Update Mk/Reinigen

Weiterführung Einarbeitung Gesetzesthemtik
master
Peter Fischer 2022-01-29 15:30:21 +01:00
parent b7a0fb3738
commit e2fe614730
1 changed files with 813 additions and 520 deletions

View File

@ -506,6 +506,8 @@ block content
| Der Evangelist macht auch deutlich:
br
| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
li
| Durch seine wenn auch eigentlich verbotene Verkündigungstätigkeit erweist sich der Geheilte als „Menschenfischer“.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -535,7 +537,7 @@ block content
| Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz)
tr
td.card-text
| Jesus verlässt den „einsamen Ort“ und zieht verkündigend durch „ganz Galiläa“
| Jesus verlässt den „einsamen Ort“, nicht aber um sich zurückholen zu lassen; er zieht vielmehr verkündigend durch „ganz Galiläa“
td.card-text
| Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt;
br
@ -553,7 +555,8 @@ block content
| einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm.
li
| Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will ,
| kommen die Menschen in Mk 1,40-45 „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“
| ist es in Mk 1,40-45 die diesen heilende Begegnung mit dem Aussätzigen, die Jesus im Ergebnis in die „Einsamkeit“ treibt; und es
| kommen Menschen „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“
| positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat.
.card.slide.border-primary.mb-3
@ -638,6 +641,18 @@ block content
| den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus;
br
| mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt.
li.small
| Auch etwa bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus oder den Massenheilungen in Mk 1,32-34 war zwar deutlich,
| dass es Jesu Tod am Kreuz ist, der die Ursache der Heilung ist;
br
| aber es überwog doch die Parallele zwischen Jesu Auferwechung („<i>darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“)
| und der Aufrichtung/Heilung der Menschen.
br
| Hier dagegen gibt es gerade keine Parallele zwischen der Heilung des „Aussätzigen“ und Jesu Auferstehung, auch wenn jene am Ende angedeutet ist;
| vielmehr ist der „Austausch“ die einzig mögliche Deutekategorie.
br
| Freilich ist das Thema „Austausch“ schon gegenwärtig gewesen, wo Gal 3,10-14 bzw. Gal 4,4-6 im Hintergrund präsent war;
| explizit ist es aber er hier in einer Erzählung umgesetzt.
li
| So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden:
ol.card-text
@ -833,10 +848,12 @@ block content
br
| und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
li
| Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war in der vorhergehenden Erzählung Thema;
| Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war besonders in der vorhergehenden Erzählung Thema
| (ist aber auch hier präsent, s. u.);
br
| jetzt geht es um den Freikauf als solchen das stellvertretende Tragen des Fluches und es kommen daher
| als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) besonders die Juden in den Blick.
| als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) besonders die Juden in den Blick; die Erzählung ist aber
| wie auch die Ausführungen des Paulus im Galaterbrief generell zu verstehen.
li
| Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt,
br
@ -844,6 +861,21 @@ block content
| der konzentrischen Gliederung:
br
| der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden.
li
| Der „Austausch“ im Sinne von „dem Gesetz unterstellt“ „vom Fluch des Gesetzes freigekauft“ begegnet sowohl in der Erzählung von der Heilung des Aussätzigen
| selbst, als auch im Verhältnis Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: während Jesus „dem Gesetz unterstellt“ ist,
| sind neben dem Aussätzigen auch die Jünger davon befreit: ihr Netz ist zerrissen ( sie müssen nun aber auch aufhören, es zu flicken, s. u.).
li
| Im der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung ist auch der „Segen für die Völker“ (im Sinne von <i>alle</i> Völker, Juden und Heiden verbindend)
| gegenwärtig:
ul.card-text
li
| Die Namen der Apostel vergegenwärtigen Griechen (Simon, Andreas) und Juden (Jakobus, Johannes).
li
| Die Leute kommen „von überallher“ zu Jesus in die „Einsamkeit“.
li
| Die Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ macht mit Gesetzesthematik und „Austausch“ (Freikauf vom Fluch des Gesetzes im Kreuz!)
| sowohl Gal 4,4-5 als auch Gal 4,10-14 gegenwärtig; letztere Stelle (s. o.) nennt den „Segen für die Völker“ als Folge und Ziel des Freikaufes vom Fluch des Gesetzes.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -902,8 +934,11 @@ block content
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Söhne des Zebedäus und der Philipperhymnus Der „Aussätzige“ und das Vierte Lied vom Gottesknecht
h6.card-subtitle.text-muted
| „Auf, mir nach!“ in den (ethischen) Austausch zugunsten der Menschen
br
| „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II
h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung
hr
p.card-text
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“.
