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Peter Fischer 854c5e158c Mk/Eingesetzt 2021-09-19 15:19:25 +02:00
Peter Fischer 5b18af4209 Kosmetik 2 2021-09-18 15:18:25 +02:00
Peter Fischer 2d85b2043d Kosmetik 2021-09-18 15:13:51 +02:00
Peter Fischer 58ee1f5c0e Verbesserungen Mk/Voräufer 2021-09-18 15:13:03 +02:00
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@ -20,15 +20,423 @@ block content
.card-body.gliederung
h5.card-title Die Taufe Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zu Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Anfang
|
| I
h6.card-subtitle.text-muted Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu
hr
p.card-text
| Alle Evangelien sind sich darin einig, dass das öffentliche Wirken Jesu <i>nach</i> seiner Taufe durch Johannes den Täufer begann,
| die Taufe für Jesus also einen Einschnitt in seinem Leben bedeutete
br
| (und dann später nach Mk 1,14 auch der Tod des Täufers,
| nach welchem Jesus dann eigenständig in der Öffentlichkeit auftrat).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Anfang
|
| II
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Schöfung
hr
p.card-text.mb-0 Die Wüste als äußerer Rahmen für die Taufe (nach Mk 1,4) steht generell für Neuanfänge:
ul.card-text
li
i Schöpfung
br
| Gen 1,2: Tohuwabohu [„wüst und wirr“] als Beschreibung der Roh-Erde.
li
i Konstituierung des Volkes Israel (Exodus)
br
| Wüstenwanderung aus der Sklaverei in Ägypten hinein ins „gelobte Land“ (Mk 1,2 → Ex 23,20!)
li
i Neuanfang nach dem Exil in Babylon
br
| Wüste als Beschreibung für den Zustand Jerusalems zur Zeit des Exils (Mk 1,3 → Jes 40,3).
br
| „Wüstenwanderung“ von Babylon nach Israel.
br
| Gedanke der „Neuschöpfung“ bei Deuterojesaja.
p.card-text.mb-0 Verschiedene Elemente der Erzählung erinnern an die Schöpfungserzählungen in Gen 1.2:
ul.card-text
li
i Wüste Wasser Geist
br
q.bibeltext
| Im <i>Anfang</i> ... Die Erde war <i>wüst und wirr</i>
br
| und Finsternis lag über der <i>Urflut</i>
br
| und <i>Gottes Geist</i> schwebte über dem <i>Wasser</i>.
span.bibelstelle Gen 1,1-2
br
| Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die „rabbinische Theologie … das Schweben des Gottesgeistes
| über den Wassern (Gen 1,2) mit dem Schweben eines Vogels, einer
| Taube oder eines Adlers veranschaulichen“ kann.
+footnote("Gnilka, Markus I 52")
li
i Gott spricht und es geschieht
br
| Die Zitate in Mk 1,2-3 sind „Wort Gottes“, zwar geschrieben, aber doch gesprochen.
br
| In Mk 1,4 heißt es nun (leider durch die Übersetzungen unkenntlich gemacht!): „Es geschah Johannes der Täufer“,
| in Mk 1,9: „Und es geschah in jenen Tagen ...“.
br
| Dies kann als Anspielung auf das wiederholte „So geschah es“ in der ersten Schöpfungserzählung Gen 1 verstanden werden.
li
i Einhauchen des Lebensatems
br
q.bibeltext
| Da formte Gott, der Herr, den Menschen, Staub vom Erdboden,
br
| und <i>blies in seine Nase den Lebensatem</i>.
br
| So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
span.bibelstelle Gen 2,7
br
| Ein Blick in den griechischen Text des Markus-Evangeliums offenbart,
| dass es in Mk 1,10 nicht heißt, dass der Geist Gottes wie eine Taube <i>auf</i> Jesus herabkam,
br
| sondern <i>in</i> ihn <i>hinein</i>! Wohl ein bewusster, leider durch die deutschen Übersetzungen verdeckter Bezug zu Gen 2,7!
br
span.small
| Beides, „herab“ und „hinein“, ist letztlich sachlich identisch. Auffallend
| ist es allemal. Zumal Mt und Lk von Jes 42,1 her der Stelle, die hier zugrunde liegt
| den Markus-Text verändern und statt „hinein“ „herab“ schreiben.
p.card-text
| Zusammengenommen kann man sagen:
br
| Die Art und Weise, wie Markus von der Taufe Jesu erzählt, macht deutlich:
br
b Markus erzählt mit der Taufe Jesu von einem „neuen Anfang“, von einer „neuen Schöpfung“: Jesus ist der Urtyp eines „neuen Menschen“.
