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Peter Fischer 505abe2c74 Mk/Reinigen 2021-10-17 22:20:26 +02:00
Peter Fischer 706e770207 Verbesserung Mk/Verderben 2021-10-17 22:19:58 +02:00
Peter Fischer 881e98e45d Kleine Verbesserungen 2021-10-17 22:19:43 +02:00
Peter Fischer 83f4e667fe Verbesserung Mk/Mir nach 2021-10-17 22:19:14 +02:00
Peter Fischer 71c98b4326 Überarbeitung Mk/Aufbruch 2021-10-17 22:18:49 +02:00
Peter Fischer 8c361121ea Korrektur in mk.js 2021-10-17 22:18:15 +02:00
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@ -201,11 +201,11 @@ var _gliederung =
name: "<q>Ich will es, werde rein</q>",
subs: []
},
{
/*{
id : "lehre",
name: "Jesu Lehre ist anders ... <span class='small'>(unwahrscheinlich)</span>",
subs: []
},
},*/
{
id : "mitbegraben",
name: "Wir wurden mit Christus begraben",

View File

@ -312,6 +312,11 @@ block content
| bleibt auch der Getaufte der Versuchung ausgesetzt.
br
| Es ist wie bei Jesus der in der Geisttaufe vermittelte Geist Gottes, der auch den Christen hilft, ihre Versuchungen zu bestehen.
li
| Die Hoheit Jesu, von der Johannes der Täufer spricht („... nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen“)
| und die ihm in der Auferstehung (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) zuteil wurde,
| spiegelt sich im Dienst der Engel.
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View File

@ -204,7 +204,7 @@ block content
li Zeitlich sind wir am Anfang des Tages: „In aller Frühe, als es noch dunkel war“.
li
| Inhaltlich wird in der zweiten Hälfte der Episode von einem neuen Aufbruch erzählt,
| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und sich nun auf „ganz Galiläa“ ausdehnt.
| der sich vom bisherigen Umfeld Kafarnaum löst und nun „ganz Galiläa“ in Blick nimmt.
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@ -219,6 +219,8 @@ block content
| eilen Petrus und seine Begleiter Jesus nach.
li
| Damit wird klar Jesus als der vorausgehende göttliche Bote, der den Nachfolgenden den Weg bahnt (→ oberes Ende der konzentrischen Gliederung), inszeniert.
li
| Sein Gang in die „Einsamkeit“, sein Aufbruch zu Verkündigung und Dämonenaustreibung mit Weitung des Wirkkreises will und wird auch ihren weiteren Weg bestimmen (s. u.).
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@ -261,25 +263,36 @@ block content
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h5.card-title
q ... ging an einen einsamen Ort
q ... und ging an einen einsamen Ort
h6.card-subtitle.text-muted Wüste!
hr
ul.card-text
li
| Im Griechischen ist der „einsame Ort“ nicht von der Wüste (wie in Mk 1,12: Auseinandersetzung mit Satan!) zu unterscheiden;
| Im Griechischen schwingt bei „einsamer Ort“ die „Wüste“ mit;
| die deutsche Übersetzung verdeckt dies.
li
| Wie in der Versuchungserzählung ist damit ein Widerspruch inszeniert: Wüste als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit,
| sondern auch der Gottferne, doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott.
li
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens,
| daran weiterzubauen ist der Weg der Jünger als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu.
li
| Für Jesus als Auferstandenen als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) geht die
| Auseinandersetzung mit Satan auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist weiter: er steht seinen Jüngern bei;
| Versteht man die „Einsamkeit“ als „Wüste“ wie in der Versuchungserzählung im übertragenen Sinne,
| ergibt sich eine doppelte Widersprüchlichkeit der Szene analog zur Versuchungserzählung :
br
| er geht ihnen gerade als Auferstandener immer wieder in die „Wüste“ voraus,
| um so ihr „Menschenfischersein“ zu tragen.
| „Wüste“ als Ort nicht nur der menschlichen Einsamkeit, sondern auch der Gottferne,
br
| doch gleichzeitig Gebet als Verbindung zu Gott und zugleich Aufgesuchtwerden von Petrus und seinen Begleitern, indirekt von „allen“.
li
| Angesichts der Präsenz von Ostern in der Erzählung ist Jesu Weg in die Einsamkeit bzw. in die „Wüste“ unerwartet;
| man würde ihn eher in einer der Auferstehung entsprechenden Umgebung erwarten.
br
| Doch kommt gerade in dieser Umbiegung der Erwartung zum Vorschein, worauf Markus Wert legt,
| wie die weitere Betrachung noch zeigen wird.
br
span.small
| Sicher „hinkt“ hier manches; doch ist dies dem Umstand geschuldet, dass Markus einerseits Jesu Auferstehung
| durch klare Anspielungen gegenwärtig macht, andererseits Jesus aber noch auf dem Weg zu Tod und Auferstehung ist.
br
| Mithin ist also das „Weiter“ auf zwei Ebenen zu verorten:
ul.card-text.small
li Jesu Wirken als Auferstandener vom Himmel her in Unterstützung seiner Jünger.
li Jesu Weg ans Kreuz.