@ -921,10 +956,6 @@ block content
| Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt:
br
i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt.
p.card-text
| Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
| die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen.
p.card-text
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
@ -941,32 +972,14 @@ block content
br
| 11 und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
p.card-text
| Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung
| mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext
| und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung
| und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper.
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung ist mit der Heilung des „Aussätzigen“ das Vierte Lied vom Gottesknecht präsent;
| beide Hymnen/Lieder sind aufeinander zu beziehen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
br
| bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
hr
.card.slide.border-secondary.mb-1
.card-body
h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“
h5.card-title Parallelen im Handeln Jesu nach dem Philipperhymnus und bei der Heilung des „Aussätzigen“ vor dem Hintergrund des Vierten Liedes vom Gottesknecht
h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
hr
ul.card-text
@ -1002,7 +1015,7 @@ block content
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
span.bibelstelle Phil 2,3a.4
li
| Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
| Mit „Entäußerung“/„erniedrigen“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
ul.card-text
li
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
@ -1010,8 +1023,31 @@ block content
q.bibeltext
| Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen <i>die vielen zu Gerechten gemacht</i> werden.
span.bibelstelle Röm 5,19
br
| Man beachte, dass die Formulierung in Röm 5,19b eine gewisse Nähe zu
span.bibelstelle Jes 53,11b
| hat, die schon mehrfach im Hintergrund der markinishen Kompositionen entdeckt wurde:
br
q.bibeltext
| Mein Knecht, der gerechte, <i>macht die Vielen gerecht</i>;
br
| er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| Bezieht man was sicher im Sinne des Paulus ist den „Gehorsam“ in Röm 5,19 auf die Gehorsams<i>tat</i>
| des Todes am Kreuz (wie es auch dem Philipperhymnus entsprechen würde), dann hat der Gehorsam Jesu „stellvertretende Wirkung“;
br
| wir sind sehr nahe am Motiv des „Austausches“, das das Vierte Lied des Gottesknechtes bei Jesaja durchzieht.
br
| Zu beachten ist auch, dass bestimmte Züge dieses Liedes sich mit dem Motiv des bei Jesus besungengen „Gehorsam bis zum Tod am Kreuz“
| verbinden können:
br
q.bibeltext
| Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
br
| Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Shaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
span.bibelstelle Jes 53,7
li
| Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in
span.bibelstelle 2 Kor 8,9
@ -1024,20 +1060,70 @@ block content
br
| Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren.
br
span.small
| Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21!
| Markus greift 2 Kor 8,9 in
span.bibelstelle Mk 10,21
| auf, stimmig verknüpft mit dem Gedanken der Nachfolge:
q.bibeltext
| Da sah Jesus ihn (= den reichen Mann) an, umarmte ihn uns sagte:
br
| Eines fehlt dir noch:
br
i Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen
br
| und du wirst einen Schatz im Himmel haben;
br
| dann komm und folge mir nach!
li
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“.
| Das Motiv Erniedrigen/Dienen wieder mit dem Gedanken der Nachfolge begegnet in
span.bibelstelle Mk 10,42-45
| in der Gesamtgliederung genau gegenüber zur Thematik Reichtum! :
br
| Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne.
q.bibeltext
| 42 ... Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
br
ul.card-text.small
| 43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
br
| 44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
br
| 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
br
| Sicher ist hier nicht ein Austausch erzählt es geht ja nicht darum, dass die Machtlosen Mächtige werden , wohl aber ein damit verwandter <i>Positionstausch</i>:
br
| Der Menschensohn dieser Titel assoziiert Macht und Herrschaft wird zum Diener, zum Sklaven.
br
| Die Wendung „Lösegeld für viele“ wiederum fügt sich in das Motiv „Austausch“ perfekt ein.
br
| Ferner begegnet wieder der Ausdruck „für viele“ (→ Jes 53,11b; Röm 5,19).
br
| Der Ausdruck „Sklave“ ist Mk 10,45 und dem Philipperhymnus (Phil 2,7!) gemeinsam.
li
| Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen;
| Bestimmte Züge des Philipperhymnus dürften sich direkt dem Vierten Gottesknechtslied verdanken.