p.card-text.small
| Hier kann uns bewusst werden:
br
| In der christlichen Tradition ist das Doppelereignis von Jesu Tod und Auferstehung der Beginn einer neuen Schöpfung,
| in die der einzelne Christ durch die Taufe hineingestellt wird (vgl. z. B. Röm 6,4).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
hr
p.card-text
| Mk 1,9 erwähnt den Täufer als Vorläufer Jesu nach Mk 1,4-8 explizit;
br
| mit dem „Ereignis“ Taufe, das äußerlich Johannes der Täufer an Jesus vollzieht,
| ist Jesus für sein öffentliches Wirken gerüstet (→ Geistempfang), also sein „Weg gebahnt“.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg ...
br
| Taufe und Tod Jesu und ihre „Beziehung“ zueinander
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe als Gegenpart zum Tod Jesu
hr
p.card-text.mb-0 Die Erzählungen von Tod und Taufe Jesu sind im Markus-Evangelium klar als Kontrapunkte zueinander in Beziehung gesetzt:
ul.card-text
li
i Elija, bzw. Beginn ↔ Ende
br
| Beim Tod Jesu wird Elija „vermisst“ der Leser weiß, dass Elija in Gestalt Johannes des Täufers bereits da war;
| er war Jesu Vorläufer und hat Jesus auch getauft.
br
| Der Weg Jesu, der mit (bzw. kurz nach) der Taufe durch Johannes begann, ist mit dem Tod am Kreuz an ein Ende gekommen.
li
i Geist ein- ↔ aushauchen
br
| Jesus wird bei der Taufe der Geist eingehaucht,
br
| beim Tod am Kreuz haucht er ihn (wieder) aus.
li
i Zerreißen des „Himmels“
br
| Bei der Taufe Jesu „zerreißt“ der Himmel,
br
| beim Tod am Kreuz zerreißt der Vorhang im Tempel (gleiches Verb im Griechischen!); auf diesem war der Kosmos dargestellt!
br
| Es zerreißt also zweimal „der Himmel“ dort als Zeichen der Gottferne im Tempel, hier als Zeichen des Hereinbrechens der Wirklichkeit Gottes in diese Welt.
li
i Gottes Sohn
br
| Bei der Taufe wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen,
br
| im Zuge des Todes Jesu spricht der heidnische Hauptmann das Bekenntnis: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Sohn (eines) Gottes“.
p.card-text
| Insgesamt also Hereinbrechen der Wirklichkeit Gottes bei der Taufe Jesu, Gottferne bei der Kreuzigung Jesu.
p.card-text.mb-0 Zwei Interpretationen sind möglich:
ol.card-text
li
| Der Tod Jesu am Kreuz ist die Umkehrung der Taufe.
br
| Dann aber ist das Ende des Markus-Evangeliums trotz Auferstehungsbotschaft eigentlich nicht auszuhalten.
li
| Die Taufe Jesu ist in ihrer positiven Hälfte des Heraussteigens aus dem Wasser die Umkehrung des Kreuzestodes.
br
| Dafür sprechen:
ul.card-text
li Das Gegenüber zum Tod Jesu ist generell die Auferstehung.
li In Mk 10,35-40 wird mit dem Chiffre „Taufe“ eindeutig der Tod Jesu bezeichnet.
br
span.small Das ist zu beziehen auf die negative Hälfte der Taufe, nämlich das Hinabsteigen ins Wasser.
li
| Paulus spricht in Röm 6 von der „Taufe auf den Tod Jesu“ bei gleichzeitigem Aufruf zum „Wandel in der Neuheit des Lebens“.
li
| Wasser ist auch in der christlichen Taufsymbolik Symbol für das Urchaos („Urflut“ → siehe oben, „Anfang“ II);
br
| auch im Markus-Evangelium ist das Wasser teils Ort der Gefahr und des Todes, vgl. Mk 4,35-41; 6,45-52.
br
span.small
| Wenn Jesus in Mk 6,45-52 auf dem Wasser gehen kann, dann zeigt dies, dass er als Auferstandener über den Tod erhaben ist;
br
| denn er ist ein für alle Mal „aus dem Wasser gestiegen“ = auferstanden.
p.card-text
i Ergebnis
br
b
| Die Erzählung von der Taufe Jesu im Evangelium nach Markus ist eine an den Anfang des Evangeliums gesetzte Erzählung vom Tod
| (Taufe im Sinne des Hinabsteigens in Wasser = Tod)
b und von der Auferstehung Jesu
| („Als er aus dem Wasser stieg ...“).
p.card-text
| Gerade als Auferstandener ist Jesus Urtyp des „neuen Menschen“, vgl. Röm 6,1-14!
