Verbesserung Mk/Reinigen

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Peter Fischer 2021-11-02 09:13:24 +01:00
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| aus der himmlischen Herrlichkeit heraus in die Erniedrigung bis zum schmachvollen Tod am Kreuz;
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| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz kann man nicht sinken:
| von weiter oben als der Gottgleichheit kann man nicht kommen, tiefer als zum Tod am Kreuz vorgestellt auch als äußerste Gottferne kann man nicht sinken:
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| Jener, der eigentlich qua Gottgleichheit „Erster“ ist, wird zum „Letzten“.
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| durch „Aussätzigsein“ aber gehört man zu den „Letzten“ der Gesellschaft,
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| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
| und Ort des „Austausches“ ist der Tod am Kreuz (s. o.).
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| Während in der Heilung des „Aussätzigen“ der „Austausch“ konstitutiv ist,
| enthält der Philipperhymnus nicht explizit den Gedanken, dass die Erniedrigung des Gottgleichen geschieht, um jemand anderen zu erhöhen;
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| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des
| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c).
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| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austauches“ zu verstehen sind:
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
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| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, zu Gott zu erhöhen, ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestigen.
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen in diesem Sinne zu Gott zu erheben , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen.
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| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
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| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Todes am Kreuz,
| Der „Austausch“ geschieht als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
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| und die Erhöhung stellt nicht „unter die Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
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| Insgesamt wird man sagen können, dass bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
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| Wie der Philipperhymnus vom Vierten Gottesknechtslied inspiriert ist, so auch die Heilung des „Aussätzigen“,
| die aber im Kontext der konzentrischen Gliederung auch mit dem Philipperhymnus in Beziehung steht.
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| Allerdings kommt es beim „Menschen reinigen“ also der Taufe nicht zu einem „Austausch“ der Jünger mit den Täuflingen (in dem Sinne, dass die Taufspender „unrein“ werden würden).
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| Dadurch entsteht eine Spannung, die aufgelöst werden muss.
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li
| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
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| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
br
| damit wiederum ist löst man die Bildsprache auf identisch, was der Philipperhymnus vom Gottgleichen bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
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| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
| und in den Dienst Jesu treten. Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
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Berufung der Jünger Heilung des Aussätzigen Nachfolge: Ergänzung eines Gegenüber
SdZ reinigen Netze Jesus reinigt den Aussätzigen durch Austausch Jünger reinigen Menschen ohne Austausch
SdZ verlassen Vater Gottgleicher entleert und erniedrigt sich, Jünger tauschen mit den Letzten
um den Menschen aus der Gottferne zu retten,
also zu Gott zu erhöhen → Austausch
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| Verkürzt könnte man auch sagen:
br
| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
| Analogie „(Menschen) rein machen“ „Netze reinigen“ verbinden lässt,
br
| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
br
| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
br
| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
br
| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun in der Taufe „Menschen reinigen“ können von Schuld.
br
| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
li
| Hier kann folgender Gedankengang helfen:
| Schlüssel dazu ist die Erkenntnis der Analogie zwischen der Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ und dem
| Philipperhymnus.
br
| Das „Rein machen“ des „Aussätzigen“ ist mit dem „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ (→ „er hat unsere Krankheit getragen“) identisch;
| Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja,
| um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht,
| ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
br
| damit wiederum ist löst man die Bildsprache auf identisch, was der Philipperhymnus bis zum „Tod am Kreuz“ besingt;
br
| Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen im Philipperhymnus ist aber
| analog von den Söhnen des Zebedäus erzählt, die ihren Vater und damit die Stellung im väterlichen Betrieb verlassen
| und in den Dienst Jesu treten. Genau damit lässt sich der Gedanke des „Austausches“ verbinden im Sinne der Nachfolge.
br
span.small
| Verkürzt könnte man auch sagen:
br
| Weil das Thema „Austausch“ bei der Heilung des „Aussätzigen“ zentral ist, dieses sich aber nicht mit der
| Analogie „(Menschen) rein machen“ „Netze reinigen“ verbinden lässt,
br
| ist in die Analogie zwischen Jesus und den Zebedäussöhnen das hineinzuholen, was von letzteren
| neben dem Netzereinigen noch erzählt wird, nämlich das, womit sie auf den Ruf in die Nachfolge antworten
| und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
br
| vom „Austausch“ Jesu her ist dort ein „Austausch“ zu ergänzen.
br
| Oder, nochmal anders ausgedrückt:
br
| Der „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ bedeutet für die Jünger, dass sie nun in der Taufe „Menschen reinigen“ können von Schuld.
br
| Von dieser soteriologischen Ebene ist auf die ethische Ebene zu gehen, weil der „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“ durch Jesus ein Bild ist
| für seine Entäußerung und Erniedrigung zum Sklaven bis zum Tod am Kreuz; bei dieser Rückübertragung müssen die Söhne des Zebedäus
| mitgenommen werden, also ist statt der Verbindung „Netze reinigen → Menschen reinigen“ das in Blick zu nehmen, was im Zuge des Eintritts in die Nachfolge
| von ihnen auf der ethischen Ebene erzählt wird und womit sie dem Vorbild des Gottgleichen im Philipperhymnus folgen;
| dort ist der „Austausch“ einzutragen.
| Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“
| in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus,
| muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“:
| Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“,
| sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
| und dies soll der Leser tun.
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thead
tr
th.card-text
| Biblischer Text als Verstehensfokus
th.card-text
| Handeln Jesu
th.card-text
| Anknüpfungspunkt in der Erzählung von der Berufung der Zebedäussöhne
th.card-text
| Dienst der Jünger in der Nachfolge Jesu
tbody
tr
td.card-text
| Viertes Lied vom Gottesknecht
br
| → Bildebene
td.card-text
| „Rein machen“ des „Aussätzigen“ durch Vollzug eines „Austausches“ (im Tod am Kreuz):
br
| „er hat unsere Krankheit getragen“
td.card-text
| Die Söhne des Zebedäus reinigen ihre Netze
td.card-text
| Die Jünger „reinigen“ im Bad der Taufe Menschen
br
| → soteriologische Ebene
tr
td.card-text
| Philipperhymnus
br
| → Sachebene
td.card-text
| Der Gottgleiche entäußert und erniedrigt sich bis zum Tod am Kreuz,
| um den Menschen aus der Gottferne zu befreien
br
| → Sachlich identische Analogie zum „Austausch“ mit dem „Aussätzigen“
td.card-text
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihren Vater und damit die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
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| „Austausch“ auf ethischer Ebene
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| Der Evangelist will also sagen:
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br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“.
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
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