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505abe2c74
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505abe2c74 | |
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8c361121ea |
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@ -201,11 +201,11 @@ var _gliederung =
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name: "<q>Ich will es, werde rein</q>",
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subs: []
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},
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{
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/*{
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id : "lehre",
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name: "Jesu Lehre ist anders ... <span class='small'>(unwahrscheinlich)</span>",
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subs: []
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},
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},*/
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{
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id : "mitbegraben",
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name: "Wir wurden mit Christus begraben",
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@ -312,6 +312,11 @@ block content
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| bleibt auch der Getaufte der Versuchung ausgesetzt.
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br
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| Es ist – wie bei Jesus – der in der Geisttaufe vermittelte Geist Gottes, der auch den Christen hilft, ihre Versuchungen zu bestehen.
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li
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| Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“)
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| und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde,
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| spiegelt sich im Dienst der Engel.
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@ -204,7 +204,7 @@ block content
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li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
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li
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| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
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| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und sich nun auf „ganz Galiläa“ ausdehnt.
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| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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.card-body
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@ -219,6 +219,8 @@ block content
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| eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach.
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li
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| Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert.
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li
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| Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.).
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@ -261,25 +263,36 @@ block content
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.card-body
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h5.card-title
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q ... ging an einen einsamen Ort
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q ... und ging an einen einsamen Ort
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h6.card-subtitle.text-muted Wüste!
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hr
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ul.card-text
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li
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| Im Griechischen ist der „einsame Ort“ nicht von der Wüste (wie in Mk 1,12: Auseinandersetzung mit Satan!) zu unterscheiden;
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| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
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| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
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li
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| Wie in der Versuchungserzählung ist damit ein Widerspruch inszeniert: Wüste als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit,
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| sondern auch der Gottferne, doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott.
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li
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| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens,
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| daran weiterzubauen ist der Weg der Jünger als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu.
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li
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| Für Jesus als Auferstandenen – als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) – geht die
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| Auseinandersetzung mit Satan – auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist – weiter: er steht seinen Jüngern bei;
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| Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ – wie in der Versuchungserzählung – im übertragenen Sinne,
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| ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene – analog zur Versuchungserzählung –:
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br
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| er geht ihnen – gerade als Auferstandener – immer wieder in die „Wüste“ voraus,
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| um so ihr „Menschenfischersein“ zu tragen.
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| „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne,
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br
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| doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“.
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li
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| Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet;
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| man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten.
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br
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| Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt,
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| wie die weitere Betrachung noch zeigen wird.
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br
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span.small
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| Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung
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| durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist.
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br
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| Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten:
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ul.card-text.small
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li Jesu Wirken als Auferstandener – vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger.
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li Jesu Weg ans Kreuz.
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.card-body
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@ -340,24 +353,77 @@ block content
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| Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren,
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| die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen.
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li
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| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit.
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| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit,
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| die er mit seiner Sendung begründet.
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li
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| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
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||||
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
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||||
| aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt (– das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten –)
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| und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen.
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li
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| Ein Signal für die Zeit nach Ostern:
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br
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| das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels),
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| sondern die Nachfolge im Dienst des Evangleliums zum Heil der Menschen;
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| sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung);
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br
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| es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung!
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li
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| Hier ist die „Wüste“ auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung;
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br
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| sie ist der Wirkort Jesu,
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| in den die Jünger immer neu nachfolgen müssen.
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| So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um
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| zu einer Sendungschristologie:
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ul.card-text
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li
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| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens.
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br
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| Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront,
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| wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung.
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li
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| Aus dem Bezug zur Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent:
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br
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q.bibeltext
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| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
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br
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| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
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br
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| Sein Leben war das eines Menschen;
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br
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| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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br
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| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
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br
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| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
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br
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| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
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span.bibelstelle Phil 2,6-11
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br
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| Besonders in der Zeit nach Ostern ist <i>diese</i> Erinnerung an den Gottessohn wichtig,
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br
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| der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist:
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br
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| der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen – um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen
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| und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden.
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li
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| In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach;
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| dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind:
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br
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| Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten
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| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
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li
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| Dass Jesus – wie es diese Erzählung bebildert – nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht,
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| um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich:
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ul.card-text
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li Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen.
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li
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| Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger – sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“.
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br
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| So geht auch für Jesus als Auferstandenen – als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) – die
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| Auseinandersetzung mit Satan – auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist – weiter,
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| bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort.
