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| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
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| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
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span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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p.small.card-text In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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li
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| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
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q Wüste
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| –
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q Geist
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q Geist
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h6.card-subtitle.text-muted Von der unheilvollen Gemeinsamkeit scheinbarer Gegensätze
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| Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
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| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
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| wie Jesus der Geist eingehaucht wird und wie Jesus sich vom Geist antreiben lässt,
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| so lebt auch der Christ aus dem Geist und soll sich von ihm führen lassen.
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| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
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span.bibelstelle Gal 5,25
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| Der Geist hilft auch – so ist es angedeutet –, eigenen Versuchungen zu bestehen.
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li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
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li
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| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
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span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
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p.small.card-text Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
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| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
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| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
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li
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| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
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| Doch ist dieses Treiben in die Wüste kein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
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| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
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| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
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| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
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| auf den sog. „Philipperhymnus“
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| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
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| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
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| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
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| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
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| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
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| sondern seine himmlische Herrlichkeit – seine „persönliche Komfortzone“ – verlassen hat,
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| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
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| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
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li
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| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
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p.small.card-text
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| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
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| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
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| gegenüberliegen.
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| menschlicher Gesellschaft,
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| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
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span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
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p.small.card-text.mb-0 Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
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| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
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| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
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| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
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| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
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| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
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h5.card-title
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| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
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| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
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br
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| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
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| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
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| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde – für Gott leben“.
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li
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| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
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| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
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| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
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| Die Erstberufenen: „tot für den Sünde – leben für Gott“
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h6.card-subtitle.text-muted Alles verlassen – Menschenfischer
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ul.card-text
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| Das „Mir nach!“ ist im Kontext der unmittelbar vorausgehenden Erzählungen nach der Tauferzählung als
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| „So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus“ (→ Röm 6,11) zu verstehen.
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| Exemplarisch wird dies an den vier Erstberufenen bebildert:
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ul.card-text
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i Simon und Andreas
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br
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| Sie werden als Menschenfischer berufen.
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| Als solche Leben sie ihr Leben für Gott.
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li
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i Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus
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br
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| Sie brechen aus einer Gesellschaft des Habens und menschlichen Machtstrukturen – selbst eigentlich habend und mächtig – aus.
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br
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| Dies gehört zum „tot sein für die Sünde“;
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br
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| das Verharren in beidem wird im Laufe des Evangeliums von Jesus angeprangert werden.
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| Als „Menschenfischer“ helfen die Jünger, Menschen auf diese „Insel des Lebens“ zu retten.
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h5.card-title
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| Der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam der Erstberufenen beim Eintritt in die Nachfolge
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h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Versuchung Jesu und der Philipperhymnus
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hr
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ul.card-text
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li
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| Das unmittelbare Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu – ihr Gehorsam angesichts des Rufes Jesu –
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| spiegelt sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass sich Jesus ohne Umschweife vom Geist
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| in die Wüste treiben lässt:
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br
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| so wie Jesus dem Geist gegenüber gehorsam ist,
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br
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| so sind es die Jünger Jesus gegenüber.
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li
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| Gleichzeitig spiegelt sich das In-Dienst-nehmen-Lassen der Jünger in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass die Engel Jesus dienen:
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br
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| Erde und Himmel dienen Jesus.
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li
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| Versteht man nun noch die Wüste – wie wir es getan haben – als Ort der Gottferne,
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br
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| verbindet diese als „Wüste der Gottferne“ mit dem Tod Jesu am Kreuz, der – wie bereits erwähnt – als Sterben in die Gottferne gezeichnet ist
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| (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mk 15,34),
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br
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| und ist auch – siehe oben – auf Bezüge zum
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| Philipperhymnus aufmerksam geworden, drängt sich regelrecht auf, auch diese Erzählzüge mit dem Philipperhymnus zu verbinden:
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br
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q.bibeltext
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| 8 er erniedrigte sich und war <i>gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz</i>.
