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Peter Fischer 3ad6e6baf4 Erweiterung Mk/Mitbegraben 2022-01-29 15:34:06 +01:00
Peter Fischer e2fe614730 Update Mk/Reinigen
Weiterführung Einarbeitung Gesetzesthemtik
2022-01-29 15:30:21 +01:00
Peter Fischer b7a0fb3738 Verbesserungen Mk/Aufbruch 2022-01-29 15:29:05 +01:00
Peter Fischer 3d8ce7ab9c Update Mk/Er heilte viele
Glaubensgehorsam
2022-01-29 15:28:07 +01:00
Peter Fischer 4c52409d28 Verbesserung Mk/Aufgerichtet 2022-01-29 15:26:39 +01:00
Peter Fischer 0d5ba66c9b Update Mk/Mir nach
Gesetzesthematik
Völkerthematik
2022-01-29 15:17:46 +01:00
Peter Fischer 647bba3b99 Update Mk/Leben
Adam-Christus-Parallele
Gesetzesproblematik
Rolle Mk 1,14-15 im Ev
2022-01-29 15:14:37 +01:00
Peter Fischer d7f869188a Update Mk/Gestorben mit Hinweis zum Philipperhymnus 2022-01-29 15:10:35 +01:00
Peter Fischer 771836e977 Update Login-Page mit neuen Infos zum Bibelseminar 2022-01-29 15:09:04 +01:00
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@ -22,16 +22,19 @@ html(lang='de')
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h4.alert-heading Das Bibelseminar zum Markus-Evangelium macht aufgrund der pandemischen Entwicklung Pause! h4.alert-heading Das Bibelseminar zum Markus-Evangelium macht nach der Pause am 3. Februar 2022 weiter!
p.mb-0 p
| Der für den 13. Januar 2022 angesetzte Termin des Bibelseminars | Nach der langen, durch die Pandemie bedingen Pause, setzen wir am 3. Februar 2022 das Bibelseminar zum Markus-Evangelium fort.
| entfällt aufgrund der aktuellen Entwickung der Corona-Pandemie und der sich damit verbindenden
| Risiken und Einschränkungen.
br br
| Die für den 25. November, 16. Dezember und 13. Januar vorgesehenen Abschnitte des Markus-Evangeliums | Zunächst widmen wir uns neuen Einsichten zu Mk 1,12-28 und arbeiten uns dann fortlaufend durch das Markus-Evangelium.
| werden auf die folgenden Abende verschoben, p.mb-0
| sodass sich das Seminar in den Herbst 2022 verlängert. | Bitte beachten Sie, dass zwar die Termine auf dem Termin-Handout ab 3. Februar wieder stimmen,
| sich die jeweils besprochenen Abschnitte des Evangeliums aber geändert haben.
br
| Eine stets aktuelle Liste finden Sie unter
br
a(href="https://coburg-stadt-und-land.de/auf-jesus-nach-bibelseminar-zum-evangelium-nach-markus/" target="_blank") Übersicht Bibelseminar Markus-Evangelium auf der Homepage Kath. Seelsorgebereich Coburg Stadt und Land
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@ -451,7 +451,16 @@ block content
br br
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. | Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
span.bibelstelle.card-text Röm 6,3-5 span.bibelstelle.card-text Röm 6,3-5
br.mb-3 br
p.card-text.mb-0 Diese Verse scheinen hier besonders im Hintergrund zu stehen:
ul.card-text
li
| Der Tod Jesu ist im unteren Ende der konzentrischen Gliederung gegenwärtig.
li
| Das Auferwecktwerden durch die Herrlichkeit des Vaters ist in der Tauferzählung sehr eindrücklich bebildert.
li
| Das Wandeln in der Neuheit des Lebens als Auftrag an die Getauften verbindet sich mit Umkehrpredigt und Taufe des Johannes.
br
p.card-text.mb-0 p.card-text.mb-0
| Diese Lehre von der Schicksalsgemeinschaft ist besonders verbunden mit der Tauftheologie; | Diese Lehre von der Schicksalsgemeinschaft ist besonders verbunden mit der Tauftheologie;
br br
@ -540,7 +549,54 @@ block content
li li
| Diese Vielen macht er dadurch „gerecht“, eröffnet ihnen also eine geheilte Beziehung zu Gott jenseits der eigenen Strafe für die Sünde, die durch den Tod des „Einen“ abgegolten ist. | Diese Vielen macht er dadurch „gerecht“, eröffnet ihnen also eine geheilte Beziehung zu Gott jenseits der eigenen Strafe für die Sünde, die durch den Tod des „Einen“ abgegolten ist.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
span.bibelstelle Phil 2,8
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Wüstensendung Jesu und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung verkündet Johannes den Stärkeren, der mit dem Geist taufen wird;
br
| das impliziert, dass dieser Stärkere Verfügungsgewalt über den Geist hat.
li
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung assoziiert der Dienst der Engel zwar Hoheit,
| doch wird im Hinblick auf Jesus und den Geist von umgekehrten Verhältnissen erzählt:
br
| der Geist treibt Jesus, und dieser gehorcht → Jesus wird im Kontrast zur Mitte der konzentrischen Gliederung sehr auffällig in Erniedrigung und Gehorsam gezeigt.
li
| Auch die Versuchung durch Satan deren Bestehen durch Jesus vorausgesetzt ist vergegenwärtigt den Gehorsam Jesu gegenüber Gott bzw. hier dem Geist.
li
| Ferner gilt es zu beachten, dass
ol.card-text
li die Wüste, in die der Geist treibt, als „Wüste der Gottferne“ verstanden werden kann (s. o.);
li
| der Tod am Kreuz von Markus als Sterben in der Einsamkeit der Gottferne inszeniert wird (vgl. nur das Zitat aus Ps 22: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“)
| (wobei im Griechischen „Einsamkeit“ und „Wüste“ sich den gleichen Wortstamm teilen!);
li
| im Ablehnen der Passion bis hin zum Tod am Kreuz die eigentliche und zentrale Versuchung Jesu gesehen werden kann (→ Mk 8,33!).
li
| All diese Bezüge machen sehr wahrscheinlich, dass in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu auch der Philipperhymnus im Hintergrund steht,
| vor allem der oben zitierte Satz (Phil 2,8).
li
| Ist dieser Bezug hergestellt, kann unterstützend auffallen, dass die neben Jesus und dem Geist in der Erzählung genannten Personen/Wesen
| sich mit jenen in
span.bibelstelle Phil 2,10
| in Verbindung bringen lassen:
br
q.bibeltext
| ... damit alle im Himmel (→ Engel), auf der Erde (→ Tiere) und unter der Erde (→ Satan) ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu.
br
| Sicher ist nur von den Engeln etwas erzählt, das sich mit dem „Knie beugen“ verbinden lässt;
br
| die Wahl der erwähnten Personen/Wesen mit den jeweils zu assoziierenden Orten ist aber doch auffällig.
p.card-text.small.mb-0
| Jene konzentrischen Gliederungen, bei denen die Erzählung von der Wüstensendung (Teil der) Mitte der konzentrischen Gliederung ist,
| werden den Bezug dieser Erzählung zum Philipperhymnus bestätigen.
br
| Schon das erzählerische Nacheinander von Erniedrigung/Gehorsam Jesu und Dienst der Engel ist ein weiterer Hinweis.
//- //-
.small .small

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@ -322,6 +322,42 @@ block content
| Nicht nur hat Jesus die Versuchung bestanden, | Nicht nur hat Jesus die Versuchung bestanden,
br br
| auch die Vielen kehren um, wenden sich also vom Satan ab, und lassen sich taufen. | auch die Vielen kehren um, wenden sich also vom Satan ab, und lassen sich taufen.
li
| Insofern in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu dessen Gehorsam (gegenüber dem Geist mit dem er später taufen wird: Umkehrung der Verhältnisse → Erniedrigung)
| in einem soteriologischen Sinne
| gemäß Phil 2,8 („erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“) vergegenwärtigt wird,
| ist im Hinblick auf die Vielen, die in der Taufe ein neues Leben beginnen,
| besonders an
span.bibelstelle Röm 5,12-21
| zu denken (→ Adam-Christus-Parallele):
br
q.bibeltext.card-text
| 12 Wie durch <i>einen einzigen Menschen</i> die Sünde in die Welt kam und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise der Tod zu <i>allen Menschen</i> gelangte, weil <i>alle sündigten</i>
br
| 14 ... gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.
br
| 15 Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade;
br
| sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen,
br
| so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden.
br
| 16 Und anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht wurde, verhält es sich mit dieser Gabe:
br
| Denn das Gericht führt wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen Übertretungen zur Gerechtsprechung.
br
| 17 Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,
br
| so werden erst recht diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
br
| 18 Wie es also durch die Übertretung <i>eines Einzigen für alle Menschen</i> zur Verurteilung kam,
br
| so kommt es auch durch die gerechte <i>Tat eines Einzigen für alle Menschen</i> zur Gerechtsprechung, die Leben schenkt.
br
| 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br
| so werden auch <b><i>durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht</i></b> werden.
li li
| Wie aber im Erzählzusammenhang Jesus <i>nach</i> seiner Taufe versucht wurde, | Wie aber im Erzählzusammenhang Jesus <i>nach</i> seiner Taufe versucht wurde,
br br
@ -331,7 +367,9 @@ block content
li li
| Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“) | Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“)
| und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde, | und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde,
| spiegelt sich im Dienst der Engel. | spiegelt sich im Dienst der Engel,
br
| erzählerisch im Sinne von Phil 2,8-10 stimmig <i>nach</i> Erniedrigung/Gehorsam (Bestehen der Versuchung) erzählt.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
@ -580,7 +618,7 @@ block content
q.bibeltext q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt, | Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt,
br br
| damit der die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen. | damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen.
li li
| Das „Freikaufen“ (Gal 4,5) von Unterdrückung ist auch in Jes 52,3 thematisiert; | Das „Freikaufen“ (Gal 4,5) von Unterdrückung ist auch in Jes 52,3 thematisiert;
br br
@ -624,11 +662,47 @@ block content
| Die Aussagen zum jüdischen Gesetz, die sich bei Paulus finden und die Markus nun beginnt aufzunehmen, | Die Aussagen zum jüdischen Gesetz, die sich bei Paulus finden und die Markus nun beginnt aufzunehmen,
| müssen im größeren Kontext der Rechtfertigungslehre verstanden werden; | müssen im größeren Kontext der Rechtfertigungslehre verstanden werden;
br br
| knapp gesagt geht es um die Frage, die ein Mensch gültig in den Bund mit Gott einritt: | knapp gesagt geht es um die Frage, worauf der Bund zwischen Gott den Menschen gründet:
| durch den Glauben an Jesus Christus (der durch seinen Tod am Kreuz zum Gottesknecht nach Jes 52,13-53-12 geworden ist) oder durch | auf dem Glauben an Jesus Christus (der durch seinen Tod am Kreuz zum Gottesknecht nach Jes 52,13-53-12 geworden ist) oder auf der Verpflichtung
| das Tun der Vorschriften des jüdischen Gesetzes. | auf das jüdischen Gesetzes und damit einhergehend das Tun aller darin enthaltenen Vorschriften.
li li
| Warum sich beide Möglichkeiten ausschließen, wird noch zu zeigen sein (dazu geben andere Stellen im Markus-Evangelium eine bessere Gelegenheit). | Dass sich beide Möglichkeiten ausschließen und warum sie dies tun, ist ein Spezifikum der paulinischen Sichtweise der Kreuzigung Jesu.
br
| Grundlegend äußert sich Paulus in
span.bibelstelle Gal 2,10-14
| dazu; durch das Sichtwort „freikaufen“ ist diese Stelle mit Gal 4,4-5 verbunden Gal 2,10-14 ist notwendig zu assoziieren,
| zumal in Mk 1,12-13 („Wüstensendung“), wo der Freikauf erzählt wird, das Kreuz angespielt wird („gehorsam bis zum Tod am Kreuz“):
br
q.bibeltext
| 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch.
br
| Denn geschrieben steht:
q Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt.
|
| (Dtn 27,26).
br
| 11 Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig, denn:
q Der aus Glauben Gerechte wird leben.
|
| (Hab 2,4)
br
| 12 Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt:
q Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben.
|
| (Lev 18,5)
br
| 13
i Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
br
| denn es steht geschrieben:
q
i Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.
|
| (Dtn 21,23 Zur Zeit Jesu auch auf die Kreuzigung bezogen)
br
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird,
br
| damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben.
li li
| Die Zurückweisung des jüdischen Gesetzes durch Paulus machte es notwendig, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des jüdischen Gesetzes zu geben; | Die Zurückweisung des jüdischen Gesetzes durch Paulus machte es notwendig, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des jüdischen Gesetzes zu geben;
br br
@ -667,6 +741,36 @@ block content
| So erklärt sich auch, warum Markus in Mk 1,14-15 mit der Taufe als Mitte der konzentrischen Gliederung | So erklärt sich auch, warum Markus in Mk 1,14-15 mit der Taufe als Mitte der konzentrischen Gliederung
| zum <i>Glauben an das Evangelium</i> (von Jesu Tod und Auferstehung) aufruft. | zum <i>Glauben an das Evangelium</i> (von Jesu Tod und Auferstehung) aufruft.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Mk 1,14-15 und seine Rolle im Markus-Evangelium
h6.card-subtitle.text-muted Beginn des Zeitalters des Glaubens Ende des Zeitalters des Gesetzes Trigger für den Freikauf
hr
ul.card-text
li Mk 1,14-15 markiert den Beginn eines neuen Zeitalters: „die Zeit ist erfüllt“.
li Dies ist wird in Mk 1,14-15 mit dem Nahegekommensein der Königsherrschaft Gottes inhaltlich näher bestimmt.
li
| Aber auch der Aufruf zum Glauben spielt aufgrund der Bezüge zum Galaterbrief wesenhaft eine Rolle (mehr als sonst angenommen):
br
i
| Mk 1,14-15 markiert vor dem Hintergrund der Ausführungen des Paulus zur Rechtfertigung (vor allem) im Galaterbrief
| den <i>Beginn des Zeitalters des Glaubens</i>.
br
| Dies bedeutet nach Gal notwendig gleichzeitig das <i>Ende des Zeitalters des Gesetzes</i>.
li
| Insofern triggert Mk 1,14-15 rückwärtig in der Erzählung von der Wüstensendung Jesu (Mk 1,12-13)
| den Freikauf vom jüdischen Gesetz bzw. vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5(-6); 3,13(-14) im Kreuzestod Jesu,
br
| was dann auch das Gegenüber von Mk 1,12-13 inhaltlich bestimmt, sowie alle Erzählungen
| am unteren Ende der jeweiligen konzentrischen Gliederung, bei denen Mk 1,12-13 bzw. Mk 1,14-15 (Teil der) Mitte der konzentrischen Gliederung ist.
li
| Ist Mk 1,14-15 (allein) Mitte der konzentrischen Gliederung, ist Mk 1,12-13 die eine Flanke, Mk 1,16-20 die Berufung der ersten Jünger
| die andere Flanke; dass in Mk 1,12-13 der Freikauf getrigggert ist, ist in Mk 1,16-20 zu berücksichtigen.
li
| Weiterhin wird der Freikauf vom Gesetz in allen Erzählungen getriggert sofern inhaltich möglich (Kreuz!) ,
| die Mk 1,14-15 in einer konzentrischen Gliederung gegenüber stehen.
.card.slide.border-primary.mb-0 .card.slide.border-primary.mb-0
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h5.card-title h5.card-title
@ -701,7 +805,7 @@ block content
li li
| Es geht vielmehr um die Anfälligkeit des Menschen auch das erlösten Menschen für die Sünde; | Es geht vielmehr um die Anfälligkeit des Menschen auch das erlösten Menschen für die Sünde;
br br
| sachgerecht mit also „Begehren des Fleiches“ das „Versuchtwerden durch Satan/die Sünde“ in einem allgemeinen und umfassenden Sinn. | sachgerecht meint also „Begehren des Fleiches“ das „Versuchtwerden durch Satan/die Sünde“ in einem allgemeinen und umfassenden Sinn.
li li
| Man kann sich Gal 5,17 sehr gut wie in Zeichentrickfilmen dargestellt vorstellen: | Man kann sich Gal 5,17 sehr gut wie in Zeichentrickfilmen dargestellt vorstellen:
br br

View File

@ -242,11 +242,11 @@ block content
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Der Erzählzug, dass Jesus an einen einsame Ort geht und dort betet, erinnert den „sehenden Leser“ an den Tod Jesu am Kreuz am Kreuz: | Der Erzählzug, dass Jesus an einen einsame Ort geht und dort betet, erinnert den „sehenden Leser“ an den Tod Jesu am Kreuz:
br br
| er stirbt dort von allen verlassen, auch von Gott. | er stirbt dort von allen verlassen, auch von Gott.
li li
| Die Einsamkeit der Gottferne am Kreuz bringt Jesus betend | Die Einsamkeit der Gottferne am Kreuz bringt der markinische Jesus betend
| mit Rückgriff auf | mit Rückgriff auf
span.bibelstelle Ps 22,2 span.bibelstelle Ps 22,2
| zum Ausdruck: | zum Ausdruck:
@ -275,17 +275,17 @@ block content
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h5.card-title h5.card-title
| Ostern/Präexistenz → Tod am Kreuz → Auferstehung | Ostern/Präexistenz → Tod am Kreuz → Auferstehung
h6.card-subtitle.text-muted Die Abfolge der Erzählung und die Sendung Jesu h6.card-subtitle.text-muted Die Abfolge der Erzählung und die Sendung Jesu Der Philipperhymnus (mal wieder) als Bezugspunkt
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Die Berufung der erste Jünger Petrus und seiner Begleiter bildet einen Teil der Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung. | Die Berufung der erste Jünger Petrus und seiner Begleiter bildet einen Teil der Mitte der aktuellen konzentrischen Gliederung.
li li
| Als diese Erzählung das untere Ende der konzentrischen Gliederung bildete, standen die Taufe Jesu und seine | Als diese Erzählung das untere Ende der konzentrischen Gliederung war, standen die Taufe Jesu und seine
| unmittelbar folgende Wüstensendung durch den Geist in der Mitte jener konzentrischen Gliederung. | unmittelbar folgende Wüstensendung durch den Geist in der Mitte jener konzentrischen Gliederung.
li li
| Die Abfolge „Heraussteigen aus dem Wasser mit Begleiterscheinungen als Anspielung auf Auferstehung und Erhöhung → „Wüstensendung | Die Abfolge „Heraussteigen aus dem Wasser mit Begleiterscheinungen als Anspielung auf Auferstehung und Erhöhung → „Wüstensendung
| als Erniedirgung (bis zum Tod am Kreuz) wurde als Anspielung auf Entäußerung und Erniedrigung des einst Gottgleichen, | als Erniedirgung (bis zum Tod am Kreuz) wurde als Anspielung auf Entäußerung und Erniedrigung des einst Gottgleichen,
| wie sie der Philipperhymnus besingt, verstanden (und mit der Entäußerung | wie sie der Philipperhymnus besingt, verstanden (und mit der Entäußerung
| und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus im Sinne der Nachfolge verbunden). | und Erniedrigung der Söhne des Zebedäus im Sinne der Nachfolge verbunden).
br br
@ -296,11 +296,11 @@ block content
| auch hier kann die „Auferstehung“ transparent auf die „Präexistenz“ des einst Gottgleichen werden. | auch hier kann die „Auferstehung“ transparent auf die „Präexistenz“ des einst Gottgleichen werden.
li li
| Die Erzählung endet nach dem Dialog am „Ort des Kreuzes“ zwischen Petrus und Jesus mit einem Neuaufbruch Jesu, | Die Erzählung endet nach dem Dialog am „Ort des Kreuzes“ zwischen Petrus und Jesus mit einem Neuaufbruch Jesu,
| der die Auferstehung (erneut) andeutet. | wodurch die Auferstehung (erneut) angedeutet wird.
