Verbesserungen Einleitung MkEv, vor allem für Präsentationsmodus

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Peter Fischer 2021-09-08 20:09:13 +02:00
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h6.card-subtitle.text-muted Das Werk über seine Adressaten
hr
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li Offenbar des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig
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li
i Offenbar des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig
ul
li Hebräische/aramäische Worte werden ins Griechische übersetzt.
li.slide Dies könnte aber auch bei Juden nötig sein, die nicht im Heiligen Land selbst aufgewachsen sind („hellenistische Juden“ mit Muttersprache Griechisch)
li.slide Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den touch des Altehrwürdigen.
li.slide Mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut
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li Jüdische Bräuche werden im Evangelium erklärt (Reinheitsvorschriften in Mk 7).
li.slide Das wäre bei Juden als Adressaten nicht nötig.
li Dies könnte aber auch bei Juden nötig sein, die nicht im Heiligen Land selbst aufgewachsen sind („hellenistische Juden“ mit Muttersprache Griechisch)
li Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den touch des Altehrwürdigen.
li.slide
i Mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut
ul
li Jüdische Bräuche werden im Evangelium erklärt (Reinheitsvorschriften in Mk 7).
li Das wäre bei Juden als Adressaten nicht nötig.
li
| In Mk 7 wird verallgemeinernd von „allen Juden“ gesprochen, was historisch nicht stimmig ist das würden Juden auch außerhalb des Heiligen Landes sicher wissen;
| der Autor würde sich selbst in Misskredigt bringen.
@ -35,37 +37,41 @@ block content
h5.card-title Claudius-Edikt 49 n. Chr.
h6.card-subtitle.text-muted Ein die Gemeinde prägendes Ereignis der Vergangenheit
hr
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ul.card-text
li Verfügt die Ausweisung der Juden aus Rom.
li.slide Anlass: Unruhen wegen eines „Chr[e|i]stus“ → Streitigkeiten in der jüdischen Gemeinde in Rom wohl aufgrund der gesetzesfreien Heidenmission.
li.slide
li Anlass: Unruhen wegen eines „Chr[e|i]stus“ → Streitigkeiten in der jüdischen Gemeinde in Rom wohl aufgrund der gesetzesfreien Heidenmission.
li
| Wahrscheinlich wurden nicht alle Juden vertrieben,
| sondern vor allem jene Judenchristen, die Heiden ohne Beschneidung und Verpflichtung auf die Speisegebote/Reinheitsvorschriften in die Gemeinde aufnahmen.
li.slide Kaiser Claudius wollte mit seinem Edikt wohl schlicht den Anlass für die Unruhen beseitigen.
li.slide
li Kaiser Claudius wollte mit seinem Edikt wohl schlicht den Anlass für die Unruhen beseitigen.
li
| Prominente Betroffene:
| Priska und Aquila, eine Ehepaar, auf das Paulus in Korinth trifft (Apg 18,2);
br
| zur Zeit der Abfassung des Römerbriefes Frühjahr 56 oder Winter 56/57 sind beide aber wieder in Rom (Röm 16,3).
p.card-text.slide.mb-0
b Schlussfolgerungen
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.card.mb-3.slide
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h5.card-title Schlussfolgerungen
hr
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li Bereits vor 49 n. Chr. gab es in Rom erfolgreiche Heidenmission.
li.slide Die Gemeinde bestand demnach aus Judenchristen (= Juden, die sich zu Jesus als Messias bekennen) und Christen aus den Völkern („Heidenchristen“ = ehemaligen Heiden, die den christlichen Glauben angenommen haben).
li.slide Mit der Ausweisung der Judenchristen blieben praktisch die Heidenchristen allein übrig.
li.slide Als Folge dürfte sich das Heidenchristentum in Rom mehr oder weniger selbstständig weiterentwickelt haben.
li.slide
li Die Gemeinde bestand demnach aus Judenchristen (= Juden, die sich zu Jesus als Messias bekennen) und Christen aus den Völkern („Heidenchristen“ = ehemaligen Heiden, die den christlichen Glauben angenommen haben).
li Mit der Ausweisung der Judenchristen blieben praktisch die Heidenchristen allein übrig.
li Als Folge dürfte sich das Heidenchristentum in Rom mehr oder weniger selbstständig weiterentwickelt haben.
li
| Mit dem Regierungsantritt von Kaiser Nero 54 n. Chr. durften auch die Juden bzw. Judenchristen wieder nach Rom.
br
| Dies barg durchaus Konfliktpotential für die Gemeinde.
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b Spuren im Evangelium
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h5.card-title Spuren im Evangelium
ul.card-text
li Diese wichtige Episode der christlichen Gemeinde in Rom erklärt recht gut Nähe und Distanz zur jüdischen Überlieferung, wie sie im Evangelium feststellbar ist.
li.slide Markus selbst und seine Gemeinde blicken aber auf die Probleme und Diskussionen von damals zu einem guten Teil aus einigem Abstand zurück:
li Markus selbst und seine Gemeinde blicken aber auf die Probleme und Diskussionen von damals zu einem guten Teil aus einigem Abstand zurück:
br
span.slide
span
| Das Markus-Evangelium
|
q
@ -74,16 +80,16 @@ block content
| für die Botschaft festgehalten. Aber die Sympathie des Erzählers gehört eindeutig den Heiden.
span.footnote(data-toggle="tooltip", title="Ebner, Einleitung 175.")
li.slide Die Streitigkeiten von „damals“ sind zumindest für Markus selbst autoritativ entschieden:
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li Die Streitigkeiten von „damals“ sind zumindest für Markus selbst autoritativ entschieden:
ul.card-text
li „Jesus“ erklärt <i>alle</i> Speisen für rein (Mk 7,19).
li.slide
li
| „Jesus“ hat selbst bereits Tischgemeinschaft auch mit den Heiden (→ Speisung der Viertausend).
li.slide Allerdings ist Markus die Thematik noch so wichtig, dass er in seinem Evangelium darauf eingeht.
li.slide
li Allerdings ist Markus die Thematik noch so wichtig, dass er in seinem Evangelium darauf eingeht.
li
| Das jüdische Gesetz spielt nur noch eine Rolle als Moralgesetz (etwa in Mk 10,1-12.17-27),
| nicht mehr als Kult- bzw. Ritualgesetz (mit den Reinigungsriten und Speisevorschriften).
li.slide
li
| Hervorgehoben als Abschluss und Höhepunkt des Blickes auf das jüdische Gesetz wird das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe (Mk 12,28-34).
+footnote("Vgl. Schnelle, Einleitung 219-220.")
@ -92,38 +98,47 @@ block content
h5.card-title Christenverfolgungen unter Nero 64 n. Chr.
h6.card-subtitle.text-muted Wie umgehen mit jenen, die in der Verfolgung schwach geworden sind? Ganz aktuell!