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@ -340,24 +353,77 @@ block content
| Andererseits wirft der Umstand, dass in der vorhergehenden Erzählung bereits alle Kranken geheilt worden waren,
| die Frage auf, was nun „alle“ von Jesus wollen, warum sie ihn suchen.
li
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit.
| Festzuhalten ist jedenfalls, dass bevor diese „alle“ überhaupt nachkommen können, Jesus aufbricht zu einer erweiterten Wirksamkeit,
| die er mit seiner Sendung begründet.
li
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
| Vom Gesamt des Evangeliums her legt es sich nahe, dass Markus Jesus sich hier einer Verehrung durch die Menschen
| aufgrund der Heilungen und Dämonenaustreibungen entziehen lässt ( das wäre in gewisser Weise eine Analogie zu den Schweigegeboten )
| und mittels dem „dazu bin ich gekommen“ auf die aktive Umsetzung seiner Sendung verweist: Wirken zum Heil der Menschen.
li
| Ein Signal für die Zeit nach Ostern:
br
| das Ziel des Wirkens Jesu ist nicht seine eigene Verehrung (als Auferstandener in der Herrlichkeit des Himmels),
| sondern die Nachfolge im Dienst des Evangleliums zum Heil der Menschen;
| sondern die Umkehr und die Nachfolge der Jünger im Dienst des Evangeliums zum Heil der Menschen (→ Mitte der konzentrischen Gliederung);
br
| es geht Jesus um die Menschen, nicht um seine eigene Verehrung!
li
| Hier ist die „Wüste“ auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung;
br
| sie ist der Wirkort Jesu,
| in den die Jünger immer neu nachfolgen müssen.
| So biegt gerade das ambivalente Stichwort „Einsamkeit“/„Wüste“ eine Anbetungs- und Verherrlichungschristologie um
| zu einer Sendungschristologie:
ul.card-text
li
| Der Vorstoß in die „Wüste“, um darin eine „Insel des Lebens“ zu erschaffen, war der Weg Jesu während seines irdischen Wirkens.
br
| Der Blick auf den Auferstandenen, der in der Herrlichkeit des Himmels thront,
| wird von der Erzählung umgebogen auf die „Wüste“ als Wirkort Jesu vor Tod und Auferstehung.
li
| Aus dem Bezug zur Berufung der Söhne des Zebedäus (→ Mitte der konzentrischen Gliederung) wird der Philipperhymnus präsent:
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
br
| Besonders in der Zeit nach Ostern ist <i>diese</i> Erinnerung an den Gottessohn wichtig,
br
| der gerade nicht in der himmlischen Herrlichkeit geblieben ist, sondern den Weg des Dienens bis an Kreuz gegangen ist:
br
| der Blick auf den Auferstanden in seiner Herrlichkeit muss immer wieder auf seinen Weg dorthin führen um Sendung und Weg des nun Auferstandenen nicht zu vergessen
| und sich auch der eigenen Sendung immer neu bewusst zu werden.
li
| In der Erzählung folgen Petrus und seine Begleiter in die „Wüste“ nach;
| dies ist der Ort, an den auch die Jünger (besonderes nach Ostern) gesandt sind:
br
| Als „Menschenfischer“ in der Nachfolge Jesu sollen sie Menschen auf die „Insel des Lebens mitten in der Wüste der Gottferne“ hinüberretten
| (→ Mitte der konzentrischen Gliederung).
li
| Dass Jesus wie es diese Erzählung bebildert nach seiner Auferstehung den Jüngern gerade in die „Wüste“ vorausgeht,
| um sie hinter sich herzuziehen, ist Auftrag und Verheißung zugleich:
ul.card-text
li Jesu Sendung in die „Wüste“ muss in den Jüngern weitergehen.
li
| Jesus trägt das „Menschenfischersein“ der Jünger sie sind nicht auf sich allein gestellt, sondern bekommen „himmlischen Beistand“.
br
| So geht auch für Jesus als Auferstandenen als der er „tot ist für die Sünde“ und „für Gott lebt“ (→ Röm 6) die
| Auseinandersetzung mit Satan auch wenn dieser letztlich schon besiegt ist weiter,
| bleibt die „Wüste“ weiterhin sein Wirkort.
li
| Zusammenfassend lässt sich sagen:
br
| Den Blick zum Auferstandenen lenkt Markus in die „Wüste“ als Ort der Sendung Jesu und der Sendung der Jünger um
| dorthin müssen die Jünger Jesus immer neu nachfolgen, und nicht zuletzt im Gebet werden sie seinen Beistand erfahren.
li
| Die „Wüste“ ist auch ein Kontrast zu all den „schönen Orten“ von Verehrung.
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@ -414,14 +480,14 @@ block content
li
| Die Dämonenaustreibungen, die in Mk 1,39 erwähnt werden, geschehen im Kontext der Umkehr und des Glaubens an das Evangelium (Mk 1,14-15);
br
| sie können wie in Mk 1,21-28 als Auswirkung der Lehre Jesu also seiner Verkündigung gelesen werden:
| sie können wie in Mk 1,21-28 als Auswirkung der Lehre Jesu also seiner Verkündigung gelesen und als Bestätigung für den Anbruch des Gottesreiches verstanden werden:
br
| Menschen hören auf, Diener Satans zu sein, und werden Diener Gottes.
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h5.card-title
| Das Wirken Johannes des Täufers und die die Massenheilungen und dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
| Das Wirken Johannes des Täufers und die Massenheilungen und dämonenaustreibungen als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus, der Stärkere, in Aktion
hr
@ -452,24 +518,26 @@ block content
li
| Die Parallele zwischen der Auferstehung Jesu „als er aus dem Wasser stieg“ und der Aufrichtung der Schwiegermutter des Petrus wird deutlich:
br
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter im übertragenen Sinne.
| wie Jesus in der Auferweckung durch Gott „aufgerichtet“ wurde, so „richtet“ Jesus nun die Schwiegermutter des Petrus „auf“;
br
| beide entsteigen dem Tod: Jesus im realen, die Schwiegermutter des Petrus im übertragenen Sinn.
li
| Die Taufe erscheint als Ort der <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
| Die Taufe erscheint als Ort der rettenden <i>Schicksalsgemeinschaft</i> mit Jesus.
li
| Wie Jesus sich in Mk 1,35-39 der Verehrung entzieht (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
br
| so endet die Heilung der Schwiegermutter des Petrus nicht in Lobeshymnen auf Jesus, sondern im ganz
| handgreiflichen Dienst der Schwiegermutter des Petrus an Jesus und seinen Begleitern:
br
| dies ist die adäquate Reaktion auf die Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
| dies ist die adäquate Umsetzung der Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu.
li
| Dieser Dienst im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“ in der Nachfolge Jesu
| bedeutet <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus.
| Dieser Dienst aneinander im Sinne des „tot für die Sünde leben für Gott“ in der Nachfolge Jesu
| ist <i>Handlungsgemeinschaft</i> mit Jesus: wie Jesus Menschen aufrichtet, so richtet dieser Dienst einander auf.