li li
| Damit ergibt sich die in der Überschrift genannte Abfolge, die der Sendung Jesu nach dem Philipperhymnus entspricht: | Damit ergibt sich die in der Überschrift genannte Abfolge, die der Sendung Jesu nach dem Philipperhymnus entspricht:
br br
| Dies ist das „Evangelium Gottes“, das „Jesus“ verkündet, mit dem das Nahekommen des Gottesreihes einhergeht | Dies ist das „Evangelium Gottes“, das „Jesus“ verkündet, mit dem das Nahekommen der Königsherrschaft einhergeht
| und das zu Umkehr und Glaube aufruft (→ Teil Mitte der konzentrischen Gliederung). | und das zu Umkehr und Glaube aufruft (→ Teil Mitte der konzentrischen Gliederung).
p.small.card-text.mb-0 p.small.card-text.mb-0
| Der Bezug zum Philipperhymnus wird noch dadurch verstärkt, dass sowohl dieser als auch das Ende der vorliegenden Erzählung | Der Bezug zum Philipperhymnus wird noch dadurch verstärkt, dass sowohl dieser als auch das Ende der vorliegenden Erzählung
@ -440,7 +440,7 @@ block content
ul.card-text ul.card-text
li li
| Paulus hatte besonders deutlich eine Mission untern den Völkern betrieben, ohne die gläubig gewordenen Heiden auf das jüdische Gesetz | Paulus hatte besonders deutlich eine Mission untern den Völkern betrieben, ohne die gläubig gewordenen Heiden auf das jüdische Gesetz
| mit seinen Speise- und Reinheitsvorschriften zu verpflichten. | mit seinen Speise- und Reinheitsvorschriften und insbesondere die Beschneidung (der Männer) zu verpflichten.
li li
| Hintergrund ist die (vor allem von Paulus wahrgenommene) | Hintergrund ist die (vor allem von Paulus wahrgenommene)
| Spannung zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz, bzw. zwischen der Kreuzigung Jesu | Spannung zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz, bzw. zwischen der Kreuzigung Jesu
@ -524,10 +524,25 @@ block content
| Hinter dem verfolgten „Jesus“ scheint also der verfolgte Paulus hervor. | Hinter dem verfolgten „Jesus“ scheint also der verfolgte Paulus hervor.
li li
| Es wird auch klar, warum die Erzählung mit Einsamkeit und Gebet Jesu den Tod Jesu am Kreuz, wie in Markus erzählt, | Es wird auch klar, warum die Erzählung mit Einsamkeit und Gebet Jesu den Tod Jesu am Kreuz, wie in Markus erzählt,
| besonders deutlich präsent macht. | besonders deutlich präsent macht:
ul.card-text
li li
| Indem Petrus und seine Begleiter Jesus bis in die Einsamkeit mit Gebet also bis zum Tod am Kreuz | Die Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt in Mk 1,14-15 vom Beginn des neuen Zeitalters des Glaubens („Die Zeit ist erfüllt ... kehrt um und glaubt an das Evangelium“),
| verfolgen und von dort zurückholen wollen, wird angedeutet, dass sie das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen wollen. br
| sowie in Mk 1,16-20 im Bild des zerrissenen Netzes (s. u. und vorhergehende konzentrische Gliederungen) vom Ende des Zeitalters des Gesetzes.
li
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung erzählt in der Mitte mittels der Stichworte „Einsamkeit“ und „Gebet“ vom Kreuz Jesu;
br
| dies aber ist der „Ort des Freikaufes“ nach Gal 3,13, dies ist die Schwelle vom alten Zeitalter des Gesetzes zum neuen Zeit des Glaubens.
li
| Genau an diesen Ort verfolgen Petrus und seine Begleiter Jesus und wollen ihn von dort zurückholen.
br
| Damit ist angedeutet, dass sie das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen wollen.
li
| Der Versuch, das „Netz“ wieder herzurichten also das jüdische Gesetz wieder aufzurichten und der Versuch, Jesus „vom Kreuz“ zurückzuholen,
| verbinden sich als parallele Handlungen;
br
| so wird erzählerisch bebildert, dass das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes der Versuch ist, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
.card-body .card-body
@ -573,7 +588,7 @@ block content
| Wie Jesus am Ende der Erzählung sollen die Jünger durch (weltweite) Verkündigung und Dämonenaustreibung Menschenfischer | Wie Jesus am Ende der Erzählung sollen die Jünger durch (weltweite) Verkündigung und Dämonenaustreibung Menschenfischer
| sein und nicht „Jesusfischer“. | sein und nicht „Jesusfischer“.
li li
| Wie Jesus sollen die Jünger Verlassen und Zurücklassen (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung) statt | Wie Jesus sollen die Jünger verlassen und zurücklassen (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung) statt
| zurück haben zu wollen. | zurück haben zu wollen.
li li
| Nimmt man auch bei der Abfolge Auferstehung → Kreuz die Vertauschung zur Reihenfolge Kreuz → Auferstehung vor, | Nimmt man auch bei der Abfolge Auferstehung → Kreuz die Vertauschung zur Reihenfolge Kreuz → Auferstehung vor,
@ -596,9 +611,55 @@ block content
br br
| Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, ihre Ehre besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn. | Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, ihre Ehre besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.
br br
| Die Aussage „Irdisches haben sie im Sinn.“ lässt sich gut mit dem angedeuteten Zurückhabenwollen der Söhne des Zebedäus verbinden, | Die Aussage „Irdisches haben sie im Sinn“ lässt sich gut mit dem angedeuteten Zurückhabenwollen der Söhne des Zebedäus verbinden,
| die sich nun neu unter den Ruf zur Umkehr stellen und entsprechend handeln müssen, wie sie es schon getan haben; | die sich nun neu unter den Ruf zur Umkehr stellen und entsprechend handeln müssen, wie sie es schon getan haben;
| auch von ihnen konnte man einst gut sprechen, muss es nun aber gleichsam „unter Tränen“ tun. | auch von ihnen konnte man einst gut sprechen, muss es nun aber gleichsam „unter Tränen“ tun.
li
| Hierzu passt, dass Paulus jene, die die (Wieder-)Aufrichtung des jüdischen Gesetzes (unter den Heiden) fordern, in
span.bibelstelle Gal 6,12
| bezeichnet als
q.bibeltext Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben
| .
br
| Im Kontext schreibt auch Paulus von drohender Verfolgung einerseits und sein Mitgekreuzigtsein mit Christus andererseits, was
span.bibelstelle Gal 6,11-14
| insgesamt als Stelle, auf die Markus uns stoßen will und die die ganze Dringlichkeit, die Paulus seinen Ausführungen gibt, unterstreicht:
br
q.bibeltext
| 11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch schreibe, mit eigener Hand.
br
| 12 Jene Leute, die im Fleisch nach Anerkennung streben, nötigen euch nur deshalb zur Beschneidung,
| damit sie wegen des Kreuzes Christi nicht verfolgt werden.
br
| 13 Denn obwohl sie beschnitten sind, halten sie selbst das Gesetz nicht; dennoch dringen sie auf eure Beschneidung,
| damit sie sich eures Fleiches rühmen können.
br
| 14 Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen,
| durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
li
| Stimmig dazu ist das Beenden des Herrichten des Netzes (= Wiederherstellung des jüdischen Gesetzes) mit
| dem Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb in der Erzählung von der Berufung der ersten Jünger unlöslich verbunden
| und letztlich eine einzige Handlung, die notwendig ist, um in die Nachfolge Jesu einzutreten.
li
| Insgesamt geht es Paulus und Markus darum, das Kreuz Christi ernst zu nehmen mit allen Konsequenzen.
li
| In diesem Dienst steht der erzählerische Kniff, am Anfang die Auferstehung Jesu präsent zu machen,
| den Leser dann aber auf seinen Tod am Kreuz umzulenken.
br
| Dies ist vom „<i>Darum</i> (hat Gott ihn (= Jesus) über alle erhöht)“ als Schwarnier des Philipperhymnus, der in der Erzählung
| im Hintergrund steht, zwischen Erniedrigung und Erhöhung her zu verstehen:
br
| Jesus darf nicht einseitig als Auferstandener verkündet werden, sein Kreuz muss eine zentrale Rolle spielen.
| weil dies folgen haben muss für die Verkündigung und für die christliche Ethik.
br
| Es darf daher nicht in den Hintergrund treten, darf nicht vergessen, verleugnet oder kleingeredet werden.
br
| Denn es besteht sonst die Gefahr, dass Jesu himmlische Herrlichkeit eine unheilige „Hochzeit“ eingeht
| mit irdischem Macht- und Reichtumsstreben, wie dies (schon länger) Markus thematisiert.
| Vgl. dazu auch die „Versuchung“ des Dämon in der Erzählung von der Dämonenaustreibung: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“,
| was Jesus mit dem Schweigegebot beantwortet, weil der Dämon den Weg Jesu ins Verderben ans Kreuz verschwiegen hat.
p.card-text.small.mb-0
| Wie die Kirchengeschichte zeigt, hat die Kirche gerade hier versagt!
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
@ -650,7 +711,76 @@ block content
| umsetzen. | umsetzen.
li li
| Die Freiheit meint hier die Freiheit vom jüdischen Gesetz dem „Joch der Knechtschaft“ , | Die Freiheit meint hier die Freiheit vom jüdischen Gesetz dem „Joch der Knechtschaft“ ,
| die Freiheit zur gesetzesfreien Völkermission, wie sie vor allem Paulus betreibt. | dies bedeutet auch die Freiheit zur gesetzesfreien Völkermission, wie sie vor allem Paulus betreibt.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q.bibeltext ... damit den Völkern ... der Segen Abrahams zuteilwird
span.bibelstelle Gal 3,14
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Freikauf vom jüdischen Gesetz und der Segen für die Völker
hr
ul.card-text
li
| Mk 1,14-15 in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| macht in Verbindung mit dem zerrissenen „Netz“
span.bibelstelle Gal 4,4-5
| gegenwärtig:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
br
| geboren von einer Frau und
i dem Gesetz unterstellt,
br
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen,
br
| und damit wir die Sohnschaft erlangen.
li
| In den Flanken der Mitte der konzentrischen Gliederung wird einerseits erzählt,
| wie Jesus „dem Gesetz des Geistes unterstellt“ diesen Freikauf vollzieht (→ Wüstensendung Mk 1,12-13),
| andererseits wie Jesus einen Menschen von der Herrschaft „des Gesetzes der Sünde und des Todes“ befreit (→ Dämonenaustreibung Mk 1,21-28),
| wobei eine Insuffizienz des jüdischen Gesetzes mitschwingt (gemäß Gal 3,21; Röm 8,2).
br
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung ist mit dem angespielten Tod Jesu am Kreuz auch der Freikauf gegenwärtig.
li
| Aus dem Galaterbrief sind zu Gal 4,4-5 die Ausführungen in
span.bibelstelle Gal 3,6-10.13-14
| zu ergänzen:
br
q.bibeltext
| 6 So auch bei Abraham: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
br
| 7 Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams.
br
| 8 Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht,
| hat sie dem Abraham im Voraus verkündet:
br
| In dir sollen alls Völker gesegnet werden.
br
| 9 Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham.
br
| 10 Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch.
br
| Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt. [Dtn 27,26]
br
| 13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
br
| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt. [Dtn 21,23]
br
| 14 Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
br
| und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
li
| Das Zuteilwerden des „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) meint das macht der Kontext im Galaterbrief deutlich die (allein) den
| Glauben an Jesus als heilsnotwendig voraussetzende Völkermission,
| die sich hier als Ergebnis des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es) festgehalten wird.
br
| Auch die Heiden werden durch den Glauben zu „Söhnen Gottes“, wie es die Söhne des Zebedäus bei ihrem Eintritt in die Nachfolge Jesu
| geworden sind, was sie jetzt durch ihre Wiederzuwendung zum jüdischen Gesetz infrage stellen.
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@ -668,7 +798,7 @@ block content
li li
| Das erinnert stark an die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, die sich in | Das erinnert stark an die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, die sich in
span.bibelstelle Röm 1,5-6 span.bibelstelle Röm 1,5-6
| findet (vgl. auch die Heilung der Schwiegermutter des Petrus): | findet (vgl. auch die Heilung der Schwiegermutter des Petrus) und sich mit der Berufung durch Jesus Christus verbindet:
br br
q.bibeltext q.bibeltext
| Durch ihn [= Jesus Christus] haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, | Durch ihn [= Jesus Christus] haben wir Gnade und Apostelamt empfangen,
@ -694,6 +824,10 @@ block content
| wird schon Jesus verdeckt als dessen eigene Sendung „untergeschoben“; | wird schon Jesus verdeckt als dessen eigene Sendung „untergeschoben“;
br br
| in diesem Sinn wird „Jesus“ im Markus-Evangelium immer wieder ins Heidenland aufbrechen (→ Überfahrten). | in diesem Sinn wird „Jesus“ im Markus-Evangelium immer wieder ins Heidenland aufbrechen (→ Überfahrten).
li
| Erinnert sie hier auch daran, dass Simon und Andreas griechische Namen sind, Jakobus und Johannes dagegen semitische;
br
| schon die erstberufenen Jünger versinnbildlichen also die Völkermission.
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.card-body .card-body
@ -711,7 +845,7 @@ block content
| die Umkehr also vom Glauben an das (inhaltlich mit Entäußerung, Erniedrigung, Gehorsam bis zum Tod am Kreuz, | die Umkehr also vom Glauben an das (inhaltlich mit Entäußerung, Erniedrigung, Gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
| Auferstehung und Erhöhung gefüllte) Evangelium her bestimmt wird und nicht vom jüdischen Gesetz her. | Auferstehung und Erhöhung gefüllte) Evangelium her bestimmt wird und nicht vom jüdischen Gesetz her.
br br
| Jedenfalls ist der Ruf Jesu zur Umkehr kein Ruf zu einer verbesserten („vollkommenen“) Befolgung des jüdischen Gesetzes. | Jedenfalls ist der Ruf Jesu zur Umkehr kein Ruf zu einer verbesserten („vollkommenen“) Befolgung des jüdischen Gesetzes (ganz anders etwa der Evangelist Matthäus!).
li li
| Im ganzen Evangelium wird immer wieder der Glaube der Menschen hervorgehoben werden und sie werden durch | Im ganzen Evangelium wird immer wieder der Glaube der Menschen hervorgehoben werden und sie werden durch
| ihn des mit Jesus geschenkten Heils teilhaftig. | ihn des mit Jesus geschenkten Heils teilhaftig.
@ -814,17 +948,17 @@ block content
| „<i>Sie</i> verließen sogleich die Synagoge“ offenbar waren die Jünger also doch in der Synagoge dabei und gehen nun mit Jesus | „<i>Sie</i> verließen sogleich die Synagoge“ offenbar waren die Jünger also doch in der Synagoge dabei und gehen nun mit Jesus
| in das Haus des Simon und Andreas. | in das Haus des Simon und Andreas.
li li
| In der Szene Mk 1,32-34 sind die Jünger zwar nicht erwähnt, aber doch lokal anwesend, weil alles vor dem Haus des Simon und Andreas speilt. | In der Szene Mk 1,32-34 sind die Jünger zwar nicht erwähnt, aber doch lokal anwesend, weil alles vor dem Haus des Simon und Andreas spielt.
li li
| In Mk 1,35-39 dann die Kontroverse. | In Mk 1,35-39 dann die Kontroverse.
li li
| In Mk 1,40-45 ist Jesus jedenfalls allein unterwegs (ehe er dann am Ende von Leute von überallher zu ihm kommen). | In Mk 1,40-45 ist Jesus jedenfalls allein unterwegs (ehe dann am Ende von Leute von überallher zu ihm kommen).
li li
| In Mk 2,1 kehr Jesus offenbar alleine wieder nach Kafarnaum zurück: „Als <i>er</i> nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging ...“; | In Mk 2,1 kehrt Jesus offenbar alleine wieder nach Kafarnaum zurück: „Als <i>er</i> nach einigen Tagen wieder nach Kafarnaum hineinging ...“;
| sicher ist ein dortiges Zusammentreffen mit Petrus und seinen Begleitern vorauszusetzen das Haus ist wohl auch als das Haus des Simon und Andreas vorzustellen , | sicher ist ein dortiges Zusammentreffen mit Petrus und seinen Begleitern vorauszusetzen das Haus ist wohl auch als das Haus des Simon und Andreas vorzustellen ,
| aber direkt erzählt wird das nicht. | aber direkt erzählt wird das nicht.
li li
| In Mk 2,13-17 wird nicht von Petrus und seinen Begleitern erzählt; und wer im weiteren Verlauf „die Jünger“ sind ist nicht eindeutig es können | In Mk 2,13-17 wird nichts von Petrus und seinen Begleitern erzählt; und wer im weiteren Verlauf „die Jünger“ sind ist nicht eindeutig es können
| auch die Vielen sein, die Jesus seit Mk 2,13-17 nachfolgen. | auch die Vielen sein, die Jesus seit Mk 2,13-17 nachfolgen.
li li
| Erst in Mk 3,13-19 ist dann explizit auch wieder von Petrus und seinen Begleitern die Rede, insofern sie in der Apostelliste auftauchen. | Erst in Mk 3,13-19 ist dann explizit auch wieder von Petrus und seinen Begleitern die Rede, insofern sie in der Apostelliste auftauchen.
@ -870,6 +1004,9 @@ block content
| Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, | Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst,
br br
| wie kannst due dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben? | wie kannst due dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?
li.small
| Man beachte auch hier, dass Markus Petrus sowohl bei der Berufung, als auch in der aktuellen Erzählung „Simon“ nennt das ist ein griechischer Name
| (der semitische wäre Sim<i>e</i>on); das verbindet sich sehr gut mit der der Aussage „Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst ...“.
li li
| Wie in der Erzählung des Markus wird auch hier von einem Rückzug berichtet, allerdings nicht von Jesus (bzw. indirekt Paulus), | Wie in der Erzählung des Markus wird auch hier von einem Rückzug berichtet, allerdings nicht von Jesus (bzw. indirekt Paulus),
| sondern von Petrus. | sondern von Petrus.
@ -899,7 +1036,7 @@ block content
| beim „antiochenischen Zwischenfall“ sind es Petrus und mit ihm die Judenchristen samt Paulus, die von den Leuten des Jakobus „verfolgt“ werden; | beim „antiochenischen Zwischenfall“ sind es Petrus und mit ihm die Judenchristen samt Paulus, die von den Leuten des Jakobus „verfolgt“ werden;
br br
| während Petrus und die anderen sogar der Paulusbegleiter Barnabas sich „einfangen“ lassen, | während Petrus und die anderen sogar der Paulusbegleiter Barnabas sich „einfangen“ lassen,
| widersteht Paulus. | widersteht Paulus (wie Jesus).
li li
| Markus wie Paulus sind deutliche Vertreter der gesetzesfreien Heidenmission, wie aus den Paulusbriefen und noch weiteren Stellen im Markus-Evangelium | Markus wie Paulus sind deutliche Vertreter der gesetzesfreien Heidenmission, wie aus den Paulusbriefen und noch weiteren Stellen im Markus-Evangelium
| klar hervorgeht. | klar hervorgeht.