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li
| Damals galt, was Mk 13,12 schreibt: dass
| Der Neronianischen Christenverfolgung sind viele Christen Roms zum Opfer fallen, darunter der Überlieferung nach auch Petrus und Paulus
li
| Diese Christenverfolgung setzt voraus, dass das Christentum als eigenständige, vom Judentum unterscheidbare Gruppe erkennbar war.
br
| Sie war völkerübergreifend („Juden <i>und</i> Menschen aus den (anderen) Völkern“), hatte eigene Rituale (→ Eucharistiefeier)
| und lebte auch im Alltag teils auffällig anders (ähnlich wie Juden, und doch anders).
li
| Damals galt, was
span.bibelstelle Mk 13,12
| schreibt: dass
|
q Bruder den Bruder in den Tod liefern wird, und der Vater sein Kind, dass Kinder gegen ihre Eltern aufstehen und sie zur Hinrichtung führen werden
q.bibeltext Bruder den Bruder in den Tod liefern wird, und der Vater sein Kind, dass Kinder gegen ihre Eltern aufstehen und sie zur Hinrichtung führen werden
| :
br
| Magistrate haben festgenommene Christen dazu bringen wollen, andere Christen zu denunzieren.
li.slide
| Manche werden tatsächlich den Bruder verraten haben wie Judas.
ul.slide.card-text
li
| Manche werden tatsächlich den Bruder verraten haben wie <i>Judas</i>.
ul.card-text
li
| Zu ihm gibt es in
span.bibelstelle Mk 14,21
| eine deutliche Aussage:
br
q.bibeltext
| Der Mesnchensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt.
| Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt.
| Doch wehe dem Menschen, durch den der Mesnchensohn ausgeliefert wird!
| Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
li.slide
li
| Eine Aussage in Richtung jener, die Glaubensbrüder und -schwestern ausgeliefert haben?
li.slide
| Andere werden den Glauben verleugnet haben wie Petrus.
ul.slide.card-text
li
| Andere werden den Glauben verleugnet haben wie <i>Petrus</i>.
ul.card-text
li
| Petrus jedenfalls bekommt durch seine ausdrückliche Erwähnung in der Verheißung, dass die Jünger Jesus in Galiläa sehen werden (Mk 16,7), eine zweite Chance.
.small
| Schon die Ankündigung, dass Jesus den Jüngern nach seiner Auferstehung nach Galiläa vorausgehen wird, auf die Mk 16,7 zurückgreift,
| war im Kontext der Ankündigung der Verleugnung des Petrus und des Zerfalls der Jüngerschaft gesprochen (Mk 14,26-31).
li.slide Liest man das Evangelium von Ostern her neu, findet sich als erst Aktion Jesu in Galiläa die Berufung des Petrus (zusammen mit seinem Bruder Andreas und den Zebedäussöhnen).
li.slide
li Liest man das Evangelium von Ostern her neu, findet sich als erst Aktion Jesu in Galiläa die Berufung des Petrus (zusammen mit seinem Bruder Andreas und den Zebedäussöhnen).
li
| Ein Plädoyer des Evangelisten, auch jenen, die in der Verfolgung ihren Glauben geleugnet haben, eine zweite Chance zu geben?
@ -132,13 +147,13 @@ block content
h5.card-title Gesteigerte Naherwartung
h6.card-subtitle.text-muted Durch die Ereignisse rund um jüdischen Krieg und besonders die Tempelzerstörung auch ganz aktuell!
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Es treten Gläubige auf Markus nennt sie Pseudo-Christusse und Pseudo-Propheten , die vom nahen Ende bzw. der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Jesu sprechen.
li.slide Markus problematisiert dies, warnt vor diesen Personen und hält in der Endzeitrede (Mk 13) als Kontrapunkte fest:
ul.card-text.slide
li Markus problematisiert dies, warnt vor diesen Personen und hält in der Endzeitrede (Mk 13) als Kontrapunkte fest:
ul.card-text
li Der Termin der Wiederkunft Jesu ist nur Gott selbst bekannt.
.small Nicht einmal Jesus kennt ihn (Mk 13,32)! Er kann ihn also niemandem gesagt haben!
li.slide Die Wiederkunft Jesu ist ein kosmisches, die ganze Schöpfung betreffendes Ereignis
li Die Wiederkunft Jesu ist ein kosmisches, die ganze Schöpfung betreffendes Ereignis
br
| und nicht von nur lokalen, innergeschichtlichen Phänomenen (z. B. Krieg, Hungersnöte, Verfolgungen) ableitbar.
@ -147,5 +162,5 @@ block content
h5.card-title Vespasian wird 69. n. Chr. römischer Kaiser
h6.card-subtitle.text-muted Die Frage nach <i>dem</i> Weg „nach oben“ wird virulent!
hr
p.card-text.slide Dem „beispielhaften“ Aufstieg Vespasians setzt Markus den beispielhaften Abstieg Jesu entgegen, der zum wahren Aufstieg führt.
p.card-text Dem „beispielhaften“ Aufstieg Vespasians setzt Markus den beispielhaften Abstieg Jesu entgegen, der zum wahren Aufstieg führt.

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@ -7,15 +7,15 @@ block content
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h5.card-title Evangelium?
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Unter „Evangelium“ im christlichen Sinne verstehen wir eine Erzählung vom Leben Jesu, zumindest ab seiner Taufe (bzw. dem Wirken Johannes des Täufers) bis zu Tod und Auferstehung.
li.slide So nennt Markus auch sein Werk: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi“ (Mk 1,1).
li.slide Markus als jener, der als erster ein „Leben Jesu“ verfasst gilt als Erfinder dieser Gattung.
li.slide Die anderen Evangelisten benennen ihre Werke allerdings anders:
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li So nennt Markus auch sein Werk: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi“ (Mk 1,1).
li Markus als jener, der als erster ein „Leben Jesu“ verfasst gilt als Erfinder dieser Gattung.
li Die anderen Evangelisten benennen ihre Werke allerdings anders:
ul
li Matthäus der das Werk des Markus kannte und als eine seiner Vorlagen benutzte nennt sein Werk in Mt 1,1 „Buch (der Abstammung/Ursprungs)“, womit er alttestamentliche Vorbilder aufgreift (vgl. z. B. Gen 5,1).
li.slide Lukas für den das gleiche gilt wie für Matthäus nennt sein Werk in Lk 1,1 „Erzählung“ („eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben“).
li.slide.small Bei Johannes fehlt jede Benennung seines Werkes.
li Lukas für den das gleiche gilt wie für Matthäus nennt sein Werk in Lk 1,1 „Erzählung“ („eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben“).
li.small Bei Johannes fehlt jede Benennung seines Werkes.
