung Jesu darin, den Dämon reden zu lassen,
br
| den Dämon also ein einseitiges Bild von ihm, seiner hoheitlichen Stellung und seiner Vollmacht verbreiten zu lassen (s. o.).
li
| Damit würde das „Darum“ der Erhöhung und also die Ursache für die hoheitliche Stellung und seine Vollmacht nämlich
| der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz ausgeblendet, zumindest nicht betont.
li
| Besteht also vorösterlich die Versuchung darin, den Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen,
| so besteht sie nachösterlich darin, eben dieses Kreuz auszublenden und als entscheidendes Weg- und Wendestück nicht ernst zu nehmen.
li
| Mithin geht es also um eine Versuchung in der nachösterlichen Verkündigung, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen (Gal 5,11).
br
| Dass dies nicht nur eine theoretische Versuchung ist, dass vielmehr dieser Versuchung immer wieder nicht standgehalten wurde,
| davon legen die Briefe des Paulus Zeugnis ab.
br
| Die Ausführungen des Paulus machen deutlich, dass die christliche Theologie und auch die christliche Ethik eine andere wäre,
| wenn man das Kreuz ausblendet.
li
| Markus wird die Versuchung, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, an bestimmten Stellen seines Evangeliums aufgreifen.
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