@ -918,7 +1055,7 @@ block content
br br
| Es ist erzählerisch nahegelegt, dass sich Jesus im Gebet seiner Sendung (neu) bewusst wurde. | Es ist erzählerisch nahegelegt, dass sich Jesus im Gebet seiner Sendung (neu) bewusst wurde.
li li
| Das kann eine Aufforderung sein, sich im Gebet der eigenen immer neu Sendung bewusst zu werden | Das kann eine Aufforderung sein, sich im Gebet immer neu der eigenen Sendung bewusst zu werden
| und auch die eigene Not in der Nachfolge („Wüstenerfahrungen“) vor Gott zu bringen. | und auch die eigene Not in der Nachfolge („Wüstenerfahrungen“) vor Gott zu bringen.
li li
| Das kann eine Zusage sein, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann gerade nach Ostern, | Das kann eine Zusage sein, dass Jesus im Gebet gefunden werden kann gerade nach Ostern,
@ -969,7 +1106,7 @@ block content
ul.card-text ul.card-text
li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt. li Formal wird hier wie dort von der Verkündigungstätigkeit Jesu erzählt.
li li
| In Mk 1,14-15 kommt Jesus nach der Taufe am Jordan wieder nach Galiläa, zunächst an den See bzw. nach Kafarnaum; | In Mk 1,14-15 kommt Jesus nach der Taufe am Jordan und der Wüstensendung/Versuchung wieder nach Galiläa, zunächst an den See bzw. nach Kafarnaum;
br br
| in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“ eine Weitung seines Wirkkreises, letztlich in die Völkermission. | in Mk 1,39 zieht er schließlich durch „ganz Galiläa“ eine Weitung seines Wirkkreises, letztlich in die Völkermission.
li li
@ -1087,6 +1224,12 @@ block content
br br
| Durch diesen Gang Jesu ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“, | Durch diesen Gang Jesu ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen. | ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.
li
| Das Gegenüber ist gerade mit Mk 1,14-15.16-20 als Mitte der konzentrischen Gliederung von Gal 4,4-5 her zu verstehen:
br
| es wird einerseits erzählt, wie Jesus „dem Gesetz des Geistes unterstellt“ den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) vollzieht (→ Wüstensendung Mk 1,12-13),
| andererseits, wie Jesus einen Menschen von der Herrschaft „des Gesetzes der Sünde und des Todes“ befreit (→ Dämonenaustreibung Mk 1,21-28),
| wobei eine Insuffizienz des jüdischen Gesetzes mitschwingt (gemäß Gal 3,21; Röm 8,2).
li li
| Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen: | Auch in diesem Gegenüber finden sich Vertauschungen:
ul.card-text ul.card-text

View File

@ -479,13 +479,23 @@ block content
td.card-text td.card-text
| Erhöhung aufgrund des Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz | Erhöhung aufgrund des Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br br
| Evangelienverkündigung als „leben für Gott“ | Evangelienverkündigung als „leben für Gott“ (→ Röm 6,10)
td.card-text td.card-text
| „Gehorsam“ Jesu gegenüber seinen Begleitern, die ihn um Heilung der Schwiegermutter des Petrus bitten | „Gehorsam“ Jesu gegenüber seinen Begleitern, die ihn um Heilung der Schwiegermutter des Petrus bitten
td.card-text
| Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
br br
| Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern als „leben für Gott“ | Einleitend Gehorsam der Jünger, abschließend der der Schwiegermutter des Petrus gegenüber dem Ruf zu Umkehr und Glaube
| (→ Glaubensgehorsam; s. u.)
td.card-text
| Aufgerichtetwerden der Schwiegermutter des Petrus
br
| Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern als „leben für Gott“,
br
| wie auch schon der Dienst der Jünger an der Schwiegermutter
| („Wegbereiter des Herrn“ = „leben für Gott“)
p.card-text.small
| (beides im Sinne auch von Phil 2,5: „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ bzw. Phil 1,27; s. u.)
br
| Der Dienst der Schwiegermutter ist also zweifach zu verbinden: einmal mit Phil 2,10 („damit alle ... auf der Erde ...“), einmal mit Phil 1,27; 2,5.
td.card-text td.card-text
| Himmel und Erde | Himmel und Erde

View File

@ -733,6 +733,18 @@ block content
| Ich aber will mit allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. | Ich aber will mit allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
br br
| Das ist eine Absage an irdische Werte: Anerkennung (→ Gal 6,12), aber auch Macht und Reichtum, wie das von den Söhnen des Zebedäus erzählt wird. | Das ist eine Absage an irdische Werte: Anerkennung (→ Gal 6,12), aber auch Macht und Reichtum, wie das von den Söhnen des Zebedäus erzählt wird.
li
| Was die Wüstensendung Jesu mit der Berufung der ersten Jünger verbindet ist in besonderer Weise der Gehorsam:
ul.card-text
li Jesus ist in seiner Sendung gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
li Die Jünger lassen sich von Jesus gehorsam in die Nachfolge rufen.
| Zu bedenken ist, dass Jesus in der Mitte zum Glauben an das Evangelium aufruft.
ul.card-text
li Dieses Evangelium ist in der Wüstensendung Jesu bebildert.
li Die Jünger wiederum zeigen mit ihrem Eintreten in die Nachfolge ihren Glauben (der sich mit der Umkehr verbindet).
| Dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz dem Evangelium (als eine Flanke der Mitte der konzentrischen Gliederung)
| entspricht im Lichte der Auferstehung der Gehorsam des Glaubens
| (incl. Umkehr gemäß des Evangeliums) (als die andere Flanke der Mitte der konzentrischen Gliederung).
li Auf dem Weg der Jesus-Nachfolge gilt es, selber tot zu sein für die Sünde und die eigenen Versuchungen zu bestehen. li Auf dem Weg der Jesus-Nachfolge gilt es, selber tot zu sein für die Sünde und die eigenen Versuchungen zu bestehen.
li Eine spezielle Versuchung sind darauf wird das Evangelium noch eingehen die Macht und der Reichtum (→ Söhne des Zebedäus). li Eine spezielle Versuchung sind darauf wird das Evangelium noch eingehen die Macht und der Reichtum (→ Söhne des Zebedäus).
li li

View File

@ -983,68 +983,242 @@ block content
br br
| Andererseits ist die Hingabe des Gottessohnes in der Mitte der konzentrischen Gliederung, näherhin in der Wüstensendung nach der Tauferzählung (→ „Sohn Gottes“), angedeutet. | Andererseits ist die Hingabe des Gottessohnes in der Mitte der konzentrischen Gliederung, näherhin in der Wüstensendung nach der Tauferzählung (→ „Sohn Gottes“), angedeutet.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext
| ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
span.bibelstelle Röm 1,5
h6.card-subtitle.text-muted Eine Besonderheit der Namen der Apostel neu verstanden
hr
ul.card-text
li
| Liest man Mk 1,16-20 nach Mk 1,14-15, die beide zusammen Gal 4,4-6 und damit die Befreiung vom jüdischen Gesetz vergegenwärtigen,
| folgen die Jünger mit dem Ruf zur Nachfolge
| gleichzeitig gehorsam dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium.
li
| Dies lässt sich mit der Wendung „Gehorsam des Glaubens“ in Röm 1,5 verbinden, zu der Paulus alle Völker führen will.
li
| Schon lange ist in der Forschung aufgefallen, dass die Namen Simon und Andreas hellenistisch klingen,
| während Jakobus und Johannes jüdische Namen sind.
li
| Der erwähnte Bezug zu Röm 1,5 macht es wahrscheinlich, dass dies kein Zufall ist,
br
| vielmehr sind schon in den vier Erstberufenen „alle Völker“ Juden und Heiden angedeutet, die zum „Gehorsam des Glaubens“ gerufen werden.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
.card-body .card-body
h5.card-title h5.card-title
q.bibeltext q.bibeltext
| Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen | Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, ... damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
span.bibelstelle Gal 4,4-5a span.bibelstelle Gal 4,4-5a
br
| und
q.bibeltext
| ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
span.bibelstelle Röm 1,5
h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf das Gegenüber von Mk 1,4-8 und Mk 1,14-15 h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf das Gegenüber von Mk 1,4-8 und Mk 1,14-15
hr hr
ul.card-text ul.card-text
li li
| Die befreiend-freikaufende Sendung des Sohnes wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt. | Die befreiend-freikaufende Sendung des Sohnes wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung erzählt.
li br
| In Mk 1,14-15 wird diese Sendung und ihre Bedeutung ins Wort gebracht und dabei Gal 4,4-6 vergegenwärtigt. | In Mk 1,14-15 wird diese Sendung und ihre Bedeutung ins Wort gebracht und dabei Gal 4,4-6 vergegenwärtigt.
li br
| In Mk Mk 1,4-8 werden die Auswirkungen der Sendung erzählt: Menschen sind befreit von der Herrschaft der Sünde, | In Mk Mk 1,4-8 werden die Auswirkungen der Sendung erzählt: Menschen sind befreit von der Herrschaft der Sünde,
| erfahren in der Taufe die Vergebung der Sünden; | erfahren in der Taufe die Vergebung der Sünden;
br br
| sie sind nun frei vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2). | sie sind nun frei vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2).
li li
| In Mk 1,8 kündigt Johannes der Täufer die Geisttaufe des Stärkeren an; | In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist stimmig dazu
br span.bibelstelle Gal 3,13-14
| dies kann von Gal 4,6 her verstanden werden, | im Hintergrund zu vergegenwärtigen:
br
| aber auch als parallele, inhaltlich effektiv identische Aussage von
span.bibelstelle Gal 3,13-14*
| her (wörtlich übersetzt EÜ ungenau!):
br br
q.bibeltext q.bibeltext
| Christus hat uns losgekauft ...., damit wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben. | Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
br br
| Gemeint ist hier das „Empfangen des verheißenen Geistes“, nicht nur die Verheißung als solche; | denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt.
br
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
br
| und wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.
li
| Johannes hatte auf den Stärkeren hingewiesen, der nach ihm kommt und der mit dem Heiligen Geist taufen wird.
br
| Mk 1,14-15 nimmt die zeitliche Abfolge und den Überbietungscharakter auf, indem es mit „Nachdem“ beginnt sowie
| vom Anbruch der Königsherrschaft Gottes und des Zeitalters des Glaubens erzählt.
li
| Während Johannes der Täufer in Mk 1,8 die Geisttaufe des Stärkeren ankündigt, ruft Mk 1,15 zum Glauben auf.
br
| Dieses Gegenüber vergegenwärtigt aus Gal 3,13-14 unmittelbar die Aussage
br
q.bibeltext
| Christus hat uns losgekauft ...., damit wir die <i>Verheißung des Geistes</i> empfingen durch den <i>Glauben</i>.
br
| Gemeint ist hier das „Empfangen des verheißenen Geistes“, nicht nur die Verheißung als solche.
br
| Ferner rückt
span.bibelstelle Gal 3,2
| in Blick:
q.bibeltext
| Dies eine möchte ich von euch wissen:
br
| Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder
| <i>durch das Hören der Glaubensbotschaft</i> empfangen?
p.card-text.small.mb-0
| Natürlich kann wie in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung auch an Gal 4,6 gedacht werden,
br br
| „Verheißung“/„verheißen“ verbindet sich mit der Ankündigung der Geisttaufe durch Johannes besser als Gal 4,6, | „Verheißung“/„verheißen“ verbindet sich mit der Ankündigung der Geisttaufe durch Johannes besser als Gal 4,6,
br br
| zumal in Mk 1,14-15 zum Glauben aufgerufen wird. | zumal in Mk 1,14-15 zum Glauben aufgerufen wird.
li
| Den Anbruch des Zeitalters des Glaubens und das Ende des Zeitalters des Gesetzes thematisiert Paulus insgesamt
| in Gal 3,22-25; mit der Taufe Jesu und der Sohnesbetitelung Jesu bei der Taufe in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| und der Sohnesthematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung sowie mit dem Thema „(alle) Völker“
| im aktuellen Gegenüber (sowie in der Berufungserzählung, s. u.) kann aber
span.bibelstelle Gal 3,22-28
| insgesamt im Hintergrund stehen:
br br
| Jedenfalls ist angedeutet, dass jene, die die Geisttaufe empfangen haben, nun wie Jesus q.bibeltext
| dem befreienden „Gesetz des Geistes“ (Röm 8,2) unterstehen. | 22 Aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen,
| damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus denen gegeben wird, die glauben.
br
| 23 Ehe der Glaube kam, waren wir vom Gesetz behütet, verwahrt, bis der Glaube offenbar werden sollte.
br
| 24 So ist das Gesetz unter Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden.
br
| 25
i Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher.
br
| 26 Denn alle sei ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
br
| 27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.
br
| 28 Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich;
| denn ihr alle seid <i>einer</i> in Christus Jesus.
li
| Zu Johannes dem Täufer kommen die Menschen aus „ganz Judäa“ sowie „alle Einwohner Jerusalems“,
| Jesus dagegen geht nach Galiläa;
br
| da wie dort erschallt der Umkehrruf, bei Jesus ergänzt durch den Ruf zum Glauben.
br
| Mit Judäa als jüdischem Kernland mit Jerusalem als Hauptstadt da und Galiläa das von Nichtjuden durchsetzt ist dort im Gegenüber der
| konzentrischen Gliederung sind zwei Regionen Palästinas benannt;
br
| dies kann im Sinne einer Weitung verstanden werden, wobei zu bedenken ist, dass Galiläa in Mk 1,39 siehe dort die Völkerwelt andeuten kann;
br
| dadurch wird die Aussage
q.bibeltext
| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird
| aus Gal 3,14 vergegenwärtigt (wobei „Völker“ hier Israel und die Völkerwelt einschließt, wie die Segensverheißung an Abraham auch zusammenbindend ist [→ Gal 3,8: „<i>alle</i> Völker“!];
| wohl liegt aber ein gewisser Akzent auf der Völkerwelt, weil dies der Argumentationsrichtung des Paulus entspricht).
br
| Bedenkt man, dass die Menschen, die zu Johannes dem Täufer kommen, gehorsam dem Umkehrruf folgen
| und dass Jesus zum Glauben aufruft, ist auch an
span.bibelstelle Röm 1,5
| zu denken:
q.bibeltext
| ... um unter allen Völkern den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
br
| (Im „allen“ ist hier dann definitiv Israel mitgemeint, auch im Bezug zu Gal 3,14 ist dies vorauszusetzen.)
p.card-text.small.mb-0
| Das „Nachdem“ zu Beginn von Mk 1,14-15 darf hier noch nicht im Sinne einer (nachösterlichen) Ablösung verstanden werden,
| da die Menschen aus „ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems“ positiv dargestellt werden: sie folgen gehorsam dem Umkehrruf;
| dies ist auch in Übereinstimmung mit anderen konzentrischen Gliederungen und dem jeweiligen Gegenüber von Mk 1,4-8 festzuhalten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Simon und Andreas Jakobus und Johannes
h6.card-subtitle.text-muted Eine Besonderheit der Namen der Apostel neu verstanden
hr
ul.card-text
li
| Mit Gal 3,13-14 in der Mitte sowie Mk 1,4-8 und Mk 1,14-15 als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
| war der Segen für die Völker bzw. des Führen aller Völker zum Gehorsam des Glaubens in Blick geraten (s. o.).
li
| Mit diesem Gedanken im Hintergrund kann ein altes exegetisches Rätsel gelöst werden:
br
| Schon lange ist in der Forschung aufgefallen, dass Simon und Andreas griechische Namen sind (semitisch wäre „Sim<b>e</b>on“),
| Jakobus und Johannes dagegen semitische Namen.
br
| Aufgrund der obigen Feststellung ist es sehr wahrscheinlich, dass dies kein Zufall ist;
br
| vielmehr sind schon in den vier Erstberufenen deren Berufung just am unteren Ende der aktuellen konzentrischen Gliederung erzählt wird
| „alle Völker“ Juden und Völkerwelt angedeutet,
| denen der Segen Abrahams zuteilwerden soll bzw. die zum Gehorsam des Glaubens geführt werden sollen.
li
| Unterstützt wird dies durch folgende Beobachtung:
br
| Liest man Mk 1,16-20 nach Mk 1,14-15, die beide zusammen Gal 4,4-6 und damit die Befreiung vom jüdischen Gesetz vergegenwärtigen,
| folgen die Jünger mit dem Ruf zur Nachfolge
| gleichzeitig gehorsam dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium,
br
| dies lässt sich direkt mit der Wendung „Gehorsam des Glaubens“ in Röm 1,5 verbinden, zu der Paulus alle Völker führen will.
li.small
| Schließlich wird diese Sichtweise auch dadurch bestätigt, dass die Berufung der ersten Jünger in der Gliederung „Galiläa I“
| (mit der Heilung des Aussätzigen als Mitte) der Heilung des Gelähmten gegenübersteht;
br
| dort ist aber definitiv die Thematik „Beschnittene und Unbeschnittene“ gegenwärtig, wie allein schon die „doppelte Dachöffnung“ zeigt,
| zusammen mit dem allein rechtfertigenden Glauben („als er ihren Glauben sah ...“).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Von der Versuchung, das Gesetz (wieder) aufzurichten
h6.card-subtitle.text-muted Eine Problematik des Briefes des Paulus an die Galater
hr
ul.card-text
li
| Mit der Thematik „Versuchung“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet sich auch das Herrichten des „Netzes“ also des jüdischen Gesetzes
| durch die Söhne des Zebedäus (und umgekehrt).
li
| Das Wiederaufrichten des Gesetzes ist wie teils schon oben gesehen eine grundsätzliche Problematik des Briefes des Apostel Paulus an die Galater.
li
| Als nämlich judenchristliche Missionare nach dem Weiterzug des Paulus zur weiteren Mission in die galatischen Gemeinden eingedrungen waren,
| versuchen diese die Galater davon zu überzeugen, dass zur Erlangung des Heiles die Verpflichtung auf das jüdische Gesetz samt Beschneidung (für die Männer)
| unbedingt notwendig sei der Glaube an Jesus allein reiche nicht.
li
| Dem Brief an die Galater kann man entnehmen, dass die Galater im Begriff waren, sich dem zu beugen;
br
| Paulus fährt einige Argumentationsstränge auf, um dem entgegenzuwirken.
li
| Nachfolge erfordert wie in der Berufungserzählung eindrücklich bebildert das Zurücklassen und Kaputtseinlassen des „Netzes“ also des jüdischen Gesetzes ;
br
| da spielen natürlich auch im Zusammenhang mit der vorausgehenden Erzählung Mk 1,14-15 präsent gewordenen Aussagen des Galater- und Römerbriefes eine Rolle:
br
| das jüdische Gesetz hat „alles unter der Sünde eingeschlossen“ (Gal 3,22), es ist daher das „Gesetz der Sünde und des Todes“ (Röm 8,2);
br
| das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes treibt daher in die Hände der durch das Gesetz gefangen nehmenden Sünde;
br
| denn man muss auch
span.bibelstelle Gal 5,3
| bedenken:
br
q.bibeltext Ihr, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, seid von Christus getrennt; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
br
| Folglich ist das Zurückkehren zum jüdischen Gesetz bzw. seine Einführung in Galatien effektiv ein Zurückkehren zur Sünde,
br
| Rückkehr bzw. Einführung des Gesetzes können daher mit der Versuchung durch Satan verbunden bzw. als Versuchung durch Satan verstanden werden.
li
| Dies scheint zunächst ein verwegener Gedanke zu sein.
br
| Allerdings kann Paulus jene, die die Einführung des jüdischen Gesetzes in Galatien betreiben, als solche bezeichnen, „die im Fleisch nach Anerkennung streben“
| quasi Anti-Typen zu den Söhnen des Zebedäus, die (im Sinne von Entäußerung und Erniedrigung nach dem Philipperhymnus) ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb zurücklassen, um Jesus nachzufolgen.
br
| Das Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb und das Aufgeben des zerrissenen „Netzes“ ist in der Erzählung miteinander verknüpft, ist ein notwendig zusammenhängendes Handeln.
br
| Wie das Bleiben in der hoheitlichen Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb die Versuchung der Söhne des Zebedäus ist,
br
| so kann also aufgrund der beschriebenen Zusammenhänge auch das Zurückkehren zum jüdischen Gesetz bzw. dessen Einführung in Galatien mit der Versuchung durch Satan verbunden werden.
li
| Zu beachten und für ein tieferes Verständnis leitend ist die Beobachtung, dass die Versuchung der Jünger, das Gesetz (wieder) aufzurichten,
| der Versuchung Jesu, das Kreuz nicht anzunehmen, parallel ist.
br
| Das Gesetz (wieder) aufzurichten, würde eine Relativierung des Kreuzes Christi bedeuten;
br
| es würde wie Paulus sich in Gal 5,11 ausdrückt das „Ärgernis des Kreuzes beseitigen“.
br
| Eine Harmonisierung des Kreuzes mit dem jüdischen Gesetz würde weder das eine noch das andere ernst nehmen,
| ist doch nach Paulus die in Gal 3,13-14 zitierte Aussage Dtn 21,23 zu bedenken:
br
| Gesetz und Kreuz schließen sich aus;
br
| ist aber der Gekreuzigte entgegen Dtn 21,23 (aber gemäß des Vierten Gottesknechtsliedes des Jesaja)! auferstanden, ist das ein göttliches Zeichen
| mit klarer Aussage, wo nun das Heil zu suchen ist, weil es nur dort gefunden weren kann.
br
| Eine Relativierung des Kreuzes bzw. von Dtn 21,23 würde Gal 3,13-14 in seiner Heilsaussage zerstören:
br
| Das Kreuz würde seiner erlösenden Kraft beraubt und in der Tat hat das Kreuz Christi in der entsprechenden Form des „Christentums“
| keine erlösende Dimension: es ist „einfach“ das „typische“ Prophetenschicksal, die Auferstehung ist „lediglich“ die Rehabilitierung des Propheten
| und seine Bestimmung zum künftigen Richter über Lebende und Tote.
br
| Wird das Kreuz nicht ernst genommen sondern relativiert, ist es zugleich auch als Richtschnur christlicher Ethik relativiert bzw. entleert:
| Sehr schön bebildert Markus (s. o.), dass die Versuchung, das Gesetz (wieder) aufzurichten, der Versuchung, weiter an weltlich-irdischen Dingen zu hängen,
| parallel ist.
br
| Dies stimmt mit den Aussagen des Galaterbriefes überein; in Gal 6,12 kann Paulus sogar soweit gehen,
| dass er das Streben nach „Anerkennung“ zur Ursache dafür macht, das Kreuz Christi zu relativieren (vgl. dazu auch Phil 3,18-19).
br
| So ist theoretisch (→ Theologie/„Erlösungslehre“) wie praktisch (→ Ethik) die Herrschaft der Sünde bzw. Satans nicht
| gebrochen bzw. neu aufgerichtet, wo das Gesetz neu aufgerichtet wird.