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h5.card-title
| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
| Die Versuchung Jesu und die neue, Dämonen austreibende Lehre in der Synagoge als gegenüberliegende Erzählungen
h6.card-subtitle.text-muted
| Jesus ist gekommen, um Satan ins Verderben zu stürzen
hr
@ -479,8 +547,14 @@ block content
| das dazu Gesagte ist hier zu vergegenwärtigen.
li
| Während die Versuchung inhaltlich und vom Ergebnis her offen bleibt,
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus gekommen ist, die Dämonen mitsammt ihrem Anführer Satan ins Verderben zu stürzen;
| macht die Episode in der Synagoge klar, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um die Dämonen mitsammt ihrem Anführer Satan ins Verderben zu stürzen,
| sondern dies auch tatsächlich tut;
br
| dazu geht Jesus ihnen ins Verderben „voraus“.
li
| „Wüste“ im Sinne der Gottferne und „Verderben“ verbinden sich inhaltlich beides sind „Orte“, an die Jesus geht:
br
| Durch Jesu Gang ins Verderben entsteht die „Insel des Lebens“ mitten in der „Wüste der Gottferne“,
| ist die Gottferne auf der Erde aufgebrochen.

View File

@ -156,9 +156,9 @@ block content
li
| Auch spiegelt sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ im Imperativ „Kommt her, mir nach!“.
br
| → Wer in die Nachfolge Jesu eintritt, bereitet den Weg des Herrn, stellt sich also in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen.
| → Damit bekommt „Nachfolge“ eine inhaltliche Bestimmung, ein Ziel: den Weg des Herrn bereiten, also sich in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellen.
br
span.small In besonderer Weise verbindet sich der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
span.small In besonderer Weise verbindet sich daher der Imperativ „Bereitet den Weg des Herrn!“ mit der Absicht Jesu, seine Jünger zu Menschenfischern zu machen (s. u.).
li
| Schon hier ist klar, dass „Nachfolge“ mehr ist, als ein Jesus „Nachlaufen“ oder das physiche „Bei Jesus sein”.
li
@ -175,7 +175,7 @@ block content
br
| Als Sprachspiel:
br
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesus) (nach-)geht.
i Den Weg des Herrn (= Gottes/Jesu) zu den Menschen bereiten, indem man den Weg des Herrn (= Jesu) (nach-)geht.
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@ -202,7 +202,7 @@ block content
| Ist die Erzählung der Taufe Jesu als Erzählung (auch und besonders) von Tod und Auferstehung Jesu „enttarnt“, ergibt sich noch eine andere Sichtweise.
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sofort“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung stehen zugleich und über das „sogleich“ in Mk 1,12 engstens verbunden :
ul.card-text
li die Erzählung von der Taufe Jesu mit der das Wohlgefallen Gottes äußernden „Stimme vom Himmel“;
li die Erzählung von der Versuchung Jesu.
@ -224,7 +224,7 @@ block content
| 5 Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| 6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sein.
| sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
br
| 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
br
@ -253,18 +253,19 @@ block content
br
q So begreift <i>auch ihr</i> euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus
| (→ Röm 6,11).
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
li.small
| Im Hinblick auf die Komposition des Evangeliums lässt sich somit sagen:
br
| In Mk 1,1-11 folgt Markus Röm 1,1-4, wobei die Taufe das „dem Geist der Heiligkeit eingesetzt als Sohn Gottes in Macht seit
| der Auferstehung von den Toten“ bebildet; gleichzeitig ist die Tauferzählung der Anlass, nach Röm 6 zu springen
| und von dort aus in die Nachfolge Jesu zu rufen, dessen neue Existenz als Auferstandener eine Analogie im Leben der Christen haben muss.
li
| So kann der Ruf zur Nachfolge in Mk 1,16-20 ganz im Sinne von Röm 6,11 verstanden werden, wobei das weitere Evangelium darlegen wird,
| was es nun heißt, „tot zu sein für die Sünde“ und „für Gott zu leben in Christus Jesus“.
li
| Das „Mir nach!“ beinhaltet gemäß Röm 6 einerseits eine <i>„Schicksalsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm gekreuzigt, mit ihm begraben, mit ihm Teilhaber an der Neuheit des Lebens),
| andererseits den Aufruf zur <i>„Handlungsgemeinschaft“</i> mit Jesus (mit ihm „tot für die Sünde“, mit ihm „für Gott leben“).
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -353,45 +354,153 @@ block content
li
| In der ganzen christlichen Theologie ist mit der Taufe der Gedanke verbunden, dadurch selbst „Sohn Gottes“ zu werden.
br
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu vestehen ist und die „Töchter“ einschließt.
span.small Wobei „Sohn“ hier als christologisch-soteriologischer Begriff zu verstehen ist und die „Töchter“ einschließt.
li
| Darauf spielen sicher auch die Stichworte „Sohn“ und „Vater“ im Hinblick auf die Brüder Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an.
br
| → Indem sie ihren menschlichen Vater verlassen und in die Nachfolge Jesu eintreten, werden sie zu Söhnen Gottes.
