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669567072a
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8cd9ec47dd
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8cd9ec47dd | |
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db9a3f456f | |
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6659585b94 | |
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26d7a53005 | |
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bf6af6e546 |
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@ -3,36 +3,37 @@ include ../mixins
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h5.card-title Zumeist Gläubige aus den Völkern
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h6.card-subtitle.text-muted Das Werk über seine Adressaten
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li
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i Offenbar des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig
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ul
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h5.card-title Offenbar des Aramäischen/Hebräischen nicht mächtig
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ul.card-text
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li Hebräische/aramäische Worte werden ins Griechische übersetzt.
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li Dies könnte aber auch bei Juden nötig sein, die nicht im Heiligen Land selbst aufgewachsen sind („hellenistische Juden“ mit Muttersprache Griechisch)
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li Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den touch des Altehrwürdigen.
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li.slide
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i Mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut
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ul
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li Dies könnte aber auch bei Juden nötig sein, die nicht im Heiligen Land selbst aufgewachsen sind („hellenistische Juden“ mit Muttersprache Griechisch).
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li Die Einbeziehung (statt Tilgung) der fremden Worte verleiht der Tradition auch den Touch des Altehrwürdigen.
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h5.card-title Mit jüdischen Bräuchen nicht vertraut
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ul.card-text
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li Jüdische Bräuche werden im Evangelium erklärt (Reinheitsvorschriften in Mk 7).
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li Das wäre bei Juden als Adressaten nicht nötig.
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li
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| In Mk 7 wird verallgemeinernd von „allen Juden“ gesprochen, was historisch nicht stimmig ist – das würden Juden auch außerhalb des Heiligen Landes sicher wissen;
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| der Autor würde sich selbst in Misskredigt bringen.
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| der Autor würde sich selbst in Misskredit bringen.
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b Zumindest die Mehrzahl der Gemeindeglieder entstammt also wohl nicht-jüdischem Milieu.
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h5.card-title Römer
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h6.card-subtitle.text-muted Was wir über die Geschichte der Christen in Rom wissen
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hr
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h5.card-title Claudius-Edikt 49 n. Chr.
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h6.card-subtitle.text-muted Ein die Gemeinde prägendes Ereignis der Vergangenheit
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@ -50,10 +51,9 @@ block content
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br
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| zur Zeit der Abfassung des Römerbriefes – Frühjahr 56 oder Winter 56/57 – sind beide aber wieder in Rom (Röm 16,3).
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h5.card-title Schlussfolgerungen
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hr
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h6.card-title Schlussfolgerungen
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ul.card-text
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li Bereits vor 49 n. Chr. gab es in Rom erfolgreiche Heidenmission.
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li Die Gemeinde bestand demnach aus Judenchristen (= Juden, die sich zu Jesus als Messias bekennen) und Christen aus den Völkern („Heidenchristen“ = ehemaligen Heiden, die den christlichen Glauben angenommen haben).
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@ -64,9 +64,9 @@ block content
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br
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| Dies barg durchaus Konfliktpotential für die Gemeinde.
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h5.card-title Spuren im Evangelium
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h6.card-title Spuren im Evangelium
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ul.card-text
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li Diese wichtige Episode der christlichen Gemeinde in Rom erklärt recht gut Nähe und Distanz zur jüdischen Überlieferung, wie sie im Evangelium feststellbar ist.
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li Markus selbst und seine Gemeinde blicken aber auf die Probleme und Diskussionen von damals zu einem guten Teil aus einigem Abstand zurück:
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@ -93,7 +93,7 @@ block content
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| Hervorgehoben als Abschluss und Höhepunkt des Blickes auf das jüdische Gesetz wird das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe (Mk 12,28-34).
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+footnote("Vgl. Schnelle, Einleitung 219-220.")
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h5.card-title Christenverfolgungen unter Nero 64 n. Chr.
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h6.card-subtitle.text-muted Wie umgehen mit jenen, die in der Verfolgung schwach geworden sind? – Ganz aktuell!
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@ -125,7 +125,7 @@ block content
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br
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q.bibeltext
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| Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt.
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| Doch wehe dem Menschen, durch den der Mesnchensohn ausgeliefert wird!
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| Doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird!
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| Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
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li
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| Eine Aussage in Richtung jener, die Glaubensbrüder und -schwestern ausgeliefert haben?
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@ -142,7 +142,7 @@ block content
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| Ein Plädoyer des Evangelisten, auch jenen, die in der Verfolgung ihren Glauben geleugnet haben, eine zweite Chance zu geben?
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h5.card-title Gesteigerte Naherwartung
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h6.card-subtitle.text-muted Durch die Ereignisse rund um jüdischen Krieg und besonders die Tempelzerstörung auch ganz aktuell!
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@ -9,11 +9,11 @@ block content
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hr
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ul.card-text
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li Unter „Evangelium“ im christlichen Sinne verstehen wir eine Erzählung vom Leben Jesu, zumindest ab seiner Taufe (bzw. dem Wirken Johannes des Täufers) bis zu Tod und Auferstehung.
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li So nennt Markus auch sein Werk: „Anfang des Evangeliums Jesu Christi“ (Mk 1,1).
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li So nennt Markus auch sein Werk: „Anfang des <i>Evangeliums</i> Jesu Christi“ (Mk 1,1).
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li Markus – als jener, der als erster ein „Leben Jesu“ verfasst – gilt als Erfinder dieser Gattung.
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li Die anderen Evangelisten benennen ihre Werke allerdings anders:
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ul
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li Matthäus – der das Werk des Markus kannte und als eine seiner Vorlagen benutzte – nennt sein Werk in Mt 1,1 „Buch (der Abstammung/Ursprungs)“, womit er alttestamentliche Vorbilder aufgreift (vgl. z. B. Gen 5,1).
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||||
li Matthäus – der das Werk des Markus kannte und als eine seiner Vorlagen benutzte – nennt sein Werk in Mt 1,1 „Buch (der Abstammung/des Ursprungs)“, womit er alttestamentliche Vorbilder aufgreift (vgl. z. B. Gen 5,1).
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li Lukas – für den das gleiche gilt wie für Matthäus – nennt sein Werk in Lk 1,1 „Erzählung“ („eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben“).
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li.small Bei Johannes fehlt jede Benennung seines Werkes.
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@ -23,7 +23,7 @@ block content
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h6.card-subtitle.text-muted Warum Markus sein Werk so nennt
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h5.card-title <i>Evangelien</i> aus dem Kaiserhaus
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h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium vom Herrschaftswechsel
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@ -40,7 +40,7 @@ block content
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| Die Zeit ist erfüllt, das <i>Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!</i>
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span.bibelstelle Mk 1,14-15
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h5.card-title <i>Evangelium</i> im paulinischen Sinne
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h6.card-subtitle.text-muted Das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu
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@ -74,7 +74,10 @@ block content
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br
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| Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesuss entpricht:
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br
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| Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave ...
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| Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
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br
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| sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave ...
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br
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| er erniedrigte sich und war gehormsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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span.bibelstelle.card-text Phil 1,27*; 2,5-11*
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@ -102,13 +105,13 @@ block content
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p.card-text.mb-3 Dies lässt als These folgendes formulieren:
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p.card-text
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| Die Nachrichten und Erzählungen rund um die Thronbesteigung des Vespasian („Evangelien“), die teils im Heiligen Land verortet sind, sind für Markus Anlass,
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| das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu (im paulinischen Sinne) narrativ – erzählend – umzusetzen.
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| das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu (→ Paulus) narrativ – erzählend – umzusetzen.
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p.card-text
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| In seinem Evangelium formuliert Markus also einerseits aus christlich Bekenntnisaussagen
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| sowie andererseits aus sich damit verbindenen ehtischen Forderungen, wie er beides bei Paulus und schon bei ihm miteinander verschlungen findet, Erzählungen
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| In seinem Evangelium formuliert Markus also vor allem aus christologisch-soteriologischen Bekenntnisaussagen
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| sowie aus sich damit verbindenen ethischen Forderungen, wie er beides bei Paulus und schon bei ihm miteinander verschlungen findet, Erzählungen
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| und gestaltet so ein „Leben Jesu“ von der Verkündigung des Täufers und der Taufe Jesu bis zum Tod Jesu in Jerusalem und der Auferstehung.
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p.card-text
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| Dabei hat Markus auch ihm zugängliche Erinnerungen an das historische Wirken Jesu aufgegriffen haben, besonders in der Wort-Überlieferung;
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| Dabei hat Markus auch ihm zugängliche Erinnerungen an das historische Wirken Jesu aufgegriffen, besonders in der Wort-Überlieferung;
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br
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| auch Erinnerungen an Johannes den Täufer haben ihm vorgelegen.
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@ -120,9 +123,10 @@ block content
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br
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| Beide verbindet – im Resultat – auch der Titel „Sohn (eines) Gottes“ – wobei der Weg dorthin formal-räumlich ähnlich bis gleich, inhaltlich aber gegensätlich ist:
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br
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| der eine demonstriert militärische Macht, der andere spricht vom Dienen bis hin zur Lebenshingabe;
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| der eine demonstriert militärische Macht, der andere versteht seine ganze Existenz als Dienst bis hin zur Lebenshingabe zur Befreiung anderer;
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br
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| der eine landet auf dem Gipfel irdischer Macht, der andere wird von staatlicher Macht zum Tod am Kreuz – dem niedrigsten Tod – verurteilt,
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br
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| ist aber gerade so „Sohn (eines) Gottes“ (→ Wort des römischen Hauptmanns in Mk 15,49!).
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@ -149,6 +153,10 @@ block content
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| <q>Viten</q> stellen ein erprobtes, beispielhaftes Lebensmodell vor und wollen zu dessen Nachahmung anregen.
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br
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| Das passt zur Intention des Markus: Der Lebensweg Jesu muss sich auf das Verhalten seiner Nachfolgegemeinschaft auswirken (→ Lehre <q>auf dem Weg</q>).
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p.card-text
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b Markus <q>nutzt die sinntragenden Formelemente der <i>Vita</i> zur Legitimierung des widerständigen Lebensmodells Jesu. Er bewegt sich damit im Rahmen der Plausibiltätsmöglichkeiten, die ihm die literarischen Konventionen seiner Zeit bieten.</q>
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+footnote("Ebner, Einleitung 169 (incl. Hervorhebung).")
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p.card-text
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| Inhaltlich steht der Weg Jesu natürlich quer zu dem, was man in der Kaiserzeit an Vorstellungen zu einem beispielhaften Lebensmodell hatte:
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@ -159,12 +167,7 @@ block content
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ul.card-text
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li Die Beschreibung der Herkunft und der Ausbildung ist mit Mk 1,2-3(.4-11) zwar am erwarteten Ort, aber auf ganz eigene Weise dargestellt.
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li Hinweise zur irdischen Herkunft sind eher in das Evangelium gestreut und nicht gerade positiv.
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p.card-text
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b Markus <q>nutzt die sinntragenden Formelemente der <i>Vita</i> zur Legitimierung des widerständigen Lebensmodells Jesu. Er bewegt sich damit im Rahmen der Plausibiltätsmöglichkeiten, die ihm die literarischen Konventionen seiner Zeit bieten.</q>
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+footnote("Ebner, Einleitung 169 (incl. Hervorhebung).")
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p.card-text.small
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i Man beachte allerdings: <q>Vita</q> ungleich <q>Biografie</q> in unserem heutigen Verständnis.
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@ -13,30 +13,30 @@ block content
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p.card-text Die klassische Markus-Exegese erkennt 5 Teile nach den 5 vom Evangelisten hervorgehobenen Orten:
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.slide
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.col-sm-4
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.card.mb-2.konzentr-3
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.card.mb-1.konzentr-3
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 I) In der Wüste
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 1,1-1,13
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.col-sm-4
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.card.mb-2.konzentr-2
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.card.mb-1.konzentr-2
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 II) Galiläa
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 1,14-8,21
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.col-sm-4
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.card.mb-1.konzentr-1
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.card.mb-0.konzentr-1
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 Blindenheilung
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 8,22-26
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.card.mb-1.konzentr-1
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.card.mb-0.konzentr-1
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 III) Auf dem Weg (von Galiläa nach Jerusalem)
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 8,27-10,45
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.card.mb-2.konzentr-1
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.card.mb-1.konzentr-1
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 Blindenheilung
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 10,46-52
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.col-sm-4
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.card.mb-2.konzentr-2
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.card.mb-1.konzentr-2
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 IV) Jerusalem
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 11,1-15,47
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@ -46,7 +46,7 @@ block content
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h5.card-title.mb-0 V) Am und im Grab
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 16,1-8
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ul.card-text.slide
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||||
li Es entsteht eine konzentrische Gliederung rund den Mittelteil „Auf dem Weg“, der durch die zwei Blindenheilungen gerahmt und dadurch nochmal hervorgehoben wird.