//- //-
.small .small
h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante h6 Unwahrscheinliche Gliederungsvariante

View File

@ -619,6 +619,124 @@ block content
| die den Glauben voraussetzt | die den Glauben voraussetzt
| ist eine derartige Sündenvergebung möglich. | ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
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.card-body
h5.card-title
q ... zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden
span.bibelstelle Röm 3,25
br
q Gott ist der Eine
span.bibelstelle Röm 3,30
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 3,19-31 als weiterer „Grundlagentext“
hr
ul.card-text
li
| Mk 2,10 spricht von der Vergebung der Sünden.
br
| Dies ist durch die Bezüge der Erzählung zum Galaterbrief grundsätzlicher als Befreiung von der Herrschaft der Sünde insgesamt zu verstehen, wie oben gezeigt.
li
| Im Brief des Apostel Paulus an die Römer findet sich aber auch eine Stelle, die zu den oben zitierten Aussagen des Galaterbriefes zur parallel
| ist und in diesem Zusammenhang (in einer übernommenen Tradition) von der Vergebung der Sünden spricht.
br
| Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Markus auch an folgende Aussagen im Römerbrief gedacht hat:
br
q.bibeltext
| 19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, sagt es denen, die unter dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft und die ganze Welt vor Gott schuldig wird.
br
| 20 Denn aus Werken des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; denn durch das Gesetz kommt es nur zur Ekenntnis der Sünde.
br
| 21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:
br
| 22 die Gerechtigkeit Gottes durch Glauben an Jesus Christus, offenbar für alle, die glauben.
br
| Denn es gibt keinen Unterschied [zwischen Juden und Heiden]:
br
| 23 Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
br
| 24 Umsonst werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
br
| Ihn hat Gott aufgerichtet als Sühnemal wirksam durch Glauben in seinem Blut, zum Erweis seiner Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden,
| die früher, 26 in der Zeit der Geduld Gottes, begangen wurden;
br
| ja zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen: Er selbst ist gerecht und macht den gerecht, der aus Glauben an Jesus lebt.
br
| 27 Wo bleibt da noch das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.
br
| 28 Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
br
| 29 Oder ist Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,
br
| 30 da doch gilt: Gott ist der Eine.
br
| Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.
br
| 31 Setzen wir damit also durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.
span.bibelstelle Röm 3,19-31
li
| Zu beachten ist die Völkerthematik, die auch in den oben zitierten Ausführungen des Galaterbriefes an deren Ende auftaucht.
br
| Während hier direkt damit argumentiert wird, dass Gott der Eine ist und damit der Gott für alle Menschen,
br
| so wird im Galaterbrief der „Umweg“ über die Taufe gemacht und etwas anders argumentiert:
br
| Gott ist der Eine (Gal 3,20), dem als Adressat des Heiles
| nur „Einer“ gegenüberstehen kann (vgl. Gal 3,20a):
| das ist die Gemeinschaft der Glaubenden aus allen Völkern, die durch die Taufe <i>einer</i> in Christus Jesus ist (Gal 3,27-28).
li
| In Verbindung mit der Mitte der konzentrischen Gliederung spielen auch folgende Verse aus dem Römerbrief eine Rolle:
br
q.bibeltext
| 1 Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind.
br
| 2 Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
br
| 3 Denn weil das Gesetz, ohnmächtig durch das Fleisch, nichts vermochte, sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
| das unter der Macht der Sünde steht, um die Sünde im Fleich zu verurteilen;
br
| 4 dies tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben.
span.bibelstelle Röm 8,1-4
ul.card-text
li
| Wie in der Mitte der konzentrischen Gliederung und subtil auch in der aktuellen Erzählung wird die Insuffizienz des Gesetzes festgestellt.
li
| Sie ist die Ursache für die Sendung des Sohnes Gottes ins Verderben zur Verurteilung der Sünde im Fleisch Jesu ,
| die in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| im Mund des Dämon indirekt angesprochen wird
br
| und die das Mitbegrabensein mit Christus in der Taufe als Heilsereignis ermöglicht, das die aktuelle Erzählung bebildert.
li
| Gemeinsam ist auch, dass es nicht um eine reine Gerecht<i>sprechung</i> geht, sondern um eine Gerecht<i>machung</i> in dem Sinne,
| dass eine Veränderung im Lebenswandel erfolgt ist,
br
| wobei die Forderung des Gesetzes, die nun erfüllt wird, die Nächstenliebe ist (vgl. Röm 13,9);
| genau dies tun die vier Männer mit ihrem „Glauben, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6).
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q neue Schöpfung
span.bibelstelle Gal 6,15
h6.card-subtitle.text-muted
|
hr
ul.card-text
li Die Tauftheologie in Röm 6 spricht vom Wandel in der „Neuheit des Lebens“ (Röm 6,4).
li Die doppelte Dachöffnung holt die Völkerthematik in die Erzählung.
li
| In
span.bibelstelle Gal 6,15
| begegnet beides zusammen:
q.bibeltext
| ... es gilt weder die Beschneidung etwas, noch das Unbeschnittensein, sondern
br
i neue Schöpfung
li
| Mit dem Christus-Ereignis (Tod und Auferstehung) hat ein neues Zeitalter begonnen.
br
| Dies ist dem Paulus (und mit ihm dem Markus) äußerst wichtig und wird theologisch begründet und ausgefaltet;
br
| andere „christliche“ Strömungen sehen dies durchaus anders (s. u.).
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
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@ -711,7 +829,20 @@ block content
br br
| In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen. | In der Nachfolge Jesu steht dem nun Geheilten der Weg in den Himmel offen.
li.small li.small
| Einige spätere Erzählungen, wo es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen. | Einige spätere Erzählungen, bei denen es auch um den Weg „nach Hause“ geht, werden diese Interpretation unterstützen.
li
| Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten blickt ganz im Sinne der „Taufe auf den Tod Jesu“ nach Röm 6
| aber nicht nur darauf, dass der Geheilte nun nach der „Heilung“ „nach Hause“ geht,
br
| sondern besonders darauf, dass
i in der Taufe ein rituelles Mitgekreuzigtsein, Mitbegrabensein geschieht,
br
i ein tot-sein für die Sünde in Analogie zum realen Gestorbensein Jesu „für die Sünde“ begründet wird.
br
| In diesem Sinne <i>geht der Täufling mit Christus ins Verderben</i>:
br
| er stirbt dem alten Leben ab, um teilzuhaben an der Neuheit des Lebens in Christi Auferstehung,
| die ihn zu einem entsprechenden Lebenswandel verpflichtet.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
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@ -842,6 +973,344 @@ block content
br br
| Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun. | Wie die Vier ihren Glauben durch tätige Liebe leben, soll dies nun auch der Geheilte tun.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung negativ wie positiv fortgeführt bei der Heilung des Gelähmten
h6.card-subtitle.text-muted
| Schriftgelehrte einerseits und die Vier und der Gelähmte andererseits als „Manifestationen“ des unreinen Geistes
hr
ul.card-text
li
| Der unreine Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung wird wie es seinem Wesen entspricht einerseits negativ/herausfordernd
| geschildert.
ul.card-text
li
| Er spricht ein einseitiges „Bekenntnis“ zu Jesus („Heiliger Gottes“), das nur auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu nach Röm 1,4
| abzielt und das Kreuz verschweigt; deswegen wird es mit einem Schweigegebot belegt.
li
| Die Schriftgelehrten bestreiten bei der Heilung des Gelähmten die Vollmacht Jesu zu Sündenvergebung und fordern auf diese Weise Jesus heraus.
li
| Neben der nativen Seite des unreinen Geistes wird aber auch eine „positive“ Seite gezeichnet.
ul.card-text
li
| Er ist gehorsam gegenüber dem Befehl Jesu: er verstummt und fährt aus letztlich ins Verderben.
li
| Das verbindet sich einerseits mit den Vieren, die den Gelähmten zu Jesus bringen und während der ganzen Erzählung stumm sind.
br
| Sie sprechen kein Bekenntnis mit Worten, nichtmal eine Heilungsbitte angesichts anderer Erzählungen ist dies auffallend
| und kann nur von der Verbindung mit dem Schweigegebot an den unreinen Geist her sinnvoll erklärt werden.
br
| Sie bringen ihren Glauben und ihre Heilungsbitte nicht durch Worte, sondern vielmehr durch ihr unbeirrbares Handeln zum Ausdruck,
| durch ihre Liebestat an dem Gelähmten.
br
| Dies ist nicht nur Bekenntnis zur Vollmacht Jesu, sondern echte, dienende Nachfolge, die das Kreuz Jesu zum Vorbild nimmt,
| mithin also ein Bekenntnis auch zum Kreuz Jesu als Dienst an den Menschen,
| der selber zur Erlösung des Menschen ins Verderben des Todes am Kreuz gegangen ist.
br
| Denn der Glaube, der durch die Liebe wirkt, hat als Basis das Handeln Jesu:
br
q.bibeltext ... lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
span.bibeltext Gal 2,20
br
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
p.card-text.small.mb-0
| Vielleicht darf man sogar
span.bibelstelle Gal 2,19-21
| insgesamt einbeziehen, denn einerseits begegnet die auch hier präsente Gesetzesthematik (einschließlich dessen Insuffizienz),
| andererseits worauf wir teils bei der Jüngerberufung schon gestoßen sind zu Röm 6 parallele Formulierungen:
br
q.bibeltext
| 19 Denn ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe.
br
| Ich bin mit Chrisuts gekreuzigt worden.
br
| 20 Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
br
| Was ich nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.
br
| 21 Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise;
br
| denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.
br
q.bibeltext
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt ...
br
| 10 ... durch sein Sterben ist er [= Christus] ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.
br
| 11 So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
span.bibelstelle Röm 6,6.10-11
li
| Ferner verbindet sich der unreine Geist mit seiner „positiven“ Seite mit dem Gelähmten,
| der wie die Vier in der ganzen Erzählung stumm bleibt und nach dem Befehl Jesu, aufzustehen,
| dies gehorsam tut und „nach Hause“ geht (als positiven Gegenort zum Verderben beim unreinen Geist).
li.small
| Dass auch die Schriftgelehrten kein offenes Wort sagen, sondern „in ihrem Herzen“, nach außen also schweigen,
| macht deutlich, dass das Schweigen an sich kein positiver Wert ist.
br
| Dies unterstreicht die inhaltliche Füllung des Schweigegebotes an den unreinen Geist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Als er ihren Glauben <i>sah</i>
br
q Damit ihr aber <i>erkennt</i>
h6.card-subtitle.text-muted
| Von der „Sichtbarkeit“ des Glaubens
hr
ul.card-text
li
| Jesus <i>sieht</i> den Glauben der Vier, weil es ein Glaube ist der <i>durch die Liebe wirkt</i>.
li
| Die Gegner Jesu sollen seine Sündenvergebungsvollmacht erkennen (durch die vollzogene Lebenswende des Geheilten nach Röm 6).
li
i
| Glaube zeigt sich, ist erkennbar,
br
| ist nicht nur Wort-Glaube (Glaubensbekenntnis), sondern tätiger Glaube, wirkt durch die Liebe, wird gelebt.
li
| Paulus musste sich dem Vorwurf stellen, dass er mit der von ihm verkündeten Rechtfertigung allein durch den Glauben
| der Sünde Tür und Tor öffnen würde; dies steht auch im Hintergrund der Ausführungen im Röm 6
br
| (vgl. nur
span.bibelstelle Röm 6,1
q.bibeltext Was sollen wir nun sagen? Sollen wir an der Sünde festhalten, damit die Gnade umso mächtiger werde?
| ).
br
| Dieser Vorwurf an <i>Paulus</i> dürfte auch inter dem Vorworf an <i>Jesus</i> in
span.bibelstelle Mk 3,22
| stehen:
br
q.bibeltext
| Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
q Er ist von Beelzubul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
br
| (Vgl. näher dann dort.)
br
| Umso wichtiger ist es Paulus und Markus aufzuzeigen, dass der Glaube sich im Leben auswirkt und auswirken muss.
br
| In diesen Kontext gehört auch die Wendung „Gehorsam des Glaubens“, auf die wir bereits gestoßen sind
| und die auch in der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Glaube hier, Gehorsam da der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
h6.card-subtitle.text-muted
| im Horizont des Gehorsams Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
hr
ul.card-text
li
| Der Erzählung der Heilung des Gelähmten greift das Mitbegrabensein mit Christus nach Röm 6 auf;
br
| dies macht den Tod Jesu präsent (als Voraussetzung des Begräbnisses und des Mitbegrabenseins).
li
| Stimmig dazu wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung indirekt der Tod Jesu angedeutet,
br
| sein Gang ins Verderben, zum Verderben der unreinen Geister.
br
| Dabei greift mit Blick auf jene konzentrischen Gliederung, bei der die Austreibung des unreinen Geistes das untere Ende und die Wüstensendung Jesu
| die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet
| erzählerisch der Gehorsam des unreinen Geistes, der ohne Widerrede verstummt und ausfährt,
| den Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz auf, der im Gehorsam Jesu gegenüber dem Geist angesichts dessen Treiben in die Wüste
| und der dortigen Versuchung durch Satan bebildert ist; der Dienst der Engel deutet dann die Erhöhung gemäß des Philipperhymnus an.
li
| Mit dem Gehorsam des Gelähmten, der auf das Wort Jesu hin aufsteht und „nach Hause“ geht,
| ergibt sich eine Kette des Gehorsams, durch die auch dieser Gehorsam des Gelähmten mit dem Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz verbunden ist:
br
| Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz → Gehorsam des unreinen Geistes → Gehorsam des Gelähmten.
li
| Bei den Vieren wird der Glaube hervorgehoben; es ist ein Glaube, der durch die Liebe wirkt.
li
| Wie verschiedene Signale in der Erzählung selbst, aber auch in der konzentrischen Gliederung andeuten (s. o. u. u.),
| schließt sich mit dem Weggehen des Geheilten <i>mit</i> der Liege, auf der er selbst zu Jesus gebracht wurde, ein Kreis;
br
| dadurch sind die Vier und der Gelähmte zusammenzunehmen; sie bilden auch gemeinsam die positive Fortführung des unreinen Geistes
| in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
li
| Tätiger Glaube hier, Gehorsam da,
br
| verbinden sich zum <i>Gehorsam des Glaubens</i> nach Röm 1,5, mit Gal 5,6 ergänzt zum
br
i Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
br
| Dieser war schon mehrfach gegenwärtig, nicht zuletzt bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus.
li
| Dass Röm 1,5 von der Berufung des Paulus spricht,
br
q.bibeltext
| <i>unter allen Völkern</i> den Gehorsam des Glaubens aufzurichten
|
| , fügt sich gut in die vorliegende Erzählung, die mit dem doppelten Dachöffnen Juden und Völkerwelt zusammenbindet.
li.small
| Das Gegenüber von Jüngerberufung (Namen der Jünger! Deren Gehorsam beim Eintritt in die Nachfolge) und Heilung des Gelähmten (Doppelte Dachöffnung! Glaube!)
| in der Gliederung „Galiläa I“ wird bestätigen, dass Markus hier an den „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ denkt (s. u.).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| „Mein Sohn“ „Menschensohn“
h6.card-subtitle.text-muted
| Erniedrigung und Hoheit Jesu in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten
hr
ul.card-text
li
| Jesus spricht den Gelähmten zunächst mit „Mein Sohn“ an und gewährt ihm Sündenvergebung.
br
| Jesus handelt hier aus der Perspektive Gottes, seine Erhöhung ist impliziert.
li
| Als die Schriftgelehrten aber die Vollmacht Jesu zur Sündenvergebung bezweifeln,
| nennt er sich selber „Menschensohn“, der diese Vollmacht habe.
br
| Der Titel „Menschensohn“ ist hier ein Schlüsselbegriff:
ul.card-text
li
| In Verbindung mit „Mein Sohn“ und dem Handeln aus der Perspektive Gottes
| enthält er Erniedrigung: „Menschensohn“ ↔ „Gottessohn“;
br
| die Menschwerdung ist angedeutet,
br
| einererseits nach
span.bibeltext Phil 2,7:
br
q.bibeltext
| er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen.
br
| Andererseits nach
span.bibeltext Gal 4,4:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau ...
li
| Gleichzeitig bringt der Titel nach
span.bibeltext Dan 7,13-14
| Hoheit und Vollmacht zum Ausdruck:
br
q.bibeltext
| 13 Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen:
br
| Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn.
br
| Er gelangte bis zu dem Hochbetagten [= Gott] und wurde vor ihn geführt.
br
| 14 Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
br
| Alle Völker, Nationen udn Sprachen dienten ihm.
br
| Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
br
| Sein Reich geht niemals unter.
p.card-text.small.mb-0
| Zu beachten ist, dass Markus diese Vision in Mk 14,62 im Rahmen des Prozesses gegen Jesus vor dem Hohen Rat aufgreift.
li
| In der Erzählung von der Heilung des Gelähmten sind also sowohl Jesu Vollmacht und Hoheit aufgrund der Auferstehung von den Toten
| also auch seine Erniedrigung gegenwärtig, zu der auch das Begräbnis aus erzählerischer Rahmen passt.
li
| Dies deckt sich mit der Mitte der konzentrischen Gliederung:
br
| Dort wird Jesus einerseits als „Heiliger Gottes“ angesprochen und wird die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben,
| wobei Röm 1,4 im Hintergrund steht („dem Geist der Heiligkeit nach
| eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“);
br
| andererseits wird dort auch indirekt sein Weg in die Erniedrigung des Todes am Kreuz angedeutet
| („Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen“ Antwort: Ja, indem ich selber euch ins Verderben vorausgehe).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Fieber Aussatz Lähmung
h6.card-subtitle.text-muted
| Von der Doppel- und Mehrfachdeutigkeit der Krankheiten im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
li
| Besonders die Heilung des „Aussätzigen“ in Mk 1,40-45 mit ihrem Rückgriff auf Jes 53,4 („er hat unsere Krankheit getragen“)
| hat deutlich gemacht, dass „Krankheit“ im Markus-Evangelium auch im übertragenen Sinne verstanden werden kann und muss.
br
| Dies war auch schon bei der Heilung der an „Fieber“ erkrankten Schwiegermutter des Petrus angenommen worden.
li
| Das Bild von der Heilung „Kranker“ ermöglicht, in <i>einer</i> Erzählung auf <i>mehreren</i> Ebenen zu erzählen:
ul.card-text
li
i „krank“ im Sinne der realen Krankheit
br
| → Dienst an einer kranken Person;
li
i „krank“ im übertragenen Sinne,
br
| wobei hier auch nochmal unterschieden werden muss:
ul.card-text
li
i „krank“ im Sinne des Gefangenseins in Sünde und Tod
br
| → Befreiuung aus diesem Verfallensein
| in der Taufe aufgrund der Erlösung in Christus;
li
i „krank“ im Sinne des Opferseins in unguten ethisch-sozialen Zusammenhängen
br
| → Befreiung aus diesen unguten Zusammenhängen durch ethisches Handeln in der Nachfolge Jesu.
