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Peter Fischer e5677ed3f0 Verbesserung Mk/Mitbegraben 2021-11-27 19:46:31 +01:00
Peter Fischer 7b4c6384e8 Verbesserung Mk/Wer er ist
Bezüge zum Philipperhymnus eingebaut, Erklärung Schweigegebote 
verdeutlicht und ausgeweitet
2021-11-27 19:45:45 +01:00
Peter Fischer 466b5220c5 Mk/Aufgerichtet umstrukturiert und verbessert
Bezüge zum Philipperhymnus ausgeweitet und verdeutlicht
2021-11-27 19:44:13 +01:00
Peter Fischer 4af2f905a0 Verbesserung Mk/Verderben 2021-11-27 19:42:02 +01:00
Peter Fischer 60e018e9bf Verbesserungen Mk/Mir nach,
Bezüge zum Philipperhymnus ausgeweitet
2021-11-27 19:40:59 +01:00
Peter Fischer 320b8bc1f3 Verbesserung Mk/Leben 2021-11-27 19:38:35 +01:00
Peter Fischer bbc55d3faf Mk/Aufgerichtet vor Umstrukturierung 2021-11-20 10:00:23 +01:00
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@ -110,11 +110,19 @@ block content
li
| Das „den Weg bahnen“ kann in diesem Sinne auch als „Weg vorzeichnen“ verstanden werden geheimnisvoller Hinweis also darauf,
| dass Johannes auch im Hinblick auf den gewaltsamen Tod durch die Mächtigen „Vorläufer Jesu“ ist.
li Die zugrunde liegende Verb ist jedenfalls innerhalb des Neuen Testamentes „terminus technicus“ für den Tod Jesu am Kreuz (→ Mk 3,19; 1 Kor 11,23).
li
| Er bringt zum Ausdruck, dass Jesu Weg nicht einfach ein (dummes, zufälliges) „Schicksal“ ist, sondern dem (Heils-)Plan Gottes entspricht.
| Die zugrunde liegende Verb ist jedenfalls innerhalb des Neuen Testamentes „terminus technicus“ für die Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz (→ 1 Kor 11,23).
p.small.card-text
| Zunächst bezieht sich der Begriff auf den Verrat des Judas und die damit zusammenhängende Verhaftung Jesu (→ Mk 3,19; 14,17-21.41).
| Da diese dann aber in seinen Tod am Kreuz mündet, schwingt bei „ausgeliefert“ die ganze Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz insgesamt mit.
li
| Wie Mk 14,17-21 verdeutlicht, entspricht die „Auslieferung“ Jesu durch Judas dem Heilsplan Gottes.
br
| Dieser ist das ungenannte Subjekt hinter der Passivformulierung „ausgeliefert“/„überliefert“, die nicht selten ohne Täter steht.
| Dem entspricht, dass die Passivformulierung „ausgeliefert“/„überliefert“ nicht selten ohne Subjekt steht;
| dies ist als „passivum divinum“ zu deuten: Gott ist als Subjekt zu ergänzen.
br
| So bringt der Ausdruck „ausgeliefert“ zum Ausdruck, dass Jesu Weg nicht einfach ein (dummes, zufälliges) „Schicksal“ ist,
| sondern dem (Heils-)Plan Gottes entspricht.
li
| Insofern es hier in gleicher Weise für Johannes den Täufer gebraucht wird, wird auch sein Wirken bis hin
| zu seinem gewaltsamen Lebensende als Sendung durch Gott verstanden.
@ -201,13 +209,21 @@ block content
i
| So legt die Konzentrik nahe, dass „Evangelium“ vor allem das christologisch-soteriologische
| Doppelereignis von Jesu Tod und Auferstehung bezeichnet.
br
span.small Und nur indirekt eine Erzählung des „Lebens Jesu“. Damit steht Markus dem paulinischen Verständnis von „Evangelium“ äußerst nahe.
p.small.card-text Und nur indirekt eine Erzählung des „Lebens Jesu“. Damit steht Markus dem paulinischen Verständnis von „Evangelium“ äußerst nahe.
li
| Von daher wird vom Blick auf das Schicksal des Vorläufers „ausgeliefert“ auch das Schicksal Jesu in der Erzählung Mk 1,14-15 präsent;
br
| das „nachdem ... ausgeliefert“ ist dann auf die Auferstehung Jesu zu übertragen und den Neubeginn, den diese für ihn
| und für die Verkündigung der Jünger bedeutet hat.
li
| In der Erzählung vom Beginn des öffentlichen Wirkens am unteren Ende der konzentrischen Gliederung sind also
| wie in der Tauferzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung Tod und Auferstehung Jesu präsent:
br
| das „ausgeliefert“ bezieht sich analog dem Hineinsteigen in das Wasser auf den Tod Jesu,
br
| das „nachdem ... ausgeliefert“ und die Verkündigungstätigkeit analog dem Heraussteigen aus dem Wasser auf die Auferstehung Jesu;
br
| beides zusammen ist das „Evangelium Gottes“.
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.card-body

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@ -185,62 +185,79 @@ block content
li Die vorliegende Erzählung ist die Mitte der Gliederung „Galiläa I/A“.
li Von daher liegt auf ihr ein ganz besonders Gewicht.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Aufgerichtet aus Fieber
h6.card-subtitle.text-muted Herausgerissen aus den Fängen der Hölle
hr
ul.card-text
li
| Zweifelsohne ist Fieber eine bekannte Krankheit, mit der jeder sofort etwas anfangen kann.
br
| Und traut man Jesus grundsätzlich Wunderheilungen zu, ist die Heilung eines fiebrigen Menschen durch Jesus sicher im Vorstellungsbereich,
| weil auch „normale Ärzte“ Fieber oft heilen können.
li
| Dennoch kann man Fieber hier auch im übertragenen Sinne verstehen:
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung liegen jene Erzählungen, die von Röm 6 her als „tot für die Sünde für Gott leben“ verstanden werden können,
| worauf noch mehrfach zurückzukommen sein wird.
li
| Dem Bereich der Sünde anzugehören bedeutet, am Ende des Lebens in die Hölle geworfen zu werden, wo nach Mk 9,48
| „das Feuer nie erlischt“.
li
| Fieber kann tödlich sein.
br
| Es bedeutet eine erhöhte Körpertemperatur bis hin zum „Glühen“.
li Insofern kann die Krankheit „Fieber“ hier(!) als Bild verstanden werden: dafür, dass die Schwiegermutter des Petrus sich in den Fängen der Hölle befindet.
li
| Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus von Fieber kann dann übertragen verstanden als Herausreißen
| aus den Fängen der Hölle und Ermöglichung eines neuen Lebens begriffen werden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
h6.card-subtitle.text-muted Aufgerichtet zum Dienst
h6.card-subtitle.text-muted In der Neuheit des Lebens wandeln: aus Toten zu Lebenden geworden tot sein für die Sünde und für Gott leben
hr
ul.card-text
li
| Durch die übertragene Bedeutung von Fieber und den Rückgriff auf Röm 6 (s. o.) ergibt sich ein klarer Bezug zu Jesu Auferstehung.
| In der Abfolge „Taufe → Wüstensendung mit Versuchung → Beginn der Evangelienverkündigung → Berufung der ersten Jünger“
| wurde die Abfolge Röm 6,9-11 im Horizont der Tauftheologie von Röm 6 erkannt.
li
i Die Erzählung bebildert, wie Jesus als Auferstandener „für Gott lebt“: Er richtet Menschen auf,
| Jetzt stehen die beiden mittleren Erzählungen mit „tot für die Sünde“ (Wüstensendung mit Versuchung) und
| „leben für Gott“ (Beginn der Evangelienverkündigung) in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
br
| befreit sie also aus dem Verfangensein in Sünde und Tod und ermöglicht ihnen ein neues Leben im Dienst Gottes;
q.bibelstelle
| 3 Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
br
| so haben sie Anteil an der Auferstehungswirklichkeit Jesu.
| 4 Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters
| von den Toten auferweckt wurde, <i>in der Neuheit des Lebens wandeln</i>.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
br
| 9 Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
br
i 10 Denn durch sein Sterben ist er <i>ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott.</i>
br
i 11 <i>So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.</i>
br
| 12 Daher soll die Sünde nicht mehr in eurem sterblichen Leib herrschen, sodass ihr seinen Begierden gehorcht.
br
| 13 Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung
| als Menschen, die <i>aus Toten zu Lebenden geworden</i> sind, und <i>stellt eure Glieder</i> als Waffen der Gerechtigkeit <i>in den Dienst Gottes</i>!
span.bibelstelle Röm 6,3-4.6.9-13
li
| Damit ist hier die Schwiegermutter des Petrus dazu befreit, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
| Dieser durch die konzentrische Gliederung entdeckte Bezug zu Röm 6 hat unmittelbar Bedeutung für das
| Verständnis der Erzählung der Heilung der Schwiegermutter des Petrus:
br
i Effektiv wird die Schwiegermutter des Petrus getauft.
ul.card-text
li Indem die Heilung durch Jesus geschieht, bebildert die Erzählung, wie Jesus als Auferstandener „für Gott lebt“: Er richtet Menschen auf.
li
| Letzteres setzt sie in der Erzählung ganz plastisch um, indem sie Jesus und seinen Jünger dient.
| Die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus ist als Analogie zur Auferstehung Jesu zu begreifen:
br
| die durch „Fieber“ daniederliegende Frau ist durch die Aufrichtung wie „aus Toten zu Lebenden geworden“.
li
| Das „Fieber“, aus dem sie aufgerichtet wird, muss daher im übertragenen Sinn verstanden werden:
br
| als Verfallensein an die Sünde,
| deren „Lohn“ der Tod ist (Röm 6,23) im Sinne der Hölle, in der nach Mk 9,48 „das Feuer nie erlischt“.
p.small.card-text
| „Fieber“ als Krankheit bot sich hier wohl deshalb zum übertragenen Gebrauch an, weil es eine erhöhte Körpertemperatur
| bis hin zum „Glühen“ mit sich bringt und tödlich sein kann.
li
| Das Aufgerichtetwerden der Schwiegermutter des Petrus von „Fieber“ muss daher übertragen von Röm 6 her verstanden als Herausreißen
| aus den Fängen der Hölle und Ermöglichung eines neuen Lebens begriffen werden.
li
| Damit ist sie dazu befreit und dazu verpflichtet , „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben“;
br
| dies setzt sie in der Erzählung ganz plastisch um, indem sie Jesus und seinen Jünger dient,
br
| wodurch sie den von Jesus geforderten „Sinneswandel“ (→ Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung) vollzieht.
li
| Insofern ist der Ruf nach Umkehr auch an die „kranke“ Schwiegermutter des Petrus gerichtet:
br
| die „Heilung“ bedeutet, dass die Schwiegermutter des Petrus umgekehrt und zum Glauben an das Evangelium gekommen ist.
li
i So vergegenwärtigt die Erzählung das Ziel der Auferstehung Jesu und das Daran-Anteilhaben der Getauften nach Röm 6:
br
i Aufgerichtetwerden zum Dienst für Gott, zum Dienst für die Menschen.
li
| Insgesamt lassen sich Jesu Geschick und das Geschick der Schwiegermutter des Petrus parallelisieren,
| wodurch Jesus als „Bote vor der Schwiegermutter des Petrus her“ erscheint, der „ihr den Weg bahnt“:
| wodurch Jesus als „Bote vor der Schwiegermutter des Petrus her“ erscheint, der ihr „ihr den Weg bahnt“:
ul.card-text
li
| Wie Jesus in seiner Auferweckung dem Reich des Todes entstiegen ist,
@ -253,42 +270,369 @@ block content
li
| Angeregt durch die Bildwelt der Erzählung vom Wüstenaufenthalt Jesu (→ Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung) lässt sich auch sagen:
br
| Jesus rettet die Schwiegermutter des Petrus aus der Wüste der Gottferne unter der Herrschaft Satans deren „Lohnder Tod ist (Röm 6,23)
| Jesus rettet die Schwiegermutter des Petrus aus der Wüste der Gottferne unter der Herrschaft Satans“
| auf die „Insel des Lebens“ inmitten dieser Wüste;
br
| ihr Dienst an Jesus und seinen Begleitern analog zum Dienst der Engel an Jesus beim Wüstenaufenthalt Jesu verdeutlicht,
| dass sie Teil dieser „Neuen Schöpfung“ geworden ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Bereitet den Weg des Herrn
h6.card-subtitle.text-muted Ergreift die Chance des Reiches Gottes!
| Aufgerichtet aus „Fieber“
h6.card-subtitle.text-muted Von der Mehrdeutigkeit der Krankheiten und deren Heilung im Markus-Evangelium
hr
p.card-text.mb-0
| Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches (→ Mitte konzentrische Gliederung)
| verbindet sich mit dem Aufruf, den „Weg des Herrn zu bereiten“, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen
| (→ oberes Ende konzentrische Gliederung);
| dies wird in der vorliegenden Erzählung beispielhaft bebildet:
ul.card-text
li Es sind die Jünger, die Jesus auf die kranke Schwiegermutter des Petrus aufmerksam machen und mit ihm über sie sprechen, also doch wohl um seine Zuwendung, seine Heilung bitten.
li
| Damit stellen sich die Jünger in den Dienst des heilvollen Kommens Gottes/Jesu zu den Menschen;
| Wie deutlich geworden ist, kann und muss die Krankheit „Fieber“ der Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinne verstanden werden.