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||||
li Es entsteht eine konzentrische Gliederung rund den Mittelteil „Auf dem Weg“, der durch die zwei Blindenheilungen gerahmt und dadurch formal hervorgehoben wird.
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||||
li.slide Allerdings ist diese Gliederung nicht ohne Probleme:
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ul.card-text
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||||
li Beim Galiläa-Teil ist nicht berücksichtigt, dass er merklich in zwei Abschnitte unterschieden werden kann:
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@ -72,43 +72,43 @@ block content
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| So entstehen insgesamt 7 Teile des Evangeliums:
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.slide
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.col-sm-4
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.card.mb-2.border-secondary
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.card.mb-1.border-secondary
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 I) In der Wüste
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 1,1-1,13
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.col-sm-4
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.card.mb-2.border-secondary
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.card.mb-1.border-secondary
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 II) In Galiläa
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 1,14-3,6
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.col-sm-4
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.card.mb-2.border-secondary
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.card.mb-1.border-secondary
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 III) An den beiden Ufern des Sees von Galiläa
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 3,7-8,13
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.col-sm-4
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.card.mb-1
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.card.mb-0
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 Überleitung: Auf der Überfahrt (ins Heidenland) – Aufbruch zu neuen Ufern
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 8,14-21
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.card.mb-1.border-secondary
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.card.mb-0.border-secondary
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.card-body.gliederung
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h5.card-title.mb-0 IV) In Galiläa „auf dem Weg“
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h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 8,22-9,50
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.card.mb-1.border-secondary
|
||||
.card.mb-0.border-secondary
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title.mb-0 V) In Judäa „auf dem Weg“
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||||
h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 10,1-10,52
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.card.mb-2
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||||
.card.mb-1
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||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title.mb-0 Überleitung: Einzug in Jerusalem
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||||
h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 11,1-11
|
||||
.col-sm-4
|
||||
.card.mb-2.border-secondary
|
||||
.card.mb-1.border-secondary
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title.mb-0 VI) Jerusalem
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||||
h6.card-subtitlte.text-muted.bibelstelle.mb-0 Mk 11,12-15,47
|
||||
.col-sm-4.mb-3
|
||||
.col-sm-4.mb-2
|
||||
.card.border-secondary
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title.mb-0 VI) Am und im Grab
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||||
|
|
@ -124,17 +124,17 @@ block content
|
|||
li
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||||
| Nicht in die Konzentrik einordenbar sind die Überfahrt in Mk 8,14-21 sowie der Einzug Jesu in Jerusalem in Mk 11,1-11.
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||||
ul.card-text
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||||
li Beide bilden den Rahmen um den zweiteiligen Abschnitt „Auf dem Weg“ und schnüren ihn zusammen, so dass er trotz seiner Zweiteiligkeit eine gewisse Einheit darstellt.
|
||||
li Beide bilden den Rahmen um den zweiteiligen Abschnitt „Auf dem Weg“ und schnüren ihn zusammen, so dass er trotz seiner Zweiteiligkeit eine Einheit darstellt.
|
||||
li Beide Erzählungen sind Übergangs-Erzählungen mit besonderem Gewicht.
|
||||
li Die Blindenheilungen dagegen sind in die Konzentrik einbezogen.
|
||||
li
|
||||
| Insofern hier Gliederungssignale auf mehreren Ebenen (Orte, Konzentrik) Beachtung finden, dürfte dies die Gliederung sein, wie der Evangelist selber sein Evangelium gegliedert haben möchte.
|
||||
| Insofern hier Gliederungssignale auf mehreren Ebenen (Orte, Konzentrik) Beachtung finden, dürfte dies die Gliederung sein, die der Evangelist selber seinem Evangelium gegeben hat.
|
||||
br
|
||||
i Dabei zeigt sich eine überragende Gesamtkomposition des Evangeliums.
|
||||
li
|
||||
| Die formalen und/oder inhaltlichen Bezüge zwischen den konzentrisch sich gegenüberliegenden Erzählungen
|
||||
| sind für die Auslegung der einzelnen Erzählungen von großer Relevanz, weil uns der Autor so selbst eine Verstehenshilfe gibt.
|
||||
| Auch wo zwei konzentrische Abschnitte durch ein mittleres Scharnierstück verbunden sind (in den Galiläa-Teilen und im Jerusalem-Teil), sind
|
||||
| Auch wo zwei konzentrische Abschnitte durch ein mittleres Scharnierstück verbunden sind (in den Galiläa-Teilen, im Judäa- und im Jerusalem-Teil), sind
|
||||
| – mit dem Scharnierstück als Mitte – zwischen den direkt und überkreuzt gegenüberliegenden Abschnitten formale und inhaltliche Bezüge festzustellen; auch das ist für die Auslegung von Relevanz.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary
|
||||
|
|
@ -170,14 +170,14 @@ block content
|
|||
li
|
||||
| Teils muss eine komplette Erzählung neu hinzugefügt werden, teils ein ganzer Erzählabschnitt, teils auch nur ein Sinnabschnitt innerhalb eines Erzählbogens.
|
||||
li
|
||||
| Manchmal besteht die Mitte der konzentrischen Gliederung auch aus Teilen einer Erzählung; es wird wird also – im weiteren Fortgang – ein Erzählung
|
||||
| Manchmal besteht die Mitte der konzentrischen Gliederung auch aus Teilen einer Erzählung; es wird also – im weiteren Fortgang – ein Erzählung
|
||||
| mitunter in mehreren Stufen „verarbeitet“.
|
||||
li
|
||||
| Manchmal bilden auch zwei aufeinander folgende Erzählungen gemeinsam eine Mitte.
|
||||
li
|
||||
| Die Bezüge mögen – gerade bei viel vorhandener Textmasse zwischen Enden und Mitte der konzentrischen Gliederung – mal mehr mal weniger deutlich sein, manchmal auch vermisst werden;
|
||||
| Die Bezüge mögen – gerade bei viel vorhandener Textmasse zwischen Enden und Mitte der konzentrischen Gliederung – mal mehr, mal weniger deutlich sein, manchmal auch vermisst werden;
|
||||
br
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||||
| von besonderer Bedeutung ist aber immer, welche Erzählung der Taufe gegenüber liegt [sobald die Taufe die Mitte passiert hat].
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| von besonderer Bedeutung ist aber immer, welche Erzählung der Taufe gegenüber liegt.
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li
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| Schließlich zerfallen und verbinden sich auch Erzählungen von einer konzentrischen Gliederung zur nächsten, damit die Konzentrik aufgeht.
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li
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h5.card-title Übersetzungen
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h5.card-title Die Bibel. Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Gesamtausgabe.
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| Diverse Ausgaben im Buchhandel. Seit Ende 2016 ist eine überarbeitete Fassung auf dem Markt!
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| Seit dem Kirchenjahr 2019 – also ab Advent 2018 – wird diese Fassung mittels neuer Lektionare auch im Gottesdienst verwendet!
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h5.card-title Elberfelder Bibel.
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h5.card-title Einleitungen in die Evangelien bzw. die neutestamentliche Theologie
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h5.card-title Ebner, Martin; Schreiber, Stefan (Hrsg.): Einleitung in das Neue Testament. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Stuttgart 2013. (Kohlhammer Studienbücher Theologie 6)
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| Kompakte und sehr informative Einführung in das Neue Testament.
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h5.card-title Schnelle, Udo: Einleitung in das Neue Testament. 9., durchgesehene Auflage. Göttingen 2013. (UTB 1830)
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@ -63,7 +63,7 @@ block content
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h5.card-title Kommentare
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h5.card-title Stuttgarter Kleiner Kommentar zu den Evangelien: Einbändige Sonderausgabe. 2. Auflage. Stuttgart 2011.
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| Gute Exkurse zu Umwelt und zentralen Themen. Es rentiert sich oft, den Kommentar zu den Parallelstellen in den anderen Evangelien zu lesen,
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| da dort evtl. eine Bibelstelle grundsätzlich intensiver behandelt wird oder zusätzliche Hinweise und Verstehenshorizonte gefunden werden können.
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h5.card-title Ebner, Martin: Das Markusevangelium. Neu übersetzt und kommentiert. 4. Auflage. Stuttgart 2015.
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@ -83,7 +83,7 @@ block content
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br
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| Zum Teil wirkt dieser Kommentar wir eine Kurzfassung des Kommentars von Schenke, aber es werden auch eigene Akzente gesetzt, vor allem was die zeitgeschitlichen Bezüge anbelangt.
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h5.card-title Schenke, Ludger: Das Markusevangelium. Literarische Eigenart – Text und Kommentierung. Stuttgart 2005.
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p.card-text
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@ -112,7 +112,7 @@ block content
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h5.card-title Sonstige Literatur und Hilfsmittel
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h5.card-title Das Markusevangelium. Bibel und Kirche 2/2011.
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p.card-text
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@ -125,14 +125,14 @@ block content
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br
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| Durchaus lesenwert ist auch der Beitrag von Wolfgang Wieland.
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h5.card-title Schmid, Josef: Synopse der drei ersten Evangelien. Mit Beifügung der Johannes-Parallelen. Regensburg 2006.
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p.card-text
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| Die drei Evangelien nebeneinander, so dass man gut die Parallelen in den Evanglien vergleichen,
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| Gemeinsamkeit und Unterschiede finden kann.
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h5.card-title Theißen, Gerd; Merz, Annette: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch. 4. Auflage. Göttingen 2011.
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p.card-text
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@ -142,7 +142,7 @@ block content
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|||
| werden dargestellt. Abschließend wird der Weg von seinem Selbstverständnis, in Gottes Handeln eine entscheidende Rolle zu spielen,
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| zur Verehrung seiner Peson als Messias und Gottessohn verständlich gemacht. Generell ein interessantes Buch, wenn man tiefer einsteigen möchte.
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h5.card-title Laacher Messbuch 2021. Lesejahr B.
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p.card-text
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@ -154,8 +154,9 @@ block content
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|||
p.card-text
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||||
| Daneben haben eigene Studien zu dem geführt, was ich hier zum Markus-Evangelium präsentiere.
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br
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||||
| Vor allem das, was sich durch die zu Ende gedachte Konzentrik der Gliederung bis hin zur Gesamtgliederung sowie die „fortlaufende Konzentrik“
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||||
| als Bezüge und Auslegungsperspektiven ergibt, entstammt aus eigenem Nachdenken.
|
||||
| Vor allem das, was sich durch die zu Ende gedachte Konzentrik der Gliederung bis hin zur Gesamtgliederung als Bezüge und Auslegungsperspektiven ergibt,
|
||||
| sowie alles rund um die von entdeckte „fortlaufende Konzentrik“ mit ihren Auslegungsperspektiven
|
||||
| entstammt aus eigenem Nachdenken.
|
||||
br
|
||||
| Dazu kommt als besonderes wichtiges Element der Markus-Auslegung der Gedanke des „Platztausches“ in Verbindung mit den Schweigegeboten bei Heilungen;
|
||||
| Dazu kommt als besonders wichtiges Element der Markus-Auslegung der Gedanke des „Platztausches“ bei den drei Heilungen mit Schweigegeboten;
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||||
| auch das eine Auslegungsweise, auf die ich sonst nicht gestoßen bin.
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@ -18,9 +18,9 @@ block content
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h5.card-title Rom
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hr
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p.card-text.mb-3 Für Rom spricht:
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p.card-text.mb-2 Für Rom spricht:
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h5.card-title Münzerklärung in Mk 12,41-44 (Opfer der Witwe)
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hr
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@ -35,7 +35,7 @@ block content
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|||
br
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||||
| Jene Münze ist vor allem für Rom und Pompeji nachgewiesen.