li
| Die Zuwendung zu den „Kranken“ ist also schillernd und kann mehrere Ebenen umfassen.
li
| Einerseits wird bebildert, wie Jesu Tod und Auferstehung Menschen aus Sünde und Tod befreit,
| indem dieses christologisch-christliche Grundereignis in der Taufe vergegenwärtigt
| und ein Mensch in die aufrichtende Schicksalsgemeinschaft mit Jesus hineingenommen wird.
br
| Andererseits wird als Folge davon bebildert, wie sich dies in einem ethischen Sinne im neuen,
| geheilten Miteinander der Menschen untereinander heilvoll auswirkt.
li
| Letztlich geht es hier verbindend um alle Situationen, in denen es jemand nicht gut geht,
| jemand der Zuwendung und Hilfe bedarf, aufgerichtet werden will, ganzheitlich, soteriologisch-ethisch.
br
| Für die Jünger geht es so oder so um einen Liebesdienst an einem Menschen, der Hilfe braucht.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
| Alles nur Erfindung?
h6.card-subtitle.text-muted
| Zum Faktum, dass Erzählungen im Markus-Evangelium durch das paulinische Schrifttum „generiert“ sind
hr
ul.card-text
li
| Wie deutlich geworden sein dürfte,
| steht im Hintergrund der Heilung des Gelähmten und schon zurückliegender und noch kommender Erzählungen
| kein historischese Ereignis, das dann vielleicht mit wenigen Modifikationen (vgl. die anderen Evangelisten)
| von Markus in sein Evangelium geschrieben hat.
li
| Nicht einmal ein „historischer Kern“ lässt sich herausschälen.
br
| Wobei anzumerken ist, dass unser Verständnis von „historisch“ und „Geschichte“ eine Folge der Aufklärung ist
| und zur Zeit des Markus unbekannt war.
li
| Doch gilt zu beachten:
br
| hinter den Erzählungen steht zwar <i>keine historische Wahrheit</i>,
br
| dennoch aber eine <i>theologische Wahrheit</i>.
li
| Die Erzählung sind <i>nicht einfach „Erfindungen“ des Markus</i>,
| sie sind <i>abgeleitet von theologischen Aussagen und Sprachbildern des Paulus und des Alten Testamentes</i>.
li
| Schon lange ist bewusst, dass man aus den Evangelien kein „Leben Jesu“ rekonstruieren kann, wie man eigentlich gehofft hatte.
br
| Gerade die Entdeckung, dass das Markus-Evangelium das älteste Evangelium ist, hatte die Hoffnung geweckt, dieses entsprechend
| für ein „Leben Jesu“ fruchtbar machen zu können.
br
| Die Erkenntnis der Bezüge zum paulinischen Schrifttum (und zu seiner Verwendungsweise des Alten Testamentes),
| dazu, dass hinter dem markinischen Jesus immer wieder der Paulus der Briefe hervortritt,
| macht einerseits erneut deutlich, dass dies nicht möglich ist.
br
| Andererseits ist nun die „wahre Quelle“ des Evangeliums aufgedeckt, sind neue Entdeckungen möglich
| und gibt es eine Befreiung von der Suche nach etwas, das nie und nimmer greifbar werden kann.
li
| Damit wird es aber noch schwieriger, zu sagen, was der „historische Jesus“ selbst getan hat und wollte.
br
| Dennoch können einige Hinweise, auf die wir noch stoßen werden, eine Hilfe und Leitplanke sein.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
.card-body .card-body
h5.card-title h5.card-title
@ -862,8 +1331,9 @@ block content
br br
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen: | sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
br br
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe diese vier Erstberufenen, | Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es diese vier Erstberufenen,
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen. | die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen, wie es am unteren Ende der konzentrischen Gliederung vier Männer sind,
| die den Gelähmten zu Jesus tragen, damit still ihren Glauben bezeugen und so die Heilung des Gelähmten in Gang bringen.
li li
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient. | Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
br br
@ -878,6 +1348,71 @@ block content
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt: | was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
br br
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt. | der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
li
| Die vier Erstberufenen allen voran die explizit erwähnten Petrus und Andreas
| erweisen sich bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus als „Menschenfischer“, nicht im Sinne der Verkündigung
| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
br
| Effektiv wird im Haus des Simon und Andreas „Menschenfischer“ entsprechend gedeutet eine Taufe gefeiert.
br
| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
| wie dies durch den Dienst der Schwiegermutter an Jesus und seinen Begleitern bebildert wird.
br
| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und die Schwiegermutter des Petrus andererseits kann das Bild entstehen,
| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und die andere aufgerichtet, erhöht wird.
br
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
| und dieser Dienst Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu richtet auf und führt zu gegenseitigem Dienst
br
| (vgl. auch die entsprechenden Ausführungen bei der Heilung des „Aussätzigen“ zu den Söhnen des Zebedäus).
br
| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
br
| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender (sozialer) Umstände.
li
| Im Hinblick auf den in beiden Erzählungen vorhandenen Gehorsam findet eine Vertauschung statt:
br
| Bei der Berufung sind es die Berufenen, die gehorsam in den Dienst Jesu eintreten.
br
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus ist es Jesus selbst, der „gehorsam“ ist.
br
| Beides ist zusammenzusehen:
| Jesus nimmt die Jünger für seine eigene Sendung in Dienst, und lässt sich wiederum für diese von den Jüngern in Dienst nehmen.
br
| Bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wirken der Gehorsam Jesu (bis zum Tod am Kreuz) und der Gehorsam der Jünger
| (gegenüber ihrer Berufung durch Jesus) zusammen!
li
| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ durch Jesu
| Gehorsam bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig ist der wiederum bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus im Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet ist ,
| bebildert die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus die Auswirkung dieser Befreiuung.
li
| Jede Person im Gegenüber taucht mindestens einmal in der Position des Dienens auf.
br
| Die Aufrichtung der Niedergedrückten schafft im Sinne des Evangeliums nicht neue Große und Mächtige, sondern zielt auf eine Gemeinschaft des Dienens!
br
| Angesichts der im zerrissenen Netz gegenwärtigen Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ kann dies von
span.bibelstelle Gal 5,13-14
| her verstanden werden:
br
q.bibeltext
| Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern.
br
| Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch,
br
i sondern dient einander in Liebe!
br
| Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt:
br
| Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
li
| Zentrale Elemente des Philipperhymnus sind im Gegenüber gegenwärtig:
ul.card-text
li Entäußerung und Erniedrigung Jesu werden als Nachfolge der Zebedäus-Söhne erzählt.
li Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz ist in seinem Gehorsam gegenüber den Jüngern angedeutet.
li Erhöhung Jesu und der Dienst von Himmel, Erde und Unterwelt ist im Dienst der Schwiegermutter des Petrus angedeutet.
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@ -900,16 +1435,25 @@ block content
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent | Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt. | auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
li li
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht. | Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, die Königsherrschaft Gottes nahegebracht.
br
| Das Zeitalter des rettenden Glaubens ins angebrochen.
li li
| Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesus Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind, | Weil zum „Evangelium Gottes“ wesentlich gehört, dass durch Jesu Tod am Kreuz die Dämonen ins Verderben gestürzt sind,
| kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen. | kann Jesus nun die Dämonen austreiben, insgesamt Menschen heilen.
li li
| Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung! | Die Menschen, die die Kranken zu Jesus bringen wie die Vier am unteren Ende der konzentrischen Gliederung!
| zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft. | zeigen ihren Glauben, zu dem Jesus aufruft.
br
| Es zeigt sich ein Glaube, der durch die Liebe wirkt; insofern sind Glaube und Umkehr identisch.
br
| Die Menschen folgen gehorsam dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr:
br
| wie am unteren Ende der konzentrischen Gliederung auf die Vier und den Geheilten aufgeteilt,
| begegnet hier im Gegenüber der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“.
li li
| Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt insofern Frucht, | Die Predigt der Umkehr beim Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu trägt nicht nur
| als die Menschen sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringen; | bei den Menschen, die sich ihrer Kranken annehmen und sie zu Jesus bringeni, Frucht:
br br
| auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden | auch in den „Heilungen“ selbst steckt „Umkehr“, insofern die „Kranken“ aus der Hand der Sünde befreit werden
| zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“. | zum „Wandeln in der Neuheit des Lebens“.
@ -931,9 +1475,10 @@ block content
| sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden. | sondern eine ganze Erzählung weiter springt, muss anderweitig ausgeglichen werden.
br br
| Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird, | Auf der Suche nach zu verbindenen Erzählungen fällt ins Auge, dass in Mk 1,35-39 zunächst die Auferstehung Jesu präsent gemacht wird,
| dann aber der Leser mit Jesus und den ihm folgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet; | dann aber der Leser mit Jesus und den ihn verfolgenden Jüngern in die Wüste gehen muss, von wo aus ein Neuaufbruch stattfindet;
br br
| das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu (→ Auferstehung) Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden; | das lässt sich mit der Abfolge Taufe Jesu → Wüstenaufenthalt/Versuchung Jesu verbinden,
| da die Begleiterscheinungen beim Heraustreten aus dem Wasser die Auferstehung Jesu präsent machen;
| beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet. | beide Erzählungen haben auch schon gemeinsam die Mitte einer konzentrischen Gliederung gebildet.
br br
| So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch. | So müssen diese beiden Erzählunge wieder zusammengezogen werden und bilden gemeinsam das Gegenüber zu Rückzug und Neuaufbruch.
@ -944,11 +1489,125 @@ block content
| mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“, | mitten in dieser „Wüste der Gottferne“ erschafft Jesus durch Tod und Auferstehung die „Insel des Lebens“,
| dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“. | dazu geht er in die „umliegenden Dörfer“, schließlich durch „ganz Galiäa“.
li li
| Während in Mk 1,12-13 Jesus allein in die Wüste geht, folgen ihm in Mk 1,35-39 die Jünger in die „Wüste“: | In beiden gegenüberliegenden Stücken ist die Sendung Jesu bzw. sein Weg nach dem Philipperhymnus gegenwärtig bzw. angedeutet:
| auch sie sind dort hineingesandt. table.table.table-sm
thead
tr
th.card-text Philipperhymnus
th.card-text Taufe/Wüstensendung
th.card-text Rückzug/Neuaufbruch
tbody
tr
td.card-text Entäußerung und Erniedrigung
td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Begleiterscheinungen Taufe), dann Sendung in die Wüste
td.card-text Zunächst Auferstehung (→ Aufstehen am frühen Morgen, als es noch dunkel ist), dann gang an einen „einsamen Ort“
tr
td.card-text Gehorsam bis zum Tod am Kreuz
td.card-text
| Wüste als Gottferne
br br
| Das untere Ende der konzentrischen Gliederung lässt sie diesbezüglich in Aktion treten | (Bestehen der) Versuchung durch Satan
| (wie auch im Gegenüber von Jüngerberufung und Heilung der Schwiegermutter des Petrus). td.card-text
| Einsamkeit als Gottferne
br
| Jesus betet (→ Beten Jesu am Kreuz)
tr
td.card-text Erhöhrung und Einsetzung in hoheitliche Stellung
td.card-text
| Dienst der Engel
td.card-text
| Weitung des Wirkradius auf „ganz Galiläa“ → Völkermission
| im Sinne des „alle auf der Erde“ des Philipperhymnus
li
| Der Gang Jesu in die „Wüste“ hat das Getriebenwerden durch den Geist Gottes zur Ursache;
| er entspricht bis hin zum Tod am Kreuz der Sendung Jesu und steht unter dem quasi vorab gesprochenen Wohlgefallen Gottes.
| Dies ist auf das Gegenüber zu übertragen.
br
| Petrus und seine Begleiter dagegen wollen Jesus vom Kreuz zurückholen;
| sie stellen sich damit der Sendung Jesu in den Weg, ihr Tun steht gegen das Wohlgefallen Gottes.
li
| Während Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz das Wohlgefallen Gottes finden
| und zur Erhöhung Jesu führen,
br
| wollen Petrus und seine Begleiter Jesus aus der Erniedrigung quasi in die andere Richtung zurückholen:
| sie wollen einseitig einen „Christus/Menschensohn der Glorie“ und dazu das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen (also das Kreuz in seiner Bedeutung abschwächen).
br
| Dies verbindet sich mit der Anrede Jesu als „Heiliger Gottes“ durch den unreinen Geist in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| und dem darauf bezogenen Schweigegebot Jesu, weil der unreine Geist das Kreuz Jesu als Ursache der Erhöhung verschweigt.
br
| Vgl. auch Mk 8,32b-33 (Widerstand des Petrus gegen den Weg Jesu; Bezeichnung des Petrus durch Jesus als Satan)
| mit der Spannung „was Gott will“ ↔ „was die Menschen wollen“
| und Mk 8,29-30 (Schweigegebot nach Messiasbekenntnis des Petrus).
br
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung dagegen handeln Vier die im Gegenüber Jüngerberufung und Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| auf die vier Erstberufenen bezogen werden konnten ganz im Sinne des Kreuzes Christi dienend an einem kranken Menschen.
li
| Während Jesus bei der Wüstensendung dem Geist untersteht, wollen im Gegenüber Petrus und seine Begleiter sich seiner bemächtigen.
li
| Während es Jesu Versuchung war, nicht gehorsam bis zum Tod am Kreuz zu sein, das Kreuz nicht anzunehmen,
br
| ist es die Versuchung der Jünger, das „Ärgernis des Kreuzes“ zu beseitigen, das Kreuz nicht ernst zu nehmen,
| es abzuschwächen und es damit seiner theologischen und ethischen Bedeutung und Kraft zu berauben:
| Befreiung aus Sünde und Tod im Tod Jesu, in Verbindung mit der Auferstehung daher Beginn eines neuen Zeitalters,
| Verpflichtung auf einen entsprechenden Lebenswandel (kein „weiter so“ mit wenigen Modifikationen).
li
| Auf beiden Seiten des Gegenübers begegnet die Umbiegung „Auferstehung(sherrlichkeit) → Tod am Kreuz“.
br
| Mit mahnendem Ton im Hinblick auf das Treiben von Petrus und seinen Begleitern wird Röm 6 vergegenwärtigt, das am unteren Ende der konzentrischen Gliederung präsent ist:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja <i>mit ihm begraben</i> durch die Taufe auf den Tod,
br
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
span.bibelstelle Röm 6,3-4
br
| Es findet eine Umbiegung vom Blick auf die Auferstehung bzw. den Auferstandenen in Richtung Ethik statt:
br
| die ethischen Konsequenzen werden verdeutlicht und von Paulus in den weiteren Versen näher ausgeführt: nicht Diener der Sünde, sondern Diener Gottes sein,
| tot für die Sünde sein, für Gott leben.
br
| Dies verbindet sich sowohl im Sinne des Paulus, als auch im Sinne des Markus sehr gut mit der von Jesus erzählten Entäußerung und Erniedrigung,
| mit dem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.
br
| Mit dem Nachgeben der Versuchung durch Satan werden Petrus und seine Begleiter (wieder) „Diener der Sünde“,
| was auch von Mk 8,32b-33 her gut zum Gegenüber „was Gott will“ „was die Menschen wollen“ passt
br
| („hinter mich Satan“: „du hast das im Sinn, was die Menschen wollen“).
br
| Am untern Ende der konzentrischen Gliederung wird Röm 6 bebildert und positiv aufgegriffen,
| einerseits in der Heilung des Gelähmten, anderereits aber auch in den Vieren, die sich zu Dienern des Gelähmten machen,
| ganz im Sinne des Weges Jesu ans Kreuz.
li
| Das Wohlgefallen Gottes und das Treiben durch den Geist verbinden sich auch mit dem „dazu bin ich gekommen“ im Gegenüber,
| das sich auf Jesu Neuaufbruch in die benachbarter Dörfer und schließlich „ganz Galiläa“ (→ Völkermission!) bezieht;
br
| damit wird die Völkermission als (ein wichtiges) Ziel der Sendung Jesu herausgestellt.
br
| Dies passt zur Thematik des Einen Gottes für Juden und Heiden, der das Heil aller Menschen will, die im unteren Ende
| der konzentrischen Gliederung gegenwärtig ist.
li
| Angesichts der Präsenz der Gesetzesthematik in Mitte und am unteren Ender der konzentrischen Gliederung
| (und auch in manch anderem Gegenüber) ist anzumerken,
| dass die Wüstensendung unter dem Wohlgefallen Gottes in vorausgehenden konzentrischen Gliederungen auf den
| Freikauf vom Gesetz („dem Gesetz des Geistes unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen“),
br
| das Handeln des Petrus, seiner Begleiter und „aller“ im Gegenüber dagegen auf das (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes bezogen werden konnte:
br
| Petrus und seine Begleiter wollen Jesus vom „Ort des Freikaufes“, vom Kreuz, zurückholen, damit das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen,
| effektiv (in der Sicht des Paulus und Markus) den Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) rückgängig machen mit allen Konsequenzen.
br
| Dieses (Wieder-)Aufrichten des Gesetzes steht im aktuellen Gegenüber gegen das Wohlgefallen Gottes.
br
| In Verbindung mit der Versuchung als Gegenüber zum Handeln des Petrus uns deiner Begleiter und damit der Mahnung, tot zu sein für die Sünde,
| wie Christus für die Sünde gestorben ist,
br
| müssen erneut die parallelen Formulierungen „gestorben/tot für die Sünde, leben für Gott“ (Röm 6,10-11) „dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben“ (Gal 2,19)
| bedacht werden: wie Christus durch seinen Tod „ein für alle Mal gestorben ist für die Sünde“, um uns vom Fluch des „Gesetzes der Sünde und des Todes“
| zu befreien, müssen auch die Christen dem Gesetz sterben, um für Gott in der Freheit der Kinder Gottes leben zu können.
li li
| Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen, | Die Versuchung Jesu durch Satan wird im Gegenüber und in der Mitte der konzentrischen Gliederung auch insofern aufgegriffen,
| als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet, | als Jesus die Dämonen austreibt: damit ist nicht nur das Bestehen der Versuchung durch Jesus angedeutet,
@ -970,20 +1629,22 @@ block content
br br
| dieser Jesus kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss. | dieser Jesus kann den „Aussätzigen“ heilen, was als absolut außergewöhnlich gelten muss.
li li
| Johannes der Täufer geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein: | Johannes der Täufer, der sich selber gegenüber dem kommenden Stärkeren als ein „Nichts“ bezeichnet,
| geht wechselnd Beziehungen zum „Aussätzigen“ und zu Jesus ein:
ul.card-text ul.card-text
li li
| Johannes bezeichnet sich selbst gegenüber dem kommenden Stärkeren Jesus als ein „Nichts“; | Zunächst ist er mit dem „Aussätzigen“ verbunden, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
br
| das verbindet ihn zunächst mit dem „Aussätzigen“, der ein „Letzter“ in der Gesellschaft ist.
li li
| Durch die Heilung des „Aussätzigen“ bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!) | Durch die Heilung des „Aussätzigen“ bei der Jesus den „Aussatz“ des „Aussätzigen“ auf sich nimmt (→ „er hat unsere Krankheit getragen“!)
| wird Jesus selber zu einem „Letzten“ | wird Jesus selber zu einem „Letzten“
| und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden. | und ist diesbezüglich nun statt dem „Aussätzigen“ mit Johannes dem Täufer verbunden.
li
| Das Hervorheben des rangmäßigen Unterschiedes zwischen Jesus und Johannes dem Täufer am Anfang und dann als Folge des Handelns Jesu doch
| die Parallele zwischen den beiden am Ende der Heilung des „Aussätzigen“ markiert die Erniedrigung Jesu in besonderer Weise.
li li
| Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“, | Johannes der Täufer verkündet die „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“,
br br
| gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz gleichsam der „Taufe“ Jesu erzählt, | gegenüberliegend wird vom „Austausch“ Jesu mit dem „Aussätzigen“ im Tod am Kreuz gleichsam der „Taufe“ Jesu (→ Mk 10,38!) erzählt,
br br
| womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht, | womit Jesus eben jene „Taufe des Sinneswandels zur Vergebung der Sünden“ als „Taufe auf den Tod Jesu“ ermöglicht,
br br
@ -1008,11 +1669,199 @@ block content
| wo die Vier sich eines „Gelähmten“ was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ annehmen. | wo die Vier sich eines „Gelähmten“ was ebenso schillern kann wie „Aussätziger“ annehmen.