li
| Dies gilt auch für alle anderen „Heilungen“ im Markus-Evangelium, wie sich bei der Betrachtung der jeweiligen Erzählungen zeigen wird.
li
| Wo Menschen aufgerichtet werden oder aufstehen geht es stets um eine Analogie zur Auferstehung Jesu,
br
| sie „bereiten“ ganz plastisch „den Weg des Herrn“ zu einem kranken Menschen.
li Auf diese Weise ergreifen die Jünger die Chance, die durch das zum Greifen nahegekommene Gottesreich gegeben ist.
| aber meist nicht in einem körperlichen, sondern vor allem einem ethischen Sinne.
li
| Beim Aufgerichterwerden darf aber auch eine Befreiung aus dem Niedergedrücktsein durch Schuld und andere Dinge mitschwingen.
li
| Zu beachten ist, dass aufgrund dieser Zusammenhänge das Handeln der Jünger mehrdeutig ist und oft in den Erzählungen schillert;
br
| verallgemeinert ist es aber stets ein Liebesdienst gegenüber einen kranken Person darauf kommt es an.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Schwiegermutter!
h6.card-subtitle.text-muted Die Begleiter Jesu: tot für die Sünde für Gott lebend
hr
ul.card-text
li
| Zwischen der „kranken“ Frau und Petrus wird eine familäre Beziehung angegeben: es ist die Schwiegermutter des Petrus.
li
| Da die ganze Erzählung als konstruiert betrachtet werden muss (die Indizien liefert auch die weitere Betrachung zuhauf),
| darf man wohl davon ausgehen, dass auch diese Beziehung konstruiert ist.
li
| Dann aber wird man darüber spekulieren dürfen, warum es ausgerechnet die Schwiegermutter ist und nicht die Ehefrau,
| die eigene Mutter, der Vater, ein Kind etc.
li
| Vielleicht darf man voraussetzen, dass es auch damals zwischen Schwiegermutter und Schwiegersohn nicht immer ganz so einfach war;
br
| es fällt gerade bei der Schwiegermutter leicht, bei „Fieber“ an ein Verfallensein an die Sünde und die Hölle zu denken ...
li
| Angesichts dessen ist es eine naheliegende Versuchung, die Schwiegermutter für ihr (bisheriges) Verhalten in die Hölle zu wünschen
| oder wenn man „Fieber“ als möglicherweise zum Tod führende Krankheit versteht sie sich eher tot als lebendig zu wünschen:
| möge sie an ihrer Krankheit sterben ...
li
| Petrus besteht die Versuchung, indem er so ist es angedeutet um Heilung seiner Schwiegermutter bittet:
br
| er erweist sich als tot für die Sünde weil er die Versuchung besteht und lebend für Gott weil sein Handeln zur Aufrichtung der Schwiegermutter führt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Erhöhung Jesu, die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus und deren Dienst
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Der Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern verbindet sich
| mit dem Dienst der Engel an Jesus.
li
| Als „Erdenwesen“ verbindet sich die Schwiegermutter des Petrus auch mit den (gezähmten wilden) Tieren.
li
| Angesichts der Gegenwart des Philipperhymnus in der Erzählung von der Versuchung Jesu ist
| dies mit Phil 2,10 zu verbinden, wo als Ziel der Erhöhung besungen wird, dass Himmel, Erde
| und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen, ihm also gehorsam sind.
br
| Genau dies ist zu 2/3 in den Engeln und der Schwiegermutter des Petrus bebildert.
li
| Im Dienst der Engel und im Dienst der Schwiegermutter des Petrus ist daher die Erhöhung Jesu
| nach seinem Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz angedeutet.
li
| An dieser Erhöhung Jesu hat die Schwiegermutter des Petrus in ihrer Aufrichtung durch Jesus Anteil.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Der Geist treibt Jesus in die Wüste und liefert ihn der Versuchung durch Satan aus, was in den Dienst der Engel im Himmel
| und in die Evangelienverkündigung auf Erden mündet
h6.card-subtitle.text-muted Der Weg Jesu wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung zweimal erzählt
hr
ul.card-text
li
| Die „Auslieferung“ Johannes des Täufers ist durchsichtig auf die „Auslieferung“ Jesu; um Letztere geht es hier eigentlich.
li
| Diese „Auslieferung“ Jesu verbindet daher damit, dass der Geist Jesus in die Wüste treibt, man könnte regelrecht sagen:
br
| der Versuchung durch Satan „ausliefert“.
br
| In beiden Teilen der Mitte der konzentrischen Gliederung ist der Tod Jesu im Rahmen seiner Sendung präsent.
li
| Der Dienst der Engel in der Erzählung vom Wüstenaufenthalt ist
| mit der Erhöhung Jesu nach dem Philipperhymnus zu verbinden und setzt daher die Auferstehung voraus;
br
| auch das „nachdem ... ausgeliefert“ setzt in Verbindung mit dem Gang Jesu
| nach Galiäa (von wo er zur Taufe gekommen war) und der Verkündigungstätigkeit Jesu die Auferstehung voraus;
| das „Evangelium Gottes“ beinhaltet schließlich Tod <i>und</i> Auferstehung Jesu.
br
| Damit ist in beiden Teilen der Mitte auch die Auferstehung Jesu gegenwärtig.
li
| Während der Dienst der Engel den Himmel assoziiert, ist die Evangelienverkündigung klar auf der Erde anzusiedeln.
br
| Das kann so interpretiert werden, dass die Erzählung von der Sendung Jesu in die Wüste abschließend darauf abhebt, wie es „im Himmel“ nach
| Ausführung der Sendung in die Wüste weitergeht: nämlich mit dem Dienst der Engel gegenüber dem Erhöhten.
br
| Die Erzählung vom Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu springt zunächst mittels des „(nachdem ...) ausgeliefert“ zur
| Passion Jesu zurück. Deren Anfang kann man entweder (bzw. zugleich!) im Verrat des Judas und der Festnahme Jesu,
| als auch in der Sendung Jesu durch Gott sehen. Dann wird die ganze Passion im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu voraussetzend (→ „nachdem“)
| erzählt, wie es auf der Erde weitergeht:
| nämlich mit der Evangelienverkündigung und dem damit verbundenen Ruf zu Umkehr und Glaube.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Jesus im Himmel von den Engeln bedient, und doch weiterwirkend auf der Erde
h6.card-subtitle.text-muted Jesu Sendung geht in der nachösterlichen Evangelienverkündigung weiter und er ist darin selber gegenwärtig
hr
ul.card-text
li
| Dass Jesus nach „Auslieferung“ und Erhöhung selbst auf Erden weiterwirkt, ist anachronistisch, aber vom Fortgang der Evangelienerzählung her notwendig;
br
| daher auch Kunstgriff, von der Auslieferung Johannes des Täufers zu sprechen.
li
| Gleichzeitig verbirgt sich hinter diesem Anachronismus aber sicher eine intendierte theologische Aussage:
br
i
| Die Sendung Jesu geht in der nachösterlichen Evangelienverkündigung weiter.
br
| In ihr ist </i>er selbst gegenwärtig<i> zur Aufrichtung der Menschen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Berufung der Jünger, die Austreibung des unreinen Geistes, die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus und der Philipperhymnus
h6.card-subtitle.text-muted Weiteres zur Komposition der Markus-Evangeliums
hr
p.card-text
| Alle drei genannten Erzählungen verbinden sich mit der Versuchung Jesu als Mitte der jeweiligen konzentrischen Gliederung,
| die die ganze Sendung Jesu vergegenwärtigt,
br
| und schreiten nacheinander den Philipperhymnus mit seinem Weg Jesu aus der Gottgleichheit über die Entäußerung, Erniedrigung,
| und Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz in die Erhöhung Jesu und den Dienst von Himmel, Erde und Unterwelt ab.
p.card-text
| Jesus erscheint dabei jeweils als göttlicher Bote, der vorausgeht, um den Jüngern, dem unreinen Geist bzw. der Schwiegermutter des Petrus
| einen bestimmten Weg in Analogie zu seinem eigenen Weg zu bahnen.
table.table.table-sm.mt-3
thead
tr
th.card-text
| Erzählung
th.card-text
| Jesu Weg gemäß des Philipperhymnus und ggf. der weiteren Erzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung
th.card-text
| Gehorsam in Analogie zum Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz
th.card-text
| Nachfolge innerhalb der Erzählung
th.card-text
| Vor Jesus die Knie beugen durch
tbody
tr
td.card-text
| Berufung der ersten Jünger
td.card-text
| Verlassen der „Heimat“
br
| Entäußerung und Erniedrigung, Gehorsam
td.card-text
| Alle vier Erstberufenen treten gehorsam in die Nachfolge Jesu ein, lassen sich von ihm in Dienst nehmen
td.card-text
| Verlassen der „Heimat“ im Sinne von Beruf und Familie
br
| Verlassen auch der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb durch die Söhne des Zebedäus
br
| → Entäußerung und Erniedrigung
td.card-text
| Himmel und Erde
tr
td.card-text
| Die neue Lehre in der Synagoge
td.card-text
| Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
td.card-text
| Der unreine Geist ist Jesus gehorsam: er schweigt und fährt aus
td.card-text
| Der unreine Geist folgt Jesus ins Verderben
td.card-text
| Himmel und Unterwelt
tr
td.card-text
| Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus
td.card-text
| Erhöhung aufgrund des Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| Evangelienverkündigung als „leben für Gott“
td.card-text
| „Gehorsam“ Jesu gegenüber seinen Begleitern, die ihn um Heilung der Schwiegermutter des Petrus bitten
td.card-text
| Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
br
| Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern als „leben für Gott“
td.card-text
| Himmel und Erde
p.card-text.mb-0
| Zusammen mit der Erzählung von der Wüstensendung Jesu ist im ersten Fall die Erzählung von der Taufe Jesu,
| im dritten der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu Teil der Mitte der konzentrischen Gliederung.
br
| In allein drei Erzählungen wird sowohl der Tod Jesu als auch seine Auferstehung erzählt:
table.table.table-sm
thead
tr
th.card-text
| Erzählung
th.card-text
| Tod Jesu
th.card-text
| Auferstehung Jesu
tbody
tr
td.card-text
| Taufe Jesu
td.card-text
| Jesus lässt sich taufe im Sinne des Hineinsteigens in das Wasser
td.card-text
| Jesus steigt unter besonderen Begleiterscheinungen aus dem Wasser heraus
tr
td.card-text
| Wüstensendung Jesu
td.card-text
| Der Geist treibt Jesus in die „Wüste der Gottferne“ zur Versuchung durch Satan
td.card-text
| Die Engel dienen Jesus
tr
td.card-text
| Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu
td.card-text
| Erinnerung an die Auslieferung Johannes des Täufers, die auf Jesu eigene Auslieferung anspielt
td.card-text
| Jesus geht nach Galiläa und verkündet dort das Evangelium in Verbindung mit der nahgekommenen Königsherrschaft Gottes
p.card-text
| Wie Jesus zur Taufe durch Johannes aus Galiläa kommt, so geht er nach seiner Auslieferung effektiv nach seiner Auferstehung (wieder) nach Galiläa.
br
| Damit bezeichnet „Galiläa“ einerseits eine Landschaft in Israel, gleichzeitig wird diese Ortsbezeichnung transparent auf den Himmel
| als Jesu eigentliche Heimat.
br
| Im Nahekommensein der Königsherrschaft Gottes wird dieser Himmel ein Stück Gegenwart auf Erden, verschmelzen beide „Galiläas“,
| wo dem Ruf nach Umkehr und dem Glauben an das Evangelium Raum gegeben wird.
p.card-text.mb-0
| Im Hinblick auf die Komposition des Markus-Evangeliums lässt sich im Rückblick auf die bisher betrachteten Erzählungen sagen:
ul.card-text
li Bis einschließlich zur Erzählung von der Taufe Jesu folgt Markus Röm 1,1-4
li Mit der Taufe Jesu beginnt Markus Röm 6 und die dortige Tauftheologie aufzunehmen und verfolgt dies bis einschließlich der Berufung der ersten Jünger.
li
| Ab der Berufung der Jünger bis zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus lässt sich Markus vom
| Philipperhymnus und dessen Besingen des Geschickes des Gottgleichen in die Erniedrigung bis zum Tod am Kreuz und schließlich
| die Erhöhung leiten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Der Gehorsam Jesu richtet die Schwiegermutter des Petrus auf
h6.card-subtitle.text-muted
| Parallelen zwischen der Wüstensendung Jesu in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| und den Abläufen bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus
hr
table.table.table-sm
tbody
tr
td.card-text
| Der Geist treibt Jesus
td.card-text
| Die Begleiter Jesu führen Jesus
tr
td.card-text
| in die Wüste
td.card-text
| im Haus zur Schwiegermutter des Petrus
tr
td.card-text
| Versuchung durch Satan
br
| → Anspielung auf den Tod Jesu am Kreuz
| im Sinne des Gehorsams Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
td.card-text
| Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
br
| → Auch indirekte Anspielung auf die Auferstehung Jesu
tr
td.card-text
| Dienst der Engel an Jesus
br
| → Auswirkung der Auferstehung Jesu im Himmel
td.card-text
| Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus (und seinen Begleitern)
br
| → Auswirkung der Auferstehung Jesu auf Erden:
| Aufgerichtet zum Dienst
ul.card-text
li
| Wie sich Jesus vom Geist gehorsam in die Wüste treiben lässt,
| folgt er auch gehorsam der Bitte der Jünger um die Heilung der Schwiegermutter des Petrus.