.card.mb-3.slide.border-primary
.card-body
@ -28,10 +28,10 @@ block content
h5.card-title <i>Evangelien</i> aus dem Kaiserhaus
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium vom Herrschaftswechsel
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Nachrichten aus dem Kaiserhaus insbesondere Thronbesteigungen, Geburten von Erben und militärische Erfolge wurden <i>Evangelien</i> genannt.
li.slide Als Markus sein Evangelium schreibt, hat gerade das Evangelium von der Thronbesteigung Vespasians die Runde gemacht: ein Herrschaftswechsel wurde vollzogen.
li.slide
li Als Markus sein Evangelium schreibt, hat gerade das Evangelium von der Thronbesteigung Vespasians die Runde gemacht: ein Herrschaftswechsel wurde vollzogen.
li
| Auch Markus erzählt in seinem Evangelium von einem (angezielten) Herrschaftswechsel:
br
q.bibeltext
@ -58,7 +58,7 @@ block content
i Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
span.bibelstelle.card-text 1 Kor 15,1-5
p.card-text.slide
p.card-text
i Durchgehend bezieht sich „Evangelium“ bei Paulus auf das Ereignis von Tod und Auferstehung Jesu und ist eine Kurzformel dafür.
br
| Am Leben des irdischen Jesu ist Paulus mit Ausnahme der Kreuzigung nicht interessiert.
@ -66,9 +66,9 @@ block content
br
i „Evangelium“ im Sinne einer Erzählung des „Lebens Jesu“ ist Paulus völlig fremd!
p.card-text.slide.mb-0
p.card-text.mb-0
| Neben dem Bekenntnis ist Paulus wichtig, die entsprechenden Konsequenzen für den eigenen Lebensweg zu ziehen:
p.card-text.slide
p.card-text
q.bibeltext.card-text
| Vor allem: Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht! ...
br
@ -84,29 +84,35 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Eine Verbindung beider Evangelien-Begriffe
hr
.small
p.card-text.slide.mb-0 Festzustellen ist:
ul.card-text.slide.mb-0
p.card-text.mb-0 Festzustellen ist:
ul.card-text.mb-0
li
| Der zeitliche Konnex zwischen der Thronbesteigung Vespasians und der Abfassung des Markus-Evangeliums ist sehr wahrscheinlich,
br
| der räumliche für das (zeitversetzte) Wirken Vespasians und Jesu im Heiligen Land sicher,
| der räumliche auch für die Identität von Ort der Abfassung des Evangeliums und Hauptstadt des römischen Reiches wahrscheinlich.
li.slide
br
| der räumliche auch für die Identität von Ort der Abfassung des Evangeliums und Hauptstadt des römischen Reiches wahrscheinlich,
br
| das Thema „Herrschaftswechsel“ spielt Markus schon ziemlich am Anfang seines Evangeliums ein,
br
| der Titel „Sohn (eines) Gottes“ Kaisertitulatur zu Lebzeiten des Kaisers in Mk 1,1 und 14,39 fügt sich hier ebenfalls ein (→ Zeitgeschichte).
li
| Die Einzelbetrachtung der Erzählungen im Markus-Evangelium wird erweisen, dass für so manche Erzählungen immer wieder Stellen in den Paulusbriefen
| „Pate gestanden haben“.
p.card-text.slide.mb-3 Dies lässt als These folgendes formulieren:
p.card-text.slide
p.card-text.mb-3 Dies lässt als These folgendes formulieren:
p.card-text
| Die Nachrichten und Erzählungen rund um die Thronbesteigung des Vespasian („Evangelien“), die teils im Heiligen Land verortet sind, sind für Markus Anlass,
| das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu (im paulinischen Sinne) narrativ erzählend umzusetzen.
p.card-text.slide
p.card-text
| In seinem Evangelium formuliert Markus also einerseits aus christlich Bekenntnisaussagen
| sowie andererseits aus sich damit verbindenen ehtischen Forderungen, wie er beides bei Paulus und schon bei ihm miteinander verschlungen findet, Erzählungen
| und gestaltet so ein „Leben Jesu“ von der Verkündigung des Täufers und der Taufe Jesu bis zum Tod Jesu in Jerusalem und der Auferstehung.
p.card-text.slide
p.card-text
| Dabei hat Markus auch ihm zugängliche Erinnerungen an das historische Wirken Jesu aufgegriffen haben, besonders in der Wort-Überlieferung;
br
| auch Erinnerungen an Johannes den Täufer haben ihm vorgelegen.
p.card-text.slide
p.card-text
| Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund auffällige Erzählzüge zeigen, dass Markus die beiden Protagonisten Vespasian und Jesus einander gegenüberstellt.
br
| Beide verbindet in der Darstellung des Markus, die sicher Anhalt hat an historischen Tatsachen
@ -125,40 +131,40 @@ block content
h5.card-title Evangelium als Gattung
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium nach Markus als „Vita“ Jesu
hr
p.slide.card-text.mb-0
p.card-text.mb-0
| Von seinem grundsätzlichen, oberflächlich betrachteten Aufbau her dürfte das Evangelium nach Markus in der damaligen Welt als „Vita“ wahrgenommen worden sein:
+footnote("Folgende Auflistung ist entnommen Ebner, Einleitung 169.")
ul.slide.card-text
ul.card-text
li
| Name und Abstammung des Porträtierten werden in der ersten Zeile genannt (Mk 1,1).
li.slide
li
| Im Zentrum stehen die Worte und Taten des Porträtierten (Mk 1-10).
li.slide
li
| Sein Tod und die Umstände, die dazu führten, werden ausführlich geschildert (Mk 11-15).
li.slide
li
| Dass am Todestag der Stundentakt durchgezählt wird, steht in auffälliger Analogie zu den späteren Kaiserviten Suetons.
p.slide.card-text
p.card-text
| <q>Viten</q> stellen ein erprobtes, beispielhaftes Lebensmodell vor und wollen zu dessen Nachahmung anregen.
br
| Das passt zur Intention des Markus: Der Lebensweg Jesu muss sich auf das Verhalten seiner Nachfolgegemeinschaft auswirken (→ Lehre <q>auf dem Weg</q>).
p.slide.card-text
p.card-text
| Inhaltlich steht der Weg Jesu natürlich quer zu dem, was man in der Kaiserzeit an Vorstellungen zu einem beispielhaften Lebensmodell hatte:
br
| Markus erzählt von Abstieg und Dienst, nicht von Aufstieg und Herrschen.
p.card-text.slide.mb-0 Auch die formalen Elemente werden von Markus gedehnt bis umgebogen:
ul.slide.card-text
p.card-text.mb-0 Auch die formalen Elemente werden von Markus gedehnt bis umgebogen:
ul.card-text
li Die Beschreibung der Herkunft und der Ausbildung ist mit Mk 1,2-3(.4-11) zwar am erwarteten Ort, aber auf ganz eigene Weise dargestellt.
li.slide Hinweise zur irdischen Herkunft sind eher in das Evangelium gestreut und nicht gerade positiv.
li Hinweise zur irdischen Herkunft sind eher in das Evangelium gestreut und nicht gerade positiv.
p.card-text.slide
p.card-text
b Markus <q>nutzt die sinntragenden Formelemente der <i>Vita</i> zur Legitimierung des widerständigen Lebensmodells Jesu. Er bewegt sich damit im Rahmen der Plausibiltätsmöglichkeiten, die ihm die literarischen Konventionen seiner Zeit bieten.</q>
+footnote("Ebner, Einleitung 169 (incl. Hervorhebung).")
p.card-text.slide.small
p.card-text.small
i Man beachte allerdings: <q>Vita</q> ungleich <q>Biografie</q> in unserem heutigen Verständnis.