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li
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| Zusammenfassend lässt sich sagen:
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br
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| Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um –
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| dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren.
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li
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| Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung.
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@ -414,14 +480,14 @@ block content
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li
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| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
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br
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| sie können – wie in Mk 1,21-28 – als Auswirkung der Lehre Jesu – also seiner Verkündigung – gelesen werden:
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| sie können – wie in Mk 1,21-28 – als Auswirkung der Lehre Jesu – also seiner Verkündigung – gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
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br
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| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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.card-body
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h5.card-title
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| Das Wirken Johannes des Täufers und die die Massenheilungen und –dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
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| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und –dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Jesus, der Stärkere, in Aktion
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hr
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@ -452,24 +518,26 @@ block content
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li
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| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu – „als er aus dem Wasser stieg“ – und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
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br
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| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter im übertragenen Sinne.
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| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
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br
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| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
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li
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| Die Taufe erscheint als Ort der <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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li
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| Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
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br
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| so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz
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| handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern:
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br
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| dies ist die adäquate Reaktion auf die Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
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| dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
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li
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| Dieser Dienst – im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“ – in der Nachfolge Jesu
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| bedeutet <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus.
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| Dieser Dienst aneinander – im Sinne des „tot für die Sünde – leben für Gott“ – in der Nachfolge Jesu
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| ist <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf.
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.card-body
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h5.card-title
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| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
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| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
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h6.card-subtitle.text-muted
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| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
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hr
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@ -479,8 +547,14 @@ block content
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| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
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li
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| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
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| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus gekommen ist, die Dämonen mitsammt ihrem Anführer – Satan – ins Verderben zu stürzen;
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| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer – Satan – ins Verderben zu stürzen,
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| sondern dies auch tatsächlich tut;
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br
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| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
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li
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| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich – beides sind „Orte“, an die Jesus geht:
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br
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| Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
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| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.
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@ -156,9 +156,9 @@ block content
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li
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| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
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br
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| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
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| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
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br
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span.small In besonderer Weise verbindet sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
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li
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| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
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li
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@ -175,7 +175,7 @@ block content
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br
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| Als Sprachspiel:
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br
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i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesus) (nach-)geht.
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i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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||||
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.card-body
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@ -202,7 +202,7 @@ block content
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|||
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
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ul.card-text
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li
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||||
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich – und über das „sofort“ in Mk 1,12 engstens verbunden –:
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| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich – und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden –:
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ul.card-text
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li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
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li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
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@ -224,7 +224,7 @@ block content
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| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
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br
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| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
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| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
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| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
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br
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| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
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br
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@ -253,18 +253,19 @@ block content
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br
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q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
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| (→ Röm 6,11).
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li
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||||
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
|
||||
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
|
||||
li
|
||||
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
|
||||
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
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||||
li.small
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||||
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
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||||
br
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| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
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||||
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
|
||||
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
|
||||
li
|
||||
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
|
||||
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
|
||||
li
|
||||
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
|
||||
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
|
||||
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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|
@ -353,45 +354,153 @@ block content
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|||
li
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||||
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
|
||||
br
|
||||
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
|
||||
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
|
||||
li
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||||
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
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br
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| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
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||||
li
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||||
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
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||||
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
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.card.slide.border-secondary.mb-2
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.card-body
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h5.card-title
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| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
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h6.card-subtitle.text-muted
|
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| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
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hr
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ul.card-text
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li
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||||
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
|
||||
| dadurch
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| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
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br
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| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
|
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| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
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br
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||||
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
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li
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| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
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||||
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
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||||
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
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br
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||||
| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu – fast anachronistisch – auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
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li
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| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
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ul.card-text
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li
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| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine – in Mk 1,9-11 auch angedeutete – Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
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||||
| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
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li
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||||
| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
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li
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||||
| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
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||||
| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
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li
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||||
| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor – also nicht auf die Auferstehung,
|
||||
| sondern seine „Herkunft“ –, stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
|
||||
| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
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li
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| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
|
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| auf den sog. „Philipperhymnus“
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||||
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
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br
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span.small
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||||
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
|
||||
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
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li
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||||
| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
|
||||
| sondern seine himmlische Herrlichkeit – seine „persönliche Komfortzone“ – verlassen hat,
|
||||
| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
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br
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q.bibeltext
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| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
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br
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| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
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br
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||||
| Sein Leben war das eines Menschen;
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br
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||||
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
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br
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| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
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br
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| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
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br
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| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
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span.bibelstelle Phil 2,6-11
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li
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||||
| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert – das macht sein Kontext deutlich –, um den Christen zu veranschaulichen,
|
||||
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
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li
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| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
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br
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span.small
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||||
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
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| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
|
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| gegenüberliegen.