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h5.card-title Unterstützend: Latinismen im Evangelium
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hr
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@ -43,18 +43,18 @@ block content
|
|||
li Latinismen sind lateinische Lehnwörter und lateinische Wendungen, die praktisch wörtlich ins Griechische übersetzt wurden.
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||||
li Für sich genommen weisen sie zwar nur auf die Nähe zu einer römischen (Militär-)Siedlung hin, unterstützen aber den genannten Befund.
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||||
h5.card-title „Spaltung“ des Tempelvorhangs als Begleitumstand des Todes Jesu in Mk 15,38
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hr
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||||
ul.card-text
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||||
li Die Erzählungen von der Taufe Jesu und vom Tod Jesu sind mehrfach aufeinander bezogen (siehe die Einzelbesprechung).
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||||
li Von Belang ist hier, dass in beiden Erzählungen vom „spalten“ die Rede ist (gleiches Verb in beiden Erzählungen):
|
||||
li Von Belang ist hier, dass in beiden Erzählungen vom „Spalten“ die Rede ist (gleiches griechisches Verb in beiden Erzählungen):
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||||
ul
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||||
li Bei der Taufe Jesu wird der Himmel gespalten.
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||||
li Beim Tod Jesu wird der Tempelvorhang gespalten.
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||||
li
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| Dies ist nur verständlich, wenn man darum weiß, dass auf dem (äußeren) Tempelvorhang der Kosmos abgebildet war.
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||||
| Was man in diesem Zusammenhang wissen muss: auf dem (äußeren) Tempelvorhang war der Kosmos abgebildet.
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br
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||||
| Es wird also in beiden Fällen der „Himmel“ gespalten!
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li
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@ -56,7 +56,7 @@ block content
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.card.mb-3.slide.border-primary
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h5.card-title Markus
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h6.card-subtitle.text-muted Ertrag des biblischen und altkirchlichen Befundes
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Was der biblische bzw. altkirchliche Befund tatsächlich belegt
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hr
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p.card-text
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||||
| Sowohl die Stellen zu Johannes Markus im Neuen Testament als auch das Zeugnis des Papias stimmen darin überein:
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@ -65,22 +65,22 @@ block content
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|||
p.card-text
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||||
| Das Zeugnis des Papias macht darüber hinaus deutlich:
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||||
br
|
||||
b Der Name „Markus“ war schon zur Zeit des Papias fest mit dem zweiten Evangelium im Kanon verbunden, so dass man es nicht mehr einem Apostel oder Jünger aus dem Evangelium selbst zuschreiben konnte.
|
||||
b Der Name „Markus“ war schon zur Zeit des Papias fest mit dem zweiten Evangelium im Kanon verbunden, so dass man es nicht mehr einem Apostel oder Jünger aus dem Evangelium zuschreiben konnte.
|
||||
|
||||
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.card.slide.border-primary
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.card-body
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||||
h5.card-title Was das Werk selbst über seinen Autor verrät
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hr
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h5.card-title Mangelnde Kenntnis der Geographie Israels
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hr
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||||
ul.card-text
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||||
li Nach Jerusalem kommt man von Betanien über Betfage, nicht umgekehrt (Mk 11,1 ist die Reihenfolge verdreht);
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||||
li Nach Jerusalem kommt man von Betanien über Betfage, nicht umgekehrt (Mk 11,1 ist die Reihenfolge verdreht).
|
||||
li Gerasa liegt nicht am See Genesaret (wie Mk 5,1 glauben machen will), sondern 50 km davon entfernt.
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||||
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.card-body
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||||
h5.card-title Griechisch als Muttersprache (und nicht Aramäisch)
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hr
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||||
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@ -93,12 +93,12 @@ block content
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|||
li Im Evangelium finden sich immer wieder Übersetzungen von aramäisch/hebräischen Begriffen ins Griechische.
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||||
li Doch diese müssen nicht vom Evangelisten stammen, sondern können auch bereits in der übernommenen Tradition enthalten sein, so dass keine derartigen Sprachkenntnisse notwendig gewesen wären.
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.card.mb-3.slide.border-secondary
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.card-body
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h5.card-title Judenchrist oder Christ aus den Völkern?
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hr
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ul.card-text
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||||
li Einerseits ist dem Autor eine Distanz zum Judentum und seinen Bräuchen zu attestieren:
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||||
li Einerseits ist dem Autor eine <b>Distanz zum Judentum und seinen Bräuchen</b> zu attestieren:
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ul
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||||
li
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||||
| Er unterscheidet in Mk 7 bei seiner Erklärung der Reinheitsvorschriften nicht zwischen den jüdischen Gruppierungen,
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||||
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@ -108,8 +108,9 @@ block content
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|||
| In Bezug auf den Sabbat mangelt es an Respekt.
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br
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||||
| Durchaus wurde nämlich im Judentum darüber diskutiert, welche Notfälle es erlauben, den Sabbat zu brechen.
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||||
br
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||||
| Die Frage war letztlich die, wie weit man dabei gehen kann, ohne den Sabbat innerlich auszuhöhlen.
|
||||
li Andererseits spielen im Markus-Evangelium alttestamentliche Stellen eine wichtige Rolle:
|
||||
li Andererseits spielen im Markus-Evangelium <b>alttestamentliche Stellen eine wichtige Rolle</b>:
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||||
ul
|
||||
li
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||||
| Immer wieder finden sich direkte und indirekte Anspielungen auf alttestamentliche Stellen;
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@ -118,8 +119,9 @@ block content
|
|||
| Für Markus ist jedenfalls die jüdische Bibel – unser Altes Testament – eine wichtige Bezugsgröße christlichen Glaubens;
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||||
| sein Werk speist sich in besonderer Weise auch aus alttestamentlichen Traditionen, die er auf Jesus und andere Protagonisten des Evangeliums überträgt.
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||||
li
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||||
| Die inhaltliche Distanz des Markus zu den Reinheitsvorschriften der Phariäuser kann entweder aus seiner Herkunft aus den Völkern rühren,
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||||
| Die inhaltliche Distanz des Markus zu den Reinheitsvorschriften der Phariäuser kann entweder aus seiner Herkunft aus den Völkern rühren
|
||||
br
|
||||
| oder einer Verinnerlichung der paulinischen Theologie, für den das jüdische Gesetz in dieser Frage keinerlei Maßgabe mehr ist.
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||||
br
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||||
| Paulus aber war selber stets stolz, Jude zu sein ...
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||||
li Letztlich wird es nicht möglich sein, hier eine definitive Aussage zu treffen.
|
||||
p.card-text Letztlich wird es nicht möglich sein, hier eine definitive Aussage zu treffen.
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||||
|
|
|
|||
|
|
@ -38,7 +38,7 @@ block content
|
|||
br
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||||
.small <q>vaticinium ex eventu</q> = Voraussage eines bereits eingetretenen Ereignisses
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.card.slide.mb-3.border-secondary
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.card.slide.mb-2.border-secondary
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.card-body
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h6.card-title Mk 14,58: Prozess Jesu vor dem Hohen Rat
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hr
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||||
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@ -80,7 +80,7 @@ block content
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li Die Ankündigung der Zerstörung des bestehenden Tempels geht nicht näher auf die Details zur Zerstörung ein, ist vielmehr eine grundsätzliche Aussage.
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||||
li Die Aussage in Mk 14,58 scheint vor allem in der zweiten Hälfte mehr theologisch statt auf das Tempelgebäude bezogen gemeint zu sein.
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.card.slide.mb-3.border-secondary
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.card.slide.mb-2.border-secondary
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.card-body
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||||
h6.card-title Mk 13,1-2
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hr
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||||
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|
@ -88,7 +88,7 @@ block content
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|||
q.bibeltext
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| Als Jesus den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh, was für Steine und was für Bauten!
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br
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| Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissn wird.
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||||
| Jesus sagte zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Kein Stein wird hier auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissen wird.
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Diese Überleitung zur Endzeitrede ist sicher von Markus selber gestaltet worden!
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||||
li
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||||
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@ -100,11 +100,11 @@ block content
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|||
| es ist aber wahrscheinlicher, dass er auf die tatsächliche Tempelzerstörung 70 n. Chr. zurückblickt.
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||||
li.small
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| Unterstützt wird dies durch das Erzählen des Zerreißens des Tempelsvorhangs im Zuge des Todes Jesu:
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ul
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li Der Feldherr Titus, so ist es überliefert, zerschnitt den Tempelvorhang bei der Eroberung des Tempels mit einem Schwert.
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li
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| Die Aussageabsicht des Markus könnte sein: Nicht erst Titus hat das Ende des Tempels in Jerusalem gebracht,
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||||
| schon Jesu Tod und Auferstehung haben vielmehr den Tempel obsolet gemacht, in einem theologischen Sinne „zerstört“.
|
||||
br
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||||
| Der Feldherr Titus, so ist es überliefert, zerschnitt den Tempelvorhang bei der Eroberung des Tempels mit einem Schwert.
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br
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||||
| Die Aussageabsicht des Markus könnte sein: Nicht erst Titus hat das Ende des Tempels in Jerusalem gebracht,
|
||||
| vielmehr haben schon Jesu Tod und Auferstehung den Tempel obsolet gemacht, in einem theologischen Sinne „zerstört“.
|
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|
||||
p.card-text.slide
|
||||
b Am wahrscheinlichsten ist also, dass Markus auf die Tempelzerstörung in Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. zurückblickt und sein Evangelium in der Zeit kurz danach entstand.
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||||
|
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@ -122,7 +122,7 @@ block content
|
|||
li
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i 69 n. Chr.: <b>General Vespasian</b> – gerade mit seinen Truppen in Palästina (Jüdischer Krieg!) – ist von den Legionen in Ägypten, dann auch von jenen in Syrien <b>zum Kaiser ausgerufen</b> worden.
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||||
br
|
||||
| Diese Nachrichten, die aus dem Osten in Rom Rom eintreffen, wurden „Evangelien“ genannt – wie man Nachrichten aus dem Kaiserhaus allgemein nennt ...
|
||||
| Diese Nachrichten, die aus dem Osten in Rom eintreffen, wurden „Evangelien“ genannt – wie man Nachrichten aus dem Kaiserhaus allgemein nennt ...
|
||||
br
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||||
| Nach dem Sieg über die Gegner in Rom und die Anerkennung seiner Wahl durch den Senat gehen diese <i>Evangelien</i> gleichsam wie ein Echo zurück in den Osten des Reiches.
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||||
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|
|
@ -135,7 +135,7 @@ block content
|
|||
| Das war bei Vespasian zwar nicht ganz unproblematisch,
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||||
| weil dessen Vater nicht schon selber Kaiser und also nach seinem Tod nicht vergöttlicht worden war.
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||||
br
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||||
| Dennoch hat auch Vespasian diesen Titel beansprucht; viele Wunder, die die kaiserliche Propagandamaschine von Vespasian erzählte, sollten seine Nähe zu den Göttern verdeutlichen
|
||||
| Dennoch hat auch Vespasian diesen Titel beansprucht; viele Wunder, die die kaiserliche Propagandamaschinerie von Vespasian erzählte, sollten seine Nähe zu den Göttern verdeutlichen
|
||||
| und damit seinen Herrschaftsanspruch unterstreichen.
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li
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||||
| Der Triumphzug in Rom nach dem Jüdischen Krieg,
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|||
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@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins
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|||
|
||||
block content
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||||
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.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-1.konzentr-2
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||||
.card-body.gliederung
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h5.card-title
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| Inhaltsangabe/Überschrift
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|
@ -11,12 +11,12 @@ block content
|
|||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
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||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||||
.card.mb-1.konzentr-1
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||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Johannes in der Wüste: Johannes, der wiedergekommene Elija mit seiner Taufe: Hinweis auf den Kommenden und dessen Geisttaufe; die Scharen kommen
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Die Taufe Jesu
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||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
|
||||
|
|
@ -66,11 +66,11 @@ block content
|
|||
q Anfang
|
||||
|
|
||||
| I
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h6.card-subtitle.text-muted Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu
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h6.card-subtitle.text-muted Im Vorfeld des öffentlichen Wirkens Jesu
|
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hr
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||||
p.card-text
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||||
| Alle Evangelien sind sich darin einig, dass das öffentliche Wirken Jesu <i>nach</i> seiner Taufe durch Johannes den Täufer begann,
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||||
| die Taufe für Jesus also einen Einschnitt in seinem Leben bedeutete
|
||||
| die Taufe für Jesus also einen Einschnitt – also einen neuen Anfang – in seinem Leben bedeutete
|
||||
br
|
||||
| (und dann später – nach Mk 1,14 – auch der Tod des Täufers,
|
||||
| nach welchem Jesus dann eigenständig in der Öffentlichkeit auftrat).