li
| Sehr plastisch erscheint die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus mit der Jesus sie der Hand Satans entreißt
| als Kehrseite (des Bestehens) der Versuchung Jesu durch Satan im Sinne des Gehorsams bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
li
| So wird der Gehorsam Jesu bebildert im Gehorsam gegenüber den Jüngern, vergegenwärtigend aber den Gehorsam bis zum Tod am Kreuz
| als Ursache für Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus herausgestellt.
li
| Dies ist vom „Darum“ des Philipperhymnus zwischen Entäußerung und Erniedrigung bis zum Tod am Kreuz einerseits
| der Erhöhung andererseits zu verstehen:
ul.card-text
li Jesu Gehorsam bis zum Tod am Kreuz ist die Ursache für seine eigene Erhöhung (→ Auferweckung).
li
| Die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus ist Anteilhabe an der Auferweckung Jesu
| und hat daher die gleiche Ursache.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Evangelium Jesu Christi Evangelium Gottes
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium entfaltet seine Kraft
h6.card-subtitle.text-muted Die Chance des Evangeliums erkennen, auf dass es seine Kraft entfalten kann
hr
ul.card-text
li Das Handeln der Jünger zeigt ihren Glauben an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung).
li
| Wahrscheinlich stellt sich der Evangelist die Jünger auch als Zeugen der Dämonenaustreibung in der Synagoge (→ „sie" in Mk 1,29) vor, auch wenn sie dort nicht eigens erwähnt werden.
| Im Rahmen seiner Evangelienverkündigung verkündet Jesus,
| dass die Königsherrschaft Gottes nahegekommen ist.
li
| Als die Erzählung vom Beginn des öffentlichen Wirkens am unteren Ende einer konzentrischen Gliederung stand
| und die Erzählung von der Taufe Jesu die Mitte bildete,
ul.card-text
li war deutlich geworden, dass das Evangelium Tod und Auferstehung Jesu zum Inhalt hat (→ Inklusion, Taufe als Erzählung von Jesu Tod und Auferstehung);
li
| war das Hereinbrechen der Herrlichkeit Gottes über Jesus selber und nur über ihm
| in der Mitte jener konzentrischen Gliederung durch das Aufreißen des Himmels und
| die sonstigen Geschehnisse bei der „Taufe“ bebildert worden.
li
| Indem aber Markus Jesus im Zuge der öffentlichen Verkündigung des Evangeliums von seinem Tod und seiner Auferstehung
| öffentlich den Anbruch der Königsherrschaft Gottes verkünden lässt,
| wird dem Geschick Jesu eine Bedeutung für die Menschenheit insgesamt zugewiesen:
br
| in der Auferstehung Jesu ist die Königsherrschaft Gottes angebrochen und den Menschen nahegekommen.
br
| Dadurch ist die Auferweckung Jesu nicht nur für ihn selber eine „gute Nachricht“, sondern grundsätzlich für alle.
li
| Das Hereinbrechen der Königsherrschaft Gottes ist also mit der Auferweckung Jesu verknüpft und
| hat daher den Tod Jesu als „Darum“ zur Grundlage.
li
| Mit dem Anbrechen der Königsherrschaft Gottes verbindet sich als Analogie zur Auferweckung Jesu
| die Chance auf Aufrichtung für alles, was dem Tod verfallen ist.
li
| Dies wird in der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus bebildert.
br
| Die Erzählung legt Zeugnis ab, wie das Evangelium seine ganze erlösende und befreiende Kraft entfaltet:
br
q.bibeltext
@ -299,108 +643,392 @@ block content
br
| die „Aufrichtung“ des Menschen im Sinne des Herausreißens aus dem Verfallensein an Sünde und Tod und das Hineinstellen in die „Neue Schöpfung“.
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h5.card-title
q Kommt her, mir nach!
h6.card-subtitle.text-muted Taufe Jesu und Berufung der ersten Jünger als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung (Teil I)
hr
ul.card-text
li
| Mit „tot für die Sünde leben für Gott“ als Mitte der konzentrischen Gliederung wird das „Kommt her, mir nach!“
| ganz im Sinne von Röm 6 auf das bezogen, was die Taufe inhaltlich bedeutet,
| dass nämlich die Christen als Getaufte auf Jesu Tod und Anteilhabende an der Auferstehung Jesu dem Leben als Diener der Sünde gestorben sind und
| für Gott leben sollen, was sie zu einem entsprechenden Lebenswandel verpflichtet.
li
| So in ein neues Leben im Dienste Gottes gestellt, sollen die Jünger selber als „Menschenfischer“
| Menschen für Gott und Christus gewinnen
| und sie nicht zuletzt in der Taufe der Macht Satans und des Todes entreißen.
li
| Dies ereignet sich auch in der Erzählung von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus:
br
| Hier wirken die Jünger und Jesus zusammen,
| um die Schwiegermutter des Petrus im beschriebenen Sinne zu retten.
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h5.card-title
q ... damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
|
| (Phil 2,10)
q Bereitet den Weg des Herrn!
br
q Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
h6.card-subtitle.text-muted
| Taufe Jesu und Berufung der ersten Jünger als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung (Teil II)
| Die Chance des Evangeliums ergreifen durch den Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
hr
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.card-body
h5.card-title
| Der Glaube an das Evangelium verpflichtet zur Umkehr
h6.card-subtitle.text-muted
| Warum Glaube und Umkehr im Sinne des Markus letztlich identisch sind
hr
ul.card-text
li
| In jener (fortschreitenden) konzentrischen Gliederung, in der die Berufung der ersten Jünger das untere Ende der Gliederung bildet,
| ist unter anderem die Taufe Jesu die Mitte der Gliederung.
| An das Evangelium zu glauben, heißt zuerst: dessen Wahrheit annehmen;
br
| Bei der Betrachtung wurde der Bezug zwischen den den Vater verlassenden Söhnen des Zebedäus und dem seine „Heimat“ verlassenden Jesus deutlich,
| wobei ein Bezug zum „Philipperhymnus“ in Phil 2,6-11 als wahrscheinlich erkannt wurde.
| zu glauben, dass der am Kreuz Gestorbene auferstanden ist und dass sich darin
| Gottes Heil ereignet:
br
| dass durch den Tod Jesu und in seiner Auferstehung tatsächlich die Königsherrschaft Gottes nahegekommen ist.
li
| In der nun vorliegenden konzentrischen Gliederung gibt es einige weitere Aufflälligkeiten, die an den „Philipperhymnus“ denken lassen:
| Da der Inhalt des Evangeliums Tod und Auferweckung Jesu sind, erklärt sich,
| warum der Ruf zum Glauben daran sich mit dem Ruf zur Umkehr verbindet:
br
| An dieses Evangelium zu glauben muss für das eigene Leben Konsequenzen haben.
li
| Paulus drückt dies mit den Aufrufen zur Nachahmung im Kontext des Philipperhymnus aus:
br
q.bibeltext Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht
span.bibelstelle Phil 1,27
br
q.bibeltext Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht
span.bibelstelle Phil 2,5
br
| An dieses Evangelium zu glauben muss also bedeuten, dass man selber den darin enthaltenen Weg des Dienens geht das ist die Umkehr, die Jesus fordert.
li
| So verbindet sich die Chance auf „Aufrichtung“ dessen, was dem Tod verfallen ist,
| mit der Verpflichtung, selber im Sinne der Nachfolge gemäß des Evangeliums zu leben, umzukehren.
li
| Dies ist in den Begleitern Jesu bebildert, die die „Chance“ auf Aufrichtung der dem Tod verfallenen Schwiegermutter des Petrus
| durch die Gegenwart Jesu erkennen und ergreifen, indem sie ihn
| auf das „Fieber“ der Schwiegermutter des Petrus hinweisen, also doch wohl um ihre Heilung bitten, und so ihre Aufrichtung initiiren.
br
p.card-text.small.mb-0
| Wahrscheinlich stellt sich der Evangelist die Jünger auch als Zeugen der Dämonenaustreibung in der Synagoge (→ „sie" in Mk 1,29) vor,
| auch wenn sie dort nicht eigens erwähnt werden.
li
| Ihr Glaube an das Evangelium, zu dem Jesus aufruft (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), lässt sie zur Tat schreiten;
br
| so zeigt sich um es mit
span.bibelstelle Gal 5,6
| zu sagen ein
q.bibeltext Glaube, der durch die Liebe wirkt.
br
| Sie werden zu Dienern der Schwiegermutter des Petrus angesichts ihrer „Krankheit“ das zeigt, dass sie bereits den geforderten Sinneswandel vollzogen haben.
li
| Die Jünger leben wie Jesus ihr Leben für Gott:
br
| sie stellen sich in den Dienst des heilvollen Kommens Gottes/Jesu zu den Menschen;
br
| sie „bereiten“ ganz plastisch angesichts des in Jesus nahegekommenen Gottesreiches (→ Mitte der konzentrishen Gliederung)
| „den Weg des Herrn“ zu einem „kranken“ Menschen (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung);
br
| auf diese Weise handeln sie im Sinne der von Jesus geforderten Umkehr.
li
| Der Glaube ist bei Paulus wie bei Markus kein reiner Bekenntnis-Glaube, sondern ein Glaube,
| der aus dem Weg Jesu praktische Konsequenzen für das eigene Leben zieht;
br
| so kann sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung der Ruf zum Glauben an das Evangelium mit dem Ruf zur Umkehr verbinden:
| Glaube in diesem Sinne ist letztlich mit der von Jesus geforderten Umkehr identisch.
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h5.card-title
| Der Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz ruft nach dem Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung dienen die Engel Jesus.
br
| Nach der Heilung der Schwiegermutter des Petrus dient diese Jesus (und seinen Begleitern).
br
| Im „Philipperhymnus“ begegnet die Aussage, dass „alle im Himmel, auf der Erde ... ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“,
| wobei dies als ein Element des Dienstes an Jesus im Sinne von „Hochachtung“/„Ehrerbietung“ verstanden werden kann.
li
| Ferner ist der Kontext des „Philipperhymnus“ ein als „Christus nach!“ verstehbarer Aufruf,
| so zu leben, „wie es dem Evangelium Christi entspricht“
| bzw. so gesinnt zu sein, „wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ (Phil 1,27; 2,5).
br
| Dies lässt sich sowohl mit dem „Kommt her, mir nach!“ der Jüngerberufung verbinden,
| als auch mit dem Ruf zu Umkehr angesichts der Verkündigung des „Evangelium Gottes“ in der Mitte der konzentrischen Gliederung,
| schließlich auch mit der Erzählung der Taufe (s. o.: mit Christus für die Sünde gestorben, mit ihm für Gott leben).
li
| Dies macht es wahrscheinlich, dass der Leser in dieser Konstellation der konzentrischen Gliederung sich an jenen Hymnus erinnern soll:
| Das Nebeneinander von Gehorsam und Ruf zum (tätigen) Glauben in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| lässt an
span.bibelstelle Röm 1,5
| denken:
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
| ... um unter allen Völkern <i>Glaubensgehorsam</i> aufzurichten ...
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
| Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz ruft nach dem Gehorsam des (tätigen) Glaubens durch die Menschen.
p.small.card-text.mb-0
| Man erinnere sich daran, dass Markus bereits Röm 1,1-4 für sein Evangelium fruchtbar gemacht hat.
li
| So entspricht dem Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz,
br
| der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
br
| Dies ist im Sinne der Nachfolge zu verstehen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Der Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
| bewirken im Zusammenwirken die Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
hr
p.card-text
| Auch wenn die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus in Verbindung mit der Wüstensendung Jesu
| den Gehorsam Jesu selbst als Ursache der Aufrichtung dessen, was dem Tod verfallen ist, hervorhebt:
br
| es ist der dazu parallele Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt, der der „kranken“ Frau
| die durch den Gehorsam Jesu eröffnete Chance auf Aufrichtung zuteil werden lässt.
br
| Der Gehorsam Jesu bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt, <i>zusammen</i>
| sind es, was zur Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus führt.