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br
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| 9 <i>Darum hat ihn Gott über alle erhöht</i> und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
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br
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| 10 damit <i>alle im Himmel, auf der Erde</i> und unter der Erde <i>ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu</i>
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span.bibelstelle Phil 2,8-10
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br
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| Die Versuchung Jesu besteht demgemäß darin, diesen Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen.
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li
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| Das „Darum“ in Phil 2,9 ist ein betontes Scharnier zwischen Erniedrigung und Erhöhung des einst Gottgleichen;
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| und mit dieser Erhöhung Jesu verbindet sich in Phil 2,10 das Ziel, dass Himmel, Erde und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen;
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br
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| das kann als Zeichen von Hochachtung und Ehrerbietung verstanden werden,
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br
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| das kann im weiteren Sinne aber auch als Gehorsam bis hin zum Dienst verstanden werden.
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br
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| Versteht man jedenfalls den Dienst der Engel und den gehorsamen Eintritt der Jünger in den Dienst Jesu
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| von Phil 2,10 her, ist das Kniebeugen durch Himmel, Erde und Unterwelt zu 2/3 in den Engeln und den Berufenen bebildert.
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li
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| Unterstützend ist die Beobachtung, dass in der Versuchungserzählung die Trias Engel, (gezähmte wilde) Tiere und Satan
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| der Trias „im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ entspricht.
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li
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| Mithin schaut die Erzählung von der Versuchung Jesu beim Dienst der Engel also schon auf die Erhöhung Jesu,
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br
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| ist in einer einzigen Erzählung letztlich die ganze Sendung Jesu gegenwärtig.
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li
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| So betrachtet wird in der doppelten Mitte der konzentrischen Gliederung <i>zweimal</i> der Weg Jesu erzählt:
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br
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| Zunächst das Kommen Jesu zur Taufe und seine Taufe durch Johannes (→ Hineinsteigen im Sinne des Todes)
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| sowie die Ereignisse beim Heraussteigen aus dem Wasser (→ Auferweckung);
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br
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| dann – wieder auf den Anfang zurücksetzend – den Weg Jesu in die „Wüste der Gottferne“ bis hin zum Tod am Kreuz,
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| den Jesus seiner Sendung gemäß gehorsam geht – worauf sich das bei der Taufe geäußerte Wohlgefallen Gottes bezieht –,
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| was in seine abschließend im Dienst der Engel angedeuteten Erhöhung mündet.
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li
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| Der Weg in die „Wüste der Gottferne“ nach dem Hereinbrechen der Herrlichkeit Gottes über Jesus
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| hat eine gewisse Analogie zur Entäußerung und Erniedrigung des Philipperhymnus, auch wenn der Ausgangspunkt dort die Präexistenz ist.
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br
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| Es leuchtet das „Darum“ der Erhöhung auf (→ Wohlgefallen, das Gott in der „Taufe“ Jesu äußert):
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br
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| der Blick auf die bei der Taufe angedeutete Auferstehungsherrlichkeit wird umgebogen auf den Weg dorthin.
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li
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| In diesen Weg von der Erniedrigung zur Erhöhung ist die Berufung und damit die Sendung der Jünger eingeordnet als Weg der Nachfolge:
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br
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| der Gehorsam gegenüber dem Ruf Jesu und in diesem Zug die Entäußerung und Erniedrigung als Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb durch die Söhne des Zebedäus.
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br
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| Und wie Jesus die Jünger quasi auf seinem Weg mitnimmt, so sollen auch die Jünger – als Menschenfischer – andere mitnehmen
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| auf diesem Weg in der Nachfolge Jesu.
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| In der Versuchungserzählung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) drückt das „sogleich“, das keinen Raum zwischen Taufe und Gang in die Wüste lässt,
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| die göttliche Sendung Jesu aus.
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span.small
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p.small.card-text
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| In diesen Verstehenszusammenhang lässt sich auch das „sogleich“ bei der Taufe Jesu einordnen: Jesu wird – als Anfang gelesen – für seine Sendung
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| gerüstet; bzw. Jesu Sendung kommt in der Aufertehung zu ihrem Ziel.
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li
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li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
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li
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| Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
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p.small.card-text
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| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und – eigens erwähnt – auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
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| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
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