p.card-text
| Mithin ist also im ganzen Evangelium, vor allem bei den Wundern Jesu, zu bedenken:
br
i Jesus ist wo er nicht klar als Vorösterlicher zu erkennen ist (Leiden, Tod) schon auch der Auferstandene.
p.card-text
| Die Ansage „Evangelium Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich hier in der Tauferzählung;
br
| das ist ein wichtiges Indiz, dass auch Markus wie Paulus mit „Evangelium“ vor allem Jesu Tod und Auferstehung meint
| (und nur indirekt eine Erzählung vom Leben Jesu; siehe <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>)
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
h6.card-subtitle.text-muted Röm 1,1-4 als Inspiration für den Anfang des Markus-Evangeliums
hr
p.card-text.mb-0 Zwischen Mk 1,1-11(.14-15) und Röm 1,1-4 gibt es klare Bezüge:
q.bibeltext.card-text
| 1 Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apotel, ausgesondert, <i>das Evangelium Gottes zu verkünden</i> (→ Mk 1,14),
br
| 2 das er durch seine Propheten im Voraus verheißen hat in heiligen Schriften (→ Mk 1,2-3):
br
| 3 das <i>Evangelium von seinem Sohn</i> (→ Mk 1,1.11),
br
| der dem Fleisch nach geboren it als Nachkomme Davids,
br
| 4 der dem <i>Geist</i> der Heiligkeit nach eingesetzt ist als <i>Sohn Gottes</i> (→ Mk 1,1.11) in Macht seit der Auferstehung von den Toten,
br
| das <i>Evangelium von Jesus Christus</i>, unserem Herrn (→ Mk 1,1).
p.card-text.mb-0.mt-3
| Diese vielen Bezüge sind kaum Zufall; daher wird man sagen können:
ul.card-text
li Markus hat den Brief des Apostel Paulus an die Römer gekannt;
br
| dies macht es wahrscheinlich, dass er auch andere Briefe des Paulus gekannt hat.
li Markus hat diesen Brief nicht nur gekannt, sondern sich von ihm auch inspirieren lassen.;
br
| dies macht es wahrscheinlich, dass auch weitere Elemente des Markus-Evangeliums von Stellen in Paulus-Briefen inspiriert sind.
li Das Hineinkommen des Geistes in Jesus bei der Taufe, wie sie Markus erzählt, steht sicher in Verbindung zu Röm 1,4;
br
| dies unterstreicht den obigen Befund.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
br
q An dir habe ich Wohlgefallen gefunden
h6.card-subtitle.text-muted Auftrag und Erfüllung: Jesus als <i>der</i> „Wegbereiter Gottes“
hr
ul.card-text
li Von Jes 40,3 her bedeutet der Aufruf, den Weg des Herrn zu bereiten, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen.
li Dies hat Johannes mit Predigt und Vollzug der Umkehrtaufe getan, in gewisser Weise auch durch die Taufe Jesu (wobei hier aber der ethische Aspekt fehlt!).
li
| Das an Jesus adressierte „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ aus dem Munde Gottes
| in Mk 1,11 könnte im Sinne der „freien Gnadenwahl Gottes“ verstanden werden,
br
| im Blick auf die Konzentrik ist es aber eher als positive Reaktion auf
| den Auftrag „Bereitet den Weg des Herrn!“ zu lesen.
li
| Versteht man die Erzählung der Taufe Jesu von Tod und Auferstehung Jesu her, ist auch die inhaltliche Bestimmung,
| der inhaltliche Grund des Lobes klar: Jesu Weg ans Kreuz!
li
| Die „Begleiterscheinung“ der Taufe Jesu Aufreißen der Himmel, Geistherabkunft, insgesamt „Neuschöpfung“
| machen jedenfalls deutlich:
br
i Mit der „Taufe“ Jesu also letztlich in der Auferstehung Jesu bricht Gottes Wirklichkeit in diese Welt ein!
li
| In diesem Sinne ist Jesus also selber „Wegbereiter des Herrn“, nämlich Gottes selbst!
li
i Durch seinen Weg ans Kreuz, den Gott mit der Auferweckung „beantwortet“ (vgl. Phil 2,6-11! [V 9: „Darum“!]), ist Jesus also
| der
i Wegbereiter Gottes
| schlechthin
i geworden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Unsichtbare Sichtbarkeit
hr
p.card-text
| Was bei der Taufe geschieht, ist für die Umstehenden nicht sichtbar; nur Jesus sieht es.
br
| → Die Taufe ist keine Show für Zuschauer, sondern schafft eine verborgene Wirklichkeit, die sich durch Wort und Tat auswirken wird.
br
span.small Das ist auch für unsere christliche Taufe ein wichtiger Impuls!