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h5.card-title
| Die eigenwillige Parallele vom Jesus in die Wüste treibenden Geist und den Begleitern Jesu bei der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
h6.card-subtitle.text-muted
| Die Jünger im Dienst der Sendung Jesu
hr
ul.card-text
li
| In der obigen Tabelle, die die Parallelen zwischen der Erzählung der Wüstensendung Jesu und der Erzählung der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus
| aufzeigt, findet sich eine eigenwillige Parallele zwischen dem Geist, der Jesus in die Wüste treibt,
| und den Begleitern Jesu, die ihn auf die „kranke“ Schwiegermutter des Petrus aufmerksam machen;
br
| in beiden Fällen „gehorcht“ Jesus.
li
| Im Blick auf die Jünger ist zu bedenken, dass Jesus sie berufen und damit in Dienst genommen hatte für seine eigene Sendung:
| sie erweisen sich nun in diesem Sinne als Wegbereiter des Herrn.
br
| Sie dienen also sowohl der Schwiegermutter des Petrus als auch Jesus und seiner Sendung.
li
| Die Parallele zwischen dem Geist und den Jüngern bindet also die Jünger in die Sendung Jesu ein;
br
| in ihrem nachösterlichen Wirken wirkt Jesus weiter: sie sind als Wegbereiter gleichsam eine Brücke zwischen Jesus und den Menschen.
li
| Wie die Evangelienverkündigung durch Jesus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung)
| den Fortgang der Sendung Jesu nach Ostern bebildert und in der Verkündigung Jesus selbst gegenwärtig sein lässt,
br
| so bebildert die Erzählung von der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
| wie die Sendung Jesu im nachösterlichen Wirken der Jünger weitergeht, er dabei aber selber der eigentlich Handelnde ist.
li
| Auch die Schwiegermutter des Petrus mit ihrem Dienst an Jesus und seinen Begleitern bebildert den Fortgang der Sendung Jesu auf Erden
| nach der Auferstehung Jesu, ist doch ihr Dienst auf Erden dem Dienst der Engel „im Himmel“ genauso parallel
| wie die Evangelienverkündigung in der Mitte der konzentrischen Gliederung.
br
| Ihr Dienst steht gerade in seiner Unspezifiziertheit für den generellen Dienst aneinander
| im Sinne der Nachfolge als Fortsetzung des Dienstes Jesu an den Menschen und ist Ausdruck
| von Umkehr und Glaube an das Evangelium.
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h5.card-title
| Dienst als Antwort, Dienst als Nachfolge
h6.card-subtitle.text-muted Zur rechten Einordnung des Dienstes der Schwiegermutter des Petrus
hr
ul.card-text
li
| Die Erzählung der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus endet damit, dass diese als Geheilte Jesus und seinen Begleitern
| dient.
li
| Dies ist zunächst von Röm 6 her zu verstehen (s. o.).
li
| Voraus geht dem Dienst der Schwiegermutter ihre „Aufrichtung“ durch Jesus, die in Analogie zu seiner Auferstehung
| in seinem Gehorsam bis zum Tod am Kreuz ihren Grund hat.
li
i
| Dass Jesus „gedient wird“ hat also eine „Vorgeschichte“:
br
| er selbst ist zuallererst! zum Diener und Sklaven geworden und hat sein Leben hingegeben für die Vielen.
br
| Jetzt, als „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“ (→ „Taufe“), hat er den „Namen“, „der größer ist als alle Namen“.
| er selbst ist zuallererst! zum Diener und Sklaven geworden im Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
li
| In diesen Kontext ist besonders der Dienst der geheilten Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern einzuordnen:
| In diesem Sinne ist der Dienst der „Geheilten“ eine Antwort auf den Dienst Jesu im Sinne der Nachfolge.
li
| Auch im Hinblick auf den Dienst der „Geheilten“ gegenüber den Begleitern Jesu ist zu bedenken,
| dass diese zunächst der „Kranken“ dadurch gedient haben, dass sie Jesus auf sie aufmerksam gemacht.
br
| Christi erlösend-dienender Tod zieht als Analogie zur Auferstehung Jesu das Aufgerichtetwerden der Menschen nach sich;
| Auch hier ist der Dienst Antwort auf den erfahrenen Dienst durch andere.
li
| Es fällt auf, wie in der Erzählung der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus alle allen dienen:
br
| darauf „antwortet“ die Schwiegermutter des Petrus ganz im Sinne von Röm 6 , indem sie nun selber zur Dienerin wird.
| die Begleiter Jesu der Schwiegermutter, indem sie Jesus auf sie aufmerksam machen, womit sie gleichzeitig Jesu Sendung also Jesus dienen;
br
| Jesus dient seinen Begleitern und zugleich der Schwiegermutter, indem er auf die Bitte seiner Begleiter eingeht;
br
| die Schwiegermutter dient abschließend Jesus und seinen Begleitern:
br
i
| Die Aufrichtung im Sinne des Evangeliums schafft nicht neue Große und Mächtige, sondern zielt
| auf eine Gemeinschaft des gegenseitigen Dienens;
br
| „Anfang“ im Sinne von Ursprung und Prinzip dafür ist der Dienst Jesu.
li
| Aus der unmittelbaren Einleitung des Philipperhymnus durch Paulus kann
span.bibelstelle Phil 2,3b-4
| präsent werden:
br
q.bibeltext
| In Demut schätze einer den anderen höher ein als sich selbst.
br
| Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
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.card-body
h5.card-title
q Kehrt um und glaubt an das Evangelium
span.bibelstelle Mk 1,15
br
q Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht
span.bibelstelle Phil 1,27
br
q Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht
span.bibelstelle Phil 2,5
br
| → Gehorsam des Glaubens, der durch die Liebe wirkt
h6.card-subtitle.text-muted Der Fokus für die folgenden Erzählungen im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
li
| Schon die erste der drei Erzählungen, bei denen die Versuchungserzählung in der Mitte der konzentrischen Gliederung steht,
| die Jüngerberufung war ganz dem Gedanken der Nachfolge gewidmet.
li
| Am Ende des Durchschreitens durch den Philipperhymnus mittels der Versuchungserzählung als (Teil der) Mitte der konzentrischen Gliederung
| wird in der Mitte der konzentrischen Gliederung zugleich der Kontext des Hymnus mit seinen Aufrufen zu
| einem dem im Philipperhymnus besungenen Weg Jesu analogen Handeln präsent gemacht:
br
q.bibeltext Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
br
| Da stehen sicher Phil 1,27; 2,5 im Hintergrund.
li
| In diesem letzten Schritt des durchschreitens des Philipperhymnus blitzt als Analogie zum im Hymnus besungenen Gehorsam Jesu
| das erste Mal der „Glaubensgehorsam“ auf (Röm 1,5)
| und wird der geforderte Glaube durch das erzählte Handeln der Jünger als „Glaube, der durch die Liebe wirkt“ (Gal 5,6) näher spezifiziert.
p.small.card-text.mb-0
| Bei der Heilung des Gelähmten in Mk 2,1-12 wird beides in Einheit wieder begegnen;
br
| diese Erählung ist der von der Heilung der Schwiegermutter des Petrus zumindest grob betrachtet sehr analog gestaltet.
li
| Der Ruf zu Umkehr und Glaube im Sinne des Glaubens, der durch die Liebe wirkt,
| schreitet als Inhalt der Mitte der konzentrischen Gliederung die nächsten Erzählungen ab;
br
| dabei bleibt der Philipperhymnus im Horizont gegenwärtig.
li
| Es begegnet zunächst eine weitere Erzählung, bei der der Glaube, der durch die Liebe wirkt, sich zum Heil der Menschen auswirkt (→ Mk 1,32-34);
br
| danach aber eine Erzählung, bei der sich Jesus zunächst seltsam den Menschen entzieht, um dann neu in ein erweitertes Wirkungsgebiet aufzubrechen (→ Mk 1,45-39):
br
| der Glaube, der durch die Liebe wirkt, eröffnet in Verbindung mit dem „zerrissenen Netz“ (→ Jüngeberufung) ganz neue geographische Möglichkeiten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Kommt her, mir nach!
h6.card-subtitle.text-muted Taufe Jesu und Berufung der ersten Jünger als gegenüberliegende Erzählungen der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li
| Mit der Taufe Jesu und der Berufung der ersten Jünger stehen sich erste und letzte Erzählung jenes Zyklus gegenüber,
| der von Röm 6 her geprägt ist.
ul.card-text
li
| Jesus hat die Jünger als „Menschenfischer“ berufen.
br
| Als „Menschenfischer“ leben sie in der Nachfolge Jesu für Gott.
li
| Dies ist auf die Taufe zu beziehen, die sie spenden und mit der sie Menschen
| aus dem Verfallens an die Sünde und als deren Folge dem Tod entreißen
| und auf die „Insel des Lebens“ inmitten der „Wüste der Gottferne“ retten
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) und damit für Gott und Christus gewinnen.
li
| Ermöglicht ist diese Taufe durch die „Taufe“ Jesu im Sinne seines Todes und seiner Auferstehung,
| durch die die Königsherrschaft Gottes nahegekommen ist;
br
| wie Jesus stehen die taufenden Jünger im Sinne des „Mir nach!“ im Dienst der anbrechenden Königsherrschaft Gottes.
li
| Wie über Jesus die Herrlichkeit Jesu hereinbricht,
| so öffnet sich auch für jeden Täufling der Himmel, wird er Kind Gottes und mit Gottes Geist ausgerüstet:
br
| er wird Teil der Königsherrschaft Gottes;
br
| Voraussetzung dafür ist der Glaube an das Evangelium,
br
| damit einher geht die Verpflichtung zum Sinneswandel im Sinne des Glaubens, der durch die Liebe wirkt.
li
| Wie Jesus ein für alle Mal der Sünde gestorben ist und für Gott lebt, sollen nun die Getauften im Sinne des „Mir nach!“
| tot sein für die Sünde und für Gott leben (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| All dies ist in der Heilung der Schwiegermutter des Petrus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) bebildert,
| die Jesus in Analogie zu seiner eigenen Auferstehung aufrichtet zum Wandeln in der Neuheut des Lebens im beschriebenen Sinne,
| wobei Jesus und seine Begleiter zusammenwirken.
br
| Effektiv wird dort eine Taufe gefeiert.
li
| Die Berufung der ersten Jünger ist die erste Erzählung des mit ihr eröffneten Philipperhymnus-Zyklus.
table.table.table-sm
thead
tr
th.card-text
| Erzählung von der Taufe Jesu:
br
| → Jesus
th.card-text
| Erzählung von der Berufung der ersten Jünger:
br
| → Jünger
tbody
tr
td.card-text
| Verlässt Heimat, um sich taufen zu lassen
td.card-text
| Verlassen Netze, Vater, Tagelöhner, um Jesus nachzufolgen
tr
td.card-text
| Am Ziel des Weges Jesu bricht
| die himmlische Herrlichkeit über Jesus herein;
| er wird als Sohn Gottes tituliert
br
| → Einsetzung „dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“ (Röm 1,4)
td.card-text
| Am Anfang ihres Weges in der Nachfolge Jesu verlassen
| die Söhne des Zebedäus ihren Vater und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb
br
| → Entäußerung und Erniedrigung
tr
td.card-text(colspan=2)
| In diesem Gegenüber sind die beiden Hälften des Philipperhymnus verbildlicht;
br
| was die Söhne des Zebedäus tun, ist weil Nachfolge auf Jesus zu übertragen
tr
td.card-text(colspan=2)
| Dazwischen wird der Weg Jesu in der Mitte der konzentrischen Gliederung zweimal knapp erzählt:
br
| das Getriebenwerden Jesu durch den Geist in die „Wüste der Gottferne“, sein Gehorsam bis zum Tod am Kreuz,
br
| bzw. seine Auslieferung (durch Gott),
br
| jeweils mündend in die angedeutete Erhöhung/Auferweckung
tr
td.card-text
| Das Wohlgefallen Gottes blickt auf diesen Weg Jesu der Entäußerung, der Erniedrigung und des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz,
| zu dem Jesus (von Gott) ausgeliefert bzw. vom Geist getrieben wurde;
br
| im Wohlgefallen steckt das „Darum“ des Philipperhymnus als Scharnier zwischen Erniedrigung und Erhöhung
td.card-text
| Der Ruf zur Nachfolge setzt bei diesem Wohlgefallen Gottes an:
br
| ihn ihm steckt das „Lebt als Gemeinde so, wie es dem Evangelium Christi entspricht“ (Phil 1,27)
| und „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht“ (Phil 2,5)
br
| dies verbindet sich mit dem Ruf zu Umkehr und Glaube an das Evangelium in der Mitte der konzentrischen Gliederung;
br
| die Söhne des Zebedäus betreten diesen Weg der Entäußerung und Erniedrigung,
| und alle Jünger treten gehorsam in die Nachfolge Jesu ein;
br
| auf diesem Weg werden (nicht nur) die Söhne des Zebedäus zu Söhnen Gottes (→ Taufe Jesu im Gegenüber)
li
| Wie die doppelte Mitte der konzentrischen Gliederung den Fortgang nach dem Tod Jesu „im Himmel“ mit dem Dienst der Engel und „auf Erden“
| mit der Evangelienverkündigung zusammenbindet,
br
| ist im Gegenüber Taufe Jesu und Berufung der ersten Jünger auch der Fortgang nach dem Tod Jesu „im Himmel“ und „auf Erden“
| bebildert: einerseits die Erhöhung Jesu in der Auferstehung, andererseits die Nachfolge der Jünger in Entäußerung, Erniedrigung und Dienst,
| nicht zuletzt als „Menschenfischer“.