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.card-body
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h5.card-title
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||||
| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
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h6.card-subtitle.text-muted
|
||||
| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
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hr
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ul.card-text
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li
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| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
|
||||
| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
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br
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| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
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||||
br
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||||
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
|
||||
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
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||||
br
|
||||
| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
|
||||
li
|
||||
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
|
||||
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
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||||
| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
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||||
br
|
||||
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge, durch ihr Sohn-Gottes-Werden aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
|
||||
| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
|
||||
br
|
||||
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
|
||||
| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
|
||||
br
|
||||
| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
|
||||
| und treten in den Dienst Jesu.
|
||||
li
|
||||
| Nun muss auffallen, dass Markus erwähnt, dass auch Jesus, um sich von Johannes „taufen“ zu lassen, seine Heimat (Nazaret in Galiläa)
|
||||
| verlassen hat. Doch muss man hier noch tiefer sehen!
|
||||
| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
|
||||
br
|
||||
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird zeigen, dass Markus mit höchster
|
||||
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
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br
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||||
| Im darin enthalteten „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein – wörtlich übersetzt – „nicht als Raub festgehalten hat“,
|
||||
| sondern seine himmlische Herrlichkeit – seinen Vater – verlassen hat, um Mensch zu werden: auch er hat auf „Haben“ verzichtet
|
||||
| und ist ein Diener, ein Sklave geworden;
|
||||
br
|
||||
| dieser Hymnus wird von Paulus überliefert, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
|
||||
br
|
||||
i So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt.
|
||||
| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
|
||||
li
|
||||
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
|
||||
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
|
||||
br
|
||||
i
|
||||
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung
|
||||
| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
|
||||
br
|
||||
span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
|
||||
br
|
||||
| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
|
||||
br
|
||||
| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer – beispielhafter! – Weise Jesus nach.
|
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|
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.card-body
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h5.card-title
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||||
| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
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||||
h6.card-subtitle.text-muted
|
||||
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
|
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hr
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ul.card-text
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li
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||||
| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
|
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| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
|
||||
br
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||||
| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
|
||||
| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
|
||||
li
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||||
| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
|
||||
br
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||||
i
|
||||
| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder – je nach kulturellem Kontext – matriarchalischen) Prägung
|
||||
| menschlicher Gesellschaft,
|
||||
br
|
||||
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
|
||||
|
|
@ -402,6 +511,84 @@ block content
|
|||
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
|
||||
br
|
||||
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
|
||||
|
||||
|
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p.card-text.slide
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||||
i
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||||
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
|
||||
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
|
||||
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
|
||||
|
||||
|
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.card-body
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h5.card-title
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||||
| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
|
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h6.card-subtitle.text-muted
|
||||
| Röm 6 als Vorbild
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||||
hr
|
||||
p.card-text
|
||||
| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
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ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Als Fortsetzung des Satzes
|
||||
br
|
||||
q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
|
||||
br
|
||||
| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
|
||||
br
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||||
q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
|
||||
li
|
||||
| Doch es heißt:
|
||||
br
|
||||
q
|
||||
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
|
||||
br
|
||||
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
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||||
li.small
|
||||
| Erst später wird es heißen:
|
||||
br
|
||||
q
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||||
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
|
||||
br
|
||||
| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
|
||||
br
|
||||
| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
|
||||
li
|
||||
| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
|
||||
br
|
||||
q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
|
||||
li
|
||||
| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
|
||||
| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
|
||||
li
|
||||
| Dagegen betont Paulus – durchaus mit einem mahnenden Ton –:
|
||||
br
|
||||
| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
|
||||
| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein – aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
|
||||
br
|
||||
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
|
||||
| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
|
||||
br
|
||||
| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
|
||||
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde – für Gott leben“.
|
||||
li
|
||||
| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
|
||||
| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
|
||||
br
|
||||
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
|
||||
| in der Nachfolge Jesu.
|
||||
li.small
|
||||
| Bei beiden begegnet – aus diesem Grund – der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene – der ja wirklich schon am Ziel ist –
|
||||
| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
|
||||
br
|
||||
| für sie wäre
|
||||
| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg – auf dem er schon
|
||||
| die Versuchung bestanden hat – zum Vorbild geworden ist.