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Anspielungen auf alttestamentliche Stellen
h6.card-subtitle.text-muted Schriftgemäßheit des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Die Worte der „Stimme vom Himmel“ [= Stimme Gottes] enthalten Anspielungen auf alttesamentliche Stellen.
li Sie lassen sich alle mit dem Weg Jesu in Verbindung setzen;
br
| sie unterstreichen dessen Schriftgemäßheit (wie schon Mk 1,2-3).
li
| Sie beleuchten Jesu Beziehung zu Gott, seinen Einklang mit Gott, seine Sendung, seine
| künftige Herrlichkeit, aber auch die Schwere des vor ihm liegenden Weges, den er im
| Auftrag Gottes gehen wird.
li
i „geliebter Sohn“
ul.card-text
li
| → Abrahams schwerer Weg mit seinem geliebten Sohn Isaak (Gen 22,2.12.16; Erzählung von der „Nichtopferung Isaaks“)
li
| → Joseph als geliebter Sohn Isaaks (Gen 37,3-4), der dann einen schweren Weg Verkauf durch die Brüder, Falschaussage auf sich nehmen muss,
| schließlich aber „zweiter Mann im Staat“ wird, sich mit den Brüdern versöhnt und aller Welt Brot zum Essen bringt.
br
| Dieser Joseph (Gen 37-50) kann in besonderer Weise als Vorläufer Jesu verstanden werden; darauf wird zurückzukommen sein.
li
i „Du bist mein Sohn“ (Ps 2,7)
br
| Urchristlich auf die Auferweckung und Erhöhung Jesu bezogen → Apg 13,33
li
i „an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“
br
i „ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“
br
span.bibelstelle Jes 42,1
q.bibeltext
| Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, <i>an ihm finde ich Gefallen.</i>
br
| Ich <i>habe meinen Geist auf ihn gelegt</i>, er bringt den Nationen das Recht.
br
| → Gottesknecht, der Israel und allen Menschen Heil bringen soll.
br
span.bibelstelle Jes 53,10-11
q.bibeltext
| Doch <i>der Herr hat Gefallen</i> an dem von Krankheit Zermalmten ...
br
| Nachdem er vieles ertrug, <i>erblickt er das Licht</i> ...
br
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| → Viertes Lied vom Gottesknecht;
br
| versteht man die Erzählung der Taufe von Tod und Auferstehung Jesu her,
| dann ist dieser Bezug sehr nahe liegend; vgl. auch das „Sehen“ in Jes 53,11 und Mk 1,10!
br
span.small Die Gerechtsprechung der Vielen in Bezug auf Taufe bzw. Tod und Auferstehung Jesu wird immer wieder Thema bei Markus sein.
p
| Der Kommende ist stärker als Johannes; der ist es <q>nicht wert</q>, diesem den niedrigsten Dienst zu leisten:
br
| dem korrespondiert das Sohn-Gottes-Sein Jesu; dennoch hat dieser sich von Johannes taufen lassen
| → Selbstverleugnung!
.card.slide.border-primary.mb-3
h5.card-header Jesus, der Stärkere
.small
| Weitere konzentrische Beziehungen
.card-body
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesus wird von Johannes getauft
h6.card-subtitle.text-muted Selbstverleugnung Jesu
hr
ul.card-text
li Johannes hatte sich Mk 1,7 als unwürdig bezeichnet, an dem nach ihm kommenden Stärkeren das ist hier Jesus den niedrigsten Sklavendienst zu verrichten
| (die Riemen der Sandalen zu lösen).
li
| Dennoch lässt sich Jesus, der Stärkere weil Sohn Gottes (→ Mk 1,7 [Mitte] mit Mk 1,1 [oben] und Mk 1,11 [unten]), von Johannes taufen.
li
| Diese hier vollzogene Unterordnung Jesu gegenüber Johannes in der Taufe kann (im Sinne des Evangeliums) als Selbstverlegnung Jesu verstanden werden darauf wird zurückzukommen sein.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Geistempfung zur Geisttaufe
hr
ul.card-text
li In Mk 1,8 kündigt Johannes die Geisttaufe durch den Stärkeren an.
li In Mk 1,10 wird Jesus mit diesem Geist ausgestattet.
br
| So kann Jesus die Geisttaufe vollziehen.