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||||
|
|
@ -83,7 +83,7 @@ block content
|
|||
| II
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Beginn einer neuen Schöfung
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||||
hr
|
||||
p.card-text.mb-0 Die Wüste – als äußerer Rahmen für die Taufe (nach Mk 1,4) – steht generell für Neuanfänge:
|
||||
p.card-text.mb-0 Die Wüste – als äußerer Rahmen für die Taufe (nach Mk 1,4) – assoziiert wichtige Neuanfänge in der Bibel:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
i Schöpfung
|
||||
|
|
@ -96,7 +96,7 @@ block content
|
|||
li
|
||||
i Neuanfang nach dem Exil in Babylon
|
||||
br
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||||
| Wüste als Beschreibung für den Zustand Jerusalems zur Zeit des Exils (Mk 1,3 → Jes 40,3).
|
||||
| Wüste als Beschreibung für den Zustand Jerusalems zur Zeit des Exils (Mk 1,3 → Jes 40,3!).
|
||||
br
|
||||
| „Wüstenwanderung“ von Babylon nach Israel.
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -140,7 +140,7 @@ block content
|
|||
span.bibelstelle Gen 2,7
|
||||
br
|
||||
| Ein Blick in den griechischen Text des Markus-Evangeliums offenbart,
|
||||
| dass es in Mk 1,10 nicht heißt, dass der Geist Gottes wie eine Taube <i>auf</i> Jesus herabkam,
|
||||
| dass es in Mk 1,10 nicht heißt, dass der Geist Gottes wie eine Taube <i>auf</i> Jesus <i>herab</i>kam,
|
||||
br
|
||||
| sondern <i>in</i> ihn <i>hinein</i>! – Wohl ein bewusster, leider durch die deutschen Übersetzungen verdeckter Bezug zu Gen 2,7!
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -154,12 +154,6 @@ block content
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|||
| Die Art und Weise, wie Markus von der Taufe Jesu erzählt, macht deutlich:
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br
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b Markus erzählt mit der Taufe Jesu von einem „neuen Anfang“, von einer „neuen Schöpfung“: Jesus ist der Urtyp eines „neuen Menschen“.
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p.card-text.small
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| Hier kann uns bewusst werden:
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br
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| In der christlichen Tradition ist das Doppelereignis von Jesu Tod und Auferstehung der Beginn einer neuen Schöpfung,
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| in die der einzelne Christ durch die Taufe hineingestellt wird (vgl. z. B. Röm 6,4).
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.card-body
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@ -170,18 +164,16 @@ block content
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| Mk 1,9 erwähnt den Täufer als Vorläufer Jesu nach Mk 1,4-8 explizit;
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br
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| mit dem „Ereignis“ Taufe, das äußerlich Johannes der Täufer an Jesus vollzieht,
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| ist Jesus für sein öffentliches Wirken gerüstet (→ Geistempfang), also sein „Weg gebahnt“.
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||||
| ist Jesus für sein öffentliches Wirken gerüstet (→ Geistempfang), in gewisser Weise sein „Weg gebahnt“.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg ...
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br
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| Taufe und Tod Jesu und ihre „Beziehung“ zueinander
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h6.card-subtitle.text-muted Die Taufe als Gegenpart zum Tod Jesu
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h6.card-subtitle.text-muted Die Erzählung von der Taufe Jesu als Erzählung von Tod und Auferstehung Jesu
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hr
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p.card-text.mb-0 Die Erzählungen von Tod und Taufe Jesu sind im Markus-Evangelium klar als Kontrapunkte zueinander in Beziehung gesetzt:
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ul.card-text
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ul.card-text.mb-0
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li
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i Elija, bzw. Beginn ↔ Ende
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br
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@ -210,33 +202,57 @@ block content
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br
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| im Zuge des Todes Jesu spricht der heidnische Hauptmann das Bekenntnis: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Sohn (eines) Gottes“.
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p.card-text
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||||
| Insgesamt also Hereinbrechen der Wirklichkeit Gottes bei der Taufe Jesu, Gottferne bei der Kreuzigung Jesu.
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||||
i Insgesamt also Hereinbrechen der Wirklichkeit Gottes bei der Taufe Jesu, Gottferne bei der Kreuzigung Jesu.
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p.card-text.mb-0 Zwei Interpretationen sind möglich:
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ol.card-text
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li
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| Der Tod Jesu am Kreuz ist die Umkehrung der Taufe.
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br
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| Dann aber ist das Ende des Markus-Evangeliums trotz Auferstehungsbotschaft eigentlich nicht auszuhalten.
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li
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| Die Taufe Jesu ist – in ihrer positiven Hälfte des Heraussteigens aus dem Wasser – die Umkehrung des Kreuzestodes.
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||||
| Dann aber ist das Ende des Markus-Evangeliums trotz Auferstehungsbotschaft eigentlich nicht auszuhalten:
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br
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| Dafür sprechen:
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ul.card-text
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li Das Gegenüber zum Tod Jesu ist generell die Auferstehung.
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li In Mk 10,35-40 wird mit dem Chiffre „Taufe“ eindeutig der Tod Jesu bezeichnet.
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br
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span.small Das ist zu beziehen auf die negative Hälfte der Taufe, nämlich das Hinabsteigen ins Wasser.
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li
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| Paulus spricht in Röm 6 von der „Taufe auf den Tod Jesu“ bei gleichzeitigem Aufruf zum „Wandel in der Neuheit des Lebens“.
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li
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| Wasser ist – auch in der christlichen Taufsymbolik – Symbol für das Urchaos („Urflut“ → siehe oben, „Anfang“ II);
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br
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| auch im Markus-Evangelium ist das Wasser teils Ort der Gefahr und des Todes, vgl. Mk 4,35-41; 6,45-52.
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br
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span.small
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| Wenn Jesus in Mk 6,45-52 auf dem Wasser gehen kann, dann zeigt dies, dass er – als Auferstandener – über den Tod erhaben ist;
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br
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||||
| denn er ist – ein für alle Mal – „aus dem Wasser gestiegen“ = auferstanden.
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||||
q.bibeltext
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| Da verließen sie [= die Frauen] das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt.
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br
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||||
| Und sie sagten niemand etwas davon [= von der Auferstehung Jesu]; denn sie fürchteten sich.
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||||
span.bibelstelle Mk 16,8
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li
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||||
| Die Taufe Jesu – sein Heraussteigen aus dem Wasser mit den Begleiterscheinungen – ist die Umkehrung des Kreuzestodes.
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||||
p.card-text.mb-0 Folgende Beobachtungen im Markus-Evangelium sind in diesem Zusammenhang wichtig:
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ul.card-text
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||||
li In Mk 10,35-40 wird mit dem Chiffre „Taufe“ eindeutig der Tod Jesu bezeichnet und dabei in die Zukunft geblickt: auf den Weg, der noch vor Jesus liegt.
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||||
li
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||||
| In Mk 6,45-52 kann Jesus auf dem Wasser gehen.
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br
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||||
| Das Wasser ist in jener Erzählung (wie auch in Mk 4,35-41) Ort der Gefahr und des Todes,
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| Symbol für das Urchaos („Urflut“ → „Anfang“ II).
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br
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||||
| Bezieht man die Notiz, dass Jesus bei der Taufe „aus dem Wasser gestiegen“ ist, auf seine Auferstehung, klärt sich seine übernatürliche Fähigkeit:
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br
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||||
| Jesus ist in seiner Auferstehung ein für alle Mal „aus dem Wasser gestiegen“; daher kann er auf dem Wasser gehen.
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||||
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||||
p.card-text
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||||
| Unterstützend kommt hinzu, dass Paulus in Röm 6 die Taufe der Christen in Röm 6,1-14 in Analogie zu Tod und Auferstehung Jesu setzt:
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||||
br
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||||
| er spricht dort einerseits von der „Taufe auf den Tod Jesu“, von Mitbegraben- und Mitgekreuzigtsein,
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br
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||||
| andererseits – in Analogie zur Auferstehung Jesu – vom „Wandel in der <i>Neuheit des Lebens</i>“.
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||||
br
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||||
| Durch die Taufe wird der einzelne Christ in die in Tod und Auferstehung Jesu grundgelegte und begonnene Neue Schöpfung hineingestellt (vgl. z. B. Röm 6,4);
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||||
br
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||||
| dabei ist in Röm 6,1-14 Jesus gerade als Auferstandener Urtyp des „neuen Menschen“, wie auch bei Markus die Erzählung von der Taufe Jesu
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| ganz vom Gedanken einer „Neuen Schöpfung“ geprägt ist (→ „Anfang“ II) und Jesus auch hier (und im weitern Verlauf → Versuchungserzählung) als Urtyp des „neuen Menschen“ erscheint.
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||||
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die Verknüpfung von Tod Jesu und Taufe Jesu in Mk 10,35-40, die Bedeutung des Wassers in Mk 6,45-52 (und Mk 4,35-41) und Jesu Gehen darauf sowie das
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||||
| bei der Taufe Jesu überpräsente Thema „Neue Schöpfung“ mit Gottes Handeln an Jesus (Geisthineinkunft) machen es sehr wahrscheinlich,
|
||||
| dass die Erzählung von der Taufe Jesu am Anfang des Evangeliums als Erzählung von Tod und Auferstehung Jesu zu begreifen ist:
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||||
br
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||||
| Wie die christliche Tauftheologie die Taufe der Christen mit Tod und Auferstehung Jesu verbindet,
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||||
br
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||||
| so erzählt Markus die Taufe Jesu selbst als Ereignis seines Todes und seiner Auferstehung.
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||||
|
||||
p.card-text
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||||
i Ergebnis
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br
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||||
|
|
@ -245,17 +261,24 @@ block content
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|||
| (Taufe im Sinne des Hinabsteigens in Wasser = Tod)
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||||
b und von der Auferstehung Jesu
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||||
| („Als er aus dem Wasser stieg ...“).
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||||
p.card-text
|
||||
| Gerade als Auferstandener ist Jesus Urtyp des „neuen Menschen“, vgl. Röm 6,1-14!
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||||
p.card-text
|
||||
| Mithin ist also im ganzen Evangelium, vor allem bei den Wundern Jesu, zu bedenken:
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||||
br
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||||
i Jesus ist – wo er nicht klar als Vorösterlicher zu erkennen ist (Leiden, Tod) – schon auch der Auferstandene.
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p.card-text
|
||||
| Die Ansage „Evangelium Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich hier in der Tauferzählung;
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||||
|
||||
p.card-text.mb-0
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||||
| Die Taufe ist als zweiteiliges Ereignis zu sehen
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||||
br
|
||||
| das ist ein wichtiges Indiz, dass auch Markus – wie Paulus – mit „Evangelium“ vor allem Jesu Tod und Auferstehung meint
|
||||
| (und nur indirekt eine Erzählung vom Leben Jesu; siehe <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>)
|
||||
| und das Wasser – wenn auch bei Paulus als Element nicht eigens erwähnt – als Symbol für Urchaos bzw. den Tod zu verstehen:
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ol.card-text
|
||||
li
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i <i>Hinein</i>steigen in das Wasser
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br
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| Gleichsam Eintauchen/Hineingehen in das Reich des Todes.
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li
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i <i>Heraus</i>steigen aus dem Wasser
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br
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| Gleichsam – neugeboren – dem Reich des Todes entsteigen.
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||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
|
|
@ -289,6 +312,30 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| dies unterstreicht den obigen Befund.
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||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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||||
q Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Tod und Auferstehung Jesu als „Anfang des Evangeliums“
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||||
hr
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||||
ul.card-text
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||||
li
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||||
| Ohne Zweifel verbinden sich das „Sohn (eines) Gottes“ in der Überschrift des Evangeliums und das „Du bist mein geliebter Sohn“
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||||
| der „Stimme vom Himmel“ [= Stimme Gotes].