.card.slide.border-primary
.card-body
h5.card-title
| Jesus, der Stärkere, ist gekommen, um die Dämonen ins Verderben zu stürzen
h6.card-subtitle.text-muted
| Wirken Johannes des Täufers und Dämonenaustreibung als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
| Das Wirken Johannes des Täufers und die Dämonenaustreibung als gegenüberliegende Erzählungen in der konzentrischen Gliederung
hr
ul.card-text
li Schon das Wirken des Täufers mit seiner Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden war eine Sendung gegen die widergöttlichen Mächte wie den Dämon und Seinesgleichen.
li Diese ins Verderben stürzen aber kann (erst) Jesus, den Johannes als den Stärkeren verkündet hat.
li Als Gegenüber erscheinen der Heilige Geist der Jesus zum „Heiligen Gottes“ macht und der unreine Geist, von dem der Mann besessen war.
li
| Die Jesu Tod und seine Auferstehung vergegenwärtigende Geisttaufe ist dann später das Werkzeug der Jünger,
| die unreinen Geister auszutreiben.
| Diese ins Verderben stürzen aber kann (erst) Jesus, den Johannes als den Stärkeren verkündet hat und den der Geist dazu in die „Wüste der Gottferne“
| getrieben hat (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Als Gegenüber erscheinen der Heilige Geist der Jesus zum „Heiligen Gottes“ macht und der unreine Geist, von dem der Mann besessen war:
br
| In der Taufe mit dem Heiligen Geist wird der unreine Geist ausgetrieben, aber dafür zieht der Geist Gottes ein;
br
| dem in der Mitte der konzentrischen Gliederung geforderten Sinneswandel entspricht dieser Wechsel des einwohnenden Geistes.
//-
BEZIEHT SICH AUF EINE GLIEDERUNG, BEI DER DIE BERUFUNG DER JÜNGER GETEILT WIRD UND DER ANFANG DES WIRKENS JESU ALLEIN IN DER MITTE STEHT

View File

@ -157,8 +157,7 @@ block content
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
br
span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
p.small.card-text In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
@ -291,11 +290,16 @@ block content
li
| Bestimmend für die neue Existenz ist der Geist Gottes, der in den beiden Erzählungen der konzentrischen Mitte begegnet:
br
| aus ihm lebt der Christ, lässt sich von ihm führen; und er hilft auch, Versuchung zu bestehen.
| wie Jesus der Geist eingehaucht wird und wie Jesus sich vom Geist antreiben lässt,
br
| so lebt auch der Christ aus dem Geist und soll sich von ihm führen lassen.
br
q.bibeltext
| Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!
span.bibelstelle Gal 5,25
br
| Der Geist hilft auch so ist es angedeutet , eigenen Versuchungen zu bestehen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -353,8 +357,7 @@ block content
li In der Tauferzählung wird Jesus als Sohn Gottes angesprochen, und in der Versuchung erweist sich Jesus auch als Sohn Gottes (vgl. Mk 15,39!).
li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
br
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
p.small.card-text Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
@ -380,7 +383,7 @@ block content
br
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
li
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste kein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
br
@ -404,8 +407,7 @@ block content
| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
| auf den sog. „Philipperhymnus“
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
br
span.small
p.small.card-text
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
li
@ -433,8 +435,7 @@ block content
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
br
span.small
p.small.card-text
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
| gegenüberliegen.
@ -504,22 +505,18 @@ block content
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
br
span.small Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
br
span.small
p.small.card-text.mb-0 Siehe auch oben: „geschwisterlicher Geist“.
p.small.card-text
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
p.card-text.slide
i
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
@ -589,6 +586,33 @@ block content
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Die Erstberufenen: „tot für den Sünde leben für Gott“
h6.card-subtitle.text-muted Alles verlassen Menschenfischer
hr
ul.card-text
li
| Das „Mir nach!“ ist im Kontext der unmittelbar vorausgehenden Erzählungen nach der Tauferzählung als
| „So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus“ (→ Röm 6,11) zu verstehen.
li
| Exemplarisch wird dies an den vier Erstberufenen bebildert:
ul.card-text
li
i Simon und Andreas
br
| Sie werden als Menschenfischer berufen.
br
| Als solche Leben sie ihr Leben für Gott.
li
i Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus
br
| Sie brechen aus einer Gesellschaft des Habens und menschlichen Machtstrukturen selbst eigentlich habend und mächtig aus.
br
| Dies gehört zum „tot sein für die Sünde“;
br
| das Verharren in beidem wird im Laufe des Evangeliums von Jesus angeprangert werden.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -630,6 +654,84 @@ block content
li
| Als „Menschenfischer“ helfen die Jünger, Menschen auf diese „Insel des Lebens“ zu retten.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Der Gehorsam bis zum Tod am Kreuz und der Gehorsam der Erstberufenen beim Eintritt in die Nachfolge
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Versuchung Jesu und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Das unmittelbare Eintreten der Jünger in die Nachfolge Jesu ihr Gehorsam angesichts des Rufes Jesu
| spiegelt sich in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass sich Jesus ohne Umschweife vom Geist
| in die Wüste treiben lässt:
br
| so wie Jesus dem Geist gegenüber gehorsam ist,
br
| so sind es die Jünger Jesus gegenüber.
li
| Gleichzeitig spiegelt sich das In-Dienst-nehmen-Lassen der Jünger in der Mitte der konzentrischen Gliederung darin, dass die Engel Jesus dienen:
br
| Erde und Himmel dienen Jesus.
li
| Versteht man nun noch die Wüste wie wir es getan haben als Ort der Gottferne,
br
| verbindet diese als „Wüste der Gottferne“ mit dem Tod Jesu am Kreuz, der wie bereits erwähnt als Sterben in die Gottferne gezeichnet ist
| (→ „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mk 15,34),
br
| und ist auch siehe oben auf Bezüge zum
| Philipperhymnus aufmerksam geworden, drängt sich regelrecht auf, auch diese Erzählzüge mit dem Philipperhymnus zu verbinden:
br
q.bibeltext
| 8 er erniedrigte sich und war <i>gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz</i>.
br
| 9 <i>Darum hat ihn Gott über alle erhöht</i> und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit <i>alle im Himmel, auf der Erde</i> und unter der Erde <i>ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu</i>
span.bibelstelle Phil 2,8-10
br
| Die Versuchung Jesu besteht demgemäß darin, diesen Weg des Gehorsams bis zum Tod am Kreuz nicht zu gehen.
li
| Das „Darum“ in Phil 2,9 ist ein betontes Scharnier zwischen Erniedrigung und Erhöhung des einst Gottgleichen;
| und mit dieser Erhöhung Jesu verbindet sich in Phil 2,10 das Ziel, dass Himmel, Erde und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen;
br
| das kann als Zeichen von Hochachtung und Ehrerbietung verstanden werden,
br
| das kann im weiteren Sinne aber auch als Gehorsam bis hin zum Dienst verstanden werden.
br
| Versteht man jedenfalls den Dienst der Engel und den gehorsamen Eintritt der Jünger in den Dienst Jesu
| von Phil 2,10 her, ist das Kniebeugen durch Himmel, Erde und Unterwelt zu 2/3 in den Engeln und den Berufenen bebildert.
li
| Unterstützend ist die Beobachtung, dass in der Versuchungserzählung die Trias Engel, (gezähmte wilde) Tiere und Satan
| der Trias „im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ entspricht.
li
| Mithin schaut die Erzählung von der Versuchung Jesu beim Dienst der Engel also schon auf die Erhöhung Jesu,
br
| ist in einer einzigen Erzählung letztlich die ganze Sendung Jesu gegenwärtig.
li
| So betrachtet wird in der doppelten Mitte der konzentrischen Gliederung <i>zweimal</i> der Weg Jesu erzählt:
br
| Zunächst das Kommen Jesu zur Taufe und seine Taufe durch Johannes (→ Hineinsteigen im Sinne des Todes)
| sowie die Ereignisse beim Heraussteigen aus dem Wasser (→ Auferweckung);
br
| dann wieder auf den Anfang zurücksetzend den Weg Jesu in die „Wüste der Gottferne“ bis hin zum Tod am Kreuz,
| den Jesus seiner Sendung gemäß gehorsam geht worauf sich das bei der Taufe geäußerte Wohlgefallen Gottes bezieht ,
| was in seine abschließend im Dienst der Engel angedeuteten Erhöhung mündet.
li
| Der Weg in die „Wüste der Gottferne“ nach dem Hereinbrechen der Herrlichkeit Gottes über Jesus
| hat eine gewisse Analogie zur Entäußerung und Erniedrigung des Philipperhymnus, auch wenn der Ausgangspunkt dort die Präexistenz ist.
br
| Es leuchtet das „Darum“ der Erhöhung auf (→ Wohlgefallen, das Gott in der „Taufe“ Jesu äußert):
br
| der Blick auf die bei der Taufe angedeutete Auferstehungsherrlichkeit wird umgebogen auf den Weg dorthin.
li
| In diesen Weg von der Erniedrigung zur Erhöhung ist die Berufung und damit die Sendung der Jünger eingeordnet als Weg der Nachfolge:
br
| der Gehorsam gegenüber dem Ruf Jesu und in diesem Zug die Entäußerung und Erniedrigung als Verlassen der Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb durch die Söhne des Zebedäus.
br
| Und wie Jesus die Jünger quasi auf seinem Weg mitnimmt, so sollen auch die Jünger als Menschenfischer andere mitnehmen
| auf diesem Weg in der Nachfolge Jesu.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@ -640,8 +742,7 @@ block content
li
| In der Versuchungserzählung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) drückt das „sogleich“, das keinen Raum zwischen Taufe und Gang in die Wüste lässt,
| die göttliche Sendung Jesu aus.
br
span.small
p.small.card-text
| In diesen Verstehenszusammenhang lässt sich auch das „sogleich“ bei der Taufe Jesu einordnen: Jesu wird als Anfang gelesen für seine Sendung
| gerüstet; bzw. Jesu Sendung kommt in der Aufertehung zu ihrem Ziel.
li
@ -686,8 +787,7 @@ block content
li Insgesamt wird man sagen dürfen, dass die Berufungserzählung des Elischa Pate gestanden hat für die Berufungserzählung der ersten Jünger bei Markus.
li
| Auffällig muss aber sein, dass man wenig später im Haus der Schwiegermutter des Petrus einkehrt (Mk 1,29-31).
br
span.small
p.small.card-text
| Paulus kann in 1 Kor 9,5 erwähnen, dass die übrigen Apostel, die Herrenbrüder und eigens erwähnt auch Petrus ihre (christlichen) Frauen
| auf ihren Missionsreisen dabei haben.
br

View File

@ -65,7 +65,7 @@ block content
.card-body.gliederung
h5.card-title
| Jesus heilt den Gelähmten
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 2,1-12
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 2,1-12
.slide.mb-3
@ -362,8 +362,7 @@ block content
| Die Verkündigung des „Wortes“ ist auch im Kontext des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“ zu lesen,
br
| denn die gleiche Tätigkeit wurde von diesem nach der Heilung durch Jesus erzählt, während sich Jesus aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste.
br
span.small
p.small.card-text
| Natürlich ist die Notiz nicht im Sinne eins „Rück-Austauches“ zu lesen, eher im Sinne einer konzentrischen Rahmung
| des „Austausches“ mit dem „Aussätzigen“, da sowohl in Mk 1,39 als auch hier in Mk 2,1-2 von der Verkündigungstätigkeit Jesu die Rede ist,
| während in Mk 1,40-45 dann der Geheilte die Verkündigungstätigkeit von Jesus übernimmt.
@ -503,7 +502,7 @@ block content
br
| worauf der Evangelist in der Anrede Jesu an den Gelähmten „Mein Sohn“ anspielt
br
| und wie Paulus in Anspielung auf Jesu Tod und Auferstehung
| und wie Paulus in Anspielung auf Jesu Tod und Auferstehung in
span.bibelstelle 2 Kor 5,19
| schreibt:
br
@ -536,7 +535,7 @@ block content
| es geht in der Erzählung also nicht um einen Konflikt des irdischen Jesus mit Vertretern der Schriftgelehrten, sondern viel grundsätzlicher
| um das spannungsreiche Verhältnis bis hin zum sich ausschließenden Gegenüber „Jesus ↔ Schrift/Tora“,
| und damit um eine nachösterliche Thematik zunächst innerhalb des Christentums im Hinblick auf die Bedeutung
| von Tod und Auferstehung Jesu mit unmittelbaren Folgen für die Bedeutung der Taufe ;
| von Tod und Auferstehung Jesu, mit unmittelbaren Folgen für die Bedeutung der Taufe;
br
| das Gegenüber des „markinischen Jesus“ sind also weniger Juden als vielmehr „judaisierende Christen“.
li
@ -566,7 +565,7 @@ block content
br
| 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher.
br
| 26 Denn alle seid ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
| 26 Denn alle seid ihr <i>durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus</i>.
br
| 27 Denn ihr alle, <i>die ihr auf Christus getauft seid</i>, habt Christus angezogen.
br
@ -616,7 +615,8 @@ block content
| ihren Widerspruch zur Sündenvergebung durch Jesus kontert er,
| indem er erzählerisch bebildert, dass Jesus im Gegensatz zur Tora <i>die Kraft hat, lebendig zu machen</i>: der „Gelähmte“ steht auf.
br
| Markus will sagen: allein durch Gottes Wirken in und durch Christus und dann vermittelt durch die Taufe auf Christus bzw. seinen Tod
| Markus will sagen: allein durch Gottes Wirken in und durch Christus und dann vermittelt durch die Taufe auf Christus bzw. seinen Tod,
| die den Glauben voraussetzt
| ist eine derartige Sündenvergebung möglich.
@ -641,9 +641,11 @@ block content
br
| Jesus ist der dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzte Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten.
li
| In diesen Kontext passt auch die Mitte der konzentrischen Gliederung:
| Schon in der Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung ist Röm 1,4 gegenwärtig:
br
| dort wird Jesus vom Dämon als „der Heilige Gottes“ angesprochen.
| dort wird Jesus vom Dämon als „der Heilige Gottes“ angesprochen und die Vollmacht seiner Lehre hervorgehoben.
br
| Dies unterstreicht, dass die vorliegende Erzählung weiterführt, was in der Mitte der konzentrischen Gliederung thematisiert wird.
li
| Durch den Bezug zu Röm 1,4 wird bestätigt, dass es hier nicht um die Verteidigung der Vollmacht des irdischen Jesus geht,
| sondern um eine nachösterliche Perspektive und Fragestellung.