li li
| Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen. | Johannes und Jesus gemein ist nicht nur der Aufenthalt in der Wüste, sondern auch, dass die Scharen kommen.
br
| Während zu Johannes dem Täufer Menschen aus „ganz Galiläa und alle Einwohner Jerusalems“ kommen, wird Jesus von Menschen „von überallher“ aufgesucht:
| das ist eine Weitung, die der perspektive „alle Völker“ (Juden und Heiden) am untern Ende der konzentrischen Gliederung entspricht.
li li
| Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit: | Mit dem vom „Aussatz“ Geheilten verbindet Johannes die Verkündigungstätigkeit:
br br
| beide weisen auf Jesus hin. | beide weisen auf Jesus hin.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q.bibeltext Ihr lieft gut. Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
span.bibelstelle Gal 5,7
h5.card-subtitle.text-muted
| Die Heilung des Gelähmten im Gegenüber zur Berufung der ersten Jünger und zum Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug
| in der Gliederung „Galiläa I“
hr
ul.card-text
li
| In der Gliederung „Galiläa I“ liegt der Hauptbestand der Heilung des Gelähmten, nämlich Mk 2,3-12, einerseits
| der Berufung der ersten Jünger (Mk 1,16-20), andererseits dem Aufgesuchtwerden Jesu durch Petrus nach seinem Rückzug (Mk 1,35-38)
| gegenüber.
br
| Dabei werden die Jünger einmal positiv, einmal negativ gezeichnet.
li
| Das Gegenüber zu Mk 3,1-5 wird später dort besprochen.
li
| In der Gliederung „Galiläa I“ liegen sich auch Mk 1,14-15; Mk 1,39; Mk 2,1-2; Mk 3,6 gegenüber.
br
| Dies wird ebenso später besprochen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext Ihr lieft gut.
hr
ul.card-text
li
| Das Gegenüber Jüngerberufung Heilung des Gelähmten weist sehr viele Parallelen zum Gegenüber
| Jüngerberufung Heilung der Schwiegermutter des Petrus auf.
li
| Die vier Erstberufenen können hier mit jenen vier identifiziert werden, die den Gelähmten zu Jesus tragen.
li
| Das Netz, das zurückgelassen wurde, wird in die Liege eingetauscht, mit der der Gelähmte zu Jesus gebracht wird:
br
| Das „Gesetz der Sünde und des Todes“ wird ersetzt durch ein „Werkzeug der Nächstenliebe“;
br
| dabei darf nicht vergessen werden, dass auch das jüdische Gesetz auf die Nächstenliebe abzielt,
| schreibt doch Paulus in
span.bibelstelle Röm 13,9-10:
br
q.bibeltext
| Denn die Gebote ... und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
| Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.
br
| Doch konnte das jüdische Gesetz diese Dimension nicht entfalten, wie ihm die Kraft fehlte, lebendig zu machen;
| daher ist es zum „Gesetz der Sünde und des Todes“ geworden.
li
| Während bei der Berufung der Vier ihr Gehorsam auffällt, mit dem sie ohne umschweife dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
| wird im Gegenüber ihr Glaube betont, der ganz offensichtlich durch die Liebe wirkt;
br
| wieder wird die Kombination aus Röm 1,5 und Gal 5,6 präsent:
br
| der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
li
| Diesen ist Paulus berufen, „unter allen Völlkern ... aufzurichten“.
br
| Das wird einerseits in den Namen der vier Erstberufenen aufgegriffen: zwei tragen semitische Namen (Jakobus, Johannes), zwei griechische (Simon, Andreas).
br
| Andererseits im doppelten Dachöffnen, bei dem einmal ein palästinisches Dach, einmal ein griechisch-römisches Dach vorausgesetzt ist.
li
| Der „Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt“ kann auch als Gegenbegriff verstanden werden
| zum „Gehorsam gegenüber des jüdischen Gesetzes“, das die Vier hinter sich lassen und dessen Insuffizienz,
| lebendig zu machen bzw. aus der Hand Satans/der Sünde zu befreien, subtil angedeutet wird.
li
| Dem Gehorsam der vier Erstberufenen beim Ruf in die Nachfolge entspricht der Gehorsam des Gelähmten,
| der aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht.
br
| Auch er ist nun in die Nachfolge eingetreten im Sinne des Wandels in der Neuheit des Lebens.
li
| Die vier Erstberufenen
| erweisen sich bei der Heilung des Gelähmten als „Menschenfischer“
| allen voran die mit diesem Begriff explizit verbundenen Petrus und Andreas ,
| nicht im Sinne der Verkündigung
| und des Zusammensammelns, sondern des Mitwirkens beim Befreien von Menschen aus dem Netz der Sünde und des Todes.
br
| Schon von den Anklägen an Röm 6 her ist deutlich dass bei der „Heilung“ des Gelähmten eine Taufe gefeiert wird
| und „Menschenfischer“ entsprechend zu deuten ist.
br
| Heil auf <i>soteriologischer</i> Ebene wird präsent, das auf eine Veränderung auf <i>ethischer</i> Ebene abzielt,
| wie dies durch das Mitnehmen der Liege als Handwerkszeug für eigenen Liebesdienst verstanden bebildert wird.
br
| Hier wird „Krankheit“ im übertragenen Sinne verstanden.
li
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus einerseits und den Gelähmten andererseits kann das Bild entstehen,
| dass die einen von ihrer Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb „herabsteigen“ und der andere aufsteht, sich erhebt;
| auch im Aufsteigen auf das Dach (wohl vorzustellen über Treppen) ist dies bereits angedeutet.
br
| Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre herrscherliche Stellung und werden zu Dienern;
| und dieser Dienst Entäußerung und Erniedrigung in der Nachfolge Jesu richtet auf und hilft zu einem neuen Leben.
br
| Auch das ethische Handeln der Söhne des Zebedäus hat hier eine gewisse „soteriologische“, weil aufrichtende und befreiende Wirkung;
| dies in Analogie zum einzigartigen soteriologischen Handeln Jesu im Tod am Kreuz.
br
| Hier wird „Krankheit“ im realen Sinne verstanden oder als Bild für die Folge anderer krankmachender, lähmender (sozialer) Umstände.
p.card-text.small.mb-0
| Dabei tritt aber die Sündenvergebungsthematik etwas in den Hintergrund.
li
| Während in der Berufungserzählung im Bild des zerrissenen Netzes die Befreiung aus dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ gegenwärtig ist,
| wird im Gegenüber einerseits mittels des Mitbegrabenseins durch Jesus der befreiende Tod Jesu gegenwärtig,
| andererseits die Auswirkung dieser Befreiuung in der Heilung des „Gelähmten“ bebildert.
br
| Zu beachten ist, dass sich ganz im Sinne der Befreiung aus dem „Gesetzes der Sünde und des Todes“
| bei der Heilung des „Gelähmten“ die Sünden- und Gesetzesthematik verbinden (wie dies auch sonst bei Paulus und Markus begegnet).
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
q.bibeltext Wer hat euch gehindert, weiter der Wahrheit zu folgen?
hr
p.card-text
| Petrus, seine Begleiter und „alle“ werden hier als negatives Gegenüber zu den Vieren, dem Gelähmten und auch „allen“ gezeichnet,
| die vor Staunen außer sich geraten.
br
| Mahnend stehen über Mk 1,35-38 die Worte des Paulus in
span.bibelstelle Röm 6,3-4.6
| mit der Umpolung von der Auferstehung(sherrlichkeit) auf den Tod Jesu am Kreuz und die Konsequenzen für die Nachfolge:
br
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
| in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
ul.card-text
li
| Während der Gelähmte gehorsam aufsteht, seine Liege nimmt und „nach Hause“ geht, er in der „Neuheit des Lebens“ wandelt,
br
| wollen Petrus, seine Begleiter und „alle“, dass Jesus ihnen gehorsam ist und mit ihnen zurück zum „Alten“ geht.
li
| Am Ort des Freikaufs vom (Fluch des) Gesetz(es), dem Kreuz, suchen sie Jesus auf und wollen ihn zurückholen,
| das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen, das sich am Gelähmten heilvoll auswirkt:
| im Mitgekreuzigtsein und Mitbegrabensein in der Taufe, das ein neues Leben ermöglicht.
li
| Während die Vier den Gelähmten zu Jesus bringen, damit dieser ihn rettet, also die Chance ergreifen, die
| der Tod Jesu und das Mitgekreuzigtsein und Mitgebrabensein mit ihm in der Taufe bringt,
br
| wollen die anderen gleichsam Jesus aus dem Grab hinaustragen.
li
| Während die Vier ihren Glauben, der durch die Liebe wirkt, bekunden,
br
| wollen die anderen zurück zum Gesetz.
br
| Hier gibt es eine Verbindung zur Jüngerberufung, denn dort sind die Söhne des Zebedäus gerade dabei,
| das „Netz“ wieder herzurichten = das jüdische Gesetz wieder aufzurichten;
br
| da hatte sie Jesus erfolgreich davon abgehalten, jetzt wollen sie zurück zum jüdischen Gesetz.
br
| Mahnend stehen die Worte des Paulus in
span.bibelstelle Gal 5,1
| im Raum:
br
q.bibeltext
| Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
br
| Steht daher fest und alsst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!
li
| Während sich die Vier zu Dienern des Gelähmten machen ganz im Sinne der von Jesus gelebten Entäußerung und Erniedrigung
br
| wollen die anderen (sogar über Jesus) herrschen, sind ihnen Entäußerung, Erniedrigung und Gehorsam Jesu ein Dorn im Auge,
| eben „Ärgernis des Kreuzes“.
li
| Während bei der Heilung des Gelähmten mit der Neuheit des Lebens, in der gewandelt werden soll,
| eine Leben im Gehorsam gegenüber Gott und in Absetzung von der Sünde eröffnet und angezielt ist (→ Sündenvergebung),
br
| wollen die anderen zurück zum „Gesetz der Sünde und des Todes“, effektiv wieder „Sklaven der Sünde“ (→ Röm 6,6!) sein.
br
| Man beachte auch hier die parallelen Formulierungen zu Gesetz und Sünde („gestorben der Sünde/dem Gesetz“).
li
| Wie Jesus den Gelähmten „nach Hause“ schickt, spricht Jesus von seiner Sendung, auch in die benachbarten Dörfer zu zeihen;
br
| in beiden Fällen geht es um einen Neuaufbruch, der nach vorne und nicht zurück blickt.
li
| Während bei der Heilung des Gelähmten „alle“ vor Stauen außer sich geraten, positiv angetan sind vom Wirken und von der Vollmacht Jesu,
br
| wird Jesus neben Petrus und seinen Begleitern auch von „allen“ gesucht;
br
| damit sie diese „alle“ ambivalent, wie sie es auch an deren Stellen des Evangeliums sind.
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h5.card-title h5.card-title

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@ -506,6 +506,8 @@ block content
| Der Evangelist macht auch deutlich: | Der Evangelist macht auch deutlich:
br br
| Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen. | Das Wunderbare, das über Jesus erzählt wird, zieht die Menschen an, weil sie daran teilhaben wollen.
li
| Durch seine wenn auch eigentlich verbotene Verkündigungstätigkeit erweist sich der Geheilte als „Menschenfischer“.
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@ -535,7 +537,7 @@ block content
| Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz) | Es findet ein „Austausch“ statt (im Tod am Kreuz)
tr tr
td.card-text td.card-text
| Jesus verlässt den „einsamen Ort“ und zieht verkündigend durch „ganz Galiläa“ | Jesus verlässt den „einsamen Ort“, nicht aber um sich zurückholen zu lassen; er zieht vielmehr verkündigend durch „ganz Galiläa“
td.card-text td.card-text
| Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt; | Der Geheilte verkündet, was Jesus an „einsame Orte“ treibt;
br br
@ -553,7 +555,8 @@ block content
| einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm. | einmal geht Jesus zu den Menschen in weitem Umfeld („ganz Galiläa“), einmal kommen die Menschen aus weitem Umfeld („von überallher“) zu ihm.
li li
| Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will , | Während in Mk 1,35-39 Petrus Jesus in die Einsamkeit verfolgt, weil er ihn von dort „zurückholen“ will das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigen will ,
| kommen die Menschen in Mk 1,40-45 „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“ | ist es in Mk 1,40-45 die diesen heilende Begegnung mit dem Aussätzigen, die Jesus im Ergebnis in die „Einsamkeit“ treibt; und es
| kommen Menschen „von überallher“ (→ Juden und Völkerwelt!) zu Jesus in die „Einsamkeit“, weil sie das „Ärgernis des Kreuzes“
| positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat. | positiv anzieht: im Tod Jesu am Kreuz sehen sie ihre Chance auf Heil, wie es der „Aussätzige“ erlebt hat.
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
@ -638,6 +641,18 @@ block content
| den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus; | den Dämonen geht Jesus mit seinem Tod am Kreuz ins „Verderben“ voraus;
br br
| mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt. | mit dem „Aussätzigen“ findet im Tod am Kreuz ein „Austausch“ statt.
li.small
| Auch etwa bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus oder den Massenheilungen in Mk 1,32-34 war zwar deutlich,
| dass es Jesu Tod am Kreuz ist, der die Ursache der Heilung ist;
br
| aber es überwog doch die Parallele zwischen Jesu Auferwechung („<i>darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“)
| und der Aufrichtung/Heilung der Menschen.
br
| Hier dagegen gibt es gerade keine Parallele zwischen der Heilung des „Aussätzigen“ und Jesu Auferstehung, auch wenn jene am Ende angedeutet ist;
| vielmehr ist der „Austausch“ die einzig mögliche Deutekategorie.
br
| Freilich ist das Thema „Austausch“ schon gegenwärtig gewesen, wo Gal 3,10-14 bzw. Gal 4,4-6 im Hintergrund präsent war;
| explizit ist es aber er hier in einer Erzählung umgesetzt.
li li
| So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden: | So kann das hier vorhandene Schweigegebot als Signal verstanden werden:
ol.card-text ol.card-text
@ -833,10 +848,12 @@ block content
br br
| und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen. | und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
li li
| Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war in der vorhergehenden Erzählung Thema; | Der „Segen für die Völker“ (→ Gen 12,3) in Verbindung mit dem Freikauf vom (Fluch des) Gesetz(es) war besonders in der vorhergehenden Erzählung Thema
| (ist aber auch hier präsent, s. u.);
br br
| jetzt geht es um den Freikauf als solchen das stellvertretende Tragen des Fluches und es kommen daher | jetzt geht es um den Freikauf als solchen das stellvertretende Tragen des Fluches und es kommen daher
| als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) besonders die Juden in den Blick. | als jene, „die unter dem Gesetz stehen“ (→ Gal 4,5) besonders die Juden in den Blick; die Erzählung ist aber
| wie auch die Ausführungen des Paulus im Galaterbrief generell zu verstehen.
li li
| Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt, | Insofern Gal 4,4-5 das Thema „Sohn Gottes“ bzw. „Sohnschaft“ in die Heilung des „Aussätzigen“ einträgt,
br br
@ -844,6 +861,21 @@ block content
| der konzentrischen Gliederung: | der konzentrischen Gliederung:
br br
| der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden. | der „Aussätzige“ wird durch den „Austausch“ mit Jesus zu einem Sohn Gottes, wie die Söhne des Zebedäus durch ihre Nachfolge zu Söhnen Gottes werden.
li
| Der „Austausch“ im Sinne von „dem Gesetz unterstellt“ „vom Fluch des Gesetzes freigekauft“ begegnet sowohl in der Erzählung von der Heilung des Aussätzigen
| selbst, als auch im Verhältnis Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung: während Jesus „dem Gesetz unterstellt“ ist,
| sind neben dem Aussätzigen auch die Jünger davon befreit: ihr Netz ist zerrissen ( sie müssen nun aber auch aufhören, es zu flicken, s. u.).
li
| Im der Verbindung Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung ist auch der „Segen für die Völker“ (im Sinne von <i>alle</i> Völker, Juden und Heiden verbindend)
| gegenwärtig:
ul.card-text
li
| Die Namen der Apostel vergegenwärtigen Griechen (Simon, Andreas) und Juden (Jakobus, Johannes).
li
| Die Leute kommen „von überallher“ zu Jesus in die „Einsamkeit“.
li
| Die Erzählung der Heilung des „Aussätzigen“ macht mit Gesetzesthematik und „Austausch“ (Freikauf vom Fluch des Gesetzes im Kreuz!)
| sowohl Gal 4,4-5 als auch Gal 4,10-14 gegenwärtig; letztere Stelle (s. o.) nennt den „Segen für die Völker“ als Folge und Ziel des Freikaufes vom Fluch des Gesetzes.
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@ -902,8 +934,11 @@ block content
.card.slide.border-primary.mb-3 .card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title h5.card-title
| Die Söhne des Zebedäus und der Philipperhymnus Der „Aussätzige“ und das Vierte Lied vom Gottesknecht
h6.card-subtitle.text-muted
| „Auf, mir nach!“ in den (ethischen) Austausch zugunsten der Menschen
br
| „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II | „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird“ II
h6.card-subtitle.text-muted Der Philipperhymnus in seinem Kontext und seine Bezüge zur vorliegenden konzentrischen Gliederung
hr hr
p.card-text p.card-text
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“. | In der Mitte der konzentrischen Gliederung steht die Berufung der ersten Jünger mit dem Ruf Jesu: „Kommt her, mir nach!“.
@ -921,10 +956,6 @@ block content
| Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt: | Jedensmal geht es um Nachfolge, um das Beispiel Jesu, dem es nachzueifern gilt:
br br
i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt. i Jesus ist der Bote Gottes vor den Jüngern her, der ihren weiteren Weg verbindlich bestimmt.
p.card-text
| Davon angeleitet, entdeckt man gerade in dieser konzentrischen Gliederung viele Bezüge,
| die sich mit dem Philipperhymnus in Verbindung bringen lassen.
p.card-text p.card-text
q.bibeltext q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein, | 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
@ -941,32 +972,14 @@ block content
br br
| 11 und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters. | 11 und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11 span.bibelstelle Phil 2,6-11
p.card-text p.card-text
| Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung | Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung ist mit der Heilung des „Aussätzigen“ das Vierte Lied vom Gottesknecht präsent;
| mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext | beide Hymnen/Lieder sind aufeinander zu beziehen.
| und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung
| und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper.
