Bearbeitung Mk/Familie
parent
9d1bf43ab5
commit
1ec79fb3a9
|
|
@ -224,4 +224,89 @@ block content
|
|||
q
|
||||
| Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
|
||||
br
|
||||
| 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
|
||||
| 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
|
||||
|
||||
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q Wer den Willen <i>Gottes</i> tut!
|
||||
hr
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die vorliegende Erzählung führt die vorausgehende weiter mit der Fragestellung, in wessen Diensten Jesu steht;
|
||||
br
|
||||
| dabei bildet die Heilung des Gelähmten im engeren Sinn (Mk 2,3-12) die Mitte der konzentrischen Gliederung.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Mit dem klaren Bezug auf den Willen Gottes setzt sich Jesus nochmal deutlich vom Vorwurf ab, im Dienste Beelzebuls bzw. der Sünde zu stehen.
|
||||
br
|
||||
| Gleichzeitig macht er deutlich, dass es nicht nur darum geht, Sünde nicht zu tun, sondern aktiv den Willen Gottes umzusetzen.
|
||||
br
|
||||
| Dies ist in einem engen Sinn zu verstehen, wie bei der Betrachtung der vorausgehenden Erzählung aufgezeigt: man ist entweder
|
||||
| Diener der Sünde oder Diener Gottes, und ist aufgefordert, hier auch konsequent zu sein – ganz im Sinne von Röm 6.
|
||||
p.card-text.mb-0
|
||||
| Was es heißt, den Willen Gottes zu tun, das zeigt die Mitte der konzentrischen Gliederung:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Die Vier, die den Gelähmten tragen, scheuen keinen Aufwand, um ihm Heilung zuteil werden zu lassen;
|
||||
| sie stellen sich in den Dienst einer Existenz am Rande (Gelähmter) bzw. eines Menschen, der der Umkehr(hilfe) bedürftig ist.
|
||||
li
|
||||
| Jesus selbst ist auch zu nennen: er ermöglicht mit seinem Gekreuzigtwerden, Sterben, Begrabenwerden und Auferstehen
|
||||
| die heilvolle Schicksalsgemeinschaft mit ihm (Mit-Gekreuzigtwerden, Mit-Sterben, Mit-Begrabenwerden, in der Neuheit des Lebens wandeln),
|
||||
| die von einem der Sünde verfallenen Leben zu einem Leben
|
||||
| im Dienste Gottes befreit (und dazu auch verpflichtet);
|
||||
br
|
||||
| gleichzeitig wird der Weg Jesu selbst als dem Willen Gottes entsprechend dargestellt.
|
||||
li
|
||||
| Schließlich ist auf den Gelähmten selbst zu blicken, der sich erhebt, um in der Neuheit des Lebens zu wandeln;
|
||||
| dazu nimmt er seine Bahre mit, um künftig selber Menschen in einem ganz existentiellen (doppelten) Sinne aufzuhelfen.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q ... der ist für mich ‚Familie‘!
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Eine neue, ethische Definition von Familie
|
||||
hr
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die vorliegende Erzählung führt auch die vorvorausgehende Erzählung weiter, bei der sich die biologische Familie
|
||||
| Jesu auf den Weg zu ihm gemacht hatte;
|
||||
br
|
||||
| nun erhält sie eine klare Abfuhr von ihm, und wir eine neue Definition von Familie:
|
||||
p.card-text
|
||||
i
|
||||
| Wer zur Familie Jesu – der Familie Gottes, der Gemeinde – gehören will,
|
||||
| der muss den Willen Gottes aktiv tun.
|
||||
br
|
||||
| Damit wird die übliche, biologische, über das Blut laufende Definition von Familie aufgebrochen, ja zurückgewiesen,
|
||||
| und eine ethische Definition an deren Stelle gesetzt:
|
||||
br
|
||||
| Die christliche Familie – im Sinne von Gemeinde – definiert sich nicht durch biologische Abstammung,
|
||||
| sondern durch das Tun des Willens Gottes, wozu sie durch Christus befreit wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
|
||||
| und um den sie sich versammelt,
|
||||
| wie hier die Gemeinschaft, auf die Jesus verweist, um ihn sitzt.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Insofern in der Mitte der konzentrischen Gliederung neben der Gesetzes- auch die Völkerthematik eine tragende Rolle spielt
|
||||
| (doppelte Dachöffnung!), bringt die hier vorgenommene ethische Umdefinition von Familie gleichzeitig eine Weitung
|
||||
| in die Völkerwelt mit sich; die biologische Familie Jesu, die hier anklopft, wird damit durchsichtig auf das jüdische Volk.
|
||||
br
|
||||
| Nicht nur eine biologisch-blutlinienmäßige, sondern auch eine völkisch-nationalistische Definition von Familie wird hier
|
||||
| zurückgewiesen mit der neuen, ethischen Definition von Familie, und damit gleichzeitig Platz geschaffen für eine
|
||||
| völkerverbindende Gemeinschaft als „Familie Gottes/Jesu“, die den Willen Gottes in der Nachfolge Jesu tut.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
|
||||
q ...der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Vater!?
|
||||
hr
|
||||
p.card-text
|
||||
| In der Aufzählung der Familienangehörigen fehlt der Vater;
|
||||
br
|
||||
| sicher ganz bewusst.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Denn der <i>eine</i> Vater ist Gott selbst!
|
||||
p.card-text
|
||||
| Dies Vorstellung begegnet auch im Verlassen des (eigenen, biologischen) Vaters durch die Söhne des Zebedäus
|
||||
| sowie dann später bei weiteren Aufzählungen von Familien-Gliedern ist.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Darin liegt auch ein anti-hierarchischer Impuls (wie das Aufgreifen der Macht-Frage im Evangelium an anderen Stellen zeigt).
|
||||
Loading…
Reference in New Issue