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@ -9,8 +9,8 @@ block content
h5.card-title Gliederung des Evangeliums in fünf Teile
h6.card-subtitle.text-muted Der Klassiker
hr
ul.card-text.slide
li Die klassische Markus-Exegese erkennt 5 Teile nach den 5 vom Evangelisten hervorgehobenen Orten:
p.card-text Die klassische Markus-Exegese erkennt 5 Teile nach den 5 vom Evangelisten hervorgehobenen Orten:
.slide
.col-sm-4
.card.mb-2.konzentr-3
@ -45,27 +45,30 @@ block content
.card-body.gliederung
h5.card-title.mb-0 V) Am und im Grab
h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 16,1-8
li.slide Es entsteht eine konzentrische Gliederung rund den Mittelteil „Auf dem Weg“, der durch die zwei Blindenheilungen gerahmt und dadurch nochmal hervorgehoben wird.
li.slide Beim Galiläa-Teil ist allerdings zu beachten, dass er merklich in zwei Abschnitte unterschieden werden kann:
ul.slide.card-text
ul.card-text.slide
li Es entsteht eine konzentrische Gliederung rund den Mittelteil „Auf dem Weg“, der durch die zwei Blindenheilungen gerahmt und dadurch nochmal hervorgehoben wird.
li.slide Allerdings ist diese Gliederung nicht ohne Probleme:
ul.card-text
li Beim Galiläa-Teil ist nicht berücksichtigt, dass er merklich in zwei Abschnitte unterschieden werden kann:
ul.card-text
li Mk 1,14-3,6 hält sich Jesus nur an einem Ufer des See Gennesaret und damit in jüdischem Gebiet auf.
li.slide In Mk 3,7-8,13 wechselt Jesus immer wieder das Ufer und stößt dadurch in von Nicht-Juden bewohnte Gebiete vor, was auch die Erählungen bestimmt.
li.slide Ferner muss zu denken geben, dass das Orts-Signal „Judäa“ in Mk 10,1 völlig ignoriert wird!
li.slide Es scheint also, als wäre diese Gliederung nicht der Weisheit letzter Schluss!
li In Mk 3,7-8,13 wechselt Jesus immer wieder das Ufer und stößt dadurch in von Nicht-Juden bewohnte Gebiete vor, was auch die Erählungen bestimmt.
li Ferner muss zu denken geben, dass das Orts-Signal „Judäa“ in Mk 10,1 völlig ignoriert wird!
li Es scheint also, als wäre diese Gliederung nicht der Weisheit letzter Schluss!
.card.mb-3.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Gliederung des Evangeliums in sieben Teile
h6.card-subtitle.text-muted Konzentrik als Gliederungs- und Verstehensschlüssel
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Schon der 5-teilige Gliederungsversuch ist konzentrisch angeordnet.
li.slide
li
| Folgt man diesem Impuls, kann man im ganzen Evangelium kleinere konzentrisch angeordnete Einheiten finden,
| bei denen es zwischen den sich konzentrisch gegenüberliegenden Einheiten formale und/oder inhaltliche Entsprechungen gibt.
li.slide
li
| Zusammen mit Scharnierstücken lassen sich diese Klein-Konzentriken zu größeren Einheiten verbinden.
li.slide
li
| So entstehen insgesamt 7 Teile des Evangeliums:
.slide
.col-sm-4
@ -114,27 +117,27 @@ block content
ul.slide.card-text
li
| Dabei wird die Teilung des Galiläa-Teils der 5er-Gliederung bestätigt.
li.slide
li
| Ferner wird bestätigt, dass das Signal „Judäa“ in Mk 10,1 bewusst gesetzt ist und der Teil „Auf dem Weg“ in einen Galiläa-Teil und einen Judäa-Teil
| zu unterteilen ist.
li.slide Als Mitte des Evangeliums erweist sich die Erzählung von der Verklärung Jesu, da sie die Mitte des mittleren (IV.) Teils ist.
li.slide
li Als Mitte des Evangeliums erweist sich die Erzählung von der Verklärung Jesu, da sie die Mitte des mittleren (IV.) Teils ist.
li
| Nicht in die Konzentrik einordenbar sind die Überfahrt in Mk 8,14-21 sowie der Einzug Jesu in Jerusalem in Mk 11,1-11.
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Beide bilden den Rahmen um den zweiteiligen Abschnitt „Auf dem Weg“ und schnüren ihn zusammen, so dass er trotz seiner Zweiteiligkeit eine gewisse Einheit darstellt.
li.slide Beide Erzählungen sind Übergangs-Erzählungen mit besonderem Gewicht.
li.slide Die Blindenheilungen dagegen sind in die Konzentrik einbezogen.
li.slide
li Beide Erzählungen sind Übergangs-Erzählungen mit besonderem Gewicht.
li Die Blindenheilungen dagegen sind in die Konzentrik einbezogen.
li
| Insofern hier Gliederungssignale auf mehreren Ebenen (Orte, Konzentrik) Beachtung finden, dürfte dies die Gliederung sein, wie der Evangelist selber sein Evangelium gegliedert haben möchte.
br
i Dabei zeigt sich eine überragende Gesamtkomposition des Evangeliums.
li.slide
li
| Die formalen und/oder inhaltlichen Bezüge zwischen den konzentrisch sich gegenüberliegenden Erzählungen
| sind für die Auslegung der einzelnen Erzählungen von großer Relevanz, weil uns der Autor so selbst eine Verstehenshilfe gibt.
li.slide
lie
| Auch wo zwei konzentrische Abschnitte durch ein mittleres Scharnierstück verbunden sind (in den Galiläa-Teilen und im Jerusalem-Teil), sind
| mit dem Scharnierstück als Mitte zwischen den direkt und überkreuzt gegenüberliegenden Abschnitten formale und inhaltliche Bezüge festzustellen; auch das ist für die Auslegung von Relevanz.
li.slide.small
li.small
| Hinweis am Rande: Der Teil V) In Judäa auf dem Weg lässt sich interessanterweise auf zwei unterschiedliche Arten konzentrisch gliedern
| ein Genie-Streich des Autors!