ul.card-text
li
| Dies gilt besonders für die eigentümliche Formulierung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ im Philipperhymnus.
br
| dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a):
| Dass „bis zum Tod am Kreuz“ nachklappt wobei damit auch eine besondere Betonung auf ihm liegt ,
| wird oftmals als Indiz dafür gesehen, dass es sich um eine paulinishe Ergänzung handelt,
| weil er viel Wert auf den Tod Jesu <i>am Kreuz</i> legt, der Tod am Kreuz in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“ ist.
br
| der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden.
| Allerdings könnte auch
span.bibelstelle Jes 53,12a
| im Hintergrund stehen:
q.bibeltext
| ... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
br
| Der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden.
br
| Damit ergeben sich folgende Entsprechungen:
table.table.table-sm
tbody
tr
td sein Leben dem Tod preisgab
td bis zum Tod
tr
td sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ
td bis zum Tod am Kreuz
li
| Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus Grund für die Erhöhung ist:
br
@ -1046,23 +1132,39 @@ block content
br
| <i>weil</i> er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
span.bibelstelle Jes 53,12a-b
br
q.bibeltext
| ... bis Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht ...
span.bibelstelle Phil 2,8-9*
li
| Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied.
i Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied.
li
| Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der
| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des
| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c).
| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen, denn es
| hat soteriologischen Gehalt:
q.bibeltext
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein
span.bibelstelle Jes 53,11d.12c
br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
| Wenn sich aber der Philipperhymus wenigstens zum Teil aus dem Vierten Gottesknechtslied speist,
| dann ist das Motiv der Stellvertretung bzw. des Austausches, das das Vierte Gottesknechtslied prägt,
| auch auf den Philipperhymnus zu übertragen, selbst wenn dieses Motiv nicht explizit auftaucht;
br
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen.
| es ist über Verbindungen zum Vierten Gottesknechtslied (und weiter in christologischen Aussagen) doch da.
br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ im Hymnus analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
br
i um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen.
br
| Gerade deshalb konnte Paulus den Philipperhymnus in seinen Brief als Motivation zum gegenseitigen Dienen aufnehmen.
li
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
br
| Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
br
| und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
li
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
@ -1180,14 +1282,24 @@ block content
br
| Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja,
| um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht,
| ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
| ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
br
| Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“
| in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus,
| muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“:
br
| Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“,
| sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
| und dies soll der Leser tun.
| sondern das Verlassen des hohen Status;
br
| dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
| denn es findet bei ihnen anders als bei Jesus
| ein Wechsel von der soteriologischen Ebene (Netze reinigen → Menschen reinigen → Taufe) auf die ethische Ebene statt;
br
| bei Jesus dagegen ist das ethische Handeln mit dem soteriologischen identisch.
br
| Der Leser soll also bei den Söhnen des Zebedäus einerseits die Anwendung des soteriologischen Handelns Jesu eintragen,
| andererseits im Sinne der Nachfolge, die das soteriologisch-ethische Handeln Jesu zum Vorbild nimmt
| auch den „Austausch“ auf ethischer Ebene:
table.table.table-sm.mt-3
thead
tr
@ -1237,18 +1349,14 @@ block content
br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
li
| So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen:
| So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ (bzw. „Positionstausch“) vollziehen:
br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
span.small (Vgl. Mk 10,21)
br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren.
span.small (Vgl. Mk 10,42-44)
br
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
span.small (Vgl. Mk 10,45)
br
span.small
p.card-text.small
| Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran,
| dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll,
| in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben;
@ -1282,222 +1390,8 @@ block content
li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ...
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
br
| Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus:
br
| Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b);
br
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
br
span.small
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten,
| verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“.
br
| Gott der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar,
| die „jede Zunge“ dazwischen einschließen.
br
| Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28),
| wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist.
br
| Zwar heißt es einnmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache;
| in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“
br
| Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ „phonä“; jeweils mit Omega gebildet.
span.small
| Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen
| von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr
ul.card-text
li
| Wie die Versuchung Jesu seinen Tod zum Heil der Menschen gegenwärtig macht,
br
| so die Heilung der Schwiegermutter des Petrus seine Auferstehung und die Auswirkung der Anteilhabe an Jesu Tod und Auferstehung für den Menschen:
br
| Aufgerichtet zum Dienst.
li
| Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung:
br
| Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“,
| die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht.
li
| Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt:
br
| sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
li
| Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung)
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“)
| und macht so Jesu eigenen Tod präsent;
br
| dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
br
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“;
br
| der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an
| als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“:
br
| durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich ...
