Bearbeitung Mk/Zwölf

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Peter Fischer 2022-09-08 16:09:42 +02:00
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h5.card-title Apostelisten h5.card-title Die Zwölf Anteil an Jesu eigener Sendung
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| Jesus beruft die Zwölf als Teilhaber an seiner eigenen Verkündigung und seiner eigenen
| Vollmacht über die Dämonen, um sie später auszusenden.
br
| Ihre Aufgabe ist es, mit Jesus mitzuwirken bzw. nach Ostern sein Werk fortzusetzen.
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| Die Heilung des Aussätzigen in der Mitte der konzentrischen Gliederung zeigt Jesus (Heilung) bzw. den Aussätzigen (Verkündigung)
| als Vorbild.
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| Die Heilung ist dabei als Dämonenaustreibung zu interpretieren machbar aufgrund der Bezüge in vorausgehenden Erzählungen und Verbindungen ;
| gemeint ist mit den Dämonenaustreibungen also das „Reinmachen“ der Menschen in der Taufe, bei der sie den „Austausch“ Jesu mit den „Aussätzigen“ am Kreuz applizieren
| und zur Anwendung kommen lassen.
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| Die Verkündigungstätigkeit des Aussätzigen geschieht nach seinem „Austausch“ mit Jesus
| übertragen also nach dessen in der Erzählung angespielten Tod am Kreuz ;
br
| genauso werden die von Jesus Gesendeten dann vor allem nach Ostern ihre Aufgabe haben, während vorher alles auf Jesus fokusiert bleibt.
br
| Aber auch nach Ostern ist und bleibt Jesus die zentrale Figur, von der alles ausgeht und bei dem alles zusammenläuft,
| worauf die Menschen, die am Ende der Aussätzigenerzählung „von überallher“ <i>zu Jesus</i> kommen, hinweisen.
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h5.card-title Die Zwölf „Stammväter“ des erneuerten Gottesvolkes
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| Da zum Zwölferkreis auch der spätere Verräter Judas zählt und dieser Kreis sehr bald nach Ostern
| keine Rolle mehr spielt (man hat zwar noch Matthias für Judas nachgewählt, doch die Spur der Apostel verliert sich dann in der Apostelgeschichte),
| wird man davon ausgehen können, dass Idee und Bestellung des Zwölferkreises auf Jesus selbst zurückgeht.
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| In der Zwölfzahl wird deutlich, dass Jesus das Zwölfstämmevolk Israel durch sein Wirken erneuern wollte;
| seine Zwölf sollten die neuen Stammväter des erneuerten Gottesvolkes sein.
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| Deutlich wird damit aber auch, dass der historische Jesus sehr wahrscheinlich eine rein innerisraelitische Perspektive
| bzw. ein innerjüdisches Sendungsbewusstsein hatte die Heiden kamen dann erst nach Ostern und erst „durch den Lauf der frühen Gemeinden-Geschichten“
| dazu, wiewohl Verhaltensweisen Jesu hier Andockmöglichkeiten boten, besonders dann aber der Tod Jesu am Kreuz in paulinisch(-markinischer) Interpretation.
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h5.card-title Die Zwölf eine bunte Mischung
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| Die wenigsten Apostel spielen im Evangelium eine Rolle;
br
| als Markus sein Evangelium schreibt, ist der Kreis als solcher und sind die meisten seiner Glieder längst nur noch Erinnerung.
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| Petrus und Andreas sowie Jakubus und Johannes sind uns als Fischer mittlerweile bekannt;
br
| auch die restlichen Apostel dürften eher aus dem „normalen“ bis „einfachen“ Volk stammen zu bedenken ist allerdings das
| zur Herkunft von Jakobus und Johannes Gesagte (→ Philipperhymnus).
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| Auffällig ist, dass etwa auch eine „Simon Kanaanäus“ (=„Simon, der Zelot“) zum Apostelkreis,
| also zum engsten Kreis um Jesus zählte.
br
| Er gehörte damit offensichtlich der Gruppe der Zeloten an, einer militanten Gruppe,
| die durchaus mit Gewalt einen Umsturz in Israel wollte.
br
| Inwieweit er seine Ansichten durch sein Jüngersein angepasst hat oder seine Hoffnungen als Angehöriger der militanten Zeloten auf
| den (in der Überlieferung eher friedliebenden) Jesus gesetzt hat (und dann vielleicht von ihm enttäsucht wurde),
| wissen wir nicht und gehört in den Bereich der Spekulation. Bemerkenswert ist seine Zugehörigkeit zu den Aposteln aber allemal.