@ -144,43 +147,45 @@ block content
h5.card-title Konzentrik als genereller Lese-Schlüssel für das Markus-Evangelium
h6.card-subtitle.text-muted Der „konzentrische Fortgang“ im Markus-Evangelium
hr
p.card-text.slide.mb-0
p.card-text.mb-0
| Auf die Thematik „Konzentrik“ aufmerksam gemacht, stellt man fest:
br
| die kleinste konzentrische Einheit ist Mk 1,(1.)2-3:
ul.card-text.slide
ul.card-text
li In Mk 1,2a wird ein Jesaja-Zitat angekündigt.
li.slide Doch dieses folgt erst in Mk 1,3.
li.slide Dazwischen steht in Mk 1,2b eine Zitatkombination aus Mal 3,1; Ex 23,20
li Doch dieses folgt erst in Mk 1,3.
li Dazwischen steht in Mk 1,2b eine Zitatkombination aus Mal 3,1; Ex 23,20
p.card-text.slide Das kann als „unschön“ oder dergleichen interpretiert werden oder als Signal, genauer hinzuschauen.
p.card-text.slide.mb-0 Ergebnis:
ul.card-text.slide
p.card-text Das kann als „unschön“ oder dergleichen interpretiert werden oder als Signal, genauer hinzuschauen.
p.card-text.slide.mb-0(data-slideslave="#sslave_ergebnis")
b Ergebnis
ul.card-text.slideslave#sslave_ergebnis
li
| Fügt man nach und nach je eine neue Erzählung (bzw. einen Erzählkomplex) an den bisher betrachteten Markus-Text an,
| dann stellt man fest:
ul.card-text.slide
ul.card-text
li
| Zwischen dem „Anfang des Evangeliums ...“ (Mk 1,1-3) und der neu angefügten Erzählung (bzw. dem neu angefügten Erzählkomplex)
| kann eine konzentrische Gliederung aufgezogen werden.
li.slide
li
| Dabei gibt es wie von der Konzentrik gefordert zwischen den sich jeweils gegenüberliegenden Erzählungen inhaltliche und/oder formale Bezüge.
li.slide
li
| Ferner hat die sich jeweils ergebende Mitte einen besonderen inhaltlichen und/oder formalen Bezug zur neu angefügten Erzählung (bzw. zum neu angefügten Erzählkomplex).
li.slide
| Teils wird eine komplette Erzählung neu hinzugefügt, teils ein ganzer Erzählabschnitt, teils auch ein nur ein Sinnabschnitt innerhalb eines Erzählbogens.
li.slide
li
| Teils muss eine komplette Erzählung neu hinzugefügt werden, teils ein ganzer Erzählabschnitt, teils auch nur ein Sinnabschnitt innerhalb eines Erzählbogens.
li
| Manchmal besteht die Mitte der konzentrischen Gliederung auch aus Teilen einer Erzählung; es wird wird also im weiteren Fortgang ein Erzählung
| mitunter in mehreren Stufen „verarbeitet“.
li.slide
li
| Manchmal bilden auch zwei aufeinander folgende Erzählungen gemeinsam eine Mitte.
li.slide
li
| Die Bezüge mögen gerade bei viel vorhandener Textmasse zwischen Enden und Mitte der konzentrischen Gliederung mal mehr mal weniger deutlich sein, manchmal auch vermisst werden;
br
| von besonderer Bedeutung ist aber immer, welche Erzählung der Taufe gegenüber liegt [sobald die Taufe die Mitte passiert hat].
li.slide
li
| Schließlich zerfallen und verbinden sich auch Erzählungen von einer konzentrischen Gliederung zur nächsten, damit die Konzentrik aufgeht.
li.slide
li
i
| Unzweifelhaft ist, dass der Autor durch diese geniale Konstruktion Beziehungen zwischen den Erzählungen herstellt, die bei der Auslegung von Relevanz sind
| und helfen wollen ja geradezu anleiten , den vom Autor angezielten Sinn besser zu erschließen.

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@ -8,10 +8,10 @@ block content
h5.card-title Syrien
hr
p.card-text.mb-0 Für diese Gegend spricht:
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Gewisse Entfernung zum Land Israel; so lassen sich die Irrtümer in der Geographie erklären.
li.slide Gewisse Nähe zu den alten Jesusüberlieferungen doch die sind transportabel und können mit dem Schiff leicht auch an entferntere Orte gelangt sein.
p.card-text.slide Es gibt also nichts wirklich Stichhaltiges für Syrien.
li Gewisse Nähe zu den alten Jesusüberlieferungen doch die sind transportabel und können mit dem Schiff leicht auch an entferntere Orte gelangt sein.
p.card-text Es gibt also nichts wirklich Stichhaltiges für Syrien.
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.card-body
@ -24,7 +24,7 @@ block content
.card-body
h5.card-title Münzerklärung in Mk 12,41-44 (Opfer der Witwe)
hr
p.card-text.slide
p.card-text
| Hier wird
|
q eine Spezialmünze aus den östlichen Provinzen mit einer Münzform, wie sie eigentlich nur in der westlichen Reichshälfte bekannt ist
@ -39,25 +39,25 @@ block content
.card-body
h5.card-title Unterstützend: Latinismen im Evangelium
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Latinismen sind lateinische Lehnwörter und lateinische Wendungen, die praktisch wörtlich ins Griechische übersetzt wurden.
li.slide Für sich genommen weisen sie zwar nur auf die Nähe zu einer römischen (Militär-)Siedlung hin, unterstützen aber den genannten Befund.
li Für sich genommen weisen sie zwar nur auf die Nähe zu einer römischen (Militär-)Siedlung hin, unterstützen aber den genannten Befund.
.card.slide.mb-3.border-secondary
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h5.card-title „Spaltung“ des Tempelvorhangs als Begleitumstand des Todes Jesu in Mk 15,38
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Die Erzählungen von der Taufe Jesu und vom Tod Jesu sind mehrfach aufeinander bezogen (siehe die Einzelbesprechung).
li.slide Von Belang ist hier, dass in beiden Erzählungen vom „spalten“ die Rede ist (gleiches Verb in beiden Erzählungen):
ul.slide
li Von Belang ist hier, dass in beiden Erzählungen vom „spalten“ die Rede ist (gleiches Verb in beiden Erzählungen):
ul
li Bei der Taufe Jesu wird der Himmel gespalten.
lis.slide Beim Tod Jesu wird der Tempelvorhang gespalten.
li.slide
li Beim Tod Jesu wird der Tempelvorhang gespalten.
li
| Dies ist nur verständlich, wenn man darum weiß, dass auf dem (äußeren) Tempelvorhang der Kosmos abgebildet war.
br
| Es wird also in beiden Fällen der „Himmel“ gespalten!
li.slide
li
| Macht man sich bewusst, dass der Tempelvorhang (neben siebenarmigem Leuchter und Schaubrottisch) beim Triumphzug Vespasians in Rom mitgeführt wurde,
| kann man das nötige Wissen zum Tempelvorhang auch und gerade bei den Christen in Rom voraussetzen,
| was in besonderer Weise für Rom als Abfassungsort des Evangeliums spricht.