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung,
| auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt.
br
| Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt,
| was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt.
li
| Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt,
br
| so sucht Jesus dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde auch die „Wüste“ auf:
br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war; diese Sendung in die Wüste erfüllt ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin.
li
| Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen:
ul.card-text
li
| Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen,
br
| so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“.
li
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist,
| wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war.
li
| Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung
| auf sich genommen hat,
br
| verbindet sich diese Umlenkung
| mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung
| und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen.
br
| Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet
| und damit diesen Weg betont;
br
| es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist wie der Kontext deutlich macht , warum Paulus
| den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert:
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der
ol.card-text
li
| der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden
| auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der
li
| als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte
| und erniedrigte.
li
| So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen
| (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung):
br
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“
| und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
q
@ -1517,7 +1411,7 @@ block content
ul.card-text
li
| Zur Erlösung in Christus zum „Austausch“ gehört essentiell,
| dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
| dass der Gottessohn sich entäußert und erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
br
| Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension.
li
@ -1556,6 +1450,405 @@ block content
| die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben,
| letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
p.card-text.small
| Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung
| mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext
| und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung
| und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ...
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
br
| Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| In Mk 1,32-34 wird erzählt, dass die Menschen ihre Kranken und Besessenen zu Jesus bringen, damit er sie heilt;
br
| sie machen sich damit zu Dienern der Kranken und handeln im Sinne des Evangeliums, das von der Erniedrigung Jesu bis zum Letzten erzählt.
br
| Im Gegenüber zur Taufe Jesu mit der auferweckenden Herrlichkeit Gottes wird
span.bibelstelle Röm 6,4
| präsent:
br
q.bibeltext
| ... Taufe auf den Tod (Jesu), damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
| in der Neuheit des Lebens wandeln.
li
| Dies ist auch auf die Geheilten und von der Besessenheit Befreiten zu übertragen; auch sie wandeln nun „in der Neuheit des Lebens“.
li
| Es begegnet das Gegenüber „der Eine“ ↔ „die Vielen“ mit der doppelten Auswirkung von Jesu Tod am Kreuz:
br
| seine eigene Auferstehung wie die Gerechtmachung der Vielen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b).
br
| Der Tod Jesu ist dabei einerseits in Mk 1,32-34 im Rahmen der Erzählung durch die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“
| und das Schweigegebot an die Dämonen präsent gemacht,
| andererseits in der Tauferzählung in der Taufe (im Sinne des Hineinsteigens ins Wasser) angedeutet.
br
| Dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
p.card-text.small.mb-0
| Die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“ kann deswegen den Tod Jesu präsent machen, weil
| sich der Abend innerhalb des Evangeliums mit der Auslieferung Jesu verbindet und die Notiz, dass „die Sonne untergegangen war“
| die Finsternis, die bei der Kreuzigung Jesu hereinbricht, vergegenwärtigt.
br
| Hinzu kommen aber im Gegenüber als Kontrast die Begleiterscheinungen während des Heraustretens aus dem Wasser bei der Taufe,
| die die Auferstehung andeuten. Hier steht u. a.
span.bibelstelle Jes 53,11
| im Hintergrund:
q.bibeltext Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht.
br
| Ferner ist die Auferstehung mit dem Morgen (→ Mk 16,1-8) als Gegensatz zum Abend assoziiert.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
p.card-text.small.mb-0
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten,
| verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“.
br
| Gott der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar,
| die „jede Zunge“ dazwischen einschließen.
br
| Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28),
| wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist.
br
| Zwar heißt es einmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache;
| in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“
br
| Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ „phonä“; jeweils mit Omega gebildet.
p.card-text.small.mb-0
| Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen
| von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr
ul.card-text
li
| Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung:
br
| Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“,
| die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht.
li
| Ihr Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt:
br
| sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
li
| Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung)
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
li
| Während in der Mitte der konzentrischen Gliederung die Berufenen gehorsam dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
br
| ist es im aktuellen Gegenüber jeweils Jesus, der „gehorsam“ ist: er lässt sich vom Geist in die „Wüste“ führen
| und von Petrus und seinen Begleitern zur Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus bringen.