hr
.card.slide.border-secondary.mb-3
.card-body
h5.card-title Die Konzentrik von Mk 1,1-3 in Mk 1,1-11
hr
p.card-text.mt-0 Die konzentrische Gliederung von Mk 1,1-3 im Kleinen entspricht der konzentrischen Gliederung von Mk 1,1-11 im Großen:
ul.card-text
li Mk 1,1-2a: Jesus, Gottes Sohn; Ankündigung Jesaja-Zitat
br
| → Mk 1,1-3: Anfang des Evangelium, mit Jesaja-Zitat am Ende.
li Mk 1,2b: Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
br
| → Mk 1,4-8: Wirken Johannes des Täufers, des Vorläufers Jesu, der ihm den Weg bahnt.
li Mk 1,3: Zitat aus Jesaja mit dem Aufruf, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen
br
| → Mk 1,9-11: Taufe Jesu, <i>des</i> Wegbereiters Gottes <i>schlechthin</i> (→ Tod und Auferstehung) mit Anspielung auf Jes 42,1; 53,10-11
| und Anrede Jesu durch Gott als „mein geliebter Sohn“
//-
.small
h6 Detailliertere Gliederungsvariante
p

View File

@ -31,8 +31,352 @@ block content
h5.card-title Die Versuchung Jesu
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
hr
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
| 2 Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
br
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der einen Weg bahnen wird.
br
q 3 Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 4 So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zu Vergebung der Sünden.
br
| 5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
br
| sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-1.bibeltextkonzentr
| 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
br
| und er lebte von wildem Honig.
br
| 7 Er verkündete:
q
| Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
br
| ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
br
| 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
br
| 10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er,
br
| dass der Himmel aufriss und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
br
| 11 Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
q Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
p.card-text.konzentr-3.bibeltextkonzentr
| 12 Und sogleich trieb der Geist Jesus in die Wüste.
br
| 13 Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Saten in Versuchung geführt.
br
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Anfang
h6.card-subtitle.text-muted Anspielungen auf die Schöpfungserzählungen Gen 1.2
hr
p.card-text.mb-0
| Die Erzählung von der Versuchung Jesu ist reich an Anspielung an die Schöpfungserzählungen incl. „Sündenfall“ im Buch Genesis:
ul.card-text
li
i Gottes Geist
br
| Der Geist Gottes, der über dem Wasser schwebte (Gen 1,2 [Mk 1,10]), treibt Jesus in die Wüste (Mk 1,12).
li
i Wüste
br
| Urzustand der Erde nach Gen 1,1 [„wüst und wirr].
li
i Satan, Versuchung
br
| Versuchung des ersten Menschenpaares in Gen 3.
li
i Wilde Tiere, mit denen Jesus zusammenlebt
br
| Zusammenleben von Mensch und Tier nach Gen 1,24-31, wobei jede Konkurrenz-Situation ausgeschlossen ist,
| da Mensch wie Tier als Vegetarier vorgestellt sind und beide unterschiedliche Pflanzen als Nahrung zugewiesen bekommen.
li
i Engel dienen Jesus
br
| Nach der Vertreibung aus dem Paradies bewachen Kerubim also Engel im weiteren Sinne das Paradies, damit der Mensch nicht zurück kann (Gen 3,24).
p.card-text
i Diese Anspielungen verbindet die beiden Erzählungen „Taufe“ und „Versuchung“ miteinander.
br
| Setzt man voraus, dass Jesus die Versuchung besteht, führt Markus sein Thema „neue Schöpfung“ bzw. „neuer Mensch“ fort.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Versuchung
hr
ul.card-text
li Worin die Versuchung Jesu bestand, wird nicht erwähnt!
li.small Insgesamt ist die Erzählung deutlich kürzer als die Fassungen bei Matthäus und Lukas, die beide auch aus der „Logienquelle“ schöpfen.
li
| Durch die Offenheit, was Versuchung ist, kann sich die Versuchungserzählung mit vielen Erzählungen innerhalb des Markus-Evangeliums verbinden
| (→ fortschreitende Konzentrik), die Versuchung Jesu also verschiedene Facetten haben und Jesus auch Hinweise zum Thema Versuchung geben.
li
| Insgesamt wird deutlich werden, dass es um den Weg Jesu (Dienen, Kreuz) geht der mehr ist als eine Herausforderung und auf dem deswegen die Versuchung lauert, diesen Weg zu verlassen.
li
| Wie Jesus mit der Versuchung umgeht und ob er sie besteht, ist noch nicht erzählt.
br
| Letzteres ist freilich Voraussetzung, letztlich Inhalt und Grund des Evangeliums.
li
| Mithin ist „Versuchung“ also nicht etwas Singuläres am Anfang des bzw. vor dem Wirken Jesu, sondern etwas, das seinen Weg bis zum Ende begleitet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Wüste
hr
ul.card-text
li Sicher ließe es sich plausibel machen, dass sich Jesus in einer Wüstenregion Israels auf sein Wirken vorbereitete.