@ -70,9 +70,9 @@ block content
h5.card-title Ein Evangelium auf Griechisch für Menschen in Rom?
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium des Markus ist auf Griechisch abgefasst!
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Auch der Brief des Paulus an die Römer ist in Griechisch verfasst (wie das gesamte Neue Testament).
li.slide Und
li Und
q
| in Rom ist Griechisch die Sprache, die auf den Straßen und Märkten gesprochen wird, von den Händlern und den einfachen Leuten,
| besonders von denjenigen, die aus dem Osten eingewandert sind. In diesem gesellschaftlichen Milieu wird unsere Gemeinde zu verorten sein.

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@ -7,20 +7,20 @@ block content
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h5.card-title Markus!?
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li „Markus“ ist ein sehr gebräulicher römischer Name.
li.slide Weder im Evangelium nach Markus, noch in den anderen Evangelien begegnet eine Figur mit diesem Namen.
li.slide Die Kennzeichnung „Evangelium nach Markus“ stammt nicht vom Autor selbst, sondern wurde von der kirchlichen Tradition hinzugefügt, um die vier Evangelien zu unterscheiden.
li Weder im Evangelium nach Markus, noch in den anderen Evangelien begegnet eine Figur mit diesem Namen.
li Die Kennzeichnung „Evangelium nach Markus“ stammt nicht vom Autor selbst, sondern wurde von der kirchlichen Tradition hinzugefügt, um die vier Evangelien zu unterscheiden.
.card.mb-3.slide.border-danger
.card-body
h5.card-title Johannes Markus?
h6.card-subtitle.text-muted Nähe zur Petrus und Paulus!?
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Die Apostelgeschichte kennt einen Johannes Markus in der Urgemeinde, der sowohl mit Petrus als auch mit Paulus in Verbindung gebracht wird (Apg 12,12.25; 13,5; 15,36-40).
li.slide Ein Markus wird auch in Phlm 23f erwähnt, ebenso in deuteropaulinischen(!) Briefen (Kol 4,10; 2 Tim 4,11).
li.slide
li Ein Markus wird auch in Phlm 23f erwähnt, ebenso in deuteropaulinischen(!) Briefen (Kol 4,10; 2 Tim 4,11).
li
| Auch in
span.bibelstelle 1 Petr 5,13
| wird ein Markus erwähnt:
@ -28,8 +28,8 @@ block content
q.bibeltext
q Es grüßt euch die mit euch auserwählte Kirche von Babylon und Markus, mein Sohn.
p.card-text.slide.mb-0 Letztere Notiz wird von Bischof Papias von Hierapolis auf den Evangelisten Markus bezogen:
ul.card-text.slide
p.card-text.mb-0 Letztere Notiz wird von Bischof Papias von Hierapolis auf den Evangelisten Markus bezogen:
ul.card-text
li
| Dieses Zeugnis des Papias (um 130 n. Chr.) überliefert der Kirchenhistoriker Eusebius (260 - 339 n. Chr.) (Euseb, HE III 39,15):
br
@ -39,16 +39,16 @@ block content
| dem Petrus, der seine Lehrvorträge nach den Bedüfnissen einrichtete, nicht jedoch eine zusammenhängende Darstellung der Herrenworte liefern wollte.
| Daher trifft Markus keine Schuld, wenn er einiges niederschrieb, wie er es im Gedächtnis hatte. Denn er war darauf bedacht,
| nichts von dem, was er gehört hatte, wegzulassen oder etwas falsch wiederzugeben.
li.slide Markus wird als Dolmetscher des Petrus vorgestellt, der aus seinen Erinnerungen sein Evangelium schrieb.
li.slide
li Markus wird als Dolmetscher des Petrus vorgestellt, der aus seinen Erinnerungen sein Evangelium schrieb.
li
| Diesem Zeugnis ist eine gewisse Abwertung des Markus-Evangeliums zu entnehmen, wohl im Vergleich zu den anderen Evangelien.
br
| Als Entschuldigung für Markus wird angeführt, dass Petrus, von dem Markus ja abhängig sei, seine Ausführungen nach den Bedürfnissen der Hörer gestaltet habe.
li.slide
li
i Das Zeugnis des Papias zeugt von dem Versuch, die Evangelien durch Bezug zu namentlich bekannten Personen der Urkirche, die wiederum zu Augenzeugen hier Petrus in Verbindung stehen, zu legitimieren.
br
| Historie wird so eher konstruiert als unverfälscht überliefert.
li.slide.small
li.small
| Die Art und Weise, wie Markus sein Evangelium schreibt und dabei die Briefe des Paulus verarbeitet (siehe dazu die Einzelbesprechung), macht es jedenfalls unmöglich,
| dass Markus Erzählungen des Petrus verarbeitet hat.
@ -58,11 +58,11 @@ block content
h5.card-title Markus
h6.card-subtitle.text-muted Ertrag des biblischen und altkirchlichen Befundes
hr
p.card-text.slide
p.card-text
| Sowohl die Stellen zu Johannes Markus im Neuen Testament als auch das Zeugnis des Papias stimmen darin überein:
br
b Markus war kein Augenzeuge des historsichen Jesus, sondern kam ernst nach Ostern zur christlichen Gemeinde dazu.
p.card-text.slide
p.card-text
| Das Zeugnis des Papias macht darüber hinaus deutlich:
br
b Der Name „Markus“ war schon zur Zeit des Papias fest mit dem zweiten Evangelium im Kanon verbunden, so dass man es nicht mehr einem Apostel oder Jünger aus dem Evangelium selbst zuschreiben konnte.
@ -72,55 +72,54 @@ block content
.card-body
h5.card-title Was das Werk selbst über seinen Autor verrät
hr
.card.mb-3.slide.border-secondary
.card.mb-3.border-secondary
.card-body
h5.card-title Mangelnde Kenntnis der Geographie Israels
hr
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Nach Jerusalem kommt man von Betanien über Betfage, nicht umgekehrt (Mk 11,1 ist die Reihenfolge verdreht);
li.slide Gerasa liegt nicht am See Genesaret (wie Mk 5,1 glauben machen will), sondern 50 km davon entfernt.
li Gerasa liegt nicht am See Genesaret (wie Mk 5,1 glauben machen will), sondern 50 km davon entfernt.