br
| So wird der „Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ als Ursache des Heils vor Augen geführt: für Jesus
| wie für die Schwiegermutter des Petrus (analog zum Gegenüber „Taufe Jesu“ ↔ „Massenheilungen“, s. o.);
| seine eigene Erhöhung ist (vor allem) im Dienst der Engel (→ Himmel!) angedeutet, die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| unmittelbar erzählt.
br
| Die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird durch die Wüstensendung im Gegenüber in einen größeren Kontext eingeordnet
| und nach vorne wie hinten „verlängert“: Jesus kommt aus der Präexistenz und kehrt abschließend durch die Erhöhung durch Gott in den Himmel zurück.
br
| Der eigenwillige Umstand, dass Jesus seinen Jüngern „gehorsam“ ist, lässt sich durch die Mitte der konzentrischen Gliederung als Brücke verständlich machen:
| Jesus hat sie für seine Sendung in Dienst genommen; es ist und bleibt seine Sendung, aber die Jünger haben darin ihre Rolle als „Wegbereiter des Herrn“
| und können daher hier in der Position des Geistes, der der umfassend „Regie Führende“ ist, auftauchen.
li
| Das Gegenüber macht auch die von Mk 1,14-15 in Mk 1,1-15 rückwärtig getriggerte Kombination von
span.bibelstelle Gal 4,4-5a
| und
span.bibelstelle Röm 8,2
| präsent:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt,
br
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen.
br
| Im aktuellen Gegenüber wird damit das Ziel der Sendung Jesu deutlich: Aufrichtung des Menschen,
| aber nicht zu Herrschern, sondern zu Dienern in der Nachfolge Jesu.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q
| wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| In beiden Erzählungen sind Tod und Auferstehung Jesu gegenwärtig als zentraler Inhalt des Evangeliums Gottes
| und Ursache dafür, dass die Königsherrschaft Gottes zum Greifen nahe gekommen ist:
ul.card-text
li
| Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“)
| und macht so Jesu eigenen Tod präsent;
br
| der Dämon fragt, ob Jesus gekommen sei, ihn und seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“,
| womit der Tod Jesu und seine Heilsbedeutung für die Menschen mit gleichzeitiger Unheilsbedeutung für die Dämonen vergegenwärtigt wird:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
br
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Die Verkündigungstätigkeit Jesu <i>nach</i> der Auslieferung mit Ansage der Königsherrschaft Gottes setzt die Auferstehung Jesu voraus;
br
| ebenso spielt die Betitelung „Heiliger Gottes“ durch den Dämon auf Jesu Auferstehung an:
br
| Jesus ist „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“.
br
| Hier wird die Erhöhung Jesu deutlich, die sich auch im Gehorsam des Dämon ausdrückt.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken zum Heil der Menschen:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
br
| Sie sollen vom Staunen und Rätseln zu Umkehr und Glaube kommen.
li
| Die „neue Lehre in Vollmacht“ in der Erzählung von der Dämonenaustreibung ist das „Evangelium Gottes“, das Jesus verkündet
| und das sich mit dem Anbruch der Königsherrschaft Gottes verbindet:
br
| Während das jüdische Gesetz gegenwärtig in den Schriftgelehrten als insuffizient deklariert wird, was das
| Bannen der Herrschaft der Dämonen betrifft,
| erweist sich das Evangelium als
q.bibeltext eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt
span.bibelstelle Röm 1,16.
br
| So ist das Zeitalter des insuffizienten Gesetzes durch das Zeitalter des rettenden Glaubens an das Evangelium abgelöst.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q
| Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich ...
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung,
| auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt.
br
| Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt,
| was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt.
li
| Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt,
br
| so sucht Jesus dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde auch die „Wüste“ auf:
br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war.
br
| Bei Jesus blitzt das „<i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus auf,
| das sich mit dem Ruf zum Sinneswandel durch Johannes den Täufer verbindet.
br
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird dieser Sinneswandel von den Berufenen, bebildert vor allem an den Söhnen des Zebedäus,
| mit- bzw. nachvollzogen wird; jene, die zur Taufe des Johannes kommen, vollziehen auch diesen Sinneswandel;
| doch durch Petrus, seine Begleiter und „alle“ bei der Verfolgung Jesu in die Wüste wird dieser Sinneswandel infrage gestellt;
| während sie Jesus zur Umkehr bringen wollen, müssen sie selbst den Ruf zum Sinneswandel neu hören und befolgen,
| Verfolgung sein lassen und erneut in die Nachfolge eintreten.