li Der Bezug zu Gen 1,1 ist aber sicher nicht irrelevant: Urzustand der Welt <i>vor</i> der Schöpfung.
li In Jes 40,3 ist „Wüste“ übertragen gemeint und bezeichnet die Situation der Gottferne in Jerusalem (Zeit des Exils in Babylon).
li
| Daher ist „Wüste“ hier sicher auch übertragen zu verstehen:
br
i Wüste symobiliert die Welt unter der Herrschaft der Sünde, die den Menschen verführt hatte (Gen 3!) (und es nun auch bei Jesus versucht).
li Dies ist der „Urzustand“ der Welt, auf den Jesus mit seinem Wirken, auf den das Evangelium trifft.
.card.slide.border-secondary.mb-3
.card-body
h5.card-title Vierzig
hr
p.card-text
| Die Zahl Vierzig ist wie letztlich die ganze Erzählung symbolisch zu verstehen;
br
| sie erinnert an die 40 Jahre der Wüstenwanderung des Volkes Israel (Ägypten → Land Israel);
| wieder wird dieses grundlegende Ereignis in der Geschichte Gottes mit seinem Volk erinnert.
p.card-text
| Während dieser Wüstenwanderung so erzählen die Bücher Exodus bis Deuteronomium
| hat das Volk immer wieder gegen Gott gemurrt und gegen ihn aufbegehrt, ist also schuldig geworden und hat dem Satan Raum gegeben.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Er lebte bei den wilden Tieren
hr
p.card-text
| Im Nachgang zur Taufe (Geisteinwohnung in Jesus) kann die Notiz mit den wilden Tieren anleiten, Jes 11,1-9 zu vergegenwärtigen:
q.bibeltext.card-text
| 1 Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bricht Frucht!
br
| 2 <i>Der Geist des Herrn ruht auf ihm</i>;
br
| der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke,
br
| der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
br
| 3 Und er hat Wohlgefallen an der Furcht des Herrn.
br
| Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nach dem Hörensagen entscheidet er nihct,
br
| 4 sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist.
br
| Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes
br
| und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen.
br
| 5 Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden.
br
| 6 Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein.
br
| Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.
br
| 7 Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jugen liegen beieinander.
br
| Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
br
| 8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlage streckt das Kind seine Hand aus.
br
| 9 Man tut nichts Böses udn begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg;
br
| denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie die Wasser das Meer bedecken.
ul.card-text.mt-3
li
| Klar wird hier auf den guten Zustand der Schöpfung nach Gen 1 angehoben, wo auch alle Tiere als Vegetarier vorgestellt werden
| und im Hintergrund ein gutes Miteinander in Gottes guter Schöpfung vorgestellt ist.
li
| Von daher assoziiert das Sein Jesu mit den wilden Tieren in Verbund mit der dienenen statt das Paradies versperrenden Rolle der Engel,
| dass durch Jesus eine neue Zeit eröffnet werden wird, in der die „Wunden der Schöpfung“ geheilt sein werden, ein Zustand
| quasi wie „vor“ dem Sündenfall des ersten Menschenpaares.
br
| Eine Zeit, in der umfassender Friede herrscht und in der es keine Gewalt (mehr) geben wird.
br
| Eine Zeit, in der versöhntes Zusammenleben auch einstiger scharfer Gegensätze möglich und real ist.
li
| Schon (Trito-)Jesaja träumte von einer solchen Zeit und auch er verband dies mit dem Stichwort „neue Schöpfung“:
br
q.bibeltext
| Ja, siehe, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
br
| Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn. ...
br
| Wolf und Lamm weiden zusammen und der Löwe frisst Stroh wie das Rind ...
br
| Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg, spircht der Herr.
span.bibelstelle Jes 65,17.25
li
| Diese neue Welt zu erschaffen erwartete man von Gott bzw. durch seinen Gesandten (vgl. auch oben Jes 11,1-9).
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
hr
ul.card-text
li
| Nach Mk 1,12 ist es der Geist (Gottes), der Jesus in die Wüste treibt und damit an den Ort der Versuchung.
br
| In gewisser Weise kann also der Geist Gottes als „Bote“ Gottes verstanden werden, der Jesu weg bahnt.
br
| Wie Mk 3,22-30 zeigen wird, steckt hinter dem Wirken Jesu insgesamt der Heilige Geist;
br
| vgl. auch Röm 1,4 („dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
li
| Die Anspielungen auf die Schöpfungserzählungen bzw. den Sündenfall des ersten Menschenpaares legen aber auch eine andere Interpretationsmöglichkeit nahe:
br
| Der „Vorläufer“ Jesu ist Adam, der „erste“ Mensch, der durch seinen Sündenfall nicht nur das Geschick der Menschheit
| bestimmt hat, sondern auch zur Sendung Jesu geführt hat.