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h5.card-title Griechisch als Muttersprache (und nicht Aramäisch)
hr
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Ein semitischer Spracheinfluss ist in dem auf Griechisch verfassten Evangelium nicht festzustellen.
li.slide Der Sprachstil entspricht der Volksliteratur und dem geschriebenen Allgemein-Griechisch (Koine).
li Der Sprachstil entspricht der Volksliteratur und dem geschriebenen Allgemein-Griechisch (Koine).
p.card-text.slide.mb-0 Konnte Markus Aramäisch/Hebräisch?
ul.slide.card-text
p.card-text.mb-0 Konnte Markus Aramäisch/Hebräisch?
ul.card-text
li Im Evangelium finden sich immer wieder Übersetzungen von aramäisch/hebräischen Begriffen ins Griechische.
li.slide Doch diese müssen nicht vom Evangelisten stammen, sondern können auch bereits in der übernommenen Tradition enthalten sein, so dass keine derartigen Sprachkenntnisse notwendig gewesen wären.
li Doch diese müssen nicht vom Evangelisten stammen, sondern können auch bereits in der übernommenen Tradition enthalten sein, so dass keine derartigen Sprachkenntnisse notwendig gewesen wären.
.card.mb-3.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title Judenchrist oder Christ aus den Völkern?
hr
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Einerseits ist dem Autor eine Distanz zum Judentum und seinen Bräuchen zu attestieren:
ul.slide
ul
li
| Er unterscheidet in Mk 7 bei seiner Erklärung der Reinheitsvorschriften nicht zwischen den jüdischen Gruppierungen,
| bei denen es in dieser Frage durchaus Unterschiede gab, sondern spricht allgemein von „alle Juden“.
li.slide
li
| In Bezug auf den Sabbat mangelt es an Respekt.
br
| Durchaus wurde nämlich im Judentum darüber diskutiert, welche Notfälle es erlauben, den Sabbat zu brechen.
| Die Frage war letztlich die, wie weit man dabei gehen kann, ohne den Sabbat innerlich auszuhöhlen.
li.slide Andererseits spielen im Markus-Evangelium alttestamentliche Stellen eine wichtige Rolle:
ul.slide
li Andererseits spielen im Markus-Evangelium alttestamentliche Stellen eine wichtige Rolle:
ul
li
| Immer wieder finden sich direkte und indirekte Anspielungen auf alttestamentliche Stellen;
| teils geschieht dies ganz subtil, ja auch leicht überlesbar.
li.slide
li
| Für Markus ist jedenfalls die jüdische Bibel unser Altes Testament eine wichtige Bezugsgröße christlichen Glaubens;
| sein Werk speist sich in besonderer Weise auch aus alttestamentlichen Traditionen, die er auf Jesus und andere Protagonisten des Evangeliums überträgt.
li.slide
li
| Die inhaltliche Distanz des Markus zu den Reinheitsvorschriften der Phariäuser kann entweder aus seiner Herkunft aus den Völkern rühren,
| oder einer Verinnerlichung der paulinischen Theologie, für den das jüdische Gesetz in dieser Frage keinerlei Maßgabe mehr ist.
br
| Paulus aber war selber stets stolz, Jude zu sein ...
li.slide Letztlich wird es nicht möglich sein, hier eine definitive Aussage zu treffen.
li Letztlich wird es nicht möglich sein, hier eine definitive Aussage zu treffen.

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@ -9,30 +9,31 @@ block content
h5.card-title Frühdatierung?
h6.card-subtitle.text-muted 50 n. Chr.
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li Wird hin und wieder behauptet.
li.slide Wunsch: möglichst nahe an die „historischen“ Ereignisse herankommen!
li.slide Argument: Papyrusfragment, das in den Höhlen von Qumran gefunden wurde (7Q5)
ul.slide
li Wunsch: möglichst nahe an die „historischen“ Ereignisse herankommen!
li Argument: Papyrusfragment, das in den Höhlen von Qumran gefunden wurde (7Q5)
ul
li Dessen tatsächlicher Text ist aber sehr unsicher.
li.slide
li
| Das, was man sicher erkennen kann,
| passt auf mehrere Texte der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes sowie auch auf andere Texte der Antike, etwa Homer ...
li.slide Diese Frühdatierung ist daher zurückzuweisen.
li Diese Frühdatierung ist daher zurückzuweisen.
.card.mb-3.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title Um 70 n. Chr.: Rund um die Tempelzerstörung
h6.card-subtitle.text-muted Mehrheitsmeinung der Exegeten
hr
p.card-text.slide
p.card-text
| Strittig ist, ob vor oder nach 70 n. Chr., also ob vor oder nach der Tempelzerstörung.
p.card-text.slide.mb-0
p.card-text.mb-0
| <i>Ausschlaggebend für die Datierung des Evangeliums ist die Interpretation der Aussagen zur Tempelzerstörung in Mk 13,1-2 (Überleitung zur Endzeitrede) und in Mk 14,58 (Prozess Jesu)</i>:
ul.card-text.slide
ul.card-text
li In die Zukunft gerichtete Erwartungen aufgrund des jüdischen Krieges?
li.slide
li
| Blick aus der Gegenwart in die Vergangenheit?
br
.small <q>vaticinium ex eventu</q> = Voraussage eines bereits eingetretenen Ereignisses
@ -41,19 +42,19 @@ block content
.card-body
h6.card-title Mk 14,58: Prozess Jesu vor dem Hohen Rat
hr
p.card-text.slide
p.card-text
| Aussagen von Zeugen gegen Jesus:
br
q.bibeltext Wir haben ihn [= Jesus] sagen hören: Ich werde diesen von Menschenhand gemachten Tempel niederreißen und in drei Tagen einen anderen aufbauen, der nicht von Menschenhand gemacht ist.
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Die Interpretation diesese Verses ist generell schwierig, auch weil er als Falschaussage („falsche Zeugen“) gekennzeichnet ist.
li.slide
li
| Im Kern vielleicht historische Unheilsprophetie Jesu, die zur Praxis Johannes des Täufers des „Lehrers“ Jesu genauso passt wie zu Jesu Tempelreinigung.
.small.slide Die Verurteilung Jesu dürfte jedenfalls sehr wahrscheinlich mit seiner provokaten Haltung zum Tempel zusammenhängen.
.small.slide Die Kennzeichnung als Falschaussage könnte davor schützen wollen, dass Jesus bzw. die Christen für die Zerstörung des Tempels verantwortlich gemacht werden doch bleibt dies sehr unsicher!
li.slide
.small Die Verurteilung Jesu dürfte jedenfalls sehr wahrscheinlich mit seiner provokaten Haltung zum Tempel zusammenhängen.