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||||
li
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||||
| „Evangelium Jesu Christi“ bezieht sich auf das Geschehen der Taufe,
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||||
br
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||||
| also auf das christologische Doppelereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
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||||
br
|
||||
| dies ganz im paulinischen Sinne von „Evangelium“.
|
||||
br
|
||||
span.small
|
||||
| Das ist ein wichtiges Indiz, dass auch Markus – wie Paulus – mit „Evangelium“ vor allem Jesu Tod und Auferstehung meint
|
||||
br
|
||||
| (und nur indirekt eine Erzählung vom Leben Jesu; siehe <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>).
|
||||
li
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||||
| Tod und Auferstehung Jesu sind Grund und Inhalt des Evangeliums, in diesem Sinne „Anfang“ des Evangeliums.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title
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||||
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@ -387,7 +434,7 @@ block content
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|||
| → Viertes Lied vom Gottesknecht;
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br
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||||
| versteht man die Erzählung der Taufe von Tod und Auferstehung Jesu her,
|
||||
| dann ist dieser Bezug sehr nahe liegend; vgl. auch das „Sehen“ in Jes 53,11 und Mk 1,10!
|
||||
| dann ist dieser Bezug sehr naheliegend; vgl. auch das „Sehen“ in Jes 53,11 und Mk 1,10!
|
||||
br
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||||
span.small Die Gerechtsprechung der Vielen in Bezug auf Taufe bzw. Tod und Auferstehung Jesu wird immer wieder Thema bei Markus sein.
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||||
|
||||
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@ -396,7 +443,7 @@ block content
|
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.small
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||||
| Weitere konzentrische Beziehungen
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.card-body
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card.slide.border-primary.mb-2
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.card-body
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||||
h5.card-title Jesus wird von Johannes getauft
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h6.card-subtitle.text-muted Selbstverleugnung Jesu
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@ -419,11 +466,11 @@ block content
|
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br
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||||
| So kann Jesus die Geisttaufe vollziehen.
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||||
|
||||
.card.slide.border-secondary.mb-3
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||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title Die Konzentrik von Mk 1,1-3 in Mk 1,1-11
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hr
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||||
p.card-text.mt-0 Die konzentrische Gliederung von Mk 1,1-3 im Kleinen entspricht der konzentrischen Gliederung von Mk 1,1-11 im Großen:
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||||
p.card-text.mb-0 Die konzentrische Gliederung von Mk 1,1-3 im Kleinen entspricht der konzentrischen Gliederung von Mk 1,1-11 im Großen:
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||||
ul.card-text
|
||||
li Mk 1,1-2a: Jesus, Gottes Sohn; Ankündigung Jesaja-Zitat
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||||
br
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@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins
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block content
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.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card.mb-1.konzentr-3
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||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title
|
||||
| Inhaltsangabe/Überschrift
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||||
|
|
@ -11,22 +11,22 @@ block content
|
|||
| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
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.card.mb-1.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste I: Johannes und seine Umkehrpredigt und Taufe; die Scharen kommen
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||||
.card.mb-1.konzentr-1
|
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.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist
|
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,6-8
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Die Taufe Jesu
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,9-11
|
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|
||||
.card.mb-3.konzentr-3
|
||||
.card.mb-1.konzentr-3
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Die Versuchung Jesu
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,12-13
|
||||
|
|
@ -75,6 +75,24 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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||||
h5.card-title
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||||
| Am Anfang, und doch schon „danach“
|
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h6.card-subtitle.text-muted Von der eigenenwilligen Stellung der Versuchungs-Erzählung
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hr
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||||
ul.card-text
|
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li
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||||
| Die Erzählung von der Versuchung Jesu folgt gleich auf die Taufe und ist in sich vom Ergebnis her offen;
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||||
| und der ganze Weg, den Jesus nun gehen wird und der noch Versuchung mit sich bringen wird, liegt noch vor ihm.
|
||||
li
|
||||
| Da aber die Erzählung von der Taufe Jesu auch als Erzählung von Tod und Auferstehung Jesu zu lesen ist,
|
||||
br
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||||
| ist die Versuchung doch auch schon bestanden (→ Wohlgefallen Gottes in der Tauferzählung).
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||||
li
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||||
| So ist das Bestehen der Versuchung unausgesprochen vorausgesetzt, gerade wenn diese Erzählung sich in der „fortschreitenden Konzentrik“
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||||
| mit anderen Erzählungen verbindet.
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
|
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h5.card-title
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@ -91,7 +109,7 @@ block content
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|||
li
|
||||
i Wüste
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||||
br
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||||
| Urzustand der Erde nach Gen 1,1 [„wüst und wirr].
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||||
| Urzustand der Erde nach Gen 1,1 [„wüst und wirr“].
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||||
li
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||||
i Satan, Versuchung
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br
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||||
|
|
@ -106,11 +124,11 @@ block content
|
|||
br
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||||
| Nach der Vertreibung aus dem Paradies bewachen Kerubim – also Engel im weiteren Sinne – das Paradies, damit der Mensch nicht zurück kann (Gen 3,24).
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p.card-text
|
||||
i Diese Anspielungen verbindet die beiden Erzählungen „Taufe“ und „Versuchung“ miteinander.
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||||
i Diese Anspielungen auf die Thematik „Schöpfung“ verbindet die beiden Erzählungen „Taufe“ und „Versuchung“ miteinander.
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||||
br
|
||||
| Setzt man voraus, dass Jesus die Versuchung besteht, führt Markus sein Thema „neue Schöpfung“ bzw. „neuer Mensch“ fort.
|
||||
| Setzt man voraus, dass Jesus die Versuchung besteht, führt Markus sein Thema „Neue Schöpfung“ bzw. „neuer Mensch“ fort.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Dieser Gedanke wir dadurch unterstrichen, dass sich in dieser Gliederung das „Es geschah“ in Mk 1,4 und das „Und es geschah“ in Mk 1,9
|
||||
| Dieser Gedanke wird dadurch unterstrichen, dass sich in dieser Gliederung der „fortschreitenden Konzentrik“ das „Es geschah“ in Mk 1,4 und das „Und es geschah“ in Mk 1,9
|
||||
| – womit an das Schema der ersten Schöpfungserzählung angespielt wird – genau gegenüberstehen am Anfang des jeweiligen Abschnittes.
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||||
|
||||
|
||||
|
|
@ -121,18 +139,21 @@ block content
|
|||
hr
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ul.card-text
|
||||
li Worin die Versuchung Jesu bestand, wird nicht erwähnt!
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||||
li.small Insgesamt ist die Erzählung deutlich kürzer als die Fassungen bei Matthäus und Lukas, die beide auch aus der „Logienquelle“ schöpfen.
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||||
li
|
||||
| Durch die Offenheit, was Versuchung ist, kann sich die Versuchungserzählung mit vielen Erzählungen innerhalb des Markus-Evangeliums verbinden
|
||||
| (→ fortschreitende Konzentrik), die Versuchung Jesu also verschiedene Facetten haben und Jesus auch Hinweise zum Thema Versuchung geben.
|
||||
li
|
||||
| Insgesamt wird deutlich werden, dass es um den Weg Jesu (Dienen, Kreuz) geht – der mehr ist als eine Herausforderung und auf dem deswegen die Versuchung lauert, diesen Weg zu verlassen.
|
||||
li
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||||
| Wie Jesus mit der Versuchung umgeht und ob er sie besteht, ist noch nicht erzählt.
|
||||
| Auch wie Jesus mit der Versuchung umgeht und ob er sie besteht, ist noch nicht erzählt.
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||||
br
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||||
| Letzteres ist freilich Voraussetzung, letztlich Inhalt und Grund des Evangeliums.
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li.small
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||||
| Insgesamt ist die Erzählung deutlich kürzer als die Fassungen bei Matthäus und Lukas, die beide vor allem aus der „Logienquelle“ schöpfen.
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||||
br
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| Auffällig im „synoptischen Vergleich“ auch: Jesus fastet bei Markus ist; dies ist aber für Matthäus und Lukas (bzw. die „Logienquelle“) ein fester Bestandteil der 40 Tage.
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||||
li
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||||
| Durch die Offenheit, was Versuchung ist, kann sich die Versuchungserzählung mit vielen Erzählungen innerhalb des Markus-Evangeliums verbinden
|
||||
| (→ „fortschreitende Konzentrik“), die Versuchung Jesu also verschiedene Facetten haben und Jesus auch Hinweise zum Thema Versuchung bzw. deren Verstehen geben.
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||||
li
|
||||
| Mithin ist „Versuchung“ also nicht etwas Singuläres am Anfang des bzw. vor dem Wirken Jesu, sondern etwas, das seinen Weg bis zum Ende begleitet.
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||||
li
|
||||
| Insgesamt wird deutlich werden, dass es um den Weg Jesu (Dienen, Kreuz) geht – der mehr ist als eine Herausforderung und auf dem deswegen die Versuchung lauert, diesen Weg zu verlassen.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
|
|
@ -149,7 +170,7 @@ block content
|
|||
i Wüste symobiliert die Welt unter der Herrschaft der Sünde, die den Menschen verführt hatte (Gen 3!) (und es nun auch bei Jesus versucht).
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||||
li Dies ist der „Urzustand“ der Welt, auf den Jesus mit seinem Wirken, auf den das Evangelium trifft.
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||||
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||||
.card.slide.border-secondary.mb-3
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.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Vierzig
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hr
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||||
|
|
@ -168,7 +189,7 @@ block content
|
|||
q Er lebte bei den wilden Tieren
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hr
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||||
p.card-text.mb-0
|
||||
| Im Nachgang zur Taufe (Geisteinwohnung in Jesus) kann die Notiz mit den wilden Tieren anleiten, Jes 11,1-9 zu vergegenwärtigen,
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||||
| Im Nachgang zur Taufe (Geistsendung in Jesus hinein) kann die Notiz mit den wilden Tieren anleiten, Jes 11,1-9 zu vergegenwärtigen,
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||||
br
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||||
| zumal dort vom „Geist der Stärke“ die Rede ist und in der konzentrischen Mitte Johannes den „Stärkeren“ verheißen hat:
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q.bibeltext.card-text
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|
@ -202,13 +223,15 @@ block content
|
|||
br
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||||
| 8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlage streckt das Kind seine Hand aus.
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br
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||||
| 9 Man tut nichts Böses udn begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg;
|
||||
| 9 Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg;
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br
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||||
| denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie die Wasser das Meer bedecken.
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ul.card-text.mt-3
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||||
li
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||||
| Klar wird hier auf den guten Zustand der Schöpfung nach Gen 1 angehoben, wo auch alle Tiere als Vegetarier vorgestellt werden
|
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| und im Hintergrund ein gutes Miteinander in Gottes guter Schöpfung vorgestellt ist.
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||||
| Deutlich wird hier auf den guten Zustand der Schöpfung nach Gen 1 abgehoben, wo auch alle Tiere als Vegetarier vorgestellt werden
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||||
| und insgesamt ein gutes Miteinander in Gottes guter Schöpfung vorgestellt ist.
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||||
br
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||||
| Dieser Zustand ist „verloren“ gegangen – doch es gibt die Hoffnung, diesen guten Urzustand wieder zu erlangen durch das Wirken eines Gesalbten Gottes.
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||||
li
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||||
| Von daher assoziiert das Sein Jesu mit den wilden Tieren in Verbund mit der dienenen statt das Paradies versperrenden Rolle der Engel,
|
||||
| dass durch Jesus eine neue Zeit eröffnet werden wird, in der die „Wunden der Schöpfung“ geheilt sein werden, ein Zustand
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||||
|
|
@ -218,7 +241,7 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| Eine Zeit, in der versöhntes Zusammenleben auch einstiger scharfer Gegensätze möglich und real ist.
|
||||
li
|
||||
| Schon (Trito-)Jesaja träumte von einer solchen Zeit und auch er verband dies mit dem Stichwort „neue Schöpfung“:
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||||
| Auch (Trito-)Jesaja träumte von einer solchen Zeit, verbunden mit der Hoffnung auf eine „Neue Schöpfung“ durch Gott:
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||||
br
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||||
q.bibeltext
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||||
| Ja, siehe, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.
|
||||
|
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@ -229,8 +252,6 @@ block content
|
|||
br
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||||
| Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg, spircht der Herr.