li
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe:
| Diese Notiz hat auch eine besondere inhaltliche Tiefe, die im Kontext der konzentrischen Gliederung auffallen muss.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Jesus-Nachfolge als Sinneswandel
h6.card-subtitle.text-muted
| Die „Vertreibung“ aus dem „Paradies“ (bzw. der eigenen „Komfortzone“), um eine „Insel des Lebens in der Wüste“ zu errichten
hr
ul.card-text
li
| In der Mitte der konzentrischen Gliederung ist das Thema „Neue Schöpfung“ mit Jesus als „neuem Adam“ präsent,
| dadurch
| lesen sich die Vorgänge fast wie die Vertreibung aus dem Paradies:
br
| Gleich, nachdem Jesus als Auferstandener aus dem Tod heraussteigt und die himmlische Herrlichkeit des Auferstandenen aufleuchtet,
| wird er vom Geist in die „Wüste“ getrieben, fast vertrieben.
br
| Der Leser kann nicht beim Blick auf den Auferstandenen verweilen, sondern muss mit ihm in die „Wüste“ gehen.
li
| Doch ist dieses Treiben in die Wüste nicht ein Verbannen, sondern vom Auftrag Jesu her zu verstehen,
| mitten in der „Wüste der Gottferne“ eine „Insel des Lebens“ zu errichten, wie die Erzählung vom Wüstenaufenthalt
| durch das Dienen der Engel und das Zusammenleben mit den wilden Tieren bebildert.
br
| Der Leser wird also von der Auferstehung Jesu fast anachronistisch auf die (vorösterliche) Sendung Jesu verwiesen, umgelenkt.
li
| Die beiden Pole dieser Umlenkung können als Gegensätze verstanden werden:
ul.card-text
li
| Die Auferstehungswirklichkeit Jesu bringt eine in Mk 1,9-11 auch angedeutete Auferstehungsherrlichkeit mit sich,
| eine hoheitliche Stellung (→ Röm 1,4: „Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“).
li
| Die Sendung in die „Wüste“ assoziiert ein ganz anderes Umfeld, das dieser hoheitlichen Stellung nicht entspricht.
li
| Da der „sehende Leser“ dabei auch auf Jesu Tod am Kreuz blickt und die damit verbundene Erniedrigung,
| wird der Kontrast zwischen „Hoheitlicher Stellung“ und „Wüste“ besonders deutlich.
li
| Blickt man von der Sendung Jesu in die „Wüste“ auf das „eigentliche“ Davor also nicht auf die Auferstehung,
| sondern seine „Herkunft“ , stößt man darauf, dass Markus davon erzählt, dass Jesus seine Heimat Nazaret in Galiläa
| verlassen hat, um zu Johannes zu gelangen und sich von ihm „taufen“ zu lassen.
li
| Durch die Verbindung der Gedanken „Heimat verlassen“ und „Von der Herrlichkeit in die Wüste“ wird man im Hinblick auf Christus
| auf den sog. „Philipperhymnus“
| im Brief des Paulus an die Philipper gelenkt (Phil 2,6-11).
br
span.small
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird dann auch zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
li
| In diesem „Philipperhymnus“ wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seine „persönliche Komfortzone“ verlassen hat,
| um Mensch zu werden: Diener bis zum Tod am Kreuz.
br
q.bibeltext
| 6 Er war Gott gleich, hielt es aber nicht als einen Raub fest, Gott gleich zu sein,
br
| 7 sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
br
| Sein Leben war das eines Menschen;
br
| 8 er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
br
| 9 Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
br
| 10 damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
br
| 11 und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes, des Vaters.
span.bibelstelle Phil 2,6-11
li
| Dieser Hymnus wird von Paulus überliefert das macht sein Kontext deutlich , um den Christen zu veranschaulichen,
| wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
li
| Von diesen Bezügen her fordert die Jesus-Nachfolge einen Sinneswandel, der dem Sinneswandel des ursprünglich Gottgleichen entspricht.
br
span.small
| Es ist sicher kein Zufall, dass in der vorliegenden konzentrischen Gliederung
| die Verkündigung der Sinneswandel-Taufe durch Johannes den Täufer und der Ruf zum Sinneswandel durch Jesus selbst
| gegenüberliegen.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus einer Welt des „Habens“
h6.card-subtitle.text-muted
| Das „Verlassen“ des Vaters als verbindendes Element zwischen Jesus und den Söhnen des Zebedäus
hr
ul.card-text
li
| Die Anspielung auf den Philipperhymnus in der Mitte der konzentrischen Gliederung lässt einen bestimmten Erzählzug der Berufung
| der Söhne des Zebedäus besonders hervortreten:
br
| Es wird erwähnt, dass Zebedäus Tagelöhner hat.
br
| Dies weist auf einen gewissen Wohlstand der Familie hin, den die beiden Söhne erben würden, wenn sie bei ihrem Vater bleiben würden.
li Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück.
br
| Indem sie Jesus nachfolgen, lassen sie dieses Erbe zurück und die Stellung als Söhne im väterlichen Betrieb:
li
| Es fällt zwar nur besonders durch die konzentrische Gliederung auf, aber das Evangelium insgesamt lässt keinen Zweifel,
| dass dies für Markus ein sehr wichtiger Gedanke ist:
| So wird eine inhaltiche Beziehung zwischen den Söhnen des Zebedäus und dem Gottessohn hergestellt:
br
i Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge, durch ihr Sohn-Gottes-Werden aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
| Christus hat auf seine himmlische Herrlichkeit verzichtet und seinen Vater „verlassen“ (→ Menschwerdung),
br
| (auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40).
| er hat auf „Haben“ verzichtet und ist ein Diener, ein Sklave geworden.
br
| In Analogie dazu verlassen die Söhne des Zebedäus ihren Vater, verzichten auf das Erbe
| und treten in den Dienst Jesu.
li
| Nun muss auffallen, dass Markus erwähnt, dass auch Jesus, um sich von Johannes „taufen“ zu lassen, seine Heimat (Nazaret in Galiläa)
| verlassen hat. Doch muss man hier noch tiefer sehen!