@ -754,8 +756,10 @@ block content
| wie die Dämonenaustreibung in der Mitte der konzentrischen Gliederung in Verbindung mit der dominanten Thematik
| Sündenvergebung nahelegt.
br
| Die komplementären Ausagen in Röm 6, die sich auf das Leben in Gemeinschaft mit Gott beziehen,
| gehören auch wenn der Akzent hier nicht darauf liegt aber als zweite Seite derselben Medaille auch dazu.
| Die komplementären Aussagen in Röm 6, die sich auf das Leben in Gemeinschaft mit Gott beziehen,
| gehören auch wenn der Akzent hier nicht darauf liegt aber als zweite Seite derselben Medaille auch dazu,
| wie auch in der Mitte der konzentrischen Gliederung über die „Vollmacht der Lehre“ und den Titel „Heiliger Gottes“
| als Anspielungen auf Röm 1,4 die Auferstehung Jesu präsent ist.
li
| Damit werden hier vor allem folgende Sätze präsent:
ul.card-text
@ -773,10 +777,10 @@ block content
| ... der Tod hat keine Macht mehr über ihn [= Christus Jesus].
br
| Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
span.small sein Leben aber lebt er für Gott.
| sein Leben aber lebt er für Gott.
br
| So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind,
span.small aber für Gott leben in Christus Jesus.
| aber für Gott leben in Christus Jesus.
span.bibelstelle Röm 6,9b-12
li
| Aus diesen Sätzen spricht eine Schicksalsgemeinschaft mit Jesus,
@ -806,7 +810,9 @@ block content
| in der Neuheit des Lebens wandeln.“ (Röm 6,4)
li
| Dazu gehört zunächst das „tot für die Sünde“, aber auch das „für Gott leben in Christus Jesus“ jedenfalls eine sichtbare, dauerhafte
| Auswirkung auf das Leben; was hier wie ein punktuelles Ereignis scheint, ist eine auf Dauer angelegte Lebenswende.
| Auswirkung auf das Leben;
br
| was hier wie ein punktuelles Ereignis scheint, ist eine auf Dauer angelegte Lebenswende.
li
| Beim Beleg für die Sündenvergebungsvollmacht Jesu bzw. der Gemeinde ist daher sicher daran gedacht,
| dass vor allem nach Ostern Menschen durch die Begegnung mit Jesus vermittelt durch seine Jünger tatsächlich
@ -856,7 +862,7 @@ block content
br
| sie verbinden sich unmittelbar mit den Vieren, die den Gelähmten auf der Liege zu Jesus bringen:
br
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es so soll man interpretieren diese vier Erstberufenen,
| Bei der Heilung der Schwiegermutter des Petrus sind es so legen es die Bezüge in der Konzentrik nahe diese vier Erstberufenen,
| die Jesus zur fiebrigen Schiegermutter des Petrus führen.
li
| Von der Schwiegermutter des Petrus wird erzählt, dass sie nach der Aufrichtung durch Jesus diesem und seinen Begleitern dient.
@ -864,8 +870,12 @@ block content
| Dies verbindet sich einerseits damit, dass sich die vier Erstberufenen von Jesus in Dienst nehmen lassen wobei
| sie diesen Dienst gerade auch gegenüber der Schwiegermutter des Petrus ausüben, indem sie Jesus zu ihr führen.
br
| Andererseits geschieht das „Mitbegraben-Sein mit Christus“, das in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten der tragende Gedanke ist,
| nach Röm 6,4, damit der so auf Christi Tod getaufte „in der Neuheit des Lebens“ wandelt;
| Andererseits entspricht die Abfolge „Aufgerichtet → Dienst“ der Abfolge „Aufgerichtet → Weggehen und Liege mitnehmen”
| in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten,
br
| wobei zu bedenken ist, dass das „Mitbegraben-Sein mit Christus“, das in der Erzählung von der Heilung des Gelähmten der tragende Gedanke ist,
| nach Röm 6,4 dazu geschieht, dass der so auf Christi Tod Getaufte „in der Neuheit des Lebens“ wandelt im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“,
| was sich gut mit dem Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern nach deren Aufrichtung verbinden lässt:
br
| der oben formulierte Gedanke, dass der Geheilte seine Liege mitnimmt als „Handwerkszeug“, um fortan anderen zu helfen, wird verstärkt.
@ -882,11 +892,13 @@ block content
| das dort Gesagte sei erinnert.
li
| Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers durchsichtig auf den Tod Jesu verbindet sich mit dem Abend
| bzw. der untergehenden Sonne: bei Jesu Tod bricht Finsternis herein.
| bzw. der untergehenden Sonne: es ist wie in Mk 14,17 angegeben wird Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
| Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung.
| Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
br
| Stimmig zum Gang Jesu ins Verderben Mitte der konzentrischen Gliederung und zur Taufe auf den Tod bzw. dem
| Mitgebraben-Sein mit Jesus unteres Ende der konzentrischen Gliederung wird also insbesondere der Akzent
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gesetzt.
| Stimmig zum Gang Jesu ins Verderben (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) und zur Taufe auf den Tod bzw. dem
| Mitgebraben-Sein mit Jesus (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung) wird also insbesondere der Akzent
| auf Jesu Tod als Ursache für das neue Heil in Christus gelegt.
li
| Jesu Tod hat, da ihn Gott mit der Auferweckung beantwortet hat, das Reich Gottes nahegebracht.
li
@ -1020,7 +1032,7 @@ block content
h5.card-title
| Nochmal: Das Gegenüber „Jesus“ ↔ Schrift(gelehrte)
h6.card-text
| Ein kurzer Blicker auf grundlegende theologische Streitigkeiten im frühen Christentum
| Ein kurzer Blick auf grundlegende theologische Streitigkeiten im frühen Christentum
hr
ul.card-text
li
@ -1142,10 +1154,21 @@ block content
| Die Trennung zwischen Juden und Heiden wird überwunden, indem die Heiden zu (sich zu Christus bekennenden) Juden werden.
tr
td.card-text
| Weil nach dem jüdischen Gesetz (nach Dtn 21,23) Jesus ein von Gott Verfluchter ist was im Sinne des
| „Austauches“ Heilsbedeutung hat bedeutet das Leben als Christ ein Leben jenseits des Gesetzes im Sinne eines „Weges zum Heil“;
| Jesus ist von Paulus deutlich hervorgehoben, bei Markus klar präsent nach dem jüdischen Gesetz (Dtn 21,23!) ein von Gott Verfluchter;
| dies hat im Sinne des „Austauches“ Heilsbedeutung: Jesus hat den „Fluch des Gesetzes“ (→ Gal 3,10) stellvertretend
| für alle Sünder getragen.
br
| die ethischen Vorschriften können aber weiterhin als Leitplanken verstanden werden, ihre Befolgung ist aber nicht Grund der Rechtfertigung.
| Durch Jesu stellvertretenden Tod und seine Auferstehung ist offenbar, dass sich das Gesetz nicht als „Weg zum Heil“ erwiesen hat,
| sondern den Fluch im Sinne des Todesurteils für alle Menschen gebracht hat, von dem Jesus freigekauft hat.
br
| Das Mitsterben mit Christus in der Taufe bedeutet, das Todesurteil des Gesetzes anzunehmen und an sich vollstrecken zu lassen,
| das neue Leben in Christus ist demgemäß ein Leben jenseits des Gesetzes, wie Paulus sich in
span.bibelstelle Gal 2,19
| pointiert ausdrückt:
br
q.bibeltext Ich bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben.
br
| Die ethischen Vorschriften können aber weiterhin als Leitplanken verstanden werden, ihre Befolgung ist aber nicht Grund der Rechtfertigung.
td.card-text
| Zwischen Jesus und dem jüdischen Gesetz wird trotz der Kreuzigung keine größere Spannung wahrgenommen,
| vielmehr wird Jesus eher als grundsätzlich gesetzestreuer Jude verstanden; vgl.

View File

@ -201,8 +201,7 @@ block content
| ins Verderben mit sich bringt.
br
| Dies wird in dieser Erzählung „bebildert“.
br
span.small
p.small.card-text
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich werden, wie das Ausführen der Sendung Jesu auch zum ethischen Charakter
| von „Bereitet den Weg des Herrn“ passt.
li.small
@ -310,7 +309,7 @@ block content
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Jesus dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
| Jesus dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten
hr
ul.card-text
li
@ -382,8 +381,7 @@ block content
| Für die verschwiegene <i>Lehre Jesu</i> gilt im Sinne der Analogie zum Schweigegebot,
| dass sie als wesentlichen Inhalt den verschwiegenen Weg Jesu ans Kreuz,
| mit dem er seine Sendung ausführt, enthält.
br
span.small Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
p.small.card-text Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
li
| Gerade dadurch, dass der Weg Jesu nur indirekt in der Erzählung gegenwärtig ist,
| liegt ein besonderer Akzent darauf;
@ -415,7 +413,7 @@ block content
| Mk 1,40-45 (Heilung des Aussätzigen); 5,35-43 (Auferweckung der Tochter des Jairus); 7,31-37 (Heilung des Taubstummen).
li
| In der vorliegenden Erzählung wird das „Bekenntnis“ des unreinen Geistes mit dem Schweigegebot belegt;
| dass das Wunder als solches weitererzählt wird, ist damit völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!).
| dass das Wunder als solches weitererzählt wird, ist dagegen völlig legitim (im Gegensatz zu anderen Wundern!).
li
| Das Schweigegebot angesichts des „Bekenntnisses“ hier wurde ausgesprochen, weil der Weg Jesu in den Tod am Kreuz verschwiegen wurde.
br
@ -473,46 +471,13 @@ block content
| doch besteht stets die Gefahr, nur das „Ergebnis“ zu sehen und nicht den Weg dorthin.
br
| Gerade auf Letzteren legen aber Markus und Paulus besonderen Wert, weil dieser Weg sich bei jenen auswirken muss, die Jesus nachfolgen.
br
span.small
p.small.card-text
| Bei beiden ist zu bemerken, wie sie den einseitgen Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu kritisieren,
| weil das Vergessen des Weges Jesu ans Kreuz ein Den-Mitmenschen-Vergessen mit sich bringen kann;
| sowohl bei Markus als auch Paulus begegnen dazu konkrete Beispiele.
br
| Markus wird sich dieser Thematik vor allem im übergreifenden Teil „Auf dem Weg“ widmen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi
h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich besonders mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden.
li
| Auch die Auferstehung Jesu im Sinne der Einsetzung als „Sohn Gottes in Macht“ ist in der Erzählung präsent und wenn auch hier untergeordnet
| als Teil der Lehre Jesu zu verstehen.
li
| Beides Tod und Aufestehung sind das „Evangelium Jesu Christi“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wobei hier ein besonderer Akzent auf Jesu Tod liegt.
li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen.
li
| Als Bedeutung von Jesu Tod als Inhalt von Jesu Sendung gehört zu diesem „Evangelium“ wesentlich,
| dass Jesus gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
li
| Dies erklärt sich die Identität von „Lehre Jesu“ und „Evangelium Jesus Christi“ bedenkend
| durch
span.bibelstelle Röm 1,16
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
@ -570,18 +535,77 @@ block content
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
| Jesus, der Sohn Gottes, dem die Engel dienen
| Jesu Gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz
br
| Jesus, der Sohn Gottes, dem die Engel dienen und dem die unreinen Geister gehorchen
h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Durch den Weg in den Tod am Kreuz ist Jesus zu dem geworden, dem die Hoheitstitel gebühren (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung):
| Wie in der vorhergehenden konzentrischen Gliederung (Berufung der ersten Jünger) deutlich wurde,
| ist in der Erzählung von der Versuchung Jesu der Philipperhymnus gegenwärtig:
br
i Der, dem die Engel dienen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), ist der, der selber als Diener in die „Wüste“ gegangen ist.
| Jesu Gehorsam gegenüber dem ihn in die „Wüste der Gottferne“ treibenden Geist macht den Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz gegenwärtig;
br
| von diesem Weg will ihn Satan abbringen, darin besteht die Versuchung Jesu.
li
| Der dem Befehl Jesu folgende unreine Geist, der auf das Wort Jesu hin schweigt und ausfährt, verbindet sich zugleich einerseits mit diesem
| Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz sowie andererseits mit den Engeln, die Jesus dienen.
li
| Die Verbindung zum Dienst der Engel ist von Phil 2,10 her zu verstehen, wo als Ziel der Erhöhung besungen wird, dass Himmel, Erde
| und Unterwelt vor Jesus die Knie beugen, ihm also gehorsam sind.
br
| Genau dies ist zu 2/3 in den Engeln und dem unreinen Geist, der der Unterwelt zuzuordnen ist, bebildert.
