Verbesserung Mk/Reinigen
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| aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz;
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| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz kann man nicht sinken:
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| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz – vorgestellt auch als äußerste Gottferne – kann man nicht sinken:
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| Jener, der eigentlich – qua Gottgleichheit – „Erster“ ist, wird zum „Letzten“.
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| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft,
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| und Ort des „Austausches“ ist der „Tod am Kreuz“ (s. o.).
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| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
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| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
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| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
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| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des
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| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c).
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| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austauches“ zu verstehen sind:
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| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
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| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, zu Gott zu erhöhen, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestigen.
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| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen – in diesem Sinne zu Gott zu erheben –, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne – den Tod am Kreuz – hinabgestiegen.
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| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
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| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Todes am Kreuz,
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| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle – der Gottgleichheit – herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
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| und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
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| Insgesamt wird man sagen können, dass bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ die Heilung des „Aussätzigen“
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| genau das erzählt, was der Philipperhymnus besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
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| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
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| genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
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| Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“,
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| die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht.
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| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ – also der Taufe – nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
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| Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss.
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| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
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| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
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| damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
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| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
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| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
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| und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
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Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber
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SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen – ohne Austausch
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SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten
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um den Menschen aus der Gottferne zu retten,
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also zu Gott zu erhöhen → Austausch
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| Verkürzt könnte man auch sagen:
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| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
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| Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt,
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| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
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| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
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| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
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| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
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| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
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| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld.
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| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
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| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
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| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
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| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
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| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
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| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
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| Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem
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| Philipperhymnus.
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| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
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| Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja,
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| um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht,
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| ist einzigartig, einmalig – die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
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| damit wiederum ist – löst man die Bildsprache auf – identisch, was der Philipperhymnus bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
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| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
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| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
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| und in den Dienst Jesu treten. – Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
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| Verkürzt könnte man auch sagen:
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| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
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| Analogie „(Menschen) rein machen“ – „Netze reinigen“ verbinden lässt,
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| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
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| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
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| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
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| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
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| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
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| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun – in der Taufe – „Menschen reinigen“ können von Schuld.
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| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
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| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
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| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
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| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
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| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
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| Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“
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| in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus,
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| muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“:
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| Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“,
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| sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
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| und dies soll der Leser tun.
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| Biblischer Text als Verstehensfokus
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| Handeln Jesu
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| Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne
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| Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu
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| Viertes Lied vom Gottesknecht
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| → Bildebene
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| „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz):
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| „er hat unsere Krankheit getragen“
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| Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze
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| Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen
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| → soteriologische Ebene
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| Philipperhymnus
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| → Sachebene
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| Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz,
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| um den Menschen aus der Gottferne zu befreien
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| → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
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| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
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| „Austausch“ auf ethischer Ebene
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| Der Evangelist will also sagen:
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| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
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| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
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| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
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| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
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| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
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