| So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt,
br
| Die weitere Betrachtung des Markus-Evangeliums wird zeigen, dass Markus mit höchster
| Wahrscheinlichkeit den Philipperbrief des Apostel Paulus kannte.
br
| Im darin enthalteten „Philipperhymnus“ (Phil 2,6-11) wird besungen, dass Christus sein Gott-Gleich-Sein wörtlich übersetzt „nicht als Raub festgehalten hat“,
| sondern seine himmlische Herrlichkeit seinen Vater verlassen hat, um Mensch zu werden: auch er hat auf „Haben“ verzichtet
| und ist ein Diener, ein Sklave geworden;
br
| dieser Hymnus wird von Paulus überliefert, um den Christen zu veranschaulichen, wie auch sie gesinnt sein sollen (→ Nachfolge!).
br
i So wird im Handeln der „Nachfolgenden“ indirekt das Handeln des „Vorausgängers“ (= Jesus) erzählt und vergegenwärtigt.
| und zugleich dieses Handeln des „Vorausgängers“ als Vorbild herausgestellt.
li
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) verdeutlicht noch ein Zweites:
| Im Hinblick auf die Söhne des Zebedäus lässt sich verallgemeinernd sagen:
br
i
| es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| Jakobus und Johannes brechen durch ihre Jesus-Nachfolge aus einer „Gesellschaft des Habens“ aus
br
span.small </i>(auch wenn es immer wieder Rückfälle gibt, vgl. Mk 10,35-40)<i>,
br
| sie verlassen ihre „persönliche Komfortzone“, „erniedrigen“ sich und treten in den Dienst an der Menschheit (→ „Menschenfischer“).
br
| Damit folgen sie nach Phil 2,6-11 in besonderer beispielhafter! Weise Jesus nach.
.card.slide.border-secondary.mb-2
.card-body
h5.card-title
| Ausbrechen aus menschlichen Machtstrukturen
h6.card-subtitle.text-muted
| Der „Wechsel“ des Vaters (Mensch → Gott) in der Berufung der Zebedäussöhne als prinzipieller Gedanke
hr
ul.card-text
li
| Neben dem oben ausgeführten Gedanken des „Habens“ verbindet sich mit dem Verlassen des Vaters
| durch die Söhne Jakobus und Johannes auch der Gedanke der „menschlichen Macht“,
br
| lassen die Söhne des Zebedäus ja nicht nur ihren menschlichen Vater zurück,
| sondern auch die Stellung als Söhne im väterichen Betrieb bzw. dann später als Erben des Vaters.
li
| So verkörpern sie beispielhaft, was später im Evangelium nach Markus noch deutlich hervorgehoben werden wird:
br
i
| Es geht auch um ein Ausbrechen aus der patriarchalischen (oder je nach kulturellem Kontext matriarchalischen) Prägung
| menschlicher Gesellschaft,
br
| um ein Ausbrechen aus menschlichen Herrschaftsstrukturen.
@ -402,6 +511,84 @@ block content
| Wo im weiteren Verlauf „Familie Gottes“ zum Thema wird, ist auffälligerweise nie vom (menschlichen) Vater die Rede:
br
| es gibt nur einen Vater, den im Himmel.
p.card-text.slide
i
| Insgesamt wird deutlich, wie Nachfolge neben einem „soteriologischen Element“ (→ Menschenfischer)
| auch ein „ethisches Element“ hat im Sinne des Ausbrechens aus einer Gesellschaft, die sich von materiellem Haben
| und menschlichen Machtstrukturen her definiert, zu einer Gemeinschaft, die verzichtet und sich in Dienst nehmen lässt.
.card.slide.border-secondary
.card-body
h5.card-title
| Nochmal: Die eigenwillige Abfolge Auferstehung → „Wüste“
h6.card-subtitle.text-muted
| Röm 6 als Vorbild
hr
p.card-text
| Die Umlenkung vom Blick auf den Auferstandenen auf seine Sendung (→ „Wüste“) hat eine Entsprechung in Röm 6:
ul.card-text
li
| Als Fortsetzung des Satzes
br
q Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod,
br
| würde man eine Weiterführung erwarten wie etwa:
br
q so sind wir auch mit ihm auferstanden.
li
| Doch es heißt:
br
q
| damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde,
br
i in der Neuheit des Lebens wandeln.
li.small
| Erst später wird es heißen:
br
q
| Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden,
br
| dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein.
br
| Diese Formulierung aber blickt in die Zukunft, nicht in die Gegenwart.
li
| Sicher schreibt Paulus auch ganz bewusst:
br
q Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden, <i>auf seinene Tod</i> getauft worden sind?
li
| Hintergrund ist, dass (sicher nicht nur) in Korinth Gläubige der Meinung waren, schon selber auferstanden zu sein,
| also schon am Ziel zu sein: es kann nichts mehr passieren.
li
| Dagegen betont Paulus durchaus mit einem mahnenden Ton :
br
| Ja, wir haben Teil an der Auferstehung Jesu und werden auch einmal
| mit ihm in der Auferstehungsherrlichkeit sein aber das ist Zukunft, wir sind noch auf dem Weg, nicht schon am Ziel angekommen;
br
| die Teilhabe an der Auferstehung Jesu bedeutet nicht, schon selbst auferstanden zu sein,
| sondern ist vielmehr ein Auftrag, als Teil der „Neuen Schöpfung“ den Alltag zu bestehen;
br
| sie ist als Auftrag zu verstehen, das eigene Leben auf dem Weg bis zum eigenen Tod und der dann erst
| folgenden Auferstehung entsprechend zu gestalten: „tot für die Sünde für Gott leben“.
li
| Paulus im Römerbrief und Markus hier in der Mitte der konzentrischen Gliederung
| mit Ruf zur Nachfolge am unteren Ende gemeinsam ist also,
br
| dass sie den Blick auf die Auferstehungsherrlichkeit Jesu umbiegen zu einem Auftrag an die Gläubigen
| in der Nachfolge Jesu.
li.small
| Bei beiden begegnet aus diesem Grund der eigenwillige Umstand, dass der Auferstandene der ja wirklich schon am Ziel ist
| zum Vorbild für jene wird, die noch auf dem Weg zum Ziel sind;
br
| für sie wäre
| Jesus als selber Auf-dem-Weg-Seiender das naheliegendere Beispiel, da er ja eigentlich durch diesen Weg auf dem er schon
| die Versuchung bestanden hat zum Vorbild geworden ist.
br
| Markus verbindet beide Sichtweisen, indem in seinem Evangelium Jesus bereits (seit der Taufe) der Auferstandene ist,
| er als Irdischer aber doch zugleich noch auf dem Weg zum Kreuz ist.