|
||||
br
|
||||
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
|
||||
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
|
||||
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
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.card-body
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@ -519,12 +706,30 @@ block content
|
|||
hr
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||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
|
||||
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
|
||||
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
|
||||
li
|
||||
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser – Jesus – tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
|
||||
li
|
||||
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
| Damit ist – von der Mitte der konzentrischen Gliederung her – ein Sinneswandel gemeint,
|
||||
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
|
||||
li
|
||||
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
|
||||
br
|
||||
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
|
||||
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
|
||||
| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
|
||||
li
|
||||
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
|
||||
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
|
||||
br
|
||||
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
|
||||
br
|
||||
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
|
||||
span.bibelstelle Röm 6,3
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li
|
||||
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
|
||||
br
|
||||
|
|
@ -533,7 +738,7 @@ block content
|
|||
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“ –
|
||||
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr.
|
||||
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
|
||||
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
|
||||
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.
|
||||
|
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|
|
|
|||
File diff suppressed because it is too large
Load Diff
|
|
@ -197,7 +197,7 @@ block content
|
|||
| wie insgesamt diese Erzählung auf das Gekommensein Jesu einen klaren Schwerpunkt legt („Bist du gekommen ...“ als Frage des Dämon an Jesus):
|
||||
br
|
||||
i
|
||||
| Jesu Sendung steht ganz im Dienste des Kommens Gottes zu den Menschen, das also notwendige Kehrseite das Stürzen der Dämonen – und letztlich Satan selbst –
|
||||
| Jesu Sendung steht ganz im Dienste des Kommens Gottes zu den Menschen, das als notwendige Kehrseite das Stürzen der Dämonen – und letztlich Satan selbst –
|
||||
| ins Verderben mit sich bringt.
|
||||
br
|
||||
| Dies wird in dieser Erzählung „bebildert“.
|
||||
|
|
@ -206,7 +206,7 @@ block content
|
|||
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich werden, wie das Ausführen der Sendung Jesu auch zum ethischen Charakter
|
||||
| von „Bereitet den Weg des Herrn“ passt.
|
||||
li.small
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||||
| Diese Interpretation von „Besessensein mit einem unreinen Geist“ klingt fast aufgeklärt und passt auch ins 21. Jahrhundert.
|
||||
| Die hier gebotene Interpretation von „Besessensein mit einem unreinen Geist“ klingt fast aufgeklärt und passt auch ins 21. Jahrhundert.
|
||||
br
|
||||
| Doch muss man aufpassen, dass man das christologisch-soteriologische Element nicht übersieht und die Realität der gefangennehmenden Sünde nicht banalisiert.
|
||||
| Sonst ist man schnell bei der Nicht-Notwendkeit der Erlösung durch Christus – und hat den christlichen Glauben entleert.
|
||||
|
|
@ -276,10 +276,10 @@ block content
|
|||
h5.card-title
|
||||
q Du bist der Heilige Gottes – uns ins Verderben zu stürzen
|
||||
br
|
||||
q Evangelium von Jesus Christus, Sohn eines Gottes
|
||||
q Evangelium von Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
|
||||
li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntnis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
|
||||
li Analog wird „Evangelium“ damit gefüllt, dass Jesus offensichtlich gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
|
||||
|
||||
.card.slide.border-primary.mb-3
|
||||
|
|
@ -289,13 +289,13 @@ block content
|
|||
hr
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||||
ul.card-text
|
||||
li Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu.
|
||||
li Bewusst hebt Markus den Unterschied zu den Schriftgelehrten hervor – Jesu Lehre ist <i>anders</i> in Inhalt und Mächtigkeit.
|
||||
li Deutlich hebt Markus den Unterschied zu den Schriftgelehrten hervor – Jesu Lehre ist <i>anders</i> in Inhalt und Mächtigkeit.
|
||||
li
|
||||
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
|
||||
br
|
||||
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
|
||||
li
|
||||
| So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
|
||||
br
|
||||
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
|
||||
li
|
||||
| Die gelungene Dämonenaustreibung bestätigt jedenfalls die Vollmacht Jesu und die
|
||||
| Gültigkeit seiner Lehre.
|
||||
|
|
@ -316,17 +316,17 @@ block content
|
|||
li
|
||||
| Gleich nach der Taufe wird Jesus in Versuchung geführt.