.card.slide.border-secondary.mb-2
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h5.card-title
q
| Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| ... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
br
| bis zum Tod am Kreuz
h6.card-subtitle.text-muted
| Oberes und unteres Ende der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit der Berufung der Söhne des Zebedäus in der Mitte der konzentrischen Gliederung
hr
.card.slide.border-secondary.mb-1 .card.slide.border-secondary.mb-1
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h5.card-title Philipperhymnus und Heilung des „Aussätzigen“ h5.card-title Parallelen im Handeln Jesu nach dem Philipperhymnus und bei der Heilung des „Aussätzigen“ vor dem Hintergrund des Vierten Liedes vom Gottesknecht
h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“ h6.card-subtitle.text-muted Jesus, Sohn (eines) Gottes, erniedrigt sich und „tauscht“ mit einem „Letzten“
hr hr
ul.card-text ul.card-text
@ -1002,7 +1015,7 @@ block content
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen. | Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
span.bibelstelle Phil 2,3a.4 span.bibelstelle Phil 2,3a.4
li li
| Mit „Entäußerung“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten: | Mit „Entäußerung“/„erniedrigen“, „gehorsam“ und „Tod am Kreuz“ enthält der Hymnus aber schon selber Begriffe, die eine soteriologische Bedeutung der Erniedrigung des Gottgleichen andeuten bzw. beinhalten:
ul.card-text ul.card-text
li li
| In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen: | In der Adam-Christus-Parallele in Röm 5,12-21 wird dem Gehorsam Christi eine soteriologische Funktion beigemessen:
@ -1010,8 +1023,31 @@ block content
q.bibeltext q.bibeltext
| Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, | Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind,
br br
| so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden. | so werden auch durch den <i>Gehorsam</i> des einen <i>die vielen zu Gerechten gemacht</i> werden.
span.bibelstelle Röm 5,19 span.bibelstelle Röm 5,19
br
| Man beachte, dass die Formulierung in Röm 5,19b eine gewisse Nähe zu
span.bibelstelle Jes 53,11b
| hat, die schon mehrfach im Hintergrund der markinishen Kompositionen entdeckt wurde:
br
q.bibeltext
| Mein Knecht, der gerechte, <i>macht die Vielen gerecht</i>;
br
| er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| Bezieht man was sicher im Sinne des Paulus ist den „Gehorsam“ in Röm 5,19 auf die Gehorsams<i>tat</i>
| des Todes am Kreuz (wie es auch dem Philipperhymnus entsprechen würde), dann hat der Gehorsam Jesu „stellvertretende Wirkung“;
br
| wir sind sehr nahe am Motiv des „Austausches“, das das Vierte Lied des Gottesknechtes bei Jesaja durchzieht.
br
| Zu beachten ist auch, dass bestimmte Züge dieses Liedes sich mit dem Motiv des bei Jesus besungengen „Gehorsam bis zum Tod am Kreuz“
| verbinden können:
br
q.bibeltext
| Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
br
| Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Shaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
span.bibelstelle Jes 53,7
li li
| Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in | Der Gedanke der „Entäußerung“ („Entleerung“) begegnet in
span.bibelstelle 2 Kor 8,9 span.bibelstelle 2 Kor 8,9
@ -1024,20 +1060,70 @@ block content
br br
| Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren. | Paulus will damit die Korinther zur Kollekte für Jerusalem motivieren.
br br
span.small | Markus greift 2 Kor 8,9 in
| Dieser Vers steht auch im Hintergrund von Mk 10,21! span.bibelstelle Mk 10,21
| auf, stimmig verknüpft mit dem Gedanken der Nachfolge:
q.bibeltext
| Da sah Jesus ihn (= den reichen Mann) an, umarmte ihn uns sagte:
br
| Eines fehlt dir noch:
br
i Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen
br
| und du wirst einen Schatz im Himmel haben;
br
| dann komm und folge mir nach!
li li
| Der „Tod am Kreuz“ ist in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“. | Das Motiv Erniedrigen/Dienen wieder mit dem Gedanken der Nachfolge begegnet in
span.bibelstelle Mk 10,42-45
| in der Gesamtgliederung genau gegenüber zur Thematik Reichtum! :
br br
| Im Philipperhymnus klappt diese Wendung nach und ist daher betont, sicher in einem soteriologischen Sinne. q.bibeltext
| 42 ... Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.
br br
ul.card-text.small | 43 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
br
| 44 und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
br
| 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
br
| Sicher ist hier nicht ein Austausch erzählt es geht ja nicht darum, dass die Machtlosen Mächtige werden , wohl aber ein damit verwandter <i>Positionstausch</i>:
br
| Der Menschensohn dieser Titel assoziiert Macht und Herrschaft wird zum Diener, zum Sklaven.
br
| Die Wendung „Lösegeld für viele“ wiederum fügt sich in das Motiv „Austausch“ perfekt ein.
br
| Ferner begegnet wieder der Ausdruck „für viele“ (→ Jes 53,11b; Röm 5,19).
br
| Der Ausdruck „Sklave“ ist Mk 10,45 und dem Philipperhymnus (Phil 2,7!) gemeinsam.
li li
| Vielleicht hängt die auffällige Doppelung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ mit dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja zusammen; | Bestimmte Züge des Philipperhymnus dürften sich direkt dem Vierten Gottesknechtslied verdanken.
ul.card-text
li
| Dies gilt besonders für die eigentümliche Formulierung „bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ im Philipperhymnus.
br br
| dort findet sich die Aussage „... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ (Jes 53,12a): | Dass „bis zum Tod am Kreuz“ nachklappt wobei damit auch eine besondere Betonung auf ihm liegt ,
| wird oftmals als Indiz dafür gesehen, dass es sich um eine paulinishe Ergänzung handelt,
| weil er viel Wert auf den Tod Jesu <i>am Kreuz</i> legt, der Tod am Kreuz in der gesamten paulinischen Tradition „Ort des Heiles“ ist.
br br
| der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden. | Allerdings könnte auch
span.bibelstelle Jes 53,12a
| im Hintergrund stehen:
q.bibeltext
| ... er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
br
| Der Tod am Kreuz lässt sich als Tod der Abtrünnigen/Verbrecher sehr gut mit dem Satzteil „sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ“ verbinden.
br
| Damit ergeben sich folgende Entsprechungen:
table.table.table-sm
tbody
tr
td sein Leben dem Tod preisgab
td bis zum Tod
tr
td sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ
td bis zum Tod am Kreuz
li li
| Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus Grund für die Erhöhung ist: | Auffällig ist, dass im Vierten Gottesknechtslied der stellvertretende Tod analog zum Tod am Kreuz im Philipperhymnus Grund für die Erhöhung ist:
br br
@ -1046,23 +1132,39 @@ block content
br br
| <i>weil</i> er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ. | <i>weil</i> er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
span.bibelstelle Jes 53,12a-b span.bibelstelle Jes 53,12a-b
br
q.bibeltext
| ... bis Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht ...
span.bibelstelle Phil 2,8-9*
li li
| Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied. i Wahrscheinlich speist sich also der Philipperhymnus aus dem Vierten Gottesknechtslied.
li li
| Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der | Das Vierte Lied vom Gottesknecht, das mit der Aussage „Er hat unsere Krankheit getragen“ (Jes 53,4a) auch Pate für die Erzählung von der
| Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen im Sinne des | Heilung des „Ausätzigen“ stand, ist generell vom „Austausch“ geprägt, so auch das Sich-unter-die-Abtrünnigen-rechnen-Lassen, denn es
| „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein“ (Jes 53,11d.12c). | hat soteriologischen Gehalt:
q.bibeltext
| Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. ... Er hob die Sünden der Vielen auf und trat für die Abtrünnigen ein
span.bibelstelle Jes 53,11d.12c
br br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind: | Wenn sich aber der Philipperhymus wenigstens zum Teil aus dem Vierten Gottesknechtslied speist,
| dann ist das Motiv der Stellvertretung bzw. des Austausches, das das Vierte Gottesknechtslied prägt,
| auch auf den Philipperhymnus zu übertragen, selbst wenn dieses Motiv nicht explizit auftaucht;
br br
| um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen. | es ist über Verbindungen zum Vierten Gottesknechtslied (und weiter in christologischen Aussagen) doch da.
br
| Daher ist es wahrscheinlich, dass Entleerung und Erniedrigung des Gottgleichen „bis zum Tod am Kreuz“ im Hymnus analog im Sinne eines „Austausches“ zu verstehen sind:
br
i um den Menschen, der in die Tiefe der Gottferne gefallen war, aus dieser Gottferne zu erlösen ihn mit Gottes Gnade zu beschenken und ihn aufzurichten , ist der Gottgleiche in die Tiefe der Gottferne den Tod am Kreuz hinabgestiegen.
br
| Gerade deshalb konnte Paulus den Philipperhymnus in seinen Brief als Motivation zum gegenseitigen Dienen aufnehmen.
li li
| Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf: | Der Hymnus weist im Vergleich zum Gottesknechtslied eine doppelte Radikalisierung auf:
br br
| Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz, | Der „Austausch“ geschieht auf Seiten des Erlösers als Entleerung und Erniedrigung von der höchsten Stelle der Gottgleichheit herab in die tiefste Tiefe der Gottferne des Tod am Kreuz,
br br
| und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“. | und die Erhöhung stellt nicht in die Gemeinschaft der „Großen und Mächtigen“, sondern verleiht „den Namen, der <i>größer</i> ist als alle Namen“.
li li
| Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“ | Insgesamt wird man sagen können, dass die Heilung des „Aussätzigen“
| genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt. | genau das erzählt, was der Philipperhymnus bis zum soteriologisch verstandenen „Tod am Kreuz“ besingt, nur dass die Erzählung von Jes 53,4a her das Bild „gesund ↔ krank“ nutzt.
@ -1180,14 +1282,24 @@ block content
br br
| Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja, | Die Erzählung nutzt die Bildsprache „Krankheit“ aus dem Vierten Lied vom Gottesknecht des Jesaja,
| um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht, | um das Erlösungsgeschehen zu beschreiben: „er hat unsere Krankheit getragen“. Der „Austausch“, den Jesus vollzieht,
| ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“. | ist einzigartig, einmalig die Jünger können ihn (in der Taufe) nur „anwenden“.
br br
| Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“ | Wechselt man nun von dieser Bildsprache „Krankheit“
| in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus, | in die sachlich indentischen Ausdruckskategorien des Philipperhymnus,
| muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“: | muss man die Söhne des Zebedäus „mitnehmen“:
br
| Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“, | Nun erscheint als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus nicht „Netze reinigen → Menschen reinigen“,
| sondern das Verlassen des hohen Status; dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen, | sondern das Verlassen des hohen Status;
| und dies soll der Leser tun. br
| dort lässt sich auch bei den Söhnen des Zebedäus ein „Austausch“ eintragen,
| denn es findet bei ihnen anders als bei Jesus
| ein Wechsel von der soteriologischen Ebene (Netze reinigen → Menschen reinigen → Taufe) auf die ethische Ebene statt;
br
| bei Jesus dagegen ist das ethische Handeln mit dem soteriologischen identisch.
br
| Der Leser soll also bei den Söhnen des Zebedäus einerseits die Anwendung des soteriologischen Handelns Jesu eintragen,
| andererseits im Sinne der Nachfolge, die das soteriologisch-ethische Handeln Jesu zum Vorbild nimmt
| auch den „Austausch“ auf ethischer Ebene:
table.table.table-sm.mt-3 table.table.table-sm.mt-3
thead thead
tr tr
@ -1237,18 +1349,14 @@ block content
br br
i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird. i Der Gesunde Jesus wird „krank“, damit der Kranke gesund wird.
li li
| So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ vollziehen: | So sollen auf die ethische Ebene übertragen auch die Jünger einen „Austausch“ (bzw. „Positionstausch“) vollziehen:
br br
i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden. i Die Habenden verzichten, damit die, die nichts haben, beschenkt werden.
span.small (Vgl. Mk 10,21) span.small (Vgl. Mk 10,21)
br br
i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren. i Der Mächtigen werden zu Dienern, damit die, die niedergedrückt sind oder ausgenutzt werden, aufrichtend-befreiende Hilfe erfahren.
span.small (Vgl. Mk 10,42-44) span.small (Vgl. Mk 10,42-44)
br p.card-text.small
| Denn gerade dies ist das Handeln des Gottessohnes nach dem Philipperhymnus, das für die Menschen Erlösung gebracht hat.
span.small (Vgl. Mk 10,45)
br
span.small
| Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran, | Zugegeben: Bei Mächtige → Diener hinkt der „Austausch“ etwas; dies liegt aber daran,
| dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll, | dass keine neuen Mächtigen kreiert werden sollen, sondern eine Gemeinschaft von Dienern entstehen soll,
| in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben; | in der aber gerade „die ganz unten“, die „Letzten“, Hilfe erfahren, aufgerichtet werden und in diesem Sinne nicht „Letzte“ bleiben;
@ -1282,222 +1390,8 @@ block content
li li
| Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“. | Durch diese mehrdimensionale Nachfolge im Dienst an den Menschen werden die „Söhne des Zebedäus“ zu „Söhnen Gottes“.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
q
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ...
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
br
| Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Tod und Auferstehung Jesu, die in der Tauferzählung präsent sind, wirken sich aus:
br
| Die Menschen werden „gesund“, die Dämonen müssen weichen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b);
br
| dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| An dieser Tat Jesu hat Gott sein Wohlgefallen, wie es in der Taufszene ausgesprochen wird.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus daher „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
br
span.small
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten,
| verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“.
br
| Gott der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar,
| die „jede Zunge“ dazwischen einschließen.
br
| Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28),
| wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist.
br
| Zwar heißt es einnmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache;
| in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“
br
| Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ „phonä“; jeweils mit Omega gebildet.
span.small
| Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen
| von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
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h5.card-title
q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr
ul.card-text
li
| Wie die Versuchung Jesu seinen Tod zum Heil der Menschen gegenwärtig macht,
br
| so die Heilung der Schwiegermutter des Petrus seine Auferstehung und die Auswirkung der Anteilhabe an Jesu Tod und Auferstehung für den Menschen:
br
| Aufgerichtet zum Dienst.
li
| Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung:
br
| Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“,
| die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht.
li
| Ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt:
br
| sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
li
| Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung)
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
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h5.card-title
q
| wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“)
| und macht so Jesu eigenen Tod präsent;
br
| dies verbindet sich mit der Frage des Dämon, ob Jesus gekommen sei, ihn und Seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
br
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Gerade dieser Gang Jesu, des „Heiligen Gottes“, ins Verderben ist fundamentaler Teil des „Evangelium Gottes“;
br
| der Titel „Heiliger Gottes“ spielt zugleich auf die Einsetzung Jesu „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht“ an
| als komplementärem Bestandteil des „Evangelium Gottes“:
br
| durch Tod und Auferstehung Jesu ist „das Reich Gottes zum Greifen nahegekommen“.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
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h5.card-title
q
| Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich ...
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung,
| auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt.
br
| Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt,
| was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt.
li
| Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt,
br
| so sucht Jesus dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde auch die „Wüste“ auf:
br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war; diese Sendung in die Wüste erfüllt ihn als Beistand seiner Jünger auch weiterhin.
li
| Tiefsinnig sind die Orte und die Aktionsrichtungen in den beiden Erzählungen aufeinander zu beziehen:
ul.card-text
li
| Wie die Leute aus „ganz Judäa“ und „alle Einwohner Jerusalems“ zu Johannes in die Wüste kommen,
br
| so wird Jesus von „allen“ gesucht und geht Jesus dann aus der „Wüste“ in die „benachbarten Dörfer“ und zieht schließlich durch „ganz Galiläa“.
li
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Diese „Wüste“ ist der Ort, an den die Begleiter Jesu ihm „nacheilen“ müssen, weil das auch Ort ihrer Sendung ist,
| wie sie auch schon Ort der Sendung Johannes des Täufers war.
li
| Da die Umlenkung von der Auferstehungsherrlichkeit auf die Sendung Jesu den Blick auf den Weg der Erniedrigung lenkt, den Jesus im Rahmen seiner Sendung
| auf sich genommen hat,
br
| verbindet sich diese Umlenkung
| mit dem „Darum“ im Philipperhymnus als Schwarnier zwischen Erniedrigung
| und Erhöhung des ursprünglich Gottgleichen.
br
| Es ist ein betontes „Darum“, das die jetzige Stellung mit dem vorausgegangenen Weg begründet
| und damit diesen Weg betont;
br
| es ist dieser Weg in die Erniedrigung, der der Grund ist wie der Kontext deutlich macht , warum Paulus
| den Hymnus in seinem Philipperbrief überliefert:
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| In diesem Sinn verkündet Johannes die „Taufe des Sinneswandels“, der
ol.card-text
li
| der Umlenkung vom Blick auf den Auferstanden
| auf die Sendung Jesu und damit auch die eigene Sendung in der Nachfolge Jesu folgt und der
li
| als Vorbild den Sinneswandel des Gottgleichen hat, der dieses Gott-gleich-Sein nicht als Raub festhielt, sondern sich entäußerte
| und erniedrigte.
li
| So fällt der Blick auch auf die Askese Johannes des Täufers als Vorläufer Jesu und die Jünger, die Jesus nachfolgen bzw. nacheilen
| (→ Gegenüber und Mitte der konzentrischen Gliederung):
br
| Die Askese des Täufers kann dazu in Beziehung gesetzt werden, dass Petrus und seine Begleiter Jesus nach in die Wüste „herabsteigen“
| und dass die Söhne des Zebedäus den Reichtum der Familie (→ Tagelöhner)
| verlassen und sich von Jesus in Dienst nehmen lassen, womit sie das „Darum“ ernst nehmen und den geforderten Sinneswandel vollziehen.
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h5.card-title h5.card-title
q q
@ -1517,7 +1411,7 @@ block content
ul.card-text ul.card-text
li li
| Zur Erlösung in Christus zum „Austausch“ gehört essentiell, | Zur Erlösung in Christus zum „Austausch“ gehört essentiell,
| dass der Gottessohn sich erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht. | dass der Gottessohn sich entäußert und erniedrigt und sich zum Diener und Sklaven bis zum Letzten macht.
br br
| Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension. | Damit hat die Erlösung durch Jesu Tod unlöslich eine bestimmte ethische Dimension.
li li
@ -1556,6 +1450,405 @@ block content
| die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben, | die geheilte von allen trennenden und belastenden Dingen befreite Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen zu heben,
| letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten. | letztlich „den Weg des Herrn“ zu diesen „Letzten“ zu bereiten.
p.card-text.small
| Wie die folgenden Ausführungen belegen, steht die ganze konzentrische Gliederung in besonderer Weise in Verbindung
| mit dem Philipperhymnus und dessen Kontext
| und soll in Zusammenhang mit diesem gelesen werden im Sinne einer Vergegenwärtigung, Bebilderung
| und Anwendung dieses Hymnus analog zu seiner Verwendung im Brief des Paulus an die Philipper.
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h5.card-title
q
| Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen ...
br
| damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
br
| Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe Jesu und die Massenheilungen mit Dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| In Mk 1,32-34 wird erzählt, dass die Menschen ihre Kranken und Besessenen zu Jesus bringen, damit er sie heilt;
br
| sie machen sich damit zu Dienern der Kranken und handeln im Sinne des Evangeliums, das von der Erniedrigung Jesu bis zum Letzten erzählt.
br
| Im Gegenüber zur Taufe Jesu mit der auferweckenden Herrlichkeit Gottes wird
span.bibelstelle Röm 6,4
| präsent:
br
q.bibeltext
| ... Taufe auf den Tod (Jesu), damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
| in der Neuheit des Lebens wandeln.
li
| Dies ist auch auf die Geheilten und von der Besessenheit Befreiten zu übertragen; auch sie wandeln nun „in der Neuheit des Lebens“.
li
| Es begegnet das Gegenüber „der Eine“ ↔ „die Vielen“ mit der doppelten Auswirkung von Jesu Tod am Kreuz:
br
| seine eigene Auferstehung wie die Gerechtmachung der Vielen.
br
| → Jesus ist der Eine, der für die Vielen starb: „Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich.“ (Jes 53,11 b).
br
| Der Tod Jesu ist dabei einerseits in Mk 1,32-34 im Rahmen der Erzählung durch die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“
| und das Schweigegebot an die Dämonen präsent gemacht,
| andererseits in der Tauferzählung in der Taufe (im Sinne des Hineinsteigens ins Wasser) angedeutet.
br
| Dies verbindet sich mit der Übernahme des „Aussatzes“ des „Aussätzigen“, der dadurch gesund wird (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
p.card-text.small.mb-0
| Die Zeitangabe „Am Abend, als die Sonne untergegangen war“ kann deswegen den Tod Jesu präsent machen, weil
| sich der Abend innerhalb des Evangeliums mit der Auslieferung Jesu verbindet und die Notiz, dass „die Sonne untergegangen war“
| die Finsternis, die bei der Kreuzigung Jesu hereinbricht, vergegenwärtigt.
br
| Hinzu kommen aber im Gegenüber als Kontrast die Begleiterscheinungen während des Heraustretens aus dem Wasser bei der Taufe,
| die die Auferstehung andeuten. Hier steht u. a.
span.bibelstelle Jes 53,11
| im Hintergrund:
q.bibeltext Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er das Licht.
br
| Ferner ist die Auferstehung mit dem Morgen (→ Mk 16,1-8) als Gegensatz zum Abend assoziiert.
li
| In der Auferstehung (→ „als er aus dem Wasser stieg“) wird Jesus „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht“ (→ Röm 1,4);
br
| entsprechend wird Jesus von Gott angeredet: „Du bist mein geliebter Sohn“.
br
| Gegenüberliegend weichen die Dämonen, die wissen, wer Jesus ist.
br
| „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung und Tauferzählung)
| ist Kaisertitualtur im römischen Reich, der Titel des „Ersten“ im Reich;
br
| somit kann sich diese Sohnesbetitelung mit der Verleihung des Namens, „der größer ist als alle Namen“ verbinden.
p.card-text.small.mb-0
| Im Philipperhymnus wird zwar nicht auf den Gottessohntitel abgehoben, sondern auf den Titel „Kyrios“ (= „Herr“).