.card.slide.border-primary.mb-3
.card-body
@ -519,12 +706,30 @@ block content
hr
ul.card-text
li
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Glieerung, stehen sich
| Passend zur Nachfolgethematik am unteren Ende der konzentrischen Gliederung, stehen sich
| auf der inneren Position Johannes der Täufer und Jesus gegenüber.
li
| Johannes hatten den Stärkeren angekündigt, der nach ihm kommt; dieser Jesus tritt nun auf, nachdem Johannes ausgeliefert worden war.
li
| Beide verbindet der Ruf zur Umkehr.
ul.card-text
li
| Damit ist von der Mitte der konzentrischen Gliederung her ein Sinneswandel gemeint,
| der dem Sinneswandel des Gottgleichen entspricht, der sich entäußert hat und ein Diener bis zum Letzten geworden ist (→ Phil 2,6-11).
li
| Am unteren Ende der konzentrischen Gliederung wird dieser Gedanke mit den Söhnen des Zebedäus verbunden;
br
| man kann ihn auch hier in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers angedeutet sehen, sich spiegelnd im von Jesus verkündeten
| „Evangelium Gottes“, das die Erniedrigung des Gottessohnes im Tod enthält
| (und sich in diesem Sinne auch mit der Mitte der konzentrischen Gliederung verbindet).
li
| Ferner kann die „Taufe des Sinneswandels“ mit der Notiz der Auslieferung Johannes des Täufers verbunden werden,
| ist diese doch „durchsichtig“ auf die Auslieferung Jesu, also seinen Tod am Kreuz gemäß göttlicher Sendung.
br
| Es ist also auf die Christen und Christus zu übertragen, gemäß Röm 6:
br
q.bibeltext Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getaufen wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
span.bibelstelle Röm 6,3
li
| Während der Einzugsbereich Johannes des Täufers Judäa und Jerusalem sind, tritt Jesus zunächst in Galiläa auf;
br
@ -533,7 +738,7 @@ block content
| Die Taufe der Vielen wird in Beziehung gesetzt zu „Reich Gottes“, „Evangelium“, „Umkehr“ und „Glaube“
| alles Themen, die sich in der christlichen Theologie auch sonst mit der Taufe verbinden.
ul.card-text
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr.
li Die Taufe ist Element der geforderten Umkehr und besiegelt diese auf Zukunft hin.
li Gleichzeitig setzt die Taufe (im christlichen Sinne) den Glauben an das Evangelium voraus.
li Durch die Taufe wird man Teil einer neuen Wirklichkeit, nämlich des angebrochenen Reiches Gottes.

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@ -197,7 +197,7 @@ block content
| wie insgesamt diese Erzählung auf das Gekommensein Jesu einen klaren Schwerpunkt legt („Bist du gekommen ...“ als Frage des Dämon an Jesus):
br
i
| Jesu Sendung steht ganz im Dienste des Kommens Gottes zu den Menschen, das also notwendige Kehrseite das Stürzen der Dämonen und letztlich Satan selbst
| Jesu Sendung steht ganz im Dienste des Kommens Gottes zu den Menschen, das als notwendige Kehrseite das Stürzen der Dämonen und letztlich Satan selbst
| ins Verderben mit sich bringt.
br
| Dies wird in dieser Erzählung „bebildert“.
@ -206,7 +206,7 @@ block content
| Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich werden, wie das Ausführen der Sendung Jesu auch zum ethischen Charakter
| von „Bereitet den Weg des Herrn“ passt.
li.small
| Diese Interpretation von „Besessensein mit einem unreinen Geist“ klingt fast aufgeklärt und passt auch ins 21. Jahrhundert.
| Die hier gebotene Interpretation von „Besessensein mit einem unreinen Geist“ klingt fast aufgeklärt und passt auch ins 21. Jahrhundert.
br
| Doch muss man aufpassen, dass man das christologisch-soteriologische Element nicht übersieht und die Realität der gefangennehmenden Sünde nicht banalisiert.
| Sonst ist man schnell bei der Nicht-Notwendkeit der Erlösung durch Christus und hat den christlichen Glauben entleert.
@ -276,10 +276,10 @@ block content
h5.card-title
q Du bist der Heilige Gottes uns ins Verderben zu stürzen
br
q Evangelium von Jesus Christus, Sohn eines Gottes
q Evangelium von Jesus Christus, Sohn (eines) Gottes
hr
ul.card-text
li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
li Die Wendung „Sohn (eines) Gottes“ spiegelt sich im „Bekenntnis“ des unreinen Geistes: „Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“.
li Analog wird „Evangelium“ damit gefüllt, dass Jesus offensichtlich gekommen ist, die unreinen Geister ins Verderben zu stürzen.