li
| So sind der Dienst der Engel und der Gehorsam des unreinen Geistes Zeugnis für die erfolgte Erhöhung Jesu,
| für seine Einsetzung „dem Geist der Heiligkeit als Sohn Gottes in Macht aufgrund der Auferstehung von den Toten“ (Röm 1,4),
| im Sinne der Verleihung des „Namen, der größer ist als alle Namen“ (Phil 2,9),
| worauf auch mit dem Titel „Heiliger Gottes“ angespielt wird.
li
| Auch hier ist das betonte „Darum“ in Phil 2,9 zu beachten:
br
| Durch den Weg in den Tod am Kreuz ist Jesus zu dem geworden, dem die Hoheitstitel gebühren (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung).
li
| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung)
| erwarten würde:
br
| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
li
| Der Gehorsam des unreinen Geistes als Parallele zum Gehorsam Jesu bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz ist wie bei den Jüngern
| im Sinne der Nachfolge zu verstehen:
br
| Jesus ist der göttliche Bote, der den unreinen Geistern voraus den Weg ins Verderben geht, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title Jesu Lehre: Das Evangelium Jesu Christi
h6.card-subtitle.text-muted Von der Kraft des Evangeliums
hr
ul.card-text
li Wie durch die obigen Ausführungen deutlich wurde, kann die „Lehre Jesu“ inhaltlich besonders mit seinem Weg ans Kreuz gefüllt werden.
li
| Auch die Auferstehung Jesu im Sinne der Einsetzung als „Sohn Gottes in Macht aufgrund der Auferstehung von den Toten“ ist in der Erzählung präsent und
| als Teil der Lehre Jesu zu verstehen.
li
| Beides Tod und Aufestehung sind das „Evangelium Jesu Christi“ (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung),
| wobei hier ein besonderer Akzent auf Jesu Tod liegt.
li So lassen sich „Evangelium Jesu Christi“ im oberen und „Lehre Jesu“ im unteren Ende der konzentrischen Gliederung aufeinander beziehen.
li
| Als Bedeutung von Jesu Tod als Inhalt von Jesu Sendung gehört zu diesem „Evangelium“ wesentlich,
| dass Jesus gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
li
| Dies erklärt sich die Identität von „Lehre Jesu“ und „Evangelium Jesus Christi“ bedenkend
| durch
span.bibelstelle Röm 1,16
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt.
.card.slide.border-primary.mb-3

View File

@ -167,7 +167,7 @@ block content
br
| 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und er trieb viele Dämonen aus.
br
| Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.
| Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten.
.card.slide.border-primary.mb-3
@ -182,30 +182,195 @@ block content
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
h6.card-subtitle.text-muted Jesus, der göttliche Bote zum Heil der Menschen
| Die Präsenz von Tod und Auferstehung Jesu in Mitte und unterem Ende der konzentrischen Gliederung
h6.card-subtitle.text-muted Indirekte Anspielungen auf das Schicksal Jesu
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird der Tod des Vorläuferes Jesu erwähnt: „Nachdem Johannes <i>ausgeliefert</i> worden war ...“.
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung wird das Schicksal des Vorläuferes Jesu erwähnt: „Nachdem Johannes <i>ausgeliefert</i> worden war ...“:
br
| Damit wird aber auf den Tod Jesu selbst angespielt, ist doch „ausgeliefert“ terminus technicus für den Tod Jesu am Kreuz.
| Johannes wurde ein Opfer der Mächtigen, konkret des König Herodes, den Johannes kritisiert hatte und der Johannes dann umbringen ließ.
br
| Bezieht sich das „Evangelium Gottes“ zwar auf Jesu Tod <i>und</i> Auferstehung, liegt damit doch ein gewisser Akzent auf dem <i>Tod</i> Jesu.
| Damit wird indirekt auf das Schicksal des gewaltsamen Todes Jesu selbst angespielt, ist doch „ausgeliefert“ terminus technicus für die Passion Jesu bis zum Tod am Kreuz.
br
| Die Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers in der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet sich daher mit dem Abend
| bzw. der untergehenden Sonne am unteren Ende der konzentrischen Gliederung:
br
| es ist wie in Mk 14,17 angegeben wird Abend, als Jesus sich mit den Jüngern zum
| Mahl vor seinem Tod im vorbereiteten Raum einfindet; er thematisiert als erstes seine bevorstehende Auslieferung,
| die sich dann als Verrat des Judes im weitern Verlauf des Abend ereignen wird.
br
| Als Jesus am Kreuz hängt, bricht eine Finsternis über das ganze Land herein.
li
| Die Austreibung der Dämonen erinnert an die Austreibung des ersten Dämon in der Synagoge (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die gegenüberliegnde Erzählung!);
br
| Jesus ist der göttliche Bote, der den Dämonen voraus ins Verderben geht, um sie ins Verderben zu stürzen.
br
span.small → Negative Schicksalsgemeinschaft
| Im „<i>Nachdem</i> ... ausgeliefert“ und der Verkündigungstätigkeit Jesu einerseits sowie indirekt in den erzählten Heilungen andererseits
| ist dagegen die Auferstehung Jesu gegenwärtig.
li
| Die Heilung „aller möglichen Krankheiten“ erinnert an die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die Mitte);
br
| Jesus ist der göttlichen Bote, der durch seinen Tod am Kreuz den Weg ins Leben eröffnet hat: „ihm nach“ folgen die „Kranken“ den Weg in die Gesundheit.
br
span.small → Positive Schicksalsgemeinschaft
| Somit ist das „Evangelium Gottes“ im Sinne von Jesu Tod und Auferstehung in den Erzählzügen der Mitte wie des
| unteren Endes der konzentrischen Gliederung präsent.
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h5.card-title
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird
h6.card-subtitle.text-muted Johannes, der Vorläufer Jesu Jesus, der göttliche Bote zum Heil der Menschen
hr
ul.card-text
li
| Da legt sich nahe, diese „Krankheiten“ in Analogie zum Fieber der Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinne zu verstehen.
| Wie oben beschrieben, wird ist das Schicksal Jesu in der Mitte und am unteren Ende der konzentrischen Gliederung
| präsent, und dies nicht zuletzt in Verbindung mit genannten Personen: Johannes dem Täufer (→ Auslieferung/Tod) und den Geheilten (→ Auferstehung).
li
| Hinzu kommen noch die Dämonen, die mit Jesus den Weg ins Vererben teilen, den er ihnen dazu vorausgegangen ist.
li
| Es fällt auf, dass es in den beiden unmittelbar vorausgehenden Erzählungen auch um eine Dämonenaustreibung und eine Heilung ging;
br
| was dort für <i>einen</i> Dämon und für <i>eine</i> Kranke erzählt wurde, das wird hier in den <i>Plural</i> gesetzt.
li
| Vor Dämonenaustreibung und Heilung ging es um die <i>Nachfolge</i> und wurde dabei von der <i>Entäußerung und Erniedrigung der Zebedäussöhne</i> erzählt;
br
| jetzt ist in der Mitte der konzentrischen Gliederung Johannes der Täufer, der <i>Vorläufers</i> Jesu, erinnert,
| mit dem sich nicht nur eindrücklich die Askese in der Wüste verbindet, sondern auch besonders die in der Mitte erwähnte <i>„Auslieferung“,
| die auf seinen schmachvollen Tod der Erniedrigung als Opfer der Mächtigen</i> im Rahmen eines Festmahles anspielt, von dem Markus in Mk 6,14-29 erzählt.
li
| Diese Beobachtungen legen nahe:
ul.card-text
li
| Aktuelle Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung greifen mit Johannes dem Täufer, den Dämonen und den Kranken
| die Jünger, den Dämon und die Schwiegermutter des Petrus auf und damit die drei vorausgehenden Erzählungen.
li
| Diese drei Erzählungen bildeten auch insofern eine Einheit als alle drei die Wüstensendung in der Mitte der konzentrischen
| Gliederung hatten, als sie selbst unteres Ende jener Gliederung waren.
br
| Mit ihnen am unteren Rand der konzentrischen Gliederung und der Wüstensendung in der Mitte
| wurde der Weg Jesu von Entäußerung und Erniedrigung über den Tod am Kreuz bis hin zur Erhöhung
| nach dem Philipperhymnus abgeschritten
| im Sinne des „Boten vor dir her“, der mit Jesus zu identifizieren war und an dessen Geschickt die Jünger, der Dämon
| und die Schwiegermutter des Petrus je nach Abschnitt des Philipperhymnus „Anteil“ hatten.
li
| Insofern wird dieser Weg Jesu nach dem Philipperhymnus in der Konstellation Mitte und unteres Ende der aktuellen konzentrischen Gliederung
| wieder präsent, gleichsam als überschießender Abschluss.
li
| Somit ergeben sich folgende Bezüge im Sinne einer (positiven wie negativen) Schicksalsgemeinschaft:
ul.card-text
li
| Die Auslieferung Johannes des Täufers macht die Auslieferung Jesu selbst präsent:
br
i
| Johannes ist der göttliche Bote, der Jesus voraus nicht nur Entäußerung und Erniedrigung praktizierte, sondern
| auch das Schicksal des gewaltsamen, erniedrigenden Todes erleben musste; insofern hat er den Weg Jesu vorgezeichnet:
br
i → Schicksalsgemeinschaft der Sendung durch Gott in die Erniedrigung, die ihren Höhepunkt im gewaltsamen Tod hat („ausgeliefert“).
li
| Die Austreibung der Dämonen erinnert an die Austreibung des ersten Dämon in der Synagoge (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die gegenüberliegnde Erzählung!):
br
i Jesus ist der göttliche Bote, der den Dämonen voraus ins Verderben geht, um sie ins Verderben zu stürzen.
br
i → Negative Schicksalsgemeinschaft
li
| Die Heilung „aller möglichen Krankheiten“ erinnert an die Heilung der Schwiegermutter des Petrus (in der Gliederung „Galiläa I/A“ die Mitte),
| wodurch sich nahelegt, diese „Krankheiten“ wie das „Fieber“ der Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinne zu verstehen,
| zumindest, was das Handeln Jesu betrifft (auf Seiten der Menschen ist es so oder so ein Liebesdienst gegenüber kranken Personen):
br
i
| Jesus ist der göttlichen Bote, der nach seinem Tod am Kreuz von Gott auferweckt wurde:
| „ihm nach“ folgen im Sinne einer Analogie die „Kranken“ den Weg in die „Gesundheit“.
br
i → Positive Schicksalsgemeinschaft
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h5.card-title
q.bibeltext Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen gerecht
span.bibelstelle Jes 53,11
h6.card-subtitle.text-muted
| Die Veränderung des Numerus gegenüber den drei vorausgehenden Erzählungen, das Vierte Lied vom Gottesknecht des Jesaja
| und der Philipperhymnus
hr
ul.card-text
li
| Sicher kein Zufall sind die Veränderungen im Numerus:
ul.card-text
li
| Von den Nachfolgenden wird auf den Vorläufer gewechselt und damit in den Singular.
li
| Bei Dämon und Schwiegermutter ist das Gegenteil der Fall: es wird in den Plural gewechselt.
| Damit wird die Auslieferung Johannes des Täufers auf Jesus übertragen das Motiv „der Eine für die Vielen“ präsent.
br
| Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass zwar erzählt wird, dass „man alle Kranken und Besessenen zu Jesus“ brachte,
| dieser aber „viele“ heilte und „viele Dämonen“ austrieb: das ist keine Einschränkung als ob einige Kranke ungeheilt geblieben
| oder einige Dämonen nicht ausgetrieben worden wären sondern diesem Motiv geschuldet.
li
| „Der Eine für die Vielen“ ist ein zentrales Motiv im Vierten Lied vom Gottesknecht des (Deutero-)Jesaja,
| das den Tod des Einen zugunsten der Vielen besingt;
br
| dabei gibt es einige Analogien zum Philipperhymnus:
br
q.bibeltext
| 7 Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
br
| Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht.
br
| 8 Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft, doch wen kümmert sein Geschick?
br
| Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen. ...
br
| 10 Doch der HERR hat Gefallen an dem ... Zermalmten.
br
| Wenn du, Gott, sein Leben als Schuldopfer einsetzt, wird er Nachkommen sehen und lange leben.
br
| Was Gott gefällt, wird durch seine Hand gelingen.
br
| 11 Nachdem er vieles ertrug, erblickt er das Licht. Er sättigt sich mit Erkenntnis.
br
i Mein Knecht, der Gerechte, macht die Vielen Gerecht;
br
| er lädt ihre Schuld auf sich.
br
| 12 Deshalb gebe ich ihm Anteil unter den Großen und mit dem Mächtigen teilt er die Beute,
br
| weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Abtrünnigen rechnen ließ.
br
span.bibelstelle Jes 53,7-9.10-12
ul.card-text
li
| Unzweifelhaft lässt sich Jes 53,7 mit Erniedrigung und Gehorsam bis zum Tod am Kreuz verbinden.
li
| Jes 53,8a nennt die Haft, die Jesus und Johannes gemeinsam ist; das Gerichtsverfahren Jesu wird Markus entfalten
| mit erzählerischer Aufnahme von Jes 53,7.
li
| Jes 53,8b erzählt vom Tod des Gottesknechts, mit dem sich sowohl der Tod Johannes des Täufers als auch der Tod Jesu parallelisieren lässt.
li
| Jes 53,11 besingt, dass Gott den Gottesknecht aus der Tiefe heraufgeführt hat
| und Jes 53,12 von der hoheitlichten Stellung des einst Erniedrigten beies in Analogie zu Auferstehung und Erhöhung Jesu (→ Taufe).