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h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
hr
ul.card-text
li Diesem Aufruf, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen, steht die Versuchung durch Satan gegenüber.
li In der Erzählung selbst entspricht dies dem Gegenüber Geist (Gottes) Satan.
li Es wird zur Entscheidung gerufen, in wessen Dienst man treten will.
li
| Derartige Gegenüberstellungen begegnen immer wieder in den Briefes des Apostes Paulus wechselnden Bezeichnungen des Gegenüber;
| inhaltlich läuft es immera auf das Gegenüber Gott Satan/Sünde hinaus:
ul.card-text
li
i Gott Sünde
br
q.bibeltext
| So begrift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. ...
br
| Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit,
br
| sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die aus Toten zu Lebenden geworden sind,
br
| und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes!
span.bibelstelle Röm 6,11.13
li
i Geist (von der Sünde okkupiertes) Fleisch
br
span.small Hier geht es nicht um sexuelle Begierden, sondern um das Begehren nach Gen 3!
br
q.bibeltext
| Ich sage aber: Wandelt im Geist, dann werde ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen!
br
| Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch,
br
| denn dieses sind einander entgegengesetzt,
| damit ihr nicht tut, was ihr wollt. ...
br
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
span.bibelstelle Gal 5,16-17.25
li
| Letztlich ist hier das große Gegenüber zwischen Gott und Satan/Sünde eröffnet, das den Weg Jesu bestimmt
| und in das auch jeder Christ gestellt ist (vgl. Röm 6!).
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h5.card-title Das Gegenüber von Taufe der Vielen und der Taufe Jesu in der konzentrischen Gliederung
h6.card-subtitle.text-muted Schicksalsgemeinschaft und Adam-Christus-Parallele
hr
p.card-text
| Gerade in jener Gliederung, in der durch die Anspielung auf die Schöpfungserzählungen und das Thema Versuchung
| der Sündenfall des ersten Menschenpaares präsent wird, liegen sich die Taufe Jesu einerseits
| und die Taufe der zu Johannes gekommenen Scharen andererseits gegenüber.
p.card-text
| Dies kann in zwei sich ergänzende Richtungen ausgelegt werden:
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h5.card-title Schicksalsgemeinschaft der Glaubenden mit Jesus
hr
p.card-text
| Dies ist ein großes Thema bei Paulus.
q.bibeltext.card-text
| Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben.
br
| Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
span.bibelstelle.card-text 2 Kor 5,14b.15
br.mb-3
q.bibeltext.card-text
| Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mnit der seiner Auferstehung sein.
span.bibelstelle.card-text Röm 6,3-5
br.mb-3
p.card-text
| Diese Lehre von der Schicksalsgemeinschaft verbindet sich mit der Tauftheologie im Sinne einer Grundlegung der Schicksalsgemeinschaft auf das Leben mit bzw. (künftig) bei Gott hin,
br
| gleichzeitig beinhaltet sie den Ruf, wie Jesus zu handeln, also wie er „den Weg des Herrn zu bereiten“ und nicht (mehr) Sklave der Sünde zu sein
| (vgl. auch den weitern Fortgang in Röm 6!).
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h5.card-title Adam-Christus-Parallele
hr
p.card-text
| Auch dies ist ein wichtiges Thema bei Paulus.
q.bibeltext.card-text
| 12 Wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu allen Menschen gelangte, weil alle sündigten
br
| 14 ... gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.
br
| 15 Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade;
br
| sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen,
br
| so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden.
br
| 16 Und anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe:
br
| Denn das Gericht führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung.
br
| 17 Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,
br
| so werden erst recht diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
br
| 18 Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam,
br
| so kommt es auch durch die gerechte Tat eines Einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung, die Leben schenkt.
br
| 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br
| so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.
span.bibelstelle.card-text Röm 5,12-21*
ul.card-text.mt-3
li Adam und Christus sind jeweils <i>der Eine</i>, der das Schicksal der zu ihm Gehörenden bestimmt (→ „Urbild“).
li Durch Adam wurden alle zu Sündern, die dem Tod anheimgefallen sind (→ Erbsünde).
li Durch Christus werden alle zu Gerechten, das heißt neu in die Gemeinschaft mit Gott aufgenommen.
li
| Markus spielt auf diese Thematik an, indem hier gegenüberliegend einerseits die Taufe des Einen, nämlich Jesus,
| erzählt,
br
| und andererseits schreibt, dass „<i>Ganz</i> Judäa und <i>alle</i> Einwohner Jerusalems“ zu Johannes dem Täufer zogen uns sich von ihm taufen ließen.
li
| Jesus ist der „neue Adam“, der der Versuchung standgehalten hat und so ein neues „Urbild“ geworden ist.