.small Die Kennzeichnung als Falschaussage könnte davor schützen wollen, dass Jesus bzw. die Christen für die Zerstörung des Tempels verantwortlich gemacht werden doch bleibt dies sehr unsicher!
li
| Vielleicht auch Anspielungen auf Aussagen des Paulus zum „neuen Tempel“ bzw. zur Zukunftserwartung der Christen generell:
ul.slide
ul
li
i
span.bibelstelle 1 Kor 3,16-17
@ -62,46 +63,46 @@ block content
| Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
br
| Wer den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr.
li.slide
li
i
span.bibelstelle 2 Kor 5,1
br
q.bibeltext
| Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes, ewiges Haus im Himmel.
li.slide
li
| Der Hinweis auf die drei Tage wäre auch dem historischen Jesus möglich, wenn er sich auf Hos 6,1-3 oder Jona 3,1 bezogen hat.
br
| Natürlich kann dieser Bezug aber auch nachösterlich hergestellt worden sein.
li.slide
li
| Grundsätzlich bleibt festzuhalten:
ul.slide
ul
li Ein neuer Tempel in Jerusalem wurde nie errichtet.
li.slide Die Ankündigung der Zerstörung des bestehenden Tempels geht nicht näher auf die Details zur Zerstörung ein, ist vielmehr eine grundsätzliche Aussage.
li.slide Die Aussage in Mk 14,58 scheint vor allem in der zweiten Hälfte mehr theologisch statt auf das Tempelgebäude bezogen gemeint zu sein.
li Die Ankündigung der Zerstörung des bestehenden Tempels geht nicht näher auf die Details zur Zerstörung ein, ist vielmehr eine grundsätzliche Aussage.
li Die Aussage in Mk 14,58 scheint vor allem in der zweiten Hälfte mehr theologisch statt auf das Tempelgebäude bezogen gemeint zu sein.
.card.slide.mb-3.border-secondary
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h6.card-title Mk 13,1-2
hr
p.card-text.slide
p.card-text
q.bibeltext
| Als Jesus den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten!
br
| Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissn wird.
ul.slide.card-text
ul.card-text
li Diese Überleitung zur Endzeitrede ist sicher von Markus selber gestaltet worden!
li.slide
li
| Hier wird geschildert, was sich tatsächlich im Jahr 70 n. Chr. ereignet hat: nicht nur der Tempel selbst, sondern auch die umliegenden Gebäude
| wurden dem Erdboden gleich gemacht.
li.slide
li
| Es kann Zufall sein, dass Markus mit seiner Beschreibung der Tempelzersötrung richtig liegt;
br
| es ist aber wahrscheinlicher, dass er auf die tatsächliche Tempelzerstörung 70 n. Chr. zurückblickt.
li.slide.small
li.small
| Unterstützt wird dies durch das Erzählen des Zerreißens des Tempelsvorhangs im Zuge des Todes Jesu:
ul.slide
ul
li Der Feldherr Titus, so ist es überliefert, zerschnitt den Tempelvorhang bei der Eroberung des Tempels mit einem Schwert.
li.slide
li
| Die Aussageabsicht des Markus könnte sein: Nicht erst Titus hat das Ende des Tempels in Jerusalem gebracht,
| schon Jesu Tod und Auferstehung haben vielmehr den Tempel obsolet gemacht, in einem theologischen Sinne „zerstört“.
@ -113,38 +114,29 @@ block content
h5.card-title Zeitgeschichte
h6.card-subtitle.text-muted Herrschaftswechsel in Rom: Vespasian ist neuer Kaiser geworden
hr
ul.card-text.slide
ul.card-text
li
i 64 n. Chr.: Brand Roms
br
| → Neronianische Christenverfolgung, der viele Christen Roms zum Opfer fallen, darunter der Überlieferung nach auch Petrus und Paulus
.small
| Diese Christenverfolgung setzt voraus, dass das Christentum als eigenständige, vom Judentum unterscheidbare Gruppe erkennbar war.
br
| Sie war völkerübergreifend („Juden <i>und</i> Menschen aus den (anderen) Völkern“), hatte eigene Rituale (→ Eucharistiefeier)
| und lebte auch im Alltag teils auffällig anders (ähnlich wie Juden, und doch anders).
li.slide
i 68 n. Chr.: <b>Tod Kaiser Neros</b>
br
| → Bürgerkriegsartige Wirren im römischen Reich; ständig mobilisieren neue Kandidaten ihre Legionen, um Anspruch auf den Kaiserthron zu erheben.
li.slide
li
i 69 n. Chr.: <b>General Vespasian</b> gerade mit seinen Truppen in Palästina (Jüdischer Krieg!) ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
br
| Diese Nachrichten, die aus dem Osten in Rom Rom eintreffen, wurden „Evangelien“ genannt wie man Nachrichten aus dem Kaiserhaus allgemein nennt ...
br
| Nach dem Sieg über die Gegner in Rom und die Anerkennung seiner Wahl durch den Senat gehen diese <i>Evangelien</i> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
p.card-text.slide.mb-0 Nicht zuletzt sein Erfolg im Jüdischen Krieg dürfte Vespasian den Weg auf den Kaiserthron geebnet haben.
p.card-text.mb-0.slide Nicht zuletzt sein Erfolg im Jüdischen Krieg dürfte Vespasian den Weg auf den Kaiserthron geebnet haben.
ul.card-text.slide
li Vespasian wirkte zunächst in Galiläa.
li.slide Von Cäsarea Philippi aus zog er dann Schritt für Schritt nach Jerusalem, das schließlich von seinem Sohn Titus erfolgreich eingenommen wurde.
li.slide Als Kaiser machte sich Vespasian dann den Titel „Sohn eines Gottes“ zu eigen, die typische Kaisertitulatur im römischen Reich zu Lebzeiten des Kaisers.
li Von Cäsarea Philippi aus zog er dann Schritt für Schritt nach Jerusalem, das schließlich von seinem Sohn Titus erfolgreich eingenommen wurde.
li Als Kaiser machte sich Vespasian dann den Titel „Sohn eines Gottes“ zu eigen, die typische Kaisertitulatur im römischen Reich zu Lebzeiten des Kaisers.
.small
| Das war bei Vespasian zwar nicht ganz unproblematisch,
| weil dessen Vater nicht schon selber Kaiser und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war.
br
| Dennoch hat auch Vespasian diesen Titel beansprucht; viele Wunder, die die kaiserliche Propagandamaschine von Vespasian erzählte, sollten seine Nähe zu den Göttern verdeutlichen
| und damit seinen Herrschaftsanspruch unterstreichen.
li.slide
li
| Der Triumphzug in Rom nach dem Jüdischen Krieg,
| bei dem auch Kriegsbeute etwa aus dem Tempel mitgeführt worden war, dürfte für viele Zeitzeugen ein sehr eindrückliches Erlebnis gewesen sein.