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||||
span.bibelstelle Jes 65,17.25
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||||
li
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||||
| Diese neue Welt zu erschaffen erwartete man von Gott bzw. durch seinen Gesandten (vgl. auch oben Jes 11,1-9).
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
|
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@ -239,7 +260,7 @@ block content
|
|||
hr
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||||
ul.card-text
|
||||
li
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||||
| Nach Mk 1,12 ist es der Geist (Gottes), der Jesus in die Wüste treibt und damit an den Ort der Versuchung.
|
||||
| Nach Mk 1,12 ist es der Geist (Gottes), der Jesus in die Wüste treibt, und damit an den Ort der Versuchung.
|
||||
br
|
||||
| In gewisser Weise kann also der Geist Gottes als „Bote“ Gottes verstanden werden, der Jesu weg bahnt.
|
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br
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||||
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@ -256,14 +277,17 @@ block content
|
|||
.card-body
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h5.card-title
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||||
q Bereitet den Weg des Herrn
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||||
h6.card-subtitle.text-muted im Spannungsfeld Gott – Satan/Sünde
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hr
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ul.card-text
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||||
li Diesem Aufruf, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu stellen, steht die Versuchung durch Satan gegenüber.
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||||
li In der Erzählung selbst entspricht dies dem Gegenüber Geist (Gottes) – Satan.
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||||
li Es wird zur Entscheidung gerufen, in wessen Dienst man treten will.
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||||
li
|
||||
| Derartige Gegenüberstellungen begegnen immer wieder in den Briefes des Apostes Paulus wechselnden Bezeichnungen des Gegenüber;
|
||||
| inhaltlich läuft es immera auf das Gegenüber Gott – Satan/Sünde hinaus:
|
||||
i Es wird zur Entscheidung gerufen, in wessen Dienst man treten will.
|
||||
li
|
||||
| Derartige Gegenüberstellungen begegnen immer wieder in den Briefes des Apostes Paulus mit wechselnden Bezeichnungen der sich Gegenüberstehenden;
|
||||
br
|
||||
| inhaltlich läuft es immer auf das Gegenüber Gott – Satan/Sünde hinaus:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
i Gott – Sünde
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||||
|
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@ -299,12 +323,12 @@ block content
|
|||
.card.slide.border-primary.mb-3
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||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Jesus, „der Stärkere“
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||||
h6.card-subtitle.text-muted Die Verheißung des Stärkeren durch Johannes als konzentrische Mitte
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted Die Verheißung des Stärkeren und der Geisttaufe durch Johannes als konzentrische Mitte
|
||||
hr
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||||
ul.card-text
|
||||
li Johannes verkündet zunächst jemanden, der stärker als er selber ist.
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||||
li
|
||||
| Im Hinblick auf die Verschung, deren Inhalt und Ergebnis hier noch nicht genannt sind, stellt sich implizit die Frage,
|
||||
| Im Hinblick auf die Versuchung, deren Inhalt und Ergebnis hier noch nicht genannt sind, stellt sich implizit die Frage,
|
||||
| ob Jesus auch gegenüber dem Satan „der Stärkere“ ist –
|
||||
br
|
||||
| die aus dem christlichen Glauben natürlich mit Ja beantwortet werden kann.
|
||||
|
|
@ -315,6 +339,11 @@ block content
|
|||
| dessen Haus er plündert (→ Dämonenaustreibungen);
|
||||
br
|
||||
| dabei erweist Jesus sich als „der Stärkere“ gegenüber Satan.
|
||||
li
|
||||
| Die Verheißung der Geisttaufe lässt darauf blicken, dass es der Geist Gottes – als „Gegenspieler“ des Satan – ist, der Jesus in die Wüste treibt
|
||||
| und ihn – unausgesprochen – die Versuchung bestehen lässt.
|
||||
br
|
||||
| Derselbe Geist wird in der von Johannes verheißenen Geisttaufe ausgeschüttet werden – und so auch alle die Geisttaufe empfangenden in der Versuchung gestärkt werden.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
|
|
@ -323,11 +352,11 @@ block content
|
|||
hr
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die vorliegende Gliederung setzt klar die Taufe der zu Johannes strömenden Massen („<i>ganz</i> Judäa und <i>alle</i> Einwohner Jerusalems“),
|
||||
| die sich von ihm taufen lassen,
|
||||
| und die Taufe des Einen, Jesus, zueinander in Beziehung.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Dies kann in zwei sich ergänzende Richtungen ausgelegt werden:
|
||||
.card.slide.border-secondary.mb-3
|
||||
|
||||
.card.slide.border-secondary.mb-2
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Schicksalsgemeinschaft der Glaubenden mit Jesus
|
||||
hr
|
||||
|
|
@ -356,6 +385,7 @@ block content
|
|||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Einerseits den Tod (→ „mit ihm gestorben, begraben“, „auf den Tod Jesu getauft“, „mit der Gestalt seines Todes verbunden“; „einer ist gestorben, also sind alle gestorben“),
|
||||
br
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||||
| als Absterben gegenüber dem früheren (von der Sünde bestimmten) Leben.
|
||||
li
|
||||
| Andererseits mit der Auferstehung im Sinne eines neuen Lebenswandels („... nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie ...“, „in der Neuheit des Lebens wandeln“).
|
||||
|
|
@ -402,15 +432,16 @@ block content
|
|||
|
||||
ul.card-text.mt-3
|
||||
li
|
||||
| Der Bezug zu Adam (bzw. dem ersten Menschenpaar) legt sich hier besonders durch die Anspielungen auf die Schöpfungserzählungen und das Thema Versuchung
|
||||
| besonders nahe.
|
||||
| Der Bezug zu Adam (bzw. dem ersten Menschenpaar) legt sich hier in Mk 1,12-13 besonders durch die Anspielungen auf die Schöpfungserzählungen und das Thema Versuchung nahe.
|
||||
li Adam und Christus sind jeweils <i>der Eine</i>, der das Schicksal der zu ihm Gehörenden bestimmt (→ „Urbild“).
|
||||
li
|
||||
| Durch Adam wurden alle zu Sündern, die dem Tod anheimgefallen sind
|
||||
| (→ Erbsünde im Sinne einer schicksalhaften Verstrickung, aus der sich niemand selber freien kann, sondern selber zum Sünder wird).
|
||||
| (→ Erbsünde im Sinne einer schicksalhaften Verstrickung, aus der sich niemand selber freien kann, sondern jeder selber zum Sünder wird).
|
||||
li Durch Christus werden alle zu Gerechten, das heißt neu in die Gemeinschaft mit Gott aufgenommen.
|
||||
li
|
||||
i Jesus ist der „neue Adam“, der der Versuchung standgehalten hat und so ein neues „Urbild“ geworden ist.
|
||||
i
|
||||
| Jesus ist der „neue Adam“, der der Versuchung standgehalten hat und so – als neues „Urbild“ – für alle zu ihm Gehörenden (→ Taufe)
|
||||
| eine Existenz jenseits der Verstrickung in Sünde und Tod eröffnet hat, einen Weg ins Leben gebahnt hat.
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||||
hr
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||||
.card.slide.border-secondary
|
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.card-body
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@ -3,28 +3,28 @@ include ../mixins
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|||
|
||||
block content
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.card.mb-3
|
||||
.card.mb-1
|
||||
.card-body.gliederung
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||||
h5.card-title Inhaltsangabe/Überschrift
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||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,1
|
||||
p.card-text
|
||||
q Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, (einem) Sohn eines Gottes
|
||||
q Anfang des Evangeliums Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Ankündigung Jesaja-Zitat
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,2a
|
||||
p.card-text
|
||||
q Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-1
|
||||
.card.mb-1.konzentr-1
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Zitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,2b
|
||||
p.card-text
|
||||
q Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird.
|
||||
|
||||
.card.mb-3.konzentr-2
|
||||
.card.mb-1.konzentr-2
|
||||
.card-body.gliederung
|
||||
h5.card-title Tatsächliches Jesaja-Zitat
|
||||
h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,3
|
||||
|
|
@ -36,11 +36,11 @@ block content
|
|||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
h5.card-header Inhaltsangabe
|
||||
.card-body
|
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.card.mb-2.border-secondary.slide
|
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.card.mb-3.border-secondary.slide
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title „Anfang“ (gr. archä)
|
||||
hr
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||||
.card.mb-1.slide
|
||||
.card.mb-2.slide.border-secondary
|
||||
.card-body
|
||||
h6.card-title Das <i>ganze</i> Evangelium als Anfang
|
||||
h6.card-subtitle.text-muted unter Beachtung der „fortschreitenden Konzentrik“ im Markus-Evangelium
|
||||
|
|
@ -51,7 +51,7 @@ block content
|
|||
| Die „fortschreitende Konzentrik“ im Markus-Evangelium (→ <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/konzentrik">Konzentrische Gliederungen</a>)
|
||||
| bringt aber mit sich, dass jede einzelne Erzählung bzw. jeder einzelne Erzählblock als „Anfang des Evangeliums“ betrachtet werden kann und soll,
|
||||
br
|
||||
| mithin also das ganze Werk des Markus vom „Anfang“ handelt.
|
||||
i mithin also das ganze Werk des Markus vom „Anfang“ handelt.
|
||||
li
|
||||
| Gerade die Erzählung vom leeren Grab verbindet sich mit dem Thema „Anfang“:
|
||||
ul.card-text
|
||||
|
|
@ -65,29 +65,29 @@ block content
|
|||
span.bibelstelle Mk 16,2b
|
||||
br
|
||||
| → Erinnerung an die Erschaffung des Lichtes als erstem Werk der Schöpfung in Gen 1
|
||||
li.small
|
||||
| Daneben knüpft
|
||||
span.bibelstelle Mk 16,7
|
||||
| mit
|
||||
q.bibeltext Er geht euch voraus nach Galiläa
|
||||
| klar an
|
||||
span.bibelstelle Mk 1,2
|
||||
| an:
|
||||
q.bibeltext Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her
|
||||
li.small
|
||||
| Daneben knüpft
|
||||
span.bibelstelle Mk 16,7
|
||||
| mit
|
||||
q.bibeltext Er geht euch voraus nach Galiläa
|
||||
| klar an
|
||||
span.bibelstelle Mk 1,2
|
||||
| an:
|
||||
q.bibeltext Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her
|
||||
|
||||
.card.mb-1.slide
|
||||
.card.mb-2.slide.border-secondary
|
||||
.card-body
|
||||
h6.card-title „archä“ I: Zeitlicher Anfang
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Mit dem Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen ist das Evangelium Gottes in diese Welt gekommen, hat es seinen Anfang genommen.
|
||||
li Mit Jesu Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen ist das Evangelium Gottes in diese Welt gekommen, hat es seinen Anfang genommen.
|
||||
li
|
||||
| Seine Fortsetzung findet es im Leben und Wirken der Christen und der Kirche,
|
||||
| durch die sich das Evangelium auswirkt und auswirken soll hinein in die Geschichte der Menschheit;
|
||||
br
|
||||
| auf diese Zeit wird innerhalb des Evangeliums bereits geblickt (Mk 13,10; 14,9).
|
||||
|
||||
.card.slide
|
||||
.card.slide.border-secondary
|
||||
.card-body
|
||||
h6.card-title „archä“ II: Grund, Ursprung, Prinzip
|
||||
hr
|
||||
|
|
@ -111,7 +111,7 @@ block content
|
|||
br
|
||||
i Wenn jemand Jesu Jünger sein will, muss er das beherzigen, was dieses Werk über Jesu Leben und seine Botschaft erzählt.
|
||||
|
||||
.card.mb-2.border-secondary.slide
|
||||
.card.mb-3.border-secondary.slide
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title „Evangelium“ – „Gute Nachricht“, „Frohe Botschaft“ (gr. euangelion)
|
||||
hr
|
||||
|
|
@ -131,7 +131,7 @@ block content
|
|||
li
|
||||
| So kann der Genitiv „Jesu Christi“ doppelt aufgelöst werden: Jesus als Bringer und dann auch Inhalt der Frohen Botschaft.