.card.slide.border-primary.mb-3
@ -289,13 +289,13 @@ block content
hr
ul.card-text
li Markus unterstreicht Neuheit und Vollmacht der Lehre Jesu.
li Bewusst hebt Markus den Unterschied zu den Schriftgelehrten hervor Jesu Lehre ist <i>anders</i> in Inhalt und Mächtigkeit.
li Deutlich hebt Markus den Unterschied zu den Schriftgelehrten hervor Jesu Lehre ist <i>anders</i> in Inhalt und Mächtigkeit.
li
| Auffällig ist, dass das Thema „Lehre Jesu“ nicht nur die Erzählung von der Austreibung des unreinen Geistes rahmt,
br
| sondern die Leute nicht eigentlich über das Wunder, sondern über die Lehre Jesu staunen.
li
| So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
br
i So erscheint die Austreibung geheimnisvoll als Auswirkung der Lehre Jesu.
li
| Die gelungene Dämonenaustreibung bestätigt jedenfalls die Vollmacht Jesu und die
| Gültigkeit seiner Lehre.
@ -316,17 +316,17 @@ block content
li
| Gleich nach der Taufe wird Jesus in Versuchung geführt.
br
| Über Inhalt und Ergebnis der Versuchung erführt der Leser aber nichts;
| Über Inhalt und Ergebnis der Versuchung erfährt der Leser aber nichts;
| er kann sich zwar manches denken, doch wird er geheimnisvoll in der Luft hängen gelassen.
li
| Jesus ruft zu Umkehr auf wie schon Johannes der Täufer und verkündet das Evangelium Gottes, das mit dem Nahegekommensein des Gottesreiches zusammenhängt.
br
| Inhaltlich bleibt das Evangelium aber ansonsten unbestimmt.
| Inhaltlich bleibt das Evangelium aber ansonsten unbestimmt. Und was das Nahegekommensein des Gottesreiches nun bedeutet bzw. mit sich bringt außer, dass sich damit der Ruf zur Umkehr verbindet ist auch verschwiegen.
li
| Der Leser wird Zeuge der Berufung der ersten Jünger, die Jesus um sich schart und denen er einen doch etwas zwielichtigen Auftrag geben wird (→ „Menschenfischer“);
| er wundert sich vielleicht auch über die Radikalität der Reaktion der in die Nachfolge Gerufenen.
li
| Schließlich erfärt er von der ersten Austreibung eines unreinen Geistes und vom Staunen der Menge, weniger über das Wunder als vielmehr über die Lehre Jesu,
| Schließlich erfährt er von der ersten Austreibung eines unreinen Geistes und vom Staunen der Menge, weniger über das Wunder als vielmehr über die Lehre Jesu,
| die für ihn inhaltlich unbestimmt bleibt.
br
| Dass Jesus das Wunder wirken kann, hängt für ihn wohl eher damit zusammen, dass Jesus „der Heilige Gottes“ ist;
@ -382,7 +382,7 @@ block content
h6.card-subtitle.text-muted Ein erster Blick auf die Schweigegebote im Evangelium nach Markus
hr
ul.card-text
li Im allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
li In allen Galiläa-Teilen des Evangeliums (und nur dort!) begegnen Schweigegebote, die Jesus in bestimmten Situationen ausspricht:
ul.card-text
li
i Im Hinblick auf seine Person („Bekenntnisse“) bzw. das Wissen darum, wer er ist
@ -407,30 +407,57 @@ block content
| daher wird dieses Wissen bzw. die diesbezüglichen Bekenntnisse
| mit einem Schweigegebot versehen.
li
| Gerade angesichts dessen, dass man sich besonders als „unbedarfter Leser“ sich einiges zusammenreimen kann nicht zuletzt aus dem Stichwort „Heiliger Gottes“ ,
| Gerade angesichts dessen, dass man sich besonders als „unbedarfter Leser“ sich einiges zusammenreimen kann nicht zuletzt aus den Stichworten „Heiliger Gottes“ und „Sohn (eines) Gottes“ ,
| ist dieses Schweigegebot ein wichtiges „Achtung“-Schild, ja ein „Stopp“-Schild:
br
i Aus den Hoheitstiteln allein die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
i
| Aus den Hoheitstiteln allein die Jesus z. B. mit Kaiser Vespasian „teilt“ könnte man ein völlig falsches Bild von Jesus bekommen!
br
| Ein solcher Jesus Christus darf nicht verkündet werden!
li
| Man wird also sagen können:
br
i
| Wo Schweigegebote sich auf Jesu Person beziehen („wer er ist“, Bekenntnisse), signalisieren sie,
| dass diese Aussagen in den größeren Kontext der Lehre Jesu einzubinden sind.
li
| Der „sehende Leser“ kann hier aber schon weitergehende Bezüge herstellen:
ul.card-text
li
| Dazu muss man sich als „sehender Leser“ bewusst manchen, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
| der deinen <i>Weg</i> bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den <i>Weg</i> des Herrn!“ (→ je oberes Ende konzentrische Gliederung!)
| auf die Sendung Jesu bezogen werden kann (s. o.), auf die der Dämon mit seiner Frage anspielt:
li
| Es wird damit signalisiert, dass es bei der Lehre Jesu um seine Sendung geht, um den <i>Weg</i>, den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt:
| Indem das Staunen über die Lehre Jesu die Erzähung rahmt und man als „sehener Leser gelernt hat,
| sich bei der Auslegung auch durch die Konzentrik leiten zu lassen,
br
| Es geht (wie die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ bestätigen werden) um Jesu Weg ans Kreuz,
| allgemein den Weg ins Verderben, den Jesus dem Dämon und Seinesgleichen vorangeht,
| um diesen den Weg ins Verderben zu bahnen, und mit dem er sich
| auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
| wird man so interpretieren dürfen, dass die Mitte der Erzählung einen Hinweis enthält, was die Lehre Jesu beinhaltet.
li
i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren.
| Just in der Mitte der Erzählung geht es um die Sendung Jesu:
br
| der Dämon fragt Jesus, ob dieser gekommen sei, ihn und Seinesgleichen ins Verderben zu stürzen.