br
| Allerdings ist auch dies ein Titel des Kaisers der Bezug zum „Ersten im Reich“ ist also so oder so gegeben.
li
| Die „Stimme vom Himmel“, die Jesus als Sohn anspricht, und das gegenüberliegende Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten,
| verbindet sich mit der Aussage „jede Zunge bekennt: Jesus Christus, ist der Herr ...“.
br
| Gott der hinter der „Stimme vom Himmel“ steckt und die Dämonen sind als Extreme vorstellbar,
| die „jede Zunge“ dazwischen einschließen.
br
| Das Verbot an die Dämonen zu sprechen, weil sie ihn kannten, ist die Verhinderung eines Bekenntnisses (analog zum „Bekenntnis“ des Dämon in Mk 1,21-28),
| wodurch „jede Zunge bekennt“ aus bestimmtem Grund invertiert wird, aber gerade in der Invertierung dennoch da ist.
br
| Zwar heißt es einmal „Stimme“, einmal „Zunge“, doch ist die Zunge ein wichtiges Werkzeug für die Sprache;
| in Mk 7,35 heißt es deshalb auch: „... seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“
br
| Ferner haben „Zunge“ und „Sprache“ im Griechischen einen ähnlichen Klang: „glossä“ „phonä“; jeweils mit Omega gebildet.
p.card-text.small.mb-0
| Die Verwendung von „Stimme“ (vom Himmel) in Mk 1,11 hängt dort auch mit dem Aufgreifen
| von „Stimme eines Rufers in der Wüste“ in Mk 1,3 zusammen.
li
| Die Austreibung der Dämonen, die wissen, wer Jesus ist, lässt sich
| besonders im Gegenüber zur Taufe, wo der Gottessohntitel Jesu im Sinne des „Namen über alle Namen“ aufleuchtet
| auch mit dem Satzteil „damit alle ... unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“
| im Philipperhymnus verknüpfen:
br
| sie beugen in dem Sinne das Knie vor Jesus, dass sie aus den Menschen weichen und indem sie gehorsam sind, also nicht bekannt machen, wer Jesus ist,
| was die Erzählung indirekt aussagt.
li
| Durch den Sohnestitel wird die „Stimme vom Himmel“ bei der Taufe indirekt als Stimme „Gottes, des Vaters“ aufgelöst;
| das geäußerte Wohlgefallen Gottes und die sich damit verbindende Erhöhung im Sinne der Auferstehung =
| Einsetzung Jesu als „Sohn Gottes in Macht“ legt Zeugnis ab, dass dies alles „zur Ehre Gottes, des Vaters“ geschieht.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title
q
| damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Wüstenaufenthalt Jesu und die Heilung der Schwiegermutter des Petrus als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
br
| in Verbindung mit den Dämonenaustreibungen
hr
ul.card-text
li
| Beide Erzählungen waren schon (Teil der) Mitte und unteres Ende einer konzentrischen Gliederung:
br
| Jesus, der von den Jüngern auf die Kranke aufmerksam gemacht wird, rettet sie auf die „Insel des Lebens in der Wüste der Gottferne“,
| die durch seinen Gang in die „Wüste“ entsteht.
li
| Ihr Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich mit dem Dienst der Engel an Jesus bei dessen Wüstenaufenthalt:
br
| sie stehen als Vertreter für „alle im Himmel“ und „auf der Erde“, die „ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“.
li
| Durch die Versuchung Jesus durch Satan müssen hier die Dämonenaustreibungen durch Jesus (gegenüber der Taufe und gegenüber der Evangelienverkündigung)
| mitbedacht werden:
br
| Auch sie die „unter der Erde“ „beugen ihre Knie vor dem Namen Jesu“, indem sie aus den Menschen weichen und sich an das Schweigegebot halten.
br
| Von dort aus ist hier einzutragen, dass selbst Satan sein „Knie vor dem Namen Jesu“ beugen muss, den Jesus hat seine Versuchung bestanden
| und damit Satan besiegt.
li
| Während in der Mitte der konzentrischen Gliederung die Berufenen gehorsam dem Ruf Jesu in die Nachfolge folgen,
br
| ist es im aktuellen Gegenüber jeweils Jesus, der „gehorsam“ ist: er lässt sich vom Geist in die „Wüste“ führen
| und von Petrus und seinen Begleitern zur Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus bringen.
br
| So wird der „Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ als Ursache des Heils vor Augen geführt: für Jesus
| wie für die Schwiegermutter des Petrus (analog zum Gegenüber „Taufe Jesu“ ↔ „Massenheilungen“, s. o.);
| seine eigene Erhöhung ist (vor allem) im Dienst der Engel (→ Himmel!) angedeutet, die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| unmittelbar erzählt.
br
| Die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird durch die Wüstensendung im Gegenüber in einen größeren Kontext eingeordnet
| und nach vorne wie hinten „verlängert“: Jesus kommt aus der Präexistenz und kehrt abschließend durch die Erhöhung durch Gott in den Himmel zurück.
br
| Der eigenwillige Umstand, dass Jesus seinen Jüngern „gehorsam“ ist, lässt sich durch die Mitte der konzentrischen Gliederung als Brücke verständlich machen:
| Jesus hat sie für seine Sendung in Dienst genommen; es ist und bleibt seine Sendung, aber die Jünger haben darin ihre Rolle als „Wegbereiter des Herrn“
| und können daher hier in der Position des Geistes, der der umfassend „Regie Führende“ ist, auftauchen.
li
| Das Gegenüber macht auch die von Mk 1,14-15 in Mk 1,1-15 rückwärtig getriggerte Kombination von
span.bibelstelle Gal 4,4-5a
| und
span.bibelstelle Röm 8,2
| präsent:
br
q.bibeltext
| Als aber die Zeit erfüllt war, sandte seinen Sohn, ... dem Gesetzt des Geistes unterstellt,
br
| damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz der Sünde und des Todes stehen.
br
| Im aktuellen Gegenüber wird damit das Ziel der Sendung Jesu deutlich: Aufrichtung des Menschen,
| aber nicht zu Herrschern, sondern zu Dienern in der Nachfolge Jesu.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q
| wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| damit alle auf der Erde ... und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu ...
h6.card-subtitle.text-muted
| Der Eröffnungsruf des Wirkens Jesu und die Dämonenaustreibung in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| In beiden Erzählungen sind Tod und Auferstehung Jesu gegenwärtig als zentraler Inhalt des Evangeliums Gottes
| und Ursache dafür, dass die Königsherrschaft Gottes zum Greifen nahe gekommen ist:
ul.card-text
li
| Der Auftakt des Wirkens Jesu blickt zunächst zurück auf den gewaltsamen Tod Johannes des Täufers („Nachdem Johannes ausgeliefert worden war ...“)
| und macht so Jesu eigenen Tod präsent;
br
| der Dämon fragt, ob Jesus gekommen sei, ihn und seinesgleichen „ins Verderben zu stürzen“,
| womit der Tod Jesu und seine Heilsbedeutung für die Menschen mit gleichzeitiger Unheilsbedeutung für die Dämonen vergegenwärtigt wird:
br
| → Jesus ist gekommen, um dem Dämon „voraus“ „ins Verderben“ zu gehen (→ Tod am Kreuz) und ihn und seinesgleichen auf diese Weise „ins Verderben zu stürzen“.
br
| Insofern es sich dabei um jenen handelt, den der Dämon als „Heiligen Gottes“ bezeichnet eine Ehrbezeichnung! , schwingt jene Erniedrigung mit,
| die der Philipperhymnus besingt.
li
| Die Verkündigungstätigkeit Jesu <i>nach</i> der Auslieferung mit Ansage der Königsherrschaft Gottes setzt die Auferstehung Jesu voraus;
br
| ebenso spielt die Betitelung „Heiliger Gottes“ durch den Dämon auf Jesu Auferstehung an:
br
| Jesus ist „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“.
br
| Hier wird die Erhöhung Jesu deutlich, die sich auch im Gehorsam des Dämon ausdrückt.
li
| Das Nahegekommensein des Gottesreiches wirkt sich aus und muss sich auswirken zum Heil der Menschen:
br
| Wie der Dämon vor dem Namen Jesu, des „Heiligen Gottes“, die Knie beugt, indem er schweigt und weicht,
| sollen auch die Menschen vor diesem Namen Jesu die Knie beugen, indem sie seinem Ruf zu Glaube und Umkehr folgen:
| eine Verpflichtung, zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“,
| nämlich selber den Weg der Erniedrigung zu gehen.
br
| Sie sollen vom Staunen und Rätseln zu Umkehr und Glaube kommen.
li
| Die „neue Lehre in Vollmacht“ in der Erzählung von der Dämonenaustreibung ist das „Evangelium Gottes“, das Jesus verkündet
| und das sich mit dem Anbruch der Königsherrschaft Gottes verbindet:
br
| Während das jüdische Gesetz gegenwärtig in den Schriftgelehrten als insuffizient deklariert wird, was das
| Bannen der Herrschaft der Dämonen betrifft,
| erweist sich das Evangelium als
q.bibeltext eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt
span.bibelstelle Röm 1,16.
br
| So ist das Zeitalter des insuffizienten Gesetzes durch das Zeitalter des rettenden Glaubens an das Evangelium abgelöst.
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h5.card-title
q
| Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
br
| er erniedrigte sich ...
| <i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht
h6.card-subtitle.text-muted
| Das Wirken Johannes des Täufers und der Neuaufbruch Jesu als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Jesus ist der nach Johannes kommende „Stärkere“, besonders durch seine Auferstehung,
| auf die die Erzählung vom Neuaufbruch eingangs anspielt.
br
| Durch die Auferstehung hat Jesus auch die Stellung eingenommen, die ihn von allen anderen abhebt,
| was Johannes mit deutlicher Unterwürfigkeit zum Ausdruck bringt.
li
| Wie aber Johannes in der Wüste als Asket lebt und wirkt,
br
| so sucht Jesus dessen überragende Stellung bewusst gemacht wurde auch die „Wüste“ auf:
br
| der Blick auf die hoheitliche Stellung des Auferstandenen wird umgelenkt auf seine Sendung in die als Gegensatz mit Erniedrigungscharakter zu verstehende „Wüste der Gottferne“,
| die der Ort seines irdischen Wirkens war.
br
| Bei Jesus blitzt das „<i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus auf,
| das sich mit dem Ruf zum Sinneswandel durch Johannes den Täufer verbindet.
br
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird dieser Sinneswandel von den Berufenen, bebildert vor allem an den Söhnen des Zebedäus,
| mit- bzw. nachvollzogen wird; jene, die zur Taufe des Johannes kommen, vollziehen auch diesen Sinneswandel;
| doch durch Petrus, seine Begleiter und „alle“ bei der Verfolgung Jesu in die Wüste wird dieser Sinneswandel infrage gestellt;
| während sie Jesus zur Umkehr bringen wollen, müssen sie selbst den Ruf zum Sinneswandel neu hören und befolgen,
| Verfolgung sein lassen und erneut in die Nachfolge eintreten.
br
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird deutlich, wie der Sinneswandel des einst Gottgleichen sich zum Heil der Menschen auswirkt.
li
| Der Sinneswandel, der zur Taufe, die Johannes verkündet, dazugehört, verbindet sich mit der Umlenkung Auferstehung → Tod am Kreuz
| im Gegenüber im Sinne des „<i>Darum</i> hat ihn Gott über alle erhöht“ des Philipperhymnus (s. o.);
br
| beides zusammen macht den den Kontext des Philipperhymnus präsent:
br
q.bibeltext Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht ...:
span.bibelstelle Phil 1,27
br
| Der vom einst Gottgleichen vollzogene Sinneswandel ist der Grund, warum Paulus diesen Hymnus im Philipperbrief zitiert:
br
| dieser Weg der Erniedrigung des Gottgleichen muss sich im Verhalten der Christen ausprägen.
li
| Insofern der Tod Jesu am Kreuz in 10,38 als „Taufe“ bezeichnet werden kann,
| kann die Wendung „Taufe des Sinneswandels“ auch auf auch Entäußerung und Erniedrigung nach dem Philipperbrief bis zum tiefsten Punkt des Todes am Kreuz,
| auf das Mk 1,35-39 anspielt, bezogen werden.
br
| Auf diese „Taufe des Sinneswandels“ des Gottgleichen lassen sich die Menschen taufen zur Vergebung ihrer Sünden, bzw. zur Befreiung aus dem „Netz“ = „Gesetz der Sünde und des Todes“.
br
| Unmittelbar kommt
span.bibelstelle Röm 6,3-4
| in den Sinn passend zum Kontext (Petrus' Rückholaktion!) mit mahnendem Unterton:
br
q.bibeltext
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, <i>auf seinen Tod getauft</i> worden sind.
br
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit
| des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Neuheit des Lebens wandeln.
br
| Auch hier begegnet wie bei Markus in Mk 1,35-39! eine Umlenkung der Auferstehungsherrlichkeit:
| weg vom Blick auf den Auferstandenen, weg vom Blick in die Herrlichkeit Gottes, hin auf die Bedeutung der Auferstehung Jesu für das eigene Leben:
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| „in der Neuheit des Lebens wandeln“: Auferstehung Jesu als Auftrag an seine Jünger:
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| getauft auf Jesu Tod selber den Sinneswandel des Gottgleichen, der im Tod seine tiefste Manifestation erfuhr, nachvollziehen
| (→ Ruf in die Nachfolge in der Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Das Gegenüber „ganz Judäa“ einerseits und „ganz Galiläa“ (2x „ganz“) macht die Völkerthematik präsent,
br
| passend zu den Namen der Erstberufenen in der Mitte der konzentrischen Gliederung (2x griechisch, 2x semitisch) mit dem zerrisenen „Netz“
br
| sowie zum unteren Ende der konzentrischen Gliederung mit dem Freikauf vom Fluch des Gesetzes nach Gal 4,4-5; 3,10-14,
| der nach
span.bibelstelle Gal 3,14
| geschieht,
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q.bibeltext damit den Völkern durch ihn (= Jesus Christus) der Segen Abrahams zuteilwird
br
| (s. o.; dabei sind mit „den Völkern“ im Horizont von Gal 3,8 „alle Völker“ gemeint, Juden wie die Völkerwelt, die gemeinsam durch den Glauben Kinder Abrahams werden);
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| es kommen auch Menschen „von <i>überall</i>her“ zu Jesus.
li
| Wie die Menschen aus „ganz Judäa“ zu Johannes dem Täufer in die Wüste kommen,
| so geht Jesus aus der „Einsamkeit“ = „Wüste“ nach „ganz Galiläa“.
br
| Doch kommen die Leute zu Johannes in die Wüste, weil ihre Heimat selber „Wüste“ ist: Ort der Gottferne (→ Jes 40,3: „Wüste“ bezieht sich auf Jerusalem!).
br
| So ist auch der Gang Jesu „aus der Wüste“ in die Dörfer eigentlich kein Verlassen der „Wüste“, sondern ein weiteres Vordringen in sie hinein.
li
| Während Johannes der Täufer in der Wüste aufgesucht wird, um sich taufen zu lassen im Sinne der Umkehr ,
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| wird Jesus von Petrus in der „Einsamkeit“ = „Wüste“ aufgesucht von Petrus dorthin verfolgt , um Jesus selbst zur „Umkehr“
| zu bringen, auf dass das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werde.
br
| Anders ausgedrückt:
| Während auf der einen Seite das „Ärgernis des Kreuzes“ beseitigt werden soll (durch Petrus, seine Begleiter und „alle“),
| wirkt das Kreuz Christi sich auf der anderen Seite zum Heil der Menschen aus: sie werden durch die „Taufe auf den Tod Jesu“,
| durch die ein „Mitgekreuzigtsein“ geschieht (→ Röm 6,6) nicht nur von ihren Sünden, sondern von der Herrschaft Satans/der Sünde insgesamt befreit.
br
| Während die einen die Freiheit empfangen, die in Christus Jesus geschenkt ist, sind die anderen im Begriff,
| sich „wieder ein Joch der Knechtschaft auf[zu]legen“ (Gal 5,1).
li
| Insofern zusammen mit Petrus und seinen Begleitern <i>„alle“</i> Jesus suchen im Sinne des Verfolgens und Zurückbringen wollens ,
| was sich hier aufgrund des Kontextes effektiv auf „<i>alle</i> Einwohner Kafarnaums“ bezieht,
| verbindet sich diese Notiz mit „<i>allen</i> Einwohnern Jerusalems“, die zu Johannes dem Täufer kommen,
| und trägt bei diesen „<i>allen</i> Einwohnern Jerusalems“ vom Handeln der „<i>alle</i> (Einwohner Kafarnaums)“ her eine gewisse Ambivalenz ein:
| einerseits Taufe der Umkehr, andererseits das Jesus-wieder-einfangen-Wollen;
br
| im Zentrum dieser Ambivalenz als Mitte der konzentrischen Gliederung stehen die den beiden Polen 1) „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten;
| 2) in die Nachfolge Jesu eintreten;
br
| diese Ambivalenz passt gut zum Kreis um den Herrenbruder Jakobus man beachte, dass dieser Name in der Mitte der konzentrischen Gliederung begegnet
| und dieser einer von denen ist, die das „Netz“ = jüdische Gesetz (wieder) aufrichten wollen. Vgl. dazu auch die Aussagen des Paulus zum
| sog. „Antiochenischen Zwischenfall“ in Gal 2,11-21, auf den in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung eingegangen wurde,
| weil dieser die Hintergrundfolie für Mk 1,35-39 ist.
br
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums werden immer wieder „Schriftgelehrte von Jerusalem“ zu Jesus kommen, um mit diesem ein Streitgespräch zu führen;
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| es wird sich zeigen, dass es sich im Evangelium nicht um <i>jüdische</i> Schriftgelehrte, sondern juden-<i>christliche</i> Schriftgelehrte
| handelt, mit denen nicht eigentlich Jesus, sondern Paulus streitet.
li
| Von der Mitte der konzentrischen Gliederung aus betrachtet ist Folgendes bebildert:
ul.card-text
li
i Jesus beruft seine Jünger als Menschenfischer
br
| Johannes der Täufer erweist sich als Menschenfischer, zu dem die Massen strömen, um sich der Umkehrtaufe zu unterwerfen.
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| Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen betätigen sich als „Jesus-Fischer“, die Jesus zur Umkehr bringen wollen.
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| Jesus wiederum bricht neu auf, um wie Johannes der Täufer Menschenfischer zu sein.
li
i Die Söhne des Zebedäus verlassen ihre Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb und folgen Jesus nach
br
| Johannes der Täufer wird als Asket in der Wüste gezeichnet.
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| Jesus selbst geht den Weg der Entäußerung und Erniedrigung.
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| Die Söhne des Zebedäus aber wollen zurückhaben.
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i Das „Netz“ ist zerrissen das Zeitalter des jüdischen Gesetzes ist vorbei: Befreiung!
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| Die Menschen, die zu Johannes dem Täufer kommen, unterziehen sich von dieser Befreiung her der Umkehrtaufe.
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| Petrus, seine Begleiter und „alle“ dagegen wollen diese Befreiung vom (Fluch des) jüdischen Gesetz(es) rückgängig machen,
| das Gesetz (wieder) aufrichten.
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| Wie die Ausführungen zum aktuellen Gegenüber nahelegen, dürfte
span.bibelstelle Gal 3,13-14a
| im Hintergrund dieses Gegenübers stehen:
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q.bibeltext
| Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist;
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| denn es steht geschrieben: Verflucht ist, wer am Holz hängt.
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| Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird.
ul.card-text
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| Mk 1,35-39 macht in der Mitte (Einsamkeit, Gebet) das Kreuz als Ort des Loskaufes vom Fluch des Gesetzes präsent,
| an dem Jesus selbst zum Fluch geworden ist;
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| die Angaben „ganz Judäa“ und „ganz Galiläa“ verkörpern die Völker, denen der Segens Abrahsm zuteilwird;
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| entsprechend wird das Zuteilwerden des Segens einerseits dem Freikauf gegenüberliegend anhand jener erzählt,
| die zu Johannes dem Täufer kommen und sich taufen lassen,
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| andererseits im Ziehen Jesu durch ganz Galiläa mit Dämonenaustreibungen angespielt,
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| wobei sich die Dämonenaustreibungen durch Jesus mit der Taufe durch Johannes den Täufer verbinden.
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