br
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird deutlich, wie der Sinneswandel des einst Gottgleichen sich zum Heil der Menschen auswirkt.
li
| Der Sinneswandel, der zur Taufe, die Johannes verkündet, dazugehört, verbindet sich mit der Umlenkung Auferstehung → Tod am Kreuz
| im Gegenüber im Sinne des „<i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus (s. o.);
br
| beides zusammen macht den den Kontext des Philipperhymnus präsent:
br
q.bibeltext Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
span.bibelstelle Phil 1,27
br
| Der vom einst Gottgleichen vollzogene Sinneswandel ist der Grund, warum Paulus diesen Hymnus im Philipperbrief zitiert:
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| Insofern der Tod Jesu am Kreuz in 10,38 als „Taufe“ bezeichnet werden kann,
| kann die Wendung „Taufe des Sinneswandels“ auch auf auch Entäußerung und Erniedrigung nach dem Philipperbrief bis zum tiefsten Punkt des Todes am Kreuz,
| auf das Mk 1,35-39 anspielt, bezogen werden.
br
| Auf diese „Taufe des Sinneswandels“ des Gottgleichen lassen sich die Menschen taufen zur Vergebung ihrer Sünden, bzw. zur Befreiung aus dem „Netz“ = „Gesetz der Sünde und des Todes“.
br
| Unmittelbar kommt
span.bibelstelle Röm 6,3-4
| in den Sinn passend zum Kontext (Petrus' Rückholaktion!) mit mahnendem Unterton:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind.
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit
| des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| Auch hier begegnet wie bei Markus in Mk 1,35-39! eine Umlenkung der Auferstehungsherrlichkeit:
| weg vom Blick auf den Auferstandenen, weg vom Blick in die Herrlichkeit Gottes, hin auf die Bedeutung der Auferstehung Jesu für das eigene Leben:
br
| „in der Neuheit des Lebens wandeln“: Auferstehung Jesu als Auftrag an seine Jünger:
br
| getauft auf Jesu Tod selber den Sinneswandel des Gottgleichen, der im Tod seine tiefste Manifestation erfuhr, nachvollziehen
| (→ Ruf in die Nachfolge in der Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Das Gegenüber „ganz Judäa“ einerseits und „ganz Galiläa“ (2x „ganz“) macht die Völkerthematik präsent,
br
| passend zu den Namen der Erstberufenen in der Mitte der konzentrischen Gliederung (2x griechisch, 2x semitisch) mit dem zerrisenen „Netz“
br
| sowie zum unteren Ende der konzentrischen Gliederung mit dem Freikauf vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5; 3,10-14,
| der nach
span.bibelstelle Gal 3,14
| geschieht,
br
q.bibeltext damit den Völkern durch ihn (= Jesus Christus) der Segen Abrahams zuteilwird
br
| (s. o.; dabei sind mit „den Völkern“ im Horizont von Gal 3,8 „alle Völker“ gemeint, Juden wie die Völkerwelt, die gemeinsam durch den Glauben Kinder Abrahams werden);
br
| es kommen auch Menschen „von <i>überall</i>her“ zu Jesus.
li
| Wie die Menschen aus „ganz Judäa“ zu Johannes dem Täufer in die Wüste kommen,
| so geht Jesus aus der „Einsamkeit“ = „Wüste“ nach „ganz Galiläa“.
br
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Während Johannes der Täufer in der Wüste aufgesucht wird, um sich taufen zu lassen im Sinne der Umkehr ,
br
| wird Jesus von Petrus in der „Einsamkeit“ = „Wüste“ aufgesucht von Petrus dorthin verfolgt , um Jesus selbst zur „Umkehr“
| zu bringen, auf dass das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werde.
br
| Anders ausgedrückt:
| Während auf der einen Seite das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werden soll (durch Petrus, seine Begleiter und „alle“),
| wirkt das Kreuz Christi sich auf der anderen Seite zum Heil der Menschen aus: sie werden durch die „Taufe auf den Tod Jesu“,
| durch die ein „Mitgekreuzigtsein“ geschieht (→ Röm 6,6) nicht nur von ihren Sünden, sondern von der Herrschaft Satans/der Sünde insgesamt befreit.