li
| Jes 53,10 spricht im Horizont von Jes 53,8b, das den Tod des Gottesknechts mit der Schuld des Volkes begründet
| vom doppelten Schicksal des Gottesknechts: er wird selber lange leben, und er wird Nachkommen sehen.
br
| Das „lange leben“ kann man wenn man Jesus mit dem Gottesknecht identifizert auf die Auferstehung beziehen.
br
| Bei den „Nachkommen“ wird man mit Blick auf Jes 53,11b und vor allem vom Gedanken der Nachfolge im Evangelium her
| an die Vielen denken dürfen, die der mit Jesus identifizierte Gottesknecht durch seinen Tod „gerecht macht“ und die ihm nachfolgen.
br
| Jedenfalls ist die Aufrichtung und Erhöhung des Gottesknechts parallel der Gerechtmachung der Vielen;
| und beides ist im Tod des Gottesknechts begründet.
li
| Bedingung für diesen positiven Ausgang für den Gottesknecht und mit ihm die Vielen ist, dass sich Erniedrigung und Tod des
| Gottesknechts im Rahmen einer göttlichen Sendung ereignet.
li
| Insgesamt wird hier im Vierten Lied vom Gottesknecht ein Weg besungen, zu dem einerseits Erniedrigung bis zum Tod gehört,
| weil dieser Tod aber dem Heilsplan Gottes entspricht andererseites zugleich die Erhöhung des Gottesknechts,
| ferner auch parallel dazu die Gerechtmachung der Vielen durch den stellvertretenden Tod.
li
| Der vom Vierten Lied des Gottesknechts besungene Weg ist daher dem im Philipperhymnus besungenen Weg Jesu analog,
| das „Darum“ des Philipperhymnus mit dem „Deshalb“ in Jes 53,32 identisch.
br
| Hinzu kommt eine soteriologische Deutung des Weges in Erniedrigung und Tod, die der Philipperhymnus aber voraussetzt
| (wie sich auch in den nächsten Erzählungen des Markus-Evangeliums noch zeigen wird).
li
| Die Erzählung von der Heilung der Vielen, die sich an das Abschreiten des Weges Jesu anhand von Jüngern (→ Erniedrigung),
| Dämon (→ Gang ins Verderben) und Schwiegermutter des Petrus (→ Erhöhung/Auferstehung) gemäß des Philipperhymnus anschließt,
| erzählt von der Bedeutung diese Weges Jesu für „die Vielen“ ganz im Sinne des Vierten Liedes vom Gottesknecht,
| das den Weg des Einen zur Rettung für „die Vielen“ erklärt.
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@ -214,7 +379,7 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Ergreift die Chance des Reiches Gottes!
hr
p.card-text.mb-0
| Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches (→ Mitte konzentrische Gliederung)
| Die Verkündigung des nahegekommenen Gottesreiches und des Rufes nach Umkehr und Glaube an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung)
| verbindet sich mit dem Aufruf, den „Weg des Herrn zu bereiten“, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen
| (→ oberes Ende konzentrische Gliederung);
| dies wird in der vorliegenden Erzählung beispielhaft bebildet:
@ -232,6 +397,10 @@ block content
| sie „bereiten“ ganz plastisch „den Weg des Herrn“ zu den kranken und besessenen Menschen,
br
| diesmal nicht, indem sie Jesus zu Kranken führen, sondern indem sie Menschen zu Jesus bringen.
li
| Das Handeln der Menschen zeigt ihren Glauben an das Evangelium
br
| im Sinne eines Glaubens, der durch die Liebe wirkt (→ Gal 5,6).
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@ -240,9 +409,8 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium entfaltet seine Kraft
hr
ul.card-text
li Das Handeln der Menschen zeigt ihren Glauben an das Evangelium (→ Mitte konzentrische Gliederung).
li
| Es wirkt sich auch aus, was am Ende der Heilung des Dämon in der Synagoge (→ gegenüberliegende Erzählung der Gliederung „Galiläa I/A“) notiert wird:
| Neben Umkehr und Glaube an das Evangleium wirkt sich auch aus, was am Ende der Heilung des Dämon in der Synagoge (→ gegenüberliegende Erzählung der Gliederung „Galiläa I/A“) notiert wird:
br
| Jesu
q.bibeltext Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa
@ -257,11 +425,36 @@ block content
| Damit wird auch das Ziel des Evangeliums bzw. des darin verkündeten christologisch-soteriologischen Doppelereignisses von Jesu Tod und Auferstehung deutlich:
br
| die „Heilung“ der „Kranken“.
li
| Dies aber ist zusammen mit dem Handeln der Menschen mit dem Ruf Jesu zu Glaube und Umkehr zu verbinden:
br
| die „Heilung“ bedeutet demgemäß, dass die nun Geheilten umgekehrt und zum Glauben an das Evangelium gekommen sind.
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h5.card-title
q Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war
q ... sein Leben lebt er für Gott
h6.card-subtitle.text-muted und das tun alle anderen Menschen hier auch
hr
ul.card-text
li
| Jene Erzähung, die jetzt die Mitte der konzentrischen Gliederung bildet,
| war im Kontext Taufe → Wüstensendung → Beginn des öffentlichen Wirkens → Ruf in die Nachfolge
| von Röm 6 her mit „leben für Gott“ verbunden worden.
li
| Die Erzählung von der Heilung der vielen bebildet, wie Jesus „für Gott lebt“: er heilt und treibt Dämonen aus,
| was im Hinblick auf die übertragenen Bedeutung von „Krankheit“ identisch ist.
li
| Gleichzeitig folgen die Menschen, die die Kranken bringen, dem Ruf zu Umkehr und Glaube und leben
| auch sie ganz handgreiflich für Gott, indem sie für ihre Kranken sorgen.
li
| Da das „Kranksein“ aber letztlich „Sündersein“ ist, die Heilung „gerecht macht“ nicht nur im Sinne eines freispechenden Urteils
| sondern einer Dämonenaustreibung, „leben“ als Konsequenz nun auch die Geheilten „für Gott“.
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h5.card-title
q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
h6.card-subtitle.text-muted Ein zweiter Blick auf die Schweigegebote im Markus-Evangelium
hr
ul.card-text
@ -300,24 +493,94 @@ block content
| In beiden geht es um Dämonenaustreibung(en), in beiden findet sich ein Schweigegebot; beide Male bezieht es sich auf das Wissen um die Person Jesu.
li
| Während das Schweigegebot dort einem den Weg Jesu in den Tod am Kreuz vergessenden Bekenntnis den Riegel vorschiebt,
| kann es sich in diesem Sinne hier mit der Notiz verbinden,
| dass Johannes der Täufer „ausgeliefert“ wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
| was indirekt den Tod Jesu präsent macht.
| kann es sich in diesem Sinne hier einerseits mit der Notiz verbinden,
| dass Johannes der Täufer „ausgeliefert“ wurde (→ Mitte der konzentrischen Gliederung), andererseits mit dem Abend und der untergegangenen Sonne (s. o.),
| was beides indirekt den Tod Jesu präsent macht.
li
| Beiden Schweigegeboten gemeinsam ist also, dass sie sich verbinden lassen mit dem in der jeweiligen Erzählung selbst verschwiegenen
| Weg Jesu in den Tod am Kreuz, der aber in der Mitte der jeweiligen konzentrischen Gliederung angedeutet ist
| und der im Hintergrund der Austreibung der unreinen Geister steht:
| Beiden Schweigegeboten gemeinsam ist also, dass sie sich verbinden lassen mit dem in der
| jeweiligen Mitte der konzentrischen Gliederung bzw. in der Erzählung selbst nur angedeuteten
| Weg Jesu in den Tod am Kreuz,
| der im Hintergrund der Austreibung der unreinen Geister steht:
br
| Jesus ist gleichsam den unreinen Geistern voraus ins Verderben gegangen, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen, sie also ins Verderben zu stürzen.
br
| Das wird aber von den Dämonen verschwiegen; sie wollen wohl (wie der Dämon in Mk 1,21-28) mittels Titeln verkünden, wer Jesus ist:
| das greift zu kurz, daher das Schweigegebot.
li
| Das Schweigegebot an die Dämonen ist geschickt am Ende der Erzählung platziert:
br
| nachdem der Leser in Gedanken ganz bei Auferstehung, Erhöhung und Heilung ist,
| wird er zusammen mit den Dämonen gehindert, Jesus mit (einseitigen) Titeln, die (nur) seine hoheitliche Stellung verdeutlichen, zu überhäufen;
br
| er wird gerade mittels des Schweigebotes auf das gelenkt, was nur indirekt angedeutet, aber in der direkten Aussage verschwiegen wird:
br
| den Tiefpunkt des Weges Jesu, den Tod am Kreuz, der aber gerade das „Darum“ der Erhöhung Jesu und des Heils der Menschen ist.
li
| Die Schweigegebote an die Dämonen sind von der Eigenart des Markus-Evangeliums her zu erklären:
br
| Jesus ist im ganzen Evangelium bereits der Auferstandene, der „dem Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht
| seit der Auferstehung von den Toten“ (→ Taufe). Daher hat er Vollmacht auch und gerade über die unreinen Geister.
br
| Allerdings liegen der Tod Jesu und seine Auferstehung in der Erzählabfolge noch in der Zukunft und ist auch noch keine Leidensankündigung gesprochen,
| kann an dieser Stelle des Evangeliums nur indirekt von Jesu Tod und seiner Auferstehung durch Anspielungen erzählt werden.
br
| Daher setzt Markus Schweigegebote ein, die mit dem Verschweigen der Herkunft von Vollmacht und Hoheit Jesu einhergehen,
| zugleich aber zumindest für den „sehenden Leser“ die Ursache für Vollmacht und Hoheit Jesu nämlich seinen Tod am Kreuz
| und die darin begründete Auferweckung indirekt präsent machen:
br
| Die Schweigegebote sind gesprochen, weil die Ursache für Jesu Vollmacht und Hoheit verschwiegen wird;
| in der Umkehrung erzählen die Schweigegebote aber genau davon.
br
| Insofern die Schweigegebote an die Dämonen gerichtet werden, mit denen Jesus den Weg ins Verderben „teilt“,
| ist ein besonderer Aktzent auf den Tod Jesu gelegt.
li
| Wie es in Mk 1,21-28 die Lehre Jesu in Vollmacht ist, die den unreinen Geist austreibt und die effektiv mit dem „Evangelium Gottes/Jesu Christi“
| im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu mit einem Akzent auf dem Tod Jesu identisch ist,
| im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu identisch ist,
br
| so ist es hier das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich, das Jesu Tod und Auferstehung zur Grundlage hat wieder mit einem Akzent auf dem Tod Jesu (→ „ausgeliefert“) ,
| so ist es hier das Evangelium vom nahegekommenen Gottesreich, das Jesu Tod und Auferstehung zur Grundlage hat,
| das die unreinen Geister austreibt und den Kranken Heilung bringt.
br
| Das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles nämlich Jesu Tod am Kreuz zu vergessen.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
h5.card-title
q Am Abend, als die Sonne untergegangen war ...
br
q Und er verbot den Dämonen zu reden, weil sie ihn kannten
h6.card-subtitle.text-muted Die Rahmung der Erzählung und die Ursache für die Heilung der Kranken
hr
ul.card-text
li
| Wie deutlich geworden ist, beziehen sich sowohl die Zeitangabe am Anfang der Erzählung als auch
| das Schweigegebot am Ende der Erzählung auf die Passion Jesu, zugespitzt den Tod Jesu.
li
| Damit rahmen die Anspielungen auf Jesu Tod die ganze Erzählung, in deren Mitte von Heilungen und Dämonenaustreibungen erzählt wird:
br
| Der Tod Jesu erscheint als „Rahmen“, als Ursache des in Jesus geschenkten Heils.
li
| Im Hinblick auf die Dämonen verbindet sich damit das Mit-ins-Verdergen-gerissen-Werden beim Tod Jesu.
li
| Im Hinblick auf die Heilungen ist die
| Analogie zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus zu beachten:
br
| die Parallele im Ablauf der Wüstensendung Jesu und der Heilung der Schwiegermutter des Petrus verortet gerade da,
| wo bei der Wüstensendung der Tod Jesu steht, bei der Heilung der Schwiegermutter deren Aufrichtung:
br
| der Tod Jesu ist der „Wendepunkt“ für Jesus wie für die Schwiegermutter, und auch für die „Kranken“ hier,
| deren Heilung einerseits Folge des im soteriologischen Sinne gedeuteten Todes Jesu ist
| und andererseits Anteilhabe an der Auferstehung und Erhöhung Jesu.
p.card-text.small
| Beide Dimensionen des soteriologisch gedeuteten Todes finden sich im Vierten Gottesknecht des Jesaja vorgezeichnet (s. o.).
li
| In Mk 1,21-28 war es die Lehre Jesu in Vollmacht, die die Erzählung rahmte und die neben der Auferstehung als Quelle der Vollmacht
| Jesu Gang ins Verderben enthält als Ursache für die hoheitliche Einsetzung, als Ursache der verliehenen Vollmacht ;
br
| ganz analog dazu ist Mk 1,32-34 durch indirekte Anspielungen auf Jesu Tod gerahmt
| als Ursache für das dazwischen erzählte Heil.
.card.slide.border-primary.mb-3
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h5.card-title