|
||||
br
|
||||
| Über Inhalt und Ergebnis der Versuchung erführt der Leser aber nichts;
|
||||
| Über Inhalt und Ergebnis der Versuchung erfährt der Leser aber nichts;
|
||||
| er kann sich zwar manches denken, doch wird er geheimnisvoll in der Luft hängen gelassen.
|
||||
li
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| Jesus ruft zu Umkehr auf – wie schon Johannes der Täufer – und verkündet das Evangelium Gottes, das mit dem Nahegekommensein des Gottesreiches zusammenhängt.
|
||||
br
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||||
| Inhaltlich bleibt das Evangelium aber ansonsten unbestimmt.
|
||||
| Inhaltlich bleibt das Evangelium aber ansonsten unbestimmt. – Und was das Nahegekommensein des Gottesreiches nun bedeutet bzw. mit sich bringt – außer, dass sich damit der Ruf zur Umkehr verbindet – ist auch verschwiegen.
|
||||
li
|
||||
| Der Leser wird Zeuge der Berufung der ersten Jünger, die Jesus um sich schart und denen er einen doch etwas zwielichtigen Auftrag geben wird (→ „Menschenfischer“);
|
||||
| er wundert sich vielleicht auch über die Radikalität der Reaktion der in die Nachfolge Gerufenen.
|
||||
li
|
||||
| Schließlich erfärt er von der ersten Austreibung eines unreinen Geistes und vom Staunen der Menge, weniger über das Wunder als vielmehr über die Lehre Jesu,
|
||||
| Schließlich erfährt er von der ersten Austreibung eines unreinen Geistes und vom Staunen der Menge, weniger über das Wunder als vielmehr über die Lehre Jesu,
|
||||
| die für ihn inhaltlich unbestimmt bleibt.
|
||||
br
|
||||
| Dass Jesus das Wunder wirken kann, hängt für ihn wohl eher damit zusammen, dass Jesus „der Heilige Gottes“ ist;
|
||||
|
|
@ -382,7 +382,7 @@ block content
|
|||
h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus
|
||||
hr
|
||||
ul.card-text
|
||||
li Im allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
|
||||
li In allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
|
||||
ul.card-text
|
||||
li
|
||||
i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist
|
||||
|
|
@ -407,30 +407,57 @@ block content
|
|||
| daher wird dieses Wissen bzw. die diesbezüglichen Bekenntnisse
|
||||
| mit einem Schweigegebot versehen.
|
||||
li
|
||||
| Gerade angesichts dessen, dass man sich – besonders als „unbedarfter Leser“ – sich einiges zusammenreimen kann – nicht zuletzt aus dem Stichwort „Heiliger Gottes“ –,
|
||||
| Gerade angesichts dessen, dass man sich – besonders als „unbedarfter Leser“ – sich einiges zusammenreimen kann – nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ –,
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||||
| ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild:
|
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br
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||||
i Aus den Hoheitstiteln allein – die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ – könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
|
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i
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||||
| Aus den Hoheitstiteln allein – die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ – könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
|
||||
br
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| Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden!
|
||||
|
||||
li
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||||
| Man wird also sagen können:
|
||||
br
|
||||
i
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| Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie,
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| dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu einzubinden sind.
|
||||
li
|
||||
| Der „sehende Leser“ kann hier aber schon weitergehende Bezüge herstellen:
|
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ul.card-text
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li
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| Dazu muss man sich – als „sehender Leser“ – bewusst manchen, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
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| der deinen <i>Weg</i> bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den <i>Weg</i> des Herrn!“ (→ je oberes Ende konzentrische Gliederung!)
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| auf die Sendung Jesu bezogen werden kann (s. o.), auf die der Dämon mit seiner Frage anspielt:
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| Es wird damit signalisiert, dass es bei der Lehre Jesu um seine Sendung geht, um den <i>Weg</i>, den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt:
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| Indem das Staunen über die Lehre Jesu die Erzähung rahmt und man – als „sehener Leser – gelernt hat,
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| sich bei der Auslegung auch durch die Konzentrik leiten zu lassen,
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| Es geht (wie die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ bestätigen werden) um Jesu Weg ans Kreuz,
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| allgemein den Weg ins Verderben, den Jesus dem Dämon und Seinesgleichen vorangeht,
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| um diesen den Weg ins Verderben zu bahnen, und mit dem er sich
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| auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
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| wird man so interpretieren dürfen, dass die Mitte der Erzählung einen Hinweis enthält, was die Lehre Jesu beinhaltet.