//-
.small
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante
p

View File

@ -110,8 +110,8 @@ block content
p.card-text
| Johannes fand ein gewaltsames Ende; Grund dafür war seine Kritik an den Mächtigen.
hr
.slide.mb-3
hr
p.card-text.mb-0.konzentr-2.bibeltextkonzentr
| 1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes.
br
@ -188,9 +188,8 @@ block content
li
| Johannes der Täufer hatte wohl unmittelbar Gottes Kommen und Eingreifen erwartet doch es kam anders:
br
| nicht Gott kam zum großen Gerichtstag, sondern Jesus kam, um Gottes Reich zu verkünden und in Tod und Auferstehung zu erschließen;
br
| in gewisser Weise hat die Jesus-Bewegung die Johannes-Bewegung „beerbt“.
| nicht Gott kam zum großen Gerichtstag, sondern Jesus kam, um Gottes Reich zu verkünden und in Tod und Auferstehung zu erschließen
| so zumindest die christliche Perspektive.
li
| Johannes der Täufer und Jesus verbindet auch das gemeinsame Schicksal des gewaltsamen Todes durch die Mächtigen.
li
@ -200,15 +199,19 @@ block content
br
span.small
| Die christliche Taufe lässt sich letztlich nur von der Johannes-Taufe her schlüssig ableiten.
br
| In gewisser Weise hat die Jesus-Bewegung die Johannes-Bewegung zumindest zum Teil personell und ideell „beerbt“.
li
| Das Verhältnis Jesu zu Johannes war offenbar ein Reiztehema.
br
| Wer ist von beiden der Wichtigere, Größere?
| Wer ist von beiden der Wichtigere, Größere? Virulent wurde diese Fragestellung vor allem im Austausch mit Täuferjüngern (die es auch nach dem Tod des Täufers gab).
br
| Gerade, wenn bewusst war, dass Jesus einst Schüler von Johannes war und dieser sich von jenem hat taufen lassen, hatte Johannes einige Argumente für sich.
br
| Zumal ja nur die Christen selber an die Auferstehung Jesu glauben.
br
span.small
| Hier muss man ergänzen, dass nicht in allen Strömungen des frühen Christentums Jesu Tod und Auferstehung jenes Gewicht haben wie in der paulinisch-markinischen Tradititon
| Hier muss man auch ergänzen, dass nicht in allen Strömungen des frühen Christentums Jesu Tod und Auferstehung jenes Gewicht haben wie in der paulinisch-markinischen Tradititon
| und in der späteren „offiziellen“ christlichen Lehre;
br
| etwa in der sog. Logienquelle die Mt und Lk neben Mk und Sondergut benutzt haben (→ Zweiquellentheorie) spielen Jesu Tod und Auferstehung zumindest im soteriologischen Sinne (→ „Erlöst durch Jesu Tod“) keine Rolle.
@ -218,13 +221,25 @@ block content
| In diesen Kontext sind die VV 7.8 einzuordnen:
ul.card-text
li
| Der Stärkere, den Johannes verkündet und dem gegenüber er nicht mal würdig ist, den niedrigsten Dienst das Lösen der Riemen an den Sandalen auszuüben, ist nach Ausweis des Evangeliums insgesamt eindeutig Jesus;
| Der Stärkere, den Johannes verkündet und dem gegenüber er nicht mal würdig ist, den niedrigsten Dienst das Lösen der Riemen an den Sandalen auszuüben, ist nach Ausweis des Evangeliums insgesamt eindeutig Jesus (siehe auch unten);
br
| damit wird Johannes im Vergleich zu Jesus zum eindeutig Schwächeren, ja fast Nichtigen.
li
| Der Evangelist bzw. die christliche Tradition legt Johannes eine Abwertung seiner eigenen Taufe in den Mund:
br
| die Wassertaufe wird durch die Geisttaufe getoppt werden.
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.card-body
h5.card-title
q ... der stärker ist als ich
hr
p.card-text
| Aus der konzentrischen Gliederung geht eindeutig hervor, wer damit gemeint ist:
br
| Jesus Christus, Sohn eines Gottes.
br
| Aufgrund des Attributes „Sohn (eines) Gotes“ ist auch klar, warum dieser im Vergleich zu Johannes dem Täufer „stärker“ ist.
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