|
||||
|
||||
.card.mb-2.border-secondary.slide
|
||||
.card.mb-3.border-secondary.slide
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title (von/über) Jesus <i>Christus</i>
|
||||
hr
|
||||
|
|
@ -140,7 +140,7 @@ block content
|
|||
| „Christus“ ist nicht der „Nachname“ Jesu, sondern ein Hoheitstitel: „Gesalbter“ (des Herrn)
|
||||
br
|
||||
| Hebräisch: maschiach; griechische Transkription: Messias
|
||||
li Königstitel in Israel, der die Nähe des Königs zu Gott bzw. den Auftrag Gottes für den König ausdrückt
|
||||
li „Gesalbter“ (des Herrn) ist Königstitel in Israel, der die Nähe des Königs zu Gott bzw. den Auftrag Gottes für den König ausdrückt
|
||||
li
|
||||
| Idealbild ist (der verklärte und wohl auch gar nicht historische) König David, der vom Hirtenfeld weg zum König gesalbt wurde
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -156,14 +156,14 @@ block content
|
|||
h5.card-title „(einem) Sohn (eines) Gottes“
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Die meisten Übersetzungen – auch die wörtlichen – schreiben hier in Mk 1,1 fast ausnahmslos: „des Sohnes Gottes“ oder „Gottes Sohn“
|
||||
li Die meisten Übersetzungen – auch die wörtlichen – schreiben in Mk 1,1: „des Sohnes Gottes“ oder „Gottes Sohn“
|
||||
li
|
||||
| Diese Übersetzung ist aber nicht korrekt!
|
||||
br
|
||||
| Dafür müsste Markus im Griechischen ausdrücklich die Artikel setzen: „<i>des</i> Sohnes <i>des</i> [einen] Gottes“.
|
||||
br
|
||||
.small
|
||||
| Unseres monotheistischen Gottesbild und unser chrisltiches Glaubensbekenntnisses führen uns hier in die Irre.
|
||||
| Unseres monotheistisches Gottesbild und unser christliches Glaubensbekenntnisses führen uns hier in die Irre.
|
||||
br
|
||||
| Und die Übersetzer wollen uns wohl nicht verwirren ...
|
||||
li
|
||||
|
|
@ -172,9 +172,9 @@ block content
|
|||
li An anderen Stellen verwendet Markus durchaus die Form mit Artikel, z. B.
|
||||
span.bibelstelle Mk 3,11
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext Wenn die von unreinen Geistern besessenen ihn [= Jesus] sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist <i>der Sohn (des) Gottes</i>!
|
||||
q.bibeltext Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn [= Jesus] sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist <i>der Sohn (des) Gottes</i>!
|
||||
li
|
||||
| Dir artikellose Form begegnet noch genau einmal im Evangelium, nämlich in Mk 15,39, als der <i>römische</i> Hauptmann angesichts des toten Jesus bekennt:
|
||||
| Die artikellose Form begegnet noch genau einmal im Evangelium, nämlich in Mk 15,39, als der <i>römische</i> Hauptmann angesichts des toten Jesus bekennt:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext Wahrhaftig, dieser Mensch war (ein) Sohn (eines) Gottes.
|
||||
li
|
||||
|
|
@ -184,7 +184,7 @@ block content
|
|||
br
|
||||
b Markus stellt Kaiser Vespasian und Jesus Christus einander gegenüber;
|
||||
br
|
||||
| auch der Begriff „Evangelium“ weist in diese Richtung (→ <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>)
|
||||
| auch der Begriff „Evangelium“ weist in diese Richtung (→ <a href="/nt/ev/mk/00_einleitung/gattung">Gattung</a>).
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
.card-body
|
||||
|
|
@ -195,7 +195,7 @@ block content
|
|||
| die zwar im folgenden Bibelzität nicht namentlich genannt sind, an die Markus aber klar denkt – in Gott gründet
|
||||
| und in Einklang mit den heiligen Schriften Israels steht:
|
||||
br
|
||||
| Jesus ist der von Gott gesandte Retter und Messias, Johannes der Täufer sein „Wegbereiter“.
|
||||
i Jesus ist der von Gott gesandte Retter und Messias, Johannes der Täufer sein Vorläufer.
|
||||
p.card-text
|
||||
| Was als Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja angekündigt ist, stammt nur in seinem
|
||||
| zweiten Teil von dort (Jes 40,3); der erste Satz ist ein Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20.
|
||||
|
|
@ -215,12 +215,16 @@ block content
|
|||
p.card-text.mb-0.mt-2 Zu lesen im Zusammenhang mit
|
||||
span.bibelstelle Mal 3,1b-2.23-24
|
||||
q.bibeltext.card-text
|
||||
| Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,
|
||||
| den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
|
||||
| Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht,
|
||||
br
|
||||
| und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.
|
||||
br
|
||||
| Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heerscharen.
|
||||
br
|
||||
| ...
|
||||
br
|
||||
| Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
|
||||
| Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint?
|
||||
br
|
||||
| Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag,
|
||||
br
|
||||
| seht, da sende ich zu euch den Propheten <i>Elija</i>.
|
||||
|
|
@ -229,8 +233,8 @@ block content
|
|||
br
|
||||
| damit ich nicht komme und das Land schlage mit Bann.
|
||||
ul.card-text.mt-2
|
||||
li Ankündigung des Kommens Gottes (selbst) auf die Erde: <i>mein</i> Bote, Weg für <i>mich</i> Bahnen; Sprecher ist Gott.
|
||||
li Verheißung, dass Elija „am Ende der Zeiten“ wiederkommt und das Volk Gottes auf die Ankunft Gottes vorbereitet, auf dass es im Gericht („Tag des Herrn“) besteht.
|
||||
li Zu lesen ist hier die Ankündigung des Kommens <i>Gottes</i> (selbst) auf die Erde: <i>mein</i> Bote, Weg für <i>mich</i> bahnen; Sprecher ist Gott.
|
||||
li Damit verbindet sich die Verheißung, dass Elija „am Ende der Zeiten“ wiederkommt und das Volk Gottes auf die Ankunft Gottes vorbereitet, auf dass es im Gericht („Tag des Herrn“) besteht.
|
||||
li
|
||||
| Elija ist nach 2 Kön 2,1-18 nicht gestorben, sondern in den Himmel aufgefahren;
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -252,17 +256,18 @@ block content
|
|||
| Dem Volk Israel wird auf dem Weg aus der Sklaverei in Ägypten ins „gelobte Land“ angekündigt, dass Gott ihm einen Engel schicken würde, der ihm vorausgeht.
|
||||
br
|
||||
| So kann der Weg durch die Wüste gelingen.
|
||||
li | Dieser Zuspruch kann auch besonderes als an Mose gerichtet verstanden werden, mit dem Gott gerade spricht;
|
||||
li
|
||||
| Dieser Zuspruch kann auch besonderes als an Mose gerichtet verstanden werden, mit dem Gott gerade spricht;
|
||||
br
|
||||
| ihm als Gottes Werkzeug zur Leitung seines Volkes wird Beistand durch einen Engel versprochen.
|
||||
|
||||
.card.mb-2.border-secondary.slide
|
||||
.card.border-secondary.slide
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Elija und Mose
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Diese beiden biblischen Figuren können – je auf eigene Weise – als Vorläufer Jesu begriffen werden.
|
||||
li Im Hinblick auf Elija ist dabei besonders die Person Johannes des Täufers und die diesbezüglichen Aussagen im Evangelium wichtig.
|
||||
li Im Hinblick auf Elija sind dabei besonders die Person Johannes des Täufers und die diesbezüglichen Aussagen im Evangelium wichtig.
|
||||
li Elija und Mose „erscheinen“ beide bei der Verklärung Jesu.
|
||||
li Dort wird auch die „Vorläuferrolle“ des Mose Thema werden.
|
||||
|
||||
|
|
@ -274,9 +279,9 @@ block content
|
|||
li Mit Jes 40 beginnt der sogenannte „Deuterojesaja“.
|
||||
li Dies ist eine Überarbeitung des Jesaja-Buches, die vor allem die Kapitel 40 bis 55 geschaffen hat.
|
||||
li.small Jes 56-66 wiederum gehört der Bearbeitungsschicht „Tritojesaja“ an.
|
||||
li Deuterojesaja wirkte gegen Ende des Exils in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.) und verkündete dessen Ende und damit eine neue Heilszeit für Israel.
|
||||
li Auslöser dafür war Gottes unverdiente Gnade, wie in Jes 40 bis 55 an vielen Stellen deutlich wird: Gottes unverdientes Erlöserhandeln.
|
||||
.card-deck.mb-3.slide
|
||||
li Deuterojesaja wirkte gegen Ende des Exils in Babylon (6. Jhdt. v. Chr.) und verkündete dessen Ende und damit verbunden eine neue Heilszeit für Israel.
|
||||
li Basis dafür ist Gottes unverdiente Gnade, wie in Jes 40 bis 55 an vielen Stellen deutlich wird: Gottes unverdientes Erlöserhandeln.
|
||||
.card-deck.mb-2.slide
|
||||
.card
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title Jes 40,3-5 MT
|
||||
|
|
@ -313,9 +318,9 @@ block content
|
|||
| denn der Herr hat geradet.
|
||||
.card.border-secondary.mb-2.slide
|
||||
.card-body
|
||||
h5.card-title In der Wüste bahnt vs. Rufer in der Wüste
|
||||
h5.card-title „In der Wüste bahnt“ vs. „Rufer in der Wüste“
|
||||
hr
|
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p.card-text.mb-0 Die hebräische Fassung („masoretischer Text“) unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Position der Wendung „in der Wüste“ in V 3
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p.card-text.mb-0 Die hebräische Fassung („masoretischer Text“) und die griechische Übersetzung (Septuaginta, LXX) unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf die Position der Wendung „in der Wüste“ in V 3
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ul.card-text
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li
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| MT ruft auf, in der Wüste den Weg des Herrn zu bahnen.
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@ -331,13 +336,13 @@ block content
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li
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| Jerusalem bzw. der Zion sind durch die Zerstörung im Zuge der Einnahme der Stadt durch König Nebukadnezar von Babylon zur „Wüste“ geworden – als Folge des Zornes Gottes.
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li
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| So symbolisiert „Wüste“ die Gottferne der Menschen in Jerusalem – die aber erleben soll, dass Gott sich neu heilvoll zuwendet;
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| So symbolisiert „Wüste“ die Gottferne der Menschen in Jerusalem – die aber erleben sollen, dass Gott sich neu heilvoll zuwendet;
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br
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| daher gilt es, seinen Weg zu bereiten.
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li
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| In der LXX wird der Rufer selbst in der Wüste lokalisiert,
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| In der LXX wird der Rufer selbst in der Wüste lokalisiert
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br
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| die Wegbereitung damit verallgemeinert und von einem konkreten Ort losgelöst.
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| und so die Wegbereitung von einem konkreten Ort losgelöst.
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br
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| Markus und mit ihm das ganze Neue Testament ist von dieser Fassung abhängig.
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@ -348,7 +353,7 @@ block content
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li Zum einen hat sich Johannes der Täufer einen Ort in der Wüste für sein Wirken gesucht, um dort auf Gottes Kommen hinzuweisen und zur Umkehr aufzurufen.
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li Auch die Gemeinde von Qumran hat sich in die Wüste zurückgezogen, um dort ein gottgefälliges Leben zu führen.
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li
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| Das weist darauf hin, wie „aufgeladen“ diese Zeit war; Auslöser waren vor allem die Anfechtungen durch die griechisch-hellenistische Kultur und die Besatzung durch die Römer,
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| Das weist darauf hin, wie „aufgeladen“ diese Zeit war; Auslöser waren vor allem die Anfechtungen durch die griechisch-hellenistische Kultur und die Besatzung durch die Römer
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| bzw. die sich damit verbindenden Auseinandersetzungen im Volk Isreal.
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li Jes 40,3-5 denkt nicht an einen real-physischen Weg Gottes (oder an den Heimkehrweg der nach Babylon Exilierten).