li
| Unterstützend ist daran zu erinnern, dass sowohl die Aussage „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
| der deinen <i>Weg</i> bahnen wird“, als auch der Imperativ „Bereitet den <i>Weg</i> des Herrn!“ (→ je oberes Ende der konzentrischen Gliederung!)
| auf die <i>Sendung Jesu</i> bezogen werden kann (s. o.).
li
| Die Frage des Dämon kann schon aus der Erzählung selbst mit einem Ja beantwortet werden,
br
| der „sehende Leser“ weiß aber bereits darum, dass Jesus vor
| dem Dämon und Seinesgleichen her selber den Weg ins Verderben geht (→ Tod am Kreuz), um ihnen damit den Weg ins Verderben zu bahnen
| und sie so ins Verderben zu stürzen.
br
| Damit hat sich Jesus auf einzigartige Weise in den Dienst des Kommens Gottes zu den Menschen stellt.
li
| So wird klar, dass die Lehre Jesu sich auf den <i>Weg</i> beziehen muss,
| den er zur Ausführung seiner Sendung auf sich nimmt: den Weg ans Kreuz!
br
| Die Teile „In Galilaä/Judäa auf dem Weg“ werden dies bestätigen.
li
i Durch diesen Weg ist Jesus zu dem geworden ist, dem die Hoheitstitel gebühren:
br
i Der, dem die Engel dienen, ist der, der selber als Diener in die Wüste gegangen ist.
br
| Allerdings ist dieser Weg genau das Gegenteil von dem, was man vom „Sohn (eines) Gottes“ erwarten würde:
br
| Nicht Hoheit, sondern Erniedrigung.
li
| Was der Dämon bekennt, ist wahr; und doch ist es wenn man den Weg Jesu und seine damit zusammenhängende Lehre kennt
| für sich allein genommen verführerisch und irreführend, verzerrend unvollständig.
@ -460,7 +487,7 @@ block content
li
| Dies erklärt mit Rückgriff auf
span.bibelstelle Röm 1,16
| auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu:
| auch die Wirkmächtigkeit der Lehre Jesu:
br
q.bibeltext
| ... ich schäme mich des Evangeliums nicht: Es ist <i>eine Kraft Gottes</i> zur Rettung für jeden, der glaubt
@ -477,7 +504,7 @@ block content
| christologisch-soterialogische Grundereignis von Tod und Auferstehung Jesu;
| darauf bezieht sich der Glaube.
li
| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
| Mit der Auferweckung des Gekreuzigten durch Gott (→ „Wohlgefallen“!) verbindet sich auch die Forderung, das eigene Leben am Weg Jesu ans Kreuz auszurichten (→ Ruf zur Umkehr),
| um das künftige Sein bei Jesus zu erlangen.
li
| Diese Zusammenhänge bestätigen, dass die nicht spezifizierte Lehre am unteren Ende der konzentrischen Gliederung inhaltlich mit dem
@ -504,6 +531,15 @@ block content
| die Jünger werden diese Geisttaufe praktizieren (→ „Menschenfischer“).
ul.card-text
li Beide stehen damit im Dienste des Stärkeren und der Umkehr und Erneuerung des Gottesvolkes bzw. der Menschheit.
li Beide haben damit wie Jesus (Mitte!) eine Sendung, die gegen Dämonen, Satan und Sünde gerichtet ist.
li Beide haben damit wie Jesus (Mitte und unteres Ende der konzentrischen Gliederung) eine Sendung, die gegen Dämonen, Satan und Sünde gerichtet ist.
li
| Das Verlassen des Vaters durch die Söhne des Zebedäus womit sie aus einer Gesellschaft des „Habens“ und „menschlicher Macht“ ausbrechen
| spiegelt sich in der Wüsten-Askese Johannes des Täufers;
br
| seine „Taufe des Sinneswandels“ wiederum im Sinneswandel der Zebdäussöhne.
br
| Beides ist zu verbinden mit Jesu „Weg in die Wüste“ (→ Mitte der konzentrischen Gliederung),
| der für Jesus ein „Weg ins Verderben“ ist (→ unteres Ende der konzentrischen Gliederung),
| ein Weg der Erniedrigung des „Sohn (eines) Gottes“ bis hin ans Kreuz (→ Phil 2,6-11).

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@ -271,7 +271,7 @@ block content
ul.card-text
li Matthäus und Lukas übernehmen die Schweigegebote zu einem gewissen Teil, haben sie aber offenbar auch nicht verstanden.
li Nicht immer sind Schweigegebote bei Dämonenaustreibungen und Wundern gesetzt.
li Mehrmals wird ein Schweigegebot gebrochen.
li Ein Schweigegebot wird auch klar gebrochen.
li
| Die Schweigegebote haben unterschiedliche Typen:
br
@ -279,7 +279,7 @@ block content
br
| manchmal geht es um die Wunder selbst;
br
| irritierend ist, dass Jesus auch zum Weitererzählen einer Dämonenaustreibung explizit aufrufen kann und es trotz „Bekenntnis“ des Dämon kein Schweigegebot an ihn gibt (→ Mk 5,1-20).
| irritierend ist, dass es auch einmal trotz „Bekenntnis“ des Dämon kein Schweigegebot an ihn gibt (→ Mk 5,1-20).
br
| Die Einzelbetrachtung wird sich dem jeweils widmen.
p.card-text.mb-0 Für die vorliegende Erzählung gilt:
@ -293,7 +293,9 @@ block content
br
| dieses christologisch-soteriologische Doppelereignis wirkt sich hier aus zum Heil der Menschen;
br
| das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles nämlich Jesu Weg ans Kreuz zu vergessen.
| das Schweigegebot will verhindern, den „Preis“ dieses Heiles nämlich Jesu Tod am Kreuz zu vergessen:
br
| Jesus ist gleichsam den Dämonen voraus ins Verderben gegangen, um ihnen den Weg ins Verderben zu bahnen, sie also ins Verderben zu stürzen.
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