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| Ob der Beiname „Iskario“ des Judas als Herkunftsbezeichnung zu interpretieren ist (→ „Isch Qerijot“ = Mann aus Kariot)
| oder doch Judas als „Sikarier“ (= „Dolchträger“ im Sinne von „Meuchelmörder“) ausweist, einer Untergruppe
| der Zeloten, kann auch ncht abschließend geklärt werden, beides erscheint möglich.
br
| Im Hinblich auf „Simon Kanaanäus“ ist aber gerade die letztere Interpretation nicht die unwahrscheinlichste,
| weil sie auch eine gewisse Erklärung geben könnte, warum ausgerechnet Judas zum Verräter wurde.
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| Festzuhalten bleibt, dass Jesus offenbar ganz unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Hoffnungen anziehen konnte;
br
| sicher hat er gerade als Messias <i>durch seinen Tod am Kreuz</i> nicht alle Hoffnungen erfüllen können,
| wie das Kreuz unter einigen Jesus-Jüngern ja auch nachösterlich zum „Ärgernis“ geworden ist (→ Mk 1,34-49).
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h5.card-title
q ... und Judas Iskariot, der ihn dann ausgeliefert hat.
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| Judas und der ehedem Aussätzige ähnlich und doch ganz anders
hr
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist es der Aussätzige, der trotz Verbot verkündet allerdings
| mit dem positiven Aspekt, dass Jesus, wiewohl mittlerweile durch die Berührung des „Aussätzigen“ selbst „Aussätziger“,
| von Leuten „von überallher“ aufgesucht wird.
br
| Man bedenke: als der ehedem Aussätzige seine Verkündigung beginnt, hat der „Austausch“ schon stattgefunden, ist Jesus „schon tot“.
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| Judas dagegen wird wiewohl autorisierter Apostel zum Verräter, der zu Jesu Tod aktiv beiträgt.
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| Der eine wird zum Verkünder der Frohen Botschaft von Jesu Tod zum Heil der Menschen („Austausch“),
br
| der andere hat das (die Menschen erlösende) Unheil, das über Jesus hereinbricht, mit verursacht
| und dabei eine ganz eigenwillige Rolle gespielt (vgl. Mk 14,17-22);
br
| in diesem Sinne ist auch das „ausgeliefert“ zu verstehen, zwar terminus technicus für die Passion Jesu letztlich die erlösende Preisgabe des Sohnes durch Gott ,
| diesmal aber gerade nicht passivum divinum.
| (Lukas verändert vielleicht an dieser Stelle bewusst zum „Verräter“, s. u.)
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h5.card-title Apostellisten im Neuen Testament
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| Im Neuen Testament gibt es 4 Apostellisten bei den Synoptikern (und eine ganz aus der Reihe fallende im Johannes-Evangelium). | Im Neuen Testament gibt es 4 Apostellisten bei den Synoptikern (und eine ganz aus der Reihe fallende im Johannes-Evangelium).
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| Zu beachten ist, dass bei ihm der Zöllner Levi in Matthäus umbenannt wird. | Zu beachten ist, dass bei ihm der Zöllner Levi in Matthäus umbenannt wird.
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b Unterschiede in den Zwölferlisten bei Namen und Beinamen b Unterschiede in der Reihenfolge
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li Petrus steht immer auf dem ersten Platz und Judas Iskariot immer auf dem letzten Platz. li Petrus steht immer auf dem ersten Platz und Judas Iskariot immer auf dem letzten Platz.
li li
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| So stehen hier zwei Brüderpaare nebeneinander: Simon Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus neben seinem Bruder Johannes. | So stehen hier zwei Brüderpaare nebeneinander: Simon Petrus und sein Bruder Andreas, Jakobus neben seinem Bruder Johannes.
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| In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und erscheinen | In der Apostelgeschichte wird diese „familiäre“ Anordnung wieder aufgelöst und die Brüder erscheinen
| als „gemischtes Doppel“, wie auch die anderen Namen in neuen Paarungen erscheinen. | als „gemischtes Doppel“, wie auch die anderen Namen in neuen Paarungen erscheinen.
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| Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht. | Im Matthäusevangelium werden weiters die Positionen von Matthäus und Thomas vertauscht.