br
| Während die einen die Freiheit empfangen, die in Christus Jesus geschenkt ist, sind die anderen im Begriff,
| sich „wieder ein Joch der Knechtschaft auf[zu]legen“ (Gal 5,1).
li
| Insofern zusammen mit Petrus und seinen Begleitern <i>„alle“</i> Jesus suchen im Sinne des Verfolgens und Zurückbringen wollens ,
| was sich hier aufgrund des Kontextes effektiv auf „<i>alle</i> Einwohner Kafarnaums“ bezieht,
| verbindet sich diese Notiz mit „<i>allen</i> Einwohnern Jerusalems“, die zu Johannes dem Täufer kommen,
| und trägt bei diesen „<i>allen</i> Einwohnern Jerusalems“ vom Handeln der „<i>alle</i> (Einwohner Kafarnaums)“ her eine gewisse Ambivalenz ein:
| einerseits Taufe der Umkehr, andererseits das Jesus-wieder-einfangen-Wollen;
br
| im Zentrum dieser Ambivalenz als Mitte der konzentrischen Gliederung stehen die den beiden Polen 1) „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten;
| 2) in die Nachfolge Jesu eintreten;
br
| diese Ambivalenz passt gut zum Kreis um den Herrenbruder Jakobus man beachte, dass dieser Name in der Mitte der konzentrischen Gliederung begegnet
| und dieser einer von denen ist, die das „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten wollen. Vgl. dazu auch die Aussagen des Paulus zum
| sog. „Antiochenischen Zwischenfall“ in Gal 2,11-21, auf den in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung eingegangen wurde,
| weil dieser die Hintergrundfolie für Mk 1,35-39 ist.
br
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums werden immer wieder „Schriftgelehrte von Jerusalem“ zu Jesus kommen, um mit diesem ein Streitgespräch zu führen;
br
| es wird sich zeigen, dass es sich im Evangelium nicht um <i>jüdische</i> Schriftgelehrte, sondern juden-<i>christliche</i> Schriftgelehrte
| handelt, mit denen nicht eigentlich Jesus, sondern Paulus streitet.
li
| Von der Mitte der konzentrischen Gliederung aus betrachtet ist Folgendes bebildert:
ul.card-text
li
i Jesus beruft seine Jünger als Menschenfischer
br
| Johannes der Täufer erweist sich als Menschenfischer, zu dem die Massen strömen, um sich der Umkehrtaufe zu unterwerfen.
br
| Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen betätigen sich als „Jesus-Fischer“, die Jesus zur Umkehr bringen wollen.
br
| Jesus wiederum bricht neu auf, um wie Johannes der Täufer Menschenfischer zu sein.
li
i Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb und folgen Jesus nach
br
| Johannes der Täufer wird als Asket in der Wüste gezeichnet.
br
| Jesus selbst geht den Weg der Entäußerung und Erniedrigung.
br
| Die Söhne des Zebedäus aber wollen zurückhaben.
li
i Das „Netz“ ist zerrissen das Zeitalter des jüdischen Gesetzes ist vorbei: Befreiung!
br
| Die Menschen, die zu Johannes dem Täufer kommen, unterziehen sich von dieser Befreiung her der Umkehrtaufe.
br
| Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen wollen diese Befreiung vom (Fluch des) jüdischen Gesetz(es) rückgängig machen,
| das Gesetz (wieder) aufrichten.
li
| Wie die Ausführungen zum aktuellen Gegenüber nahelegen, dürfte
span.bibelstelle Gal 3,13-14a
| im Hintergrund dieses Gegenübers stehen:
br
q.bibeltext
| Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
br
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt.
br
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird.
ul.card-text
li
| Mk 1,35-39 macht in der Mitte (Einsamkeit, Gebet) das Kreuz als Ort des Loskaufes vom Fluch des Gesetzes präsent,
| an dem Jesus selbst zum Fluch geworden ist;
li
| die Angaben „ganz Judäa“ und „ganz Galiläa“ verkörpern die Völker, denen der Segens Abrahsm zuteilwird;
li
| entsprechend wird das Zuteilwerden des Segens einerseits dem Freikauf gegenüberliegend anhand jener erzählt,
| die zu Johannes dem Täufer kommen und sich taufen lassen,
br
| andererseits im Ziehen Jesu durch ganz Galiläa mit Dämonenaustreibungen angespielt,
br
| wobei sich die Dämonenaustreibungen durch Jesus mit der Taufe durch Johannes den Täufer verbinden.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title