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i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren.
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| Just in der Mitte der Erzählung geht es um die Sendung Jesu:
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| der Dämon fragt Jesus, ob dieser gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen.
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| Unterstützend ist daran zu erinnern, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
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| der deinen <i>Weg</i> bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den <i>Weg</i> des Herrn!“ (→ je oberes Ende der konzentrischen Gliederung!)
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| auf die <i>Sendung Jesu</i> bezogen werden kann (s. o.).
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| Die Frage des Dämon kann schon aus der Erzählung selbst mit einem Ja beantwortet werden,
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| der „sehende Leser“ weiß aber bereits darum, dass Jesus vor
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| dem Dämon und Seinesgleichen her selber den Weg ins Verderben geht (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen
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| und sie so ins Verderben zu stürzen.
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| Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
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| So wird klar, dass die Lehre Jesu sich auf den <i>Weg</i> beziehen muss,
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| den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt: den Weg ans Kreuz!
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| Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
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i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren:
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i Der, dem die Engel dienen, ist der, der selber als Diener in die Wüste gegangen ist.
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| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ erwarten würde:
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| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
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| Was der Dämon ‚bekennt‘, ist ‚wahr‘; und doch ist es – wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt –
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| für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig.
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| Dies erklärt – mit Rückgriff auf
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span.bibelstelle Röm 1,16
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| auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu:
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| – auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu:
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q.bibeltext
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| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt
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| christologisch-soterialogische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
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| darauf bezieht sich der Glaube.
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| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
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| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott (→ „Wohlgefallen“!) verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
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| um das künftige Sein bei Jesus zu erlangen.
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| Diese Zusammenhänge bestätigen, dass die nicht spezifizierte Lehre am unteren Ende der konzentrischen Gliederung inhaltlich mit dem
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| die Jünger werden diese Geisttaufe praktizieren (→ „Menschenfischer“).
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ul.card-text
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li Beide stehen damit im Dienste des Stärkeren und der Umkehr und Erneuerung des Gottesvolkes bzw. der Menschheit.
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li Beide haben damit – wie Jesus (Mitte!) – eine Sendung, die gegen Dämonen, Satan und Sünde gerichtet ist.
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li Beide haben damit – wie Jesus (Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung) – eine Sendung, die gegen Dämonen, Satan und Sünde gerichtet ist.
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| Das Verlassen des Vaters durch die Söhne des Zebedäus – womit sie aus einer Gesellschaft des „Habens“ und „menschlicher Macht“ ausbrechen –
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| spiegelt sich in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers;
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| seine „Taufe des Sinneswandels“ wiederum im Sinneswandel der Zebdäussöhne.
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| Beides ist zu verbinden mit Jesu „Weg in die Wüste“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
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| der für Jesus ein „Weg ins Verderben“ ist (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
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| ein Weg der Erniedrigung des „Sohn (eines) Gottes“ bis hin ans Kreuz (→ Phil 2,6-11).
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ul.card-text
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li Matthäus und Lukas übernehmen die Schweigegebote zu einem gewissen Teil, haben sie aber offenbar auch nicht verstanden.
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li Nicht immer sind Schweigegebote bei Dämonenaustreibungen und Wundern gesetzt.
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li Mehrmals wird ein Schweigegebot gebrochen.
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li Ein Schweigegebot wird auch klar gebrochen.
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| Die Schweigegebote haben unterschiedliche Typen:
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| manchmal geht es um die Wunder selbst;
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| irritierend ist, dass Jesus auch zum Weitererzählen einer Dämonenaustreibung explizit aufrufen kann und es trotz „Bekenntnis“ des Dämon kein Schweigegebot an ihn gibt (→ Mk 5,1-20).
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| irritierend ist, dass es auch einmal trotz „Bekenntnis“ des Dämon kein Schweigegebot an ihn gibt (→ Mk 5,1-20).
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| Die Einzelbetrachtung wird sich dem jeweils widmen.
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p.card-text.mb-0 Für die vorliegende Erzählung gilt:
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| dieses christologisch-soteriologische Doppelereignis wirkt sich hier aus zum Heil der Menschen;
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| das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles – nämlich Jesu Weg ans Kreuz – zu vergessen.
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| das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles – nämlich Jesu Tod am Kreuz – zu vergessen:
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| Jesus ist gleichsam den Dämonen voraus ins Verderben gegangen, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen, sie also ins Verderben zu stürzen.
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