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li
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| „Weg YHWHs“ (= „Weg des Herrn“) meint im Alten Testament
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q nie einen konkret-räumlichen Weg (...), sondern immer den ehtisch-religiösen Lebenswandeln nach Maßgabe göttlicher Weisung (Gen 18,19; Ri 2,22; 2 Sam 22,22; 2 Kön 21,22; Jer 5.4.5; Hos 14,10; Ps 18,22; 138,5; Spr 10,29; 2 Chor 17,6
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q nie einen konkret-räumlichen Weg (...), sondern immer den ethisch-religiösen Lebenswandel nach Maßgabe göttlicher Weisung (Gen 18,19; Ri 2,22; 2 Sam 22,22; 2 Kön 21,22; Jer 5.4.5; Hos 14,10; Ps 18,22; 138,5; Spr 10,29; 2 Chor 17,6
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|)
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+footnote("Berges, Ulrich: Jesaja 40-48 [HThKAT], 104")
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li
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@ -367,22 +372,26 @@ block content
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| „gerade machen“ kann daher als Aufforderung verstanden werden, auf den rechten Weg zu wechseln.
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li
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| Angesichts des Endes des Exils in Babylon ruft der Prophet also nicht nur eine neue Heilszeit aus,
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| sonnt nimmt dazu auch seine Adressaten in die Pflicht:
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| sondern nimmt dazu auch seine Adressaten in die Pflicht:
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br
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i
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| Der Ruf „Bereitet den Weg des Herrn!“ fordert auf, sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen zu stellen,
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br
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| wobei über das Stichwort „Weg des Herrn“ ein klar ethischer Akzent gesetzt ist:
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b
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| Sich neu unter Zuspruch und Anspruch des Wortes Gottes und seiner Weisung stellen:
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| weg von einem <q>hügeligen</q> – sprich: unsteten – Leben, hin zu einem geradlinigen,
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| weg von einem <q>hügeligen</q> – sprich: unsteten – Leben, hin zu einem geradlinigen,
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| an der Weisung Gottes orientiertem Leben.
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li Denn:
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br
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i
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| Auf dem Weg eines rechten, an Gottes Weisung orientiertem Leben kommt Gott zu den Menschen;
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| wer auf seinen Wegen geht, wird seine segenspendende Nähe erfahren.
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| wer auf seinen Wegen geht, wird seine segen- und lebenspendende Nähe erfahren.
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p.card-text.slide
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||||
| Wie Markus diese „Wegbereitung“ meint, das wird im Laufe des Evangeliums deutlich werden – denn im Sinne der „fortschreitende Konzentrik“ wird
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| Wie Markus diese „Wegbereitung“ versteht, das wird im Laufe des Evangeliums deutlich werden – denn im Sinne der „fortschreitende Konzentrik“ wird
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||||
| jede einzelne Erzählung bzw. Erzähleinheit mit diesem Motiv verbunden – auf teils ungewöhnliche Weise.
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br
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| Unter dem Strich lässt sich aber sagen – und das sei vorab festgehalten – ist Markus nicht weit von Deuterojesaja entfernt.
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| Unter dem Strich lässt sich aber sagen – und das sei vorab festgehalten –, dass Markus nicht weit von Deuterojesaja entfernt ist
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@ -391,7 +400,7 @@ block content
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hr
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ul.card-text
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li
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| Während das Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20 Elija und Mose präsen haben werden lassen,
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| Während das Mischzitat aus Mal 3,1 und Ex 23,20 Elija und Mose haben präsent werden lassen,
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br
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| werden mit Ex 23,20 und Jes 40,3 die beiden grundlegenden Befreiungs-Erfahrungen Israels mit seinem Gott erinnert:
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br
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@ -3,7 +3,7 @@ include ../mixins
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block content
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.card.mb-3.konzentr-2
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.card-body.gliederung
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h5.card-title
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| Inhaltsangabe/Überschrift
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@ -11,12 +11,12 @@ block content
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| Himmlischer Sendungsbeschluss
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,1-3
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.card.mb-3.konzentr-1
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.card.mb-1.konzentr-1
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.card-body.gliederung
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste I: Johannes und seine Umkehrpredigt und Taufe; die Scharen kommen
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted Mk 1,4-5
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.card.mb-3.konzentr-2
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.card.mb-1.konzentr-2
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.card-body.gliederung
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h5.card-title Johannes der Täufer in der Wüste II: Johannes, der wiedergekommene Elija, der auf den Kommenden und dessen Geisttaufe hinweist
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h6.bibelstelle.card-subtitle.text-muted.mb-1 Mk 1,6-8
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@ -31,11 +31,11 @@ block content
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h5.card-header Johannes der Täufer – historisch-kritisch betrachtet
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h5.card-title Zeit der Bedrängnis – Zeit der Erwartung
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hr
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p.card-text Johannes der Täufer startete in den 20er Jahren des 1. Jhdt. n. Chr. eine jüdische Umkehrbewegung.
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p.card-text Johannes der Täufer startete in den 20er Jahren des 1. Jhdt. n. Chr. eine Umkehrbewegung innerhalb des jüdischen Volkes.
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p.card-text
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| Es war eine Zeit großer Erwartungen.
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| Viele Juden fühlten sich politisch und religiös bedrängt – einerseits durch die Römer,
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@ -49,7 +49,7 @@ block content
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| Johannes glaubte an das unmittelbar bevorstehende Ende dieser Weltzeit und das Kommen Gottes
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| zu Gericht und Rettung.
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h5.card-title Zeit der Umkehr – Zeit der Taufe
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hr
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@ -63,7 +63,7 @@ block content
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|||
| die Umkehr und Reue zeigen und damit Vergebung von Gott erbitten sollten, bot er eine Taufe an,
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| die die Umkehr besiegelte, Sündenvergebung zusprach und zu einem erneuerten Lebenswandel nach den Geboten Gottes verpflichtete.
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h5.card-title ‚Gegenveranstaltung‘ zum Tempel
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hr
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@ -82,7 +82,7 @@ block content
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|||
| von Jesus übernommen (Tempelreinigung), sondern findet sich auch schon vor ihm in den Schriften von Qumran.
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| Ähnlich wie für Johannes spielte auch für die Gemeinde hinter diesen Schriften wohl Jes 40,3 eine Rolle (<q>Wüste</q>).
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.card-body
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h5.card-title Johannes <i>der Täufer</i>
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hr
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@ -93,7 +93,7 @@ block content
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|||
| <q><i>ge</i>tauft <i>wird</i></q>, das war neu und zeigt wohl ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein des Täufers (und
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| auch einen gravierenden Unterschied zu den Reinigungsbädern in Qumran).
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.card.slide.mb-3.border-secondary
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.card-body
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h5.card-title Johannes – der <q>wiedergekommene Elija</q>
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hr
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@ -164,17 +164,19 @@ block content
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li Johannes der Täufer ist die „Stimme eines Rufes in der Wüste“.
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li
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| Seine Verkündigung der Umkehr(taufe) entspricht der Aufforderung „Bereitet den Weg des Herrn“;
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br
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| der ethische Akzent von Jes 40,3 wird unterstrichen.
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li
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| Indem man diesem Ruf zu Taufe und Umkehr folgt, stellt man sich selber in den Dienst des Kommens des Herrn (wird „Wegbereiter des Herrn”), da man dem Aufruf „Bereitet den Weg des Herrn“ folgt.
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//- wird man selber zum Wegbereiter des Herrn
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||||
| Indem man diesem Ruf zu Taufe und Umkehr folgt, folgt man dem Ruf „Bereitet den Weg des Herrn“;
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br
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| durch Umkehr und Taufe stellt man sich also in den Dienst des Kommens des Herrn (wird „Wegbereiter des Herrn”).
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li
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| Johannes der Täufer ist selber „Wegbereiter des Herrn“
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| Johannes der Täufer ist selber „Wegbereiter des Herrn“:
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ol.card-text
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li Indem er die „Stimme eines Rufes in der Wüste“ nach Jes 40,3 ist und also auffordert, sich in den Dienst des Kommens Gottes/Jesu zu den Menschen zu stellen (V 4).
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li Indem er auf den Starken und sein Kommen hinweist (VV 7.8).
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br
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span.small Wer damit gemeint ist, bleibt zunächst offen: Gott? ein Messias?
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span.small Wer damit gemeint ist bleibt in der Erzählung selber offen: Gott? ein Messias?
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||||
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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@ -190,8 +192,6 @@ block content
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|||
br
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| nicht Gott kam zum großen Gerichtstag, sondern Jesus kam, um Gottes Reich zu verkünden und in Tod und Auferstehung zu erschließen
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| – so zumindest die christliche Perspektive.
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li
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| Johannes der Täufer und Jesus verbindet auch das gemeinsame Schicksal des gewaltsamen Todes durch die Mächtigen.
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li
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| So wurde in der christlichen Tradition Johannes der Täufer zum Vorläufer Jesu –
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br
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@ -201,18 +201,20 @@ block content
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| Die christliche Taufe lässt sich letztlich nur von der Johannes-Taufe her schlüssig ableiten.
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br
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| In gewisser Weise hat die Jesus-Bewegung die Johannes-Bewegung zumindest zum Teil personell und ideell „beerbt“.
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li
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| Johannes der Täufer und Jesus verbindet auch das gemeinsame Schicksal des gewaltsamen Todes durch die Mächtigen.
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li
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| Das Verhältnis Jesu zu Johannes war offenbar ein Reiztehema.
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br
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| Wer ist von beiden der Wichtigere, Größere? – Virulent wurde diese Fragestellung vor allem im Austausch mit Täuferjüngern (die es auch nach dem Tod des Täufers gab).
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br
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| Gerade, wenn bewusst war, dass Jesus einst Schüler von Johannes war und dieser sich von jenem hat taufen lassen, hatte Johannes einige Argumente für sich.
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| Gerade, wenn bewusst war, dass Jesus einst ein Schüler des Johannes war und dieser sich von jenem hat taufen lassen, hatte Johannes einige Argumente für sich.
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br
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| Zumal ja nur die Christen selber an die Auferstehung Jesu glauben.
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br
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span.small
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| Hier muss man auch ergänzen, dass nicht in allen Strömungen des frühen Christentums Jesu Tod und Auferstehung jenes Gewicht haben wie in der paulinisch-markinischen Tradititon
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| und in der späteren „offiziellen“ christlichen Lehre;
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| und in der späteren „offiziellen“ christlichen Theologie;
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br
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| etwa in der sog. Logienquelle – die Mt und Lk neben Mk und Sondergut benutzt haben (→ Zweiquellentheorie) – spielen Jesu Tod und Auferstehung zumindest im soteriologischen Sinne (→ „Erlöst durch Jesu Tod“) keine Rolle.
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br
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@ -221,7 +223,7 @@ block content
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| In diesen Kontext sind die VV 7.8 einzuordnen:
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ul.card-text
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li
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| Der Stärkere, den Johannes verkündet und dem gegenüber er nicht mal würdig ist, den niedrigsten Dienst – das Lösen der Riemen an den Sandalen – auszuüben, ist nach Ausweis des Evangeliums insgesamt eindeutig Jesus (siehe auch unten);
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||||
| Der Stärkere, den Johannes verkündet und dem gegenüber er nicht einmal würdig ist, den niedrigsten Dienst – das Lösen der Riemen an den Sandalen – auszuüben, ist nach Ausweis des Evangeliums insgesamt eindeutig Jesus (siehe auch unten);
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br
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||||
| damit wird Johannes im Vergleich zu Jesus zum eindeutig Schwächeren, ja fast Nichtigen.
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li
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@ -232,14 +234,19 @@ block content
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.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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h5.card-title
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q ... der stärker ist als ich
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q ... der stärker ist als ich; ... er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen
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h6.card-subtitle.text-muted Johannes als Verkünder des Evangeliums
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hr
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p.card-text
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| Aus der konzentrischen Gliederung geht eindeutig hervor, wer damit gemeint ist:
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| Aus der konzentrischen Gliederung geht eindeutig hervor, wer mit dem kommenden Stärkeren gemeint ist:
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br
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| Jesus Christus, Sohn eines Gottes.
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br
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| Aufgrund des Attributes „Sohn (eines) Gotes“ ist auch klar, warum dieser im Vergleich zu Johannes dem Täufer „stärker“ ist.
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| Aufgrund des Attributes „Sohn (eines) Gottes“ ist auch klar, warum dieser im Vergleich zu Johannes dem Täufer „stärker“ ist.
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p.card-text
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i
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| Johannes der Täufer verkündet als das „Evangelium Jesu Christi, Sohn (eines) Gottes“
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| das Kommen des Stärkeren, nämlich das Kommen Jesu, und seine Geisttaufe.
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.card.slide.border-primary
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.card-body
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